Donnerstag, 9. August 2012

Allen Grund für gute Laune ebl

Losung: Ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil. Habakuk 3,18

Lehrtext: Jesus sprach: Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Markus 2,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich glaube, es gibt unterschiedliche Arten von Freude. Die überschäumende, die sich nach einer langen Anspannung entlädt, wie wir sie in diesen Tagen ganz oft bei den Olympischen Spielen erleben können. Da reißt dann ein Tischtennisspieler euphorisch die Fäuste hoch oder die Beachvolleyballer liegen sich mitten auf dem Sandplatz in den Armen. Es gibt aber auch die andere Freude: die stille, innere Freude, wenn zum Beispiel unsere Nachbarin ihrem Söhnchen bei seinen ersten Schritten auf seinen eigenen Füßen zuschaut oder wenn in diesen Tagen in der warmen Abendluft ein Heißluftballon vorbeifährt und die Leute im Korb genießerisch übers Land sehen. "Ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil", heißt heute die Tageslosung aus dem Buch des Propheten Habakuk (Kapitel 3, Vers 18). Wir Christen können schlecht die ganze Zeit euphorisch die Siegerfäuste in die Luft reißen - aber zumindest für einige Augenblicke am  Tag wirklich froh darüber sein, dass wir Gott kennen und unseren Glauben frei und ungehindert leben können, das ginge sehr gut, oder?
Jesus hat unsere Situation einmal verglichen mit der Stimmung, die auf einer schönen Hochzeit herrscht: Da wird gelacht, da umarmen sich die Leute, da redet man miteinander und isst wunderbare Köstlichkeiten. "Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist?" fragt Jesus im heutigen Lehrtext seine Freunde. (Neues Testament, Evangelium des Markus, Kapitel 2, Vers 19.) Die Antwort ist klar: gar nicht. 'Freude fasten', nur die tristen Seiten des Lebens sehen und gelten lassen - das gilt für Christinnen und Christen einfach nicht! Wir haben allen Grund, froh zu sein!

Gebet: "Gott, danke, dass du vor mein ganzes Leben ein neues Vorzeichen setzt, nämlich ein dickes Plus. Weil ich dir wichtig bin und du mir Lebenshilfe leisten willst und mich auch im Scheitern auffängst und mir wieder auf hilfst. Ich habe allen Grund, froh zu sein! Danke, Gott.

Einen fröhlichen Tag wünscht Ihnen und dir

Ihre / deine

Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 8. August 2012

Wer darf die Richtung vorgeben? ebl

Losung: Ich bin der HERR, der die Zeichen der Wahrsager zunichte macht und die Weissager zu Narren. Jesaja 44,25

Lehrtext: Bewahre, was dir anvertraut ist, und wende dich ab vom heillosen und leeren Gerede, von den Behauptungen der sogenannten Erkenntnis. 1.Timotheus 6,20

Liebe Leserin, lieber Leser,

waren Sie / warst du jemals bei einer 'Wahrsagerin'? Ich nie. Wenn ich mich richtig erinnere, hätte ich einmal die Möglichkeit beim Münchner Tollwood-Festival gehabt - doch ich hatte irgendwie ein komisches Gefühl, als ich am Zelt dieser Frau vorbei ging. Vielleicht sind es die Folgen unzähliger erlebter Kinder-, Jugend- und Erwachsenengottesdienste, die mich damals von diesem Schritt abgehalten haben. Denn die Bibel spricht sich ganz klar gegen eine solche Art der Lebensdeutung aus. Gott heißt es nicht gut, wenn wir uns von Leuten, die Geld mit unserer Neugier verdienen wollen, die Zukunft vorhersagen lassen. "Ich bin der HERR, der die Zeichen der Wahrsager zunichte macht und die Weissager zu Narren", sagt er im Buch des Propheten Jesaja (Kapitel 44, Vers 25).

Auch der Lehrtext für heute aus dem Neuen Testament macht uns klar, dass wir uns sehr gut überlegen müssen, wer oder was den Kurs unseres Lebens bestimmen darf. "Bewahre, was dir anvertraut ist, und wende dich ab vom heillosen und leeren Gerede, von den Behauptungen der sogenannten Erkenntnis", bittet Paulus seinen Freund Timotheus in seinem 1. Brief (Kapitel 6, Vers 20). Paulus möchte, dass sein Freund sich in erster Linie am Evangelium ausrichtet. Ich denke, dass diese Ermutigung für Timotheus in ihrer Klarheit auch für uns eine gute Wegweisung ist.

Gebet: "Gott, mein Vater, viele geistliche Strömungen der unterschiedlichsten Art gibt es heute in unserer Gesellschaft, auch in unseren Dörfern. Bitte hilf mir, das Sinnvolle und Hilfreiche zu unterscheiden von Unsinn oder Schädlichem. Sei mit deinem Heiligen Geist bei  mir, dass ich mit deiner Hilfe in meinem Leben einen guten Kurs halten kann. Danke, Vater. Amen."

Einen schönen Tag wünscht dir und Ihnen

deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 7. August 2012

Wie leben? Gute Frage! ebl

Losung: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Psalm 51,12 

Lehrtext: Ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe. 1.Korinther 6,20

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist." So betet David in Psalm 51 Vers 12. Er ist so etwas wie eine 'Lichtgestalt' in der langen Geschichte Israels. Er ist ein berühmter König. Und doch macht auch er Fehler, er setzt sich über den Willen Gottes hinweg und wird schuldig an anderen Menschen. Dadurch kommt er ins Schlingern. Als er das erkennt, besinnt er sich und betet die heutige Losung. Er bittet Gott, ihn nicht zu verstoßen und ihm neu seinen Geist zu schenken, damit er einen guten Weg einschlagen kann.

Im Lehrtext lesen wir heute: "Ihr seid teuer (von Gott) erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe." (1.Paulus-Brief an die Korinther, Kapitel 6, Vers 20) "Mit meinem Körper dem Ansehen Gottes in der Welt dienen" - das will Paulus und darum bittet er auch die Christen in Korinth. Welchen Lebensstil sie wählen, wie sie sich öffentlich geben, auch wie sie Beziehungen und Sexualität leben - alles das ist nach Paulus für andere Leute ein Ausdruck ihrer Nähe oder Ferne zu Gott. In unserer Zeit, in der 'anything goes' das beherrschende Motto ist, sind das sehr fremde Töne.

"Mit unserem Körper dem Ansehen Gottes in der Welt dienen" - was könnte das heute heißen? Bestimmt nicht, dass wir verkniffen als graue Kontrolleure von Sitte und Moral durch die Welt tigern. Möglicherweise dies, dass wir gelassen, vielleicht sogar froh unser Leben in einer lebendigen Beziehung zu Gott leben, was durchaus einschließt, ab und an einmal 'nein' zu sagen und sich dabei nichts zu vergeben?

Gebet: Gott, wir leben in einer Zeit, in der vieles, fast alles möglich ist und toleriert wird. Aber nicht alles, was geht, tut uns auch gut. Schenk du uns die Weisheit, dass wir das durchschauen und immer wieder in Entscheidungssituationen in uns hineinhören, was du uns jetzt wohl raten würdest. Amen.

Von Herzen grüßt Sie und dich

Ihre / deine

Elfriede Bezold-Löhr 

Montag, 6. August 2012

Kein Konto und doch schuldenfrei ebl

Losung: Wenn ein Gerechter Böses tut, so wird's ihm nicht helfen, dass er gerecht gewesen ist; und wenn ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit umkehrt, so soll's ihm nicht schaden, dass er gottlos gewesen ist. Hesekiel 33,12

Lehrtext: Die Jünger zogen aus und predigten, man solle Buße tun. Markus 6,12

Liebe Leserin, lieber Leser,

so etwas wie ein Konto für gute oder für böse Taten scheint es bei Gott nicht zu geben. Diesen Schluss lässt die heutige Losung zu: "Wenn ein Gerechter Böses tut, so wird's ihm nicht helfen, dass er gerecht gewesen ist; und wenn ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit umkehrt, so soll's ihm nicht schaden, dass er gottlos gewesen ist," lesen wir im Alten Testament im Buch des Propheten Hesekiel in Kapitel 33 im Vers 12.
Damit wir verstehen, was hier gemeint ist, hilft der größere Zusammenhang. In den folgenden Versen wird erklärt, dass es nicht in Ordnung geht, wenn jemand 'strategisch klug' Gutes in seinem Leben tut und an einem bestimmten Punkt erklärt: "Nun habe ich genug an positivem Verhalten gezeigt, jetzt muss ich nicht mehr nachdenken und kann stehlen, lügen und betrügen wie ich will!" Eine solche innere Haltung tut Gott weh. In gleicher Weise kommt es in umgekehrtem Fall für Gott auf die Einstellung des Herzens an: Hat jemand Zeit seines Lebens viel falsch gemacht und oft gegen den Willen Gottes gehandelt, kommt aber eines Tages an den Punkt, wo er das Vergangene tief bereut, dann wird Gott ihm gegenüber liebevoll und großzügig sein. Er selber macht ihn 'schuldenfrei'.

Ein ehrlicher Blick auf uns selber und eine aufrechte Haltung zu dem, was uns gelingt und wo wir versagen, bleibt Gottes Wunsch an uns. Das hatten auch die Freunde von Jesus begriffen und gaben es auf ihren Missionsreisen weiter, ob die Leute es hören wollten oder nicht. "Die Jünger zogen aus und predigten, man solle Buße tun" (Markus-Evangelium, Kapitel 6, Vers 12), fasst der heutige Lehrtext knapp zusammen. Denn nur so sind und bleiben wir offen für das Angebot der vollkommenen Versöhnung, das Gott uns ja in Jesus Christus gemacht hat.

Gebet: Gott, du machst uns Mut, uns so zu sehen, wie wir sind. Wir brauchen uns nicht klein zu machen, aber wir sollten uns auch nichts vormachen. Was schief und abwegig ist in unserem Leben, das bringst du zurecht, wenn wir dich darum bitten - im Namen deines Sohnes Jesus Christus. Das ist ein großartiges Angebot von dir an uns! Ich nehme es heute neu für mich an. Danke, Vater. Amen.

So gestärkt kann die neue Woche für uns alle gesegnet anfangen.

Herzlich grüßt Sie und dich

Ihre / deine Elfriede Bezold-Löhr

Samstag, 4. August 2012

Verstecken hl

Losung: Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR. Jeremia 29,13-14

Lehrtext: Zachäus stieg auf einen Maulbeerbaum, um Jesus zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Lukas 19,4-5

Liebe Leserin, lieber Leser,

als meine Kinder noch kleiner waren, hab ich gern mit ihnen Verstecken gespielt. Natürlich hab ich es ihnen nicht besonders leicht gemacht. Sie sollten sich schon Mühe geben, mich zu finden. Aber bevor sie aufgaben oder es ihnen zu langweilig wurde, habe ich mich doch von ihnen finden lassen.
Nein, Gott spielt mit Ihnen /mit dir nicht Verstecken. Aber auch er will, dass du dir Mühe gibst, ihn zu finden. Und dann – davon bin ich überzeugt – wird er sich auch von dir finden lassen. So wie Gott wirklich ist, finden wir ihn in Jesus. Und dann erscheint Gott, der Schöpfer, in einem anderen Licht. Dann ist er nicht ein „Uhrmacher” der vor Ewigkeiten die Welt geschaffen hat und sie nun ablaufen lässt, ohne dass er sich groß darum kümmern würde. Dann bleibt er auch als Schöpfer dein himmlischer Vater, der alles, was ist, für dich geschaffen hat, weil er dich liebt. Für wen sonst sollte er die Welt geschaffen haben? Für die Engel? Bestimmt nicht!
Doch, wie gesagt, ein bisschen Mühe müssen wir uns schon geben, um den zu finden, der sich so viel Mühe um uns gibt. Dazu gehört, dass ich Gott im Gebet suche und in seinem Wort, in der Bibel. Oder auch in dem Menschen, der meine Hilfe braucht. Manchmal dauert es, bis er sich finden lässt. Aber noch niemand, der ihn von ganzem Herzen gesucht hat, hat das umsonst getan.

Gebet: Großer Gott, du hast dich in dem kleinen Menschen Jesus versteckt, im Kind in der Krippe und im Mann am Kreuz. Da will ich dich suchen. Da wirst du dich von mir finden lassen. Amen

Herzliche Grüße und einen gesegneten Sonntag!

Hans Löhr

Hier die Weihnachtspredigt 2011 zum selben Thema: „Du wirst finden”

Freitag, 3. August 2012

Aus Freude am Leben hl

Losung: Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach! Psalm 34,15

Lehrtext: Seid alle eines Sinnes, voller Mitgefühl, liebt einander, übt Barmherzigkeit, seid demütig. 1.Petrus 3,8

Liebe Leserin, lieber Leser,

an den heutigen Bibelworten ist außergewöhnlich, dass sich sowohl Losung als auch der Lehrtext in einem einzigen Abschnitt befinden. Petrus zitiert in seinem ersten Brief die heutige Tageslosung aus dem Psalm 34. Nachstehend habe ich diesen Abschnitt in einer neuen Übersetzung (Bibel „Hoffnung für alle”) aufgeführt. Lehrtext und Losung sind jeweils hervorgehoben.
Mir ist am heutigen Losungswort aus dem Psalm 34 aufgefallen, dass der Grund dafür, warum ich Gutes tun und den Frieden suchen sollen nicht einfach nur ein Gebot ist, sondern ein Tipp, wie ich mich „am Leben freuen und gute Tage sehen“ kann. Manchmal fragt jemand, warum soll ich denn glauben und mich nach der Bibel richten? Hier ist die Antwort: Aus Freude am Leben!

Und hier der besagte Bibelabschnitt aus „Hoffnung für alle”:
Petrus schreibt: Und noch etwas möchte ich euch sagen: Haltet fest zusammen! Nehmt Anteil am Leben des anderen, und liebt einander wie Geschwister! Geht barmherzig miteinander um, und seid nicht überheblich
Vergeltet nicht Böses mit Bösem, bleibt freundlich, auch wenn man euch beleidigt, und bittet Gott um seinen Segen für den anderen. Denn ihr wisst ja, dass Gott auch euch dazu berufen hat, seinen Segen zu empfangen. Es heißt doch in der Heiligen Schrift: "Wer sich am Leben freuen und gute Tage erleben will, der achte auf das, was er sagt. Keine Lüge, kein gemeines Wort soll über seine Lippen kommen. Vom Bösen soll er sich abwenden und das Gute tun. Er setze sich unermüdlich und mit ganzer Kraft für den Frieden ein. (1. Petrus 3, 8-11)

Gebet: Mein Gott und Herr, dein Wort ist wahr: ich spüre sofort innere Freude, wenn ich etwas Gutes tue und auf Versöhnung statt auf Streit aus bin. Doch das Böse hat eine große Macht. Auf mich allein gestellt, habe ich dagegen keine Chance. Aber du hilfst mir, das Böse mit Gutem zu überwinden. Danke!

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Donnerstag, 2. August 2012

Pech gehabt – Glück gehabt hl

 Losung: Der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut. Daniel 9,14

Lehrtext: Es ist kein Ansehen der Person vor Gott. Römer 2,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

tja, Pech gehabt. Gott interessiert sich nicht dafür, wie jung, schön, reich, mächtig, berühmt, geschickt, angesehen oder erfolgreich du bist. Zumindest kannst du bei ihm damit nicht punkten. Allerdings fragt er dich, was du mit diesen Qualitäten für deine Mitmenschen tust; denn er interessiert sich sehr für dein Herz, egal ob du jung oder alt, reich oder arm, berühmt oder normal bist.
·         Hast du ein Herz für andere, Menschen wie Tiere, oder nur für dich?
·         Wohnt in deinem Herzen Liebe oder Gleichgültigkeit?
·         Bist du ein Mensch des Vertrauens oder der Furcht?
·         Bist du versöhnungsbereit oder nachtragend?
·         Hast du ein dankbares Herz oder bist du von Grund auf unzufrieden?
·         Und zuletzt die vielleicht heikelste Frage: liebst du nur Menschen oder liebst du auch Gott - von ganzem Herzen?
Nein, diese Fragen stelle nicht ich, der Pfarrer. Sie werden uns von der Bibel gestellt, dir wie mir. Jeder von uns muss sich fragen, wie es um sein Herz bestellt ist. Vor Gott spielt es keine Rolle, ob du Papst, Bischof oder Pfarrer bist oder ein ganz normaler Christ. Es ist auch nicht so, dass nur die Superfrommen Gott recht wären. Jesus ist auf die Erde gekommen, um die Sünder zu suchen und nicht die Gerechten. Er bringt nicht Gottes Gericht zu denen, die gescheitert sind, sondern seine Liebe. Wer sie annimmt und erwidert, ist ihm recht, was auch immer sonst gewesen sein mag.
Tja, Glück gehabt, dass Gott sich nicht dafür interessiert, was ich äußerlich zu sein scheine, sondern dass er mich liebt, damit ich wieder mit mir selbst, meinen Mitmenschen und mit ihm zurechtkomme.

Gebet: Allmächtiger Gott und Vater, dir kann ich nichts vormachen. Du lässt dich von mir nicht blenden. Du schaust in mein Herz und siehst, wie es um mich steht. Doch das macht mir keine Angst. Das ist meine Chance, innerlich wieder heil und gesund zu werden. Heile du, worunter ich leide. Heile und erfreue mich mit deiner Liebe, die du mir in Jesus schenkst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Mittwoch, 1. August 2012

Was kommt auf uns zu? hl

Losung: So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht? Jesaja 63,15

Lehrtext: Gott hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus. Kolosser 2,15
  
Liebe Leserin, lieber Leser,

was meinen Sie / was meinst du? Ob uns die Klage des Propheten Jesaja, der die heutige Losung entnommen ist, irgendetwas angeht?
Könnte es vielleicht sein, dass, wenn sich die Finanzkrise in Europa zur Katastrophe ausweitet, wir in Deutschland demnächst ähnlich klagen müssen: »Herr, schau doch herab vom Himmel! Warum setzt du dich nicht mehr mit ganzer Kraft für uns ein? Warum hältst du dich zurück? Schlägt dein Herz nicht mehr für uns? Ist deine Liebe erloschen? Du, Herr, du bist unser Vater. "Unser Retter" - so hast du von jeher geheißen. Warum hast du uns so eigensinnig werden lassen, dass wir keine Ehrfurcht mehr vor dir haben? Bitte, wende dich uns wieder zu! Wir sind doch immer noch das Volk, das dir gehört(Jesaja 63,15-17 aus Bibel „Hoffnung für alle”)
Oder könnte es vielleicht sein, dass wir in der evangelisch-lutherischen Kirche allen Grund haben, so zu klagen, weil uns Gott und mit ihm der Glaube in unserer organisatorischen Betriebsamkeit, finanziellen Selbstsicherheit und intellektuellen Überheblichkeit abhandengekommen ist?
Oder werden wir auch in unserer Kirchengemeinde so klagen müssen oder in unserer Familie oder jeder von uns im Hinblick auf sich selbst?
Ich bin kein Prophet und kann weder vorhersagen, ob es so kommen wird noch, dass es so nicht kommen wird. Ich weiß aber, dass seit den Zeiten Jesajas noch viele Generationen so haben klagen müssen wie der Prophet damals und dass das auch in Zukunft nicht anders sein wird. Jedenfalls erscheint mir der Satz Jesajas durchaus aktuell, wenn er sagt: »Warum hast du uns so eigensinnig werden lassen, dass wir keine Ehrfurcht mehr vor dir haben?« Welche Folgen das für unser Land und damit für jeden von uns haben wird, darüber kann jeder für sich nachdenken.
Im heutigen Lehrtext spricht der Apostel von den finsteren, dämonischen Mächten, die uns Menschen in der Gewalt haben. Gott aber hat ihre Macht gebrochen für die, die darauf vertrauen, dass ihnen durch Jesu Kreuz alle Schuld vergeben ist. Wir können das, was politisch und wirtschaftlich kommen wird nicht aufhalten. Aber im Glauben können wir uns davon befreien, dass wir uns von den schlechten Nachrichten lähmen lassen wie das Kaninchen von der Schlange. Gott hat uns nicht ewigen Wohlstand versprochen, aber doch seinen Beistand gerade in Krisenzeiten. Darum lassen wir uns von dem, was zur Zeit in Europa und weltweit abgeht, nicht einschüchtern.

Gebet: Allmächtiger Gott, ich danke dir für die lange Zeit in Frieden und Wohlstand, die ich bisher erleben durfte. Wenn es aber anders kommen wird, dann verlasse ich mich darauf, dass du auch durchs finstere Tal mitgehst bis ich wieder Licht sehe. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Dienstag, 31. Juli 2012

Erntesegen hl

Losung: Gleichwie Gewächs aus der Erde wächst und Same im Garten aufgeht, so lässt Gott der HERR Gerechtigkeit aufgehen und Ruhm vor allen Heidenvölkern. Jesaja 61,11

Lehrtext: Jesus sprach: Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte. Lukas 10,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

vorgestern hatten wir unser alljährliches Gemeindefest auf der Sommersdorfer Schlosswiese. Wegen des unsicheren Wetters haben wir den Gottesdienst in der Kirche gefeiert. Sie war voll wie an Weihnachten. Manche mussten sogar stehen. Das Wetter hat dann gehalten und die Besucher haben teils in der Schlossscheune teils auf der Schlosswiese gegessen. Leider sind die Bratwürste ausgegangen. Der Spießbraten hat gelangt. Salat und Kuchen wurde uns von ehrenamtlichen Helfern in solchen Mengen angerichtet und gebacken, dass noch etwas übrig geblieben ist. Von den paar hundert Gäste konnte jeder satt und zufrieden wieder heimgehen.
Gott sei Dank haben wir in unsrer Gemeinde die vielen Ehrenamtlichen. Ohne sie würde wir nicht erleben, dass unser Bemühen Früchte trägt, die wir nun mit ihnen ernten können. Ja, die vielen Gottesdienstgäste auch an „normalen“ Sonntagen, die vielen Kinder im Kindergottesdienst – sie sind auch das Ergebnis vom gemeinsamen Bemühen aller, die in der Gemeinde mitarbeiten. Sie sind die Ernte, die dem gehört, der unsre Arbeit segnet.

Gebet: Danke, Herr, dass du uns eine solche Ernte erleben lässt. Danke, dass du die Zusammenarbeit in unserer Gemeinde so segnest. Halte auch weiterhin deine schützende und segnende Hand über uns alle. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Montag, 30. Juli 2012

Zeuge bei Groß und Klein hl

Losung: Tretet hin und steht und seht die Hilfe des HERRN, der mit euch ist. 1.Chronik 20,17

Lehrtext: Paulus sprach: Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. Apostelgeschichte 26,22

Liebe Leserin, lieber Leser,

was der Apostel Paulus im Lehrtext sagt, kann jeder von uns nachsagen: „Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag.” Wäre es nicht so, wären Sie / du und ich nicht mehr am Leben. Wir sind bei Verkehrsunfällen noch einmal davon gekommen, nach schweren Krankheiten wieder gesund geworden, vor Hunger und Krieg verschont geblieben. Jeder von uns kann dazu seine Geschichten erzählen. Aber erzählst du sie auch? Erzählst du, dass du nicht deshalb mit dem Leben davon gekommen bist, weil du so besonders schlau oder gerissen, tüchtig oder geschickt warst, sondern weil Gott es war, der dir geholfen hat? Wenn du das tust, bist auch du ein Zeuge für ihn bei Groß und Klein. Du brauchst dazu gar keine großen Predigten zu halten. Es genügt, wenn du aus deinem eigenen Leben erzählst und es mit Gott in Verbindung bringst.
Unter uns gibt es das Sprichwort „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!”. Das ist gar nicht so falsch. Gott will, dass wir alles tun, was in unseren Kräften steht, um ein Problem zu lösen. Er hilft uns auch durch die Kräfte und Begabungen, die er uns gegeben hat. Aber manchmal hilft er auch, ohne dass wir einen Finger rühren. In der Losung ist davon die Rede, wie Gott für sein Volk kämpft und siegt, ohne dass es selbst kämpfen muss. Allerdings, eines muss ich schon tun: Wenn Gott für mich etwas erreichen soll, muss ich ihm vertrauen, ihm zutrauen, dass er mir helfen wird und ihm das auch sagen – und den anderen auch.

Gebet: Allmächtiger und barmherziger Gott, wie oft habe ich mir nicht schon gewünscht, dass du mir in der einen oder anderen Angelegenheit hilfst. Und wenn es dann so war, wenn alles gut gegangen ist, habe ich nicht mehr daran gedacht, dass du mir den Wunsch erfüllt hast. Das tut mir leid. Stärke meinen Glauben, dass ich mein Leben immer mehr im Zusammenhang mit dir sehen kann. Denn jedes Dankeschön für dich, ist ein Stück mehr Gottvertrauen für mich. Amen

Herzliche Grüße und eine gesegnete neue Woche!

Hans Löhr 

Freitag, 27. Juli 2012

Gottes „Nationalität” ebl


Losung: Ich schwor dir's und schloss mit dir einen Bund, spricht Gott der HERR, dass du solltest mein sein. Hesekiel 16,8

Lehrtext: Ihr seid die, die einst kein Volk waren, jetzt aber das Volk Gottes sind, die einst keine Barmherzigkeit erlangten, jetzt aber Barmherzigkeit erlangt haben. 1.Petrus 2,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

wann haben Sie / wann hast du das letzte Mal einen Pakt mit jemandem geschlossen? Etwas mit Handschlag verabredet, das dann ganz unverbrüchlich gilt? Wir machen das heute wohl eher in Form von Verträgen, die wir unterschreiben. Pachtverträge, Mietverträge, Kaufverträge ...
   Um einen solchen Vorgang geht es in der heutigen Losung: "Ich schwor dir Treue und schloss den Bund für's Leben mit dir, ich der Herr. So wurdest du mein." (Das kann man nachlesen im Alten Testament, Buch des Propheten Hesekiel, Kapitel 16, Vers 8). Wie ein Brautpaar am Altar sich die lebenslange Treue verspricht, so verspricht Gott den Menschen, die er liebt, die Treue. Doch in einem unterscheidet sich Gottes Treueversprechen von dem Versprechen, das wir als Menschen geben: Auch wenn wir es im Augenblick des Ja-Wortes aus tiefster Seele ernst meinen (und das tun heute viele Menschen immer noch), können wir doch scheitern an unseren Vorsätzen und brechen möglicherweise eines Tages unser gegebenes Versprechen.
   Das gibt es bei Gott nicht. Definitiv. Er hat einmal zu uns Menschen 'Ja' gesagt (bei unserer Erschaffung) und er hat es ein zweites Mal gesagt, als er in Jesus Christus so geworden ist wie wir und all unser Scheitern ans Kreuz getragen hat.
   Daher gilt, was im Lehrtext steht, für uns alle: "Ihr seid die, die einst kein Volk waren, jetzt aber das Volk Gottes sind, die einst keine Barmherzigkeit erlangten, jetzt aber Barmherzigkeit erlangt haben." (Neues Testament, 1. Brief des Petrus, Kapitel 2, Vers 10). Weil wir Gott so wichtig sind, nimmt er uns hinein in den Kreis seiner Kinder und hilft uns liebevoll durch unser Leben. Egal, woher wir kommen, welche Nationalität wir haben und welche Geschichte wir mitbringen: Gott lädt uns ein, seine 'Nationalität' anzunehmen, Christen zu werden und zu bleiben.

Gebet: Danke, Gott, dass du uns in eine neue Gemeinschaft mit hinein nimmst. Hilf uns, dass wir in unserer Gemeinde unseren Platz finden und dort voller Zuversicht unseren Glauben mit anderen teilen und leben können. Amen."

Herzlich grüßt Sie / dich

Ihre / deine Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 26. Juli 2012

Danke! ebl

Losung: Wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben. 5.Mose 8,10

Lehrtext: Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre. 1.Korinther 10,31

Liebe Leserinnen und Leser,

heute geht es um das Tischgebet.
Bei meinen Eltern daheim war es üblich, nach (!) dem Frühstück zu beten und vor (!) dem Mittagessen. Fragt mich nicht, warum so und nicht anders - ich war es so gewöhnt. Die Losung heute hält uns zum Ersteren an: "Wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben." (Nachzulesen im Alten Testament, 5.Buch Mose, Kapitel 8, Vers 10) Da scheint jemand die Erfahrung zu kennen, dass man mit knurrendem Magen nur noch nach der dampfenden Pfanne schielt und das Tischgebet schnell zu einer lästigen Pflicht wird. "Lieber Gott, lass deinen Segen über unser Essen fegen!" ist nicht umsonst ein sehr beliebtes Tischgebet bei christlichen Kinderfreizeiten. 'Schnell noch danken - dann loslegen!' das ist das Motto.
Es könnte mehr Weisheit darin stecken, Gott zu danken, wenn man satt und zufrieden das Besteck bei Seite legt. Ich werde in meiner Familie von morgen an diese Veränderung ausprobieren, das nehme ich mir vor. 

Der Lehrtext aus dem Neuen Testament nimmt es mit der Reihenfolge gelassener: "Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre." (1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 10, Vers 31). Hört sich im ersten Moment ganz 'entspannt' an, geht aber eigentlich noch tiefer: Nicht nur dann, wenn wir am gedeckten Tisch sitzen, könnten wir in Gedanken mit Gott verbunden sein und 'Danke!' sagen, sondern beim Gang auf die Bank, beim Einkaufen, bei der Fahrt zur Firma, beim Gemüseernten im Garten. Abends genau so wie morgens. Das wird zum Krampf, wenn wir es als Pflicht ansehen. Es könnte zur ständigen Kraftquelle werden, wenn wir es als Angebot nehmen. Als Angebot Gottes, in einer 'Stand-by-Verbindung' zu ihm zu stehen, die mit jedem Gedanken von uns an Gott aktiviert ist.

Gebet: Gott, du stößt uns heute dazu an, dass wir darüber nachdenken, wie wir es mit dem Tischgebet halten. Ich merke, wie selbstverständlich ich es nehme, dass zu allen Mahlzeiten genügend auf unserem Esszimmertisch steht. Aber es ist nicht selbstverständlich. Ich danke dir dafür, dass wir jeden Tag genug zu Essen haben. Hilf mir, dafür empfindsam zu bleiben, wie gut es uns geht und wie vieles uns von dir geschenkt wird. Amen.

Herzliche Grüße

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr


Mittwoch, 25. Juli 2012

Gott kann heilen ebl

Losung: HERR, mein Gott, als ich schrie zu dir, da machtest du mich gesund. Psalm 30,3

Lehrtext: Christus spricht: Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun. Johannes 14,14

Liebe Leserin, lieber Leser dieser kleinen Auslegung,

vor einiger Zeit hatten wir das Thema hier schon einmal, das heute in Losung und Lehrtext wieder dran ist: das Heilen. "HERR, mein Gott, als ich schrie zu dir, da machtest du mich gesund." So betet David, wir können es nachlesen in Psalm 30, Vers 3 im Alten Testament. Es muss ganz schön kritisch um ihn gestanden haben, denn es geht dort folgendermaßen weiter: "Du hast mich von den Toten zurückgeholt. Ich stand schon mit einem Fuß im Grab, doch du hast mir das Leben neu geschenkt."
Ich hatte neulich unter uns Losungslesern und Losungsleserinnen herumgefragt, wer mit dem Thema 'geheilt werden durch das Vertrauen in Gottes Kräfte' schon Erfahrung gesammelt hat. Drei Mails kamen bei mir an mit einer klaren gemeinsamen Antwort: "Ja, das gibt es, dass Menschen ihr ganzes Vertrauen in Gott setzen und tatsächlich wieder gesund geworden sind."
Diese Rückmeldungen waren für mich sehr ermutigend und ich will sie heute an euch weiter geben. Zugleich ist mir bewusst, dass es das andere auch gibt: verzweifelte Gebete um Heilung, wo Ärzte am Ende ihrer Möglichkeiten sind - und dann bleibt doch nur das Sterben und der Tod. Da werden Zweifel und Fragen übermächtig. Warum Gott einmal so handelt und ein andermal scheinbar teilnahmslos zusieht - ich kann uns diese Frage nicht beantworten.

Jesus Christus sagt ganz klar: "Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun." (Neues Testament, Johannes 14,14) Also werden wir mutig! Wagen wir es, Gott zu vertrauen und nicht dem Zweifel das Feld zu überlassen.

Gebet: "Gott, unser Vater, du sagst, dass du für uns da bist und dich um uns kümmerst, wenn wir leiden und krank sind. Du kannst gesund und heil machen. Danke für diese tröstliche Zusage.
Hilf, dass unser Vertrauen in dich wächst. Schärfe unseren Blick dafür, wo du schon jetzt heilend hilfst. Wir wollen lernen, dich mutig um Hilfe zu bitten - auch wenn du es vielleicht dann ganz anders tust, als wir es uns im ersten Augenblick selber gedacht haben. Amen."

Sommergrüße aus Sommersdorf schickt dir und Ihnen 

deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr






Dienstag, 24. Juli 2012

Von Gott belohnt hl

Losung: Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. 1.Mose 15,1

Lehrtext: Gehört ihr Christus an, so seid ihr Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben. Galater 3,29

Liebe Leserin, lieber Leser,

glauben Sie / glaubst du, dass Gott dich für deinen Glauben belohnt? In den Ohren vieler sogenannter moderner Christen klingt das recht seltsam. Das würde ja bedeuten, dass es ein direktes persönliches Verhältnis zwischen dir und Gott gibt. Das würde bedeuten, dass Gott auf dich achtet und registriert, was du tust. Das würde bedeuten, dass du Gott mit deinem Glauben eine Freude machen kannst. Ja, das alles und noch viel mehr würde es bedeuten.
Und auch dieser Satz ist unter Christen heute umstritten: ‚Was Gott für Abraham getan hat, das kann er auch für dich tun‘. Ob das stimmt?
Ja, ich glaube, dass beide Sätze stimmen. Ich sage das aus eigener Erfahrung. Gott hat in meinem Leben Wunder getan. Meine Kinder sind solche Wunder. Dass ich nach schweren Krankheiten in meiner Kindheit wieder gesund geworden bin, ist ein solches Wunder. Dass ich mich mit einem Menschen wieder versöhnen konnte, bei dem ich dachte, dass das nie wieder möglich sein würde, ist ein solches Wunder. Und das weiß ich auch: der Glaube an Gott hat mein Leben spürbar verändert. Ich bin mit der Zeit dankbarer und damit auch zufriedener geworden.
Nichts von dem, was ich gerade gesagt habe, gilt nur für mich. Auch du kannst in deinem Leben Gottes Wunder entdecken. Auch du kannst die verändernde Kraft des Glaubens spüren. Vielleicht muss du manchmal nur etwas genauer hinschauen und nachdenken.

Gebet: Vater im Himmel, ich danke dir, dass ich durch den Glauben zu deiner großen Familie gehöre. Du hast auch mich gesegnet mit dem Segen, den du zuerst Abraham gegeben hast. Aus dieser Kraft lebe ich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Montag, 23. Juli 2012

Er betet für dich hl

Losung: Sie kamen zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den HERRN und wider dich geredet haben. Bitte den HERRN, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. 4. Mose 21,7

Lehrtext: Jesus kann für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie. Hebräer 7,25

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Herr Pfarrer, bitte beten Sie für mich.” Immer wieder mal wird diese Bitte an mich herangetragen. Meine Frau und ich sind gern dazu bereit. Wir beten sowieso oft für die vielen Gemeindeglieder, denen wir im Lauf der letzten Zeit begegnet sind: für Kinder wie für Großeltern, für Jugendliche wie für die mittlere Generation. Insbesondere natürlich für die, die in einer schwierigen Situation sind.
Aber dass man füreinander betet, dafür braucht es uns nicht unbedingt. Am meisten wird unter uns wohl für Kinder und Enkelkinder gebetet und dann für Kranke. Aber ich weiß auch von Frauen, die für ihre Männer beten, wenn sie auf die Arbeit fahren, dass sie nach Arbeitsschluss wieder gut heim kommen. Die Schwestern in Tansania, die das Waisenhaus in Kalali betreiben, beten regelmäßig für unsere Gemeinden. Und vielleicht brauchen diejenigen unsere Gebete am meisten, mit denen wir uns besonders schwer tun.
Selbstverständlich kann und soll man auch für sich selbst beten. Da braucht es dann weder einen Mose (Losung) noch einen Pfarrer. Aber dass Jesus für uns betet, wie es im Hebräerbrief (Lehrtext) heißt, das ist schon was Besonderes. Einen besseren und Fürsprecher als ihn gibt es nicht.

Gebet: Guter Vater im Himmel, du kennst sie alle, die ich kenne: die Großen und die Kleinen, die Jungen und die Alten, die Gesunden und die Kranken, die Fröhlichen und die Betrübten. Und du kennst sie besser als ich. Du weißt, was sie brauchen. Ich bitte dich, dass du sie alle segnest und deine schützende Hand über sie hältst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Samstag, 21. Juli 2012

Darum geht es hl

Losung: Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißt, dass sein Bund ewig bleiben soll. Psalm 111,9

Lehrtext: Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus. Römer 5,1

Liebe Leserin, lieber Leser,

eine Ehe, eine Beziehung hält viel aus, solange beide noch daran glauben, dass sie für einander wenigstens ein bisschen Liebe empfinden. Da können Enttäuschungen verschmerzt werden. Da können auch Verletzungen, die man sich in einem Streit mit bösen Worten zugefügt hat, heilen, auch wenn Narben bleiben, die ab und zu weh tun.
Die Gemeinschaft (der Bund), die Gott mit dir eingegangen ist, hält noch mehr aus. Von ihm aus ist das keine Frage, dass er dich liebt und dir die Treue hält. Darauf kannst du dich verlassen. Und genau darum geht es, dass du dich auf deinen Gott verlässt, dass du ihm wegen Jesus Christus vertraust. Dann bist du ihm recht und kannst im Frieden mit ihm und mit dir selbst leben, egal was gewesen ist und vielleicht noch sein wird.
Ob das wahr ist? Durch deinen Glauben an Gott wird es für dich wahr!

Gebet: Mein Gott, du weißt, dass ich in meinem Leben schon manchen Mist gebaut habe. Mit dem, was ich über andere gedacht, zu ihnen gesagt und wie ich mich ihnen gegenüber verhalten habe, habe ich mich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das tut mir leid. Aber deswegen liebst du mich doch und bin ich dir recht. Und weil ich das glaube, ist es auch so. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Freitag, 20. Juli 2012

Was dich der Glaube kostet hl

Losung: Daniel hatte an seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem, und er fiel dreimal am Tag auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott. Daniel 6,11

Lehrtext: Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 2.Korinther 4,9

Liebe Leserin, lieber Leser,

»was nichts kostet, ist auch nichts wert.« Daniel und Paulus wurden ihres Glaubens wegen angefeindet und verfolgt. Dafür dass sie an Gott und Jesus Christus festgehalten haben, haben sie einen hohen Preis bezahlt.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg kamen Glaubensflüchtlinge aus dem Salzburger Land in unsere Dörfer. Teilweise sind wir ihre Nachkommen. Sie mussten wegen ihres evangelischen Bekenntnisses Haus und Hof verlassen und oft sogar ihre Kinder hergeben. Wir können uns das heute nicht mehr vorstellen. Wer würde sich schon dafür, dass er evangelisch bleiben kann, aus der Heimat verjagen und die Kinder wegnehmen lassen?
Gott sei Dank leben wir in anderen Zeiten. Aber die Frage stellt sich dennoch: Was kostet mich mein Glaube? Und damit meine ich weniger die unselige Kirchensteuer, als vielmehr die Zeit, die ich mir zum Beten nehme oder zum Beispiel dafür, dass ich die Tageslosung und diese Auslegung lese und darüber nachdenke, was sie für mein Leben bedeuten könnte. Der Wert des Glaubens steigt mit der Mühe, die ich mir mit ihm gebe. Jedes Gebet, jeder Gottesdienstbesuch, jede Freundlichkeit anderen gegenüber macht meinen Glauben ein bisschen wertvoller.
Deine Kinder sind dir zu Recht zu wertvoll, als dass du sie für irgend einen Preis der Welt wieder hergeben würdest. Und was ist mit Gott, der sie dir geschenkt hat? Welchen Stellen-Wert hat er in deinem Leben?

Gebet: Mein Gott und Vater im Himmel, du weißt, woran mein Herz hängt. Du weißt, dass ich die Menschen, die ich liebe, nicht hergeben möchte, auch nicht meine Gesundheit, auch nicht mein Leben. Aber wenn es denn sein muss – und einmal muss es sein –, dann lass mir bis zuletzt meinen Glauben. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Donnerstag, 19. Juli 2012

Größer als dein Herz hl

Losung: Gott sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist. Hiob 28,24

Lehrtext: Gott ist größer als unser Herz und erkennt alle Dinge. 1.Johannes 3,20

Liebe Leserin, lieber Leser,

hoffentlich gehören Sie / gehörst du nicht zu den Menschen, die meinen, Gott gegenüber ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, weil sie nicht gut genug sind. Dann solltest du sehr genau prüfen, ob es wirklich Gott ist, der mit dir nicht zufrieden ist oder ob es Menschen sind, die dir ein bestimmtes Gottesbild und einen bestimmten Glauben vermittelt haben.
Ja, „Gott schaut alles, was unter dem Himmel ist”. Aber er ist gewiss kein Erbsenzähler deiner Fehler und Schwächen. Er hat kein diebisches Vergnügen daran, dich bei einer Sünde zu ertappen, um dich anschließend zur Schnecke zu machen. So verhalten sich manche Menschen, aber nicht Gott. Wenn Hiob sagt, dass Gott „die Enden der Erde“ sieht (Losung), dann meint er damit, dass er den großen Überblick hat und Dinge weiß, die wir nicht wissen können. Wir wissen nicht einmal mit letzter Sicherheit, was in der nächsten Stunde sein wird. Da ist es gut, wenn ich dem mein Leben anvertrauen kann, der den Weg für mich auch in der Zukunft weiß.
Und doch sieht Gott auch mein Versagen und meine Schuld. Aber damit plage ich mich doch schon selbst herum. Er sieht auch, dass ich mich dann schäme und mir Selbstvorwürfe mache. Wozu soll er dann noch mit seinen Vorwürfen Salz in meine Wunden streuen? Der Satz aus dem ersten Brief des Johannes (Lehrtext) heißt vollständig: »Wenn uns unser Herz anklagt, ist Gott größer und barmherziger als unser Herz.«
Zu ihm darf ich auch mit einem Herzen kommen, das voll ist von Selbstzweifeln und Selbstanklagen. Nein, niemand soll sich selbst beschimpfen. Das bessert nichts. Aber jeder hat die Chance, sein wundes Herz in Gottes Hand zu legen, damit er es heilt.

Gebet:
Herr, ich komme zu dir, und ich steh' vor dir ,so wie ich bin-
Alles, was mich bewegt lege ich vor dich hin.
Herr, ich komme zu dir, und ich schütte mein Herz bei dir aus.
Was mich hindert ganz bei dir zu sein räume aus!
Meine Sorgen sind dir nicht verborgen, du wirst sorgen für mich.
Voll Vertrauen will ich auf dich schauen. Herr, ich baue auf dich! (Albert Frey)
Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Mittwoch, 18. Juli 2012

Entgegenkommend hl

Losung: Kommt, lasst uns hinziehen, den HERRN anzuflehen und den HERRN der Heerscharen zu suchen! Auch ich will hinziehen! Sacharja 8,21

Lehrtext: Sie brachten zu Jesus einen Blinden und baten ihn, dass er ihn anrühre. Markus 8,22

Liebe Leserin, lieber Leser,
als Pfarrerehepaar haben es meine Frau und ich in unseren Dörfern immer noch verhältnismäßig gut. Da begegnen uns viele Erwachsene zuvorkommend. Nach einem Besuch gibt es manchmal ein Marmeladenglas oder einen Karton frisch gelegte Eier mit nach Hause. Und wenn einer von uns beiden Geburtstag hat, hängt morgens eine Tüte mit einem kompletten Frühstück an der Haustür. So wie ich die Leute bei uns kenne, sind wir nicht die einzigen, die das erleben. Dass man entgegenkommend ist, ist nach wie vor ein Stück Lebenskultur auf dem Land.
Und wie ist es mit Ihnen / mit dir? Sind Sie / bist du entgegenkommend oder wartest du, zum Beispiel nach einem Streit bis zuerst der andere einen Schritt auf dich zugetan hat? Oder wartest du mit dem Grüßen oder einer Gefälligkeit bis dich der andere zuerst gegrüßt oder dir einen Gefallen erwiesen hat?
Gott jedenfalls ist entgegenkommend. Er kommt dir mit seiner Liebe zuvor noch bevor du den ersten Schritt zu ihm getan hast. Schon im Mutterleib hat er seine schützende Hand über dich gehalten. Schon bei deiner Taufe hat er dich gesegnet.
Das ist das eine. Das andere ist, dass auch wir ihm entgegen gehen. Wir müssen dazu nicht nach Jerusalem ziehen, um ihn dort „anzuflehen und zu suchen“ (Losung). Es reicht, wenn du im Gebet zu dem kommst, der längst zu dir gekommen ist.
Im Lehrtext lesen wir, wie man einen Blinden zu Jesus brachte, dass er ihn heile. Sie hätten ihn nicht bringen können, wenn Gott nicht zuvor in Jesus zu uns Menschen gekommen wäre. Nun wartet Gott auf unseren Schritt. Er will sehen, ob wir so viel Vertrauen zu ihm haben, dass wir uns an ihn wenden, damit er uns helfe. Er will unseren Glauben sehen. Ja, Gott ist entgegenkommend und hält uns seine Hand hin. Nun sind Sie / nun bist du dran, einen Glaubensschritt zu tun und seine Hand zu ergreifen.

Gebet: Herr, du hast gesagt, dass ich in allem, was ich von anderen erwarte, ihnen zuvorkommen soll. Du selbst hast mir das vorgemacht. Stärke meinen Willen, dass ich es dir gleichtun kann. Stärke meinen Glauben, dass ich auf dich zugehe, damit du mir geben kannst, was ich brauche. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Dienstag, 17. Juli 2012

Stich ins Herz hl

Losung: Du siehst es doch, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen. Psalm 10,14

Lehrtext: Jesus sah die vielen Menschen, und sie taten ihm leid, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren. Markus 6,34

Liebe Leserin, lieber Leser,

dass ich doch einen solchen Satz wie in der Losung niemals sagen muss!
Was genau der Mensch erduldet hat, der ihn in Psalm 10 zu Gott gesagt hat, wissen wir nicht. Nur soviel wird klar, dass er unter der Gewalt von Gottlosen gelitten haben muss. Und was hatten nicht die alles erlitten, die in den folgenden zweieinhalb tausend Jahren diesen Satz nachgesprochen haben?! Vielleicht waren auch meine Vorfahren aus Österreich darunter, die im 18. Jahrhundert wegen ihres evangelischen Bekenntnisses aus ihrer Heimat im Salzburger Land vertrieben wurden.
Dass ich doch einen solchen Satz wie die Losung auch einmal sagen kann, wenn mir schlimmes Leid widerfahren sollte.
Spricht aus ihm doch der Glaube, dass Gott mich auch dann nicht vergessen haben wird. Er sieht „Elend und Jammer“ damals wie heute und es steht in seinen Händen, das Leid zu beenden.
Wenn Jesus Menschen leiden sah, gab es ihm einen Stich ins Herz. Dann wandte er sich ihnen zu und half ihnen auf alle erdenkliche Weise. So hat er gezeigt, wie unser Gott ist. Er lässt sich anrühren von deiner und meiner Not. Er hört unsere Bitten und Hilferufe.

Gebet: Vater im Himmel, zahllose Menschen auf der Erde rufen in diesem Augenblick nach Hilfe. Sie sollen es nicht vergebens tun, wenn sie dich darum bitten. Amen
  
Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Montag, 16. Juli 2012

Hinter den Kulissen hl

Losung: Uns, HERR, wirst du Frieden schaffen; denn auch alles, was wir ausrichten, das hast du für uns getan. Jesaja 26,12

Lehrtext: Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. 1.Korinther 15,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

"alles, was wir ausrichten, das hast du für uns getan" (Losung) - das ist Glaube. Das ist der so genannte zweite Blick, mit dem einer, der glaubt, die Welt und sich selbst sieht. Auf den ersten Blick siehst du wie alle Menschen. Du nimmst mit deinen fünf Sinnen wahr, was um dich herum geschieht und versuchst es zu verstehen. Das Leben, so scheint es, geht auch ohne Gott, ohne Glauben. Viele sagen das so. Alle Medien, die Zeitungen, das Fernsehen, das Internet – sie berichten davon, was Menschen tun. Sie berichten über Erfolge und Niederlagen. Gott spielt dabei keine Rolle. Aber ein Mensch, der glaubt, sieht nicht nur, was sich auf der Bühne des Lebens abspielt, sondern schaut auch hinter die Kulissen. Und da sieht er den großen Regisseur am Werk, nach dessen Willen und Vorgaben das Stück vorne gespielt wird.
Ich weiß, viele wollen davon nichts wissen, dass sie ihre Erfolge letzten Endes nicht sich selbst verdanken, sondern Gott. Aber ich glaube, so ist es nun mal, dass er immerzu am Werk ist, wo wir allein, in eigener Verantwortung und auf eigene Rechnung zu handeln scheinen. 
Dass ich zum Beispiel Pfarrer bin, war nicht mein ursprünglicher Plan. Ich wollte Theologie studieren, weil ich wissen wollte, was an der Sache mit Gott dran ist. Aber Pfarrer werden? Nein. Und dann bin ich‘s doch geworden und bin‘s immer noch gern schon so viele Jahre. Aber ich bin nicht wegen der Kirche, an der ich leide, gern Pfarrer, sondern wegen der Menschen, denen ich in meinem Beruf begegnen darf. Nicht durch meine Pläne und meine Leistung, sondern durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin (Lehrtext). Er regiert! Das ist die eigentliche Wahrheit über diese Welt und über mein Leben.

Gebet: Herr, wenn ich's recht bedenke, so weiß ich, dass ich alles, was ich bin und habe, dir verdanke. Du kannst selbst aus meinen Fehlern noch etwas Gutes machen. Du kannst sogar meine Schwäche in Stärke verwandeln. Wir Menschen, ob in der großen Politik oder in der Familie, tun oft so, als ob wir alles unter Kontrolle hätten. Du weißt, dass das nicht stimmt. Danke, dass letztlich immer noch dein Wille geschieht. Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen für die neue Woche!

Hans Löhr 

Freitag, 13. Juli 2012

Wohin? hl

Losung: Du lässest die Menschen dahinfahren wie einen Strom, sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst und des Abends welkt und verdorrt. Psalm 90,5.6

Lehrtext: Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1.Korinther 15,42

Wie ein Strom: Immerzu und unaufhaltsam fließt der Strom des Lebens ins Meer der Ewigkeit. 
Und du und ich sind Tropfen dieses Stroms in diesem Augenblick. 
Vor uns sind andere ins Meer dahingefahren. 
Und die nach uns kommen, folgen uns.
Wie ein Schlaf: Auch sind wir wie ein Schlaf, der vorüber geht und du weißt nicht wie.
Kaum bist du eingeschlafen, verfliegt die Zeit ohne dich.
Und wenn du aufwachst, ist ein neuer Tag.
Wie ein Gras: Wo sind sie geblieben, die Tulpen und Narzissen des Frühjahrs?
Wo sind sie geblieben, die Tage der Kindheit und Jugendzeit?
War es nicht gestern erst?

Wohin? Wohin?

Der Strom mündet ins Meer.
Der Schlaf nimmt dich mit in einen neuen Tag.
Das Gras erwacht im Frühling zum Leben.
Du und ich, wir werden „auferstehen in Herrlichkeit“.
So sagt es die Bibel. So will ich es glauben
in der Zeit, die noch bleibt.

Gebet: Heiliger, ewiger, lebendiger Gott, du selbst bist das Geheimnis des Lebens und wir sind ein Teil davon. Alles kommt von dir und alles geht zu dir. Du bist das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte. Dein Name sei gelobt in Ewigkeit! Amen


Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Donnerstag, 12. Juli 2012

Neid und Gier im Keim ersticken ebl

Losung: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus noch alles, was sein ist. 5.Mose 5,21

Lehrtext: Tötet, was in euren Gliedern irdisch ist: böse Begierde und die Habgier - sie ist Götzendienst! Kolosser 3,5

Liebe Leserinnen und Leser,

die heutige Losung ist streng genommen nur ein Ausschnitt aus dem genannten Vers 21. Das Bild vom 'Haus' steht für alles, was mit Besitz zu tun hat. Komplett zitiert lautet der Vers 21 aus dem 5. Kapitel des fünften Buches Mose: "Du sollst nicht versuchen, die Frau (oder entsprechend den Mann) deines Mitmenschen an dich zu bringen. Du sollst überhaupt nichts begehren, was deinem Mitmenschen gehört; sein Haus und seinen Grundbesitz, seinen Sklaven, sein Rind, seinen Esel oder sonst irgendetwas, was deinem Mitmenschen gehört." Heute müssten wir wohl ergänzen: Auch nicht sein Motorrad, seinen begehbaren Kleiderschrank, seinen Pool im Garten, seine Zweitwohnung in Südfrankreich ...

Es geht um Neid und es geht um Gier. Beides, das macht Gott mit seinem Gebot deutlich, verdirbt unseren Charakter und schwärzt uns die Seele. Daher sollten wir entschieden gegensteuern, wenn wir spüren, wie sie in uns aufkeimen.

Im Lehrtext unterstreicht Paulus in seinem Brief an die Kolosser, wie gefährlich uns diese Gefühle werden können: "Lasst also nicht zu, dass diese verborgene Herrlichkeit (die in uns ist, weil wir mit Jesus Christus schon jetzt ein neues Leben haben, EBL) in euch durch eure eigene Schuld zerstört wird. Wer sich bewusst gegen Gott stellt, indem er einfach seinen bösen Neigungen nachgibt, sei es auf sexuellem Gebiet, sei es im Umgang mit anderen oder mit dem Geld, den überlässt Gott sich selber." (Neues Testament, Brief des Paulus an die Kolosser, Kapitel 3, Vers 5 nach der Übersetzung 'Willkommen daheim').

Es ist nicht gleichgültig, wie wir als Christen leben. Wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, dass wir 'unter Beobachtung' stehen durch diejenigen, die eigentlich mit Gott und Glauben abgeschlossen zu haben glauben. Doch die gute Nachricht ist, dass wir Gott als 'personal trainer' (persönlichen Übungsleiter) und Ermutiger an unserer Seite haben. Damit ist vieles an guter Veränderung möglich!

Gebet: Gott, du warnst uns heute vor Neid und Gier. Die Gefahr ist groß, dass wir von diesen Gefühlen immer wieder beherrscht werden. Schenk' uns die Fähigkeit, das wirklich Notwendige vom Luxuriösen zu unterscheiden. Hilf uns, dankbar zu sein für den Wohlstand, in dem viele von uns noch immer leben dürfen. Zeig' du uns, wie gewinnbringend es sein kann, großzügig zu werden. Danke, dass du uns mit deinem Heiligen Geist unterstützt, wenn wir nach deinem Willen leben wollen. Amen.

Einen herzlichen Gruß vor der Abreise ins Konficamp nach Sulz am Eck
- und vielleicht ja ein Wiedersehen bei unserem 150. (!!!) Lichtblick am kommenden Sonntag

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr