Freitag, 23. Oktober 2015

Angst vor Veränderung? hl

Losung: Der Ratschluss des HERRN bleibt ewig bestehen. Psalm 33,11

Lehrtext: Christus spricht: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. Matthäus 24,35

Liebe Leserin, lieber Leser,

wohl in jedem Menschen steckt eine mehr oder weniger große Angst vor Veränderung. Wer gibt schon gern Vertrautes ohne Not auf? Selbst diejenigen, die sich mit einer langwierigen Krankheit arrangiert und darin eingerichtet haben, sind manchmal gar nicht mehr so sehr auf Genesung aus. Denn die Krankheit bestimmt ihr Verhältnis zu den Menschen ihrer Umgebung. Sie ist ihr Thema, sie bestimmt ihren Tageslauf, sie garantiert eine gewisse Aufmerksamkeit usw. Angst vor Veränderung erhält Ehen und Partnerschaften aufrecht, die ihren Namen längst nicht mehr verdienen. Angst vor Veränderung treibt im Osten unseres Landes Tausende der PEGIDA in die Arme und auch im Westen ist sie bei einer wachsenden Zahl die Triebkraft, um die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung abzulehnen und sich gegenüber Flüchtlingen negativ zu äußern.
Doch Angst ist ein schlechter Ratgeber. Demgegenüber gehört es nun mal zum Grundprinzip des Lebens, dass nichts starr und versteinert ist, sondern alles in Fluss: Selbst wird man älter und ändert sich, ob man will oder nicht, ständig ändert sich unsere Welt durch immer neue Erfindungen und Krisen und jeder, der selbstständig ist als Landwirt oder in der Wirtschaft, muss sich bewegen und verändern, wenn er nicht abgehängt und bankrott gehen will. Nichts bleibt wie es ist, nichts.
Da ist es wohltuend, dass das, was sich Gott vorgenommen hat, sein Ratschluss, für immer gültig ist (Losung). Und auch die Worte Jesu behalten durch alle Zeiten und Wechsel der Geschichte ihre Gültigkeit. So wird beispielsweise, solange es Menschen gibt, sein Gebot gültig bleiben: „Du sollst Gott von ganzem Herzen lieben, mit all deiner Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.“
In allen Wechselfällen, in allem Auf und Ab, in allem Chaos und Wandel bleibt Gottes Wort der Fixpunkt, an dem sich Menschen orientieren können: Gestern so wie heute, und heute so wie morgen. Mit dieser Orientierung vor Augen, kommst du sicher durch das aufgewühlte Meer der Zeit.

Lied / Gebet:
(klick) Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit. Das Ziel, das ihm die Richtung weist, heißt Gottes Ewigkeit. Das Schiff, es fährt, vom Sturm bedroht, durch Angst, Not und Gefahr, Verzweiflung, Hoffnung, Kampf und Sieg, so fährt es Jahr um Jahr. Und immer wieder fragt man sich: Wird denn das Schiff bestehn? Erreicht es wohl das große Ziel? Wird es nicht untergehn? Bleibe bei uns, Herr! Bleibe bei uns, Herr, denn sonst sind wir allein auf der Fahrt durch das Meer. O bleibe bei uns, Herr! Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Ich kann nur staunen hl

Losung: Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage. Jesaja 40,15

Lehrtext: Ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern. Offenbarung 14,6

Liebe Leserin, lieber Leser,

hin und wieder rückt die Bibel unsere Maßstäbe zurecht, so auch im heutigen Losungswort. Denn zu den größten Problemen, die Menschen sich machen, gehört, dass wir uns zu wichtig nehmen. Dabei sind im Vergleich zu Gott selbst ganze Völker nur ein »Tropfen am Eimer und ein Sandkorn auf der Waage«. Wie unbedeutend ist da erst der einzelne Mensch?! Im Vergleich zur Größe des Universums ist jeder von uns weniger als nichts, praktisch nicht wahrnehmbar. Ein Barack Obama, ein Vladimir Putin, eine Angela Merkel – weniger als nichts. Und ich sowieso. Aber das betrifft nur die Quantität, also die messbare Größe.
Da ist noch eine andere Größe, die Qualität, die Frage danach, wie wertvoll etwas ist. Und da sagt die Bibel, dass du in Gottes Augen einen großen Wert hast und von Jesus „teuer erkauft“ bist. Nein, Gott schaut nicht darauf, für wie wichtig oder wertvoll wir uns selber halten, wie begabt, schön, reich, klug usw. wir sind. Das interessiert ihn höchstens am Rande. Unsere Maßstäbe fallen bei ihm nicht ins Gewicht. Er misst dich mit seinem Maßstab, mit dem Maßstab, den ein guter Vater an seinem Kind anlegt. Er schaut dich daraufhin an, dass du sein Geschöpf bist und zu ihm gehörst und dass du seiner Liebe bedürftig bist. Vielleicht kann man das am ehesten noch damit vergleichen, dass gute Eltern ihr behindertes Kind besonders lieben, auch wenn es nach sonstigen Maßstäben nicht schön, nicht stark, nicht leistungsfähig, nicht intelligent ist.
Ich weiß nicht, ob du diesen Vergleich akzeptieren kannst oder ob du ihn von dir weist, weil du nicht behindert bist. Aber so viel ist mir klar: Mit dem, was ich vorweisen kann, wozu ich in der Lage bin, mache ich auf Gott keinen Eindruck. Mögen mich andere deswegen schätzen, mag ich mich selbst deswegen wichtig nehmen, Gott tut das nicht. Er wendet sich mir zu, weil ich ohne ihn keine Sekunde leben könnte. So wendet er sich auch allen anderen von seinen Geschöpfen zu, egal, ob sie ihn kennen und lieben oder nicht. Aber du und ich, wir haben den Vorteil, dass wir wissen, wem wir verdanken, was wir sind und haben und deshalb nicht hochmütig, eingebildet, abgehoben oder sonst wie durchgeknallt sein müssen. Denn, so sagt es das „ewige Evangelium“ (Lehrtext), wir haben einen Gott, zu dem wir ehrfürchtig aufblicken können, vor dem wir aber nicht Angst haben müssen, sondern den wir wieder lieben können.

Gebet: Herr, du bist unfassbar und unermesslich. Wie soll ich kleiner Mensch in Worte fassen, wer und was du bist? Und darum bete ich dich an, preise und ehre dich als den wunderbaren Schöpfer aller Dinge und meinen Erlöser. Du hast dich für mich klein gemacht und bist Mensch geworden in Jesus, hast in der Krippe gelegen und am Kreuz gehangen – für mich. Ich kann nur staunen, wie wertvoll ich für dich bin. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Im Gefängnis hl

Losung: Josef lag im Gefängnis, aber der HERR war mit ihm. 1.Mose 39,20.21

Lehrtext: Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene. Hebräer 13,3

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich war bisher nur zu Besuch im Gefängnis, ein paar Mal in Straubing bei einem lebenslang eingesperrten Mitglied der Roten Armee Fraktion RAF und in Stadelheim bei Gedenkfeiern für die Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, die dort im Jahr 1943 hingerichtet worden sind. Ich habe aber noch keine einzige Nacht in einer Zelle verbracht. Ich kann mich deshalb auch nur bedingt in die Situation eines Gefangenen einfühlen. Aber das weiß immerhin jeder: Niemand ist gern eingesperrt, egal aus welchem Grund.
Josef, der Sohn Jakobs, war über zehn Jahre unschuldig im Gefängnis des Pharao in Ägypten. Er hätte allen Grund gehabt, an Gott zu verzweifeln und sich von ihm abzukehren. Aber er hat das nicht getan, weil für ihn wie für zahllose andere Gefangene der Glaube der einzige Halt war, der ihm die Kraft zum Durchhalten gab. Er hielt an der Hoffnung fest, dass Gott ihn nicht vergessen habe und wurde nicht enttäuscht, auch wenn er viele Jahre hatte warten müssen.
Nicht zuletzt deswegen, weil so viele Menschen bis heute wegen ihres Glaubens verfolgt und eingesperrt werden, ist es eine Christenpflicht, an sie zu denken, für sie zu beten und – wie Jesus uns aufgetragen hat – sie zu besuchen. Nicht zuletzt deswegen gibt es die Gefängnisseelsorge. Ich bin froh, dass das in unserem Land gestattet wird und dankbar, dass sich Kollegen dazu bereitfinden.
Der Lehrtext heute wäre aber auch für Richter und Staatsanwälte ein guter Impuls, mal drei Tage und drei Nächte in einer Zelle zu verbringen, um wenigstens ansatzweise zu spüren, was es bedeutet, einen Menschen mit Freiheitsentzug zu bestrafen.

Gebet: Herr, ich bitte dich für alle, die gefangen sind, ob schuldig oder unschuldig, dass sie daran nicht zerbrechen. Ich danke dir für jeden Brief, jedes Päckchen jeden Besuch, den sie bekommen. Vor allem danke ich dir, dass du auch hinter Gittern bei ihnen bist. Hilf, dass sie zum Glauben an dich finden und daraus die Kraft schöpfen, diese schwere Zeit zu überstehen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

p.s. Hier ist das Lied, das Josef in dem sehenswerten Zeichentrickfilm »Josef, König der Träume« im Gefängnis singt: „Du weißt es besser als ich…“ Und hier der ganze Film: „Josef, König der Träume“, eine, wie ich meine, gelungene Verfilmung der schönsten Geschichte der Welt.

Dienstag, 20. Oktober 2015

Einzigartig und gewaltig hl

Losung: Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner. 1.Samuel 2,2

Lehrtext: Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. 1.Timotheus 1,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

welches Ereignis in Ihrem / deinem Leben hat dich ganz besonders bewegt und froh gemacht? War es eine bestandene Prüfung oder als dein Partner zum ersten Mal zu dir sagte „Ich liebe dich“? War es sein Heiratsantrag oder der Einzug ins neue Haus? War es eine außergewöhnliche Beförderung oder dass du einem Unglück mit knapper Not und heiler Haut entronnen bist oder als du eine schlimme Krankheit überstanden hattest? Welches Ereignis hat dich aus der Reserve gelockt, dass du automatisch Gott gedankt hast, weil niemand sonst so etwas zustande bringt?
Ich hatte in meinem Leben manchen glücklichen Moment. Aber ich glaube, ich war nie so glücklich wie bei der Geburt meiner Kinder. Da hat sich ganz von selbst mein Herz aufgetan und ich habe Gott so ähnlich gepriesen und gedankt wie Hanna im heutigen Losungswort. Da ist mir schlagartig wieder die Größe und Herrlichkeit Gottes bewusst geworden, aber auch seine Güte und Gnade.
Ja, außer dem Herrn ist kein Gott, niemand, der nur annähernd solche Wunder vollbringt wie er, der dafür gesorgt hat, dass du geboren wurdest und bis zum heutigen Tag lebst. Der dir Menschen über den Weg geschickt hat, denen du herzlich verbunden bist und der dir in deinen großen und kleinen Nöten immer wieder geholfen hat. Und da es bei mir genauso ist, lass uns heute gemeinsam mit dem Lehrtext sagen: »Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit!«

Gebet: Ja, Herr, du bist einzigartig und gewaltig. Nichts und niemand ist dir gleich. Du bist alles in allem und alles kommt von dir und geht zu dir. Leben und Tod, Zeit und Ewigkeit sind in deiner Hand. Ich freue mich, dass ich dich kennen und ehren darf und dass du mir deine Liebe zeigst durch Jesus Christus deinen Sohn und meinen Herrn. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 19. Oktober 2015

Gott auf die rechte Art ehren hl

Losung: Der HERR behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen. Psalm 146,9

Lehrtext: Gott, der Vater, wird auf die rechte Art geehrt, wenn jemand den Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht und sich nicht an dem ungerechten Treiben dieser Welt beteiligt. Jakobus 1,27

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie gut wir es doch in Deutschland haben! Selbst wenn dich ein schlimmer Schicksalsschlag trifft, wenn der Ehepartner stirbt oder die Eltern, unterstützt der Staat die Betroffenen mit Witwen- und Waisenrente. Zumindest die materiellen Folgen eines solchen Schicksalsschlag sind dadurch abgemildert. Ganz anders ist das beispielsweise in Tansania. Da gibt es keine solche Absicherung und Grundversorgung für Witwen und Waisen. Auch in Deutschland mussten solche sozialen Errungenschaften im wahrsten Sinn des Wortes erst errungen werden. Früher waren auch bei uns die Witwen und Waisen nicht abgesichert genauso wenig wie die Menschen zur Zeit der Bibel. Ihre Absicherung war Gott, war das Gebot für die Gläubigen, sich der Waisen und Witwen anzunehmen und sie nicht erst recht zu betrügen und ihnen auch noch das letzte bisschen Besitz, dass ihnen verblieben war, zu nehmen. Die Geldgierigen und Raffgierigen gibt es ja nicht nur heute, die gab es zu allen Zeiten.
Ich bin dankbar, dass in unseren Kirchengemeinden verhältnismäßig viele Gemeindeglieder Gott auf »rechte Art ehren«, so wie es der Lehrtext sagt, weil sie beispielsweise die Waisen und Witwen in unserer Partnergemeinde in Kilanya in Tansania mit Spenden unterstützen.
Bleiben noch die „Fremdlinge“ aus dem heutigen Losungswort. Auch sie werden von unserem Staat, also von uns, den Steuerzahlern, unterstützt, wenn sie vor Krieg und Verfolgung zu uns geflohen sind. Auch das ist nicht selbstverständlich. Dahinter steht die Erfahrung, dass vor gerade mal 70 Jahren Millionen von Deutschen auf der Flucht waren, zuerst vor den Nationalsozialisten, die politisch Missliebige und die Opfer ihres Rassenwahns blutig verfolgt haben und dann vor der Roten Armee und ihren Verbündeten, die sich an der deutschen Zivilbevölkerung im Osten für die Gräueltaten der Wehrmacht in Russland grausam gerächt haben. Wir mögen den Fremden in unserem Land gegenüber eingestellt sein, wie wir wollen; dass wir sie anständig und menschlich behandeln, daran führt für uns Christen kein Weg vorbei.

Gebet: Herr, ich danke dir, dass es mir so gut geht, dass ich anderen helfen kann, auch Menschen in anderen Ländern oder Fremden bei uns. Das ist ein Zeichen dafür, wie sehr du mich gesegnet hast, dass ich in dieser Zeit und in diesem Land leben darf. Ich habe dieses Glück genauso wenig verdient wie andere ihr Unglück, darum will ich mein Herz nicht verhärten, sondern deinen Geboten folgen und meine Mitmenschen lieben. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 18. Oktober 2015

Der Kurvenblick hl

Losung: Die auf den HERRN sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. Psalm 34,6

Lehrtext: Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes. Römer 15,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn sich etwas ereignet, das mich im Augenblick sehr umtreibt, mehr noch, das mir weh tut, dann sage ich mir manchmal: Denke einmal ein Jahr voraus und stell dir vor, wenn du dann auf die Situation heute zurückblickst, wie es wohl sein wird. Oft relativiert das die gegenwärtige Aufregung, und ich gehe die ganze Sache etwas gelassener an.
Losung und Lehrtext gehen noch einen großen Schritt weiter. Sie ermutigen mich – und auch Sie / dich – mein Leben heute von ‚höchster Warte‘ aus zu sehen, also die Perspektive Gottes einzunehmen, und von ihm aus auf mein Menschenleben zu blicken. Das relativiert vieles, das mich jetzt beschäftigt, noch mehr. Ja, „auf den Herrn sehen“ (Losung) und aus der Hoffnung auf ihn die Gegenwart zu betrachten, wirft noch einmal ein ganz anderes Licht auf die Ereignisse, die manchmal so bedrückend und bedrohlich zu sein scheinen. Und deshalb wünsche ich mir, dass der Wunsch des Apostels Paulus an die Christen in Rom auch für mich in Erfüllung gehe, dass der Gott der Hoffnung mich mit Freude und Frieden im Glauben erfüllen möge, gerade dann, wenn es im Augenblick chaotisch ist. Und Ihnen und dir wünsche ich das auch.
Das ist so ähnlich wie beim Motorradfahren. Wer in der Kurve auf den Straßengraben blickt, hat große Chancen, da auch hineinzufahren. Wer aber weit darüber hinaus schaut, wo die Kurve zu Ende ist und wo er letzten Endes hin will, hat noch größere Chancen, genau dort auch anzukommen. Dieser Blick aber ist nicht selbstverständlich. Den musst du dir durch häufiges Üben antrainieren.

Gebet: Herr, ich schaue auf dich, um durch die Kurven meines Lebens zu kommen. Du bist der Fixpunkt, an dem ich mich orientiere. Du bist die Kraft, die mich anzieht. Mit dir gelingt mir vieles, was ohne dich nicht möglich ist. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 17. Oktober 2015

Kein falscher Zauber! hl

Losung: Nicht werde jemand unter dir gefunden, der Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt. Denn wer das tut, der ist dem Herrn ein Gräuel. 5.Mose 18,10.12

Lehrtext: Da die Menschen sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild. Römer 1,22-23

Liebe Leserin, lieber Leser,

was hat Gott eigentlich gegen Wahrsagerei und derlei ‚geheime Künste‘? Genau das, was auch du dagegen hast, wenn ein lungenkranker Angehöriger meint, seine Krankheit mit Zigarettenrauchen heilen zu können. Jeder weiß, dass das Gift ist und das Leiden nur gefährlich verschlimmert. Und so geht es auch Gott in der Losung nicht um sich selbst, sondern um dich und mich, wenn wir für unsere Probleme und Sorgen dort Hilfe suchen, wo es keine gibt, wo im Gegenteil die Situation nur noch schlimmer wird.
Aus meiner Sicht ist es das zentrale Übel in dieser Welt, dass Menschen meinen, sich und andere mit selbst erfundenen Rezepten und Methoden aus dem Elend retten zu können. Ja, Gott hilft und rettet auch durch Menschen, durch Medizin und Wissenschaft, wo man sich in verantwortungsvoller Weise um Notleidende kümmert. Aber es ist und bleibt Gott, der wirkt und nicht irgend ein erfundener Popanz.
Ich habe vor kurzem wegen Problemen mit meinen Augen Augenärzte aufgesucht, die mir auch helfen konnten. Ich habe mich dafür bei ihnen bedankt. Aber noch mehr bin ich Gott dankbar, dass ich in einer Zeit und in einem Land lebe, wo eine solche Hilfe möglich ist, dass die Medizin bei uns so weit entwickelt ist und damit vielen Menschen geholfen werden kann. Menschen mögen sich selbst für klug halten (Lehrtext) und meinen, dass sie das sich und ihren Künsten und Leistungen verdanken. Aber wir alle sind Mittel in Gottes Hand, mit denen und durch die er wirkt. Und darum halte ich nichts von Zauberei, sondern von dem lebendigen Gott, der sich um seine Menschenkinder kümmert.

Gebet: Herr, ich danke dir, dass ich mit allem zu dir kommen und auf deine Hilfe hoffen kann. Bei dir weiß ich, dass ich an den Richtigen gerate, der mich nicht mit falschen Versprechungen abspeist und faulen Künsten betrügt. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 16. Oktober 2015

O Jerusalem! hl

Losung: O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Jesaja 62,6

Lehrtext: Betet ohne Unterlass. 1.Thessalonicher 5,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie so oft, so spricht auch heute das Bibelwort wieder mitten hinein in unsere Zeit und ist ein aktueller Kommentar zum politischen Geschehen. Denn in diesen Tagen macht Jerusalem wieder einmal negative Schlagzeilen. Schon wieder tobt die Gewalt in den Gassen dieser Stadt, weil die Verantwortlichen unfähig oder auch unwillig sind zur Gerechtigkeit, zum Frieden und zur Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern. In Jerusalem gilt das Gesetz: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Da geht es darum, die andere Seite zu demütigen, zu drangsalieren, einzuschüchtern. Da geht es um Rache und Gegenschläge, um Wut und Verzweiflung. Und wofür? Damit die einen auf Kosten der anderen ihre Interessen durchsetzen statt mit ihnen zu leben?
»O  Jerusalem«, so beginnt die Tageslosung, die wohl 2700 Jahre alt ist. »O Jerusalem«, so kann man auch heute mit Gott sagen und darauf hören, wie sein Wort weitergeht: »ich habe Wächter auf deine Mauern gestellt, die den Herrn Tag und Nacht an sein Versprechen erinnern sollen. Ihr Wächter, hört nicht auf zu beten - nicht einen Augenblick -, gönnt euch keine Ruhe! Lasst auch dem Herrn keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufgebaut hat und die Stadt auf der ganzen Erde bewundert wird.«
Und beten, das will auch ich heute tun. Ich lade dich dazu ein, nicht nur kopfschüttelnd vor der Tagesschau zu sitzen und abwechselnd über die Israelis und Palästinenser zu schimpfen, sondern für sie zu beten, für diese Stadt, die den Juden, den Muslimen und auch uns Christen so wichtig ist.
Gerade dann, wenn man sich ohnmächtig fühlt und meint, nichts ändern zu können, haben wir immer noch das Gebet. Ich glaube, es ist eine starke Kraft, Dinge zum Guten zu wenden, sei es in unserer kleinen Welt oder in der großen. Wofür du auch betest, lass nicht nach damit, sondern bestürme Gott mit deinem Anliegen sooft du Kraft dazu hast. Solange du das tust, hast du dich und andere nicht aufgegeben. Und darum will ich auch Jerusalem nicht aufgeben und auch nicht Damaskus und all die anderen Städte und Länder, in denen Chaos und Gewalt herrschen.

Gebet: Herr, ohne dich würde ich mich so oft völlig hilflos fühlen und dann wohl auch zynisch werden. Aber wenn ich auch die Lösung der Probleme dieser Welt nicht weiß, weiß ich doch, dass du größer bist als sie alle und sie zum Schweigen bringen wirst. Höre alle Gebete, für die Bedrohten und Verängstigten, für die Verfolgten und Gefangenen, für die Hassenden und Verzweifelten und schaffe du den Frieden, zu dem wir Menschen nicht fähig sind. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Ich bin klein, mein Herz ist rein… hl

Losung: Wer kann sagen: »Ich habe mein Herz geläutert und bin rein von meiner Sünde«? Sprüche 20,9

Lehrtext: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Römer 3,23-24

Liebe Leserin, lieber Leser,

»ich bin klein, mein Herz ist rein…« So beginnt ein Kindergebet, das zumindest den Älteren unter den Leserinnen und Lesern der Losung bekannt sein dürfte. Nein, mein Herz als symbolischer Ort für meine Gefühle und Gedanken, ist nicht rein.
Gestern zum Beispiel kam mir hinter einem Lkw ein Autofahrer entgegen, der zum Überholen angesetzt hatte. Ich bin ganz schön erschrocken und habe ihm einen bösen Ausdruck entgegen geschleudert. Dass er ihn freilich nicht gehört hat, tut nichts zur Sache. Denn noch mehr bin ich über mich selbst erschrocken, über die Aggression, die plötzlich aus mir herausbrach. Ich hab mich richtig geschämt und dann darüber nachgedacht, ob dieser Autofahrer vielleicht unter Druck und Stress stand und sich deshalb zu einem solchen, verkehrsgefährdenden Verhalten hat hinreißen lassen. Jedenfalls war für ihn ein Segenswort angebrachter als ein Fluch. Und ich? Habe ich nicht auch schon riskante Überholmanöver gemacht? Habe ich mich nicht auch schon verkehrswidrig verhalten? Nein, ich bin nicht besser als jener Mann und habe deshalb auch keinen Grund, mich so über ihn zu erregen. Stattdessen habe ich allen Anlass, selbstkritisch zu sein und mich zu fragen, wie ich es künftig besser mache.
Dass mein Herz nicht rein ist, weiß Gott am besten. Und er weiß auch, dass ich es selbst nicht reinigen kann. Ich werde auch in Zukunft Gefühle haben, Gedanken denken und Worte sagen, die eines Menschen, der an Gott glaubt, nicht würdig sind. Dazu kenne ich mich einfach zugut. Aber ich werde mich auch in Zukunft darauf verlassen, dass er mir das durch Jesus Christus vergibt und mich von all dem Unreinen in mir immer wieder befreit (= erlöst), nicht weil ich es verdient habe, sondern weil ich ihm leid tue und er mich liebt. Und falls es dir ähnlich geht wie mir, dann gilt das auch für dich.

Gebet: Herr, ich bekenne, was du längst weißt: Ich bin nicht besser als andere. Mir tut mein Versagen leid. Und so bitte ich dich, mir um Jesus willen zu vergeben, womit ich an dir, meinen Mitmenschen und auch an mir selbst schuldig geworden bin. Stärke meinen Glauben, damit ich künftig immer mehr von dir her lebe und nicht nach den Gesetzen dieser Welt. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Gott nimmt und Gott gibt hl

Losung: Ich bin nackt von meiner Mutter Leib gekommen, nackt werde ich wieder dahin fahren. Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt! Hiob 1,21

Lehrtext: Wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung. Römer 5,3-4

Liebe Leserin, lieber Leser,

den Satz der heutigen Tageslosung hat Hiob gesprochen, jener Mann in der Bibel, der so viel Unglück und Leid erfahren hatte. Bis auf sein Leben hatte er alles verloren: Seine Kinder, seinen Besitz, seine Gesundheit. Er hat unter dem Verlust gelitten. Es war ihm aber auch bewusst, dass er eines Tages sowieso alles wieder würde hergeben müssen, so wie du und wie ich: »Ich bin nackt von meiner Mutter Leib gekommen, nackt werde ich wieder dahin fahren.«  
Aber wie bitter ist es, wenn das nicht erst in der Todesstunde geschieht, sondern du noch mitten im Leben hergeben musst, was dir lieb und teuer ist? Davon können manche unserer Vorfahren erzählen, die vor 70 Jahren in den Wirren der letzten Kriegstage und in den Wochen und Monaten danach durch Flucht und Vertreibung fast alles verloren hatten. Allerdings, viele sind es nicht mehr, die das damals erlebt haben und heute noch davon erzählen können. Zu unserer gemeinschaftlichen Erinnerung an jene Zeit gehört, dass auch nach großen Verlusten das Leben weitergeht und Gott neuen Segen schenkt.
Aber wie reagiert man, wenn es dir ähnlich ergeht wie Hiob? Du kannst dich apathisch in dein Schicksal ergeben. Oder du kannst dagegen rebellieren. Du kannst in Trauer versinken. Oder du kannst deinen Schmerz durch Drogen, wie zum Beispiel Alkohol, betäuben. Oder aber, du kannst wie er dein Schicksal annehmen und dir klarmachen: Alles was ich bin und habe, hat mir Gott gegeben. Darum kann er mir auch alles wieder nehmen. Ich habe darauf keinen Anspruch. Ich habe deshalb auch keinen Anlass, mich bei ihm zu beschweren. Ich kann nur dankbar sein, dass er mir auf Zeit gegeben hat, woran ich meine Freude hatte und was mein kleines Lebensglück ausgemacht hat.
Aber wer hat schon so einen Glauben? Wer kann so reden und beten wie Hiob?
Der Apostel Paulus sieht noch weiter als dieser und spricht von der Hoffnung, die jenseits aller Bedrängnis aufleuchtet (Lehrtext). Es ist die Hoffnung darauf, dass jeder Verlust und jedes Leiden nur ein Vorletztes ist. Zuletzt aber werde ich ganz in Gott sein und er in mir. Das ist dann die große Erfüllung. Bis dahin aber suche ich immer wieder die Gemeinschaft mit ihm in einem geduldigen Glauben und freue mich, sooft ich seine Nähe spüre.

Gebet: Herr, ich habe Angst davor, das wieder zu verlieren, was mein Leben und mein Glück jetzt ausmacht. Aber ich weiß auch, dass ich das einmal alles wieder hergeben muss. Lass mich darum jetzt bewusst und dankbar leben, dass ich das scheinbar Selbstverständliche schätze, dir dafür danke und dich dafür preise. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

PS: Siehe zur selben Tageslosung auch die bisher am häufigsten gelesene Auslegung (Klick) „Gott gibt und Gott nimmt“ vom 9. April 2011

Dienstag, 13. Oktober 2015

Hunger und Durst hl

Losung: Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten, die ihn von ganzem Herzen suchen! Psalm 119,2

Lehrtext: Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Matthäus 5,6

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach Bratwurst und Bier hungert und dürstet viele. Aber nach der Gerechtigkeit?
Ich nehme mal an, dass alle, die das lesen, sich wünschen, dass es auf dieser Erde gerecht zugehen möge. Wer will schon ungerecht behandelt werden? Und wer anderen Unrecht tun? Doch Hand aufs Herz, wären Sie / wärst du auch bereit, die Folgen zu tragen, wenn allen Menschen Gerechtigkeit widerfahren würde und die Güter und Reichtümer dieser Erde gerecht verteilt würden? Da hätten wir in den reichen Industrieländern einiges abzugeben.
Doch im heutigen Lehrtext geht es meiner Meinung nach noch um eine andere Art von Gerechtigkeit. Da nennt Jesus die selig oder glücklich, die Gott recht sein wollen. Wer danach hungert und dürstet, dem verspricht Jesus, dass er satt wird. Doch wie will er dieses Versprechen einlösen? Er tut das mit seiner eigenen Person. Er selbst ist es, der Gott recht ist, und wenn ich an ihn glaube, geht seine Gerechtigkeit auch auf mich über, ohne dass ich über den Glauben hinaus etwas dafür tun muss.
Ja, wer Gott von ganzem Herzen sucht (Losung), findet ihn in Jesus. Und da findest du nicht irgend einen tyrannischen Gott, der seine Geschöpfe zwiebelt, sondern einen barmherzigen Vater und guten Hirten, der sich dir zuwendet, weil er dich liebt.

Gebet: Mein Gott, dir vertrauen zu können und dir recht zu sein, ist ein gutes Gefühl. Doch wenn ich in meinem Glauben unsicher werden sollte, so lass mich auf Jesus schauen, damit ich wieder Halt finde. Lass mich aber auch nicht abstumpfen bei so viel Ungerechtigkeit in dieser Welt, sondern wecke und schärfe mein Gewissen und mach mich bereit, wo ich kann, anderen gerecht zu werden und für ihr Recht einzutreten. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 12. Oktober 2015

Vorsicht vor alten Verhaltensmustern hl

Losung: Als der Pharao sah, dass Regen, Donner und Hagel aufhörten, versündigte er sich weiter und verhärtete sein Herz. 2.Mose 9,34

Lehrtext: Seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume. Hebräer 12,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

als die Bronchitis nachließ, griff er wieder zur Zigarette. Als sich die Leberwerte besserten, griff sie wieder zur Flasche. Als das Cholesterin zurückging, gab er die Diät wieder auf. Nein, nicht nur der Pharao fiel schnell in seine alten, negativen Verhaltensmuster zurück. Wohl jeder ist auf die eine oder andere Weise betroffen. Und wenn es nur das ist, dass man den täglichen Spaziergang wieder bleiben lässt, weil das Wetter so schlecht ist oder man gerade keine Zeit hat oder eben keine Lust. Nun gut, ich will niemanden etwas unterstellen. Vielleicht gibt es ja Zeitgenossen, die mit großer Disziplin alles richtig machen, die sich anderen wie sich selbst gegenüber optimal verhalten. Leider gehöre ich nicht dazu.
Doch der heutige Lehrtext lässt keine Ausrede zu. In ihm geht es auch nicht um Fitness oder Nettigkeiten, sondern darum, »dass sich das Böse nicht breitmacht und die Gemeinde vergiftet« (Fortsetzung des Lehrtextes). Stattdessen, so heißt es da, soll man »mit seinem ganzen (!) Leben Gott gehören«. Ja, ich nehme mir immer wieder vor, den Tag über mehr und mehr mit Gott in Verbindung zu bleiben, aus seiner Liebe heraus zu leben und mit seinen Augen die Mitmenschen anzusehen. Aber dann kommt dies und das und lenkt mich ab, lasse mich von anderen enttäuschen oder enttäusche sie, oder ich bin mit meinen Gedanken und Gefühlen weiß Gott wo, nur nicht bei ihm. Das tut mir nicht gut und anderen auch nicht. Dann suche ich wieder die Nähe, die er mir schenkt, damit ich diese Gnade nicht versäume..

Gebet: Herr, es gibt so viele Dinge, die mich immer wieder von dir abziehen möchten. Manchmal kann ich mich dagegen wehren. Manchmal nicht. Darum bitte ich dich um deine Kraft, dass ich bei dir bleiben oder wenigstens immer wieder zurückkommen kann. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 11. Oktober 2015

Der Risse und Brüche heilt hl

Losung: Gott, der du die Erde erschüttert und zerrissen hast, heile ihre Risse; denn sie wankt. Psalm 60,4

Lehrtext: Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Johannes 3,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

von der Entstehung von Erdbeben, von tektonischen Plattenverschiebungen der Erdkruste, konnten die Menschen der Bibel noch nichts wissen. Für sie war ein Erdbeben ein unvorhersehbarer Ausdruck von Gottes Zorn und veranlasste sie, ihr eigenes Verhalten selbstkritisch zu prüfen, ihr Versagen zu bekennen und Gott um Vergebung zu bitten. Und wenn sie, wie im Psalm 60, darum baten, die Risse der Erde zu heilen, dann dachten sie auch an die Risse und Brüche in ihrem eigenen Leben.
Doch ist mit der naturwissenschaftlichen Erklärung des Erdbebens schon alles gesagt? Ich halte es für absolut wichtig, dass Erdbeben wissenschaftlich erforscht werden und, so weit wie möglich, frühzeitig Warnungen ausgegeben werden, damit sich Menschen in den gefährdeten Gebieten in Sicherheit bringen können. Doch ebenso meine ich, dass die tektonischen Plattenverschiebungen ein Teil der nach wie vor andauernden Schöpfung Gottes sind. Ohne diese Verschiebungen und Erdbeben gäbe es das Leben heute nicht, so wie wir es kennen. Ja, es bleibt schrecklich, wenn Menschen durch Erdbeben ums Leben kommen oder alles verlieren wie vor ein paar Monaten in Nepal. Es bleibt unsere Aufgabe, so gut es geht ihnen zu helfen. Doch auch Erdbeben gehören wie andere Naturkatastrophen und wie Krankheiten und letzten Endes auch der Tod zum Leben auf der Erde dazu. Es ist so wie es ist. Ein anderes Leben haben wir nicht.
Für meinen Glauben aber sind nicht solche Katastrophen entscheidend, sondern was der Lehrtextes sagt: Jesus ist nicht in die Welt gekommen, um sie zu Grunde zu richten, sondern sie und mit ihr auch dich und mich zu retten.

Gebet: Herr, Gott sei Dank muss ich dich nicht fürchten, sondern darf auf dich hoffen. Dein Werk ist nicht das der Zerstörung, sondern dass du meine Risse und Brüche heilst und mich letztlich aus dem Tod rettest. Darauf vertraue ich. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Samstag, 10. Oktober 2015

Erhörte und unerhörte Gebete hl

Losung: Der HERR wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht. Psalm 102,18

Lehrtext: Sollte Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen? Lukas 18,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

was meinen Sie / was meinst du? Ist die heutige Losung eine Behauptung oder ein Versprechen? Wie ich die Bibel kenne, ist sie wohl eine Erfahrung. Niemand kann etwas behaupten, was nicht stimmt, wenn er glaubwürdig bleiben will, erst recht nicht die Bibel. Und niemand kann ein leeres Versprechen abgeben, erst recht nicht die Bibel. Was ich in ihr lese, ist durch Jahrtausende lange Erfahrung zahlloser Menschen belegt. Nicht zuletzt habe ich selbst immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ich mich auf sie, auf das Wort Gottes verlassen kann.
Einen Fehler sollte man allerdings nicht machen, die Ausnahmen suchen, in denen die Aussagen der Bibel nicht zutreffen. Es wird immer wieder den einen oder anderen Verlassenen geben, dessen Gebet offenbar nicht erhört wird und immer wieder den einen oder anderen, der Gott vertraut (= auserwählt), der unablässig zu ihm betet und dem Gott doch nicht Recht schafft.
Doch diese Ausnahmen setzen die Regel nicht außer Kraft, dass es sich sonst so verhält, wie es die beiden Bibelworte heute sagen. Gott hat auch seine Gründe, warum manchmal etwas nicht geschieht, was doch in der Bibel zugesagt wird. So unbefriedigend, ja so schmerzlich das auch ist, über allem steht immer Jesu Satz: »Vater, nicht wie ich will, sondern wie du willst.« Gottes Wille wird sich uns in seinem vollen Umfang erst am Ende der Zeit erschließen. Bis dahin bleibt für uns manches ein Geheimnis, die wir nicht in die Zukunft sehen und die Folgen dessen, was sich jetzt ereignet, nicht eindeutig absehen können.
Ich jedenfalls nehme mir heute aufs Neue vor, nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen, wenn mein Gebet nicht erhört wird, zumindest nicht so, wie ich es gerne möchte. Es soll mir genügen, dass Gott es hört und die Dinge so für mich regelt, wie sie letzten Endes gut sind.

Gebet: Herr, ich bitte dich, dass du die Gebete der Verlassenen erhörst und sich andere finden, die für sie mitbeten und sie nicht vergessen. Verhilf allen zu ihrem Recht, die auf dich vertrauen und dich anrufen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 9. Oktober 2015

Der Weg zu ihm steht immer offen. ebl

Losung: Kommt zurück zum Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, seine Geduld ist groß und seine Liebe grenzenlos. Er ist bereit, euch zu vergeben und euch nicht zu bestrafen.
(Joel 2,13 b nach der Übersetzung ‚Hoffnung für alle‘)

Lehrtext: Denkt doch nur an Hiob! Ihr habt alle schon gehört, wie geduldig er seine Leiden ertragen hat. Und ihr wisst, dass der Herr in seiner Barmherzigkeit und Liebe alles zu einem guten Ende führte.
(Jakobus 5,11, ebenfalls zitiert aus der ‚Hoffnung für alle‘)


Liebe Leserin, lieber Leser,
wer unter Ihnen / unter euch diese Auslegungen schon länger liest, der entdeckt inzwischen sicher Themen, die ihm bereits bekannt vorkommen. Die Bibel ist ein Buch voller Geschichten übers Leben – da tauchen eben manche Themen wieder und wieder auf, weil sie zum Leben dazu gehören. Deshalb wiederholen sie sich auch hier in unserem Auslegungen.

Nähe zu Gott und Abstand von Gott – darum geht es heute wieder einmal. Es war ein Dauerthema bei den Israeliten: Wenn es ihnen einige Jahrzehnte lang gut ging, dann wurde Gott immer unwichtiger. Wenn aber ‚der Dachstuhl brannte‘, weil Feinde das Land angriffen oder eine Dürre die Ernte vernichtet hat oder eine Seuche wütete, dann haben sich die Leute an Gott erinnert. Und dann war immer wieder die Frage: Wie reagiert jetzt dieser ‚Vater‘, nachdem sie ihn so lang links liegen gelassen haben? Ist er beleidigt und wendet sich ab, wenn man ihn anruft? Oder ist er so voller Liebe für uns Menschen, dass er zuhört, tröstet, eingreift und hilft?

Schaut man sich das von außen an, könnte man denken: „Ach, Gott, was bist denn du für einer, dass du dich immer und immer wieder dazu hinreißen lässt, dich deiner Leute zu erbarmen, wie oft sie dich auch vorher schon haben hängen lassen?“ Bin ich aber selber betroffen, also gedanklich mittendrin in meinem eigenen Leben, dann bin ich von ganzem Herzen dankbar dafür, wenn Gott für mich da ist, obwohl er mir vielleicht Jahre oder sogar Jahrzehnte lang egal war.

Leben ist Durcheinander. Auch das Leben von Christinnen und Christen. So war es auch bei Hiob, den unser Lehrtext erwähnt. In einem Leben satter wirtschaftlicher Wohlstand und totaler Ruin. In einem Leben Gottes Liebling und scheinbar von Gott verlassen. In einem Leben Hingabe und Fragen und Wut und Resignation.  In einem Leben Tränen und Schmerz und Lachen und Feiern. Aber am Ende: Segen.


Gebet: Herr, das will ich aus der heutigen Bibellese mitnehmen, dass es bei dir kein „Zu spät!“ gibt. Wie lange du mir auch egal warst – wenn ich mich dir gegenüber öffne, bist du für mich da. Danke auch dafür, dass du wirklich alle Farben des Lebens kennst, dass es nichts gibt, was dich schocken könnte. Du kannst Segen daraus entstehen lassen.



Einen guten Start ins Wochenende und herzliche Grüße!

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr




PS: Heute habe ich ein Anliegen: Ich suche für eine Mama mit zwei Söhnen im Alter von 4 und 7 Jahren eine Kinderbetreuung für zwei Tage in der Woche, nämlich Montag und Dienstag jeweils von 16.00 bis 19.00 Uhr. Sie müssten allerdings mobil sein, da die Kinder um 16 Uhr von Schule und Kindergarten abgeholt werden müssen.

Wer in unserem Gemeindegebiet Sommersdorf/Thann/Burgoberbach lebt und an dieser Aufgabe – selbstverständlich gegen Bezahlung -  interessiert ist, den bitte ich um eine kurze Rückmeldung. Herzlichen Dank.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Gottesdienst als Christenpflicht? Nein danke. ebl

Losung: So spricht der HERR: Wenn jemand mir treu ist, so ist mir das lieber als ein Schlachtopfer. Und wenn jemand mich erkennen will, freut mich das mehr als jedes Brandopfer. (Hosea 6,6 nach der Übersetzung ‚Hoffnung für alle‘)

Lehrtext: Eure Liebe soll aufrichtig sein. Und wie ihr das Böse hassen müsst, sollt ihr das Gute lieben. Seid in herzlicher Liebe miteinander verbunden, gegenseitige Achtung soll euer Zusammenleben bestimmen. (Römer 12,9-10 nach der Übersetzung ‚Hoffnung für alle‘)

Liebe Losungsgemeinschaft,
wir opfern Gott keine Tauben oder Lämmer mehr. Das, was im Alten Testament noch Vorschrift war (zum Nachlesen als Beispiel 2. Mose, Kapitel 29, Verse 38 ff.), gilt für uns nicht mehr. Das Leiden und Sterben von Jesus macht jedes Opfer von uns überflüssig.  Aber vielleicht können wir mit der heutigen Losung doch etwas anfangen? Möglicherweise dann, wenn wir das ‚Schlachtopfer‘ und das ‚Brandopfer‘ als Platzhalter für sogenannte ‚Christenpflichten‘ nehmen, wie zum Beispiel der Sonntagsgottesdienst lang eine gewesen ist. War es nicht so? Wer am Sonntag nicht an seinem Platz in der Dorfkirche saß, dem konnte es in mancher Gemeinde passieren, dass er beim nächsten Mal argwöhnisch angeschaut wurde. Ob das Gottesdienst-Feiern dann im Alltäglichen etwas verändert hat, war gar nicht wichtig. Dort gewesen sein – darauf ist es angekommen.

Wie oft jemand aus purer Gewohnheit  in die Kirche geht – das ist Gott egal. So egal wie zu Alttestamentlichen Zeiten Schlachtopfer und Brandopfer, die ohne innere Beteiligung vorgenommen worden sind.

Wenn Gott im Alltäglichen keine Rolle spielt, dann können die Leute auch am Sonntag getrost daheim bleiben. (Da sind viele Nicht-Kirchgänger heute konsequent.) Spielt Gott im Alltäglichen aber für mich eine Rolle, dann könnte es glatt passieren, dass es mir ein Bedürfnis ist, mir am Sonntag Zeit zu nehmen, mit anderen meinen Glauben gemeinsam zu leben und zu feiern. Dann dürfte auch das, was Paulus von den Christen in Rom erbittet, kein unlösbares Problem sein: aufrichtig sein in seinen Gefühlen für den anderen. Und da, wo Zuneigung nicht möglich ist, sich zumindest um gegenseitigen Respekt bemühen.

Gebet: Vater, du warnst uns heute vor einem Fassaden-Christsein. Das zählt bei dir nicht. Was für dich zählt, ist unsere Bereitschaft, dir wirklich zuzuhören und das, was du uns weitergibst, auch am Montag und am Mittwoch zu leben. Hilf uns in unserem Bemühen, aufrichtig zu sein. Dir und anderen Menschen gegenüber. Danke, Herr. Amen.

Herzliche Grüße und die nötige Energie für die zweite Wochenhälfte!
Deine / Ihre
Elfriede Bezold-Löhr







Mittwoch, 7. Oktober 2015

Im Horst sicher aufgehoben. ebl

Losung: So spricht der Herr: „Wie ein Vogel über seinem Nest kreist und seine Jungen ständig im Auge behält, so werde ich, der allmächtige Gott, Jerusalem beschützen. Ich beschirme und verteidige die Stadt, ich verschone sie vor dem Untergang und befreie sie schließlich von ihren Feinden.“ (Jesaja 31, 5, Hfa)

Lehrtext: Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? (Rö. 8, 31)

Liebe Leserin, lieber Leser,
mit der heutigen Losung sehe ich einen Adlerhorst vor mir, hoch oben in einer felsigen Wand. Über dem Horst kreist unentwegt mit wachem Blick eines der Elterntiere, während das andere Futter herbeischafft und immer wieder die gierig aufgesperrten Schnäbel der Jungvögel stopft.

Das Bild ersetzt jede Predigt: So ist Gott. Und das Beste ist dies: Ich muss gar nicht Bewohnerin oder Bewohner von Jerusalem sein, damit ich auch in den Genuss dieser liebevollen Fürsorge komme. Denn ‚Jerusalem‘ steht auch als ein stellvertretendes Wort für die Gemeinschaft der Menschen, die an Gott glauben. Ich gehöre also dazu. Ich sitze dort oben in diesem Horst und bin da ganz sicher aufgehoben. Gott beschirmt und verteidigt mich, verschont mich vor dem Zusammenbruch und besiegt schlussendlich all das, was mich kleinkriegen will.

Ich könnte auch mit Paulus ganz einfach fragen: „Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein?“

Gebet: Vater, das lasse ich mir heute gern von dir zeigen und sagen: Dass ich im Vertrauen auf dich so gut aufgehoben bin wie ein Adlerjunges im Horst. Du setzt alles dafür ein, dass ich sicher leben kann. Das kann mich leicht und frei machen, mir die Ängste nehmen vor dem, was mir alltäglich Angst machen will. Mach du mich lebensmutig, Herr. Danke für diese tolle Zusage und das starke Bild. Amen.

Herzliche Grüße!
Deine / Ihre
Elfriede Bezold-Löhr







Dienstag, 6. Oktober 2015

Mit Gott früh anfangen. ebl

Losung: So spricht der HERR: Sucht mich, so werdet ihr leben. (Amos 5, 4)

Lehrtext: Da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Führender unter den Zollbeamten und war reich. Und er wollte Jesus sehen. (Lukas 19, 2 – 3, EBL)

Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn wir immer wieder die Nähe Gottes suchen, dann macht das einen großen Unterschied in unserem Leben. Wer gleich morgens beim Aufwachen – und da ist ein verschlafenes Gesicht völlig in Ordnung J - mit Gott den Tag anfängt, der gibt diesem schon eine bestimmte Farbe. Die wäre anders, wenn Gott kein Thema wäre.
Wer auf dem Weg zur Arbeit im Stau steht  und sich mit einem ‚Feiert-Jesus‘-Lied von dem ablenkt, was gerade einfach nicht zu ändern ist, kommt entspannter im Büro an.
Im ganz Alltäglichen verändert Gott das, was uns begegnet, wenn wir es mit ihm erleben. Hartes wird gemildert in seiner Härte, weil wir es im Stillen mit Gott bereden können. Schönes wird verdoppelt, weil wir uns dankbar mit Gott freuen.

Zachäus, der Zollbeamte aus unserem heutigen Lehrtext, ahnt auch irgendwie, dass er mit Jesus noch einmal eine ganz neue Sicht auf sein Leben und dessen mögliche Qualitäten kriegen könnte. Geld allein macht ihn nicht glücklich, das hat er inzwischen kapiert. Also sieht er zu, dass er Jesus kennenlernt. Und legt mit ihm dann tatsächlich einen kompletten ‚Neustart‘ hin.

Gebet: Vater, diese Chance kriegen wir jeden Morgen neu: dass wir mit dir früh anfangen und dich bis zum Einschlafen nicht vergessen. Gib uns den Mut, es auszuprobieren, wenn das für uns etwas völlig Neues ist. Oder diese Gewohnheit bewusst wieder aufzunehmen, wenn wir sie schon kennen. Lass uns erfahren, dass du wirklich gegenwärtig bist. Danke, Herr. Amen.


Herzliche Grüße!
Deine / Ihre

Elfriede Bezold-Löhr





Montag, 5. Oktober 2015

Er macht den Weg frei. ebl

Losung: Unser Gott wandte den Fluch in Segen. Nehemia 13,2

  Lehrtext: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort    von der Versöhnung. 2.Korinther 5,19

Liebe Losungsgemeinschaft,
die schlichte, weniger fromme Version der heutigen Losung hat mir vor langer Zeit mein Vater einmal gesagt: „Es ist selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen dabei ist.“ Das hat mir erst nach vielem Nachdenken eingeleuchtet, im Rückblick auf eine sehr schwere Zeit in unserer Familie.
Dass Gott Fluch in Segen wendet, spürt man nicht, wenn man mitten im Schlamassel steckt, mit der Faust auf den Tisch schlagen und vor Verzweiflung schreien und fluchen möchte.  Da kämpft man und ist hin- und hergerissen zwischen Dunkelheit und neu aufkeimender Hoffnung. Aber wenn man auch in solchen Zeiten an seinem Vertrauen in Gottes Möglichkeiten festhält, erreicht man hoffentlich irgendwann wieder ruhigeres Fahrwasser. Und kann im Nachhinein entdecken: „Vieles ist jetzt anders. Es ist nicht mehr so wie vorher. Aber das Neue hat sein Gutes.“

Das gilt für unser ganzes Leben und es gilt für die gesamte Welt , weil Gott in Jesus Christus ein für alle Mal reinen Tisch gemacht hat. Was uns von Gott trennt, ist durch Jesus Christus überbrückt. Er macht uns den Weg zu Gott wieder frei. Gott hat es verdient, dass wir ihm vertrauen.

Gebet: Vater, mancher von uns hat das schon erlebt – dass eine ausweglose Lage sich zum Guten gewendet hat und ganz neue Möglichkeiten eröffnet worden sind. Danke für solche Erfahrungen. Gib denen unter uns die Kraft zum Durchhalten und das nötige Vertrauen in dich, in deren Leben gegenwärtig sehr viel schief läuft. Wende du auch dort den Fluch in Segen. Danke, Herr. Amen.

Herzliche Grüße und Gottes Segen für diese neue Woche
wünscht dir und Ihnen
Elfriede Bezold-Löhr




Sonntag, 4. Oktober 2015

Wozu glauben? hl

Predigt von Hans Löhr im Lichtblickgottesdienst.

[HL tritt mit einer brennenden Fackel und einem Eimer Wasser vor die Predigthörer:]

‚Ihr Leute, wozu glaubt ihr eigentlich? Meint ihr, euch mit dem Glauben Vorteile verschaffen zu können? Spekuliert ihr, so in den Himmel zu kommen, ins Paradies? Oder ist es die Angst, dass ihr nach dem Tod in die Hölle kommt? Ich will Feuer ins Paradies werfen, um es zu verbrennen und Wasser in die Hölle schütten, um sie auszulöschen. Alle eure Beweggründe, warum ihr glaubt, will ich auslöschen und verbrennen, damit niemand mehr Gott anbetet und an ihn glaubt aus Sehnsucht nach dem Paradies oder aus Angst vor der Hölle, sondern einzig und allein aus Liebe zu ihm.‘ [Die Fackel wird im Wassereimer gelöscht]
So sprach der Legende nach im achten Jahrhundert eine muslimische Frau zu den Leuten in Basra, im heutigen Irak. Diese Einstellung, dass man an Gott glaubt, weil man ihn liebt und nicht, weil man von ihm etwas will, nennt man Mystik. Man findet einen solchen Glauben in fast allen großen Religionen und natürlich auch im Christentum. Da berufen sich die Mystiker, also Menschen, die sich in der Liebe zu Gott versenken, ganz in sie eintauchen, weil sie sich selbst von Gott geliebt wissen, – diese Menschen also berufen sich auf Jesus selbst, der jedem, der glauben will, geboten hat:
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand! (Matthäus 22,37)«. Das, so fügt er hinzu, ist das größte und wichtigste Gebot überhaupt.

Wie geht das, Gott lieben?

Doch wie geht das, Gott lieben? Ich meine, das geht nicht einfach so. Du kannst nicht beschließen: Ab sofort liebe ich Gott. Das ist so wie auch unter uns Menschen. Die Liebe, die du ursprünglich zu deinem Partner oder zu deiner Partnerin gefühlt hast, war keine Vernunftentscheidung. Sie kam einfach über dich, hat dich überwältigt. Du hast dich in ihren Bann ziehen lassen, weil du für die Liebe bereit warst, weil du dein Herz für sie geöffnet hattest, statt dich zu verschließen. Und dann hast du an deinem Verhalten gemerkt, dass du diesen Menschen liebst. Du wolltest möglichst oft in seiner Nähe sein. Du hast dich gefreut, wenn du an den geliebten Menschen gedacht hast, erst recht, wenn du mit ihm zusammen warst. Hast dir so viel Zeit für ihn genommen, wie möglich und hast diese gemeinsame Zeit genossen. Hast mit ihm gesprochen und mit ihm geschwiegen. Hast erzählt und zugehört. Du hast ihm Komplimente gemacht. Du hast ihm ganz und gar vertraut, hast dein Herz geöffnet, hast ihn Anteil nehmen lassen an deinem Leben, an deinen Freuden und Sorgen, hast dich von deiner besten Seite gezeigt, hast ihm Geschenke gemacht, hast nicht in erster Linie an dich gedacht, sondern an den Menschen, den du liebst. Und natürlich hast du ihm eine Liebeserklärung gemacht. All das und noch viel mehr waren und sind Zeichen deiner Liebe.
Und so ist es auch mit der Liebe zu Gott. Auch da kann man nicht einfach beschließen: Ab sofort liebe ich Gott, weil das vernünftig ist. Auch diese Liebe muss über dich kommen, dich überwältigen. Wie es dazu kommt, lässt sich schwer in Worte fassen. Ich glaube, das geschieht durch Gottes Liebe zu dir, die dich verändert und in ihren Bann zieht. Ganz so wie es in der Bibel steht, wo es heißt: »Lasst uns Gott lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. (1. Joh. 4,19)«
Und auch das ist nur möglich, wenn du dich ihm gegenüber nicht verschließt, sondern ihm dein Herz öffnest. Und plötzlich spürst du, wie gut es dir tut, in Gottes Nähe zu sein. Du nimmst dir mit einem Mal Zeit für ihn. Sprichst mit ihm im Gebet, schweigst mit ihm, hörst ihm zu, was er dir durch die Bibel sagt. Du machst ihm Komplimente, indem du ihn mit Liedern lobst und preist. Du vertraust dich ihm ganz und gar an, lässt Gott Anteil nehmen an deinem Leben, an deinen Freuden und Sorgen, schenkst ihm Zeit, machst ihm eine Freude, indem du dich von deiner besten Seite zeigst und tust, was ihm gefällt, forderst nicht sofort seine Hilfe ein, sondern sagst ihm, wie sehr du dich freust, dass du ihn kennst und liebst und wie glücklich du bist, dass er dich liebt.

Wie liebt mich Gott?

Ja, ich glaube, dass Gottes Liebe meine Liebe zu ihm heraus lockt. Doch wie liebt mich Gott?
Auf der Insel Saint Honorat vor der Küste Südfrankreichs steht eine Statue des heiligen Antonius und erinnert an eine Legende: Ein Graf, bei dem Antonius zu Gast war, sah ein so helles Licht aus dessen Zimmer leuchten, dass er einen Brand vermutete. Als er die Tür aufriss, stand vor ihm der junge Mönch und hatte das Jesuskind auf dem Arm [Bild der Statue einblenden]. Diesen Augenblick zeigt die Statue. Und wenn man genau hinschaut, erfährt man noch einiges mehr: Der Kopf des Antonius und der des Jesuskindes berühren sich zärtlich. Ein Zeichen großer Innigkeit. Das Kind hat eine Lilie in der Hand, das Symbol der Erlösung durch einen Unschuldigen. Es sitzt auf der Bibel des Antonius, so, als ob es da herausgewachsen wäre. Und so kann man sagen, dass Antonius in der Bibel entdeckt hat, wie sehr Gott ihn durch Jesus Christus liebt. Durch ihn lockt Gott auch meine Liebe zu ihm heraus wie er sie aus dem Antonius herausgelockt hat. Aus der Bibel erfahre ich, dass der liebende Gott mich von allen Seiten umgibt, dass er mir das Leben geschenkt hat und es bis zu dieser Stunde erhält. Dass er mich in jedem Augenblick hebt und trägt, umsorgt und behütet. Aus der Bibel erfahre ich, dass er mir durch Jesus vergibt, was mich von ihm trennt und selbst der Tod die Gemeinschaft mit ihm nicht zerstören kann.
Jeder Mensch braucht Liebe, braucht das Gefühl, dass ihn jemand gern hat und wertschätzt trotz all seiner Fehler und Schwächen, auch trotz seiner Schuld, sonst ist das Leben kein Leben. Vielleicht vermisst du diese Liebe, diese Zuneigung und Zuwendung, weil dein Partner oder deine Partnerin kalt und abweisend ist, nur fordert und nicht gibt, weil man dich auf der Arbeit rüde behandelt, weil dich deine großen Kinder vergessen, weil die Nachbarn nicht grüßen…
Oft, aber nicht immer, hilft, dass wenigstens du dann freundlich und liebenswürdig bleibst, statt dich beleidigt, verletzt und enttäuscht zurückzuziehen. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Wie soll man denn die Kraft aufbringen, zu lieben, wenn man selbst nicht geliebt wird?

Die Kraft, zu lieben.

Vorgestern war ich in Nürnberg auf der Beerdigung meines Ausbildungsleiters und ersten Dekans, des von mir geschätzten Pfarrers und Freundes Wolfgang Dietzfelbinger. Das Bibelwort, das er sich für seine Trauerfeier ausgesucht hatte, steht beim Propheten Jeremia im Kapitel 31: So spricht Gott: »Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.« Dieses Wort war sozusagen das Lebensmotto von Wolfgang. Er wusste sich von Gott geliebt und strahlte das auch auf andere Menschen aus. Ich wünsche mir sehr, dass diese Liebeserklärung Gottes auch zu meinem und zu deinem Lebensmotto wird. Was ist das nicht für ein wunderbares Geschenk, wenn du unabhängig davon, wie andere Menschen zu dir sind, in Gottes Liebe geborgen bist, es sei im Leben, im Leiden oder im Sterben! Daraus, liebe Freunde, schöpfen wir die Kraft, Gott wieder zu lieben, aber auch unsere Mitmenschen, selbst dann noch, wenn du von ihnen nicht geliebt wirst.
Ich erinnere noch einmal an die Eingangsfrage: Wozu glauben? Ich habe darauf folgende Antwort gefunden: Um der Liebe willen. Aus Liebe zu Gott, will ich glauben, der mich und dich seit jeher geliebt hat und immer noch liebt.

Gott lieben von ganzem Herzen und mit aller Kraft, wie Jesus gesagt hat, ist aber auch gefährlich. Ihn hat das ans Kreuz gebracht und viele Mystiker in vielen Religionen, die die Liebe zu Gott in den Mittelpunkt ihres Glaubens gestellt haben, wurden von den Religionsführern oft grausam verfolgt. Denn wer Gott liebt, weil er sich von ihm geliebt weiß, stellt den ganzen sonstigen Religionsbetrieb mit seinem Gewese und Gehabe infrage. Da wird plötzlich so vieles, wenn nicht sogar alles andere verzichtbar, auch der Papst, der Landesbischof, der Dekan, der Pfarrer, die ganze Kirchenorganisation mitsamt ihren Vorschriften und Gesetzen. Man muss sie alle nicht gleich abschaffen solange sie das leisten, wofür sie da sein sollten, nämlich den Menschen aus Liebe zu dienen. Denn vor der Liebe zu Gott und vor Gottes Liebe zu dir wird alles andere zweitrangig und verzichtbar.

Und so schließe ich mit der Bitte: Sei offen für Gottes Liebe, nimm dieses Geschenk an, das für dich in der Krippe liegt und am Kreuz hängt, damit du ihn wieder lieben kannst und deinen Nächsten wie dich selbst. Amen

Samstag, 3. Oktober 2015

Was Gott will. hl

Losung: Siehe, hier bin ich. Der HERR mach's mit mir, wie es ihm wohlgefällt. 2.Samuel 15,26

Lehrtext: Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Römer 14,8

Liebe Leserin, lieber Leser,

was machen wir uns nicht für Sorgen und Stress, damit alles so wird, wie wir uns das vorstellen! Aber nun geht es mal nicht immer nach dem eigenen Kopf. Es geht so, wie Gott will, wie wir im Vaterunser beten: ‚Dein Wille geschehe!‘ König David war sich dessen bewusst. Als er vor seinem eigenen Sohn Absalom auf der Flucht war und nicht wusste, was mit ihm werden würde, sagte er zu seinen Getreuen: »Wenn der Herr aber sagt: 'Du sollst nicht länger König sein', so will ich auch das annehmen. Er soll mit mir tun, was er für richtig hält. (Losung)« Deswegen hat David nicht die Hände in den Schoß gelegt und ergeben auf sein Schicksal gewartet. Er hat trotzdem gekämpft, auch wenn er nicht wusste, wie alles ausgeht. Er war bereit zu kämpfen, er war bereit zu siegen. Er war aber auch bereit zu verlieren, wenn Gott das so wollte. Schließlich hat er mit Gottes Hilfe gesiegt. Hätte er aber gleich aufgegeben und gar nicht erst gekämpft, hätte er gleich verloren.
Vielleicht gibt es etwas in Ihrem / deinem Leben, worum du kämpfen musst, ohne den Ausgang des Kampfes zu kennen. Vielleicht um deinen Partner, vielleicht um deine Gesundheit, vielleicht um dein Kind, das einen problematischen Weg eingeschlagen hat oder worum auch immer. Dann mach es wie David. Nimm den Kampf an. Gib dein Bestes. Sage zu Gott:
Gebet: ‚Wenn es dein Wille ist, steh‘ mir in diesem Kampf bei. Wenn nicht, gib mir die Kraft mein Scheitern zu tragen. Solange es nur dein Wille ist, will ich ihn auch für mich annehmen. Denn letzten Endes weißt du, wozu alles gut ist, auch für mich.‘
Auch aus dem heutigen Lehrtext spricht ein solcher Glaube. Paulus war sich dessen bewusst, dass er in den vielen Gefahren auf seinen Missionsreisen auch sterben konnte. Aber er war sich auch bewusst, besser: er vertraute darauf, dass er im Leben und im Sterben dem Herrn gehörte von dessen Liebe ihn nichts trennen konnte, auch nicht der Tod.
Glaube, lebe, kämpfe auch du mit diesem Vertrauen! So oder so – du gehörst Gott, er steht dir bei.

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 2. Oktober 2015

Bierdosen um halb zehn hl

Losung: Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern. Psalm 22,23

Lehrtext: Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Römer 10,14

Liebe Leserin, lieber Leser,

in pietistischen Kreisen ist es üblich, dass die Mitglieder für andere Zeugnis geben von dem, was sie mit Gott bzw. mit Jesus erlebt haben. Mich hat das früher befremdet. Und so ganz angefreundet habe ich mich damit noch immer nicht. Wenn das jemand freiwillig tut, ist das okay. Doch ich reagiere allergisch, wenn auf jemand ein auch noch so leichter Druck ausgeübt wird, doch nun endlich Zeugnis abzulegen. Ich behaupte mal, Anspruch auf meinen Glauben hat nur Gott, hat nur Jesus, aber kein Mensch.
Andererseits ist es für eine Gemeinde oder Gemeinschaft unerlässlich, dass man einander auch von seinem Glauben erzählt. Meine Frau und ich tun das auch in diesen Losungsauslegungen. Aber dabei kann es nicht darum gehen, was für ein toller Christ man ist, wie vorbildlich man selbst glaubt, welche Glaubensleistungen man erbracht hat, sondern dass man von Gott immer wieder unverdient beschenkt wird (= Gnade).
Am Montag stand ich an der Kasse eines Drogeriemarktes. Vor mir ein vielleicht 60-jähriger, verwahrlost wirkender Mann, der bereits morgens um halb zehn Bierdosen eingekauft hatte. Er wirkte unsympathisch, und auch die Frau an der Kasse würdigte ihn keines Blickes. Ich spürte, wie ich auf Distanz zu ihm ging. Aber dann kam plötzlich dieser Gedanke: ‚Hans, der Mann ist genauso ein Kind Gottes wie du. Er wird nicht weniger geliebt als du. Er hat vermutlich mehr Probleme als du. Bete wenigstens für ihn. Er ist dein Menschenbruder.‘ Nein, ich habe keinen Grund, mich über andere Menschen zu erheben, gar keinen. Ich habe aber allen Grund, dankbar zu sein, dass mein unverdienter Glaube mein Leben bereichert. Doch dazu gehört auch mein Versagen, dass ich mich nicht öfter so verhalte, wie es meinem Glauben entspricht.
Und so meine ich, dass zum „Zeugnis geben“ auch die Schwierigkeiten gehören, die man mit dem Glauben haben kann. Es ist keine Schande, wenn es so ist. Es wäre aber eine, wenn einer dem andern in Glaubensdingen etwas vormachen würde.
Und dennoch, ohne dass einer dem andern von Jesus Christus erzählt, geht es nun mal nicht (Lehrtext). Es ist gut, wenn Menschen das tun, die dafür eine besondere Gabe haben und als Prediger berufen sind. Noch besser aber ist es, wenn niemand seinen Glauben aus Scham oder Angst verschweigt, sondern durch seine Worte und sein Verhalten zu erkennen gibt, dass er Christ ist und glaubt.

Gebet: Herr, jeder darf wissen, dass ich Christ bin. Doch du willst, dass ich auch lebe, was ich glaube. Du weißt, dass mir das nicht immer leicht fällt. Deshalb bitte ich dich, stärke meinen Glauben! Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Engel hl

Losung: Der HERR wird seinen Engel vor dir her senden. 1.Mose 24,7

Lehrtext: Der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und öde ist. Und er stand auf und ging hin. Apostelgeschichte 8,26-27

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn mir mal jemand einen großen Gefallen getan habe, sage ich manchmal: Du bist ein Engel! Stimmt das denn? Ich denke schon. Engel sind in erster Linie wir selbst, wenn wir füreinander da sind und uns gegenseitig unterstützen. Der Bibel zufolge sind Engel ‚Boten Gottes‘, das ist die korrekte Übersetzung. Sie müssen keine Flügel haben und kein weißes Kleid. Es genügt, wenn dir jemand einen Fingerzeig gibt, der dich Gott näher bringt, wenn dir jemand vielleicht eine Grußkarte schenkt mit einem tröstenden Wort oder eine CD mit Lobpreisliedern oder ein hilfreiches Buch. (Nein, ich mach jetzt keine Werbung für unseren Medientisch, obwohl es das alles dort gibt).
Manche Flüchtlinge erleben Menschen, die sich um sie kümmern, als wahre Engel. Aber auch wenn jemand einen anderen Menschen in der Nachbarschaft besucht, dem ein Gespräch gut tut, ist er ein Engel (und nicht nur ‚wie‘ ein Engel). Die meisten Krankenschwestern sowieso. Und darum meine ich, dass auch Sie / du immer wieder mal ein Engel für andere warst und bist, für deine Kinder, aber auch für andere, die durch dich etwas von Gottes Liebe spüren.
Engel können auch Menschen sein, durch die du veranlasst wirst, etwas zu tun, was du sonst nicht getan hättest, so wie Philippus, der dem schwarzen Finanzminister (nicht dem Söder) von Äthiopien das Evangelium nahe gebracht und ihn getauft hat (Fortsetzung des Lehrtextes). Und schließlich sind Engel die guten Mächte im Himmel und auf Erden, durch die Gott wirkt und von denen du »treu und still umgeben« bist, »behütet und getröstet wunderbar« (D. Bonhoeffer). Das kann auch Musik sein, die warme Herbstsonne, eine Begegnung mit Freunden oder ein gutes Buch. So hat es Dietrich Bonhoeffer selbst beschrieben, als er sein Gedicht fertig gestellt hatte, mit dem ich jetzt bete:

Gebet: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr