Mittwoch, 20. Januar 2016

Grundsatzfrage ebl

Losung: Auch wir wollen dem HERRN dienen; denn er ist unser Gott.
Josua 24,18

Lehrtext: Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse.
1.Korinther 4,1


Liebe Losungsgemeinschaft,
ähnlich unserem Bundespräsidenten und unserer Kanzlerin halten auch in der Bibel wichtige Leute manchmal Grundsatzreden. Darin geht es, wie schon der Name sagt, um entscheidende Themen. Es geht um Fragen, die über das weitere Schicksal von vielen Tausenden von Menschen entscheiden.
Eine solche Grundsatzrede hält in unserem Fall ein gewisser Josua. Er ist der Nachfolger von Mose als ‚Präsident‘ der Israeliten. Er hat sie auf der Schlussetappe ihrer Wüstenwanderung geführt, die vierzig Jahre gedauert hat.
Jetzt liegt Neuland von den Leuten – im wahrsten Sinn des Wortes, aber auch im übertragenen Sinn. Einerseits wollen sie in Palästina, im heutigen Israel, eine neue Heimat finden. Andererseits sind sie dort mit vielen fremden Göttern und Denkweisen konfrontiert. Daher stellt Josua die Grundsatzfrage: „Entscheidet euch. Wem wollt ihr gehören? Ich und meine Familie, wir wollen dem Herrn dienen.“ Und welche Antwort kommt aus dem Volk? „Auch wir wollen dem HERRN dienen; denn er ist unser Gott.“

Wie fiele die Antwort heute aus, wenn führende Persönlichkeiten unseres Staates uns die Frage stellen würden, an welchen Werten wir uns orientieren und was für uns ‚Leuchtturm-Funktion‘ haben soll?

„Seht in uns Diener Christi und Boten, die Gottes Geheimnisse verkünden“, schreibt Paulus den Christen in Korinth. Natürlich möchte Paulus mit diesem Vorbild Schule machen unter den Männern und Frauen in Griechenland. Er wünscht sich, dass möglichst viele Leute Gott als DAS Zentrum ihres Lebens entdecken. Das wünsche ich mir auch: Das diejenigen unter uns, die als Christinnen und Christen getauft sind, sich dessen auch bewusst sind oder wieder neu bewusst werden. Und ihren Glauben auf eine so einladende und positive Weise leben, dass sie andere Menschen auf Gott neugierig machen.


Gebet: Vater, danke für so ermutigende Vorbilder wie Josua. Er hat gewusst, auf wen er vertraut. Hilf uns, dass wir auch ein solches Vertrauen in dich entwickeln und aus diesem Vertrauen leben können. Hilf uns, dass wir mit unserem Lebensstil dazu einladen, sich mit dir zu befassen. Bewahre uns den Frieden in unserem Land angesichts so unterschiedlicher gesellschaftlicher Strömungen, wie wir sie gegenwärtig spüren. Amen.


Herzliche Grüße aus Sommersdorf!
Deine / Ihre

Elfriede Bezold-Löhr







Dienstag, 19. Januar 2016

Hilfe vom Chef. ebl

Losung: Ihr sollt den HERRN, euren Gott, nicht versuchen.
5.Mose 6,16

Lehrtext: Jesus Christus spricht: Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.
Johannes 14,15

Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn ich jemanden ‚versuche‘, dann fordere ich ihn heraus. Ich provoziere ihn, stelle seine Geduld auf die Probe. Wer das im Blick auf Gott tut, so wird es den Israeliten vermittelt, der muss damit rechnen, dass es ihm schlecht geht. Er könnte ganz persönlich und auch als Teil der Volksgemeinschaft schwere Jahre vor sich haben.

Eine klare ‚Wenn – dann‘-Konstruktion. Da wissen die Israeliten, wie sie dran sind: Wenn ich Gott herausfordere, könnte mir das schlecht bekommen.

In Jesus Christus redet Gott anders mit uns. „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ Da ist erst die innere Verbindung zwischen Gott und uns Thema und dann geht es darum, wie wir reden und was wir tun. Das passt für uns, hilft uns weiter. Jesus spricht in dem Zusammenhang auch gleich davon, dass wir in guten Vorsätzen vom Heiligen Geist unterstützt werden: „Ich werde den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle einen andern Helfer gibt, der für immer bei euch bleibt, den Geist der Wahrheit.“ (Johannes 14, 16. 17a)

Mit dieser Perspektive kann ich gut leben: Ich bin Gott wichtig. Er wünscht sich, dass das umgekehrt genauso gilt. Und wenn die Folge die ist, dass ich seinen Willen nach meinen Möglichkeiten in meinem Alltag umsetze, dann hilft er mir dabei mit seinem guten Geist. Ich bekomme sozusagen ‚Hilfe vom Chef‘.

Gebet: Herr, wenn dein Liebesgebot schon überall in der Welt gelten würde, gäbe es keine Kriege mehr, keinen Hass und keine Gewalt. Wir sind davon weit entfernt – und doch bleibt es unser Ziel als deine Kinder, dass dein Wille gilt. Hilf uns, wie du es uns durch Jesus zugesagt hast. Gib uns deinen guten Geist. Damit können wir daheim und in der Arbeit und auch uns selbst gegenüber deine Liebe leben. Und damit die Welt verändern. Amen.


Herzliche Grüße aus Sommersdorf – und heute die Zeit für einen Winterspaziergang an der kalten, klaren Luft J!
Deine / Ihre
Elfriede Bezold-Löhr





Montag, 18. Januar 2016

Das Grundvertrauen bewahren ebl

Losung: Der HERR macht im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn. Jesaja 43,16

Lehrtext: Fürchte dich nicht, glaube nur! Markus 5,36


Liebe Leserin, lieber Leser,

in der ‚Hoffnung für alle‘ ist unsere heutige Losung folgendermaßen übersetzt: „Ich, Gott, habe für eure Vorfahren einen Weg durch das Meer gebahnt und sie sicher durch die Fluten geführt.“ Gott sagt das zu den Leuten aus dem Volk Israel, als sie gerade durch schwere Zeiten gehen. Er erinnert sie daran, dass er in der Vergangenheit immer wieder rettend eingegriffen hat und fragt etwas später sinngemäß: „Warum sollte ich das jetzt nicht wieder tun?“

Ein solches Grundvertrauen spüre ich  manchen alten Leuten in unseren Dörfern ab, wenn ich sie besuche und sie von ihrem Leben erzählen. Viele dieser Biographien waren alles andere als ein Spaziergang. Doch die alten Frauen und Männer sehen im Rückblick das große Ganze und entdecken, wo sie von Gott bewahrt und gesegnet worden sind. Angesichts der Herausforderungen, denen sich ihre Kinder und Enkel gegenübersehen, sagen dann manche ganz schlicht: „Wir haben es damals mit Gottes Hilfe geschafft. Warum sollen unsere jungen Leute das heute nicht auch mit Gottes Hilfe schaffen?“

Gebet: Herr, du ermutigst uns manchmal durch Berichte von anderen, die davon handeln, wie du sie gestärkt hast und ihnen geholfen hast, in schwierigen Zeiten durchzuhalten. Da scheint etwas von deinem Wesen als liebevoller Vater durch. Danke für solche Glaubenszeugnisse, die uns helfen, unser Grundvertrauen in dich zu bewahren. Amen.

Einen guten Start in die neue Woche wünscht dir und Ihnen
Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Elfriede Bezold-Löhr

Sonntag, 17. Januar 2016

'Haltegriffe' hl

Lichtblickpredigt von Hans Löhr

Lesung:
Jetzt aber bleibe ich immer bei dir, denn du hältst mich bei der Hand. Du führst mich nach deinem Plan und nimmst mich am Ende in Ehren auf. Herr, wenn ich nur dich habe, bedeuten Himmel und Erde mir nichts. Selbst wenn alle meine Kräfte schwinden und ich umkomme, so bist du doch, Gott, allezeit meine Stärke - ja, du bist alles, was ich habe! Psalm, 73,23-26

Liebe Freunde,

in einer Zeit, in der Europa auseinander zu brechen droht und auch unser Land wegen der Flüchtlinge eine Zerreißprobe durchlebt, fragen sich viele, woran kann man sich jetzt festhalten? Auch die Politiker wissen ja nicht genau wie es weitergeht, und unsere Gesellschaft scheint tief verunsichert zu sein. Was wird werden? Wird es uns gelingen, die Lage zu beruhigen, weiterhin Herz statt Hass zu zeigen und besonnen zu bleiben statt in Panik auszubrechen?
Es geht aber auch um die Frage, woran sich jeder einzelne von uns festhalten kann in persönlichen Krisen, wenn ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wird und alles ins Wanken kommt, wenn die Gesundheit zerbricht oder die Partnerschaft, wenn die finanzielle oder berufliche Basis wegbricht, wenn große gesellschaftliche Probleme unser kleines, privates Leben bedrohen.
Doch auch wenn die Situation ernst ist, sollten wir unseren Lebensmut und Humor nicht verlieren. Deshalb nun eine höchst ungewöhnliche Frage: Wer von Ihnen, wer von euch war schon mal auf dem weltgrößten Heavy-Metal-Festival in Wacken in Schleswig-Holstein? Niemand? Ich auch nicht. Hat jemand von euch Lust, mit mir auf dem Motorrad im nächsten Sommer zu diesem Festival zu fahren? Heavy Metal, das ist laute, super laute Rockmusik, dass einem die Ohren wegfliegen. Und auf einem solchen Festival sind viele schräge Typen. Was hältst du also davon, wenn wir dabei wären und mitrocken würden bei dem Songs von AC/DC oder bei einem Song von Lemmy Kilmister wie „Enter Sandman“ oder „Killed By Death“?
Eifrige Zeitungsleser haben es vermutlich mitbekommen, dass an Weihnachten Lemmy Kilmister, der Chef der Hardrock-Band Motörhead mit 70 Jahren an Krebs gestorben ist. Lemmy war mit seinem Aussehen und Auftreten, seiner Einstellung und seinem Lebenswandel so ziemlich das Gegenteil von jedem von uns hier. Doch für Hunderttausende seiner Fans in aller Welt war er eine Kultfigur: absolut eigenwillig und unangepasst.

Kurz nach seinem Tod traf ich einen solchen, nicht mehr ganz so jungen Fan. Für ihn war Lemmy Kilmister ein Idol. Ich habe den Mann in den 14 Jahren, die ich in meiner letzten Gemeinde war, nie im Gottesdienst gesehen geschweige denn bei einer anderen Gemeindeveranstaltung. Aber als Pfarrer bin ich ein-, zweimal mit ihm ins Gespräch gekommen.
Bei unserer letzten Begegnung also sagte ich zu ihm: „Schon schade, dass der Lemmy gestorben ist.“ Da sah er mich mit großen Augen an und wusste nicht so recht, worauf ich hinaus wollte. „Na“, sagte ich, „Lemmy Kilmister von Motörhead.“ Da wurden seine Augen groß wie Wagenräder: „Was, Sie kennen Motörhead?“ „Freilich, warum nicht?“ „Das ist ja cool! Das hätte ich nie im Leben gedacht. Kennt der Pfarrer Motörhead!“ Da wusste ich, bei dem habe ich ab sofort einen Stein im Brett.
Und dann erzählte er mir, dass er schon auf verschiedenen Heavy-Metal-Festivals war. Doch das war noch nicht alles. Mit gedämpfter Stimme fügte er hinzu: „Und jetzt sage ich Ihnen was, das Sie vielleicht überrascht. Mein ganzer rechter Arm ist tätowiert. Und oben, an der Schulter, ist mein Konfirmationsspruch. Und auf dem Unterarm hab ich Jesus.“ Dann krempelte er den Ärmel hoch bis zum Ellbogen, denn weiter ging‘s mit Winterbekleidung nicht, und zeigte mir sein Tattoo. Jetzt war ich es, der große Augen machte und sagte: „Ist ja cool! Dann haben Sie Jesus ja überall dabei und können ihn nicht mehr verlieren.“

Ich weiß nicht, wie gut dieser Mann Jesus kennt. Ich weiß nicht, ob sein Glaube unseren Bekenntnisschriften entspricht. Nun gut, das weiß ich von euch hier auch nicht. Aber der Glaube, aber Jesus muss ihm offenbar etwas bedeuten, sonst hätte er ihn sich nicht auf seinen Arm tätowieren lassen. Sonst hätte er ihn mir nicht gezeigt. Möglicherweise ist es ja so, dass er sich sagt: „Ich bin vielleicht kein so guter Christ und kenne mich mit dem Glauben auch nicht so gut aus. Aber mir ist Gott trotzdem wichtig und Jesus auch. Und wenn es mir mal nicht so gut geht, halte ich mich an ihm fest. Dann soll er mich beschützen und mir helfen.“

Was meint ihr, liebe Freunde, reicht eine solche Einstellung für den Glauben? Vorhin, nach dem ersten Gottesdienst, sagte eine Frau zu mir, dass so ein Tattoo doch zu wenig wäre. Ich denke, es kommt darauf an, um wen es sich handelt. Zu mir würde Jesus sagen: ‚Schön und gut mit dem Tattoo, aber von dir erwarte ich noch etwas anderes.‘ Zu dem Heavy Metal Fan aber sagt er: ‚Wunderbar, das gefällt mir‘. Müssen nicht zumindest wir hier ein bisschen mehr wissen und bekennen und tun, zum Beispiel, dass man am Sonntagvormittag hierher in den Gottesdienst kommt? Nun gut, schaden tut das bestimmt nicht. Im Gegenteil. Aber, wenn‘s hart auf hart kommt im Leben, wenn du keine Zeit mehr hast, dir viele theologische Gedanken zu machen, dann fokussiert sich, dann konzentriert sich der Glaube eines jeden von uns auf das absolut Nötigste.

In der Bibel wird von einer Frau erzählt, die Blutungen hatte, die kein Arzt stillen konnte. Als Jesus vorbeikam, drängte sie sich durch die Menge und hielt sich an seinem Gewand fest. Sofort hörte die Blutung auf. Wohl gemerkt, sie hielt sich nur fest, sprach kein Gebet, keine Bitte, kein Glaubensbekenntnis. Und Jesus? Er drehte sich zu ihr um und sagte: „Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!“ Ich meine, entscheidend ist nicht, ob ich viel oder wenig glaube. Manchmal genügt auch ein Glaube so groß wie ein Senfkorn, sagt Jesus an anderer Stelle. Entscheidend ist, wem ich vertraue und an wen ich mich halte. Und da kenne ich keinen besseren Haltegriff als ihn.

Ich war mit einem alten Pfarrer befreundet, der sowas wie ein Vorbild für mich war. Der war ein richtiges Mannsbild, wie man in Bayern sagt. Groß gewachsen und mit Schmiss auf der Backe. Gegenüber den Nazis war er unbeugsam. Deshalb war er im KZ, stand er vor dem Kriegsgericht. Im letzten Krieg wurde er in Russland schwer verwundet. Als er so in seinem Blut lag und damit rechnete, dass es nun aus sei, sprach er nicht das Glaubensbekenntnis, zitierte er nicht schwergewichtige Bibelverse, sondern betete Strophen eines Kinderlieds:
Weil ich Jesu Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt.
Das hat er gebetet, mehr nicht. Das war sozusagen in seine Seele tätowiert. Das hatte ihn getröstet. Das hatte ihm Halt gegeben, als er sonst keinen Halt mehr fand. Und als er wider Erwarten gerettet wurde, hat er diesen Augenblick nicht mehr vergessen.

Bei einem anderen Bekannten, ebenfalls einem Kollegen, ging es nicht so gut aus. Er hatte einen Gehirntumor. Da war er gerade mal 52. Sein Name ist Friedrich Walz. Von ihm stammen einige geistliche Lieder, so zum Beispiel „Komm, sagt es allen weiter“, das auch im Gesangbuch steht.
Nach der ersten Operation erholte er sich ganz gut. Danach erzählte er, was er damals im Operationssaal gebetet hat: „Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Kücklein ein. Will Satan mich verschlingen, so lass die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein.“ Kennt das jemand hier? Nach der Operation lebte er noch ein Jahr und stärkte mit seinem Glauben andere Menschen.

Wieder ist es ein Kindergebet, das einem gestandenen, theologisch gut ausgebildeten Pfarrer Trost und Halt gegeben hat. Gut, wenn man einen solchen „Haltegriff“ hat, wenn der Boden unter den Füßen wankt. ‚Aber‘, mag jetzt einer einwenden, ‚er ist trotzdem gestorben.‘ Ja. Doch spricht das gegen den Trost, den dieser Mann bekommen hat? Spricht das gegen den Halt, den er in seiner schweren Zeit gefunden hat? Aber nicht nur wenn‘s ans Sterben geht, sondern auch sonst mitten im Leben brauche ich manchmal einen Halt, den Menschen nicht geben können. Und an mir selbst kann ich mich ja auch nicht festhalten.

„Haltegriffe“ – heißt das Thema dieser Predigt. Haltegriffe, wenn die Erde unter dir bebt und dein Leben zu zerbrechen droht. Haltegriffe in höchster Not, wenn sonst weit und breit nichts mehr ist, das dich halten und trösten kann. Haltegriffe aber auch nach einer schlimmen Nacht, wenn du keine Kraft hast, in den neuen Tag zu gehen. Vielleicht hast du ja auch solche Griffe, an denen du dich festhalten, an denen du dich wieder hochziehen kannst. Vielleicht hast du das sogar schon mal erlebt, dass du dann ein Kindergebet gebetet hast oder einfach nur eine Kerze angezündet, damit es wieder ein bisschen heller wird.

Ich jedenfalls brauche solche Haltegriffe. Mal ist es ein Bibelwort, mal ein Vers aus meinem Gesangbuch. Und du? Was ist dein Haltegriff? Woran kannst du dich im entscheidenden Augenblick festhalten ohne vorher lang nachdenken zu müssen? Was ist in deine Seele tätowiert?
Einen Haltegriff verrate ich noch: Wenn es mir mal nicht gut geht und ich lange nicht einschlafen kann, zeichne ich das Kreuz mit dem Daumen auf mein Herz. Auch das ist ein Haltegriff, eine kleine Geste nur, aber sie beruhigt und hilft.

Also, was ist? Fährt nun jemand mit mir auf dem Motorrad zum Heavy-Metal-Festival nach Wacken? Jesus ist schließlich auch dort. Der eine bringt ihn als Tattoo auf seinem Unterarm mit, die andere an ihrer Halskette, ein dritter hat seinen Rosenkranz am Motorrad angebracht und wer weiß, auf welchen Wegen Jesus sonst noch zu solchen Festivals kommt.
Wenn ich‘s mir genau überlege, werde ich wohl doch nicht hinfahren, weil ich da nur mit einem Hörsturz zurückkäme. Und so ein großer Fan von Heavy Metal bin ich nun auch wieder nicht.

Aber so viel ist klar, Jesus ist auch da, wo gerade wir Kirchenchristen ihn kaum vermuten: Zuerst im Stall. Es gibt wohl keinen tieferen Ort an dem Gott in Jesus zur Welt kommen wollte, als inmitten der stinkenden Pisse von Ochs und Esel ohne Weihnachtsduft und Glaskugeln, um denen nahe zu sein, die auch ganz unten sind. Und darum finden wir Jesus auch bei den Kriminellen im Gefängnis. Bei den Mädchen im Bordell. Bei den Rockern in der Bar. Bei den Suchtkranken in der Klinik. In den Fanclubs von Bayern München. Erst recht bei den Club-Fans, die brauchen ihn noch mehr. Und er ist auch bei dir, wie immer es dir gerade geht, wie klein oder groß dein Glaube sein mag. Er ist nur ein Gebet weit weg. Er ist der Haltegriff schlechthin. Er reicht dir seine Hand. Jetzt liegt es an dir, sie im Glauben zu greifen, damit er dich halten kann. Amen


PS: Nach dem Gottesdienst wurde von Besuchern der Vorschlag gemacht, doch einmal einen Gemeindeausflug nach Wacken zu organisieren. Ohrstöpsel wären im Fahrpreis inbegriffen.

Samstag, 16. Januar 2016

Der erste Platz hl

Losung: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 2.Mose 20,3

Lehrtext: Niemand kann zwei Herren dienen. Matthäus 6,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

sind Sie / bist du dein eigener Gott? Setzt du dich in jeder Hinsicht an die erste Stelle und verweist alles andere auf die Plätze? Ich meine, es lohnt sich schon, über diese Frage einmal gründlich nachzudenken. Ich will das für mich auch tun. Und auch darüber will ich nachdenken, was es wohl bedeutet, wenn Gott an erster Stelle kommt. Was sich dann ändern würde.
»Jeder ist sich selbst der Nächste«, sagt das Sprichwort. Ist sich jeder auch selbst der Erste?
Jesus sagt im Lehrtext, dass es keinen Kompromiss geben kann, wenn es um den ersten Platz geht. Nur einer kann der Erste sein. Nur für einen kannst du ganz und gar da sein. Ob ich das kann? Ob ich das will? Und du?

Gebet: Herr, du kennst meine Versuchung, mich selbst besonders wichtig zu nehmen. Klar bin ich mir wichtig. Ich glaube auch nicht, dass du etwas dagegen hast. Aber ich möchte mir nicht allein gehören, sondern dir, nicht nur für mich da sein, sondern mehr noch für dich und für die, die du mir anvertraut hast. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 15. Januar 2016

ausgeleuchtet hl

Losung: Du, HERR, du kennst mich, du siehst mich und prüfst, ob mein Herz bei dir ist. Jeremia 12,3

Lehrtext: Richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und wird das Trachten der Herzen offenbar machen. Dann wird einem jeden von Gott sein Lob zuteil werden. 1.Korinther 4,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich habe Vertrauen zu Menschen, die so von sich reden können wie in der heutigen Losung. Da weiß ich, dass sie selbstkritisch sind, nicht nur auf den eigenen Vorteil aus und über sich eine höhere Instanz anerkennen, der gegenüber sie sich verantwortlich fühlen. Aber woher weiß ich, dass ich einen solchen Menschen vor mir habe? Anders als Gott kann ich ihm nicht ins Herz sehen. Nun, im Laufe der Zeit bekommt man schon ein Gespür dafür, mit wem man es zu tun hat, von welchen Werten sich ein Mensch leiten lässt und wie aufrichtig und verlässlich er ist. Jedenfalls möchte ich auch so sein, dass andere zu mir Vertrauen haben können. Und dazu gehört, dass ich so bete wie Jeremia im Losungswort.
Dazu gehört auch, dass ich andere nicht richte und verurteile, weil sie nicht so sind wie ich es gerne hätte. Ich bin ja auch nicht so, wie andere mich gerne hätten. Ich möchte mich immer weniger nach der Meinung anderer richten, sondern mein Leben leben und nicht ihres, solang ich ihnen damit nicht  schade und vor Gott bestehen kann.

Gebet: Herr, du leuchtest jeden Winkel meines Herzens aus. Ob mir das gefällt? Nun, angenehm ist das nicht immer. Aber weil du mich so gut kennst, weißt du auch, wo ich deine Hilfe und Vergebung brauche. Du wirst sie mir geben nach wie vor. Darauf verlass ich mich. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 14. Januar 2016

Macht Vergebung gesund? hl

Losung: Kein Mensch im Land wird noch klagen, er sei von Krankheit und Schwäche geplagt; denn die Schuld des Volkes ist vergeben. Jesaja 33,24

Lehrtext: Jesus sprach zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Markus 2,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

nein, bloß das nicht! Nicht das Missverständnis, als sei, wer krank ist, selbst daran schuld. Natürlich gibt es auch Krankheiten, für die man etwas kann, die mit einem ungesunden Lebensstil und schlechten Angewohnheiten zu tun haben. Aber generell besteht zwischen Sünde und Krankheit kein ursächlicher Zusammenhang. Wer würde auch einer Frau vorwerfen wollen, dass ihr Brustkrebs Folge ihrer Sünden ist? Oder einem Mann, dass sein Schlaganfall selbstverschuldet ist? Wer so spricht, wirft mit Steinen, obwohl er selbst im Glashaus sitzt.
Und doch gibt es einen Zusammenhang zwischen Krankheit und Schuld: Allerdings ist Krankheit dann nicht Folge der Schuld, sondern Genesung auch Folge von Vergebung. Ich bin durchaus der Ansicht, dass Schuld, die nicht vergeben ist und Sünde, die nicht bereut ist, die Heilungskräfte eines kranken Menschen blockieren können.
Die heutige Losung weist weit voraus in das Land der Erlösten, wo es keine Schuld und keine Krankheit mehr geben wird. Der Lehrtext aber spricht davon, dass jetzt schon Vergebung der Sünden möglich ist und Jesus unsere krankmachenden Belastungen auf sich nimmt. »Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen« heißt es von ihm in der Bibel (Jesaja 55). Er hat nicht nur den Gelähmten damals geheilt. Er hat auch die Kraft mich heute zu heilen.

Gebet: Herr, du bist mein Arzt. Wenn du mir vergibst, ist mir vergeben. Wenn du mich heilst, werde ich heil. Wenn du mir hilfst, ist mir geholfen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 13. Januar 2016

Von der Faszination des Bösen und der Kraft des Guten hl

Losung: Der HERR spricht: Ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen. Psalm 91,15

Lehrtext: Jesus erlöste die, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten. Hebräer 2,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn du Losung und Lehrtext heute liest, worauf liegt deiner Meinung nach der Schwerpunkt? Liegt er auf den Worten „Not“, „Furcht vor dem Tod“, „Knechte“ oder liegt er auf den Worten „Ich bin bei ihm“, „zu Ehren bringen“, „erlösen“? Nun, das Negative lässt sich immer besser beschreiben als das Positive. Die negativen Schlagzeilen interessieren uns Menschen merkwürdigerweise mehr als die guten. Wäre es nicht so, gäbe es keine Zeitungen, die hauptsächlich von dem leben, was negativ, problematisch und dramatisch ist. Wäre es nicht so, würden nicht Tag für Tag im Fernsehen Krimis gesendet mit Mord und Totschlag und anderen schlimmen Dingen, wozu Menschen fähig sind. Ja, das Böse, das Negative fasziniert. Daneben hat es das Gute schwer, Aufmerksamkeit zu bekommen.
Schon seit zwei Wochen sind die Nachrichten voll von den Übergriffen auf Frauen in Köln und anderen Städten. Das weckt wohl in jedem von uns Gefühle von Empörung und Abscheu. Das weckt in anderen den Hass auf alles Fremde und die Flüchtlinge insgesamt, Hass, der in ihnen schlummert, den sie auf sich selbst haben, den sie nun auf den Straßen hinausschreien und mit dem sie Flüchtlingsheime anzünden.
Aber dass sich nicht nur in den letzten zwei Wochen auch Zehntausende freiwillig für Flüchtlinge eingesetzt haben, um ihnen behilflich zu sein, um ihnen das Eingewöhnen in Deutschland zu erleichtern, – über diese vielen guten Taten wird kaum berichtet. Und dann noch dies: Manchmal wird, wer hilfsbereit ist, auch noch als „Gutmensch“ beschimpft, als naiv und wirklichkeitsfremd. Ich jedenfalls will lieber ein ‚Gutmensch‘ sein als ein schlechter Mensch und nehme das ‚Unwort des Jahres 2015‘ als Ehrentitel.
Und auch darüber wird wenig gesprochen, dass die weitaus größte Zahl derer, die jetzt neu unter uns leben, dankbar ist und versucht, in dem für sie fremden Land und in der für sie fremden Kultur zurechtzukommen. Die jungen Männer aus Nordafrika und dem arabischen Raum, die in Köln die Regeln des Anstands und auch das Recht verletzt haben, machen stattdessen ein Promille aus, ein Tausendstel derer, die jetzt bei uns sind. Sie müssen zur Rechenschaft gezogen werden, ohne Frage. Doch bei alledem müssen wir besonnen bleiben und einen kühlen Kopf bewahren. Soviel dazu, wie schnell das Negative die Herzen und Hirne vernebelt.
Demgegenüber haben wir Gottes Zusage, uns aus dem herauszureißen, was uns Not macht. In der heutigen Losung sagt er nicht: ‚Ich will mal darüber nachdenken, ob ich vielleicht etwas tue‘, sondern ich will es tun. Und was er will, das geschieht auch. Darauf verlasse ich mich. Das ist die eine gute Nachricht des Tages.
Und Jesus selbst hat nur ein einziges Ziel, dass er dich und mich zu einem Leben ohne Angst befreit, ohne Angst vor dem Bösen, ohne Furcht vor dem Tod. Und das ist die andere gute Nachricht des Tages. Ja, es gibt Böses in dieser Welt. Aber ich könnte nicht mehr ruhig schlafen, wenn ich in ständiger Angst davor lebte. Ich will auch mein Verhalten nicht ändern, obwohl es eine permanente Terrorgefahr für unser Land gibt. Sonst hätte das Böse ja schon Macht über mich. Ja und es gibt den Tod. Der kommt unweigerlich auf mich zu und vor dem fürchte ich mich auch. Aber mein Glaube hilft mir, dass ich dem nicht hilflos ausgeliefert bin. Jesus hat den Tod besiegt durch seinen Tod. Das ist die gute Nachricht schlechthin. Von ihr will ich mich bestimmen lassen und mich meines Lebens freuen.

Gebet: Herr, du willst dass ich Böses mit Gutem überwinden soll. Du weißt, dass mir das nicht so leicht fällt. Aber weil du das getan hast, weil du selbst den Tod überwunden hast, darum will ich nicht mehr auf das Böse schauen, sondern auf dich, den großen Überwinder, mit dem auch ich überwinde. Amen


Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 12. Januar 2016

fürsorglich und gerecht hl

Losung: Wer gerecht herrscht unter den Menschen, wer herrscht in der Furcht Gottes, der ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht. 2.Samuel 23,3-4

Lehrtext: Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist als fürsorgliche Hirten eingesetzt hat. Apostelgeschichte 20,28

Liebe Leserin, lieber Leser,

die heutige Losung zeigt, dass der Glaube an Gott jeden, der Macht über andere hat, zur Gerechtigkeit mahnt. Denn bevor es den modernen Rechtsstaat gab, war die Ehrfurcht vor Gott das Einzige, was Herrschende an ihre Verantwortung erinnerte und vor Willkür abhielt. Doch leider waren gerechte Herrscher oft die Ausnahme. Viele scheuten sich auch nicht vor Gott und seinen Geboten, wenn sie ihre Untertanen drangsalierten. Auch deshalb hat sich die Demokratie trotz mancher Schwächen als die beste der möglichen Herrschaftsformen durchgesetzt.
Der Lehrtext mahnt die Leitenden in Kirchen und Gemeinden, fürsorglich zu sein, sich um die Menschen zu kümmern und sie nicht auszunützen. Auch das ist nicht selbstverständlich. Machtmissbrauch gibt es bis heute auch in der Kirche. Dazu gehört auch der sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen, eine besonders widerwärtige Form von Verantwortungslosigkeit.
Wer in der Kirche ein geistliches Amt hat, gilt als vom Heiligen Geist dazu berufen (Lehrtext), sofern er die entsprechenden Qualifikationen mitbringt. Darum hat er auch eine besondere Verantwortung: Er muss bereit sein, nicht nur Menschen, sondern in erster Linie Gott gegenüber Rechenschaft abzulegen über das, was er getan und unterlassen hat.
Eine solche Fürsorge- und Rechenschaftspflicht hat aber jeder, der Macht über andere hat: Die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen im Kindergarten, die Lehrer und Lehrerinnen in den Schulen, die Leitenden Angestellten, die Chefs… und nicht zuletzt jede Mutter und jeder Vater.

Gebet: Herr, ich weiß, es ist billig, auf die Regierenden zu schimpfen, wenn man im eigenen Lebensumfeld nicht gerecht und fürsorglich ist. Darum will ich zuerst auf mich selbst schauen, auf meine Defizite und mich bemühen, es mit deiner Hilfe gut zu machen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Montag, 11. Januar 2016

Alles, was das Herz begehrt. hl

Losung: Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. Psalm 37,4

Lehrtext: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr's empfangt, so wird's euch zuteil werden. Markus 11,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Bibel nimmt mit der heutigen Losung den Mund, wenn ich so sagen darf,  mal wieder  ziemlich voll. Aber wäre denn das Gegenteil glaubwürdiger, wenn es hieße: ‚Gott wird dir nichts von dem geben, was du dir wünscht‘? Das glaubst du doch selber nicht. Und ich auch nicht. Schließlich habe ich selbst erlebt, dass manches eingetroffen ist, worum ich gebetet hatte. Ein Sechser im Lotto war nicht darunter, aber fast immer, dass ich morgens gesund aufgewacht bin.
In vielfacher Hinsicht bin ich wunschlos, weil ich bereits habe, weil mir Gott bereits gegeben hat und ständig gibt, was ich mir von Herzen wünschen würde, hätte ich es nicht bereits. Da kann jetzt jeder für sich nachdenken, was er alles schon hat. 
Uns allen gemeinsam ist, dass Gott uns das Leben geschenkt hat und uns bis zu diesem Augenblick durch manche Gefahren und Schwierigkeiten hindurch gebracht hat. Dass wir Frieden haben und einen nicht unbeträchtlichen Wohlstand usw. 
So gesehen trifft das Losungswort schon zu, dass ich allen Grund habe, mich über den Herrn zu freuen. Und weil er mir bisher schon so viel gegeben hat und immer noch gibt – auch ohne dass ich ihn jedesmal darum bitte – kann ich davon ausgehen, dass er mich auch in Zukunft beschenkt.

Jesus ist im heutigen Lehrtext noch kühner, wenn er sagt »Ihr müsst Gott ganz vertrauen! Denn das ist sicher: Wenn ihr glaubt und nicht im Geringsten daran zweifelt, dass es wirklich geschieht, könnt ihr zu diesem Berg hier sagen: 'Hebe dich von der Stelle, und stürze dich ins Meer!', und es wird geschehen. Ja, ich sage euch: Um was ihr auch bittet - glaubt fest, dass ihr es schon bekommen habt, und Gott wird es euch geben! Aber wenn ihr ihn um etwas bittet, sollt ihr vorher den Menschen vergeben, mit denen ihr nicht zurechtkommt. Dann wird euch der Vater im Himmel eure Schuld auch vergeben.«
Was für ein Glaube, der Berge versetzen kann! Meine Gefahr ist, dass ich bereits zu zweifeln beginne, bevor ich noch damit angefangen habe, so zu glauben. Und so meine ich, wer Gott von vorneherein nichts oder nur wenig zutraut, der wird auch nichts oder nur wenig empfangen. Und umgekehrt, wer ihm im guten Sinn alles zutraut, wird auch alles bekommen, worum er bittet. Alles? Sieh an, jetzt zweifle ich schon wieder. Stattdessen möchte ich einfach so leben und so glauben können wie Jesus es sagt.
Stell dir vor, wir könnten so glauben, dass die ‚Pakete‘ zu uns schon unterwegs sind, die wir im Gebet ‚bestellt‘ haben. Wir könnten sagen: ‚Vater, ich verlasse mich darauf, dass du mir zur rechten Zeit gibst, was mir gut tut.‘ Lebten wir dann nicht in ständiger Vorfreude? Wären wir dann nicht aller Angst und aller Sorgen enthoben? Fast hätte ich Lust, einen solchen Glauben mal auszuprobieren. Und wenn du mitmachst, dann trau ich mich auch. Also los, - wäre da nur nicht diese Bedingung, dass ich zuvor denen vergeben soll, mit denen ich nicht zurechtkomme. Ist das vielleicht mein Berg, der mir im Weg zu einem solchen unerschütterlichen Gottvertrauen steht, statt dass er längst im Meer liegt, wo er hingehört?

Gebet: Herr, ja, ich möchte glauben können, möchte dir vertrauen ganz und gar. Doch dazu soll ich erst vergeben. Und ich möchte vergeben können, ganz und gar. Doch dazu muss ich erst glauben. Allein komme ich aus dieser Zwickmühle nicht heraus. Hilf du mir zu beidem, dass ich vergeben kann und glauben, damit der Berg der Unversöhnlichkeit im Meer deiner Liebe versinkt und der Weg frei wird zu einem Leben mit dir, ohne Sorgen und ohne Angst. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 10. Januar 2016

heil und gesund hl

Losung: Ich will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun. Hesekiel 11,19.20

Lehrtext: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 2.Korinther 5,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

manche, die mal ein weiches Herz hatten, werden im Laufe ihres Lebens immer härter. Da sind die vielen Enttäuschungen, schlechten Erfahrungen, vielleicht auch Niederlagen und Verletzungen, die sie hart gemacht haben, hart gegen sich selbst, hart gegen andere, hart gegen Gott.
Aber um das zu tun, was er will, brauche ich ein weiches, ein warmes, ein lebendiges Herz; um sein, die ganze Bibel überstrahlendes Gebot erfüllen zu können: Gott und den Nächsten zu lieben wie mich selbst. Wie soll ich mit einem verhärteten, steinernen, verbitterten Herzen lieben können? Da hilft es auch nicht, die Schuld für die eigene Herzenshärte anderen in die Schuhe zu schieben. Für mein Herz bin und bleibe ich selbst verantwortlich, für meine Gefühle, dafür, dass ich liebesfähig und mitfühlend bin.
Doch weil ich mich nicht am eigenen Schopf aus dem eisigen Sumpf der Kaltherzigkeit ziehen kann, sagt Gott in der heutigen Losung zu, mir ein weiches, lebendiges Herz zu geben. Werde ich es schaffen, ihm mein Herz zu öffnen? Werde ich es schaffen, mich ihm ganz und gar anzuvertrauen und mich von ihm ändern und erneuern zu lassen?
Im Lehrtext heißt es, dass dies »in Christus« geschieht, in seinen Armen. Da fallen die alten Lasten von mir ab, da fallen die Steine vom Herzen, da werde ich wieder lebendig für ihn, für andere und für mich selbst. Er hat seine Arme für mich geöffnet, um mich bei sich willkommen zu heißen mit all meinen Wunden und Sorgen, mit meinem Scheitern und meiner Schuld. Bei ihm und in ihm werde ich wieder heil und gesund. Das glaube ich, darauf vertraue ich. Aber werde ich auch zu ihm gehen?

Gebet: Herr, wo sonst als bei dir kann ich wieder heil und gesund werden? Wer sonst außer dir kann mein Herz erneuern? Du hast die Macht und die Kraft, mich in meinem Innersten zu berühren und zu verändern. Mache mich dazu bereit, dass ich mich verändern lasse. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 9. Januar 2016

Helfen und geholfen werden hl

Losung: Der HERR ist des Armen Schutz, ein Schutz in Zeiten der Not. Psalm 9,10

Lehrtext: Paulus schreibt: Ich bin guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen. 2.Korinther 12,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

auch heute lässt mich die Losung wieder fragen: Stimmt das denn? Wie schützt denn der Herr die Armen? Allgemeines Spekulieren führt da nicht weiter. Ich muss mich vielmehr fragen, was dieses Bibelwort mit mir zu tun hat. Und da lautet die Antwort: Gott schützt die Armen auch durch Menschen, die barmherzig sind und sich schützend vor sie stellen. Und das sind hoffentlich diejenigen, die sich von Gott etwas sagen, sich von ihm ins Gewissen reden lassen und sein Wort in der Bibel ernst nehmen. Denn da ist immer wieder davon die Rede, dass die Armen für Gott und auch für Jesus ein Herzensanliegen sind. Ich hab also, wenn ich Christ sein will,  gar keine andere Wahl als ihnen gegenüber ebenfalls barmherzig zu sein.
Es ist wie so oft: Wenn ich danach frage, was Gott tut und wie er es tut und ob er es tut, so muss ich zugleich mich fragen, was ich in seinem Namen tue. Schließlich soll ich da, wo ich lebe und Verantwortung übernehmen kann, sein Mitarbeiter sein. Wie das geschehen kann, muss ich von Fall zu Fall neu entscheiden und du auch.
Es gilt ja auch das Umgekehrte, dass ich, wie Paulus im Lehrtext, in eine Situation geraten kann, wo ich schwach bin, misshandelt werde, Not, Verfolgung und Angst leide auch um meines Glaubens willen. Dann wäre auch ich froh, wenn sich Menschen im Namen Gottes für mich einsetzen würden oder einfach auch nur deswegen, weil sie menschlich sind.

Gebet: Herr, du hast gesagt, dass du selbst mir in den Armen begegnest, die meine Hilfe brauchen. Und du willst auch mir zu Hilfe kommen, wenn ich deine Hilfe und die anderer Menschen brauche. Darauf verlasse ich mich und versuche meinen guten Mut zu behalten auch wenn es schwierig wird. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 8. Januar 2016

Auf ein Neues! hl

Losung: Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt! Hosea 10,12

Lehrtext: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Römer 12,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie viele Jahre wohnst du schon in dir? Hast dich in dir eingerichtet, mit dir arrangiert oder gar in dir verschanzt. Wie viele Jahre schon lässt du nichts an dich heran, was dich herausfordern könnte, anders zu leben als du es tust? Wie viele Jahre hast du schon deine politischen und religiösen Einstellungen, denkst du immer wieder dieselben Gedanken, verteidigst dieselben Werte, behältst dieselben Angewohnheiten, ob sie gut sind oder schlecht? Wie viele Jahre bist du schon so wie du bist, unverändert, vielleicht auch stur und starr?
Erstarrung ist tödlich für den einzelnen Menschen genauso wie für die Gesellschaft, für die Kirche, für die Wirtschaft, für den Staat. Natürlich ist es einerseits gut, am Bewährten festzuhalten und nicht jeder neuen Mode nachzulaufen, die sich gerade aufplustert wie ein Truthahn. Andererseits ist es ein Prinzip des Lebens, flexibel zu bleiben, auf unterschiedliche Herausforderungen zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich zu reagieren.
Der sicherste Weg in den Bankrott für einen Bauern, einen Handwerker, einen Geschäftsmann ist, an alten Konzepten festzuhalten, die früher vielleicht mal gut waren, sich inzwischen aber überlebt haben.
Das gleiche gilt auch für die Kirche und die Gemeinde. Dort, wo alles so bleiben muss, wie es schon immer war, stimmen vor allem jüngere Menschen mit den Füßen ab und verabschieden sich schleichend und leise aus einer sterbenden Institution.
Und dabei heißt es doch an vielen Stellen in der Bibel ganz ähnlich wie in der heutigen Losung: »Pflüget ein Neues!« Oder in einer neueren Übersetzung: »Fangt ganz neu an wie ein Bauer, der ein brachliegendes Feld zum ersten Mal wieder bestellt! Denn die Zeit ist da, mich, den Herrn, zu suchen..
Nun aber geht es im heutigen Lehrtext besonders um dich und mich. Paulus fordert uns darin auf: »Passt euch nicht dieser Welt an, sondern ändert euch, indem ihr euch von Gott neu ausrichten lasst. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt
Ich weiß nicht, in welchen Bereichen du dich ändern und neu ausrichten lassen sollst. Aber ich weiß, wo das bei mir nötig ist. Ich weiß aber auch, wie schwer das ist, vor allem je älter man wird. Und trotzdem, gerade im Glauben darf und will ich nicht erstarren. Gott wünscht sich einen lebendigen Glauben von mir und einen solchen brauche ich auch. Und das heißt doch, dass ich mich selbst daraufhin prüfen muss, was von dem, das ich fühle, denke, sage und tue Gott gefällt. Ich glaube nicht, dass ich mich ihm zuliebe ändern muss, sondern mir selbst und meinen Mitmenschen zuliebe.

Gebet: Ja, Herr, richte mich neu aus und gib mir die Kraft, die Dinge an mir und in mir zu ändern, die ich ändern muss und kann. Ich will nicht auf darauf schauen, wie andere leben, sondern darauf, wie du willst, dass ich lebe. Denn ich vertraue darauf, dass das für mich so am besten ist. Amen

Herzliche Grüße 

Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 7. Januar 2016

Ein Geschenk, das heilt hl

Losung: Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren. Psalm 86,9

Lehrtext: Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen. Titus 2,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

von dem, was die Losung heute sagt, sind wir weit entfernt. Ob es jemals dazu kommen wird, dass alle Völker zusammenkommen, um Gott zu ehren? Wenn die Repräsentanten der Völker zusammenkommen, wie in der UNO in New York, dann meistens, um zu streiten, keinesfalls aber, um gemeinsam Gott anzubeten.
Nun, das war damals, als das heutige Losungswort entstand, nicht anders. Trotzdem hatte man an dieser Utopie festgehalten, an der Vorstellung, dass sich irgendwann in der Zukunft etwas ereignen wird, was jetzt in der Gegenwart noch ‚keinen Ort‘ (= Utopie) hat.
Doch dann ändert sich etwas grundlegend. Statt dass irgendwann alle Menschen zu Gott kommen, kommt er zu ihnen. Er schenkt sich uns in seinem Sohn Jesus Christus. Er liegt in Gestalt eines Kindes im Stall, als Zeichen, dass du und ich, dass wir nicht vergessen und verloren sind in Menschenkälte und Finsternis. Er hängt in Gestalt des Mannes Jesus am Kreuz, als Zeichen, dass du und ich, dass wir mit Gott versöhnt sind und erlöst von der zerstörerischen Macht des Bösen und des Todes. Jetzt ist »die heilsame Gnade Gottes« keine Utopie mehr. Jetzt hat sie einen Ort in unserer Welt: Bethlehem und Golgatha. Jetzt sucht sie ein Zuhause und fragt an, ob sie auch in dir und in mir wohnen kann.
Diese Gnade, dieses Geschenk gilt ausnahmslos allen Menschen unabhängig von Rasse und Geschlecht, Religion und sozialem Status. Seine Gnade hat die Kraft zu heilen, wie der Lehrtext sagt. Sie heilt die Wunde der Enttäuschung und das an Rachsucht leidende Herz. Sie befreit vom Zwang zu negativer Kritik und von dem Druck, sich ständig selbst behaupten zu müssen. Sie heilt zerbrochene Liebe und eine geknickte Hoffnung. »Die heilsame Gnade Gottes« ist in Jesus allen Menschen erschienen und darum auch dir und mir.

Gebet: Herr, ich bin froh, dass ich dich nicht suchen muss, sondern dass du mich gefunden hast. Du bist zu mir gekommen nicht, um mich zu verletzen, sondern zu heilen, nicht um mich niederzumachen, sondern aufzurichten, nicht um mir Lasten aufzuladen, sondern sie mitzutragen. Dafür ehre ich dich, mein Gott, durch deinen Sohn Jesus Christus, meinen Herrn. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 6. Januar 2016

Mit Liebe gebacken hl

Losung: Himmel und Erde sind dein, du hast gegründet den Erdkreis und was darinnen ist. Nord und Süd hast du geschaffen. Psalm 89,12-13

Lehrtext: In Christus ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Kolosser 1,16

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Tag sind Sie / bist du hier eingeladen, mit meiner Frau oder mit mir über die Bibel nachzudenken und damit auch über den eigenen Glauben, mehr noch: über Gott und die Welt und das eigene Leben. Jeden Tag ein paar Minuten. Manchmal fällt das etwas leichter und manchmal, so wie heute, etwas schwerer.
Denn heute steht im Lehrtext eine überaus kühne Aussage, die selbst Glaubende oft nur schwer nachvollziehen können, die für Zweifler, Nichtgläubige oder Mitglieder anderer Religionen gänzlich unverständlich ist: »In Christus ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist…«
Ist das so?
Natürlich ist das keine wissenschaftliche Aussage, die auf irgend eine Weise bewiesen werden könnte. Es ist eine Aussage des Glaubens, die uns helfen soll, unsere kleine und die große Welt mit anderen Augen zu sehen als man sie sonst so sieht. Doch was bedeutet der Lehrtext aus dem Brief an die Kolosser?
Ich verstehe das Bibelwort so: Es soll Frauen geben, die zu ihrem Mann, der das Essen zubereitet hat, sagen: »Schatz, du hast mit Liebe gekocht, darum schmeckt es so gut.« Das gleiche gilt für alles, was Gott „gekocht“ hat, für die Galaxien, die Gestirne und Planeten, für unsere Erde, für Flora und Fauna, für dich und für mich: Er hat das alles geschaffen aus Liebe zu seiner Schöpfung, aus der tiefen und starken, reinen und beständigen, leidensfähigen und verzeihenden Liebe, die in Jesus Christus erschienen ist. Das ist es, was evangelische Christen heute an Epiphanias, am Fest der Erscheinung von Gottes Herrlichkeit in Jesus Christus feiern.
Aber kann ich alles, was ist, nicht zuletzt mich selbst, daraufhin ansehen, dass es mit Liebe „gebacken“ ist? Falls ja, dann könnte ich diese Welt in einem guten Sinn noch mehr genießen.
Natürlich fallen mir jetzt alle möglichen Einwände dagegen ein. Was ist denn mit all dem Negativen, das es gibt und das uns zu schaffen macht? Ich kann darauf keine schlüssige Antwort geben. Nur so viel: Wie kann ich etwas als positiv erleben, wenn ich nicht auch die negativen Seiten des Lebens kenne? Und weiß ich überhaupt, ob das, was mir jetzt negativ erscheint, aufs Ganze gesehen nicht doch auch positive Folgen hat? Die ganze Schöpfung ist auf dem Gegensatz und Zusammenwirken von negativ und positiv aufgebaut, so zum Beispiel der positiv geladene Kern und die negativ geladene Hülle eines Atoms, des Grundbausteins aller Materie.
Wie sollte das auch schlecht sein, was Gott aus Liebe zu seinem Sohn und durch ihn für uns gemacht hat? Mit all den guten Eigenschaften, die wir mit Jesus verbinden, hat er die Schöpfung ‚gewürzt‘: Neben der Liebe auch mit Barmherzigkeit, neben der Freude auch mit seinem Leiden, neben der Gnade auch mit Erlösung…
Die Bibel nennt das alles zusammen ‚Segen‘. Ja, so will ich das mit den Augen des Glaubens sehen: Die ganze (!) Schöpfung ist von Gott mit Jesus Christus gesegnet, mit allem, was er für seinen himmlischen Vater und für uns irdische Menschen bedeutet. Und du und ich, wir sind ebenso gesegnet, auch jetzt in diesem Augenblick an dem Ort, wo wir gerade sind. - Und die anderen auch.
Puh, einfach ist das nicht, so zu glauben, aber schön. Denn Himmel und Erde und alle Geschöpfe gehören ihm (Losung), von dem die Bibel sagt, »Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.« (1. Joh. 4,16) Ich jedenfalls will diese Welt und mich wenigstens für ein paar Momente am heutigen Tag so sehen: als von Gott geschaffen und gesegnet, als von Jesus geliebt und erlöst.

Gebet: Herr Jesus Christus, du bist das Geheimnis der Schöpfung und somit auch das Geheimnis meiner Existenz. Deinen Segen will ich immer wieder aufs Neue entdecken in allem was ist. Und ich will mir immer wieder bewusst machen, dass ich zusammen mit allen anderen lebe von deiner tiefen, leidensfähigen und verzeihenden Liebe. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Dienstag, 5. Januar 2016

Allen Grund, fröhlich zu sein hl

Losung: Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. Psalm 90,14

Lehrtext: Alles Volk machte sich früh auf zu ihm, ihn im Tempel zu hören. Lukas 21,38

Liebe Leserin, lieber Leser,

was für ein Geschenk, was für eine Gnade, dass die meisten von uns fast an jedem Morgen ohne Schmerzen erwachen, dass unser Kühlschrank voll ist, im Land Frieden herrscht, wir ein Dach über dem Kopf haben und Geld genug, um uns alles in allem ein gutes Leben leisten zu können! Was für ein Geschenk, was für eine Gnade, dass wir in dieser Zeit in diesem Land leben können! Keine Generation vor uns hatte diese Gnade. Und wie es bei den nachfolgenden Generationen sein wird, wissen wir nicht. Deshalb hätten und haben wir allen Grund, jeden Morgen Gott ein Loblied zu singen und uns zu freuen über unser Leben.
Warum tun wir das nicht? Warum machen wir uns Sorgen, die im Vergleich zu anderen Menschen in anderen Ländern oder zu unseren Vorfahren oft so überflüssig sind? Warum ärgern wir uns wegen Kleinigkeiten, streiten uns aus nichtigem Anlass, sind schlecht gelaunt, wenn nicht alles genauso geht, wie wir uns das vorstellen?
Wir sind undankbare Geschöpfe! Und wenn du jetzt meinst, dass das alles auf dich nicht zutrifft, dann spreche ich von mir und sage: Ich bin ein undankbares Geschöpf, leider, viel zu oft. Ab und zu weiß ich, wie sehr ich Gott gegenüber dankbar sein kann, nicht zuletzt auch für meinen Glauben. Doch dann holen mich diese unnötigen Dinge wieder ein, mit denen ich mich herumschlage.
Darum nehme ich mir fest vor, bevor ich heute Abend einschlafe und wenn ich morgen früh aufwache Gott erst einmal zu danken und mir klar zu machen, dass ich ganz viele Gründe habe, um fröhlich zu sein. Vielleicht magst du dir das ja mit mir zusammen vornehmen.

Gebet: Herr, du hast mich in meinem Leben bis heute reich beschenkt. Gut, dass ich das ab und zu so sehen und dir dafür danken kann. Ich danke dir für Jesus Christus, durch den du mir zeigst, wer du für mich bist. Auf ihn will ich hören. Du bist so ein wunderbarer Gott, der Tag und Nacht für mich da ist, mich segnet und begleitet, mir vergibt und mich beschützt. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 4. Januar 2016

Herzuntersuchung hl

Losung: Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Psalm 139,23-24

Lehrtext: Christus wohne durch den Glauben in euren Herzen. Epheser 3,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der heutigen Losung traut sich einer selbst nicht über den Weg. Er ist sich unsicher, ob das, was er fühlt und denkt, vor Gott Bestand hat. Und so lässt er sein Herz von Gott untersuchen. Doch um herauszufinden, ob das Herz in Ordnung ist, braucht Gott keinen Herzkatheter wie ein Kardiologe. Er erkennt ein Herz auch so. Er weiß, was ich vorhabe, womöglich noch bevor mir das selbst bewusst ist. Wie gut, wenn ich dann eine solche Instanz habe, die rechtzeitig eingreift und die Weichen meiner Gefühle, Gedanken, Worte und Taten stellt, damit ich wieder aufs richtige Gleis gerate.
Im Lehrtext wünscht Paulus den Christen von Ephesus wie auch uns heute, dass Christus in unserem Herzen wohne, dass er es ausfülle und die problematischen Gefühle und Gedanken darin keinen Platz mehr haben. Christus in meinem Herzen – das heißt doch auch: Die Wahrhaftigkeit in meinem Herzen, die Bereitschaft anderen zu vergeben, und nicht zuletzt die Liebe zu denen, die mir begegnen.
Manchmal bin ich einfach schlecht drauf und ich weiß nicht warum. Vielleicht sind es biochemische Prozesse in mir, die meine Gefühlslage bestimmen. Aber das darf keine Entschuldigung sein. Wenn ich mir meiner schlechten Laune rechtzeitig bewusst werde, kann ich gegensteuern. Dann kann ich Gott bitten, mich auf einen anderen, besseren Weg zu leiten. Dann kann ich außerdem mir Lobpreislieder anhören oder ein paar Suiten von Bach oder einen Spaziergang machen oder zu anderen so lange freundlich sein, bis ich wieder freundlich werde.

Gebet: Herr, du kennst meine Stimmungsschwankungen. Doch du hilfst mir auch, dass ich ihnen nicht ausgeliefert bin. Regiere du mein Herz und lass mich rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, die mich wieder erträglich und verträglich machen. Amen

Herzliche Grüße und eine gute neue Woche!


Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 3. Januar 2016

Von Kerzen und Kometen hl

Lichtblickpredigt von Hans Löhr.

Liebe Freunde, liebe Kometen Gottes,

zu dieser ungewöhnlichen Anrede gleich mehr. Doch zunächst frage ich, was für ein Gefühl haben Sie / hast du am Anfang dieses neuen Jahres? Ist es so, wie wenn du in eine unbekannte Gegend hineingehst, die du nicht kennst? Ist es so, dass du etwas bang drauflos läufst, weil du nicht weißt, wohin dich dein Weg führt und wo er endet?
Ich denke, die meisten von uns haben wohl eine solche Vorstellung, spüren eine gewisse Unsicherheit. Doch unser Glaube legt uns etwas anderes nahe. Freilich kennen wir den Weg nicht, den wir in die Zukunft hinein gehen, egal, ob wir glauben oder ungläubig sind. Aber für den, der glaubt, ist jeder Schritt in die Zukunft zugleich ein Schritt nach Haus.
So jedenfalls sehe ich mich: Ich komme von Gott, bin von ihm geschaffen und dazu bestimmt, auf dieser Erde und in dieser Zeit zu leben. Und wenn meine Zeit zu Ende ist, gehe ich wieder zu ihm zurück in seine Armen, dorthin, wo alles begonnen hat, .
Im Licht des Glaubens ist mein Leben hier auf der Erde im Grunde nichts anderes als ein Heimkommen. Ich weiß zwar nicht, was mich auf dem Weg nach Haus erwartet. Ich glaube aber zu wissen, wer mich erwartet. Ich kenne den Weg zwar nicht, aber das Ziel.
Ende der sechziger Jahre hat die Rockgruppe Creedence Clearwater Revival dieses Gefühl auf ganz weltliche Weise zum Ausdruck gebracht in ihrem vielleicht schönsten Lied: „Long as I can see the light“ - Solange ich das Licht sehen kann. Darin heißt es auf Deutsch:

Stell eine Kerze ins Fenster, weil es mich wieder heim zieht. Und obwohl ich gehe und gehe, werde ich doch bald heimkommen solange ich das Licht sehen kann. [Bild einblenden und den ersten Teil des Songs einspielen bis Minute 1,44] 
Und obwohl ich gehe und gehe werde ich doch heimkommen solange ich das Licht sehen kann. In Kriegszeiten war das manchmal so und ist es vielleicht noch immer, dass die Mutter für ihren Sohn und die Frau für ihren Mann eine Kerze ins Fenster stellt. Und wo immer er ist und wie immer es ihm auch geht, er weiß, dass daheim dieses Licht für ihn brennt, dass er da erwartet wird und willkommen ist.
Und nun, liebe Freunde, denken wir wieder an das vor uns liegende Jahr und an die Jahre, die vielleicht noch kommen werden und dass wir als Weggefährten unterwegs sind durch die Zeit. Steht auch für uns ein Licht im Fenster? Ja, ich glaube fest daran. Gott stellt uns ein Licht ins Fenster seines Hauses, von dem wir einst ausgegangen sind und zu dem wir zurückkehren. So gilt auch für mich und für dich, wo immer wir sind, wie immer es uns geht, wie lang unser Lebensweg auch sein mag: Im Haus unseres himmlischen Vaters brennt ein Licht. Da leuchtet seine Herrlichkeit für dich und für mich. Da werden wir erwartet. Da sind wir daheim.
Manchmal erzählen Menschen, die wegen eines Unfalls bereits klinisch tot waren und dann doch noch in dieses Leben zurückgeholt worden sind, von einem solchen Licht. Sie wurden nicht von der Finsternis verschluckt. Ihnen leuchtete vielmehr ein überirdisches Licht, das sie mit großer Freude erfüllt hat. Manche waren deshalb sogar enttäuscht, als sie wieder in diesem Leben erwachten.
Von diesem Licht heißt es am Schluss des Vaterunsers: »Dein ist die Herrlichkeit!« Sie ist das göttliche Licht, das alles überstrahlt und aus der Ewigkeit in unsere Zeit leuchtet. Die Bibel spricht an vielen Stellen von diesem Licht der Herrlichkeit. So heißt es im heutigen Lehrtext, im ersten Petrusbrief: »Gott hat euch berufen von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.« Und im Brief an die Hebräer heißt es: »In Jesus Christus zeigt sich die göttliche Herrlichkeit seines Vaters, denn er ist ganz und gar Gottes Ebenbild. Sein Wort ist die Kraft, die das Weltall zusammenhält.« (Hebräer 1,3)
Zum besseren Verständnis möchte ich das Licht von Gottes Herrlichkeit, die sich in Jesus zeigt, mit unserer Sonne vergleichen. Ihre Kraft hält unsere Erde in der Bahn. Ihr Licht lässt uns leben. Es leuchtet und wärmt uns.
Damit sind wir bei der ungewöhnlichen Anrede, mit der ich die Predigt begonnen habe, als ich zu euch sagte: »Liebe Kometen Gottes«.
Alle Kometen, die wir durch unsere Fernrohre, Teleskope oder auch mit bloßem Auge am Himmel sehen können, gehören ebenfalls ins Kraftfeld unserer Sonne. Sie laufen um sie herum auf einer lang gezogenen, elliptischen Bahn und wir sehen sie das nächste Mal erst wieder nach vielen Jahrzehnten. Es ist die Sonne mit ihrer Schwerkraft, die diese Himmelskörper anzieht. Wenn sie dann nahe um sie herumgeflogen sind, fliegen sie von ihr neu beschleunigt wieder hinaus an die Grenzen des Sonnensystems. Sobald der Schwung nachgelassen hat, werden sie wieder von der Sonne angezogen. Eines Tages aber kommen die Kometen der Sonne so nahe, dass sie in sie hinein fliegen und mit ihr verschmelzen.
So, liebe Freunde, verstehe ich auch unser Leben mit Gott. Jedes Lebewesen, jedes Geschöpf, lebt innerhalb seines Kraftfeldes, von ihm gehalten und von ihm angezogen. Manchmal wird ein Komet von anderen Himmelskörpern leicht abgelenkt. Aber die Schwerkraft der Sonne setzt sich auf die Dauer genauso durch wie sich die Kraft Gottes bei seinen Geschöpfen durchsetzt. Wie heißt es noch mal in der Bibel: »Sein Wort ist die Kraft, die das Weltall zusammenhält.«
Und selbst wenn wir uns wieder von Gott entfernen sollten, so wie sich auch Kometen auf ihrer Bahn wieder von der Sonne entfernen, bleiben wir doch in seinem Einflussbereich, in seinem Reich. Wir sind Kometen Gottes. Wir kehren, von ihm angezogen, wieder zu ihm zurück bis unsere Reise zu Ende ist und wir in seine ausgebreiteten Arme laufen. Dann sind wir für immer bei ihm, für immer daheim.
Für die Kometen ist die Sonne so etwas wie die Kerze im Fenster, und für uns ist es Gottes Herrlichkeit. Long as I can see light – solange ich dieses Licht sehen kann, weiß ich, wo mein Ziel, wo mein Zuhause ist.
Daran denke ich, sooft ich das Vaterunser bete, das mit dem Satz schließt: »Denn dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit«. Das ist auch mein Ziel. In diesem Licht beten wir das Vaterunser bei der Taufe und preisen angesichts von Gottes Herrlichkeit das neue Leben. In diesem Licht beten wir das Vaterunser bei der Konfirmation und preisen Gott für den Glauben der jungen Leute. In diesem Licht beten wir es bei der Hochzeit und preisen Gott für die Liebe. In diesem Licht beten wir das Vaterunser am offenen Grab und preisen Gott, dass er uns erlöst hat aus Schuld und Tod. Ja, auch bei einer Trauerfeier leuchtet für den, der mit den Augen des Glaubens sehen kann, Gottes Herrlichkeit über dem Friedhof, das Licht im Fenster, das uns den Weg nach Hause weist.
Doch auch jetzt schon, am Anfang dieses Jahres, soll dir Gottes Licht den Weg zeigen. Und wenn du gerade den Kopf hängen lässt, soll es dich aufschauen lassen zu ihm aus allem, was dich im Augenblick niederdrückt und was dir Sorgen macht. Er kann dir helfen, dass im Licht seiner Herrlichkeit das, was dir weh tut, an Wucht und Schwere verliert und es dir wieder leichter wird.
Natürlich nimmt jeder von uns auch seine Lasten vom alten ins neue Jahr mit hinüber, es seien Krankheiten oder Enttäuschungen, Einsamkeit oder andere Sorgen. Doch du nimmst auch deinen Glauben mit hinüber. Ich wünsche dir, dass du daraus neuen Lebensmut schöpfst und Kraft für die Zeit, die vor dir liegt.

Wie auch immer es dir gerade geht, auch in deinem Leben sind so viele wunderbare Dinge, in denen sich Gottes Herrlichkeit spiegelt. Dafür wollen wir ihn gemeinsam preisen, wenn wir nachher das Vaterunser beten und ihm danken, dass bei ihm auch für uns eine Kerze im Fenster steht. Amen

Samstag, 2. Januar 2016

Wege im neuen Jahr hl

Losung: Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Psalm 23,3

Lehrtext: Jesus Christus spricht: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir. Johannes 10,27

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Welt wird unübersichtlicher. Zumindest ist das mein Eindruck. Ich kenne in meiner Umgebung niemand, der sich zum Beispiel komplett mit seinem Smartphone auskennt, der weiß, welche Funktionen er verwenden und von welchen lieber aus Datenschutzgründen die Finger lassen soll. Die Globalisierung macht es immer schwerer, sich in der Welt der Politik, der Wirtschaft und der Technik zu orientieren.
Jedem von uns werden in der Werbung, in Filmen und Zeitschriften zahllose Möglichkeiten angeboten, sein Leben zu leben. Doch bei wichtigen Entscheidungen fühlen sich viele überfordert und alleingelassen. Da ist das heutige Losungswort aus dem Psalm 23 ein gutes Angebot. Auch in unserer schnelllebigen Zeit halten sich nach wie vor viele Menschen daran. Besser, sie halten sich an Gott, achten auf sein Wort in der Bibel und vertrauen sich seiner Führung an.
Ich meine, mit diesem Wort kann man an den vielen Wegkreuzungen im neuen Jahr die rechte, die richtige Straße finden. Das heißt nicht, dass ich nicht auch einmal Fehlentscheidungen treffe und einen Irrweg gehe. Aber ich vertraue darauf, dass Gott mich wieder auf die Straße zurück bringt, die gut für mich ist. Er hat das bisher getan. Er wird das auch im neuen Jahr tun. Er spricht zu mir durch die Worte, durch die Stimme von Jesus. Und zu dir auch. Folgen wir ihm doch gemeinsam, dann sind wir in leichten und in schweren Zeiten auf einem guten Weg.

Gebet: Herr, ich vertraue darauf, dass du an meiner Seite durch dieses Jahr gehst und darauf achtest, dass ich mich nicht verliere. Und selbst wenn mein Weg in ein finsteres Tal führt, „fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir“. Amen

Herzliche Grüße
und behüt' Sie / dich Gott auf Ihren / deinen Wegen im neuen Jahr!


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 1. Januar 2016

Hinhören, hinschauen, wahrnehmen. ebl

Losung: Sie alle, vom einfachen Volk bis zu den Einflussreichen, wollen nur eines: Gewinn um jeden Preis! Auch die Priester und Propheten betrügen das Volk, weil sie seine tiefen Wunden nur schnell verbinden. ‚Es ist nur halb so schlimm, es wird alles wieder gut!‘ sagen sie. Nein, nichts wird gut! (Jeremia 6,13-14  nach der ‚Hoffnung für alle‘)

Lehrtext: Paulus schreibt: Ich suche nicht, was mir, sondern was vielen dient, damit sie gerettet werden. (1.Korinther 10,33)


Liebe Losungsgemeinschaft,
bevor ich mir Jeremias Strafpredigt vornehme, wünsche ich uns allen erst einmal das Beste für das neue Jahr, das vor uns liegt! Gottes Segen, viele Anlässe zur Freude oder sogar Ausgelassenheit, Halt im Glauben in Krisenzeiten und eine Hand voll guter Freunde, auf die wir uns verlassen können.

Zu Jeremia nur soviel: Die Muster, die zum Niedergang einer Gesellschaft führen, bleiben einander immer irgendwie ähnlich. Was er den Leuten in Jerusalem vorgeworfen hat, ist auch 2016 von Bedeutung: Wo Menschen nur ihre eigenen Interessen sehen und die Gier das alles beherrschende Prinzip ist, da wachsen die Probleme in den Himmel. Wenn sich dann noch die Kirche damit begnügt, gefällige Predigten zu halten, statt die Probleme schmerzhaft deutlich beim Namen zu nennen, verschlimmert es die Schieflage noch.

Paulus schildert den Christen in Korinth bei der Frage nach einem gelingenden Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen die Lebenseinstellung, die ihn persönlich leitet: „Ich versuche, allen in jeder Beziehung gerecht zu werden. Dabei geht es nicht um mich, sondern darum, dass möglichst viele Menschen gerettet werden.“ Diese Einstellung spricht mich an, weil Paulus erst einmal hinhören und genau schauen und wahrnehmen möchte, um dem Einzelnen gerecht zu werden. Darin sehe ich auch eine prima Hilfe in der Herausforderung, viele Menschen verschiedenster Prägung in dem Jahr, das gerade erst begonnen hat, in unserem reichen Land zu integrieren. Hinhören, hinschauen, wahrnehmen. Und dann handeln.

Gebet: Herr, wir gehen mit dir ins neue Jahr. Du hast uns durch das alte begleitet und wir vertrauen auf deinen Schutz auch im neuen Jahr. Was auf uns zukommt, ahnen wir nur. Es gibt die dumpfen Hassprediger, aber sie dürfen nicht die Oberhand gewinnen, Herr. Wir werden als ganze Gesellschaft herausgefordert sein, Fremdes kennenzulernen, uns darauf einzulassen und Platz zu machen für Menschen, die daheim in Lebensgefahr waren. Nächstenliebe hat schon viel Positives in unserem Land bewirkt – hilf uns, bei dieser Haltung der Hilfsbereitschaft zu bleiben. Amen.


Auf ein behütetes Jahr 2016!
Deine / Ihre

Elfriede Bezold-Löhr