Freitag, 25. Mai 2018

Warum sich Gott klein macht hl

Losung: Ein Tag des HERRN der Heerscharen kommt über alles Stolze und Hohe und über alles, was sich erhebt, und es wird niedrig sein. Jesaja 2,12 

Lehrtext
: Johannes der Täufer sprach: Bringt Früchte, die der Umkehr entsprechen! Und fangt nicht an, euch zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. 
Lukas 3,8  

Liebe Leserin, lieber Leser,

ja, so hat sich das der Prophet Jesaja vorgestellt, wenn der „Tag des Herrn“ (Losung) kommt. An seiner Stelle hätte ich das wahrscheinlich auch so getan, wenn mich nicht Gott in Jesus eines Besseren belehren würde. Er erniedrigt nicht, auch nicht die Stolzen und die Hochgestellten. Er setzt niemanden herab. Sondern er tut, was wir an Weihnachten feiern und in dem Lied „Lobt Gott, ihr Christen alle gleich“ (EG 27,3) singen:
Er (ent)äußert sich als seiner G'walt,
wird niedrig und gering
und nimmt an eines Knechts Gestalt,
der Schöpfer aller Ding.
     Damals in Bethlehem, das war „der Tag des Herrn“, der Tag unseres Herrn Jesus Christus. Indem Gott sich in ihm den Niedrigen und Geringen zuwendet, relativiert er „alles Stolze und Hohe“, macht er deutlich, wie hohl und erbärmlich das ist. Mit der Verkündigung der Geburt Jesu an den völlig unbedeutenden Teenager Maria relativiert Gott den Hohenpriester (Papst, Bischof). Mit der Geburt Jesu in Bethlehem relativiert er die Hauptstadt Jerusalem. Mit dem Futtertrog relativiert er die goldene Wiege. Mit dem Stall relativiert er den Königspalast des Herodes. Mit der Engelsbotschaft an die Hirten relativiert Gott alle großen und kleinen Theologen. Er macht sie nicht klein, sondern macht die Hirten groß. 
     Und nun muss ich mich fragen, welchen Eindruck „alles Stolze und Hohe“ auf mich macht. Lasse ich mich davon blenden? Bewundere ich den Glamour und die Prominenz? Beneide ich die Reichen und die Schönen? Die Mächtigen und die Erfolgreichen? Die Stars der Unterhaltungsindustrie und die Helden des Sports? Ja, wenn man ihnen leibhaftig begegnet, ziehen sie schon die Aufmerksamkeit auf sich. Aber wenn man hinter die schönen Fassaden blickt, sieht's auch nicht anders aus als "bei Hempels unterm Sofa". Das behaupte ich nicht. Das habe ich verschiedentlich erlebt.
     Johannes der Täufer warnt im Lehrtext, sich etwas auf sein religiöses Bekenntnis und die Glaubenshelden der Vergangenheit einzubilden. Die Tatsache, dass ich meinem Bekenntnis nach ein „lutherischer Christ“ bin, nützt mir bei Gott garnichts. Und bei den Menschen auch nicht besonders viel. Aber wenn ich einem dreijährigen Kind eine Freude mache, dann freuen sich auch die Engel im Himmel. Und wenn ich dem Paketboten ein Trinkgeld gebe, dann freut er sich und mir tut es gut. Oder meinst du, dass das keine „Früchte sind, die der Umkehr entsprechen“ (Lehrtext)?

Gebet: Herr, du hast dich klein gemacht, damit die Kleinen groß sind. Du warst äußerlich arm, um mich innerlich reich zu machen. Du bist am Kreuz gestorben, damit ich lebe. Du hast alles für mich getan. Alles. Was tue ich für dich? Woran merken meine Mitmenschen, ob mein Glaubensleben fruchtbar ist? ...

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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