Dienstag, 5. Mai 2020

Gott ist ewig und du in ihm hl

Losung: Gott breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meers. Er macht den Großen Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des Südens. Hiob 9,8.9

Lehrtext: Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare. Kolosser 1,15-16

Liebe Leserin, lieber Leser,

wann hast du das letzte Mal in den Nachthimmel geschaut, auf die Fülle der Sterne, die dein Auge erfassen konnte und dir dabei Gedanken gemacht über dich, deine Existenz, das Universum, über Raum und Zeit und über Gott?
     Der vielleicht berühmteste deutsche Philosoph, Immanuel Kant (1724 bis 1804), hat dazu diesen Satz geschrienen: »Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir." Beide verknüpfe ich mit dem Bewusstsein meiner Existenz.«

Gott lässt sich nicht beweisen

     Auch wenn es nahezuliegen scheint, ein Gottesbeweis ist auch das nicht. Gott ist nicht mit dem Verstand zu beweisen, so viele großartige Denker das bisher auch versucht haben. Letztlich wurden sie alle widerlegt. Auch „das moralische Gesetz in mir“, also mein Wertebewusstsein und Gewissen hat einen Entstehungsprozess hinter sich und ist wandelbar. Was in der Geschichte der Menschheit zu bestimmten Zeiten moralisch geboten oder akzeptiert war, war es in anderen Zeiten und in anderen Regionen der Erde nicht. Kurz und knapp: Nichts ist ewig als Gott allein. Auch bestimmte Werte in der Bibel haben ihren Wert verloren, zum Beispiel die meisten Gesetze und Vorschriften im Alten Testament. Aus meiner Sicht ist nur ein Wert beständig und somit ewig, weil er auch auf das Engste mit Gott verknüpft ist und in Jesus Mensch geworden ist: »Gott ist Liebe.« (1. Joh. 4,8.16)
     Und was ist mit dem „bestirnten Himmel“ über mir? Nun, da hat die Menschheit seit Hiob (Losung) riesige Fortschritte gemacht. Die Sterne der Sternbilder, die wir am Himmel sehen, ob großer Wagen oder Orion oder Siebengestirn oder andere, haben miteinander nichts zu tun. Sie sind teilweise extrem weit voneinander entfernt. Doch unserem bloßen Auge erscheinen sie als zusammengehörend und wir machen daraus ein Bild. 
     Im Grunde genommen sehen wir sowieso keine Sterne am Himmel, sondern nur ihr altes Licht, das sie uns zeigt, wie sie vor Millionen oder gar Milliarden Jahren gewesen waren. Und oft wissen wir gar nicht, ob es diese Sterne in diesem Augenblick überhaupt noch gibt oder ob sie nicht längst ihren Brennstoff verbraucht und ihre Leuchtkraft verloren haben oder gar als Supernova explodiert sind und nur noch ihr Licht durch das Universum reist. So wie die Raumsonden Voyager eins und zwei als Boten der Menschheit auch dann noch durch den Weltraum fliegen, wenn es längst keine Menschen und höchstwahrscheinlich auch keine Erde mehr gibt.

Auf Augenhöhe

     Alles verändert sich, alles ist vergänglich, nur Gott ist ewig und du in ihm. Ja, er hat auch die Sterne der Sternbilder gemacht. Das glaube ich so wie Hiob. Er geht nicht nur auf den Wogen des Meeres auf dem Staubkorn Erde, sondern wandert durch die Galaxien und hat das ganze Universum in seiner Hand.
     Er geht aber auch zu dir und zu mir, der Schöpfer von allem, was ist, und begegnet dir in Jesus mit seiner Liebe. Und deshalb kann ich sagen, indem ich den Lehrtext weiterdenke: Da der Vater seinen Sohn durch den Heiligen Geist vor aller Zeit geliebt hat und für alle Zeit liebt, hat er durch ihn die gesamte Schöpfung aus Liebe geschaffen, auch dich und mich. Und darauf kommt es meines Erachtens entscheidend an, dass ich mich als sein Geschöpf verstehe, das nicht der Zufall, sondern er selbst geschaffen hat, nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Liebe.
    
Gebet:  Herr, du Schöpfer von Himmel und Erde bist als Menschenkind auf die Welt gekommen, damit ich eine persönliche Beziehung zu dir haben kann. Ich danke dir, dass du, großer und ewiger Gott, mir in Jesus auf Augenhöhe begegnest und ich durch ihn zu dir Vertrauen fassen kann. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

Falls es dich interessiert, hier noch ein Zitat zum Thema Gottesbeweis: »Immanuel Kant selbst hat als einzigen Gottesbeweis den moralischen Gottesbeweis gelten lassen. Das Dasein Gottes kann nicht theoretisch bewiesen werden, sondern ergibt sich aus der Existenz des Gewissens, der Moral und des menschlichen Verantwortungsbewusstseins. Da der Mensch sich einem Sittengesetz unterworfen weiß, fühlt er sich einem außermenschlichen »Gesetzgeber« und Richter verantwortlich. Diese außermenschliche moralische Instanz ist Gott, der nicht aus dem Denken, aber aus der Erfahrung und dem Gefühl des Menschen erschlossen werden kann.«


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