Mittwoch, 4. November 2020

»Leben soll keine Straf sein« hl

Losung: Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der HERR hat deine Strafe weggenommen. Zefanja 3,14-15 

Lehrtext: Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. 1.Johannes 2,2 

Die Bitten der Kinder 

Die Häuser sollen nicht brennen.
Bomber sollt man nicht kennen.
Die Nacht soll für den Schlaf sein.
Leben soll keine Straf sein.
Die Mütter sollen nicht weinen.
Keiner sollt töten einen.
Alle sollen was bauen.
Da kann man allen trauen.
Die Jungen sollen`s erreichen.
Die Alten desgleichen.

Bertolt Brecht (1951) 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

es ist schon so, manchmal, Gott sei Dank selten, kann man den Eindruck haben, als sei das Leben eine Strafe. Das war für viele in Europa in den Kriegszeiten des letzten Jahrhunderts so. Darum das Gedicht „Die Bitten der Kinder“ von Bert Brecht. Das ist heute noch so für Menschen in Syrien oder Afghanistan. Und dann denken sogar Menschen, die nicht glauben, an eine höhere Macht, die diese Strafe verhängt haben könnte. Und manchmal kommt auch im Leben eines einzelnen Menschen so viel Leid zusammen, dass er sich fragt: „Warum werde ich nur so gestraft?“ Ich hoffe sehr, dass das bei dir jetzt nicht der Fall ist.

     Aber Krieg ist immer ein Versagen der Mächtigen auf beiden Seiten. Und auch das Corona-Virus lässt sich, soweit ich weiß, auf den falschen Umgang von Menschen mit Tieren zurückführen. Dafür kann man keine „höhere Macht“ verantwortlich machen. Trotzdem denkt man, wenn Schicksalsschläge sich häufen, unwillkürlich daran.

     In der Bibel waren die Propheten der Ansicht, dass die Großmächte wie Assyrien und Babylon der Stock waren, mit denen Gott sein Volk gezüchtigt habe. Der Grund war in ihren Augen das religiöse und politische Versagen der Eliten und die soziale Ungerechtigkeit im Land. Umso größer war die Freude, als die Zeiten von Krieg und Unterdrückung endlich vorbei waren und das zerstörte Jerusalem wieder aufgebaut werden konnte (Losung)Aber stimmt denn der verständliche Eindruck, dass Gott sowohl ganze Völker als auch einzelne Menschen wegen ihrer Sünden straft? Und was ist mit den Unschuldigen, vor allem den Kindern in einem Krieg? Werden die gleich mitgestraft?

     Das kann und will ich nicht glauben. Gott hat in Jesus ein ganz anderes Gesicht gezeigt. Nicht um Strafe geht es, sondern um Versöhnung (Lehrtext). Wir Menschen strafen uns meistens selbst. Und wenn ich als einzelner den Eindruck habe, dass meine Schicksalsschläge seine Strafe seien, so ist das ein hilfloser und verzweifelter Versuch, eine Antwort auf Fragen zu finden, auf die es keine Antwort gibt.

Gerade in meinen Leiden begegnet mir in Jesus nicht ein strafender, sondern der treue Gott, der meinen dornigen Weg mitgeht und die Last mitträgt. Dem menschliche Leiden nicht fremd sind, weil er sie selbst erlitten hat.

     Ja, wir Menschen versagen immer wieder, wenn es darum geht, das Böse mit Gutem zu überwinden und die Gier, den Egoismus und den Hass in den Griff zu bekommen. Doch statt zu schlagen und mit der Hölle zu strafen, macht Gott uns allen (Lehrtext) mit Jesus ein Angebot: Er sieht das Versagen nicht an, sondern streckt die Hand zur Versöhnung aus, damit wir sie ergreifen und es ihm gleichtun. 

Gebet: Herr, manchmal wünschte ich mir, du würdest die Guten belohnen und die Bösen bestrafen. Aber wer ist schon wirklich gut und wer schon wirklich böse? Und auf welche Seite gehöre ich? Nein, mir ist es lieber, du strafst nicht, sondern heilst unsere zerrissene Welt mit dem Geist der Versöhnung, dem Geist Jesu. Schenke auch mir diesen Geist. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr 

Und morgen frage ich dich, ob du ein Wunschkind bist

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