Samstag, 2. Januar 2021

Die große Bewährungsprobe für den Glauben hl

Losung: Sie lasen aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, Abschnitt für Abschnitt und erklärten es, sodass man verstand, was gelesen wurde. Nehemia 8,8 

Lehrtext: Paulus blieb zwei volle Jahre in seiner eigenen Wohnung und nahm alle auf, die zu ihm kamen, predigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit allem Freimut ungehindert. Apostelgeschichte 28,30-31 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

Glaubensfreiheit, das ist doch etwas Selbstverständliches. Da muss man gar nicht drüber nachdenken, oder? In unserem Land, zu unserer Zeit trifft das zu. Du kannst offen und ungehindert (Lehrtext) glauben, was du willst, solange du die öffentliche Ordnung und den Rechtsstaat nicht bekämpfst und anderen Menschen deinen Glauben nicht aufnötigst. In anderen, vorwiegend islamischen Ländern oder in Nordkorea, werden Christen heute nach wie vor verfolgt. Doch das bringt nicht wenige von ihnen dazu, ihrem Glauben nur umso fester treu zu sein.

     Im Lehrtext wird davon erzählt, dass Paulus zwei Jahre lang in aller Offenheit und ungehindert predigen und lehren konnte. Das wurde als ein Wunder angesehen. Denn sonst wurde Paulus angefeindet, wurde Gewalt gegen ihn verübt, er wurde vertrieben, angeklagt, verurteilt und möglicherweise in Rom hingerichtet.

     Für dich und mich ist es eine Gnade, dass wir unseren Glauben seit dem Ende der Naziherrschaft und im Osten seit dem Ende der SED-Herrschaft offen und ungehindert leben können. Für die Kirchen und Glaubensgemeinschaften aber ist das eher ein Problem. Zurzeit treten so viele Menschen aus der Kirche aus wie nie zuvor. Das hat viele Gründe. Aber ein nicht zu unterschätzender Grund ist auch, dass nichts wert ist, was nichts kostet. Und damit meine ich nicht das Geld, sondern die Gefahr für Freiheit, Leib und Leben.

     Kriegszeiten, Notzeiten und auch Verfolgungszeiten haben dazu beigetragen, dass Glaubensgemeinschaften Zulauf bekamen. Doch Zeiten des Friedens und des Wohlstands bewirken das Gegenteil. Ich hoffe ja sehr, dass wir auch in Zukunft keine Kriegs-, Not- und Verfolgungszeit erleiden müssen. Aber da ist etwas anderes, was die Menschen möglicherweise wieder nach dem Glauben und einer Gemeinschaft im Glauben fragen lässt.

     Zum einen ist das die zunehmende Komplexität in unserer Welt. Das Leben wird immer unübersichtlicher. Es wird schwieriger die vielen Veränderungen begreifen und nachvollziehen zu können. Viele neue, technische Geräte sind jetzt schon für viele nicht mehr zu bedienen. Menschen fühlen sich abgehängt, weil sie sich in unserer Zeit und Welt nicht mehr zurechtfinden. Onlinebanking oder auch die Bedienung eines Fahrkartenautomatens ist für sie nicht mehr möglich. Sie fragen dann nach einfachen Antworten in der immer schwieriger werdenden Welt. Manche Glaubensgemeinschaften scheinen solche Antworten zu bieten oder auch manche politischen Gruppierungen.

     Das andere hängt mit dem vorhergehenden zusammen: Künstliche Intelligenz und Automatisierung werden in naher Zukunft eine große Zahl von Arbeitsplätzen abschaffen. Das führt dazu, dass viele nicht mehr gebraucht werden und sich bedeutungslos fühlen. Und das ist mit das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Man kann viel aushalten, aber bedeutungslos zu sein, das hält niemand aus. Daran geht die Seele eines Menschen zu Grunde.

     Wird der Glaube und werden die Glaubensgemeinschaften diesen Menschen eine Hilfe sein ohne wieder Druck und Zwang auszuüben? Ich hoffe es. Denn das zeichnet ja unseren Glauben aus, dass in ihm der Mensch einen Wert hat unabhängig von den gesellschaftlichen Verhältnissen. Es wird viel darauf ankommen, dass es den Kirchen und Glaubensgemeinschaften gelingt, jene Menschen davon zu überzeugen, dass sie Gottes Kinder sind, von ihm geschaffen und geliebt, gesegnet, behütet und erlöst.

     Deine und meine Aufgabe ist es, dass wir diesen Glauben in uns bewahren und so gut wir können, leben (= bezeugen) und weitergeben. Vielleicht ist es das Beste, was wir unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln mitgeben können. 

Gebet: Herr, ich danke dir, dass ich meinen Glauben offen und ungehindert leben kann. Ich hoffe, dass das mit deiner Hilfe so bleibt. Ich bitte dich für die Christen, die jetzt Verfolgung erleiden, dass du ihnen beistehst und die Kraft gibst, solche Zeiten auszuhalten. Ich bitte dich für meine Kinder und Enkel, dass sie in den kommenden Zeiten an dir Halt finden und mit deiner Hilfe ein sinnvolles und erfülltes Leben haben können. Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr

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