Losung: Der HERR
wird dir seinen guten Schatz auftun, den Himmel, dass er deinem Land Regen gebe
zur rechten Zeit und dass er segne alle Werke deiner Hände. 5.Mose
28,12
Lehrtext: Der Vater
im Himmel lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über
Gerechte und Ungerechte. Matthäus
5,45
Liebe Leserin, lieber Leser,
heute steht mal der Lehrtext im Mittelpunkt. Ich zähle
diesen Vers aus der Bergpredigt Jesu (Matthäus Kap. 5 bis 7) zu den wichtigsten
Worten der Bibel und damit auch für meinen Glauben. Es geht hier um die
Feindesliebe, die Jesus von mir verlangt, und für die er Gott zum Beispiel
nimmt. Er will, dass ich nicht meine Feinde besiege, sondern meine
Feindseligkeit, dass ich nicht andere beherrsche, sondern mich selbst. Er
fordert von mir, dass ich den Hass hasse und die Verachtung verachte, aber
nicht andere Menschen und auch nicht mich selbst. Gott tut das ja auch nicht.
Er ist der Vater aller Menschen, auch derer, die ich nicht mag, und lässt über
ihnen seine Sonne aufgehen und es regnen.
Er ist auch der Vater der syrischen Regierungstruppen, die
in diesen Tagen von den Streitkräften der selbstgerechten Regierungen in
Washington, London und Paris angegriffen werden sollen. Falls es wirklich
Giftgasangriffe der syrischen Regierung gegen Teile des eigenen Volkes gegeben
haben soll, ist das in keiner Weise zu rechtfertigen oder hinzunehmen. Aber in
keiner Weise war und ist und wird der Krieg ein Mittel sein, um Gerechtigkeit
wiederherzustellen. Spätestens seit der dreisten Lüge der amerikanischen
Regierung, mit der sie vor der Weltöffentlichkeit der Vereinten Nationen den
Krieg gegen den Irak begründet hat, traue ich denen, die der Gewalt das Wort
reden, nicht mehr. Damals wurde das üble Regime von Saddam Hussein gestürzt mit
dem „Erfolg“, dass es seitdem noch um vieles übler um den Irak bestellt ist.
Weit über 100.000 Zivilisten sind seit dem Einmarsch der Amerikaner ums Leben
gekommen und noch immer sterben im Irak täglich Menschen durch Anschläge.
Allein in diesem Jahr schon wieder einige tausend.
Die Maßstäbe der Bergpredigt Jesu würden sich nicht für die
Politik eigenen, heißt es. Doch wozu eine Politik ohne diese Maßstäbe führt,
können wir täglich im Fernsehen sehen und in der Zeitung lesen.
Ich weiß, wie schwer es ist, selbst nach den Maßstäben der
Bergpredigt zu leben. Ich weiß, wie oft ich daran immer wieder scheitere. Doch
das spricht nicht gegen die Bergpredigt Jesu und seine Forderung an mich,
meine Feinde zu lieben, sondern gegen meinen kraftlosen Glauben und mein
mangelndes Vertrauen. Und ich weiß, wenn ich will, dass die Maßstäbe der
Bergpredigt im Großen gelten sollen, dann muss ich im Kleinen, also bei mir
damit beginnen. Dann, so glaube ich, wird der Herr die Werke auch meiner Hände
segnen (Losung).
Gebet: Allmächtiger
Gott, der Du diese Welt und auch mich in Deinen Händen hältst, hilf, dass sich
in diesen Tagen die Kräfte der Besonnenheit, Vernunft und Friedensliebe
durchsetzen. Doch fordere auch mich heraus, die zu lieben, mit denen ich mich
schwer tue. Amen
Herzliche Grüße
Hans Löhr
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