Freitag, 19. August 2011

Wie die Welt entstanden ist hl

Losung: Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Psalm 102,26

Lehrtext: Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, sodass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist. Hebräer 11,3

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer hat Recht, wenn es darum geht, wie die Welt entstanden ist: die Naturwissenschaften oder die Bibel? Diese Frage ist meines Erachtens falsch gestellt. Die Naturwissenschaften erforschen die Entstehung der Welt bzw. des Universums in den Grenzen der Möglichkeiten des menschlichen Gehirns. Sie fördern ganz erstaunliche und wunderbare Erkenntnisse zu Tage. Mich macht das ob der ungeheuren Dimensionen, die die Astrophysiker entdeckt haben, bescheiden und lässt mich Gott für seine Wunder loben. Die Naturwissenschaften haben mich dazu gebracht, von Gott noch viel größer zu denken. Schon seine Schöpfung ist so ungeheuer groß, dass kein Mensch das jemals begreifen und sich vorstellen kann. So gibt es zum Beispiel geschätzt so viele Sterne (Sonnen) wie Sandkörner auf der Erde. Und wenn du mit einer Rakete zum nächsten Stern außerhalb unseres Sonnensystems, aber immer noch innerhalb unserer Milchstraße, fliegen willst, brauchst du für die vergleichsweise winzige Strecke 180.000 Jahre.
Wenn es um die Frage nach der Entstehung des Universums geht, dann muss man die Antwort hinter den Dimensionen von Raum und Zeit suchen. Das können Naturwissenschaftler nicht. Und darum ist es auch problematisch, wenn man als gläubiger Mensch Gottes Schöpfungshandeln in den Zeitraum von sieben Erdentagen zwängen will. Vor ihm sind 1000 Jahre noch immer wie ein Tag und auch diese biblische Aussage ist keine exakte Zeitangabe, sondern nur ein Gleichnis dafür, dass Gott mit ganz anderen Maßen misst als wir Menschen das können. Die beiden heutigen Bibelworte bringen meines Erachtens sehr schön zum Ausdruck, worum es geht, wenn wir von Gottes Schöpfung sprechen, nämlich dass der Anfang von allem, was ist, „vorzeiten“ liegt und alles „aus nichts geworden ist“, hervorgerufen allein durch das Wort des allmächtigen Schöpfers.
Ungläubige Naturwissenschaftler müssen stattdessen von dem Wirken der "Mutter Natur", vom Zufall und von Glück sprechen. Soll das wissenschaftlich sein? Gläubige Naturwissenschaftler können sich ohne solche Krücken ihrem Fachgebiet widmen, Einzelheiten erforschen und dann, wenn sie vom großen Ganzen sprechen, Gott preisen. Die biblische Sichtweise von der Entstehung der Welt und die naturwissenschaftliche können sich ergänzen. Beide Sichtweisen gemeinsam machen deutlich, was für ein schier unglaubliches Wunder es ist, dass wir in dieser Zeit auf diesem Planeten leben dürfen.

Gebet des berühmten Naturwissenschaftlers und Astronomen Johannes Kepler:
Groß ist unser Herr und groß ist seine Macht und seiner Weisheit ist kein Ende.
Lobet ihn, Sonne, Mond und Planeten, in welcher Sprache immer euer Loblied dem Schöpfer erklingen mag. 
Lobet ihn, ihr himmlischen Harmonien! Und du, meine Seele, singe die Ehre des Herrn dein Leben lang! 
Von ihm und durch ihn und zu ihm hin sind alle Dinge, die sichtbaren und die unsichtbaren. 
Ihm allein sei Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit!
 
Herzliche Grüße

Hans Löhr

Donnerstag, 18. August 2011

Nicht perfekt sein, aber besser werden hl

Losung: Verlasst euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: »Hier ist des HERRN Tempel!« Sondern bessert euer Leben und euer Tun. Jeremia 7,4.5

Lehrtext: Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist. Epheser 5,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich gehe mal davon aus, dass, wer diese Losung liest, Interesse hat, zur Gemeinschaft der Christen zu gehören. Offiziell gehörst du zu dieser Gemeinschaft, wenn du getauft bist. Dann bist du Mitglied der Kirche mit allen Rechten und Pflichten. Und? Nützt dir das bei Gott? Nein! Dass du Mitglied der Kirche bist, das allein nützt dir bei Gott gar nichts. Und auch wenn du in die Kirche gehst und den Gottesdienst besuchst, nützt dir das nichts. So wenig wie es den Israeliten genützt hat, dass sie in den Tempel gegangen sind. Das hat damals der Prophet Jeremia zu ihnen gesagt, und das haben sie ihm sehr übel genommen.
Aber die Mitgliedschaft in einer Kirche, die Taufe, der Gottesdienstbesuch – das alles nützt dir durchaus etwas, wenn diese äußeren Dinge der sichtbare Ausdruck deiner inneren Haltung sind, Ausdruck des Glaubens an den lebendigen Gott. Er hat kein Interesse an irgendwelchen Kirchengebäuden, am Eintrag "evangelisch" in der Lohnsteuerkarte oder am Taufschein. Er interessiert sich aber dafür, ob du glaubst, ob du dein Vertrauen auf ihn setzt und ob das in deinem Verhalten zum Ausdruck kommt. Das heißt nichts anderes, als dass du deinen Glauben jeden Tag aufs Neue durch deine Lebensführung bewähren musst. Gott verlangt nicht von dir, dass du gut oder gar perfekt bist, aber er erwartet von dir, dass du dich darum bemühst, besser zu werden. Darum sagt der Apostel Paulus den Christen in der Stadt Ephesus und in der Folge auch uns, dass wir darauf aufmerksam sein und prüfen sollen, was Gott gefällt.

Gebet: Nein, Gott, ich will mich nicht darauf verlassen, dass ich getauft bin, dass ich Pfarrer bin, dass ich schon viele Gottesdienste besucht und selbst gefeiert habe. Ich will mich nur auf dich verlassen, wie du mir in deinem Sohn Jesus Christus begegnest. Das allein macht mich gewiss, dass ich gerettet und bei dir geborgen bin. Gib mir jeden Tag aufs Neue die Kraft, an mir zu arbeiten, damit ich mich anderen gegenüber so verhalte, wie du es von mir erwartest. Und wenn es mir nicht gelingt, dann wirst du mir verzeihen und eine neue Chance geben. Das glaube ich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


Mittwoch, 17. August 2011

Spaßbremse und Lebensfreude hl

Losung: Wen der HERR liebt, den weist er zurecht, und hat doch Wohlgefallen an ihm wie ein Vater am Sohn.  Sprüche 3,12

Lehrtext: Die heilsame Gnade Gottes nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben.  Titus 2,12

Liebe Leserin, lieber Leser,

ist die Bibel eine Spaßbremse? Naja, dass man mit der Bibel mehr Spaß im Leben hat, würde ich nicht gerade sagen, aber auf jeden Fall mehr Lebensfreude. Wem es nur um Spaß zu tun ist, sollte sich wohl besser woanders umsehen. Spaß, das geht mehr in Richtung Vergnügen und Unterhaltung. Damit ist es dann schnell vorbei, wenn es dir schlecht geht. Lebensfreude aber kann selbst der empfinden, der trauert. Die Quelle des Spaßes ist der Mensch. Die Quelle der Lebensfreude ist Gott. Weil er dich und mich liebt, darum sind wir ihm nicht egal und darum ist ihm nicht egal, wie wir leben, sondern er möchte, dass wir uns unseres Lebens mit seiner Hilfe freuen können. Darum gibt er uns seine Gebote, die Jesus in der Goldenen Regel zusammengefasst hat: »Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.«
Der Lehrtext wird in einer modernen Übertragung so formuliert: »Die in Jesus Christus erschienene Gnade Gottes hat uns so verändert, dass wir nie mehr ohne Gott leben wollen. Das bedeutet auch, dass wir nicht mehr nach allem gieren müssen, was die Welt für erstrebenswert hält, sondern unser Leben so besonnen leben, dass es Gott Freude macht.« Gott ist es, der uns und diese Welt erlösen kann von der Gier nach immer mehr und mehr und danach, dass alles immer noch schneller, höher, weiter gehen muss. Heute heißt es in den Nachrichten, dass die Wirtschaft in Deutschland nicht mehr so schnell wächst. Für diejenigen, die davon unmittelbar betroffen sind, weil sie vielleicht ihren Arbeitsplatz verlieren, ist das eine schlechte Nachricht. Andererseits kann nichts, was gesund ist in dieser Welt, immerzu wachsen und wachsen. Nur der Krebs, der Tumor wächst so lange, bis der erkrankte Organismus tot ist. Manche sagen, wir Menschen seien ein Krebsgeschwür für unsere Erde. Ich denke, die Gnade Gottes kann uns zur Besinnung bringen und davor bewahren, ein solches zu sein.

Gebet: Gott, unser Vater im Himmel, überlass uns Menschen nicht uns selbst, weil wir uns sonst in unserer Gier verirren. Weise Du selbst uns immer wieder auf deine Gebote hin, damit wir den Weg gehen, der uns selbst und anderen gut tut. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr




Dienstag, 16. August 2011

Mammon, der Gott des Geldes hl

Losung: Sie haben sich einen Gott von Gold gemacht. Vergib ihnen doch ihre Sünde. 2.Mose 32,31.32

Lehrtext: Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Matthäus 6,24 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Geld, Geld, Geld, Geld, Geld,  … Dollar: $$$$$ … Euro: €€€€€ … Yen: ¥¥¥¥¥ … Geld regiert die Welt … „Wer das Geld hat, hat die Macht und wer die Macht hat, hat das Recht“.
Finanzkrise, Eurokrise, Schulden, Staatsbankrott, fallende Aktienkurse, steigender Goldpreis … "I'm your private dancer, dancer for money" singt Tina Turner, und irgendwie hat man den Eindruck, dass sie von sich selbst singt.
Alles dreht sich ums Geld, nicht erst in unserer Zeit. Auch schon in der Zeit der Bibel. Mose warnt vor dem goldenen Kalb, um das sein Volk getanzt ist. Jesus warnt vor dem Mammon, dem Gott des Geldes. Wer ihn zum Mittelpunkt seines Lebens macht, verliert den lebendigen Gott. Martin Luther fasst das so zusammen: „Das, woran dein Herz hängt, ist dein Gott.“

Gebet: Gott ich danke dir, dass ich keine materielle Not leiden muss. Ich habe genug Geld für Essen und Kleidung, für ein warmes Haus und viele schöne Dinge, die ich mir kaufen kann. Ich will es nicht eigensüchtig nur für mich und meine Familie verbrauchen. Hilf mir, großzügiger zu sein. Ich weiß, dass ich auch mit weniger ein zufriedenes und glückliches Leben führen kann. Das soll mir helfen, dass ich mir wegen des Geldes nicht so viele Sorgen mache. Befreie mich von aller Gier. Sie ist die Wurzel allen Übels. Lass mich lieber reich sein im Vertrauen auf dich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr




I'm your private dancer ...

All the men come in these places 
And th
e men are all the same 
You don't look at their faces 
And you don't ask their names 
You don't think of them as human 
You don't think of them at all 
You keep your mind on the money 
Keeping your eyes on the wall 

I'm your private dancer, a dancer for money 
I'll do what you want me to do 
I'm your private dancer, a dancer for money 
And any old music will do 

I want to make a million dollars 
I wanna live out by the sea 
Have a husband and some children 
Yeah, I guess I want a family 

Montag, 15. August 2011

Der Schatz ist entdeckt hl

Losung: Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Unverständigen weise. Psalm 19,8

Lehrtext: In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Kolosser 2,3

Liebe Leserin, lieber Leser,

der wohl berühmteste Satz des altgriechischen Philosophen Sokrates heißt »Ich weiß, dass ich nicht weiß.« Anders gesagt, Sokrates wusste, dass er ein Nichtwissender ist. Der Verfasser des 19. Psalms weiß es auf seine Weise auch. »Was Gott vorgibt, verhilft den Unwissenden zur Einsicht« – so kann man den Lehrtext auch übersetzen. Aus sich selbst heraus gelangt ein Mensch nicht dazu. Die Bibel, Gottes Wort, ist der Spiegel, in dem ich mich erkenne. Sie zeigt mir, dass ich sterblich bin und gibt mir eine Hoffnung, die stärker ist als der Tod. Sie sagt mir, dass ich immer wieder einmal auch durch schwere Zeiten hindurch muss und tröstet mich mit dem Satz, dass Gott auch im finsteren Tal bei mir ist. Im Spiegel von Gottes Wort sehe ich ein, dass ich immer wieder schuldig werde an Gott, meinen Mitmenschen und mir selbst. Doch es macht mich auch gewiss, dass er mir die Schuld vergibt so wie Jesus Menschen ihre Sünden vergeben hat. Und wenn Paulus im Brief an die Kolosser schreibt, dass in Christus alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen liegen, dann meint er damit den Schatz der Gotteserkenntnis. Denn wer und was und wie Gott ist, das wird erst durch das Leben und die Worte von Jesus Christus aufgedeckt. Darin unterscheiden wir Christen uns von dem Gottesverständnis der Juden und Muslime.

Gebet: Allmächtiger Gott, erst durch deinen Sohn Jesus Christus weiß ich, dass du mein Vater im Himmel bist. Erst durch ihn weiß ich, dass du ein Menschenfreund bist. Vor deiner Heiligkeit und Allmacht muss ich keine Angst haben. Ehrfurcht und Respekt, ja. Aber Angst, nein. Du bist anders als wir Menschen. Ganz anders. Und gerade darin bist Du, Gott, mehr als nur ein Übermensch. Ich möchte dich immer besser kennen und verstehen. Gib mir dazu die nötige Bescheidenheit und Weisheit. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Freitag, 12. August 2011

Gott mit eigenen Augen sehen? ebl

Losung: Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
2.Mose 3,6

Lehrtext: Jesus sprach zu den Jüngern: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.
Matthäus 17,7-8

Liebe Leserin, lieber Leser,

würden Sie gerne mal Gott mit eigenen Augen sehen? Denken Sie im Stillen über Mose: "So ein Angsthase, wie kann er sich nur die Gelegenheit entgehen lassen, Gott genau in Augenschein zu nehmen?" Der spätere so mutige Anführer der Israeliten hätte (!) die Chance gehabt. Aber er lässt sie aus. "Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen." (2.Mose 3,6) In den Flammen, die aus einem Dornbusch lodern, ahnt Mose die Gegenwart Gottes. Ihn zu hören, reicht ihm. Er hat nicht mehr den Wunsch, er hat vielmehr sogar Angst davor, mehr von Gott wahrzunehmen. Warum? Wir bekommen es nicht erklärt. Doch eines machen uns Losung und Lehrtext heute im Blick auf Gott deutlich: Er weckt in Mose wie auch in den Jüngern Ängste. Erneut redet Gott, diesmal in einer lichterfüllten Wolke, und erklärt Jesus zu seinem geliebten Sohn. (Matthäus 17, Vers 5) Die Jünger fallen nach diesem Erlebnis zu Tode erschrocken nieder. Es ist Jesus, der zu seinen Freunden sagt: "Ihr braucht keine Angst zu haben."  Gott legt es auch nicht darauf an, den Schrecken der Jünger zu vertiefen. "Als sie es endlich wagten, ihre Augen wieder zu öffnen, sahen sie nur noch Jesus, ihn ganz allein." (Matthäus 17,7-8)

Ich nehme aus diesen Versen die Einsicht mit, dass Gott in seiner Vollmacht durchaus etwas Beängstigendes haben könnte. Dass wir jedoch vor dem "Schöpfer des Himmels und der Erde" nicht allein und verloren stehen, sondern uns an der Hand von Jesus festhalten können. 'Du brauchst vor Gott keine Angst zu haben' - das hat er nicht nur zu seinen Freunden damals gesagt. Dieser Zuspruch ist auch an dich und an mich gerichtet. Das macht mir Mut, Gott vertrauensvoll als meinen Vater anzubeten.

Ob ich ihn einmal mit eigenen Augen sehen werde? Ich lasse mich überraschen.

Herzlich grüßt Sie und euch

Ihre / eure Elfriede Bezold-Löhr:


Donnerstag, 11. August 2011

Eine schwierige Bitte ebl

Losung: Saul sprach zu David: Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn mit Frieden seinen Weg gehen?
1.Samuel 24,20

Lehrtext: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Römer 12,21

Liebe Leserinnen und Leser,

bei Kindern kann es immer wieder beobachten (aber nicht nur bei ihnen!): Eine Aggression zieht die nächste nach sich, eine Beschimpfung kommt als Echo garantiert zurück. "Wie du mir, so ich dir" - heißt diese alte Regel. Oder, mit biblischen Worten: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Deshalb steht dem König Saul auch vor Staunen der Mund offen, als er in die Hand seines Erzfeindes David fällt und dieser ihn einfach gehen lässt: "Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn mit Frieden seinen Weg gehen?" (1.Samuel 24,20) Ein solches Verhalten ist Saul völlig fremd, es stößt ihn förmlich vor den Kopf. Und doch - es ist genau das, was uns Jesus lehrt. Nicht, weil wir uns als gläubige Menschen wie dumme Schafe verhalten sollen, die nichts durchschauen und alles mit sich machen lassen. Nein, wie bemühen uns um Frieden, weil wir wissen, wie gefährlich schnell sich die Spirale von Streit und Gewalt weiter und weiter drehen kann. Das weiß auch
 Gott. Daher gilt uns die schwierige Bitte: "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem." (Römer 12,21)
Wenn wir heute in einer Konfliktsituation Gott um die dafür notwendige Gelassenheit und Weisheit bitten, bekommen wir sie von ihm. Ich vertraue fest darauf.
Behalten Sie's für heute im Kopf - es ändert vieles.

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr




Mittwoch, 10. August 2011

Hingehen zur Quelle müssen wir selbst ebl


Losung: Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! 
Jesaja 55,1

Lehrtext: Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 
Matthäus 11,28

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach den letzten beiden Lichtblick-Gottesdiensten kamen mehrere Leute ganz unterschiedlichen Alters zu mir, um sich für die Begegnung mit Nick Vujicic bei mir zu bedanken. Ich hatte in der Predigt nur die Geschichte seines bisherigen Lebens erzählt und die hatte sie tief berührt. Diesen Dank habe ich innerlich weitergegeben an denjenigen, dem er zukommt: an Gott selbst. Denn ihm verdanke ich es, dass ich mich mit Nicks packendem Kampf um ein reiches Leben ohne Beine und ohne Arme intensiv auseinandergesetzt habe. Ich sehe es durchaus als göttliche Fügung, dass mir bestimmte Bücher in die Hand kommen oder ich an anderer Stelle mit bewegenden Schicksalen und Glaubensgeschichten in Berührung komme, die ich in Predigten und Andachten dann weitergeben kann.
"Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!" (Jesaja 55,1) fordert uns die heutige Losung auf. Wer die Bibel selbst in die Hand nimmt und zu lesen anfängt, macht genau das. Wer einen Gottesdienst aufsucht, der ihn anspricht, ebenso. Wer sich in die Lebensgeschichte von Nick Vujicic vertieft und sich davon ermutigen lässt, auch. Dass wir uns auf den Weg machen zu den geistlichen Quellen, das kann und will Gott uns nicht abnehmen. Doch das Wasser, das wir dort bekommen, müssen wir nicht selbst schaffen. Es sprudelt schon und wartet darauf, dass wir davon trinken. "Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken." (Matthäus 11,28) Diese Zusage von Jesus gilt für jeden von uns ohne Einschränkung.

Einen gesegneten Tag wünscht Euch und Ihnen

Eure/Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 9. August 2011

sicher und stark ebl


Losung: Rosse helfen nicht; da wäre man betrogen; und ihre große Stärke errettet nicht. Siehe, des HERRN Auge achtet auf alle, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.
Psalm 33,17-18

Lehrtext: Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Matthäus 5,5


Liebe Leserinnen und Leser,

wieder war heute morgen auf dem Titelblatt der 'Fränkischen Landeszeitung' das sorgenvolle Gesicht eines 'Finanzexperten' abgelichtet. Wieder ist landauf und landab von der nächsten drohenden Wirtschaftskrise die Rede. Wieder kann man in diversen Ratgebern nachlesen, was jetzt am besten zu tun und zu lassen wäre gegen Unsicherheit und Ängste. Das Bemerkenswerteste an diesen Tipps: Drei Fachleute geben dir drei ganz verschiedene Ratschläge. Die heutige Losung und auch der Lehrtext klingen wie Stimmen aus einer anderen Welt - und sie sind es auch. Wir hören darin die Stimme Gottes, die durch das Zeugnis gläubiger Menschen bis heute zu uns durchdringt: "Rosse helfen nicht; da wäre man betrogen; und ihre große Stärke errettet nicht. Siehe, des Herrn Auge achtet auf alle, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen." (Psalm 33,17-18) Der Lehrtext ist ein klares Bekenntnis gegen die Ellbogen-Gesellschaft und das Prinzip des Stärkeren: "Selig sind
 die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen." (Matthäus 5,5) Wenn wir uns daran orientieren, sind wir vielleicht untypisch und schwimmen gegen den Strom. Doch nur so bewirken und verändern wir etwas in unserer Gesellschaft zum Guten.

Gehen wir mit Gott durch den Tag.

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr


Montag, 8. August 2011

beherzt und beschützt ebl


Losung: So spricht der HERR: Ich will mich selbst als Wache um mein Haus lagern.
Sacharja 9,8

Lehrtext: Jesus betete: Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.
Johannes 17,15

Liebe Leserinnen und Leser,

auf einer Hochzeitsfeier saß ich neulich neben einer mir völlig fremden älteren Dame. Wir haben uns einander vorgestellt und da ich vorher die Trauung gehalten hatte, wusste sie, dass ich Pfarrerin bin, und sagte: "Sie glauben gar nicht, wie leid mir das tut, wenn am Sonntag der Pfarrer für uns fünf 'Hansele' in unserer großen Kirche Gottesdienst hält. Da würden Hunderte reinpassen - und kommen tun vielleicht zwanzig Leute." In ihrem Gesicht war eine tiefe Besorgnis zu lesen. Die Angst um die Zukunft ihrer Gemeinde. Sie ist damit nicht allein. Viele Menschen, denen die Kirche am Herzen liegt, dürften die heutige Losung als eine tröstliche Botschaft hören: "So spricht der HERR: Ich will mich selbst als Wache um mein Haus lagern." (Sacharja 9,8) Vertrauen wir darauf, dass wir als Gemeinschaft von Christen eine Zukunft haben. Ob wir uns weiterhin in unseren Kirchen treffen und die vertrauten Choräle singen oder ob wir auch in anderen Formen  zusammen kommen - das wird sich zeigen. Die heutige Losung macht uns gelassen und mutig zugleich.

Im 'Lehrtext' bittet Jesus bei seinem Vater für die Menschen, die ihren Glauben mutig leben und damit auch Widerstände erfahren: "Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen." (Johannes 17,15) Jesus bittet für uns, dass wir die Kraft haben, beherzt als Christen zu leben. Dabei stehen wir unter dem Schutz unseres himmlischen Vaters. Darauf können wir uns verlassen.

Einen guten Start in die neue Woche wünscht Euch und Ihnen

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Freitag, 5. August 2011

Der Weg zum Glück hl


Losung: Der HERR sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben.
1.Könige 3,5.9

Lehrtext: Wenn es jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden.
Jakobus 1,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

in Märchen sind es oft Feen, bei denen jemand Wünsche frei hat. In unserem heutigen Bibelwort (Tageslosung) ist es Gott, der König Salomon einen Wunsch freistellt. Worum würde ich wohl bitten, hätte ich bei Gott einen Wunsch frei? Und worum Sie / du? Um Gesundheit? Ein langes Leben? Reichtum? …
König Salomo bittet um ein Herz, das auf Gott hört. Ein seltsamer Wunsch! Kann ich das nicht selbst entscheiden, ob ich auf Gott hören will oder nicht?
Jesus war der Mensch, dessen Herz auf Gott gehört hat. Er lebte in Einklang mit seinem Vater im Himmel. Darum heißt es in der Bibel, dass er ohne Sünde gewesen ist. Vielleicht gilt er deswegen als der glücklichste Mensch, der je gelebt hat. König Salomo aber wusste, dass er nicht die Kraft hat, in völliger Übereinstimmung mit Gott zu leben. Und ich weiß das erst recht. Darum schließe ich mich der Bitte von Salomo an. Sie ist der Weg zum Glück, zur Glückseligkeit. Zugleich aber will ich mich auch darum bemühen, worum ich Gott bitte.
Gott gibt gern, sagt der Lehrtext. Das macht mir Mut, ihn um all das zu bitten, was ich auf dem Herzen habe - und Ihnen / dir hoffentlich auch..

Gebet: Mein Gott und Vater, bei dir habe ich nicht nur einen Wunsch frei oder drei Wünsche, sondern so viele Wünsche, wie ich dir sagen kann. Du wirst sie mir erfüllen, zwar nicht unbedingt so, wie ich mir das vorstelle, aber so, wie du es für richtig hältst und wie es für mich gut ist. Gib mir die Weisheit, die du König Salomo gegeben hast, dass auch ich um ein Herz bitte, das auf dich hört. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr



Donnerstag, 4. August 2011

vorherbestimmt hl


Losung: Des HERRN Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.
Jesaja 28,29

Lehrtext: Die Gott vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht. Römer 8,30

Liebe Leserin, lieber Leser,

Prädestinationslehre – dieses etwas schwierige Wort bezeichnet die Auffassung von einigen Theologen, dass alles von Gott von Anfang an vorherbestimmt sei. Dabei berufen sie sich unter anderem auf das Bibelwort des Apostels Paulus aus dem heutigen Lehrtext. Ich verstehe Paulus so, dass alle, die zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind, von Gott dazu vorherbestimmt waren. Aber das können nur Gläubige von sich sagen. Damit kann man keine allgemeine Aussage für alle Menschen machen. 
Doch wer glaubt, von Gott für seine Herrlichkeit vorherbestimmt worden zu sein, sollte sich hüten, deswegen hochmütig zu werden. Wer immer von Gott berufen wird, ist auch dazu berufen, für andere da zu sein, nicht zuletzt für diejenigen, die nicht glauben können. Das ist der Weg, den Jesus gegangen ist, und den auch die gehen sollen, die ihm nachfolgen.
Aus meiner Sicht ist das Gute an der Prädestinationslehre, dass, wer an Jesus Christus glaubt, sich um sein Verhältnis zu Gott keine Sorgen mehr zu machen braucht. Er wird Gottes Herrlichkeit schauen und erleben allen problematischen Erfahrungen in seinem Erdenleben zum Trotz. Denn das, was Gott mit dir und in dir angefangen hat, wird er auch vollenden.

Gebet: Mein Vater im Himmel, dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Bitte lass auch mich in deinem Reich leben, deine Kraft spüren und deine Herrlichkeit schauen. Doch hilf mir auch, dass ich darüber die nicht übersehe, für die ich da sein soll. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr








Mittwoch, 3. August 2011

Meine Frau, die Ilsebill hl

Losung: Der HERR ist hoch und sieht auf den Niedrigen und kennt den Stolzen von ferne. Psalm 138,6
  Lehrtext: Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst. Philipper 2,3

Liebe Leserin, lieber Leser,

als Auslegung von Losung und Lehrtext dient heute ein Märchen, das viele bestimmt kennen. Das Märchen vom Fischer und seiner Frau:

Ein Fischer, der mit seiner Frau in einer armseligen Hütte (Pisspott) lebt, angelt im Meer einen Butt, der als verwunschener Prinz um sein Leben bittet; der Fischer lässt ihn wieder frei. Als Ilsebill, die Frau des Fischers, das hört, fragt sie ihn, ob er sich denn im Tausch gegen die Freiheit des Fisches nichts von ihm gewünscht habe. Sie drängt ihren Mann, den Butt erneut zu rufen, um sich eine kleine Hütte zu wünschen. Diesen Wunsch erfüllt ihm der Zauberfisch. Doch schon bald ist Ilsebill
damit nicht mehr zufrieden.
Erneut verlangt sie von ihrem Mann, den Butt an Land zu rufen und einen größeren Wunsch vorzutragen. Der bekannt gewordene Kehrvers mit des Fischers Ruf an den Butt lautet jedes Mal:
Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
meine Frau die Ilsebill
will nicht so, wie ich wohl will:
Der Fischer teilt die Wünsche seiner Frau nicht, beugt sich aber trotz wachsender Angst ihrem Willen.
Je maßloser Ilsebills Wünsche werden, desto mehr verschlechtert sich das Wetter. Die See wird erst grün, dann blauviolett, dann schwarz, und immer heftiger wird der Sturm. Nach der Hütte verlangt sie ein Schloss. Als sie auch damit nicht zufrieden ist, möchte sie König, Kaiser und schließlich Papst werden. Alle diese Wünsche werden vom Butt erfüllt und angekündigt mit der Formel: Geh nur hin, sie ist es schon. Als sie schließlich fordert, wie der liebe Gott zu werden, wird sie wieder zurück in die armselige Hütte ("Pisspott") versetzt, wie am Anfang. (Nach Wikipedia)


Gott hat uns für das Zusammenleben ein Maß gegeben, damit wir nicht maßlos werden und einer sich über den anderen erhebt: Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der Mitmensch. Wer sich selbst so großartig vorkommt, dass er auf andere herab schaut, hat sich verschätzt. Wer groß sein will, darf nicht andere, sondern muss sich selbst herabsetzen und absteigen vom hohen Ross der Selbstgefälligkeit.

Gebet: Lieber Herr Jesus, du bist der Herrscher des Universums und doch von Herzen demütig. Du bist der König der Könige und dienst mir als guter Hirte, der mich hütet und sucht. Danke! Ich möchte dir in den Menschen dienen, die meine Demut brauchen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


PS: Liebe Männer, nur gut, dass unsere Frauen nicht Ilsebill heißen. Ob sie aber deshalb schon das gleiche wollen wie wir?

Dienstag, 2. August 2011

Du gehörst ihm sowieso hl


Losung: Gott sei uns gnädig und segne uns.
Psalm 67,2

Lehrtext: Paulus schreibt: Ich bitte euch, liebe Brüder und Schwestern, bei der Barmherzigkeit Gottes: Bringt euren Leib dar als lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer - dies sei euer vernünftiger Gottesdienst!
Römer 12,1

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Religionsunterricht habe ich die Schüler den Segen, der am Ende eines Gottesdienstes gesprochen wird, in der Ich-Form ins Heft schreiben lassen:
»Der Herr segne mich und behüte mich; er lasse sein Angesicht leuchten über und sei mir gnädig; der Herr erhebe sein Angesicht auf mich und gebe mir Frieden.« Im heutigen Losungswort ist es eine Gruppe von Menschen, die ein ähnliches Gebet spricht. Ich finde es gut, wenn man sich den Segen nicht nur vom Pfarrer / der Pfarrerin zusprechen lässt, sondern wenn man Gott selbst um seinen Segen bittet. Das können mehrere Menschen tun, oder auch Sie / du allein, zum Beispiel am Morgen, nach dem Aufwachen oder bevor du aus dem Haus gehst.
Der Lehrtext hat es dieses Mal in sich. Über die genaue Bedeutung dieses Wortes des Apostels Paulus rätseln Theologen bis heute. Ich neige der Erklärung zu, dass Paulus uns auffordert, uns ganz und gar mit Leib und Seele Gott anzuvertrauen. Wir gehören ihm ja sowieso. Aber es ist schön, wenn wir ihm auch gehören wollen. Dann achten wir noch besser darauf, wie wir leben sollen, was uns und anderen gut tut und Gott Freude macht.

Gebet: Mein himmlischer Vater, warum soll ich dir nicht gern geben, was wir sowieso gehört? Dir kann ich mich ganz und gar anvertrauen, weil ich weiß, dass du es gut mit mir meinst und mich segnest. Weil ich dir gehöre, möchte ich so leben, wie es dir gefällt. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Montag, 1. August 2011

Den Glauben trainieren hl


Losung: Der HERR ist gütig und eine Feste zur Zeit der Not und kennt die, die auf ihn trauen. Nahum 1,7

Lehrtext: Solches Vertrauen haben wir durch Christus zu Gott. 2.Korinther 3,4

Liebe Leserin, lieber Leser,

das heutige Losungswort ist denen gesagt, die am Boden liegen. Die anderen aber, denen Gott egal ist, und auch diejenigen, denen es gut geht, sollen sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. So sagt es der Prophet Nahum und so sagt es die Bibel an verschiedenen Stellen. Aber die Tatsache, dass es mir schlecht geht, ist nach den Worten von Nahum noch kein Grund für Gott, gütig zu sein. Entscheidend ist, dass ich auf ihn vertraue, dass ich ihm zutraue, was er durch das Wort der Bibel zu mir sagt und somit heute durch das Losungswort im Buch des Propheten Nahum. Im Lehrtext heißt es dazu, dass uns Jesus Christus zu diesem Gottvertrauen verhilft. In ihm wird Gottes Hilfe anschaulich. Daran wie Jesus den Menschen damals in Palästina geholfen hat sollen wir erkennen, wie Gott uns heute hilft. Der entscheidende Satz, den Jesus immer wieder gesagt hat, heißt: »Dein Glaube hat dir geholfen!«
Glaube ist kein Zufall. Ihn kann man lernen und trainieren. Wir lernen und trainieren in unserem Leben allerhand. Warum nicht auch den Glauben?

Gebet: Mein Gott, dir traue ich zu, dass du tust, was du mir durch das Wort der Bibel zusagst. Du hast schon deine Gründe, weshalb auch ich von Zeiten der Not nicht verschont bleibe. Hilf mir, jetzt schon den Glauben zu lernen, damit ich auch dann an dir festhalten kann, wenn mich nichts anderes mehr hält. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Samstag, 30. Juli 2011

Herr, unser Herrscher hl


Losung: HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!  Psalm 8,2

Lehrtext: Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig! Offenbarung 15,4

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie, du und ich – wir haben eine wunderbare Bestimmung, wir sollen, wir dürfen Gott preisen. Wir tun das mit zahllosen Menschen in so vielen Ländern der Erde. Wir können uns einreihen in die Schar der Vielen, die jetzt, in diesem Augenblick, Gott loben mit einem einfachen Gebet oder mit dem gewaltigen Eingangschor der Johannespassion von Johann Sebastian Bach: »Herr, unser Herrscher …«. Das ist alles andere als selbstverständlich. Ich weiß nicht, warum so viele andere das nicht können und nicht wollen. Es ist ein Unglück, Gott nicht zu kennen und in Freude und Leid ohne ihn zu sein.
Wir aber wollen zu Gott sagen (Gebet):
»Herr, wir loben und preisen dich von ganzem Herzen stellvertretend für die vielen, die das nicht tun. Wir wollen uns nicht über sie erheben, sondern für sie beten und unseren Teil dazu beitragen, dass sie dich finden. Ja, Herr, ehrfürchtig nennen wir deinen Namen, denn du bist heilig, wir aber nicht. Du bist unser Herrscher. Wir gehören dir. Auf dich wollen wir hören. Auf dich allein. Amen«

Herzliche Grüße und ein schönes, gesegnetes Wochenende!

Hans Löhr




Freitag, 29. Juli 2011

Was zählt auf meiner Lebenswaage? ebl


Losung: Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse. Prediger 12,14

Lehrtext: Er wird einem jeden vergelten nach seinen Taten. Römer 2,6

Liebe Leserinnen und Leser dieser Losungsauslegung,

zum Wochenausklang bekommen wir einen Satz aus der Bibel mit, der eine harte Nuss ist. Unmissverständlich lesen wir im Alten Testament: "Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse."(Prediger 12,14) Paulus schlägt mit dem Lehrtext in dieselbe Kerbe: "Er (damit ist Gott gemeint) wird einem jeden vergelten nach seinen Taten." (Römer 2,6)
Es wird also irgendwann aufgerechnet und ich habe sofort das Bild einer Waage vor Augen: In der einen Waagschale landen alle meine 'guten' Entschlüsse und Taten - und in der anderen alle 'Fehler': Wo ich mich und andere enttäuscht habe, wo ich Gott und seinem Willen untreu geworden bin, wo ich mich gerne 'richtig' entschieden hätte und wider besseres Wissen doch Gott und seinen Willen ausgeblendet habe. Und ich bin mir ziemlich sicher: die zweite Waagschale wird schwerer. Ich weiß, dass sie schwerer sein wird.
Pech gehabt?
Nein, ich habe Glück. Vielmehr - ich erlebe Gnade. Denn das, was fehlt in meiner Waagschale des Guten und Gelingenden, das legt mein passionierter Verteidiger dazu: Jesus selber. Er wiegt auf mit seiner Liebe, was ich selber nicht leisten kann. Seitdem ich das glauben kann, bin ich frei von Angst vor dem Blick auf meine Lebenswaage. Zugleich versuche ich, mit meinem Lebensstil Jesus für diesen Liebesbeweis etwas zurückzugeben - so gut ich es eben kann.

Ein erholsames und gesegnetes Wochenende wünscht Euch und Ihnen

Eure/Ihre 
Elfriede Bezold-Löhr

PS: Denjenigen unter Ihnen, die sich jetzt auf den Weg in den Urlaub machen, wünschen wir wunderbare Tage und tiefgehende Erholung. Bleiben Sie behütet und kommen Sie gestärkt wieder heim. Alle, die daheim bleiben oder später fahren, sehen wir mit großer Freude beim Gemeindefest am Sonntag auf unserer Sommersdorfer Schlosswiese. Beginn ist um 10.30 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst!

Donnerstag, 28. Juli 2011

Wir sind Heilige ebl


Losung: Was vom Hause Juda errettet und übriggeblieben ist, wird von Neuem nach unten Wurzeln schlagen und oben Frucht tragen. 2.Könige 19,30

Lehrtext: Wenn die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig. Römer 11,16

Liebe Leserinnen und Leser,

Losung und Lehrtext beziehen sich heute auf das Leben und Überleben des jüdischen Volkes. Seine Geschichte über die Jahrtausende ist voller Höhen und Tiefen - sie lässt sich nicht in kurze Sätze fassen. Aber eine Hoffnung ist immer lebendig geblieben, selbst in den schwärzesten Zeiten des Holocoust: "Was vom Hause Juda errettet und übriggeblieben ist, wird von Neuem nach unten Wurzeln schlagen und oben Frucht tragen." (2.Könige 19,30) In unserer Sprache sagt dieser Vers: Das Leben siegt am Ende doch. In unsere Zeit übertragen, bedeutet das: Und wenn eine Situation gegenwärtig noch so aussichtslos scheint - es gibt ein 'morgen'. Es geht weiter. Wer Gott kennt, darf hoffen für sich. Als Jude genauso wie als Christ. (1)
Unsere Hoffnung, die sich aus dem Vertrauen in Gottes Möglichkeiten nährt, teilen wir mit den jüdischen Gläubigen bis heute. Paulus bezeichnet das Judentum als die Wurzel unseres christlichen Glaubens, denn Jesus war Jude. Doch Jesus Christus hat uns Gott auf eine völlig neue Weise nahe gebracht. Er hat uns einen neuen Weg zu Gott gebahnt. Daher nennen wir uns nach Jesus Christus 'Christen'. Paulus sagt über das Verhältnis von Juden und Christen zueinander: "Wenn die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig." (Römer 11,16).
Wir, jeder gläubige Mensch, ist ein Heiliger. Einer, der heilig geworden ist und immer wieder neu geheiligt wird durch die unbedingte Liebe, die uns Jesus entgegen bringt. Dem entsprechend leben ist jeden Tag eine neue Herausforderung. Nehmen wir sie an.

Herzlich grüßt Sie und Euch

Ihre/Eure Elfriede Bezold-Löhr



(1)
1) Freunde, dass der Mandelzweig
wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig,
dass die Liebe bleibt.
2) Dass das Leben nicht verging,
so viel Blut auch schreit,
achtet dieses nicht gering,
in der trübsten Zeit.
3) Tausende zerstampft der Krieg,
eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg
leicht im Winde weht.

4) Freunde, dass der Mandelzweig
sich in Blüten wiegt,
bleibe uns ein Fingerzeig,
wie das Leben siegt.

(Shalom Ben Chorin)

Mittwoch, 27. Juli 2011

Kinder als Vorbild ebl


Losung: Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet.
Psalm 8,3

Lehrtext: Seht zu, dass ihr nicht einen von diesen Kleinen verachtet.
Matthäus 18,10

Liebe Leserinnen und Leser dieser Losungsauslegung,

manchmal schauen mich Taufeltern mit großen Augen an, wenn ich sie im Taufgottesdienst einlade: "Kommen Sie doch mit Ihrem Kind im 'Maxicosi' zum nächsten 'Wichtelgottesdienst'. Der wird extra für Ihr Kind gefeiert und dafür ist niemand zu jung!" "Was? Jetzt soll mein Kind schon in Gottesdienste gehen (bzw. getragen werden)?" Diese Frage sehe ich unausgesprochen hinter mancher Elternstirn stehen.
Doch ich habe aus der Bibel gelernt, dass diese Einladung berechtigt ist. Denn:" Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du, Gott, eine Macht zugerichtet."  Diese Einsicht lesen wir als Losung für heute in Psalm 8, Vers 3. Um Gott sein Herz öffnen zu können, muss man offensichtlich kein Mindestalter erreicht haben. Es braucht weder einen gültigen Schulabschluss noch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Ganz im Gegenteil: Gerade Kinder in ihrer Fähigkeit, an mehr zu glauben als an das unmittelbar Sichtbare, stellt Jesus immer wieder als Vorbilder für uns 'aufgeklärte' Erwachsene hin. Seine Aufforderung im heutigen Lehrtext ist eindeutig: "Seht zu, dass ihr nicht einen von diesen Kleinen verachtet." (Matthäus 18,10) Sein Vertrauen auf Gott setzen in der unbedingten Weise, wie unsere Kinder uns als Eltern vertrauen - eine echte Herausforderung für uns Erwachsene. Wer von uns traut sich, sie anzunehmen?

Herzlich grüßt Sie/Euch

Ihre/Eure Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 26. Juli 2011

Gegen den Strom ebl


Losung: Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.
Jesaja 53,3

Lehrtext: Seid so gesinnt, wie es eurem Stand in Christus Jesus entspricht: Er, der doch von göttlichem Wesen war, hielt nicht wie an einer Beute daran fest, Gott gleich zu sein, sondern gab es preis und nahm auf sich das Dasein eines Sklaven.
Philipper 2,5-7

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde,

gestern ging es um die Frage, ob Leute bereit sind dafür, an Gottes Gemeinde mit zu bauen, sich in ihr zu engagieren. Heute wird mit Losung und Lehrtext deutlich gemacht, dass ein solcher Einsatz manchmal mit ziemlich schwierigen Erfahrungen verbunden sein kann. Man könnte verächtlich angeschaut werden ("Was, du machst etwas für deinen Pfarrer? Etwas bessres hast du nicht zu tun?"). Man könnte am Sinn dessen zweifeln, was man tut ("Lohnt sich das eigentlich, wenn ich meinen kostbaren Sonntagvormittag in Kindergottesdienstarbeit investiere?"). Diese Gefühle und Gedanken gibt es so lange wie unseren Glauben. Beim Propheten Jesaja kann man einiges lesen zu einem Menschen, der sich für die Sache Gottes einsetzt und dabei sehr verletzende Erfahrungen macht. Jesaja nennt ihn einen 'Gottesknecht' und schreibt von ihm: "Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet." (Jesaja 53,3)

Eine solche Demut und Dienstbereitschaft für Gott weist auf den hin, der darin Meister war: auf Jesus Christus. Mit mehr Einsatz, als er uns gedient hat, kann keiner dienen. Immer wieder, so werden wir im Lehrtext ermutigt, sollen wir uns an ihm ein Beispiel nehmen: "Begegnet euch gegenseitig mit der gleichen Liebe und Hochachtung, wie ihr sie Jesus Christus entgegenbringt. Habt ihn als Vorbild vor Augen, der als Sohn Gottes seine Gottgleichheit auch nicht wie einen Raub festhielt, sondern restlos alles hergab und wie ein Knecht wurde." (Philipper 2,5-7)

Damit schwimmen wir in unserer Gesellschaft gegen den Strom. Aber unsere Gesellschaft braucht solche Menschen. Dringend.

Mut zum Dienen wünscht Euch und Ihnen

Eure/Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 25. Juli 2011

Für Gott am Bau ebl


Losung: Der HERR erweckte den Geist des Volkes, dass sie kamen und arbeiteten am Hause des HERRN Zebaoth, ihres Gottes.
Haggai 1,14

Lehrtext: Seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.
1.Korinther 15,58

Liebe Leserin, lieber Leser,   liebe Leserinnen und Leser,

Gotteshäuser aus Stein haben wir heute zu Hunderten, nein zu Tausenden. Das war zur Zeit, als der Prophet Haggai lebte, anders: Da hatte es einen zentralen Tempel in Jerusalem gegeben. Der aber war im Jahr 587 v. Chr. von den babylonischen Eroberern in Schutt und Asche gelegt worden. Jetzt, fast sechzig Jahre später, ermutigt sie der Prophet Haggai, einen zweiten Tempelbau in Angriff zu nehmen. Buckeln, schwitzen, schleppen, mauern - all das muteten sich die Leute für Gott zu. Er hatte sie be-'geistert' für diesen neuen Anfang: "Der HERR erweckte den Geist des Volkes, dass sie kamen und arbeiteten am Hause des HERRN Zebaot, ihres Gottes." (Haggai 1,14)
Bau-Aktionen bleiben uns zur Zeit in unseren Gemeinden erspart. Zumindest die 'äußerlichen'. Innerlich hört das Bauen nie auf: Mitarbeitende ermutigen und gut stützen in ihrer Arbeit - das ist Bauen im übertragenen Sinn. Mitmachen bei den Youngstars (unserer Jungschar), im Teenkreis, bei den Sonntagskindern, im Kinderlichtblick oder bei den Angeboten für Erwachsene, das ist buckeln, schwitzen, schleppen im übertragenen Sinn. Einsatz für Gott. Am leichtesten geht das, wenn man Gott mit seinen Begabungen dienen kann.
Kennt jeder von uns seine Begabungen? Kann er sie einbringen beim Bauen an unserer Gemeinde? Wenn ja, dann sage ich heute dafür bewusst: "Hab Dank dafür". Wenn nein, dann sage ich: "Überlege dir, ob du dich nicht doch engagieren willst." Denn - das ist unsere großartige gemeinsame Erfahrung - wer sich einbringt, bekommt dafür viel zurück. "Daher, meine geliebten Schwestern und Brüder, bleibt unerschütterlich in eurem Vertrauen und hört nicht auf, das zu tun, was Jesus von euch erwartet. Vergesst nie, dass nichts von dem, was ihr für Jesus tut, vergeblich ist!" (1.Korinther 15,58)

Auf (weiterhin) gute Zusammenarbeit beim Gemeindebau!

Ihre/Eure Elfriede Bezold-Löhr

Samstag, 23. Juli 2011

Wer herrscht über uns? hl


Losung: HERR, unser Gott, es herrschen wohl andere Herren über uns als du, aber wir gedenken doch allein deiner und deines Namens.
Jesaja 26,13

Lehrtext: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Offenbarung 11,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

das war eine bittere Erfahrung für die Israeliten, die späteren Juden,  dass andere Herren über sie herrschten, erst die Ägypter, dann die Assyrer, danach die Babylonier, dann die Perser, dann die Ptolemäer und schließlich die Römer. Danach lebten die Juden 2000 Jahre verstreut unter vielen Völkern und deren Herrschern bis in unsere Zeit. Wenn ein Volk weiß, was es bedeutet, unter fremden Herrschern zu leben und zu leiden, dann ist es das Volk der Juden. Viele andere Völker haben im Laufe der Geschichte zeitweise ein ähnliches Schicksal erlitten und sind dabei untergegangen. Sie hatten die eigene Religion aufgegeben und die Religion des Siegers übernommen, denn offenkundig waren die Götter des Siegers stärker als die eigenen. Ein Volk lebt aber nun mal von Voraussetzungen, die es selbst nicht geschaffen hat. Schneidet es seine religiösen Wurzeln ab, scheint es auf längere Sicht nicht lebensfähig zu sein. Diese Frage stellt sich heute auch für unser Volk.
Anders die Juden. Sie kämpften um ihren Glauben und damit um ihre Identität, um das, was sie einzigartig und unverwechselbar macht. Äußerlich gesehen waren sie unfrei, zeitweise sogar Sklaven. Aber innerlich blieb Gott ihr Herr und König. Ihm dienten sie so gut es ging. Mit ihm überlebte das jüdische Volk die schlimmsten Verfolgungen.
Wir leben in unserem Land unter der Herrschaft des Kapitalismus. Scheinbar sind wir frei. Aber sind wir das wirklich? Machen wir mit beim Tanz ums Goldene Kalb? Dienen wir den säkularen Werten dieser Gesellschaft? Schwimmen wir mit im großen Strom der Gottvergessenheit? Oder dienen wir dem König mit der Dornenkrone? Ehren wir ihn allein? Oder hinken wir auf beiden Seiten? ...

Gebet: Mein Herr und Gott, lass mich die Erfahrung machen, dass du es bist, der über alles regiert und herrscht. Lass mich durch all die Äußerlichkeiten, die so grell und laut und bunt daherkommen und sich mir aufdrängen wollen, hindurchsehen auf dich. Lass mich mitten in dieser Welt als einen Menschen leben, der doch nicht von dieser Welt ist. Gib mir die Chance, dir zu gehören und dir zu dienen. Amen

Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende!

Hans Löhr