Samstag, 13. Mai 2023

Nimm Gott beim Wort hl

Losung: Ich bin bei dir, dass ich dir helfe und dich errette, spricht der HERR. Jeremia 15,20

Lehrtext: Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit. Hebräer 4,16 

Liebe Leserin, lieber Leser,

schnell, hol‘ einen Zettel und schreibe: "Ich bin bei dir, dass ich dir helfe" (Losung). Lege ihn in dein Nachttischkästchen, klebe ihn an deinen Badezimmerspiegel, mach ein Buchzeichen daraus, hefte ihn an die Kühlschranktür, hänge ihn an den Innenspiegel deines Autos, lege ihn in den Geldbeutel und pinne ihn an die Innenseite der Tür deines Kleiderschranks. Tu das um deinetwillen.

Vielleicht brauchst du diesen Zettel zurzeit nicht. Aber du wirst ihn brauchen, immer wieder einmal. Das versichere ich dir. Und dann ist es gut, wenn du ihn vor Augen hast. Denn dass du dich im entscheidenden Augenblick an das Losungswort von heute erinnerst, darauf kannst du dich nicht verlassen. Es muss dir schon in die Augen springen und von da ins Herz. Und noch was, zweifle nicht, dass stimmt, was auf diesem Zettel steht, sondern nimm Gott beim Wort und sage:

Gebet: Herr, du hast mir versprochen, bei mir zu sein, um mir zu helfen. Nun löse dein Versprechen auch ein; denn du siehst ja, dass ich dich brauche. Lass mich nicht warten, denn mein Glaube ist klein und meine Geduld ist schwach. Herr, ich nehme dich beim Wort. Amen

Und ich? Ich will freimütig und ohne Scheu zu ihm kommen mit meinem Gebet und ihm sagen, was ich von ihm erwarte, dass er ein Herz für mich hat, für mich da ist und mir gibt, was ich brauche (Lehrtext). Und zwar umsonst.

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

Freitag, 12. Mai 2023

Nicht ohne dich hl

 Losung: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Ich will sie zu Wasserbächen führen auf ebenem Wege, auf dem sie nicht straucheln; denn ich bin Israels Vater. Jeremia 31,9 

Lehrtext: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Johannes 16,22 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

wer weiß schon, wie viele Menschen auf der Erde jetzt weinen. Vielleicht bist auch du darunter. Wer weiß schon, wie viele Tränen Gott zählen (Psalm 56,9) und wie viele Herzen er trösten muss. Fast möchte ich sagen: „Herr, kümmere dich um die, die Kummer haben. Tröste die Untröstlichen. Trockne die Tränen der Weinenden.“ Aber ich brauche ihn doch auch, nicht nur wenn ich traurig bin, auch sonst, in jedem Augenblick.

Ich brauche einen mitfühlenden Gott

Ich brauche einen mitfühlenden Gott, der sich mit mir und seinen Geschöpfen freuen und weinen kann. Vom Gott der Juden im Alten Testament weiß ich nicht, ob er weinen konnte. Auch nicht vom Gott der Muslime und den Göttern der Hindus. Aber von meinem Gott weiß ich, dass er in Jesus über Jerusalem und das Schicksal der Menschen dieser Stadt weint, weil sie zu den Waffen greifen und sich mit militärischer Gewalt gegen die Übermacht der Römer wehren wollen. Er sieht, was die Menschen nicht sehen, die blind sind vor Empörung, Hass, Rache und Machtgier. Er sieht voraus, wohin es führt, wenn der Mensch zum Schwert greift und die mit in den Untergang reißt, die einfach nur leben wollen (Lukas 19,41-44).

Doch der Akzent beider Bibelworte heute liegt darauf, dass die Weinenden getröstet werden und die Traurigen sich freuen sollen. Durch den Tränenschleier hindurch sollen sie, sollen wir unseren Herrn sehen, wie er auf uns zukommt, um die Tränen abzuwischen (Offenbarung 21,4). Ihn rührt unser Schicksal. Doch er lässt uns damit nicht allein. Er wird »all Angst und Not stillen, die ihm an uns bewusst« (Ev. Gesangbuch 11,7). Allen schlimmen Erfahrungen zum Trotz, halten seit 2000 Jahren Menschen an dieser Hoffnung fest. Ist das nicht alles eine fromme Illusion? Möglich. Ich kann das Gegenteil nicht beweisen. Doch selbst wenn es so wäre, was wäre denn die Alternative? Ein Leben ohne Glaube, Hoffnung und Liebe? Viele scheinen so leben zu können. Ich nicht.

Gebet: Herr, du bist kein Zauberer und machst uns für das Leben in dieser Welt unverwundbar. Was wäre das auch für ein Leben, in dem ich nicht mitleiden kann und andere nicht mit mir? Wie sollte ich dir dann noch vertrauen, wofür danken? So aber begegnest du mir mitten in meinem Glück und Schmerzen, in meiner Freude und Enttäuschung, in meinen schweren und guten Tagen – mitten in meinem Leben. So aber kommst du, um zu heilen und zu trösten, aufzurichten und zu segnen. Ohne dich kann und will ich nicht sein. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

Donnerstag, 11. Mai 2023

behutsam und sorgsam hl

Losung: So spricht der HERR: Wie wenn man noch Saft in der Traube findet und spricht: Verdirb es nicht, denn es ist ein Segen darin!, so will ich um meiner Knechte willen tun, dass ich nicht alles verderbe. Jesaja 65,8 

Lehrtext: Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Johannes 3,17 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Dass ich nicht alles verderbe.“ Was für Erfahrungen hat wohl Jesaja gemacht, dass er Gott in der Losung so reden lässt? Oder liegt der Schwerpunkt seines Wortes nicht vielmehr darauf, dass wir Menschen allesamt keine erntefrischen Trauben (Losung) sind?  Dass wir ein bisschen, wie soll ich sagen, überfällig sind, nicht mehr wert, in der Supermarktauslage, sondern in der Tonne zu landen? Gott aber sagt: „Stopp, die sind noch gut. Die wirft mir niemand weg. Die gehören mir. In ihnen wirkt mein Segen.“

Zugegeben, wie frisch gelesene Trauben, so prall von Saft und Kraft bin ich nicht mehr. Auch meine Seele, mein Ich, platzt nicht gerade vor Glaubenskraft und Zuversicht. Das schwankt von Tag zu Tag. Und doch werde ich, so wie auch du, täglich neu belebt von Gottes Geist. Nein, er wird nichts verderben, was er geschaffen hat und worin er lebt.

Sein „Beruf“ ist nicht Richter, sondern Retter. Das ist sein Wesen. Wer sich nach der Rute eines richtenden Gottes sehnt, soll diesen anbeten. Ich preise den, der mich durch Jesus rettet und erlöst. „Der den glimmenden Docht nicht auslöscht und das geknickte Rohr nicht zerbricht“ (Jesaja 42,3).

Gebet: Herr, du bist behutsam mit dem Schwachen und sorgsam mit dem, was  zerbrechlich ist. Du bist mit mir vorsichtig und nachsichtig. Denn „du weißt, was für ein Gebilde wir sind“ (Psalm 103,14), vergänglich wie die Fliederblüte, flüchtig wie das Lied der Amsel und ein Wolkenbild am Sommerhimmel. Und doch freust du dich deiner Geschöpfe und bewahrst in dir, was wir waren und sind. So bleibt in dir, was du geschaffen hast zu deinem Ruhm. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 10. Mai 2023

Seine Hände, deine Hände hl

Losung: Ist mein Arm denn zu kurz, dass er nicht erlösen kann? Oder habe ich keine Kraft, zu erretten? Jesaja 50,2 

Lehrtext: Ein Aussätziger kam heran und fiel vor Jesus nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen. Matthäus 8,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

was kann Gott? Kann er einen Stein erschaffen, der so schwer ist, dass er ihn nicht heben kann? Man nennt diese Frage das „Allmachtsparadoxon“. Für manche soll das beweisen, dass Gott nicht allmächtig ist: entweder kann er einen solchen Stein nicht erschaffen oder er kann ihn nicht heben. Beides zugleich geht nach menschlicher Logik nicht. Bloß was haben Menschen, die mit solchen Gedanken spielen, für eine Vorstellung von Gott? Ist er denn ein Gewichtheber?

Um es wieder einmal zu sagen: Wer Gott an und für sich ist, weiß niemand. Wir wissen als Glaubende „nur“, wer er für seine Geschöpfe ist, für dich und für mich. Und das lässt er uns in Jesus erkennen. Das ist viel, sehr viel. Was will und muss ich darüber hinaus noch von Gott wissen, das für mich wichtig ist?

Gott ist am Werk

Er kann, was er will und tut, was er kann für dich. Das glaube ich. Was ich aber nicht weiß, ist, was genau er wann will und tut, wann und auf welche Weise er hilft. Ob und wann er in einer ausweglosen Situation eine Tür öffnet. Ob und wann ein Mensch gesund wird. Ob und wann er die seelische Last abnimmt und so weiter. Das alles kann ich nicht wissen. Doch ich vertraue darauf, dass es geschieht. Vielleicht anders, als ich mir das vorstelle. Aber alles ändert sich fortwährend und in diesem Geschehen ist Gott am Werk.

»Sein ist die Kraft« heißt es am Schluss des Vaterunsers. Und ich möchte ergänzen: »Sein ist die Hilfe«. Wann, wie und wo auch immer, er lässt uns nicht im Stich, dich nicht und mich nicht. Ich kenne auch keinen Grund, warum er das tun sollte.

Zu guter letzt fällt mir noch ein Zitat ein, das Theresa von Ávila (1515 bis 1582) zugeschrieben wird. Ohne diese Einsicht wäre das, was ich soeben geschrieben habe, zu einseitig, zu passiv zu verantwortungslos. Es heißt:
»Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen
.«

Doch es bleibt immer noch er, der arbeitet, führt, erzählt, hilft - durch uns. Er braucht mich, und ich brauche ihn. Doch will ich ihm nicht eigenmächtig vorgreifen, sondern in seinem und nicht in meinem Sinn reden, helfen und tätig sein.

Gebet: Herr, ich nehme hin, was kommt und nehme an, was du schickst und übernehme Verantwortung für das, was ich mit deiner Kraft tun kann. Wirke du in mir und durch mich. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 9. Mai 2023

Männerphantasien hl

Losung: Der Gott des Himmels wird ein Reich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird. Daniel 2,44 

Lehrtext: Jesus spricht zu den Jüngern: Ich übergebe euch, wie der Vater mir, das Reich, damit ihr in meinem Reich an meinem Tisch esst und trinkt. Lukas 22,29-30 

Liebe Leserin, lieber Leser,

das ist ein ewiger Männertraum: ein mächtiges Reich, am besten ein tausendjähriges, von dem die Nazis träumten. Hatte nicht das Reich der alten Ägypter sogar 2700 Jahre Bestand? Nun gut, mit diversen Krisenzeiten bis die Römer der Macht am Nil endgültig den Garaus gemacht haben.

Manche träumen davon, dass die katholische Kirche ein unzerstörbares Reich wäre. Nun ja, viel zu herrschen und zu sagen hat auch der Papst nicht mehr. Immerhin hat die katholische Kirche bis jetzt alle weltlichen Reiche überlebt, auch das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“, in dem seit 962 die deutschen Kaiser herrschten bis Napoleon es 1806 schließlich hinweggefegt hat. Doch auch Kirchen sind vergänglich und werden eines Tages das Zeitliche segnen.

Großmachtsträume

Von dem Reich, das Daniel vorschwebte (Losung) und von dem die Juden geträumt haben und teilweise noch immer träumen, nur so viel: Sie wären halt auch gerne mal die Herren der Welt gewesen, am besten gleich für immer - natürlich mit Gott auf ihrer Seite. Er sollte das für sie machen, wozu sie zu machtlos waren. Je gedemütigter sich ein Volk erlebt, desto mehr schießen seine Großmachtsträume und Rachefantasien ins Kraut.

So, das war jetzt eine lange Einleitung, aber ich wollte aus diesen zerstörerischen Männerphantasien, die so viel Leid über die Menschen gebracht haben, mal die Luft rauslassen. Dass das nichts hilft, ist mir schon klar. Die politischen und religiösen Nationalisten träumen munter weiter und werden weiterhin viel Unheil anrichten. Der Krieg der machtberauschten Männer ist das Leid der Frauen und Kinder - auf beiden Seiten.

Was aber ist nun mit dem „Reich“ aus den beiden Bibelworten? Wo soll es denn sein und wie groß? Gottes Reich ist nirgends, weil es überall ist. Für sein Reich wäre das Staubkörnlein Erde im Universum zu klein. Doch nicht zu klein ist dein Herz dafür. Denn Gottes Reich ist kein geographischer Begriff. In den Evangelien ist mit dem Wort „Reich“ Gottes Herrschaft gemeint. Immer und überall, wo sein Wille geschieht, wo sich Menschen nach Jesus Christus richten, herrscht Gott in seinem Reich. Und wo sie das nicht tun? Da herrscht er auch, nur dass ihnen das nicht bewusst ist.

Diejenigen aber, die im Glauben verbunden sind, sollen ihn auch miteinander preisen und ihre Gemeinschaft feiern auf Festen, bei Brot und Wein und sonstigen Gelegenheiten als tätige Bürgerinnen und Bürger in seinem Reich. (Lehrtext).

Gebet: Herr, unsere Menschreiche kommen und gehen. Keines ist es wert, dafür zu sterben. Keine Regierung verdient Ehre. Keine Fahne, dass Menschen vor ihr stramm stehen. »Allein dir in der Höh‘ sei Ehr‘« (EG 179), allein dir in der Tiefe im Stall und in der Höhe am Kreuz!
Du bist kein Schinder, der seine Macht mit Menschenopfern erkämpft und verteidigt. Der vorgibt, dass seine Ziele, Interessen und Werte zum Besten der Menschen seien.
Herr, was sollen mir die Reiche dieser Welt? Dem Kaiser (Staat) gehören vielleicht meine Steuern (Matthäus 22,17-21). Dir aber gehört mein Herz. Ich liebe dich. Ich hoffe auf dich. Dir vertraue ich – und sonst keinem. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 8. Mai 2023

Das Versprechen seines Namens hl

Losung: Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. 2.Mose 3,14

Lehrtext: Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Römer 8,31


Liebe Leserin, lieber Leser,

über diesem biblischen Rätselwort in der Übersetzung Martin Luthers (Losung) haben sich zahllose Theologen und Theologinnen den Kopf zerbrochen. Es klingt wie ein mehrdeutiger Orakelspruch aus dem antiken Delphi. Geheimnisvolle Worte haben Menschen schon immer fasziniert. Doch Gottes Wort ist nicht dunkel, sondern hell und klar. Heute sind die meisten Übersetzer der Ansicht, dass jener hebräische Satz so übersetzt werden muss: "Ich-Bin-Da". Das ist Gottes Name, den er in der Geschichte vom brennenden Dornbusch (Losung + Folgeverse) Mose offenbart hat.

Damit ist alles gesagt

Und damit ist im Grunde schon alles gesagt, was Gott uns Menschen zu sagen hat. In Jesus hat dieses Wort Hand und Fuß bekommen, ist es Mensch geworden, lag in der Krippe und hing an Kreuz. In ihm heißt es noch eindrücklicher: "Ich bin für dich da!", in diesem Augenblick, in der Situation, an dem Ort, wo du das gerade liest. Ausgehend von diesem Satz lies die Bibel und lebe deinen Glauben. Lass dich durch andere Worte, wer immer sie sagt, nicht irre machen!

Dir geht es gerade gut? Freue dich und sei ihm dankbar, er ist der Grund dafür. Dir geht es heute schlecht? Da kann ich mitfühlen. Seien wir dankbar. Er gibt uns neue Lebenskraft, heilt und hilft, die Last zu tragen. Du hast Probleme mit anderen? Wer kann schon gegen dich sein (Lehrtext). Gott ist für dich da im Streit dieser Welt. Doch bedenke, das gilt für die anderen auch. Er unterstützt dich, wenn du aufrichtig bist und korrigiert dich, wenn du dir selbst was vormachst. Also denke noch mal über deinen Anteil an dem Konflikt nach. Er wird dir die Kraft zur Versöhnung und zum Frieden geben. 

Vergiss nicht, vergiss es niemals wieder: Gott ist für dich da.

Gebet:  Ja, Herr, es tut mir gut zu lesen und zu glauben, dass du für mich da bist. Menschen kommen und gehen, du aber bleibst. An deinen Namen habe ich mich schon oft geklammert. Danke, dass du mich damit getröstet hast. Doch immer wieder habe ich ihn im Trubel meines Lebens vergessen. Du aber nicht. Du hältst am Versprechen deines Namens fest. Du hilfst mir, nicht um meines Glaubens willen, sondern um deines Namens willen. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 7. Mai 2023

weltfremd, aber lebensfreundlich hl

Losung: Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser, denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir's vergelten. Sprüche 25,21-22 

Lehrtext: Liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Lukas 6,35 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die heutige Losung aus dem Alten Testament (!) ist weltfremd. Das kann man sagen angesichts von Krieg und Gewalt in der gesamten Menschheitsgeschichte bis in die Gegenwart. Umso erstaunlicher, dass dieses Wort schon bei den alten Israeliten vor ca. 2500 Jahren in ihre heilige Schrift aufgenommen worden ist. Ihr Glaube mahnte sie zur Menschlichkeit auch gegenüber dem Feind.

Nach den Gräuel des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren hat man mit der "Genfer Konvention" versucht, menschenwürdiges Verhalten gegenüber den Kriegsgefangenen verpflichtend zu machen. Auch die Feinde sollten einen Anspruch auf Nahrung und Gesundheitsfürsorge haben.

Die Wirklichkeit war auch danach meist eine andere. In deutschen Kriegsgefangenenlagern des Zweiten Weltkriegs sind vor allem viele Soldaten aus der Sowjetunion verhungert, an Krankheiten gestorben oder sie wurden aus unterschiedlichen Gründen getötet. Als dann Deutschland besiegt war, hat sich die Sowjetunion gerächt und es mit den deutschen Gefangenen ähnlich gemacht.

Doch auch Feinde, auch Kriminelle haben Menschenwürde, die laut Grundgesetz unantastbar sein soll. Diese Einsicht gehört zu unserem jüdisch-christlichen Erbe, ist aber auch in anderen Kulturen und Religionen zumindest ansatzweise vorhanden.

Der Frieden ist nicht das Ziel, er ist der Weg

Noch weltfremder ist der Lehrtext. Jesus setzt noch eins drauf und sagt sinngemäß: „Ihr sollt eure Feinde nicht nur anständig behandeln, ihr sollt sie lieben. Dass ihr die anderen liebt, eure Angehörigen und Freunde, was ist das Besonderes? Das tun alle. Doch wer verstehen will, worauf es mir ankommt, der soll auch seine Feinde lieben. Mit dieser Botschaft von Gott komme ich zu euch, dass ihr es ihm gleichtut und euch so als seine Söhne und Töchter erweist“ (Matthäus 5,43-48). 

Gut, das ist vielleicht weltfremd. Das passt nicht zu den gegenwärtigen Werten in unserem Land, nicht zur Politik und nicht zu den Medien und darum auch nicht zu immer weiteren Waffenlieferungen in die Ukraine. Aber ist das, was weltfremd zu sein scheint, nicht gerade lebensfreundlich, friedensdienlich und zukunftsträchtig? Der Frieden ist nicht das Ziel, er ist der Weg und mit ihm die Entfeindung des eigenen Herzens.

Wer etwas mehr über die Feindesliebe, ihre Hintergründe und prominenten Fürsprecher erfahren will, lese bitte folgenden Artikel (klick): Feindesliebe

Gebet: Herr, du zwingst niemand, Christ zu sein und sich nach dir zu richten. Weil ich aber Christ sein will, komme ich an dir und deinen Geboten nicht vorbei. Versperre du mir alle Umwege und Auswege, dass ich deinen Weg gehe. Gib mir die Kraft, das, was du willst, wenigstens zu versuchen. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 6. Mai 2023

Zeiten der Angst hl

Losung: Als mir angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott. Da erhörte er meine Stimme. Psalm 18,7 

Lehrtext: Jesus war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? Markus 4,38 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich habe in meinem Leben nicht oft Angst haben müssen. Am meisten noch als Kind. Das spiegelte sich in meinen Albträumen, an die ich mich teilweise noch erinnern kann. Und dann bin ich nach so einem Traum einmal nachts aufgewacht und die Eltern waren nicht da. Wo sie waren, weiß ich nicht mehr. Ich weiß aber noch, wie ich aus meinem Kinderbett geklettert bin, aber die Zimmertür nicht öffnen konnte, und niemand hörte mich. Es war im wahrsten Sinne des Wortes furchtbar.

Als Erwachsener erlebte ich gleichzeitig eine berufliche und private Krise. Eine Zeit lang wusste ich nicht mehr, wie es jetzt weitergehen sollte. Aber dann ging es doch wieder weiter, anders als zuvor, anders als ich einst geplant hatte. Und doch blieb meinen Leben lebenswert. Dafür war ich dankbar und bin es noch heute.

In jener Zeit war das Gebet für mich keine Routine und ich musste mich dazu nicht extra motivieren. Da faltete ich ganz von selbst die Hände, immer wieder. Mein Mund hat damals nicht zu Gott geschrien (Losung), aber meine Seele. So war es auch, als meine Kinder schwer krank waren. Auch da habe ich in meiner Angst "den Herrn angerufen". Ich glaube nicht, dass es das war, weshalb sie wieder gesund geworden sind. Er hat ihnen um ihrer selbst und um seinetwillen geholfen. Schließlich sind sie ja in erster Linie seine Kinder. Doch für mich war das Gebet ein starker Halt.

Wie wird es in Zukunft sein? Was wird da noch auf mich zukommen? Welche Ängste werde ich noch ausstehen müssen? Ich weiß nur eins und vertraue darauf: auch im größten Sturm bin ich mit Jesus im selben Boot (Lehrtext).

Gebet: Herr, du hast mich bisher nicht im Stich gelassen. Du wirst das auch künftig nicht tun. Denn du kannst deinen Namen (Jesus = "Gott hilft") nicht verraten und wirst den Sturm der Angst in mir stillen (Lehrtext und Folgeverse). Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 5. Mai 2023

Am Ende Versöhnung hl

Losung: Ich will die Sünde jenes Landes wegnehmen an einem einzigen Tag. Sacharja 3,9

Lehrtext: Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. 1.Johannes 2,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

am Ende Versöhnung

nach allem Streit und Krieg, nach Mord und Totschlag, nach Schuld und Versagen, nach Lüge und Betrug.

Am Ende Versöhnung

zwischen Weißen und Schwarzen, Deutschen und Juden,  Israelis und Palästinensern, Hutus und Tutsis, Serben und Kroaten, Amerikanern und Irakern, Russen und Ukrainern, Tätern und Opfern, in den Familien, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Geschiedenen, zwischen Nachbarn, zwischen Kollegen, auch mit mir selbst.

Am Ende Versöhnung.

Was sonst? Und weil wir Menschen von uns aus die Kraft dazu nicht haben, ist Christus die Versöhnung für alle, auch zwischen uns und Gott.

Am Ende Versöhnung.

Der Weg zu diesem Ziel beginnt jetzt. Lasst uns ihn gehen mit ihm, an seiner Seite.

Gebet: Herr, schenke mir deinen Geist der Versöhnung, dass ich mit mir selbst im Reinen lebe und mit denen, die ich schwierig finde. Dass ich nachgebe, statt meine, mich behaupten zu müssen. Dass ich den ersten Schritt auf dem Weg der Versöhnung mache und nicht warte, bis der andere ihn tut. Dass ich ein kleiner Stein sein kann in deinem Haus des Friedens. Dein Geist der Versöhnung kann das Zusammenleben heilen im Großen wie im Kleinen, kann heilen, die in Hass und Gewalt ihr Un-Heil suchen, kann mich heilen vom Gift meiner Unversöhnlichkeit. Herr, schenke mir deinen Geist der Versöhnung. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 4. Mai 2023

Kraft Gottes hl

Losung: Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind gerecht. Psalm 119,172 

Lehrtext: Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben. Römer 1,16 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ist für dich Glaube und Naturwissenschaft ein Gegensatz? Fühlst du dich in deinem Glauben vielleicht sogar bedroht durch wissenschaftliche Erkenntnisse? Ich selbst bin auch durch diesen, bis heute andauernden Streit zwischen beiden hindurch gegangen. Ich war dabei streckenweise verunsichert. Was gilt jetzt? Fragte ich mich. Was ist nun wahr?

Dann habe ich den Stier bei den Hörnern gepackt, habe viel gelesen, was in den letzten 200 Jahren gegen die Religion geschrieben worden ist angefangen bei Arthur Schopenhauer über Ludwig Feuerbach, Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud bis zu den religionskritischen Äußerungen in unserer Zeit. Dabei habe ich mich immer wieder gefragt, gegen welchen Gott ziehen die Kritiker eigentlich zu Felde? Der Gott, der ihnen vermutlich gepredigt worden ist, hätte mich auch kalt gelassen.

Religionskritik und Naturwissenschaft

Neben der Religionskritik habe ich mich auf der Grundlage populärwissenschaftlicher Veröffentlichungen zunehmend für die Erkenntnisse der Naturwissenschaften, insbesondere der Evolutionstheorie und der Astrophysik interessiert. Das Ergebnis war, dass ich beides immer mehr zu schätzen wusste, die wissenschaftlichen Erkenntnisse und meinen Glauben.

Inzwischen kann ich mir einen Glauben, der die Wissenschaft bewusst ausblendet, nicht mehr vorstellen. Aber auch Wissenschaftler, die im Brustton der Überzeugung über gläubige Menschen die Nase rümpfen, kann ich nicht so recht ernst nehmen. Mein Eindruck ist, dass sie mit ihrer Kritik wie Blinde von der Farbe reden. Aber umgekehrt ist für mich auch ein Glaube nichts wert, der der Wissenschaft ängstlich aus dem Weg geht.

Schon vor 2000 Jahren zur Zeit des Apostels Paulus haben sich intellektuelle Griechen über seine Predigten lustig gemacht und fromme Juden wollten von ihm Beweise für seinen Glauben haben. So schreibt er im ersten Brief an die Christen in Korinth: »Die Juden wollen Wunder sehen (Matthäus 27,41+42), und die Griechen suchen nach Weisheit (naturwissenschaftliche Philosophie). Wir aber verkünden den Menschen, dass Christus, der von Gott erwählte Retter, am Kreuz gestorben ist. Für die Juden ist diese Botschaft eine Gotteslästerung und für die Griechen blanker Unsinn« (1. Korinther 1,22+23). Und darum sagt Paulus etwas trotzig im heutigen Lehrtext: »Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben.«

Diese Reaktion des Paulus kann ich aus der damaligen Zeit heraus nachvollziehen. Doch auch heute noch haben nicht wenige das Problem, sich in der Öffentlichkeit oder im Bekanntenkreis zu ihrem Glauben zu bekennen. Man fürchtet nicht zu Unrecht, belächelt und nicht ernst genommen zu werden. Na und? Was kümmert uns die Kritik von Menschen, die vom Evangelium und vom Glauben keine Ahnung haben? Im Grunde genommen tun sie mir nur leid, weil sie, wie ich meine, etwas Wesentliches im Leben verpassen, nämlich die Kraft der guten Nachricht von der bedingungslosen Liebe Gottes für alle und vom rettenden Gottvertrauen.

Ich kann nur von mir reden und sagen: diese Kraft des Evangeliums hat mich schon aus manchen Sorgen und mancher Verzweiflung herausgeholt. Mit ihr konnte und kann ich auch die Dinge tragen, die eine Last sind. Sie lässt mich immer wieder von neuem Gott loben und ihm danken wie er mir in Jesus begegnet. Dass andere meinen, ohne ihn von Gott reden zu können, will ich nicht verurteilen. Ich aber kann damit nichts anfangen ebensowenig wie mit Esoterik und übersinnlichen Phänomenen. Ich halte mich an den Gott Jesu. Das macht mich zuversichtlich und ruhig.

Das göttliche Wort: Es werde

Gerade die Erkenntnisse der Naturwissenschaften haben mir noch einmal die unfassbare Größe Gottes und seiner ständigen Wunder (zum Beispiel die Feinabstimmung) bewusst gemacht. Er hat sich nicht damit begnügt, dass nichts ist. Er hat das göttliche Wort gesagt „Es werde!“ und damit das Universum und mittendrin dich und mich ins Leben gerufen. „Es werde Licht und Finsternis, Himmel und Erde, Leben und Tod und wieder Leben. Es werde Mensch." Und zu dir hat er gesagt: „Werde du!“ Von Anfang an gilt für dich und mich dieses göttliche Wort: „Es werde!“ Von Anfang an war alles, was jetzt ist, alles, eine Möglichkeit, die Gott hat Wirklichkeit werden lassen so wie alles, was noch sein wird. Alles kommt aus den unergründlichen Tiefen Gottes und kehrt dahin zurück, zu ihm, der alles aus Liebe erschaffen hat und vollenden wird. Für ihn sind wir seitdem im Werden. Jetzt leben wir für einen Wimpernschlag in dieser vorübergehenden Zeit und Welt. Dann aber kehren wir zu ihm zurück, wo alles begann. Dann wird er uns vollenden – und alles andere auch.

Gebet: Herr, du bist das unergründliche Geheimnis der Welt und meines Lebens. Du wirkst in allem. Ohne dich ist nichts, was ist. Das ist mir zu wunderbar und zu groß, dass ich es begreifen könnte. Deshalb preise ich dich durch Jesus Christus, in dem du Mensch geworden bist, damit ich zu dir Vertrauen fassen kann. Durch ihn lobe ich dich, den Unfassbaren. Durch ihn danke ich dir, dass ich werde und vergehe und doch in dir bin und bleibe. Durch seine gute Nachricht weiß und spüre ich, dass du deine Schöpfung und auch mich liebst und nichts verloren gibst, was geworden ist. Durch ihn kann auch ich dich lieben und mein Leben und deine Welt. Danke für die Kraft aus deinem Wort. Danke für den Glauben. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

Mittwoch, 3. Mai 2023

glücklich und erfüllt hl

Losung: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott. 3.Mose 19,2 

Lehrtext: Ein Lobpreis seiner Herrlichkeit sollen wir sein - wir alle, die wir durch Christus von Hoffnung erfüllt sind! Epheser 1,12 

Liebe Leserin lieber Leser,

kannst du das sein, was die beiden Bibelworte heute von dir verlangen? Kannst du „heilig und ein Lobpreis seiner Herrlichkeit sein“? Wenn man diese Worte streng moralisch versteht, kann ich das nicht. Wenn ich mich also fürchte, vor Gott und den Menschen etwas falsch zu machen und mich abmühe, die biblischen Gebote peinlich genau zu erfüllen. Aber würde ich Gott damit eine Freude machen, wenn es mir gelänge? Was hätte er davon? Ich meine, hätte Gott Heilige gewollt, hätte er solche geschaffen. So aber hat er Menschen geschaffen wie mich, die nicht perfekt sind; die gute und problematische Eigenschaften, Gefühle und Gedanken haben; die neben ihren Stärken auch Schwächen zeigen; die sich bemühen, aber auch scheitern (vergleiche Hebräer 2,16).

So wie ich den Lehrtext verstehe, bin ich nicht als „Musterchrist“ ein Lobpreis seiner Herrlichkeit, der seinen Willen erfüllt. Denn nicht ich muss etwas erfüllen, sondern Christus erfüllt mich mit Glauben, Hoffnung und Liebe (1. Korinther 13,13).  Mit dem Glauben, den er mir gibt, kann ich meinem Gott vertrauen und sagen: er wird es gut mit mir machen (Psalm 37,4). Mit seiner Hoffnung in mir kann ich auch dann noch hoffen, wenn keine Lösung meiner Probleme in Sicht ist. Als von ihm geliebt, kann ich an der Liebe festhalten, auch wenn ich enttäuscht worden bin.  

Gebet: Herr, woher soll ich den Glauben, die Hoffnung und die Liebe nehmen, wenn du sie mir nicht gibst? Wie soll mein Herz wieder leicht und froh werden, wenn du es nicht füllst? Darum schaue ich auf dich. Du bist der Lobpreis von Gottes Herrlichkeit; denn du bist wunderbar. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 2. Mai 2023

Von Schmuddelkindern und schwarzen Schafen hl

Losung: Der HERR, der gütig ist, wolle gnädig sein allen, die ihr Herz darauf richten, Gott zu suchen. 2.Chronik 30,18-19 

Lehrtext: Jesus spricht: Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder. Markus 2,17 

Liebe Leserin lieber Leser,

Jesus sagt sinngemäß im Lehrtext: „Ich bin nicht gekommen, um es so zu machen, wie alle anderen auch: die Braven zu belohnen und den Rest zu bestrafen. Mir geht es nicht um die, die von Kirche und Welt akzeptiert sind, sondern die bei beiden schlecht angesehen sind, die Gescheiterten und Unangepassten. Die man nicht dabei haben will. Die nicht dazugehören sollen. Die „Schmuddelkinder“, mit denen man nicht spielt. Diesen sage ich: Ihr seid Gottes geliebte Kinder, meine Geschwister. Für euch bin ich da.“

„Aber Jesus, wir, die Gerechten, sagen doch auch, dass Gott barmherzig ist und Sündern vergibt – und den Sünderinnen ebenso. Du siehst, wir sind politisch korrekt. Wir orientieren uns an unseren Werten. Wir machen selbst alles richtig und sagen anderen, was sie falsch machen. Was also ist mit uns, den Braven und Anständigen, den Korrekten und Frommen, die wir doch mit unseren weißen Westen auf „der richtigen Seite der Geschichte“ und des Lebens stehen? Die wir wissen, wer die Guten und wer die Bösen sind - in der Nachbarschaft und weltweit?“

Wen Jesus ruft

Ja, was ist mit uns? Ruft Jesus uns denn nicht? Oder gehören wir längst zu seinen weißen Schafen, die ihre Schäfchen schon im Trockenen haben? Und nun ruft er eben auch noch die schwarzen, wenn sie ihn denn hören, ihm folgen, ihre Sünden bekennen, bereuen und uns weiße wenigstens ein bisschen bewundern?

Hm, warum ruft Jesus die schwarzen Schafe? Weil sie darauf angewiesen sind, dass er sie annimmt. Vor allem aber, weil er keine weißen findet. Gerade auch das verlorene Schaf, das er, der gute Hirte, sucht, findet und nach Hause trägt (Lukas 15,1-6), ist schwarz. Pechschwarz. Oder wie siehst du das?

Gebet: Herr, es reicht nicht, dass du mich rufst. Du musst mir auch noch die Ohren öffnen, dass ich dich höre und das Herz, dass ich dir vertraue. Du wirst mich suchen und finden. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 1. Mai 2023

Was bleibt hl

Losung: Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für. Daniel 3,33 

Lehrtext: Weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen. Hebräer 12,28 

Liebe Leserin lieber Leser,

überall im unermesslichen Universum herrschen dieselben Naturgesetze. Die Schwerkraft oder Gravitation zum Beispiel wirkt in den entferntesten und ältesten Galaxien genauso wie in diesem Augenblick bei uns auf dem Staubkorn Erde. Doch wie verhält es sich mit Gott, dem Schöpfer des Universums? Herrscht sein Wille auch immer und überall? Muss er wohl. Das Universum ist sein Reich wie alles, was vielleicht davor war und danach sein wird.

Daniel, der Prophet aus der Losung, hätte vor Staunen den Mund nicht mehr zugemacht, hätte er damals schon einen blassen Schimmer davon gehabt, was sein Satz tatsächlich bedeutet. Noch vor hundert Jahren hatte man gedacht, dass unsere mittelgroße Galaxie, die Milchstraße, schon das ganze Universum sei. Heute weiß man, dass es viele Milliarden (!) solcher Sternenansammlungen gibt. Auch sie werden von Gott regiert. Von wem sonst? Na gut, wer nicht glaubt, bringt jetzt den Zufall ins Spiel. Auch das ist ein Glaube. Ob der aber auch selig macht, also glücklich und dankbar?

Gott der König und Schöpfer der Welt ist für meinen Erdenverstand nicht fassbar. Auch die Menschen im Alten Testament hatten nur eine Ahnung von ihm. Aber immerhin haben sie ihre Gotteserfahrungen gemacht. Sie erfuhren ihn als Retter ihres Volkes (Auszug aus Ägypten), als Schöpfer der Welt, als ihren Hirten (Psalm 23), als barmherzig, gütig und gnädig (Psalm 103). Der Glaube strukturierte ihr Leben und half ihnen, sich zu orientieren. Allerdings fürchteten sie auch die dunklen Seiten Gottes, seinen Zorn, seine Rache, seine Eifersucht, seine Strafen, sein Gericht. Das alles hat sich später leider auch in christlichen Kirchen und Gemeinschaften erhalten, nicht selten bis heute.

Gottes Liebe ist wie die Sonne …

Erst mit und in Jesus ging Gottes bedingungslose Liebe für alle auf wie die Sonne nach kalter Nacht. Erst und nur durch ihn begegnet mir Gott als der barmherzige Vater aller Geschöpfe, dem ich vorbehaltlos trauen kann. Ich weiß, dass manche Erfahrung in dieser Welt und in meinem Leben dagegenzusprechen scheint. Doch ich halte mich an das Licht und nicht an die Dunkelheit, an den in Christus offenbaren Gott und nicht an einen dunklen und rätselhaften, den manche so faszinierend finden.

Lange dachte ich, Gottes Reich sei ein Ereignis in der Zukunft. Ich hatte Jesu Wort „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ missverstanden. Jetzt glaube ich zu verstehen, sein Reich ist nicht identisch mit dieser Welt, in der menschliche Macht und Willkür regieren. In der die Gier Triumphe feiert und Gottes Schöpfung leidet. Und doch ist sein Reich in dieser Welt, auch in deiner und meiner. Er regiert diese Welt und Zeit auf seine Weise. Wie? Das weiß ich oft nicht. Doch ich vertraue darauf, dass er es tut. Auch du und ich, wir sind nicht von der Welt. Wir sind von Gott. Wir leben eine kurze Zeit in der Welt, aber zugleich, seit jeher und für immer in seinem Reich. Das galt vor unserer Geburt. Das gilt in diesem Leben. Das gilt danach. Diese Welt ist vergänglich, sein Reich ist ewig. Von ihr muss ich mich eines Tages verabschieden. Von Gott nicht.

Gebet: Herr, du bist mein König und der König der Welt. Du regierst in Zeit und Ewigkeit. Darum muss auch das Böse dir dienen, auf dass dein Wille geschieht. Damit sage ich mehr, als ich glauben und mehr, als ich verstehen kann. Und doch sagt mir dein Wort, dass es so ist. Dich preise ich für deine Wunder. Dir danke ich für all das Gute, das du tust. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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