Sonntag, 12. September 2021

Es steht in seinen Händen hl

Losung: HERR, du siehst es ja, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen. Psalm 10,14

 

Lehrtext: Der Vater des kranken Kindes sprach zu Jesus: Wenn du etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns! Markus 9,22

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

„Elend und Jammer“ bleiben auch dem nicht erspart, der glaubt. Doch wer so sprechen kann wie jener, der den Psalm 10 verfasst hat, ist nicht gänzlich hilflos und verzweifelt. Er vertraut darauf, dass Gott sieht, was los ist und weiß, was zu tun ist. Der muss nicht zweifeln, wie der Vater jenes kranken Kindes (Lehrtext) und sagen: „Wenn du etwas kannst“. Er kann vielmehr sagen: 

Gebet: Ja, Herr, ich weiß, dass alles in deinen Händen steht, denn du bist ja mein Schicksal. Du kannst es so wenden, wie es nach deinem Willen gut für mich ist. Du hast die Macht und die Kraft zu helfen und wirst das auch tun, weil ich dir nicht gleichgültig bin. Denn du hast ein Herz für mich. Amen 

Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not;
der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten,
mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen.
 

(Entstanden zwischen 1603 und 1607. Dichter unbekannt, EG 345 Vers 1) 

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 11. September 2021

Gottes großes Haus hl

Losung: Der HERR wird vor euch herziehen und der Gott Israels euren Zug beschließen. Jesaja 52,12 

Lehrtext: Jesus spricht: Wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin. Johannes 14,3

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

„Gott umgibt mich von allen Seiten“ heißt es im Psalm 139. Ich will glauben, dass er auf meinem Lebensweg vor mir hergeht und mir zugleich den Rücken frei hält (Losung). So bin ich unterwegs in dieser Welt und gehe durch gute und schlechte Zeiten.

     Das Wort aus dem heutigen Lehrtext sage ich bei allen Trauerfeiern, die ich halte. Gott hat ein großes Haus, in dem jeder Platz findet, aus dem niemand vertrieben wird, wo wir alle zu Hause sind, unsere Toten genauso wie wir, die wir noch leben. Nein, niemand muss seinen Weg ins Ungewisse gehen. Jeder darf darauf vertrauen, dass er nicht allein ist und ein Ziel hat, wo einmal alles gut wird.

 

Gebet: Herr, in dir wurde ich geboren. In dir lebe ich. In dir werde ich sterben. Und in dir werde ich auferstehen. Wo ich auch bin und was auch kommt, ich bleibe in dir und du in mir. Amen 

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 10. September 2021

Zuversichtlich bleiben hl

Losung: Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist uns Hilfe und Schild. Psalm 33,20 

Lehrtext: Wir sind gerettet auf Hoffnung hin. Römer 8,24

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

»Wir sind gerettet« heißt es im Lehrtext. Ich brauche mich also um meine Zukunft nicht zu sorgen. Ich glaube, dass mir Gott auch morgen zur Seite steht und in den Herausforderungen hilft, die mich erwarten. Ich hoffe, dass er bei mir bleibt und ich in ihm, auch dann noch, wenn ich diese Welt verlassen habe.

Seit den Zeiten der Bibel vertrauen Menschen auf Gott und sagen: »Er ist unsere Hilfe und beschützt uns« (Losung). Da hat sich bei denen, die glauben, bis heute nichts geändert.

Ich lebe einfach anders, wenn ich mir um meine Zukunft keine Sorgen machen muss, auch nicht darum, was nach meinem Tod kommt. Ich lebe freier und zuversichtlicher, wenn ich auf Gottes Hilfe vertraue.

Ja, ich kenne die Probleme unserer Zeit und weiß von den Schwierigkeiten, die auf uns und unsere Nachkommen warten. Aber ich weiß auch, dass Panik und Verzweiflung nicht helfen. Dass auch nicht hilft, wenn ich die Probleme leugne oder vor ihnen die Augen verschließe und den Kopf in den Sand stecke. Ich weiß auch, dass der Markt kein Problem lösen wird, sondern nur verantwortlich handelnde Menschen, die besonnen und zuversichtlich sind. Und ich glaube, dass Gott mit ihnen ist und ihre Arbeit segnet. 

Gebet: Herr, ich will tun, was getan werden muss und vertraue dabei auf dich, dass du das Deine dazu tust. So bleibe ich zuversichtlich und pflanze heute den Baum, von dem einst meine Enkel essen werden. Amen 

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 9. September 2021

Mit Gott arbeiten hl

Losung: Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der HERR, und arbeitet! Denn ich bin mit euch. Haggai 2,4 

Lehrtext: Paulus schreibt: Wir sind Gottes Mitarbeiter. 1.Korinther 3,9

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

auf rechter Arbeit ruht Segen, wenn sie denn nicht nur mir, sondern auch anderen nützt. 

Auf unrechter Arbeit lastet ein Fluch, wenn sie nur mir nützt und anderen schadet. 

     Arbeite ich recht, bin ich Gottes Mitarbeiter in der Welt. Denn er wirkt in ihr auch durch meine Arbeit.

     Und da ist die Hausarbeit so wichtig wie die Regierungsarbeit in den Parlamenten. Da ist die Arbeit bei der Müllabfuhr so wichtig wie die in den Chefetagen der Wirtschaft. Da ist die Arbeit des Paketdienstes so wichtig wie die Arbeit in den Arztpraxen und Krankenhäusern.

     Keine Arbeit ist minderwertig, weil die Menschen, die sogenannte „niedrige“ Arbeit tun, nicht weniger wert sind als andere. Darum sind bessere Löhne für die unteren Lohngruppen nicht nur Sache der Gewerkschaft, sondern von uns allen. 

Gebet: Herr, du segnest, was ich in deinem Namen tue für mich und für andere. Du ziehst deine Segenshand zurück, wenn ich eigennützig nur für mich arbeite und obendrein noch anderen schade. Das zeigt sich nicht an meinem Kontostand, aber am Zustand meiner Seele. Ich will dein Mitarbeiter sein dürfen und mich dafür einsetzen, dass auch die eine lebenswerte Zukunft haben, die nach mir kommen. Amen 

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 8. September 2021

Worte der Gnade hl

Losung: Siehe, das ist mein Knecht, den ich halte, und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Jesaja 42,1 

Lehrtext: Sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde kamen, und sprachen: Ist das nicht Josefs Sohn? Lukas 4,22
 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

Worte der Gnade kamen aus Jesu Mund (Lehrtext),

Worte der Gnade und nicht des Gerichts,

Damit sagt er,

dass die Zeit vorbei ist, da man sich vor Gott gefürchtet hat,

dass Gott nicht unbarmherzig straft, sondern bedingungslos liebt,

nicht verurteilt, sondern vergibt,

nicht verletzt, sondern heilt,

nicht tötet, sondern von den Toten auferweckt.

Worte der Gnade für alle Menschen und die Schöpfung insgesamt.
Du und ich, wir beide sind gottbegnadete Menschen, von ihm reich beschenkt. Darum will ich nicht länger auf meine Defizite schauen, sondern auf alles, was ich durch ihn bin und habe.
 

Gebet:  
     Ich freue mich über den Herrn, alles was ich bin und habe,
mein Herz, mein Verstand und mein Mund, alles soll ihn loben.
     Ich freue mich über den Herrn, ich will immer an ihn denken und will nicht das Gute vergessen, das er mir bis heute getan hat.
     Ich freue mich über den Herrn, er hat mir die Schuld vergeben. Er heilte, was an mir krank war und schenkte mir neues Leben.
     Ich freue mich über den Herrn, er ehrt mich mit seiner Freundschaft mehr als mit einer Krone. Er hat meine Kraft erneuert.
     Ich freue mich über den Herrn, über den allmächtigen Vater, über den Sohn Jesus Christus und den Geist, der uns heiligt. Amen

(nach Psalm 103 von Friedrich Walz, gekürzt)

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 7. September 2021

Wo zwei oder drei hl

Losung: Der HERR, dein Gott, hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen. 5.Mose 2,7 

Lehrtext: Jesus spricht zu Petrus: Die Pforten der Hölle sollen meine Gemeinde nicht überwältigen. Matthäus 16,18

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

damit das klar ist, die Gemeinde Jesu (Lehrtext) ist nicht automatisch die Kirche. Sie ist nicht identisch mit dem kirchlichen Verwaltungsapparat, mit der Amtskirche und auch nicht mit der Kirche vor Ort. Aber hoffentlich findet sich auch in den verschiedenen Kirchen und Glaubensgemeinschaften etwas von der Gemeinde Jesu. Diese wird nicht von Menschen organisiert, nicht von Bischöfen, Pfarrern, Gemeindeleitern, auch nicht von den Frauen in diesen Funktionen und auch nicht von Synoden und Kirchenvorständen.

Die Gemeinde Jesu ist eine geistliche Größe. Sie entsteht an den verschiedensten Orten jeweils neu, „wo sich zwei oder drei in seinem Namen versammeln“, ihn preisen, auf ihn vertrauen, sich an ihm orientieren. Wo sie die Welt und sich selbst in seinem Licht sehen, im Licht der Liebe und Barmherzigkeit, und auch einen Blick für andere haben, besonders für die Kleinen und Schwachen.

Die Gemeinde Jesu kann man nicht dingfest machen, nicht strukturieren, nicht beherrschen und nicht zerstören. Selbst dem Teufel (Hölle), wenn es ihn denn gäbe, würde das nicht gelingen.

Die Gemeinde Jesu ist stark und gesund vor allem in schlechten, in Wüstenzeiten. Da lernt sie es, sich ganz und gar auf Gott zu verlassen, der sie nicht im Stich lässt (Losung).

Ob man wirklich zu dieser Gemeinde gehört, kann man selbst nicht wissen. Man kann es nur demütig erfahren, vor allem in persönlichen Wüstenzeiten. 

Gebet:  Herr, dich lobe und preise ich mit anderen, dass du uns immer wieder deine Nähe spüren lässt. Du gibst uns Hoffnung und machst uns neuen Lebensmut. Du nimmst uns unsere Sorgen, vergibst uns unser Versagen und segnest uns mit deiner Liebe. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 6. September 2021

offen, furchtlos, dankbar hl

 Losung: Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, wir haben unrecht getan und sind gottlos gewesen. Psalm 106,6 

Lehrtext: Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken. Titus 2,14

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

ich sündige, wenn ich mich nicht gemeinsam mit meinen Mitmenschen meines Lebens freue.

Ich sündige, wenn ich mich nicht in allem ganz und gar auf Gott verlasse und darauf vertraue, dass er das Seinige hinzutut, was ich im Rahmen meiner Möglichkeiten tun kann.

Ich bin gottlos, wenn ich mich vor Menschen fürchte und ungerecht, wenn ich nicht meine Mitgeschöpfe, die Tiere achte und schütze.

Ich bin gottlos, wenn ich undankbar bin und ungerecht, wenn ich zu anderen anders rede als über sie.
Ich bin gottlos, wenn ich dem Wahn verfalle, andere müssten genauso denken und glauben wie ich.

Und du?

Jesus Christus hat die Welt durch seine bedingungslose Liebe erlöst, die er selbst am Kreuz nicht verraten hat. Ihm gehören wir alle ohne Ausnahme. Das soll mich dazu bewegen, für andere ein Segen zu sein. (Lehrtext) 

Gebet:  Herr, ich will nicht nur meine Interessen im Blick haben, auch nicht meine religiösen. Ich will mich nicht absondern und anderen Kreaturen gegenüber verschließen. Ich will dir nachfolgen, in dem ich offen bin für deine Welt, deine Geschöpfe, sie in ihrer Eigenart akzeptiere und ihre Werte neben meinen gelten lasse. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 5. September 2021

So ist es hl

Das Bibelwort für die neue Woche (= Wochenspruch): 

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat (Psalm 103,2):

der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöst,

der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,

der deinen Mund fröhlich macht

und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.

Lobe den HERRN, meine Seele! (Auszug aus Psalm 103)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

so wird es nicht sein, so ist es. Gott ist so, wie der Psalm 103 sagt. Du musst ihn nicht erst bitten, all das zu tun. Er tut das von sich aus längst bevor du die Hände gefaltet hast.

Doch lebst du auch, was du bist?

Lebst du als sein Kind, dem er schon so viel Gutes getan hat? Und ist dir bewusst, dass er dir auch jetzt, in diesem Augenblick Gutes tut und auch morgen tun wird?

Lebst du als sein Gotteskind, dem vergeben ist und das er nicht verletzt, sondern heilt?

Trägst du voll Freude und mit Würde die Krone seiner Gnade und Barmherzigkeit?

Singst du frohe Lieder und steckst andere mit deiner Fröhlichkeit an?

Fühlst du dich jung und stark in Seele und Geist wie ein Adler?

Glaubst du auch, dass Gott mit dir geduldig ist und vertraust du auf seine große Güte?

Und schließlich, dankst du ihm täglich und lobst du ihn, dass er ein so wunderbarer Gott ist?
Also frage ich jetzt noch einmal: Lebst du, was du bist: ein freier Mensch, von ihm geliebt, gesegnet und beschützt, der sich nicht von anderen Menschen abhängig macht, weil er an seinem Gott hängt?

Lebst du ohne Furcht und Sorgen?
Du könntest das. Ich könnte das auch. Lass es uns beide in dieser Woche versuchen. Und lass uns einmal sieben Tage lang beim Aufwachen und beim Einschlafen sagen:

 

Gebet Herr, mir ist bewusst, was du mir schon Gutes getan hast. Ich habe allen Grund, dir von Herzen dankbar zu sein. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 4. September 2021

Wie mich selbst hl

Losung: Die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben. 2.Mose 1,17 

Lehrtext: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apostelgeschichte 5,29

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

also wenn schon die Hebammen damals dem Pharao, dem König von Ägypten, nicht gehorcht hatten, der doch Herr über Leben und Tod war, um wie viel mehr kannst dann du Nein sagen, wenn du etwas nicht willst.
Was verlangt denn Gott von dir? Jesus sagt: »Du sollst ihn und deine Mitmenschen lieben wie dich selbst«. Wie dich selbst! Gott verlangt von dir nicht, dass du dich verleugnest und erst recht nicht, dass du vor anderen zu Kreuze kriechst. Und wenn es heißt „deine Mitmenschen lieben“, dann hat das nur Sinn, wenn du das freiwillig und gerne tust. Erzwungene Liebe ist nichts wert.

Also, sag Nein, wenn du etwas nicht willst und Ja, wenn du gern dazu bereit bist. Aber lass dich nicht von anderen manipulieren oder gar erpressen. Dann wirst du auch mehr respektiert. 

Gebet:  Herr, wenn ich nicht weiß, was ich tun soll, will ich auf meine innere Stimme hören. Ich vertraue darauf, dass du durch sie zu mir sprichst, wenn ich nach dir frage. Amen  

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 3. September 2021

In die Kurven legen hl

Losung: Die Erde ist voll der Güte des HERRN. Psalm 33,5 

Lehrtext: Sorgt euch nicht um euer Leben. Matthäus 6,25

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

»Die Erde ist voll der Güte des Herrn«? Nein, ist sie nicht! Oder doch? Für die Flutopfer in der Eifel ist sie das nicht. Für die Opfer des Attentats der Islamisten vor dem Flughafen in Kabul ist sie das nicht. Für sie brauchen wir andere Worte des Glaubens. Aber für mich ist sie das jetzt und für dich hoffentlich auch – allen Widrigkeiten zum Trotz.

Letzten Mittwoch und Donnerstag habe ich eine Motorradtour durch den Steigerwald, die Haßberge, den Spessart, die Rhön und zurück durch die Ausläufer des Frankenwalds und die Fränkische Schweiz gemacht. Kurz vor der Abfahrt habe ich noch mal gezweifelt, ob ich wirklich fahren soll. Doch dann habe ich mir gedacht: Was ist die Alternative? Weiterhin auf der Bank vor dem Haus sitzen, Katzen streicheln und warten, wie ich älter und kränker werde statt die ersten schönen Tage seit längerem zu nutzen?

Das kann doch  nicht alles gewesen sein.

Da muss doch noch irgendwas kommen. Nein?

Da muss doch noch Leben ins Leben! Eben!
Ich will noch `n bisschen was Blaues sehen
und will noch `n paar eckige Runden drehen
und dann erst den Löffel abgeben. Eben!

(Wolf Biermann)

Ich bin gern daheim. Hab‘s da ja auch ganz schön. Aber hin und wieder will ich mir den Wind um die Nase wehen lassen.

Wie schön ist doch unser Land! Immer wieder mal habe ich in meinen Helm „Danke“ gesagt oder ein Lied gesungen wie dieses: „Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel. Die Nacht ist verflattert. Ein neuer Tag von deiner Liebe, Herr, ich danke dir.“ Aber ja, »die Erde ist voll der Güte des Herrn!« Wer‘s nicht glaubt, soll mal in der von mir genannten Gegend Urlaub machen.

Und dann fand ich noch unverhofft mitten in der Rhön in einem abgelegenen Tal eine tolle Unterkunft. Jetzt sitze ich voll mit schönen Eindrücken vor meinem PC und schreibe diese Losungsauslegung. Bei der nächstbesten Gelegenheit packe ich wieder meinen Tankrucksack und „bin dann mal weg“: Da muss doch noch Leben ins Leben! Eben.

Klar, so eine Motorradtour ist immer auch mit gewissen Risiken verbunden. Aber so ist das Leben generell. Soll ich deshalb vor lauter Sorge um mein Leben (Lehrtext) daheim im Bett bleiben?

Als ich schließlich zu Hause war, habe ich gesagt: 

Gebet: Und wieder hast du mein Vertrauen bestätigt, Herr. Ich weiß, es werden auch andere Zeiten kommen. Auch dann werde ich auf dich bauen. Und auch dann wirst du bei mir sein. Doch solange es dir gefällt, will ich mich in die Kurven legen und mich meines Lebens freuen und dich damit loben und preisen. Amen   

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 2. September 2021

Wie finde ich meinen Weg? hl

Losung: Wer ist es, der den HERRN fürchtet? Ihm weist er den Weg, den er wählen soll. Psalm 25,12 

Lehrtext: Paulus schreibt: Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung. Philipper 1,9

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

die Losung heute ist interessant. Ihr zufolge weist Gott mir einerseits den Weg und andererseits kann ich wählen, welchen Weg ich  gehen will. Und genau das ist auch meine Erfahrung. Rückblickend kann ich sagen, Gott hat mir den Weg bis hierher gewiesen, mehr noch, er hat mich geführt. Doch in der Gegenwart muss ich mich trotzdem entscheiden und wählen, wohin ich will.

     Rein logisch passt das nicht zusammen. Aber meine menschliche Logik kommt bei Glaubensfragen sowieso immer wieder mal an ihre Grenzen. Einmal habe ich einen freien Willen, und dann ist es doch Gott, der mich leitet. Deshalb auch dieser alte Ratschlag:       "Bete so, als ob alles von Gott abhängt und handle, als ob alles von dir abhängt." Wir alle bleiben verantwortlich dafür, wie wir leben. Und doch geschieht Gottes Wille.

     Im Lauf seines Lebens wird hoffentlich jeder in der Liebe und auch im Glauben „reicher an Erkenntnis und Erfahrung“ (Lehrtext). Ich jedenfalls hoffe, dass mein Glaube nicht erstarrt in Formeln und Floskeln, Ritualen und Dogmen, Vorschriften und Gesetzen. 
     „Wage, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, sagt der Philosoph Immanuel Kant. Und ich möchte hinzufügen: Wage es, dich deines eigenen Glaubens zu bedienen und sage nicht einfach nur nach, was andere dir vorsagen.
 

Gebet: Herr, ich vertraue darauf, dass du mich den Weg führst, den ich gehen soll und du mir hilfst, die Entscheidungen zu treffen, die gut für mich und meine Mitmenschen sind. Das hast du bisher getan. Das wirst du auch in Zukunft tun. Amen    

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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