Samstag, 20. Juli 2019

Wider den Blutopferwahn hl

Losung: Das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt. Jesaja 11,9 

Lehrtext: Es hat Gott gefallen, alle Fülle in Christus wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. Kolosser 1,19-20 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ja, das wäre schön, wenn dieser biblische Wunsch in der heutigen Losung in Erfüllung ginge und wirklich das ganze Land, die ganze Erde voll Gotteserkentnis wäre. Aber das ist Gottes Sache. Er allein weiß, warum es so viele unterschiedliche Gottesvorstellungen gibt. Nicht nur bei Muslimen, Hindus und Juden. Auch Christen stellen sich Gott höchst unterschiedlich vor. Ich versuche mich dabei an der Bibel, am Neuen Testament zu orientieren. Da erkenne ich Gott in Jesus Christus, in dem Kind in der Krippe und im Mann am Kreuz. Trotzdem  kann und will ich meine Gotteserkenntnis nicht absolut setzen und dem Wahn verfallen, als hätte ich die Wahrheit gepachtet. 
     Meine Erkenntnis von Gott, die ich im Laufe der Jahrzehnte gewonnen habe und die mir nicht eines schönen Tages einfach so in den Schoß gefallen ist, – sie deckt sich zum Teil mit dem, was im Lehrtext steht. Ja, das glaube auch ich, dass ER mit seiner ganzen Fülle in Christus wohnt und alles, wirklich alles, es sei im Himmel oder auf Erden, durch ihn erlöst. Was ich nicht mehr glaube, ist die aus den altorientalischen Religionen und aus dem Alten Testament stammende Lehre der Blutversöhnung. Damit hat sich der Opfergedanke der Judenchristen (Paulus und seine Schüler) in der frühen Christenheit durchgesetzt und lebt im Neuen Testament und in der christlichen Theologie fort. 
     Ich jedenfalls glaube einfach nicht mehr, dass Blut fließen muss, zumal das Blut seines Sohnes Jesus Christus, damit Gott versöhnt werden kann. Das erinnert mich zu sehr an die Menschenopfer der Inka oder in anderen heidnischen Religionen. Und auch die Ketzer- und Hexenverbrennungen der Kirchen sind von diesem grausamen Opferwahn beeinflusst. 
     Mir ist auch ein Rätsel, warum die katholische Kirche  an der Vorstellung des Opferpriesters festhält, der bei jeder Messe Jesus aufs Neue opfert und auf magische Weise den Wein in das Blut Christi verwandelt. So heißt es im Katechismus der Katholischen Kirche, Abschnitt 1366, „Die Eucharistie (Abendmahl) ist also ein Opfer, denn sie stellt das Opfer des Kreuzes dar und macht es dadurch gegenwärtig." Im Abschnitt 1367 heißt es weiter: „Das Opfer Christi und das Opfer der Eucharistie sind ein einziges Opfer: 'Denn die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich selbst damals am Kreuze opferte, opfert jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opferns ist verschieden'. „In diesem göttlichen Opfer, das in der Messe vollzogen wird, [ist] jener selbe Christus enthalten und [wird] unblutig geopfert ... der auf dem Altar des Kreuzes ein für allemal sich selbst blutig opferte".
     Bei so viel Opfergerede wird mir ganz schlecht. Vielmehr glaube ich nach meinem Bibelverständnis, Jesus wurde weder von Gott geopfert noch hat er sich selbst ihm geopfert, um ihn mit seinem Blut (Tod) gnädig zu stimmen und mit uns zu versöhnen. Hinter dieser Vorstellung steckt das fatale Menschenbild, als seien wir Menschen alle so abgrundtief böse, sündig und schlecht, dass nur das Blut eines Unschuldigen, des gefolterten und gemordeten Jesus uns vor Gott reinwaschen kann. 
     Ja, wir sind Sünder. Das ist wahr. Aber Gottes geliebte Sünder, die er durch die Liebe seines Sohnes erlöst und nicht durch sein Blut. Sein Tod am Kreuz zeugt davon, dass Jesus sogar die Liebe zu seinen Feinden nicht verrät, sondern bis zum bitteren Ende daran festhält. So hat die göttliche (Feindes-) Liebe über alle menschliche Bosheit gesiegt. Das sollte in der Eucharistie und im Abendmahl gefeiert werden und nicht so ein grausamer, archaisch-heidnischer Blutopferwahn.
     Gott selbst hat durch den Mund seines Propheten Jeremia gesagt: »Die Israeliten verbrannten ihre Kinder als Opfer für den Gott Moloch. Niemals habe ich ihnen so etwas Abscheuliches befohlen, mit keinem Gedanken je daran gedacht, dass sie sich in so große Schuld verstricken sollten!« (Jeremia 32,35) Den eigenen Sohn dem Gott Moloch opfern, das findet Gott abscheulich. Wie konnte man dann nur der wahnwitzigen Idee verfallen, dass er selbst seinen Sohn Jesus opfern würde und dass der Priester in jeder Messfeier Jesus immerzu wieder opfern und den Wein in Blut wandeln müsse? 
     Mir ist schon klar, dass ich mit diesem Bibelverständnis wieder eine Reihe meiner evangelikal-bibeltreuen und katholischen Leser vor den Kopf stoße und vermutlich auch verliere. Das tut mir leid. Trotzdem will und kann ich nicht etwas heucheln, was ich nicht glauben kann und was meinem Verständnis der frohen Botschaft (Evangelium) und meiner Gotteserkenntnis zuwiderläuft.
     "Gott ist Liebe", heißt es im ersten Brief des Johannes im Kapitel 4 Vers 16. Das ist er ausschließlich. Er ist keineswegs Zorn, Strafe, Gericht. Und wenn jemand sagt, dass er doch auch gerecht sei, dann nur so, wie ein Liebender einem anderen gerecht wird. 

Gebet: Herr, seit Kain und Abel verabscheust du, dass Blut vergossen wird, denn du hast uns geschaffen, damit wir uns gemeinsam des Lebens freuen und es uns nicht zur Hölle machen. Du selbst bist in Jesus den Weg der Nächsten- und Feindesliebe zuende gegangen. Nicht, damit Blut fließe, sondern um deine Menschenliebe selbst im Leiden und Sterben nicht zu verraten. So und nur so hast du alles zu dir hin versöhnt. So weckst du auch in mir die Liebe zu dir. Wecke sie auch zu meinen Mitmenschen und zu denen, die ich ablehne. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

p.s. Losung und Lehrtext von morgen (Sonntag) bringen mit wenigen Worten auf den Punkt, wozu ich viele Sätze schreiben musste:
Losung: So spricht der HERR: Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer. Hosea 6,6
Lehrtext: Nun bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 1.Korinther 13,13

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Freitag, 19. Juli 2019

Trotzdem glauben oder gerade deswegen? hl

Losung: Mein Leben ist immer in Gefahr; trotzdem vergesse ich dein Gesetz nicht. Psalm 119,109 

Lehrtext: Paulus schreibt: Ihr seid unserem Beispiel gefolgt und dem des Herrn, da ihr in großer Bedrängnis das Wort angenommen habt mit einer Freude, die aus dem heiligen Geist kommt. 1.Thessalonicher 1,6 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich kenne eine Hand voll schwerkranker Leute, die das, was in der heutigen Losung steht, so sagen können. Auch ihr Leben hängt an einem seidenen Faden. Doch trotz ihrer Schmerzen und Ängste geben sie ihren Glauben nicht auf. Ich weiß nicht, wie ich mich in ihrer Situation verhalten würde. Aber ich erfahre immer wieder, dass Menschen gerade in existenziellen Extremsituationen an Gott festhalten. Das betrifft vor allem Juden, die seit Jahrtausenden immer wieder grausam verfolgt wurden und trotzdem ihren Glauben gelebt haben. Sie selbst verstehen sich ja als das „auserwählte Volk“. Wenn man sich ihre Geschichte vor Augen hält, könnte man meinen, dass sie vor allem zum Leiden auserwählt worden sind.
     Letzten Sonntag war ich Lauffen am Neckar, in der Geburtsstadt von Friedrich Hölderlin, dem nahezu unbekannten, großen deutschen Dichter. Dabei habe ich mich auch für die Geschichte dieser Stadt interessiert. Es wird wohl nur wenige Städte in Deutschland geben, die in den letzten 500 Jahren so viel leiden mussten wie sie. Das war vor allem ihrer Lage geschuldet, weil in Lauffen eine Brücke über den Neckar führt, die von den verschiedensten militärischen Horden als kriegswichtiges Ziel in den Blick genommen wurde. Mehrmals wurde die Einwohnerzahl nahezu ausgelöscht. Und trotzdem stehen in Lauffen noch immer Kirchen. Oder vielleicht gerade deswegen?
     Zu den großen Merkwürdigkeiten der Geschichte gehört auch, dass die Zahl der frühen Christen gerade in Zeiten der Verfolgung besonders stark gewachsen ist (vergleiche Lehrtext). Das Leiden hatte die Menschen nicht abgeschreckt, Jesus Christus als ihren Herrn anzunehmen. Vielleicht hatte das auch damit zu tun, weil Jesus selbst menschliches Leid auf sich genommen und unter den Grausamkeiten von Menschen gelitten hat und gestorben ist.
     Nein, Leiden ist kein Argument gegen den Glauben. Schließlich hat Gott uns ja auch kein leidfreies Leben versprochen. Aber wer glaubt, geht die Verpflichtung ein, anderen Leiden zu ersparen und es ihnen zu erleichtern. Darum gibt es auch keine Alternative dazu, Menschen, die in Seenot sind und zu ertrinken drohen, zu retten, auch wenn man damit gegen staatliche Gesetze und Bestimmungen verstößt.

Gebet: Herr, ich bitte dich, dass du mir und meinen Angehörigen schweres Leid ersparst. Wenn es aber nicht anders möglich ist, so bitte ich dich, dass du uns den Glauben erhältst und wir durch dich auch im Leiden Kraft und Hoffnung schöpfen können. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 18. Juli 2019

Göttliche Geduld hl

Losung: Der HERR ist geduldig und von großer Kraft, doch ungestraft lässt er niemanden. Nahum 1,3 

Lehrtext: Erachtet die Geduld unseres Herrn für eure Rettung. 2.Petrus 3,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele Gläubige denken heute noch so wie der Prophet Nahum aus der Losung. Sie meinen, das Unglück und das Leid, das ihnen widerfährt, sei eine Strafe Gottes für ihre Sünden. Wenn es so wäre, bräuchten wir Jesus und das Neue Testament nicht. Aber auch schon im Alten Testament gibt es eine andere Auffassung. Da heißt es beispielsweise im Psalm 103:

Gebet:  Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler. Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten (achten). So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten. Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind. Amen

Auch der Lehrtext spricht von der „Geduld des Herrn“, die unser Glück und unsere Rettung ist. Unsere Geduld ist menschlich. Seine ist göttlich. Unsere Geduld hat Grenzen. Seine ist grenzenlos. Wäre es anders, wäre es nicht gut um mich bestellt, müsste ich vor ihm Angst haben. So aber kann ich meinem Gott vertrauen. Grenzenlos. Aber ob ich das auch tue, steht auf einem anderen Blatt.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 17. Juli 2019

Die Sonne ist nicht launisch hl

Losung: Der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut. Daniel 9,14 

Lehrtext: Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis. Jakobus 1,17 

Liebe Leserin, lieber Leser,

das wär die absolute Katastrophe, wenn das Licht und die Wärme der Sonne deutlich schwanken würden. Es soll zwar Politiker und Politikerinnen geben, die meinen, der Klimawandel komme daher, dass die Sonne mehr Hitze abgebe als sonst (klick). Doch wissenschaftlich ist diese These nicht haltbar. Nein, die Sonne ist nicht launisch. Sie ist seit 4,57 Milliarden Jahren verlässlich, sonst gäbe es kein Leben auf der Erde. Und sie wird das auch noch einmal so lange sein, bevor sie stirbt. Verlässlicher als die Schöpfung aber ist der Schöpfer selbst, der "Vater des Lichts", wie der Lehrtext sagt. Er lässt nicht nur die Sonne über Guten und Bösen aufgehen. Seine Liebe ist für alle das Licht des Lebens ohne Ausnahme. Auf ihn kann ich mich verlassen.
     In der Losung heißt es dazu: „Der Herr, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut.“ Aber was heißt das? Ist derjenige gerecht, der alle genau gleich behandelt? Ich glaube das nicht. Denn ein solcher Mensch wird dem Leben nicht gerecht, das höchst unterschiedlich sein kann. Gott aber handelt nach dem alten lateinischen Spruch: „Suum cuique" - Jedem das Seine. Und das heißt nicht, wie die Nazis diesen Spruch missbraucht haben, „jedem, was er (an Strafe) verdient“, sondern „jedem, was er braucht“. Ich zum Beispiel hätte, gelinde gesagt, seinen mahnenden Zeigefinger verdient. Ich brauche aber seine Liebe. Und die gibt er mir. Und dir auch.

Gebet: Du, HERR, bist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Du bist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?" (Psalm 27) Auf dich verlass ich mich, wenn des Tages Licht vergeht. Auf dich vertraue ich, wenn mich Wolken von Sorge und Leid überschatten. In deinem Licht freue ich mich meines Lebens und finde ich meinen Weg. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 16. Juli 2019

Der Ameisenigel träumt nicht hl

Losung: Wo Träume sich mehren und Nichtigkeiten und viele Worte, da fürchte Gott! Prediger 5,6 

Lehrtext: Wenn es jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt. Jakobus 1,5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

also so viel scheint schon mal festzustehen: Der Ameisenigel träumt nicht. Doch die meisten anderen Tiere und natürlich auch Menschen träumen sehrwohl. Und wozu? Darüber gibt es viele Theorien, aber keine gesicherten Erkenntnisse. Zu meinen Albträumen gehört, dass ich jetzt, nach langer Zeit, unvorbereitet das Matheabitur noch einmal schreiben muss. Die Erleichterung beim Aufwachen ist riesig.
     Die Bibel äußert sich sehr unterschiedlich zu Träumen. Meistens erhalten da Menschen in Träumen Anweisungen, so wie Josef, der mit Maria und dem Jesuskind vor Herodes nach Ägypten fliehen soll. Oder ihre Träume ermöglichen ihnen einen Blick in die Zukunft, so wie der andere Josef, der Sohn Jakobs, aus dem Alten Testament. Der träumte, dass er einmal hoch über seinen Brüdern stehen würde. Zudem konnte er die Träume des Pharao von den sieben fetten und den sieben mageren Jahren deuten.
     Ich kenne Leute, die ihren Träumen eine hohe Bedeutung beimessen und aus ihnen etwas für ihr Leben im Wachzustand herauszulesen versuchen. Ich will das nicht abwerten. Jeder träumt eben seine Träume. Kritisch wird es erst, wenn die eigenen Träume auch eine Bedeutung für andere Menschen haben sollen oder gar müssen. Und da setzt die heutige Losung ein. Denn was jemand träumt, das kann niemand nachprüfen, und darum sagt das Bibelwort, dass man nicht auf Träume, sondern auf Gott und sein Wort achten soll
     Auch der Lehrtext weist darauf hin, bei Entscheidungen und Zukunftsfragen Gott um Hilfe zu bitten. In einer neuen Übersetzung heißt es: »Wenn es jemandem von euch an Weisheit mangelt zu entscheiden, was in einer bestimmten Angelegenheit zu tun ist, soll er Gott darum bitten, und Gott wird sie ihm geben. Ihr wisst doch, dass er niemandem sein Unvermögen vorwirft und dass er jeden reich beschenkt. Betet aber im festen Vertrauen.« 
     Statt mich in der Nacht damit herumzuquälen, welche Entscheidung ich treffen soll und wie es mit mir wohl weitergeht, tue ich gut daran, das alles vor dem Einschlafen an Gott abzugeben. Dann sehe ich am nächsten Morgen oft klarer, wenn auch nicht immer. Natürlich können dann auch Gespräche mit anderen Menschen hilfreich sein. Das eine schließt das andere nicht aus. Aber wenn ich meine Fragen vor Gott bringe, können die Antworten, die ich finde, nicht gegen ihn sein. Ich weiß zwar nicht immer genau, was ich tun soll. Aber was ich nicht tun soll, das weiß ich dann schon eher.
     Der Ameisenigel träumt nicht und das Schnabeltier auch nicht. Das spricht nicht gegen sie.

Gebet: Herr, du diktierst mir nicht, was ich tun soll. Aber wenn ich auf dein Wort achte, fällt mir die Entscheidung leichter. Das gefällt mir nicht immer. Aber darum geht es nicht. Hilf mir, zu tun und zu lassen, zu reden und zu schweigen, wenn es für das Zusammenleben mit anderen und für mich gut ist. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 15. Juli 2019

Versuchung hl

Losung: Der HERR, euer Gott, versucht euch (stellt euch auf die Probe), um zu erfahren, ob ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieb habt. 5.Mose 13,4 

Lehrtext: Wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung. Römer 5,3-4 

Liebe Leserin, lieber Leser,

warum steht so ein Satz wie die heutige Losung in der Bibel? Ich meine, dass er manchen Menschen hilft, auch der Not und dem Leid einen Sinn abzugewinnen. Für jemanden, der nicht glaubt, sind Not und Leid sinnlos. Für Menschen aus dem Alten Testament waren die bösen Erfahrungen von Gott geschickt, um ihre Glaubensstärke zu prüfen. 
     Ich glaube das nicht. Gott ist kein Lehrer, der uns schwere Prüfungsaufgaben stellt, um herauszufinden, wie gut oder schlecht, wie schwach oder stark wir sind. Was uns an Bösem widerfährt, ist nicht dazu da, dass wir versucht, also auf die Probe gestellt werden, sondern dass Gott uns davon erlöse: »Vater unser im Himmel, führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.« So hat Jesus gebetet und so hat er seine Jünger, hat er dich und mich beten gelehrt.
     Wenn mich Leid und Not bedrängen, habe ich zwei Möglichkeiten: Entweder sage ich mich von Gott los, weil ich meine, dass er verpflichtet sei, mir ausschließlich Glück und Freude zu schenken. Was er allerdings nie und nirgends versprochen hat. Oder ich halte mich umso mehr an ihn, weil er mir die Kraft geben kann, auch das Schwere zu tragen und das Böse zum Guten wenden kann. 
     „Not lehrt beten“, heißt das Sprichwort. Und Beten heißt, sich in Geduld üben und darauf vertrauen, dass Gott zu seiner Zeit tut, was mir zum Besten dient. So bewähre ich meinen Glauben. Doch ich tue das nicht, um damit Gott zu beeindrucken, sondern um selbst im Glauben zu wachsen. Und schließlich wird aus einem solchen Glauben die Hoffnung geboren, dass Gott nicht nur meine Tränen, sondern auch meine „bösen Tage“ gezählt hat und begrenzt. Einmal ist auch das wieder vorbei, was mich im Augenblick so stark belastet. Darauf hoffe ich. Und diese Hoffnung hilft mir, auch die schlechten Zeiten durchzustehen.

Gebet: Mein Vater im Himmel, führe mich nicht in die Versuchung, dir abzusagen, weil mir Böses widerfährt, sondern erlöse mich von allem, was mich von dir trennen will. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 14. Juli 2019

Gottes große „Schwäche“ hl

Losung: Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen (= loben). Psalm 80,19 

Lehrtext: Jesus sprach zu dem Blinden: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Lukas 18,42-43 

Liebe Leserin, lieber Leser,

was hat eigentlich Gott davon, dass er die Menschen geschaffen hat? Was hat er von dir und von mir?
     Spekuliert er auf Spenden? Auf Opfergaben? Brand- und Schlachtopfer von Tieren, von Lämmern und Stieren? Ja, das hat man zur Zeit des Alten Testaments geglaubt. Aber schon aus dem Mund der Propheten damals lehnt Gott das ab und sagt: 
»Was soll mir die Menge eurer Opfer?. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. Ich bin euren Festen feind. Und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Lasst ab vom Bösen, lernt Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!« Jesja 1,11-17  Schon damals ist Gott die Solidarität mit den Unterdrückten und die soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft wichtiger als religiöses Getue. Ist er etwa Sozialist? (Falls du politisch rechts stehst, musst du deswegen jetzt nicht gleich in die Tischplatte beißen).
     Aber was hat Gott dann davon, dass er die Menschen, dass er dich und mich geschaffen hat? Wenn man die Bibel liest, kommt man zu dem Schluss: Nichts als Scherereien und Ärger. Und daran hat sich wohl bis heute nichts geändert. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, was er davon hat. Aber wenn er auch nichts von uns hat, so hat er offenbar doch etwas an uns. Denn wenn ich auf Jesus schaue und ihn höre, hat es den Anschein, als sei Gott in uns Menschen unsterblich verliebt. Das ist offenbar, wir sind offenbar - Gottes große "Schwäche".
     Und darum schenkt er dem Blinden durch Jesus das Augenlicht und lässt auch dich wieder gesund werden, wenn du krank bist. Darum segnet und behütet er dich bis auf diesen Tag. Darum weicht er nicht von deiner Seite und hilft dir durch deinen Glauben (Lehrtext), egal wo du politisch stehst. 
     Und du? Und ich? Wir können ihn dafür loben und preisen und ihm damit eine Freude machen.

Gebet: Herr, eigentlich hätte ich heute Grund, mich selbst zu bemitleiden. Aber das lasse ich lieber sein, weil mich das nur runterzieht. Stattdessen richtet mich mein Glaube auf, weil ich weiß, wie oft du mir schon geholfen hast. Und weil ich darauf vertraue, dass du das auch jetzt wieder tun wirst. Darum will ich dich lieber loben als jammern und dich für das Wunder preisen, wie du mir meine Enttäuschung nimmst. Heute weiß ich wieder, was ich an dir habe. Das will ich nicht vergessen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Samstag, 13. Juli 2019

Gedanken über Gier und Gnade hl

Losung: Weh dem, der sein Gut mehrt mit fremdem Gut, wie lange wird's währen? Habakuk 2,6 

Lehrtext: Jesus spricht: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat. Lukas 12,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

na gut, ich empöre mich heute mal nicht. Klar fallen mir spontan einige Beispiele für Habgier ein und dass vor allem die, die eh schon genug haben, den Hals einfach nicht voll kriegen. Das war offenbar schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben. Stattdessen will ich in mich gehen und auf Anzeichen von Gier bei mir achten. Bin ich wirklich frei davon? Wie würde mein Leben aussehen, wenn ich bedürfnisloser wäre und mir Besitz weniger bedeutete? Welche Rolle spielt mein Bankkonto? Wäre ich fähig und bereit, einen hohen Lottogewinn komplett zu verschenken? Ich will mich das fragen, auch wenn ich wohlweislich nicht spiele. Kann ich großzügig sein? Und was kann ich tun, um Großzügigkeit zu trainieren? Das Trinkgeld von 10 auf 20 Prozent erhöhen und generell mehr schenken und spenden? Und wann fange ich damit an? ...
     Hinter der großen und der kleinen Gier stecken oft die nackte Angst und Imponiergehabe. Die Angst, zu kurz zu kommen, dass es vielleicht einmal nicht mehr reichen könnte und die Angst, bedeutungslos zu sein. Vielleicht sind darum Männer gieriger als Frauen. Ist das so?
     Dem Wort Jesu im Lehrtext geht eine Frage voraus und eine interessante Antwort. Da heißt es: Einer rief aus der Menge: »Lehrer, sag doch meinem Bruder, er soll unser Erbe gerecht mit mir teilen.« Aber Jesus wies ihn zurück: »Bin ich etwa euer Richter oder euer Vermittler in Erbstreitigkeiten?« Dann wandte er sich an alle: »Hütet euch vor der Habgier! Wenn jemand auch noch so viel Geld hat, das Leben kann er sich damit nicht kaufen.« (HFA) Ja, das glaube ich ihm. Alles, was wirklich zählt, ist unbezahlbar. Du kannst es nicht kaufen und nicht stehlen. Denn Vertrauen, Liebe, Verzeihung, Freundschaft, Freundlichkeit und manches mehr kriegst du geschenkt. Das gilt bei den Menschen und das gilt bei Gott.

Gebet: Herr, ich danke dir, dass ich mir von dir nichts kaufen muss, weil du dich mir in Jesus schenkst. Ich lebe von deiner Gnade, und die ist nicht billig und nicht teuer. Sie ist unbezahlbar. Du schenkst sie allen deinen Geschöpfen ohne Bedingungen zu stellen. Schenke mir auch den Glauben, das zu erkennen und danach zu leben, damit ich dankbar sein kann und weitergebe, was ich von dir bekommen habe. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 12. Juli 2019

Soll man Gott gehorchen? hl

Losung: Der HERR spricht: Werdet ihr meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. 2.Mose 19,5 

Lehrtext: Gott hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt. 2.Timotheus 1,9 

Liebe Leserin, lieber Leser,

welchen Klang hat denn das Wort „gehorchen“ bei dir? Mir ist dieses Wort nicht sonderlich sympathisch. Das hat vor allem mit unserer jüngsten deutschen Geschichte zu tun. Aber gehorchen ist üblich in der Kindererziehung, in der Schule, in der Lehre, beim Militär, auf der Arbeit und im Staat, wenn es um die Gesetze geht. Denn wer dem Staat nicht gehorcht und zum Beispiel seine Steuer nicht bezahlt, der wird belangt. 
     Gehorchen, das war und ist auch üblich im Glauben und in der Kirche. Wer Gott nicht gehorcht, muss mit seinem Zorn und seiner Strafe rechnen. Wer die Kirchensteuer nicht bezahlt, wird aus der Kirche ausgeschlossen und hat offiziell kein Recht mehr, seine Kinder taufen zu lassen, zum Abendmahl zu gehen, konfirmiert, getraut und kirchlich bestattet zu werden. Gehorsam – das ist seit Urzeiten ein Prinzip, wo Menschen zusammenleben.
     Kein Wunder, dass man dieses Prinzip auch in der Bibel findet. Und so wurde es auch Jahrhunderte lang kritiklos für das Glaubensleben übernommen und von den „Glaubenswächtern“, den Priestern und Pfarrern, eingefordert. In unseren Dörfern bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts manchmal auch mit Schlägen.
     Aber ist denn Gott der oberste Aufpasser, der allen, die ihm nicht gehorchen, eins verpasst, sei es in der Zeit oder in der Ewigkeit? Eine solche Vorstellung von Gott, auch wenn sie in der Bibel mehrfach vorkommt, hat mit meinem Glauben nichts zu tun. Ich vermute, dass Gott oft genug dazu missbraucht worden ist, dass man gegenüber anderen seinen Willen und seine Interessen durchgesetzt und sich dabei auf ihn berufen hat. Das fängt oft schon in der Familie an, wenn es immer noch heißt: ‚Pass bloß auf, der liebe (!) Gott sieht alles!“ 
     Ja aber soll man denn dann Gott überhaupt nicht gehorchen und seinen Willen und die Gebote missachten? Ich frage mal nach den Gründen. Warum gehorche ich Gott? Aus Angst vor Strafe? Weil einem das von Eltern, Lehrern und Pfarrern so beigebracht wurde? Weil es in der Bibel steht? Weil …? 
     Für mich gibt es zwei Gründe: Dankbarkeit und Vertrauen. Gott liebt mich: er segnet und behütet mich, er hilft mir und heilt mich, er vergibt mir und rettet mich – so wie es Jesus gesagt und getan hat. Das ist für mich Grund genug, mich aus Dankbarkeit zu bemühen, auf seinen Willen und sein Wort zu achten. Und der zweite Grund ist Vertrauen. Ich vertraue ihm, dass er es gut mit mir meint. Dass mir sein Wille und seine Gebote helfen, im Leben zurechtzukommen. Und dass es somit in meinem eigenen Interesse liegt, auf ihn zu hören, also zu ge-horchen.
     Ich gehorche ihm nicht aus Angst vor Strafe und er liebt mich nicht, weil ich gehorsam bin. Stattdessen gilt, was der heutige Lehrtext sagt: »Er hat uns gerettet und uns dazu berufen, ganz zu ihm zu gehören. Nicht etwa, weil wir das verdient hätten, sondern aus Gnade und freiem Entschluss. Denn schon vor allen Zeiten war es Gottes Plan, uns in seinem Sohn Jesus Christus seine erbarmende Liebe zu schenken.« (Übersetzung HFA)
Gebet: Herr, du brauchst meinen Gehorsam nicht, aber ich brauche dein Wort und deine Gebote. Woran sonst soll ich mich orientieren? Darum danke ich dir, dass du mich nicht durchs Leben irren lässt, sondern mich begleitest, führst und mir den Weg zeigst. Denn ich vertraue dir, dass das ein guter Weg ist, der mich sicher durch die Zeit führt zu dir. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 11. Juli 2019

Schwerter zu Pflugscharen! hl

Losung: Der HERR wird zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Jesaja 2,4 

Lehrtext: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Lukas 2,14 

Liebe Leserin, lieber Leser,

kannst du und willst du das glauben, was heute in der Losung steht? »Es kommt eine Zeit, da wird der HERR für Recht sorgen zwischen den Nationen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Keine Nation wird gegen eine andere das Schwert erheben, und das Kriegshandwerk werden sie nicht mehr lernen. Kommt, ihr Nachkommen von (eurem Stammvater) Jakob, wir wollen schon jetzt mit dem HERRN leben. Er ist unser Licht! (Übersetzung: Züricher Bibel. Vers fünf Hoffnung für alle).
     Seit mehr als 2500 Jahren kennen Juden und später auch Christen diese Worte aus der Bibel (Losung). Eigentlich sind sie doch eindeutig? Eigentlich äußert sich auch Jesus eindeutig zur Gewalt: »Liebt eure Feinde... Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen... Selig sind die Pazifisten (auf Deutsch: die Frieden machen)  ...« Oder irre ich mich? 
     Man kann schon ins Grübeln kommen, wenn nach so langer Zeit Christen nach wie vor der militärischen Gewalt das Wort reden, Aufrüstung gutheißen und Kriege nicht ausschließen möchten. Und was ist das Ergebnis nach tausenden von Jahren Krieg? Ein nicht enden wollender Strom von Blut und Tränen. Verursacht von Männern, die in den Uniformen aller Herren Länder Frauen und Kinder hinmorden. Die sie erschießen, zerbomben, verbrennen, vergiften, erschlagen, verhungern lassen und was es an Scheußlichkeiten mehr gibt. Natürlich sind diejenigen, die sich, auf welcher Seite auch immer, an einem Krieg beteiligen oder ihn auslösen, im Recht. Denn immer sind ja die anderen die Feinde. Selbst gehört man natürlich zu den Guten. Man braucht das Militär ja „nur“, um sich gegen den „bösen Nachbarn“ zu verteidigen oder um anderen zu Hilfe zu kommen, wie man behauptet. Um sie vor bösen Diktatoren, Aggressoren oder Terroristen zu retten wie jüngst vor Assad, Saddam Hussein oder Gaddafi. Und was sind die Folgen dieser „Rettung“? Die Bilanz ist verheerend: Chaos, Elend und Terrorismus. Vonwegen Demokratie und Wohlstand. Die eigentlichen Gründe sind eine Mischung aus politischem Versagen, Machtgier und Habgier (Öl) bei den Verantwortlichen.
     Aber wir brauchen doch die Bundeswehr und die NATO, oder nicht? Da sind doch die bösen Russen, an deren Grenzen wir Manöver abhalten müssen, um sie im Zaum zu halten, oder nicht? Ich beantworte diese Frage mit ein paar Zahlen: Die USA haben im Jahr 2018 649 Milliarden Dollar für Rüstung ausgegeben. 2019 werden es 716 Milliarden Dollar sein. Dahinter kommen China, Indien und das auch von Deutschland aufgerüstete Saudi-Arabien. An fünfter Stelle kommt Russland mit 62 Milliarden Dollar. Das ist weniger als ein Zehntel der Militärausgaben der USA. 
     Militär und Rüstung sind im wahrsten Sinn des Wortes ein Bombengeschäft, auch bei uns. Dass mit den Waffen, die bei uns produziert werden, anderswo Frauen und Kinder massakriert werden (Jemen)  – wen kümmert's? Ist doch nicht unsere Verantwortung. Hauptsache, man profitiert, schafft Arbeitsplätze und wird gewählt.
     Wie heißt es doch gleich noch mal in der Losung: »Es kommt eine Zeit, da wird der HERR für Recht sorgen zwischen den Nationen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Keine Nation wird gegen eine andere das Schwert erheben, und das Kriegshandwerk werden sie nicht mehr lernen. Kommt, ihr Nachkommen von Jakob, wir wollen schon jetzt mit dem HERRN leben. Er ist unser Licht!« 
     Jetzt schon Schwerter zu Pflugscharen! Einer muss doch mal anfangen. Wenn nicht wir, wer dann? Und wenn nicht jetzt, wann dann? Wie können wir denn Gott in der Höhe ehren, den Vater aller Menschen, den Vater der Amerikaner und Russen, der Chinesen und Deutschen, der Israelis und Syrer, wenn wir nicht zum Frieden auf Erden fähig sind?

Gebet: Herr, ich klage dir das grenzenlose und namenlose Leid, welches militärische Gewalt über deine Erde und Menschen gebracht hat. Ich klage dir das Versagen von uns Christen, die wir uns doch nach Jesus nennen. Ich klage dir die Friedlosigkeit im eigenen Herzen und meine negativen Gefühle gegenüber anderen. Aber ich will nicht vor dem Bösen kapitulieren. Ich will auf dich vertrauen und an mir arbeiten für den Frieden auf deiner Erde in deinem Licht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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