Donnerstag, 12. Dezember 2019

erst mal nur hören hl

Losung: Gib acht auf deine Füße, wenn du zum Hause Gottes gehst. Und tritt hinzu, um zu hören. Das ist besser, als Opfer zu bringen; denn die Unverständigen wissen nicht, worauf es ankommt; sie merken nicht einmal, dass sie Böses tun. Prediger 4,17.18

Lehrtext: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Matthäus 6,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

keine Ahnung, warum ich auf meine Füße achtgeben soll, wenn ich in die Kirche gehe (Losung). Vielleicht war es auch damals in Jerusalem so, wie es in manchen oberbayerischen Gemeinden sein soll, dass da zunächst nur die Frauen in die Kirche gehen und die Männer ihre Füße erst mal ins nächstgelegene Wirtshaus lenken. Und wenn dann in der katholischen Messe die Wandlung kommt, also die Verwandlung von Brot und Wein in Fleisch und Blut Christi, dass sie dann schnell in die Kirche schlüpfen und anschließend wieder hinaus, um ihr Bier weiterzutrinken.

Das Wirtshaus "Zur Kirche"

     So viel ist jedenfalls jedem aufmerksamen Bibelleser klar, die Menschen damals waren auch nicht anders als heute. Und bestimmt hat‘s auch in der Nähe des Tempels von Jerusalem ein Wirtshaus gegeben. So viel zu den „Füßen“. Aber vielleicht hast du eine bessere Erklärung. Dann würde ich mich freuen, wenn du sie mir schreiben könntest.
     Ich habe zur Losung den nachfolgenden Vers mit hinzugenommen, damit klarer wird, worauf sie abzielt. Damals wie heute macht den Glauben aus, dass der Mensch erst einmal nichts tut, sondern offen ist für Gottes Geist und Wort und einen Gottesdienst besucht, um zu hören. So verstehe ich auch, was der Apostel Paulus sagt: "Der Glaube kommt aus dem Hören der Botschaft; und diese gründet sich auf das, was Christus gesagt hat." (Römer 10,17) Vielleicht ist für den Glauben das Ohr wichtiger als der Mund. Das legt auch das Wort Jesu aus dem heutigen Lehrtext nahe.

Da sein und Ruhe geben

     Ich weiß aber auch, dass viele das nicht aushalten, vor Gott nichts zu tun und einfach nur da zu sein. Sie spüren in sich den Drang, irgendwie religiös aktiv werden zu müssen, etwas zu opfern, zu spenden, lange Gebete zu sprechen, viele Lobpreislieder zu singen und so weiter. Sie möchten Gott unbedingt dienen und so seine Aufmerksamkeit erwerben, übersehen aber dabei, dass in einem Gottesdienst Gott zuallererst ihnen dienen will mit seinem Wort und Geist, mit seinem Segen und Sakrament. Der Folgesatz der Losung sagt dazu: »Sie wissen nicht, worauf es ankommt.« Religion ist: Der Mensch meint, aus eigenem Interesse für Gott aktiv werden zu müssen. Glaube ist: Du vertraust, dass Gott für dich aktiv ist.
       Ja aber soll man denn dann für Gott gar nichts tun? Ja das stimmt. Man soll gar nichts tun. Wenn man aber etwas tut, dann nicht, weil man es soll, sondern weil man es will, weil man das Geschenk, das Gott gemacht hat, dankbar weitergeben will an andere Menschen. Dieses Geschenk für dich und mich liegt an Weihnachten in der Krippe. Es ist die menschgewordene Liebe Gottes.
     Wer Gott dienen will, der möge sich von ihm bedienen lassen und den Menschen dienen (Johannes 13, 1-15; Matthäus 25,40).    

Gebet: Herr, ich will von mir und meiner Frömmigkeit absehen und auf dich schauen. Lass mich hören, erkennen, erfahren und spüren, was du alles für mich getan hast und tust. Das geschieht, weil du es willst und nicht, weil ich es will. Ich aber will dir danken und dir in meinen Mitmenschen dienen, in den Elenden und Armen, in den Gleichgültigen und Satten. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 11. Dezember 2019

Glaubenswurzeln hl

Losung: Noah fand Gnade vor dem HERRN. 1.Mose 6,8

Lehrtext: Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben. Kolosser 2,6-7

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der Losung gestern hat Mose die Israeliten ermahnt, an ihrem Glauben festzuhalten. Heute weist Paulus uns Christen darauf hin. Aus seiner Sicht ist der Glaube wie ein Bäumchen, das wurzeln und wachsen soll, um zu überleben.
     Die Bauern in unseren Dörfern klagen darüber, dass wegen des trockenen Klimas immer mehr Bäume in ihren Wäldern eingehen. Die Wurzeln reichen nicht mehr tief genug bis zum Grundwasser.

Glaubenswurzeln im Lebenssturm

     Und wie steht es um meine Glaubenswurzeln? Bin ich fest genug verwurzelt in der guten Nachricht von Jesus Christus, im Evangelium? Finde ich in ihm meinen Halt, der dafür sorgt, dass mich die Stürme des Lebens nicht umwerfen? Oder suche ich anderswo? Aber wo sollte ich einen solchen Halt finden wie ihn?
     In der heutigen Losung ist von Noah die Rede, der Gnade vor dem Herrn gefunden hat, weil er »ein frommer Mann war und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott.« (1. Mose 6,9) Das half Noah, die große Flut zu überleben.

Gnade statt Belohnung

     Ich kann von mir nicht sagen dass ich »ohne Tadel« bin. Wer will, kann manches finden, was er an mir auszusetzen hat. Gott sowieso. Doch er macht seine Gnade nicht abhängig von einem tadelfreien Leben. Denn das Wesen seiner Gnade ist, dass er sie ohne Bedingungen schenkt. Darauf verlasse ich mich, weil auch mein Leben in seiner Gnade wurzelt und Halt findet so wie deins.

Gebet: Herr, ich bitte dich um starke und tiefe Wurzeln für meinen Glauben. Dann kann ich auch in wechselnden Zeiten bestehen und werde nicht verweht wie ein Blatt im Wind. Dann finde ich Halt und schöpfe ich Zuversicht aus dem Vertrauen auf dich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 10. Dezember 2019

Wie bleibe ich Christ? hl

Losung: Der HERR sprach zu Mose: Das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des HERRN Werk sehen. 2.Mose 34,10

Lehrtext: Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. Matthäus 4,23

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Geschichte, aus der die heutige Losung kommt, erzählt aus der legendären Frühzeit der Israeliten. Doch ihre eigentliche Absicht ist, spätere Generationen zu warnen. Sie galt den Israeliten, die um 585 v.Chr. nach Babylonien verschleppt wurden und dort etwa 70 Jahre leben mussten. Sie sagt ihnen:
     „Vergesst nicht, Gott hat einen Bund mit euch geschlossen. Er ist euch treu, auch wenn ihr jetzt eine schwere Zeit durchmachen müsst. Doch seid auch ihr ihm treu. Haltet am Glauben und an den Geboten fest. Tut, was er will, dann werdet ihr wieder in euer Land zurückkommen. Vor allem vermischt euch nicht mit den Babyloniern und übernehmt auf keinen Fall ihre Religion, sonst werdet ihr als Volk untergehen. Vertraut darauf, Gott ist nach wie vor am Werk und ihr werdet noch sehen, wie er euch auf wunderbare Weise helfen wird.“
     Und so war es dann auch: Andere Völker, die nach Babylon als Zwangsarbeiter verschleppt wurden, sind untergegangen. Aber die Juden hatten ihre Identität bewahrt. Ihre Religion und ihr Glaube haben sie gerettet. Diese Erfahrung war so tiefgreifend, dass sie auch in den 1900 Jahren Diaspora, in denen sie über die halbe Welt verstreut leben mussten, daran festgehalten haben. Aus diesem Grund gibt es sie noch heute, trotz aller Verfolgung und Unterdrückung.
     Doch das ist kein Einzelfall. Volksgruppen und Bekenntnisgemeinschaften, die von anderen bekämpft werden, besinnen sich auf ihre religiösen Wurzeln und ringen um ihren Glauben, weil sie instinktiv spüren, dass sie sich ohne diesen Rückhalt verlieren. Ein aktuelles Beispiel sind die  muslimischen Rohingya in Myanmar. In den letzten Jahrhunderten wurden die Mitgliedern vieler sogenannter Freikirchen von Staat und Großkirche verfolgt und sind darum zumeist in die Vereinigten Staaten geflohen. Meine Vorfahren mussten in jener Zeit ihres evangelischen Bekenntnisses wegen aus Österreich fort und haben sich mit anderen Schicksalsgenossen in Franken angesiedelt.
     Wir heute werden als Christen nicht verfolgt. Aber in unserem säkularen Land weht uns schon länger der Wind ins Gesicht. Da kann es passieren, dass du erstaunt angeschaut wirst, wenn deine Arbeitskollegen oder Freunde mitbekommen, dass du Christ bist und dir dein Glaube wichtig ist. Denn als solcher gehörst du zu einer immer kleiner werdenden Minderheit. Und der Anpassungsdruck der Mehrheitsgesellschaft nimmt zu. 
     Um den Glauben nicht zu verlieren und damit auch ein Stück weit deine Identität, musst du dich aktiv darum bemühen. Diese Losungsauslegungen sollen ein kleiner Beitrag dazu sein. Aber wichtiger noch ist, dass du selbst im Gebet mit Gott in Verbindung bleibst und darauf vertraust, dass er für dich da ist und dir deinen Weg zeigt. Er ist kein eifernder Gott wie es im Kontext der Losung heißt. Er kommt in Jesus als der Barmherzige, der rettet und heilt (Lehrtext).
     
Gebet: Herr, wenn ich meinen Glauben verliere, wer bin ich dann noch? Was bin ich dann noch? Was darf ich dann noch hoffen? Worauf vertrauen? Wenn ich meinen Glauben verliere, dann habe ich alles verloren, auch mich. Aber du wirst das nicht zulassen. Denn du bist mein Hirte, der auch über meinen Glauben wacht. An dir halte ich fest, weil du mich hältst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 9. Dezember 2019

Vorsicht mit Urteilen hl

Losung: Ihr sollt beim Richten nicht die Person ansehen, sondern sollt den Kleinen hören wie den Großen und vor niemand euch scheuen; denn das Gericht ist Gottes. 5.Mose 1,17

Lehrtext: Wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. Matthäus 7,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

geht‘s dir auch so, dass du empört bist, wenn man dich ungerecht behandelt? In wie vielen Familien werden sich Schulkinder heute wohl lautstark und unter Tränen bei ihren Eltern beschweren, dass sie sich in der Schule ungerecht behandelt fühlten? Es werden viele sein. Und wie viele Lehrerinnen und Lehrer werden wohl die Größe haben, sich vor der Klasse bei den Schülern zu entschuldigen, denen sie hoffentlich unabsichtlich Unrecht getan haben? Werden das auch viele sein?
     In der Bibel ist das immer wieder ein Thema, dass Menschen nicht zu ihrem Recht kommen, weil Richter sie missachten oder gegenüber den sogenannten „Großen“ befangen und bestechlich sind. Doch dann heißt es klipp und klar, dass Gott auf Seiten derer ist, denen Unrecht geschieht. Und dass er durch seine Propheten sagen lässt: die Ungerechtigkeit in einer Gesellschaft führt über kurz oder lang unweigerlich zu ihrem Untergang.
     Aber die Kritik gilt ja nicht nur ungerechten Lehrern oder Richtern. Jesus wendet sich an jeden von uns, wenn er sagt: »Wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.« (Lehrtext) Und dabei muss man nicht einmal an das Jüngste Gericht am Ende der Zeiten denken, sondern daran, dass es die Mitmenschen sind, die mich danach beurteilen, wie ich über sie urteile und so über mich reden, wie ich über sie.
     Ich jedenfalls bin empört, wenn man mich ungerecht behandelt und Sachen von mir behauptet, die nicht zutreffen. Doch zugleich gilt dieses Sprichwort auch für mich: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“

Gebet: Herr, ich klage dir das viele kleine und große Unrecht, unter dem überall Menschen leiden. Lass mich nicht abstumpfen, sondern ermutige mich, dass ich mich weiterhin darüber empöre. Mach mich aber zugleich sensibel, dass ich nicht unabsichtlich oder gar absichtlich anderen Unrecht zufüge und wenn es nur eine unbedachte Bemerkung ist. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 8. Dezember 2019

Innere Quelle hl

Losung: Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt. Jesaja 58,11

Lehrtext: Jesus rief: Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen. Johannes 7,38

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wasser! Wasser! In den dürren Zeiten meines Lebens. Wasser in der Seelenwüste. Wasser, wenn Glaube, Hoffnung und Liebe zu verdorren drohen. Wasser des Lebens. – Das wünsche ich mir von Gott. Das brauche ich. Davon lebe ich.      
     Doch er stellt dazu im Jesajabuch, aus dem die Losung kommt, Bedingungen. Er sagt durch seinen Propheten:
     »Die Israeliten suchen mich täglich. Sie wollen, dass Gott ihnen nahe sei. Sie sagen: »Warum fasten wir und du willst's nicht wissen?« Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter. Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Heißt das nicht: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte. Dann wirst du rufen und der HERR wird dir antworten und sagen: Siehe, hier bin ich. Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen. Und der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dich stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.«
     In der Bibel wird der Glaube an die soziale (!) Gerechtigkeit gebunden, daran, wie ich
mich gegenüber anderen Menschen verhalte. Ob ich selbst zu ihnen gerecht bin, ob ich mich für ihr Recht einsetze, ob ich die Not meiner Mitmenschen sehe und versuche, sie im Rahmen meiner Möglichkeiten zu lindern. Kirchliche und religiöse Riten aber haben für den Glauben keine Bedeutung, wenn sie davon abgelöst sind. Kurz und bündig: Gott gibt sich mir nicht ohne meinen Nächsten. Weihnachten feiern ohne „Brot-für-die-Welt“, das passt nicht. Es ist mit dem Glauben an das Christuskind Jesus nicht vereinbar.
     Aber stellt Gott wirklich Bedingungen? Im Alten Testament tut er das. Und im Neuen? Matthäus hat den Zusammenhang, in dem die heutige Losung steht, in sein Evangelium übernommen (Kapitel 25,31-46) und zitiert Jesus mit dem Satz: „Alles, was ihr dem Geringsten meiner Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan.“
     Doch auch Matthäus meint, Druck ausüben zu müssen und will darum denen, die sich unsozial und unbarmherzig verhalten, die Hölle heiß machen. Aber hat das jemals Menschen gebessert?
     Was aber bringt dann jemand dazu, sich seinen Mitmenschen, die in Not sind, zuzuwenden? Ich glaube, die Quelle, aus der lebendiges Wasser fließt, ist Gottes Liebe. Sie lässt unseren eigenen Lebensgarten grünen. Sie bewirkt, dass wir beide "andere unser Herz finden lassen" (Losung). Und wir tun das nicht, weil wir es müssen, sondern weil wir dankbar sind.

     Wer sich von Gott geliebt weiß, wie soll der nicht die Schöpfung wiederlieben, die Menschen und die Tiere, die Pflanzen, das Wasser, die Erde, die Luft und das Universum mit seinen Sternen ohne Zahl - und auch sich selbst? Weihnachtsmenschen tun das, denn sie leben aus jener überströmenden Quelle.

Gebet:
Leben aus der Quelle, leben nur aus dir,
leben aus der Quelle des Lebens.
     Herr, du erforscht mich, veränderst mein Denken,
nur noch aus dir will ich leben, o Herr.
Hilfst mir zu schweigen und auf dich zu warten,

nur noch aus dir will ich leben, o Herr.
     Willst mich gebrauchen, als Salz für die Erde,
nur noch aus dir will ich leben, o Herr.

Leben aus der Quelle, leben nur aus dir,
leben aus der Quelle des Lebens. Amen


Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Samstag, 7. Dezember 2019

Ins Licht hl

Losung: Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten zu deiner Wohnung. Psalm 43,3

Lehrtext: Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. 1.Johannes 1,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

als ich vor einigen Jahren eine jüngere Frau bestatten musste, die an Krebs gestorben war, sagte ich bei der Trauerfeier sinngemäß: 'Sie geht uns jetzt voraus ins Licht. Alles was sie zuletzt an das Leid und die Schmerzen in diesem Leben gefesselt hat, fällt nun von ihr ab: die Schläuche und Kabel der medizinischen Apparate, die Verbände und was sonst noch an ihr Sterben erinnert. Sie geht unbeschwert, aufrecht und frei dem Licht entgegen und die Schatten fallen hinter sie. So geht sie zu dem, der von sich sagt „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis bleiben, sondern das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Er ist auch unser Licht in dieser und in jener Welt. In ihm finden wir den Weg nach Hause.' (Losung)
     Viele Menschen, die eine Nahtod-Erfahrung erlebt haben, auch solche, die nicht glauben, erzählen davon, dass sie an diesem Scheidepunkt zwischen Leben und Tod, zwischen Tod und Leben ein strahlendes Licht gesehen haben. Das ist ihre ganz persönliche Erfahrung, die man nicht verallgemeinern, aus der man keine Beweise ableiten kann. Doch diese Erfahrung kann zu denken geben und trösten.
     Bei diesen Gedanken fällt mir ein Kanon ein, den ich vor vielen Jahren gesungen habe, und dem unsere heutige Losung zugrunde liegt. Mit ihm bete ich:

Gebet:
Sende dein Licht und deine Wahrheit,
dass sie mich leiten zu deiner Klarheit
und ich dir danke, dass du mir hilfst.
Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 6. Dezember 2019

... aber er hilft uns auch hl

Losung: Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.
Psalm 68,20

Lehrtext: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Römer 8,28

Liebe Leserin, lieber Leser,

kannst du das auch sagen, was Paulus im Lehrtext sagt? Ich kann das nur sagen, wenn ich das Wort „wissen“ durch das Wort „hoffen“ ersetze. Ja, das hoffe ich, dass auch die Dinge, die schwer für mich sind, die mir nicht gefallen, die mir weh tun und die ich nicht verstehe – dass auch sie mir letzten Endes zum Besten dienen müssen, weil Gott es so will. Doch das zu hoffen und zu glauben ist alles andere als einfach, wenn du solche Dinge gerade als Last tragen musst.
     In der Losung heißt es, dass Gott es ist, der uns Lasten auflegt, sie uns aber auch tragen hilft und wieder abnimmt. Auch das ist schwer zu glauben. Aber seit den Zeiten des Alten Testaments erfahren Gläubige das, was sie belastet und bedrückt auch als eine Art Prüfung, ob sie, wie Hiob sagt, „nicht nur das Gute, sondern auch das Böse von Gott annehmen“ können. (Hiob 2,10).
     Ich glaube, dass gerade auch die schweren Dinge im Leben dazu beitragen, dass man innerlich wachsen und seelisch stärker werden kann. Sie können wertvolle Erfahrungen sein, auf die man im Nachhinein nicht verzichten möchte.
     Trotzdem wünsche ich jedem und so auch dir, dass uns solche Lasten erspart bleiben. Wenn wir sie aber tragen müssen, dass dann auch gilt und sich erfüllt, was Jesus sagt:
     »Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab.« (Matthäus 11,28+29)
    
Gebet: Herr, du hast mir kein Leben ohne Leid und Last versprochen. Und so soll sich auch dann mein Gottvertrauen bewähren, wenn ich sie tragen muss. Aber du hast versprochen, dass ich mit meinen Lasten zu dir kommen kann und du es mir leichter machen wirst. Darauf hoffe ich und darauf, dass mir auch die schweren Dinge in meinem Leben zum Besten dienen müssen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 5. Dezember 2019

Sanfter Wind hl

Losung: Vor dem HERRN her kam ein großer und gewaltiger Sturmwind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, in dem Sturmwind aber war der HERR nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der HERR nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der HERR nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs. 1.Könige 19,11-12

Lehrtext: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Johannes 4,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie hältst du’s mit der Gewalt?
„Sine vi, sed verbo“, „Ohne Gewalt, sondern mit dem Wort“, lautete ein Grundsatz der Reformatoren vor 500 Jahren. Hätten sich die Christen, gleich welcher Konfession, nur immer daran gehalten!
     Die Geschichte, aus der die Losung kommt, erzählt, dass Gott dem Propheten Elia nicht in den Naturgewalten Sturm, Erdbeben und Feuer begegnete, sondern im „Flüstern eines sanften Windhauchs“. Und Jesus hat lieber die andere Backe hingehalten als zurückzuschlagen. „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“, sagt er von sich und nennt die selig, die selbst sanftmütig sind und Frieden stiften. „Sine vi, sed verbo“.
     Wohl die meisten Menschen, oder soll ich besser sagen Männer?, neigen in Konfliktfällen von Natur aus zur Gewalt. Wie sonst soll man sich die vielen Kriege und Gewaltexzesse bis heute erklären? Doch wer Christ sein will, hat an sich selbst den Anspruch, auf Gewalt zu verzichten. Das verlangt Selbstbeherrschung und Einsicht. Das verlangt, Konflikte in Gesprächen zu lösen und nicht mit Fäusten oder Waffen. Das verlangt vor allem die Fähigkeit zur Selbstkritik und die Bereitschaft zur Versöhnung.
     Es bedeutet einen großen Fortschritt, dass in demokratischen Gesellschaften der Staat mit seinen Polizeiorganen das Gewaltmonopol hat und niemand sich auf eigene Faust mit Gewalt Recht verschaffen darf. Das wirkt nach innen befriedend.
     Doch die Gewaltbereitschaft nach außen, gegenüber anderen Staaten in Form von Rüstung und Militär, bewirkt das meines Erachtens nicht. Das habe ich aus der Geschichte gelernt. Und so ist es ein Trugschluss, von notwendigen Kriegen auf Kosten vieler Opfer und unsäglichen Leids zu sprechen, wenn man dabei außer Acht lässt, dass jeder Krieg eine Vorgeschichte hat, in der die Verantwortlichen versagt haben. Auch der aktuelle Krieg in Afghanistan hat seine Vorgeschichte, als die Amerikaner die Taliban noch aufgerüstet haben.
     Die Römer hatten ihren Kriegsgott Mars. Wir haben Jesus, den „Friedefürst“, wie es in der Bibel heißt. In ihm wirkt Gottes Geist, der Geist des Friedens und der Versöhnung. Der lieber flüstert als schreit. Der keine Gewalt nötig hat, weil sein Wort aufs Ganze mächtiger ist als jede Gewalt, jede Rüstung und alles Militär.  
    
Gebet: Herr, ohne den Geist deines Friedens wird nicht Friede weder im Großen noch im Kleinen. Schenke der Welt diesen Geist und fange bei mir damit an. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 4. Dezember 2019

Wem Gott was schuldet hl

Losung: Der HERR sprach: Ich will diese Stadt beschirmen, dass ich sie errette um meinetwillen. 2.Könige 19,34

Lehrtext: So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des Heiligen Geistes. Apostelgeschichte 9,31

Liebe Leserin, lieber Leser,

damit das klar ist, Gott schuldet dir gar nichts. Mir auch nicht. Aber sich selbst. Und er ist sich schuldig, dass er um seiner selbst willen seine Zusagen einhält und dein Gott ist und bleibt. Mit dir hat das nichts zu tun, mit mir auch nicht. Wir können ihn zu nichts verpflichten, zu nichts bewegen, zu nichts überreden. Wir können mit ihm nicht handeln, wie alle Religionen, auch die christlichen, meinen. Opfer welcher Art auch immer, sind sinnlos. Spenden ebenfalls, wenn wir sie seinet-  und unseretwegen geben statt anderen Menschen zuliebe, die in Not sind.
     Dass er unser Gott sein will, ist seine freie Entscheidung als Vater, Sohn und heiliger Geist. Das können wir im Glauben dankbar annehmen und auf seine Liebe vertrauen. Mehr braucht es nicht. Mehr ist auch nicht gut, sonst rutschen wir wieder in die hochmütige Versuchung ab, mit Gott religiöse Tauschgeschäfte betreiben zu können.

Seit mehr als dreitausend Jahren thront die Stadt Jerusalem auf dem Berg Zion. 
  • Gegründet wurde sie von Heiden, den Jebusitern, 
  • erobert von David 1000 v.Chr.
  • zerstört vom Babylonier Nebukadnezar 588 v.Chr. 
  • und noch einmal von dem Römer Titus 70 n.Chr. 
  • erobert von den muslimischen Sassaniden 614 n.Chr., 
  • mehrfach erfolglos umkämpft von den Kreuzfahrern im Hochmittelalter. 
  • verwaltet von den Briten nach dem Untergang des osmanischen Reiches 1919. 
  • Zurückerobert und annektiert von Juden 1948 teilweise und 1967 vollständig.
     Bei so vielen Kriegen und Kämpfen ist es wie ein Wunder, dass es Jerusalem heute überhaupt noch gibt. Die Hauptstädte der Großmächte des Alten Orients, der Assyrer, Babylonier, Ägypter und Perser sind verschwunden. Die Stadt Jerusalem steht noch immer.

Faszinierende Stadt

     Doch ein allgemeingültiger Beweis ist das leider nicht, dass unser heutiges Losungswort stimmt. Höchstens ein Zeichen für Menschen, die glauben. Wer als ein solcher heute Jerusalem besucht, kann sich der Faszination dieser Stadt nicht entziehen. Für Juden und Israelis ist sie ein Symbol ihrer Freiheit und Macht, ihrer Geschichte und Tradition und der Ort, an dem Abraham seinen Sohn Isaak opfern wollte. Für Christen ist sie der Ort, an dem Jesus von Menschen gefangen, gefoltert, verhört und gekreuzigt, von Gott aber auferweckt wurde. Für sunnitische Muslime ist sie der Legende zufolge der Ort, an dem Mohammed mit seinem Pferd in den Himmel geritten ist.
     Eines aber ist Jerusalem ganz und gar nicht: eine heilige Stadt. Abgesehen davon, dass nichts und niemand heilig ist als Gott allein, ging und geht es in Jerusalem sehr irdisch und sehr menschlich zu mit viel Leid und Streit bis heute.
     Aber als gläubiger Mensch kann ich das so sehen, dass Gott diese Stadt bis heute „beschirmt“, nicht um der Juden, der Christen oder Muslime willen, sondern um seinetwillen, um seines Sohnes Jesus Christus willen, in dem er zu mir kommt und zu dir.
    
Gebet: Herr, du allein bist der Geber aller Gaben und ich bin der mit den leeren Händen. Auch mein Leben kann ich dir nicht übergeben, denn es gehört dir sowieso. Und jedes Gebet, jedes Lob, jeder Dienst am Nächsten und jeder Gottesdienst kann nicht mehr sein als ein Dankeschön. Du bist mir nichts schuldig. Aber du gibst mir und allen deinen Menschen, was wir brauchen ob wir glauben oder nicht. Alles, was du geschaffen hast, gehört dir, auch ich. Das zu wissen, tut gut. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 3. Dezember 2019

Warum Beten Sinn macht hl

Losung: Hilf uns, HERR, unser Gott; denn wir verlassen uns auf dich. 2.Chronik 14,10

Lehrtext: Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Matthäus 7,8

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Glauben erfahre ich, dass Gott mich beschenkt noch ehe ich ihn darum bitte (Matthäus 6,8). Warum soll ich es dann trotzdem tun?

Beten stärkt Gottvertrauen

     Ich verstehe den Lehrtext so: Wer da bittet, wird zuversichtlich, dass er bekommt, was Gott ihm schon längst geben will. Wer da sucht, der findet heraus, dass er von Gott längst gefunden ist. Und wer da anklopft, der erfährt, dass die Tür für ihn längst offensteht.
     Wer aber nicht bittet, weiß nicht, woher das Gute in seinem Leben kommt und hat keine Vertrauen, dass Gott ihm auch künftig geben wird, was er braucht. Wer aber nicht sucht, hat keine Ahnung, dass Gott ihn längst gefunden hat und nicht mehr verlieren wird. Und wer im Gebet nicht anklopft, wie soll der glauben, dass er ein Zuhause hat, wo die Tür für ihn offensteht?
(Lehrtext)
     Im Glauben verlasse ich mich auf Gott, dass er mir helfen und geben wird so wie er das bisher getan hat. (Losung)
    
Gebet: Herr, ich weiß nicht, ob jeweils in deinem Sinn ist, worum ich dich bitte. Viele Gebete erhörst du. Manche aber auch nicht. Doch darauf vertraue ich, dass du dein Versprechen hältst und mir geben wirst, was nach deinem Willen gut für mich ist. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 2. Dezember 2019

Glauben ohne Angst hl

Losung: Fürchte dich nicht und verzage nicht! Josua 8,1

Lehrtext: Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. 1.Johannes 4,18

Liebe Leserin, lieber Leser,

diesen Satz aus der heutigen Losung würde ich gern auf mich beziehen. Und generell stimmt er ja auch, weil Gott im Alten und Jesus im Neuen Testament immer wieder einmal sagt: „Fürchte dich nicht!“. Aber der Zusammenhang, in dem das heutige Bibelwort steht, ist abstoßend.

Hinrichtung und Krieg

     Im Josua-Buch wird erzählt, wie Gottes Zorn darüber entbrennt, dass ein Israelit sein Verbot, sich nach der Eroberung Jerichos etwas von der Beute zu nehmen, missachtet hatte. Darauf folgt die Hinrichtung des Schuldigen. Er und seine ganze Familie samt den Kindern werden vom Volk gesteinigt und danach verbrannt (Sippenhaft). Dann kommt der Satz aus der Losung mit der Aufforderung Gottes an Josua, ein weiteres Mal in den Krieg zu ziehen.
     Nun kann man wissen, dass es aus der Zeit, die hier berichtet wird, keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt. Die Geschichtswissenschaft kann auch nicht belegen, ob es Josua und die Eroberung Jerichos, wie sie erzählt wird, überhaupt gegeben hat.

Das strategische Interesse der Verfasser

     Wichtiger finde ich, mit welchem Interesse eine solche und andere Geschichten im Alten Testament verfasst und weitererzählt wurden. Die Israeliten in späteren Zeiten sollten damit ermahnt werden, Gottes Gebote unbedingt und ohne Ausnahme zu erfüllen, weil ihnen sonst Unheil droht. Wenn sie das aber tun, dann bleibt Gott auf ihrer Seite und hilft ihnen, ihre Feinde zu vernichten.
     Uns heute befremdet ein solches strategisches Vorgehen. Wir würden gerne wissen, ob das tatsächlich so gewesen ist und stimmt, wie es in der Bibel steht. Aber das scheint früher nicht so wichtig gewesen zu sein. Hauptsache die Absicht ist richtig. Und die hieß in diesem Fall: Gottes Gebot unter allen Umständen und vollständig erfüllen, wenn man seine Hilfe und seinen Segen möchte.

Die ganz andere Gotteserfahrung

     An diesem Beispiel wird wieder mal deutlich, wie sehr sich Jesus von bestimmten religiösen Traditionen seines Volkes absetzt. Seine Gotteserfahrung geht weit darüberhinaus. Und so begegnet mir in ihm der Gott des Friedens und der Barmherzigkeit, welcher mit dem Gott aus dem Josua-Buch nur noch wenig gemein hat.

     Der Zusammenhang, aus dem der Lehrtext stammt, spricht für sich selbst. Diese Worte gehören zum Zentrum des Evangeliums und meines Glaubens:

Liebe vertreibt Angst

     »Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt, und wir vertrauen fest auf diese Liebe. Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin hat Gottes Liebe ihr Ziel erreicht, dass wir dem Tag des Gerichts voller Zuversicht entgegengehen können. Denn wir sind in dieser Welt schon ebenso mit dem Vater verbunden, wie Christus es ist. Wirkliche Liebe ist frei von Furcht. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst (Lehrtext). Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, bei dem ist Gottes Liebe noch nicht zum Ziel gekommen. Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat.« (1. Johannes-Brief 4,15-19. Übersetzung: „Hoffnung für alle“. Die zentralen Aussagen sind von mir kursiv gesetzt.) Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.
    
Gebet: Herr Jesus Christus, in dir erkenne ich und erfahre ich, wer und wie Gott zu mir und allen Menschen ist. Vor ihm muss ich mich nicht fürchten. Zu ihm darf ich kommen, so oft ich seine Nähe und Hilfe brauche. Und er kommt zu mir und bleibt bei mir in Zeit und Ewigkeit. Das tröstet mich und gibt mir Zuversicht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 1. Dezember 2019

Wie erfülle ich Gottes Willen? hl

Losung: HERR, wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Dir muss man gehorchen. Jeremia 10,7

Lehrtext: Der Gott des Friedens mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus. Hebräer 13,20.21

Liebe Leserin, lieber Leser,

in dieser Welt gibt es viele Gesetze, die dazu beitragen, dass wir leben können. An erster Stelle sind das die Naturgesetze, die nicht von Menschen nach deren Belieben in Kraft oder außer Kraft gesetzt werden können. Wer auf den Eiffelturm steigt und springt, weil er meint, das Naturgesetz der Schwerkraft gelte nicht für ihn, der ist tot und wenn er noch so glaubt.

Gesetze, nach denen alle leben

     In dieser von Gott geschaffenen Welt herrschen Gesetze, die musst du befolgen, weil du gar keine Wahl hast. Oder du kannst dich gleich verabschieden. Wir alle leben nach diesen Gesetzen, ohne dass wir darüber nachdenken, ganz gleich ob wir Christen sind oder Atheisten. In dieser Hinsicht stimmt der Satz aus der Losung: „Dir, Herr, muss man gehorchen.“
     Doch da ist noch Gottes Wille, wie ihn Jesus verkündet hat. Er hat alle 613 Gebote und Verbote des Judentums in dem einem Satz zusammengefasst: „Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten (egal ob Freund oder Feind) wie dich selbst!“ Das genügt.

Dieses Gebot geht über meine Kraft

     Klingt gut, klingt einfach und geht doch über meine Kraft. Was mache ich dann, der ich doch, wie die Losung sagt, Gottes Willen gehorchen muss? Mir bleibt nichts anderes übrig, als mir den Segenswunsch aus dem Hebräerbrief (Lehrtext) zu eigen zu machen und Gott zu bitten:

Gebet: Herr, von dir kommt aller Friede. Hilf mir, in jeder Hinsicht das Gute zu tun und deinen Willen zu erfüllen. Jesus Christus gib mir die Kraft, das zu tun, was Gott gefällt. Amen

     Damit ist auch klar, dass kein Mensch von einem anderen einfordern kann, Gottes Willen zu tun. Aber er kann ihn dabei in einer guten Weise unterstützen und für ihn wie für sich selbst im Sinn des Lehrtextes beten. Allerdings bleibt dann von kirchlichen Geboten und Verboten, Pflichten und Lebensordnungen nicht mehr viel übrig. Sie alle sind Menschenwerk zur Sicherung der Organisation und der Macht. Sie stehen und fallen damit, ob sie das Leben der Menschen erleichtern und Gottes Willen erfüllen, wie ihn Jesus verkündet hat.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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