Mittwoch, 20. Dezember 2023

Was Gott vergibt hl

Losung: Lobe den HERRN, der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen. Psalm 103,2.3 

Lehrtext: Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. 1.Johannes 4,10 


Liebe Leserin, lieber Leser, 


wen liebt Gott? Den Frommen! Aber mehr noch liebt er den Sünder, weil der seine Liebe braucht (Losung).

Was ist die größte Sünde? Die Sünde wider den Heiligen Geist? (Matthäus 12,31.32). Oder ein moralisches Vergehen? Oder sonst etwas, was in unseren Augen als besonders verwerflich gilt? Ich denke, die größte Sünde ist, Gott zu vergessen. Und sie ist deshalb so schlimm, weil ich mir selbst als seinem Kind etwas antue, wenn ich meinen Vater im Himmel vergesse und fortan ohne ihn in dieser Welt zurechtkommen, ohne ihn leben und sterben muss. So jedenfalls verhält es sich, wenn einer Gott verloren hat. Umgekehrt ist das nicht so. Auch der „verlorene“ Sohn ist vielleicht für sich, aber nicht für seinen Vater verloren und wird von ihm nicht weniger geliebt, eher noch mehr.

Nicht beleidigt, aber traurig

Gott lässt sich von uns Menschen nicht verachten oder beleidigen und auch nicht vergessen. Aber ich schade mir selbst am meisten, wenn ich seine ausgestreckte Hand ausschlage. Ausgestreckte Hand? Ja, Jesus ist diese Hand, die er mir geduldig ein ums andere Mal hinhält, ohne beleidigt zu sein, wenn ich sie nicht ergreife. Nein, beleidigt ist Gott nicht. Aber ich denke mir, dass er oft genug traurig ist, weil ich ihm nicht so vertraue und mir nicht so von ihm helfen lasse, wie es möglich wäre. Das, liebe Leserin, lieber Leser, das ist in meinen Augen Sünde. Aber auch diese Sünde vergibt er mir.

Egal, wie es mir dieses Jahr am Heiligen Abend geht, das will und werde ich mir nicht nehmen lassen, dass ich von Gott geliebt bin und er mir in Jesus begegnet, damit ich ihn nicht vergesse und seine Hand nicht ausschlage. 

Gebet: Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! 
Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen (Losung), der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler. (Psalm 103,1-5) Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

 

Dienstag, 19. Dezember 2023

damals wie heute hl

Losung: Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. Psalm 34,16 

Lehrtext: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Römer 12,12 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ob du gerecht bist oder nicht – wie will man das als Mensch feststellen? –  Gott sieht und hört dich so oder so (Losung). Sonst wäre der Glaube und jedes Gebet sinnlos. Manchmal tut es gut, sich in eine Ecke zu setzen oder im Bett vor dem Einschlafen die Hände zu falten und nichts weiter zu tun als zu sagen:

Gebet: Mein Gott, du siehst mich, du hörst mich, du kennst mich. Du weißt, wie es mir geht. Du weißt was ich brauche. Ich vertraue darauf, dass du jetzt bei mir bist und für mich tust, was mir hilft. Amen

Alles, was im Neuen Testament geschrieben steht, ist für die Christen in den ersten Jahrzehnten nach Jesu Tod bestimmt, also für Menschen, die um die Wende vom ersten zum zweiten Jahrhundert in der damaligen Welt gelebt haben. Sie sind die eigentlichen Adressaten. Dass die Schriften der Evangelisten und Apostel auch noch nach 2000 Jahren gelesen werden, hat man sich damals nicht träumen lassen. Oder kannst du dir vorstellen, dass die Menschheit noch 2000 Jahre weiterlebt und man die Bibel auch noch in jenen Jahren liest? Ich nicht.

Damals wie heute, wir Menschen haben uns nicht geändert

Jedes Wort aus dem Neuen Testament, also jeder  Lehrtext, den wir lesen, kommt von den Evangelisten, Aposteln und anderen Verfassern. Dass diese Bibelworte uns auch heute noch was zu sagen haben, hat damit zu tun, dass sich zwar unser äußeres Leben komplett geändert hat, wir als Menschen aber gleichgeblieben sind in dem, wie wir empfinden, wie wir denken, wie wir reden und wie wir uns verhalten. Wenn wir also das Neue Testament lesen, kommen uns die Menschen darin oft recht vertraut vor. Welche Probleme sie hatten, mit welchen Glaubensschwierigkeiten sie zu tun hatten, wo sie gescheitert sind und was ihnen gelungen ist – das alles können wir auch heute noch ziemlich gut nachempfinden.

Im heutigen Lehrtext zum Beispiel lesen wir, dass damals offenbar viele von ihnen deprimiert und verzweifelt waren und zum Beten keine Lust oder keine Kraft hatten. Deshalb musste und wollte der Apostel Paulus sie dazu ermuntern, in der Hoffnung fröhlich zu sein, in ihren Schwierigkeiten geduldig zu bleiben und nur ja mit dem Beten nicht aufzuhören (Lehrtext). Ihnen ging es damals auch nicht anders als uns heute. Und so wie sie, so brauchen auch wir immer wieder mal eine Ermutigung, im Glauben zu bleiben und nicht alles aufzugeben, wenn einem die rauen Lebenswinde ins Gesicht wehen.

Ob Paulus immer so war, wie er es den Empfängern seines Briefes in Rom ans Herz legt, wage ich zu bezweifeln. Er hatte als Apostel mit immensen Entbehrungen und Problemen zu kämpfen. Er wurde von seinen Gegnern verleumdet und hatte Schwierigkeiten mit staatlichen Behörden. Er wurde misshandelt, war schiffbrüchig und soll an seinem Lebensende geköpft worden sein, weil er im Glauben standhaft blieb. Mein Eindruck ist, dass ihn sein Glaube und die Liebe zu Jesus durch alle Widrigkeiten hindurch getragen haben. Aber dass er zwischendurch auch mal deprimiert und verzweifelt war, liegt auf der Hand.

Ich wünsche dir kein einfaches Glaubensleben. Denn was willst du damit schon anfangen? Ich wünsche dir ein Leben und einen Glauben, in dem dir Gott in Christus begegnet und dich herausfordert. Und das geschieht auch und gerade in den dunklen Tälern und tränennassen Nächten. 

Herzliche Grüße und eine gesegnete Adventszeit!

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 18. Dezember 2023

„Der König aller Königreich“ hl

Losung: Gott ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein. Daniel 2,21 
Lehrtext: Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Lukas 1,52 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

erinnerst du dich noch an den 6. Mai 2023? Vielleicht hast du dir damals im Fernsehen die Krönung des englischen Königs Charles III. angesehen. Sie fand in der Westminster Abtei in London statt. Soweit ich weiß, wurden alle europäischen Könige der Gegenwart in Kirchen gekrönt: Filippe VI von Spanien, Willem Alexander in den Niederlanden, Margarete II in Dänemark, Harald V in Norwegen und Karl der XVI Gustav in Schweden. Damit wurde die uralte Tradition fortgeführt, dass ein christlicher König immer ein König oder eine Königin von Gottes Gnaden ist.

Ich bin in meinem Leben nur einem einzigen, ehemaligen König begegnet, Konstantin II aus Griechenland. Er hatte einen Straßenanzug an und wurde von wenigen Leibwächtern umgeben. Auf seine Krone hatte er verzichtet, weil er von einer Militärjunta im Jahre 1973 abgesetzt und ins Exil geschickt worden war. Ich sah ihn in den neunziger Jahren im Katharinenkloster im Sinai. Damals organisierte ich für Studierende der Universität München eine Reise nach Israel und in die Palästinensergebiete. Seitdem weiß ich, dass es die Israelis und die Palästinenser nicht gibt, jedoch viele liebenswerte und friedliebende Menschen auf beiden Seiten.

Jeder ist Mensch von Gottes Gnaden

Daran musste ich denken, als ich die heutige Losung gelesen habe. Heute regieren in den europäischen Ländern keine Könige mehr. Sie repräsentieren nur noch ihr Land wie bei uns der Bundespräsident. Doch die Regierungsgeschäfte erledigen bürgerliche Staatspräsidenten mit ihrem Kabinett. Ob die gekrönten Häupter tatsächlich Könige und Königinnen von Gottes Gnaden sind? Ich bin mir da nicht so sicher. Ich denke, jeder Mensch lebt von Gottes Gnaden. Da macht er keinen Unterschied.

Und ob Gott die Gewaltigen vom Thron stößt und die Niedrigen erhebt (Lehrtext)? Manchmal kann man diesen Eindruck haben. Und manchmal wünscht man sich, dass er das doch bitte öfter machen möchte. Da gibt es genug ungekrönte Staatsoberhäupter, die er vom Thron der Macht stürzen sollte, weil an ihren Händen Blut klebt. Nun ja, Gott sei Dank geht es nicht nach meinem Kopf, sondern nach seinem. Denn ich weiß ja nicht, welche Folgen solche Ereignisse der Gegenwart für die Zukunft haben.

Und wenn „Niedrige“ nach ganz oben kommen (Lehrtext), ist das auch keine Gewähr dafür, dass es gerechter und friedlicher zugeht. Dafür gibt es in der Geschichte der Menschheit zu viele negative Beispiele. Ja, wenn ich Gott wäre, ich würde gehörig aufräumen. Gott sei Dank bin ich es nicht. Ich habe genug damit zu tun, dass ich mich selbst regiere und beherrsche und meinen Mitmensch nicht zur Last falle.

Aber einer aus der großen Schar der Erniedrigten und Beleidigten, der Ausgebeuteten und Verachteten, ist König geworden, der König aus dem Stall und vom Kreuz, „der König aller Königreich, der Heiland aller Welt zugleich“. Ihn hat Gott erhoben und seinen Thron festgemacht. Er regiert in Zeit und Ewigkeit. Ihm diene ich gern und bemühe mich, ihm zu folgen, dem Friedenskönig inmitten einer Welt der Gewalt, voll Blut und Tränen. Er ist der einzige, dem Ehre gebührt. Noch sieben Tage, und wir feiern das Fest seiner Geburt. Ja, „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden“! 

Gebet: Herr, du hast alles gesagt, was nötig ist, um in einer Welt des Friedens und ohne Gewalt zu leben: sich nicht selbst rächen, nicht Böses mit Bösem vergelten, auch noch die linke Backe hinhalten, wenn man auf die rechte geschlagen wird, den Feind lieben und segnen, Gutes tun und vergeben, lieber Unrecht leiden als Unrecht tun …. Du weißt, ich habe nicht die Kraft dazu, wenn du sie mir nicht gibst. Darum bitte ich dich um deinen Frieden, dass ich ihn selbst lebe und nicht nur von anderen fordere. Amen

Herzliche Grüße und eine gesegnete Adventswoche!

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 17. Dezember 2023

Gottes großes Ja hl

Losung: Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. 4.Mose 23,19

Lehrtext: Paulus schreibt: Bei der Treue Gottes, unser Wort an euch ist nicht Ja und Nein zugleich. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern das Ja war in ihm. 2.Korinther 1,18-19 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

kannst du dich auf dich selbst verlassen? Oder machst du dir selbst manchmal was vor und damit auch anderen? Kannst du dir so sicher sein, dass das, was du sagst, wirklich die Wahrheit ist, oder nicht vielmehr nur deine Wahrheit neben der es andere Wahrheiten gibt? Ich frage dich das, weil ich mich das selbst fragen muss.

Der blinde Fleck

Es geht hierbei nicht um absichtliches Lügen, wo ich weiß, dass ich etwas Falsches sage. Es geht vielmehr um den berühmten blinden Fleck, den jeder Mensch hat. Das heißt, dass er von der Welt und von sich selbst ein etwas anderes Bild hat als seine Mitmenschen, weil er sich bestimmter, eigener Verhaltensweisen nicht bewusst ist. Weil er subjektiv der Meinung ist, dass das, was er erlebt und erfährt, die objektive und ganze Wahrheit sei, was aber wegen jenes blinden Flecks nicht möglich ist. Egal, was man glaubt, welchen Beruf man hat und welche moralische Orientierung, jeder sieht die Welt durch seine eigene Brille. Und was er da sieht, ist nicht identisch mit dem, was ein anderer sieht, der das gleiche erlebt.

Vermutlich hat es zwischen den ersten Christen in Korinth und ihrem Apostel Paulus ähnliche Missverständnisse gegeben, weshalb er jene Passage in seinem Brief schreibt, aus der der  heutige Lehrtext kommt. Deshalb ruft Paulus Gott als seinen Zeugen an und schreibt, »dass wir niemals etwas anderes sagen, als wir wirklich meinen. Auch Jesus Christus war nicht gleichzeitig »Ja« und »Nein«. Er selbst ist in seiner Person das Ja Gottes zu uns. (2. Kor. 1,18 + 19)

Nein, ein Mensch kann sich nicht vollkommen auf sich selbst verlassen, aber auch nicht auf einen anderen. Auch Paulus nicht. Aber wie ist das mit Jesus? Er selbst sagt von sich im Johannesevangelium: »Ich bin die Wahrheit.“ Doch er meint damit nicht, dass er eine allgemeine Wahrheit sei. Vielmehr begegnet mir in seiner Person die Wahrheit Gottes über mich und diese Welt. Das enthebt mich nicht der Mühe, nachzufragen, was genau diese Wahrheit ist. So viel ist mir jedenfalls klar. Nicht jeder Satz in der Bibel entspricht dieser Wahrheit, weil alles, was in ihr steht, von irrtumsfähigen Menschen erzählt und aufgeschrieben worden ist. Und die haben, wie gesagt, ihre jeweils eigene Brille auf der Nase.

Gottes Ja auf zwei Beinen

Das aber glaube ich, dass Gott seine Schöpfung und Geschöpfe nicht ablehnt, nicht verneint, sondern durch Jesus über und zu uns allen sein großes JA spricht: »Ja, du gehörst zu mir. Ja, ich bin für dich da, Tag und Nacht, in guten und in schlechten Zeiten. Ja, ich habe dir vergeben. Ja, ich segne dich und behüte dich; ich lasse mein Angesicht über dir leuchten und bin dir gnädig; ich erhebe mein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.«

Du, liebe Leserin, lieber Leser, und ich – wir sind Gottes Ja auf zwei Beinen. Aber zu jedem anderen sagt er ebenfalls ja, auch wenn ich am liebsten nein sagen würde.

Gebet: Herr, du sagst nicht ja zu allem, was ich tue. Aber du sagst ja zu mir. Du hast mich gewollt und geschaffen. Du erträgst mich nicht nur, sondern nimmst mich an, gerade auch mit meinen problematischen Seiten, mit meinen Fehlern und Schwächen. Auf dein Urteil kommt es an und nicht auf das der Menschen. Das will ich mir immer wieder bewusst machen. Denn ich gehöre dir. Das macht mich frei. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 16. Dezember 2023

Alle werden satt hl

 Losung: Der HERR sprach zu seinem Volk: Siehe, ich will euch Getreide, Wein und Öl die Fülle schicken, dass ihr genug daran haben sollt. Joel 2,19 

Lehrtext: Jesus nahm die fünf Brote und die zwei Fische, sah auf zum Himmel, dankte und brach's und gab die Brote den Jüngern, und die Jünger gaben sie dem Volk. Und sie aßen alle und wurden satt. Matthäus 14,19-20


Liebe Leserin, lieber Leser,

als du deinen Mann oder eine Frau kennengelernt hast, da warst du vermutlich ganz verzaubert, ohne dass ein Zauberer im Spiel gewesen wäre. Und vielleicht wirkt ja der Zauber von damals auch heute noch ein bisschen nach.

Zauberer, oder besser Zauberkünstler, gibt‘s nur im Zirkus oder im Varieté. Sonst ist weit und breit niemand, der aus Stroh Gold spinnen könnte oder dergleichen. Jesus war kein Zauberer. Er hat nicht in der Geschichte von der Speisung der 5000 zum Abendessen plötzlich fünf Brote und zwei Fische herbeigezaubert. Er hat nicht Zauberbrote und Zauberfische angeboten, damit alle 5000 Männer und noch dazu die Frauen und Kinder hätten satt werden können.

Ihm haben die vielen hungrigen Menschen einfach leidgetan, die ihm den ganzen Tag lang gefolgt waren, ihm zugehört hatten und deren Krankheiten er geheilt hatte. So hat er genommen, was an Nahrung schon da war. Aber das war verzweifelt wenig für so viele Menschen. Als er die Jünger aufforderte, ihnen allen zu essen zu geben, haben diese nur mit den Schultern gezuckt: „Unmöglich! Fünf Brote und zwei Fische, was ist das schon für so viele?“

Wo Gott segnet, herrscht kein Mangel

Und dann geschah, was uns heute wie ein Wunder vorkommt, womit uns aber Matthäus vor Augen malt, wie Gott ist, der sich in Jesus zeigt: Wo sein Segen wirkt, herrscht kein Mangel. Jesus dankt ihm für die wenigen Gaben, segnet sie mit seinem Gebet, teilt sie und lässt sie austeilen. Am Ende sind alle satt, und es bleibt sogar noch eine Menge übrig. Was ist geschehen?

Ich gehe jetzt mit dir die Geschichte von der Speisung der 5000 (Matthäus 14,13-21) noch einmal kurz durch:

1. Jesus hat Mitleid mit den Menschen, die ihm in eine einsame Gegend gefolgt waren und nun hungrig sind. Doch er schickt sie nicht weg.

2. Er lässt sich von dem Wenigen, das an Essbarem zur Verfügung steht, nicht entmutigen.

3. Er dankt Gott für das Wenige, segnet und teilt es.

4. Er isst das nicht selbst auf noch lässt er nur seine Jünger essen, noch diejenigen, die den ‚richtigen Glauben‘ (= orthodox) haben.

5. So wie er zuvor zu allen gepredigt und alle, die krank waren, geheilt hat, so bekommen nun auch unterschiedslos alle zu essen. Und alle werden satt.

Das ist Evangelium

Denn wie gesagt, wo Gott ist, herrscht kein Mangel. Durch Jesus zeigt er, wie großzügig und freigebig er zu jedermann ist. Seine bedingungslose Menschenliebe ist unerschöpflich und seine Gnade grenzenlos. „Gott schickt seine guten Gaben die Fülle“ (Losung). Das ist das Evangelium, die frohe Botschaft, die Jesus in Wort und Tat verkündigt. Da wird nicht gerechnet, geknausert und gespart, nicht bevorzugt und benachteiligt. Da werden keine Bedingungen gestellt und nicht der Glaube und der Lebenswandel geprüft. Der Gott Jesu, deiner und meiner, ist ein segnender Gott, der nicht nur siebenmal vergibt, sondern 70 × 7 mal  (Matthäus 18,22), also immer. Er ist kein Übermensch, wie Menschen ihn sich vorstellen, sondern so ganz anders, Gott eben. Das ist es, was mir diese Geschichte sagt. Oberflächlich erzählt sie ein Wunder. Tiefgründig erzählt sie, wer und wie Gott ist. 

Gebet: Herr, an dir will ich festhalten, komme was da wolle. Denn von dir lebe ich, du segnest mich, dich liebe ich. Wo sonst wäre ein Gott wie du, dem ich alles zu verdanken habe? Mir fehlen die Worte, um auszudrücken, wer und wie du zu deinen Geschöpfen bist und auch zu mir. So nimm mein dürftiges Gebet als meinen Dank. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 15. Dezember 2023

Von Schutzengeln und anderen Menschenfreunden hl

Losung: Die mit Schiffen auf dem Meere fuhren und des HERRN Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut. Psalm 107,23.24.31

 

Lehrtext: Als wir gerettet waren, erfuhren wir, dass die Insel Malta hieß. Die Leute da erwiesen uns nicht geringe Freundlichkeit, zündeten ein Feuer an und nahmen uns alle auf. Apostelgeschichte 28,1-2

Liebe Leserin, lieber Leser, 

„Da habe ich aber einen Schutzengel gehabt!“ – Vielleicht hast auch du das schon gesagt oder gedacht, nachdem du eine gefährliche Situation im Straßenverkehr einigermaßen glücklich überstanden hast. Wenn ich mich zurückerinnere, dann waren das einige beinahe-Unfälle, denen ich entronnen bin. Und die wenigen Unfälle, in die ich verwickelt war, habe ich auch überlebt. Stimmt schon, alles hätte auch schlimmer kommen können. Aber Gott sei Dank war das nicht der Fall.

Schutzengel?

Waren das nun Gottes Schutzengel, die mich vor und in Unglücksfällen behütet haben? Manche sehen das so. Ich denke da unmittelbar an Gott selbst, der in meinem Leben seine Hand im Spiel hat und dem ich dankbar bin. Er half mir nicht zuletzt durch Ärzte und Pflegepersonal und andere, die mich unterstützt haben.

Ja, täglich werden zahllose Menschen anderen zu Engeln und wissen es nicht einmal. Manchmal zünden sie ein Feuer an, um Schiffbrüchige wie den Apostel Paulus zu wärmen (Lehrtext ). Oft sind sie gastfreundlich und hilfsbereit. Und dann sagst du vielleicht zu einem von ihnen: „Sie sind ein Engel!“ Und du weißt vielleicht gar nicht, was du damit sagst.

Gottes Aufgabenbeschreibung

Aber sind das gleich Wunder wie die Losung sagt? Vielleicht. Ich meine, dass es zu Gottes „Aufgabenbeschreibung“ gehört, seinen Geschöpfen zu helfen. Sein Wesen ist es ja, für sie, also auch für dich und für mich, da zu sein. Das ist auch sein Name: Jahwe - IchBinDa!“

Und wie ist das bei dir? Hast du schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht? Und warst du dann auch Gott dankbar? Oder waren das alles glückliche Zufälle? 

Gebet: Herr, was für ein Geschenk, dass ich dir immer wieder danken kann. Das hilft mir, dass ich mich bei dir geborgen fühle. Mein Dankgebet sagt mir, du bist bei mir. Es lässt mich darauf vertrauen, dass das auch künftig so sein wird. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 14. Dezember 2023

Glaubensöl – Hoffnungslicht hl

Losung: Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den aufrichtigen Herzen. Psalm 97,11 

Lehrtext: Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Matthäus 25,1-2

Liebe Leserin, lieber Leser,

was und wo ist das Himmelreich? Über dir? In der Zukunft? In der Ewigkeit? Jesus sagt, das Reich Gottes (=Himmelreich) ist unter uns oder, wie Luther übersetzt, inwendig in dir (siehe auch Graf Leo Tolstoi, ‚Das Himmelreich in euch‘). Es ist der Be-Reich, wo Gott ist, wo sein Wille geschieht und wo er wirkt. Er ist und wirkt zwar überall und in jedem Augenblick. Und was sollte auch sonst geschehen als sein Wille?

Aber entscheidend ist, ob auch ich das so sehen kann. Ob ich darauf vertrauen kann. Ob ich mich immer wieder vergewissere, dass ich jetzt schon im Himmelreich, also in Gottes Gegenwart lebe, da, wo sein Wille geschieht. Jetzt erst wird das Himmelreich auch für mich Wirklichkeit. (‚Himmel’ ist in den Evangelien ein anderes Wort für Gott).

Nur eine Wirklichkeit

Es gibt nun einmal nur eine Wirklichkeit, selbst wenn für mich Gottes Wirken (=Himmelreich) nicht wirklich wäre. Doch das Himmelreich soll auch für mich gelten, soll auch für mich wirklich sein. Gott wirkt für mich da, wo wir sind, du und ich, liebe Leserin, lieber Leser. Das kann ich nur im Glauben so sehen und aus Glauben so sagen. Wem aber das Himmelreich, also Gottes heilsame Nähe, egal ist, der lebt scheinbar ohne ihn. Gott sieht das anders. Er ist für alle da, auch für die Gottesblinden. Das habe ich von Jesus, dem Blindenheiler, gelernt.

Das moralisch-gesetzliche Gleichnis von den zehn Jungfrauen aber gehört für mich zur sogenannten „Gemeindebildung“. Es ist in den ersten Jahrzehnten nach Jesu Tod in einer der noch jungen Christengemeinden entstanden. Es soll die damals noch wenigen Christen ermahnen, nur ja im Glauben und in der Geduld beim Warten auf den wiederkehrenden Christus nicht nachlässig zu werden. Sie sollten vorbereitet sein, wenn es soweit ist. Immerhin gehe es ja um nichts Geringeres als um das Fest der Feste, das himmlische Hochzeitsfest.

Das Glaubenslicht – ein Geschenk Gottes

Nun gut, ich kann das verstehen. Trotzdem ist dieses Gleichnis kein Evangelium, also keine befreiende und frohe Botschaft, sondern gesetzlich. Es macht Druck und erzeugt Angst. Es sei denn, dass man so anmaßend ist und meint, man habe sowieso genug Glaubensöl und gehöre deshalb zu den "klugen Jungfrauen". Doch dass das Licht des Glaubens in mir brennt, ist nicht mein Werk, liegt nicht daran, dass ich genug Glaubensöl besäße, sondern allein an meinem Gott, der sein "Licht aus der Krippe" in mir entzündet. (Losung)

Für niemand, der am göttlichen Freudenfest teilnehmen will, wird die Tür verschlossen, schon gar nicht für die Zweifelnden. Vielmehr wird sie hoch und die Tore werden weit gemacht (EG 1,1), damit alle auf das Fest aufmerksam werden und kommen können, egal, wie viel Glaubensöl sie haben. Denn Jesus, der „Bräutigam“, kann gar nicht genug Gäste haben, ob sie nun junge Frauen oder alte Männer sind, ob klug oder doch ein bisschen ungläubig. Und er muss nicht erst noch kommen. Er ist längst da – für uns alle. 

Gebet: Herr, die Tür zu dir steht offen – für jeden Menschen, den du geschaffen hast. Du verdammst niemand, sondern vergibst und heilst. Ich bitte dich um das Öl des Glaubens, dass in mir ein Licht der Hoffnung und der Zuversicht brenne gerade in den dunklen Stunden meines Lebens. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 13. Dezember 2023

Hüter meiner Zunge hl

Losung: Siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest. Psalm 139,4 

Lehrtext: Der Herr wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und das Trachten der Herzen offenbar machen. 1.Korinther 4,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gott braucht mein Gebet nicht, aber ich brauche es. Er weiß sowieso, wie es mir geht, was mir fehlt, was mir hilft. Er weiß es besser als ich selbst. Eigentlich bräuchte ich ihn gar nicht zu bitten, weil ohnehin sein Wille geschieht und nicht meiner. Aber ich brauche meine Bitten. Damit richte ich mich nach ihm aus. Aber ich brauche das Gebet. Damit mach ich mir klar, dass da in meinem Leben ein Gott ist, der sich mir in Jesus Christus zeigt wie er ist.

Vor Gott bin ich nicht „privat“

In diesem Augenblick zum Beispiel ist mein Schöpfer bei mir. Er umgibt mich von allen Seiten und hält seine Hand über mir (Psalm 139). Er versteht mich besser als mein eigenes Herz (1. Johannes 3,20) und weiß, was ich sagen werde, noch bevor ich meinen Mund aufmache (Losung). Darum will ich meine Zunge hüten, um nicht in böser Absicht zu schmeicheln oder zu verletzen. Darum will ich meinen Mund aufmachen und meine Meinung sagen, wenn sie nötig ist. Darum will ich um Verzeihung bitten und selbst verzeihen, wo es angebracht ist.

Dazu motiviert mich der heutige Lehrtext. Denn vor Gott bin ich nicht „privat“. Er kontrolliert mich nicht permanent. Aber er hilft mir, zu bedenken, ob das, was ich gerade fühle, denke und sage, recht ist. Ob ich das aus Menschenfreundlichkeit sage oder aus Selbstsucht und Klatschsucht. Im Gebet hilft mir Gott, mich selbst zu beurteilen, ob ich immer recht behalten will oder auch den anderen zu seinem Recht kommen lasse.

Sokrates und die drei Siebe

Vor 2500 Jahren lebte in Griechenland der Philosophen Sokrates. Von ihm wird folgende Geschichte erzählt:
Ganz aufgeregt kam ein Mann zu ihm gerannt: „Sokrates, ich muss dir etwas erzählen. Weißt du, was dein Freund gemacht hat? …“3 Der Philosoph unterbrach ihn: „Halt!“ Der Mann war überrascht.„Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“, fragte der Weise. „Drei Siebe?“, wiederholte der Mann verwundert. „Richtig, drei Siebe! Lass uns prüfen, ob das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe passt. 
Das erste Sieb ist die Wahrheit. Ist das wahr, was du mir erzählen willst?“
„Nun ja, ich habe es selber erzählt bekommen und …“
„Na gut. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Das zweite Sieb ist das der Güte. Wenn es nicht sicher wahr ist, was du mir erzählen möchtest, ist es wenigstens gut?“
Zögernd antwortete der Mann: „Nein, im Gegenteil …“
„Dann”, unterbrach ihn Sokrates, „lass uns auch noch das dritte Sieb anwenden. Ist es wichtig und notwendig, es mir zu erzählen, was dich so aufregt?“
„Hm, wichtig ist es nicht und notwendig auch nicht unbedingt.“„Also mein Freund“, lächelte der der Philosoph, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es lieber sein und belaste dich und mich nicht damit.“ 

Gebet: Herr,
hilf, dass ich rede stets, womit ich kann bestehen;
lass kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen;
und wenn in meinem Amt ich reden soll und muss,
so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn‘ Verdruss.
Amen
(Johann Heermann, 1630, EG 495,3)

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

 

Dienstag, 12. Dezember 2023

Ruhe geben und Frieden finden hl

Losung: Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken. 1.Mose 2,3 

Lehrtext: Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus. Philipper 4,7

Liebe Leserin, lieber Leser, 

„Wir würden ja gerne, aber die Konkurrenz macht es auf jeden Fall, deshalb müssen auch wir es machen. Und darum können wir es uns nicht leisten, „den Feiertag zu heiligen“ und wenigstens an einem Tag in der Woche mal die Arbeit aus der Hand zu legen und die Maschinen abzuschalten. Wir müssen sieben Tage die Woche produzieren,Tag und Nacht; denn Zeit ist Geld.“ 

Tja, was soll man gegen ein solches Argument sagen? Klingt doch vernünftig, oder? Wir leben doch nicht mehr in einer Agrargesellschaft. Wir leben in einer Industriegesellschaft. Und die lebt von der Konkurrenz, vom Konsum und vom immerwährenden Wachstum. Und wovon leben die Menschen? Allein von der Befriedigung der materiellen Bedürfnisse? Oder stimmt, was Jesus dem ‚Versucher‘ in der Wüste gesagt hat: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.«? (Lukas 4,1-13 u.a.)

Die wichtigsten Fragen für jeden Menschen

Ich sage es mal so: Tatsächlich leben viele Menschen ‚vom Brot allein‘, besonders in den sogenannten entwickelten Industriegesellschaften. Aber der Mensch hat nicht nur einen Magen, hat nicht nur Sexualorgane, lässt sich (hoffentlich) nicht für immer mit billiger Unterhaltung abspeisen und ablenken von den zentralen Fragen: „Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?“ Und auch nicht von den Grundfragen des Philosophen Immanuel Kant: »Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?« Und ich möchte diese Fragen noch ergänzen und sagen: »Wer liebt mich? Und wen kann ich wiederlieben?«

Gedanken und Butterbrot

Der Kabarettist Wolfgang Neuss hat einmal gesagt: »Heute mache ich mir mal kein Butterbrot. Heute mache ich mir Gedanken.« Ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand heute ein Butterbrot macht. Ich fände es aber auch gut, wenn er zugleich nachdenken würde über die Bibel und was sie mit seinem Leben zu tun hat. Nicht zuletzt deshalb schreibe ich diese Losungsauslegungen. Und ihr erster Leser bin ich selbst.

Doch um sich Gedanken machen zu können über Gott und die Welt und sich selbst, braucht der Mensch Ruhe und Zeit. Nicht zuletzt dazu ist der Sonntag da. Die Seele soll auftanken für die Herausforderungen, die in der neuen Woche vor ihr liegen. Sie soll sich erheben über den Alltag und seine Themen. Soll einmal von sich absehen, auf ihren Schöpfer und Erlöser blicken und erkennen:

Selbsterkenntnis der Seele

„Ich bin nicht mein eigener Gott, nicht mal mein eigener Herr. Ich bin ein Geschöpf mit allen seinen Stärken und Schwächen. Ich bin nicht perfekt und werde es nicht sein. Ich bin nicht nur gut, sondern werde auch immer wieder mal an meinen Mitmenschen und an mir selbst schuldig. Aber ich bin nicht allein. Ich habe einen Vater im Himmel, der mich ins Leben gerufen hat, der mich segnet, der mich begleitet, der mir vergibt und mir immer wieder Kraft gibt für meinen Körper, für meinen Geist und für mich, die Seele. Und ich habe einen Retter und Freund, der alles für mich gegeben hat. Der heißt Jesus: ‚Gott hilft‘. Auf ihn verlasse ich mich. Bei ihm finde ich den ‚Frieden, der höher ist als alle Vernunft‘ (Lehrtext).“

Wir können es uns leisten

„Nein, wir können es uns nicht leisten“ sagen die Prediger der Leistungsgesellschaft. Ich halte dagegen und sage: „Doch, wir können, ja wir müssen es uns leisten, wenigstens an einem Tag in der Woche mal Ruhe zu geben, damit unsere Seele nicht verkümmert und Gott nicht vergisst, die Quelle des Lebens und der Kraft für den Leib, die Seele und den Geist.

Gebet: Wer keinen Frieden gibt, wird keinen finden. Das lernen wir wieder schmerzlich in diesen Monaten und Jahren. Und wieder zeigt sich, dass wir Menschen keinen Frieden finden, wenn wir dich, Herr, vergessen und nur an uns selbst denken. Du bist mein Friede. In dir finde ich Ruhe. Von dir kommt meine Kraft. Hilf mir, in deinem Frieden zu bleiben, der höher ist als alle Vernunft. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr 

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Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.