Sonntag, 31. Januar 2021

Moralischer Druck auf den Geldbeutel hl

Losung: Sie gaben's dem HERRN freiwillig von ganzem Herzen. 1.Chronik 29,9 

Lehrtext: Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. 2.Korinther 9,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn‘s in der Kirche oder in sonstigen Glaubensgemeinschaften ums Geld geht, klingeln bei mir die Alarmglocken. Oft steckt hinter der direkten oder indirekten Aufforderung zu geben ein moralischer Druck - so wie im Lehrtext.

     Nein, auch den Apostel Paulus spreche ich davon nicht frei. Auch von ihm wird Gott eingespannt, damit man den Geldbeutel öffne. Man muss bloß den Satz einmal umdrehen, dann heißt er: 'Wer nicht fröhlich gibt, den hat auch Gott nicht lieb.' O Paulus, kennst du nicht das Zweite Gebot? Mag man dir noch so viele Heiligenscheine aufsetzen, da hast du ganz schön danebengegriffen! Dein Wort (Lehrtext) passt nicht zu meinem Glauben und Verständnis von Gott, wie er mir in Jesus begegnet. 

Aus meiner Sicht gibt es vor allem diese Gründe, etwas zu geben:

  1. Barmherzigkeit, weil ich damit einem Menschen in einer Notlage helfen kann.
  2. Großzügigkeit, weil ich mich damit von meinem eigenen Geiz befreie.
  3. Dankbarkeit, weil Gott mir so reichlich gegeben hat, dass auch ich geben kann.

Besonders der letzte Punkt ist meines Erachtens wichtig. Ich muss als ein Mensch, den Gott in Christus liebt, keine Bedingungen erfüllen. Was ich tue und gebe, das tue ich »freiwillig von ganzem Herzen« (Losung), weil ich dafür dankbar bin, dass Gott mich segnet und mir hilft.

Aber ein bisschen schäme ich mich schon, dass ich im Ruhestand auch von der Zwangsabgabe „Kirchensteuer“ lebe. Allerdings nehme ich an, dass mein Lebensstandard ohne sie spürbar niedriger wäre. So weit ist es dann mit "einer freiwilligen Gabe von ganzem Herzen" doch nicht her.

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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1 Kommentar:

  1. Moin Herr Löhr,
    Sie geben uns - Gott sei Dank - jeden Morgen Ihre guten Gedanken zur Bibel.
    Danke Elisabeth

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