Samstag, 10. August 2019

Krähen, Wahrheit, Waage hl

​​Losung: Biete deine Hand nicht einem, der Unrecht tut, indem du als Zeuge Gewalt deckst. 2.Mose 23,1 

Lehrtext: Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden. Matthäus 12,37 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Zur Losung: „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“, sagt das Sprichwort. Lasst uns keine Krähen sein, sondern Menschen, die sich bemühen, unbestechlich zu sein und bei der Wahrheit zu bleiben, auch wenn das Sympathien bei denen kostet, mit denen man bisher gut konnte. Auch Verwandtschaft, Freundschaft und Kollegialität dürfen kein Grund sein, Unrecht zu decken. Aber wer hat so viel Rückgrat?
Zum Lehrtext. Im Zusammenhang heißt er: »Jesus wusste, dass die Pharisäer vorhatten, ihn zu töten und sagte zu ihnen: Ihr Schlangenbrut! Wie könnt ihr durch und durch bösen Leute überhaupt etwas Gutes reden? Wovon das Herz erfüllt ist, das spricht der Mund aus! Ich sage euch: Am Tag des Gerichts werden die Menschen Rechenschaft ablegen müssen über jedes unnütze Wort, das sie geredet haben. Eure Worte sind der Maßstab, nach dem ihr freigesprochen oder verurteilt werdet.« (Matthäus 12,15a.34-37)
     Hm, seine deutlichen Sätze muss auch ich mir gesagt sein lassen. Am Tag des Gerichts würde ich nach meinen unnützen Worten, die ich geredet habe, verurteilt werden. So viel steht fest. Gleich den Pharisäern hätte ich keine Chance. Aber so viel steht auch fest: Meine Worte sind das Maß, wie viele seiner Segensworte Jesus in die andere Waagschale legen muss, um meine unnützen Worte aufzuwiegen. Und erst, wenn sich die Waage nicht mehr zu meinen Ungunsten neigt, wird Recht gesprochen von dem, der mein Versagen ausgeglichen hat. Das soll mir schon jetzt ein Bedürfnis sein, auf meine Worte mehr zu achten, damit ich mit ihnen andere nicht mutwillig verletze. 

Gebet: Herr, ich würde in einem letzten Gericht nicht bestehen, wenn du nicht für mich eintreten und mit deinem Leben ausgleichen würdest, was ich verbockt habe. Doch solange ich auf dich schaue und nicht auf mich, muss ich keine Angst vor dem Urteil haben. Denn du bist mein Richter und Anwalt in einem, mein Ankläger und Fürsprecher. Meine Worte und Taten werden gegen mich sprechen. Aber dein Herz wird für mich sprechen. Und das wird den Ausschlag geben. Dafür bin ich dir schon jetzt dankbar. Und so will ich mich bemühen im Blick auf dich meine Zunge zu hüten und auch von denen Gutes zu reden, die ich am liebsten anschwärzen möchte. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach


Freitag, 9. August 2019

Von der Kraft und Macht des Geistes hl

Losung: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. Sacharja 4,6 

Lehrtext: Wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die wir hoffen. Galater 5,5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

für die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben, hast du da schweres Gerät, Muskeln oder Waffen gebraucht? Für dein Selbstwertgefühl, für die Zuneigung zu deiner Familie, die Freundschaften, das Gottvertrauen, die Lebensfreude? Und für den Frieden in deinem Herzen, mit deinen Mitmenschen, im Land, ja sogar zwischen den Nationen - braucht es da Gewalt, Rüstung und Militär? 
     Sind die vielen Waffen in den Händen der US-Bürger nicht der Grund für die vielen Schießereien, die zahlreichen Todesfälle, das namenlose Leid wie zuletzt in El Paso und Dayton? Und die neuerliche Aufrüstung im Westen, gefährdet sie nicht den Weltfrieden statt ihn zu sicherer zu machen? Zur Erinnerung: Rüstungsausgaben USA 649 Milliarden, Russland 62 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018.
     Der Geist des Friedens und der Verständigung, der Freundlichkeit und Freundschaft, der Versöhnung und Achtung hatte es schon immer schwer in einer waffenstarrenden und gewaltbereiten Welt. Doch wir haben die lange Friedenszeit in Europa diesem Geist zu verdanken, der für mich ohne Gottes Geist nicht denkbar ist. Sein Geist wirkt in und durch Menschen, die für ihn offen sind, die um ihn bitten, die dieses Geistes Kinder sind.
     Ich glaube, wer sich als Kind Gottes erfährt, als ein Mensch, der von ihm angenommen ist und nicht mehr um Anerkennung gleich welcher Art kämpfen muss, kann anderen gegenüber gelassener, versöhnlicher, aufgeschlossener sein. Der leistet einen unschätzbaren Beitrag für den Frieden im Kleinen, der sich auch im Großen auswirkt. Das hat ganz viel damit zu tun, was Paulus in seinem Brief an die Christen in Galatien schreibt: »Wir aber vertrauen darauf, dass wir durch den Glauben an Jesus Christus von Gott angenommen werden. Er hat uns ja durch seinen Geist diese Hoffnung geschenkt.« (Lehrtext HFA)

Gebet: Herr, solange wir auf unsere menschliche Stärke und Macht, auf unsere Rüstung und unser Militär setzen, setzen wir auf das falsche Pferd. Wir brauchen deinen Geist und deinen Frieden in unseren Köpfen und Herzen für das Zusammenleben im Kleinen wie im Großen. Schenke uns deinen Geist, den Geist Jesu Christi, dass wir in seinem Sinn leben und handeln. Wir gehören ja dir. Dieser Glaube und diese Hoffnung sollen uns leiten. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach


Donnerstag, 8. August 2019

Wie du heute glaubst hl

Losung: HERR, in deiner Hand ist Kraft und Macht, und es ist niemand, der dir zu widerstehen vermag. 2.Chronik 20,6 

Lehrtext: Dem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit! Epheser 3,20-21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

überlege bitte mal, wie hast du früher von Gott gedacht und wie denkst du heute von ihm? Hat sich dein Bild, deine Vorstellung von ihm seit deiner Kindheit verändert? Ich hoffe schon. Denn, so meine ich, auch der Glaube wird im Laufe der Jahre erwachsen. Die Lebenserfahrungen, gute wie schlechte, gehen auch am Glauben nicht spurlos vorüber.
     So ähnlich ist es auch in der Bibel. Auch in ihr verändert sich das Gottesbild und mit ihm der Glaube. Die heutige Losung ist ein Wort, das, wie viele andere im Alten Testament, Gott als nationalen Kriegsgott zur Sprache bringt (z.B. Vers 12: 
 "Unser Gott, bestrafe du sie! Wir selbst können nichts ausrichten gegen dieses riesige Heer"). Er soll den Israeliten in ihren zahlreichen Kriegen helfen. Er soll mit ihnen und für sie kämpfen, siegen und die Feinde töten und vernichten.
     Im Neuen Testament ist davon nicht mehr die Rede. Nun, zu dieser Zeit war Israel den mächtigen Römern unterworfen und hatte militärisch keine Chance. Jesus jedenfalls hatte mit Militär und Krieg nichts zu tun. Krieg und Evangelium sind unvereinbar. Aber als dreihundert Jahre später ein degeneriertes Christentum auf dem Weg zur Staatsreligion war, hieß es plötzlich wieder "In hoc signo vinces" - "In diesem Zeichen (des Kreuzes) sollst du (Kaiser Konstantin) militärisch siegen." 
     Jetzt wurde der gewaltlose Jesus zum Kriegsgott gemacht und wird so seitdem bis heute weltweit verehrt. Selbst die deutschen Hitler-Soldaten hatten auf ihrem Koppelschloss, der Gürtelschnalle ihrer Uniform, den Satz "Gott mit uns". Und nicht nur in evangelikalen Gemeinden wird weltweit noch immer für den Sieg der eigenen Truppen bei ihren verschiedenen Kriegseinsätzen gebetet. Aber mit wem soll Gott denn sein, wenn auf beiden Seiten der Front zu ihm gebetet wird?
     Er soll mit dir sein, der du ihn nicht darum bittest, anderen deinetwegen zu schaden. Er soll mit dir sein, der du nicht hasst. Er soll mit dir sein, der du auf andere nicht herabschaust. Der du nicht bereit bist, gegen andere Menschen zu kämpfen und dabei Frauen und Kinder zu töten. Er, der viel mehr tun kann, als du jemals von ihm erbitten oder dir auch nur vorstellen kannst, soll mit dir sein. Seine große Kraft möge in dir wirken gerade dann, wenn du dich ohnmächtig und schwach fühlst. (vgl. Lehrtext, HFA) 
      Überlege bitte mal, wie hast du früher von Gott gedacht und wie denkst du heute von ihm?

Gebet: Herr, du lässt dich nicht einspannen für meine selbstsüchtigen Interessen. Aber du wirst mir mehr helfen, als ich mir vorstellen kann, wenn ich in Not bin. Darauf vertraue ich. Und dafür lobe und preise ich dich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Mittwoch, 7. August 2019

Gott ist parteiisch hl

Losung: Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Micha 5,1 

Lehrtext: Was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist. 1.Korinther 1,28 

Liebe Leserin, lieber Leser,

unser großer Gott hat eine Vorliebe für das Kleine. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel. Zur damaligen Zeit haben die Menschen im Orient die Götter verehrt, die mächtig zu sein schienen, mächtiger als ihre eigenen, wenn sie unterlegen waren. Darum haben viele besiegte Völker ihre Religion aufgegeben, sich den Göttern der Sieger zugewandt und ihre Identität preisgegeben. Nur ein kleines, im Grunde für die Weltgeschichte völlig unbedeutendes Volk am südlichen Mittelmeer hat trotz zahlreicher Niederlagen, Vertreibungen, trotz Verwüstung des Heiligtums und der Hauptstadt und trotz namenlosem Leid über Jahrtausende an seinem Gott festgehalten. Die Götter ihrer Sieger und Bedränger sind inzwischen alle wieder untergegangen, die Götter der Assyrer, Ägypter, Babylonier, Perser, Griechen, Römer. Und die Götter ihres schlimmsten Feindes, der Nationalsozialisten, haben sich vor 74 Jahren selbst umgebracht. Doch nach wie vor verehrt dieses einst zerstreute und nun in Israel wieder vereinte, kleine Volk seinen Gott mit dem unsagbaren Namen יהוה (JHWH), auf Deutsch „IchBinDa“.
     Aus diesem winzigen Volk ist vor 2000 Jahren ein zunächst unbedeutender Wanderprediger hervorgegangen wie so viele andere auch. Doch seitdem teilt der größte Teil der Menschheit die Zeit ein in die Jahre vor seiner Geburt und die danach. Ist schon die bis heute andauernde Existenz der Israeliten und ihrer Nachfahren, der Juden, für sich genommen ein Wunder, manche meinen sogar ein Gottesbeweis [siehe 1)], so ist Jesus, das Kind aus dem Stall und der Mann am Galgen, noch ein viel größeres Wunder und mehr als ein Gottesbeweis. Schon eigenartig, dass der Prophet Micha 750 Jahre vor Jesus diese Weissagung gemacht hat (Losung). Das hat wohl damit zu tun, dass auch König David 250 Jahre vor Micha aus Bethlehem kam und die frommen Israeliten auf einen zweiten David, den Heilskönig, warteten.
     Unser großer Gott hat eine Vorliebe für das Kleine [siehe 2)]. Darum war Jesus zuerst für die kleinen Leute da, für die Unbedeutenden, die Opfer der Politik der Mächtigen, für die Kranken, die moralisch Zweifelhaften und für die Kinder. Sie, die immer vernachlässigt und gedemütigt wurden, fanden in ihm ihren Fürsprecher, ihren Heiland. Das ist bis heute so. Darum sind Christen solche, die in erster Linie nach unten blicken, auf die kleinen Leute und sich um sie kümmern. Die für sie Partei ergreifen gegenüber Politik und Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft. Christen sind parteiisch, oder sie sind keine. Wer begehrlich und neidisch nach oben schielt auf die Mächtigen, Prominenten, Reichen und Schönen, auf die Stars und Champions schaut in die falsche Richtung. Die Propheten hatten das kapiert. Paulus auch (Lehrtext). Jetzt kommt es auf uns an.

Gebet: Herr, ich liebe und ehre dich, weil du der Gott der behinderten Kinder bist und der demenzkranken Greise. Weil du der Gott der Unterdrückten bist und der Verfolgten. Weil du der Gott der Verzweifelten bist und der Untröstlichen, der Gefangenen, der Huren, der Obdachlosen, der Hungernden, der Ausländer. Herr, ich liebe und ehre dich, weil du in diesen Menschen zu mir kommst (Matthäus 25), wenn ich dir in ihnen diene. Du zeigst dich in denen, die leiden und verbirgst dich vor den Mitleidlosen. Stürze die Gewaltigen von ihrem Thron und erhebe die Niedrigen (Lukas 1,52). Sei die Furcht der Herrschenden und der Schrecken aller Menschenschinder. Höre die Notschreie deiner Kinder und komm ihnen zu Hilfe durch Menschen, die dich ehren. Nimm auch mich dazu in deinen Dienst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

1) Friedrich der Große, von 1740 bis 1772 König von Preußen, stellte seinem General, dem gläubigen Christen Hans Joachim von Zieten, einmal die Frage: „Nenne Er mir einen Gottesbeweis!“ Worauf General von Zieten antwortete: „Majestät – die Juden“. 

2) Je unendlicher einer ist, desto mehr kann und will er sich um Kleinigkeiten kümmern. Ich glaube dieses buchstäblich: dass Gott um jeden Sperling sich kümmere (Lukas 12,6).
Søren Aabye Kierkegaard (1813 - 1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Dienstag, 6. August 2019

Wie du Gott recht bist und was Jesus muss hl

Losung: Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Jesaja 50,8 

Lehrtext: Jesus sprach: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Lukas 19,5  

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele Leute fällen ein Urteil über dich. Manchmal ist es nicht positiv. Das muss dann nicht an dir liegen, sondern an ihrer Häme, am Neid, an ihrer Besserwisserei, an Kritiksucht, an Überheblichkeit, an Eifersucht, an ihrem Bedürfnis, andere herabzusetzen. Manche brechen sogar den Stab über dir. Wenn du davon erfährst, verletzt es dich. 
     In den Psalmen und beim Propheten Jesaja (Losung) wehren sich die Gläubigen dagegen, indem ihnen Gottes Urteil wichtiger ist als das der Menschen. Sie vertrauen auf ihn und sagen sich, was in der heutigen Losung steht: »Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten?« Denn entscheidend ist, was Gott über dich denkt. Er billigt nicht alles, was du fühlst, denkst, sagst, tust oder unterlässt. Aber er dreht dir daraus keinen Strick. Er weiß, dass du seine Nähe und Hilfe brauchst, um wieder ins Lot zu kommen. Um wieder der Mensch zu sein, der du doch selbst gern sein möchtest. Und damit du das kannst, spricht er dich gerecht. Anders gesagt, bist du ihm recht. Seine Zuwendung zu dir macht es, dass du ihm recht bist.
     So war es auch bei Zachäus (Lehrtext), der einen ausgesprochen schlechten Ruf hatte. Über ihn hatten die feinen Leute längst den Stab gebrochen. Ihn mieden auch diejenigen, die gern fein gewesen wären, aber es nicht waren. Jesus mied ihn nicht. Im Gegenteil. Er hat ihn gesucht. Er hat ihn von seinem Baum heruntergeholt, auf dem sich der kleine Zachäus versteckt hatte, um, unbemerkt von anderen, ihn besser sehen zu können. Mehr noch, Jesus wollte ihn nicht nur finden, er musste ihn finden, weil er sein Gast sein musste. Musste? Ja, das war sein Auftrag, zu den Sündern zu gehen, zu den Ausgestoßenen und Verachteten, um ihr Gast zu sein, um Gottes Liebe in ihr Haus zu tragen – und in ihr Herz. 
     Auf den Empfängen der Reichen und Mächtigen in Staat und Kirche sah man ihn nicht. Und als er doch einmal von einem Pharisäer zum Essen eingeladen war, da störte eine Sünderin das Mahl und kam zu ihm. Und er? Ihm war das nicht peinlich. Er schenkte ihrer verwundeten Seele seine Liebe und heilte sie damit.
     Ja, Jesus muss heilen, vergeben und segnen und sich selbst verschenken. Er hat keine andere Wahl. Denn das ist der Wille seines Vaters. Was für ein Glück für mich! Nun weiß ich, dass er auch zu mir kommen muss, dass er mein Gast sein muss selbst dann noch, wenn ich ihn wie Zachäus nicht eingeladen habe.

Gebet: Herr, das ist meine Chance, dass du ein für alle Mal entschieden hast, dich uns Menschen immer wieder von neuem zuzuwenden, uns zu heilen, zu vergeben und zu segnen. Du wolltest nicht anders Gott sein als so. Und nun musst du so sein und bleiben. Das hast du mit Jesus versprochen. Darauf kann ich mich verlassen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach


Montag, 5. August 2019

Wozu du auf der Welt bist hl


Losung: HERR, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk. Jesaja 64,7 

Lehrtext: Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken. Epheser 2,10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Weißt du schon, der Kevin hat der Jennifer ein Kind gemacht.“ – So redet man heute. Und vielleicht hat man gestern auch schon so geredet. Aber der Kevin kann kein Kind machen, nicht mal einen Fingernagel oder ein Haar. Die Losung sagt, es gibt nur einen Vater, der seine Kinder gemacht hat, auch dich und mich. Wir alle sind seiner Hände Werk. Oder sind wir das Ergebnis eines zufälligen biologischen Vorgangs, dass von Millionen von Spermien ein ganz bestimmtes in einem ganz bestimmten Augenblick die Eizelle befruchtet hat? Du kannst es dir aussuchen, wer dich gemacht hat.
     Und wie ist das bei einer künstlichen Befruchtung? Auch da können Laborärzte nur die Befruchtung selbst auf einem komplizierten, künstlichen Weg versuchen, was oft genug noch fehlschlägt. Das Kind können sie nicht machen. Und die Genetiker, die daran forschen, einen Menschen auf Bestellung herzustellen mit ganz bestimmten Merkmalen wie zum Beispiel blauen Augen, einem bestimmten Geschlecht, einer entsprechenden Körpergröße, vielleicht auch mit einem hohen Intelligenzquotienten? Durchaus möglich, dass ihnen das schon bald gelingt. Trotzdem halte ich daran fest, dass in alledem und durch alles das Gott am Werk ist und bleibt. Ich halte daran fest, dass nichts geschieht, was er nicht will. Ich weiß, dass dieser Satz eine Menge weitere Fragen nach sich zieht. Und ich bin auch nicht in der Lage, Gott zu erklären wie man eine Rechenaufgabe erklärt. Mein Glaube und mein Gottvertrauen haben immer auch etwas Irrationales, Unlogisches, Unvernünftiges. Aber ist denn die Liebe rational, logisch und vernünftig?
     Ja, für mich stimmt, was Losung und Lehrtext heute sagen: Du und ich, wir sind Gottes Werk. Mehr noch, unser Leben hat einen Sinn. Im Lehrtext heißt es dazu: »Wir sind durch Jesus Christus dazu geschaffen und bestimmt, anderen Gutes zu tun«. Dazu sind wir auf der Welt.

Gebet: Herr, zu meinem Selbstwertgefühl gehört, dass du mein Vater bist und ich dein Kind, dass du mich gewollt und geschaffen hast. Das gibt mir meine Würde und meinen Wert. Auch hast du mich dazu bestimmt, Gutes zu tun. Darum bemühe ich mich. Hilf mir, dass es auch gelingt und vergib mir, wenn es nicht gelingt. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach


Sonntag, 4. August 2019

durchhalten? (Predigt) hl

Predigt von Hans Löhr im Lichtblickgottesdienst

Liebe Freunde,

letzten Mittwoch, 19:30 Uhr, in der Orangerie in Ansbach. Im Rahmen der Bachwoche wird das zweite Brandenburgische Konzert von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Ein paar hundert Leute füllen den Raum bis auf den letzten Platz. Die meisten freuen sich vor allem auf den ersten Satz mit der Solotrompete. Bach hat für dieses Instrument wunderbare Sequenzen komponiert. Da passiert es. Der Trompeter kommt mit dem schwierigen Instrument, einer originalen Barocktrompete, nicht zurecht. Raunen im Saal. Hie und da auch Gelächter. Doch das Konzert geht weiter. Der erste Satz ist noch längst nicht zu Ende und der zweite und dritte kommt auch noch. Was soll der Musiker machen? Die Trompete in die Ecke werfen und sich beschämt davonschleichen? Es bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als durchzuhalten bis zuletzt. Er kann nicht das ganze Konzert platzen lassen, wegen der anderen Kollegen im Orchester nicht und auch wegen der Zuhörer nicht. Also hält er durch und  dafür gebührt ihm Respekt. 
Manchmal, liebe Freunde, muss man im Leben durchhalten. Da kann man nicht bei der erstbesten Gelegenheit die Flinte ins Korn werfen. Da muss man auch mal die Zähne zusammenbeißen und unangenehme Situationen aushalten. Apropos Zähne. Ebenfalls letzten Mittwoch war ich beim Zahnarzt. Da musste ich auch durchhalten und konnte nicht einfach nach dem ersten Schmerz vom Stuhl aufstehen. Und dabei konnte ich noch nicht mal die Zähne zusammenbeißen, sondern musste den Mund offen lassen.
Jeder von euch, die ihr jetzt zuhört, muss auf die eine oder andere Weise durchhalten: In der Ausbildung, im Beruf, in der Krankheit, in der Partnerschaft, in der Kindererziehung und so weiter. Und wir alle, jeder von uns, muss im Leben durchhalten bis zuletzt. Und doch gibt es auch Grenzen im Durchhalten.
Die Bibel erzählt, dass es Mose zu viel wurde, als er das Volk der Israeliten durch die Wüste in das verheißene Land führen sollte. Die Verantwortung wurde ihm zu schwer. Er sagte Gott, dass er die Brocken hinwerfen wolle, weil er nicht mehr durchhalten könne. Doch Gott entließ ihn nicht aus der Verantwortung. Er hatte keinen anderen Anführer wie Mose. Doch er wusste eine Lösung für das Problem und sagte, Mose solle aus dem Volk siebzig Männer auswählen, die für eine bestimmte Anzahl Menschen zuständig sein und so mit ihm die Last der Verantwortung teilen sollten. (4. Mose 11,10-17)
Die Zuständigkeit, die Verantwortung und damit die Last teilen – das ist bis heute ein erprobtes Mittel, damit ein Mensch nicht überfordert wird oder sich selbst überfordert. Schon die Römer hatten das Sprichwort »Ultra posse nemo obligatur« - Niemand soll über seine Kräfte und Möglichkeiten hinaus verpflichtet werden.
     Natürlich ist das leichter gesagt als getan, wenn eine Frau ihren dementen Mann oder Vater pflegen soll oder ein schwerbehindertes Kind oder wenn einem katholischen Pfarrer mehrere Pfarrgemeinden auf einmal aufgeladen werden oder wenn ein Mitarbeiter im Betrieb einen ausgefallenen Kollegen zusätzlich ersetzen soll. Doch niemand ist damit gedient, wenn solche Menschen unter ihrer Überforderung leiden, krank werden und ausfallen. Der schlechteste Rat wäre, zu sagen: „Stell dich nicht so an. Beiß die Zähne zusammen und halte durch, es wird schon wieder besser werden.“ Wer so redet, ist einfach nur gefühllos und unbarmherzig.
     Ich meine, wer Chef sein will, hat auch die Verantwortung für seine Mitarbeiter, dass sie unter erträglichen Bedingungen arbeiten, nicht überfordert werden und gesund bleiben. Und wer überfordert ist, hat auch sich selbst und seiner Familie gegenüber die Verantwortung, das Problem anzusprechen und auf eine Verbesserung zu drängen. Doch dazu muss man erst mal sich selbst und dann auch anderen eingestehen, dass man am Ende seiner Kräfte ist und Hilfe braucht. Dazu fehlt manchen der Mut, auch der Mut, einen eventuellen Konflikt auszuhalten. Doch es gibt immer eine Lösung und wenn du aus welchem Grund auch immer komplett ausfällst, muss es ja auch eine Lösung geben, damit es in der Firma oder in der Familie irgendwie weitergeht. Nur wer sich alles gefallen lässt, braucht sich nicht zu wundern, dass er untergebuttert und überfordert wird.
     Niemand soll bis zum Zusammenbruch durchhalten müssen. Für uns Christen ist das sogar ein Gebot, das in der Bibel steht und heißt: »Einer trage des anderen Last, so werdet ihr den Auftrag Jesu Christi erfüllen!« (Galater 6,2) Darauf kann und soll man sich unter uns Christen berufen. Falscher Stolz und falsche Scham sind da unangebracht. Was aber angebracht ist, das ist ein weithin bekanntes Gebet, in dem es heißt:
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann
und den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
     Viel mehr Dinge als man glaubt, lassen sich ändern. Und darum möchte ich auch jedem von euch hier Mut zusprechen und sagen: „Nimm nicht alles hin, schluck nicht alles runter, wehre dich, wenn es dir zu viel wird. Suche dir rechtzeitig Hilfe und gib von deinen Lasten etwas ab. Und wenn es der Fall ist, so lass ab von deinem falschen, gottlosen Stolz, als könntest du alles alleine regeln, kontrollieren und tun. Ich kenne Menschen, die haben sich und andere mit einem solchen vermessenen Stolz zerstört
     Aber nun gibt es ja auch einige Dinge, die man nicht ändern kann. Wer trotzt Flugangst beim Start immer noch im Flugzeug sitzt, muss durchhalten bis zur Landung. Nun, das ist spätestens nach ein paar Stunden wieder vorbei. Andere müssen in der Pflege jahrelang durchhalten und wieder andere, die selbst schwer krank oder pflegebedürftig sind, auf unabsehbare Zeit.
     Wie man das aushält, kann ich nicht aus eigener Erfahrung sagen. Dietrich Bonhoeffer, von dem das Lied stammt „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ und den die Nationalsozialisten noch im April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet haben, - dieser Dietrich Bonhoeffer saß jahrelang im Gefängnis, ohne zu wissen, wie lange noch und ob er da jemals wieder herauskommen würde. Andere haben sich in einer solchen Situation das Leben genommen. Er hat durchgehalten bis zum Ende und unter anderem dazu gesagt: »Das Leiden muss getragen werden, damit es vorübergeht.« Doch das war für ihn keine Allerweltsweisheit. Dahinter steht ein Wort von Jesus, der zu ihm sagte, was er auch jetzt zu dir sagt: »Komm her zu mir, der du unter deiner Last leidest! Ich helfe dir tragen.« (Matthäus 11,28)
     Darauf hat Bonhoeffer vertraut und aufgrund eigener, leidvoller Erfahrung gesagt: »Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen.«
     Vielleicht hält man tatsächlich nur dann eine unabsehbare Leidenszeit durch, wenn man darauf vertrauen kann, dass Gott einem jeden Tag aufs Neue so viel Kraft gibt, wie man braucht. Vielleicht besteht man in einer lang anhaltenden Notlage nur dann, wenn man nicht auf sich und seine Kraft schaut, sondern auf ihn, von dem wir im Vaterunser sagen: »Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.«
     Wie gesagt ich bin von solchen langen Leidenszeiten und Notlagen bisher verschont worden und kann deshalb nicht aus eigener Erfahrung sagen, wie man sie besteht und wie man durchhält bis zuletzt. Aber wir alle müssen in diesem Leben durchhalten bis zuletzt, bis zur letzten Stunde ohne zu wissen, was auf uns noch zukommt und wie lange es dauern wird. Wir können einzig darauf hoffen, dass wir dabei nicht allein sind und dass andere uns begleiten und unterstützen, wenn es erforderlich ist.
     Denn Schluss ist erst, wenn Gott sagt, dass Schluss ist und nicht ein Arzt oder anderer Mensch. Bis dahin können wir vertrauen, dass ER uns begleitet und das nicht nur bis zur Grenze des Todes, sondern darüber hinaus.
     Zum Schluss will ich noch von einem erzählen, der durchgehalten hat bis zum Schluss und der im Unterschied zu dir und zu mir wusste, was auf ihn zukommen würde. Noch im Garten Gethsemane hat Jesus Gott angefleht, ob es nicht einen Weg am bevorstehenden Leiden und am Kreuz vorbei gebe. Doch dann ist ihm klar geworden, dass der Weg der Liebe, den er unter den Menschen gegangen ist, ihn unausweichlich auch ans Kreuz und in den Tod führen würde. Und so ist er diesen Weg zu Ende gegangen bis zu dem Augenblick, da er im Sterben sagte: „Es ist vollbracht.“
     So hat Jesus durchgehalten bis zuletzt und ist der Liebe treu geblieben nicht nur zu seinen Freunden, nicht nur zu seinen Nächsten, sondern auch zu seinen Feinden. Seitdem können alle wissen, die Ohren haben zu hören und Augen zu sehen: Gottes Liebe gilt allen Menschen ohne Ausnahme und ohne Bedingung sie seien seine Freunde oder Feinde. Seine Liebe gilt auch dir und mir wie auch immer wir zu ihm stehen, ob wir glauben oder nicht. Ob wir ihm treu sind oder nicht. Er ist uns treu und bleibt uns treu. Das gilt.
Von ihm wünsche ich mir, dass auch ich im Glauben durchhalten kann bis zuletzt. Und wenn ich dann einmal alles verliere, so bleibt mir doch Gott, mit dem ich alles gewinne.
Amen 

*******

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Samstag, 3. August 2019

Verstehen, was man glaubt hl

Losung: So hört nun, ihr, die ihr ferne seid, was ich getan habe, und die ihr nahe seid, erkennt meine Stärke! Jesaja 33,13 

Lehrtext: Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Römer 8,32  

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute geht's im Lehrtext wieder mal um zentrale Fragen des Glaubens:
     Warum und wozu musste Jesus sterben? Musste er für deine Sünden sterben, nicht für die der Menschheit, sondern für deine persönlichen Sünden, weil Gott es so wollte und weil er dich nur so erlösen möchte? Wiegen deine Sünden so schwer? Bist du so böse und schlecht? Oder musste er gar nicht deinetwegen sterben, sondern wegen anderer böser Menschen? Und warum will oder kann Gott dich nur durch den Tod seines Sohnes erlösen? Warum musste er ihn seinen Mördern ausliefern? Warum hat er ihn nicht verschont? Warum konnte oder wollte er dir nur auf diese Weise alles schenken? Und was ist das für ein Geschenk, das einem anderen das Leben kostet? 
     Du musst nun gar nicht um Antworten ringen. Du kannst es dir einfach machen und sagen: "So steht's halt in der Bibel, so hab ich's gelernt und darum ist es halt so, und darum glaube ich es." Aber was ist dann mit dem Verstand, den Gott dir gegeben hat? Willst du nicht auch verstehen, was du glaubst?
     Paulus hat das geglaubt, was er im Lehrtext und anderswo geschrieben hat. Er hatte als ehemaliger Pharisäer seine Gründe, so zu denken und so zu glauben. Sein Glaube war geprägt von juristischen, von rechtlichen Begriffen. Er kannte die jüdischen Gesetze, nach denen genau festgelegt war, welches Vergehen welche Strafe zur Folge hatte. Und so ist bei ihm wie auch bei anderen neutestamentlichen Schriftstellern von Gottes Zorn und Strafe die Rede, von Erlösung und ewiger Verdammnis, von himmlischen Freuden und Höllenqualen, von Rettung und Vernichtung, von Gnade und Ungnade, von Rechtfertigung und Verwerfung und so weiter.
     Diese Art in Gegensätzen zu glauben,  ist nicht mein Glaube. Ich finde bei Jesus etwas anderes. In ihm kommt Gottes bedingungslose (!) Liebe zu den Menschen, gerade zu denen, die, religiös und moralisch gesehen, Versager sind. Er kommt zu denen, die nach damaligen und teilweise auch heutigen Begriffen Sünder sind. Er sucht ihre Gemeinschaft. Er isst und trinkt mit ihnen. Er vergibt ihnen und heilt sie an Leib und Seele. So begibt sich Jesus ganz und gar in die Hände der Menschen, weil er für alle ganz und gar da sein will. Doch die Liebe, die er lebt, passt nicht in diese Welt der Prinzipien und Gesetze, wo es um Macht und Besitz geht, um Ansehen und Einfluss, um Gesetz und Ordnung. Ihm schlägt von den Mächtigen in Staat und Kirche Todfeindschaft entgegen. Sie spüren, dass dieser Jesus ihre Welt infrage stellt und ihre Macht gefährdet. Also muss er weg. Also muss er sterben.
     Doch er begegnet ihrer Todfeindschaft mit seiner Feindesliebe. Er lässt sich schlagen und schlägt nicht zurück. Er bleibt der Liebe treu bis zuletzt. So und nur so überwindet er Feindschaft, Schuld  und Hass. Gott hat das zugelassen. Mehr noch, in seinem Sohn hat er selbst gelitten, ist er selbst den Tod gestorben und hat ihn so überwunden.
     Nein, Jesus musste nicht sterben, weil Gott ihn geopfert hätte. Man kann das so verstehen und hat das so verstanden. Ich verstehe seinen Tod am Kreuz anders: Jesus ist sich selbst treu geblieben. Er hat Gottes Liebe zu den Sündern und zu seinen Feinden nicht verraten. Das hat ihn das Leben gekostet. Das hat uns erlöst.  
     
Gebet: Herr, mich erlöst kein Opfer und kein Blut. Mich erlöst nur deine bedingungslose Liebe und deine unbedingte Treue. Sie befreit mich, auf dich zu hoffen und dir zu vertrauen in Zeit und Ewigkeit. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach


Freitag, 2. August 2019

Wie hältst du's mit deinen Feinden? hl

Losung: Wenn eines Menschen Wege dem HERRN wohlgefallen, so lässt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen. Sprüche 16,7 

Lehrtext: Liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein. Lukas 6,35  

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich hoffe nicht, dass du Feinde hast. Wenn aber doch, wer könnten sie sein? Menschen, die ich nicht kenne, sind für mich keine Feinde. Sie sind Fremde, ja, aber Feinde sind sie nicht. Merkwürdigerweise halten manche in unserem Land die Fremden, also Menschen aus anderen Ländern und mit einer anderen Religion, für ihre Feinde, obwohl sie sie gar nicht kennen. Das liegt wohl daran, dass alles Fremde zunächst mal verunsichert und manchmal auch Angst macht. Und gerade die Angst hat die fatale Eigenschaft, das Bild des anderen zu verzerren und in ihm einen Feind zu sehen.
     Demgegenüber ist mein Eindruck, dass vor allem unter Bekannten, also in der eigenen Familie, in der Verwandtschaft, in der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz die Feindschaft am größten ist. Manchmal ist der eigene Partner der schlimmste Feind, der einem das Leben vergällt. Manchmal ist es die eigene Mutter. Manchmal der Schwager ... Solchen „Feinden“ entkommt man nicht so leicht. Irgendwie muss man mit ihnen leben. Aber wie?
     Ich hab da kein Patentrezept. Aber vielleicht ist die Feindesliebe, zu der Jesus uns auffordert, zunächst mal dies, dass ich nicht Böses mit Bösem vergelte und dass ich dem anderen helfe, wenn er darauf angewiesen ist. Dass sich trotzdem „Guten Morgen“ sage, auch wenn der andere nicht grüßt und mich anständig verhalte. Eine Nummer größer ist es, wenn ich mich dazu überwinden kann, für den anderen zu beten und ihn als das anzusehen, was auch ich bin: Ein Kind Gottes, von ihm geschaffen und von ihm geliebt.
     Doch wenn die Feindschaft schon so tief ist, dass man unter dem anderen nur noch leidet, so ist es wohl für beide das Beste, wenn man geht. Jesus hat das nicht getan. Er ist geblieben, bis sie ihn umgebracht haben. Er hat gezeigt, dass seine Liebe auch zu den Feinden stärker ist als der Tod. Das hat er stellvertretend für uns alle getan. Fortan muss niemand sich freiwillig von Menschen, die ihm feindlich gesinnt sind, das Leben zur Hölle machen lassen. Niemand muss aus Feindesliebe leiden oder gar sterben. Aber den Unanständigen gegenüber anständig bleiben, den Unfreundlichen gegenüber freundlich, zu den Hartherzigen hilfsbereit - das ist für einen, der Jesus liebt, nicht zuviel verlangt. Oder?

Gebet: Herr, du kennst die Menschen, mit denen ich mich schwer tue, mit denen ich nicht gern zusammen bin. Ich will auch in ihnen deine Geschöpfe sehen, die du nicht weniger liebst als mich. Gib mir die Kraft, mich zu überwinden. Gib mir die Kraft, sie zu ertragen. Gib mir die Kraft, für sie zu beten und für sie da zu sein, wenn sie mein Gebet und meine Hilfe brauchen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach


Donnerstag, 1. August 2019

Gottes Hilfe bis heute hl

Losung: Du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen! Psalm 22,20 

Lehrtext: Paulus sprach: Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Klein und Groß. Apostelgeschichte 26,22 

Liebe Leserin, lieber Leser,

kannst du das auch von dir sagen: „Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag“? (Lehrtext) Ich kann das sagen. Und ich nehme mir heraus, das stellvertretend auch für andere Menschen zu sagen, selbst wenn sie das nicht so sehen und darum auch nicht sagen würden. Denn wenn Gott mir durch all die Jahre bis hierher geholfen hat, warum sollte er das nicht auch bei anderen tun? Bin ich doch auch ein Mensch wie sie. Und darum meine ich, dass auch du diesen Satz von dir sagen kannst.
     Und was kann einer zu mir sagen, der nicht glaubt? Vielleicht: „Das ist doch alles nur eine Frage der Statistik und des Zufalls, dass du bis heute einigermaßen gut durch die Zeit gekommen bist.“ Ja, so kann man das auch sagen. Aber ich sage das nicht so. Denn zu Statistik und Zufall kann ich nicht reden wie der Mensch in der Losung: »Wende dich mir zu; mach schnell, mir zu helfen. Du bist doch meine Kraft!« So kann und will ich nur mit meinem Gott reden. 

Gebet: Herr, was mich ermutigt zu beten, ist die Erfahrung, dass ich immer wieder „deine Hilfe erfahren habe bis zum heutigen Tag“.  Und wenn etwas geschieht, was mich ohnmächtig und hilflos macht, will ich dich daran erinnern, dass du mich bisher nicht im Stich gelassen hast und bitten, dass du das auch jetzt nicht tust. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach