Donnerstag, 21. Juli 2016

Was Gott ist und für wen er ist hl

Losung: Ich bin der HERR. Was ich rede, das soll geschehen und sich nicht lange hinausziehen. Hesekiel 12,25

Lehrtext: Der Herr richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi. 2.Thessalonicher 3,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

mein lieber Schwan, ist Gott denn ein Diktator? Ein absolutistischer Alleinherrscher? Wenn man die heutige Losung liest, könnte man das annehmen. Aber anders als der muslimische Allah ist Gott nicht mit sich allein, sondern lebt in der Einheit mit dem Sohn Jesus Christus und dem Heiligen Geist. Und was diese drei göttlichen Personen verbindet und zu einem einzigen Wesen macht, ist die Liebe. Deshalb berauscht er sich nicht an seiner Herrschaft und ist nicht größenwahnsinnig, anders als mancher Mensch. Seine Größe und Macht setzt er dafür ein, gerade den Geringsten unter unseren Menschenbrüdern zu dienen, nicht zuletzt durch uns. 
  • Unser großer Gott ist in erster Linie ein Gott für die Kleinen. 
  • Unser reicher Gott ist in erster Linie ein Gott für die Armen. 
  • Unser barmherziger Gott ist in erster Linie ein Gott für die Sünder. 
  • Unser starker Gott ist in erster Linie ein Gott für die Schwachen. 
  • Unser gerechter Gott ist in erster Linie ein Gott für die, die auf seine Gnade angewiesen sind. 
  • Unser lebendiger Gott ist die Hoffnung auch für die Toten. 
  • Unser liebender Gott ist in erster Linie ein Gott – weniger für die Liebenswerten als für alle, die seiner Liebe bedürfen. 
  • Und dieser Gott ist darum auch ein Gott für dich und für mich. Ein anderer ist nicht.
Ja, was er sagt, geschieht. Doch er erteilt keine unsinnigen Befehle. Schickt nicht Menschen als Soldaten in den Tod. Lässt niemanden einsperren oder hinrichten. Kommandiert niemanden herum. Schreit niemanden an. Beleidigt niemanden. Und setzt niemanden herab. Was er sagt, schafft Leben, baut auf, rettet, tröstet. Sein Wort hat einen Namen und eine Gestalt: Jesus Christus. Wer wissen will, wer Gott ist und was er sagt, muss auf ihn hören, auf ihn schauen.
Was kann mir Besseres passieren, als dass „die Liebe zu diesem Gott mein Leben bestimmt und dass ich standhaft bleibe im Glauben an Christus“? (=Lehrtext in neuer Übersetzung) Damit das immer wieder geschieht, brauche ich seine Hilfe. Und deshalb bete ich:

Gebet: Herr, ich preise dich, dass du dich in Jesus Christus gezeigt hast. In ihm erkenne ich dein Wesen. Durch ihn fasse ich Vertrauen zu dir. Durch ihn bin auch ich von dir geliebt. Du bist der große Rückhalt in meinem Leben. Dir bin ich dankbar in guten Zeiten. Deine Hilfe und Nähe suche ich in den schlechten. Halte mich im Glauben, was auch immer geschieht. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Mittwoch, 20. Juli 2016

Meins – Seins hl

Losung: Ein jeder gebe, was er geben kann nach dem Segen, den dir der HERR, dein Gott, gegeben hat. 5.Mose 16,17

Lehrtext: Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. 1.Petrus 4,10


Liebe Leserin, lieber Leser,

ich nehme mal an, dass du dir den Großteil deines Geldes und Besitzes mit entsprechender Leistung verdient hast. In der Regel wird einem der Lebensunterhalt und auch etwas Wohlstand nicht geschenkt. Und wenn man mehr möchte als Hartz IV, muss man dafür arbeiten. Das mussten auch manche Flüchtlinge lernen, die zunächst glaubten, dass ihnen in Deutschland eine Wohnung mit Auto geschenkt würde.
Aber es gibt noch einen ‚zweiten Blick‘. Darauf weisen heute Losung und Lehrtext hin. Diesen Bibelworten zufolge ist alles, was wir besitzen, geschenkt, auch unsere Möglichkeit und Fähigkeit zu arbeiten und etwas zu leisten. Im Grunde genommen gehört uns also gar nichts, ist alles geliehen und geschenkt. Alles verdanken wir Gottes Segen. Vielleicht magst du mal deinen Geldbeutel holen und seinen Inhalt auf dem Tisch vor dir ausleeren. Auch das, wofür die Münzen und Scheine stehen, ist dir geschenkt, ist Gottes Segen, den du mit dir herumträgst.
Diese Sichtweise geht nur schwer in unseren Kopf. Viel naheliegender ist das kleine Wörtlein, das wir bereits sagen, kaum dass wir Sprechen gelernt haben: „Meins!“ - so denken Politiker, wenn es um ihre Macht geht. „Meins!“ – so denken Banker, wenn es ums Geld geht. „Meins!“ – so denken Männer oder Frauen, wenn es um den Partner geht. So denken wir alle, wenn es um das geht, was wir uns erworben, erarbeitet, gekauft und bezahlt haben.
Doch meiner Seele tut es gut, wenn ich mir immer wieder mal bewusst mache, dass mir alles, wirklich alles, was ich mein Eigen nenne, geschenkt ist, nicht zuletzt meine Gesundheit und mein Leben. Du und ich, wir leben als die Beschenkten und als solche können wir dankbar und zufrieden sein. Vielleicht hilft diese kleine Übung, wenn du aus irgendeinem Grund schlecht drauf bist und mit dir und der Welt nicht im Reinen, dass du dann einfach nur um dich blickst und bei allem, was du siehst leise zu dir sagst: „Ich bin beschenkt.“ Und vielleicht kommen dir dann ganz von selbst auch noch solche Worte in den Sinn: …

…Gebet: Herr, ich habe allen Grund dir zu danken. Alles was ich bin und habe, kommt von dir, ist dein Geschenk für mich. Ist ein Zeichen dafür, dass du mich liebst. Danke, dass du so überaus großzügig zu mir bist. Mache du auch aus mir einen großzügigen Menschen, dass ich bereit bin, von meinem Überfluss anderen etwas abzugeben, von deinen Geschenken an mich etwas weiterzuschenken an sie. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Dienstag, 19. Juli 2016

Er kennt seinen Weg hl

Losung: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR. Jesaja 55,8

Lehrtext: Johannes sprach zu Jesus: Meister, wir sahen einen, der trieb böse Geister in deinem Namen aus, und wir verboten's ihm, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus aber sprach: Ihr sollt's ihm nicht verbieten. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Markus 9,38-39a.40

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn die Neunmalklugen und Siebengescheiten damals dabei gewesen wären, als Gott mit dem Urknall die Schöpfung in Gang setzte, dann hätten sie gesagt: ‚Daraus wird nie was. Ständig entstehen und explodieren irgendwelche Sonnen. Wie soll aus diesem Chaos jemals Leben hervorgehen? Dieser Weg, Gott, führt bestimmt in die Irre.‘ Und in der Tat, es hat 9 Milliarden Jahre gedauert, 9000 Millionen Jahre (!), bis auf unserer Erde die ersten noch primitiven Lebensformen entstanden. Und dann noch einmal 3.999.800.000 Jahre, bis die ersten Menschen aufrecht über die Erde gingen. Wir Menschen sind also im Verhältnis zum Alter des Universums gerade erst „aus dem Ei geschlüpft“. Tja, Gott ist einen nach unseren Maßstäben weiten Weg gegangen, bis er uns geschaffen hat. Aber er hat sein Ziel erreicht.
Und jetzt schaue ich einmal das winzig kleine Stück Menschheitsgeschichte an und auch die vielen Katastrophen, die es seitdem gegeben hat. Eigentlich ist es unmöglich, dass aus dieser von Naturkatastrophen, Seuchen, Kriegen und Hungersnöten geprägten Zeit ein Weg bis zu uns heute führt. Und doch sind alle unsere Vorfahren so alt geworden, dass sie Nachkommen haben konnten und ich bin einer von ihnen. Und zuletzt schaue ich auf meine eigene Lebensgeschichte, auf Krankheiten, Unfälle, Gefährdungen aller Art und wundere mich und bin dankbar, dass Gott seinen Weg mit mir bis zu diesem Tag gegangen ist und hoffe, dass er ihn noch einige Zeit mit mir gehen wird.
Ja, Gottes Wege und Gedanken unterscheiden sich gewaltig von meinen Wegen und Gedanken. Und darum sagt er im Anschluss an das heutige Losungswort: »Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.«
Es stimmt schon, »ich verstehe seine Wege nicht, aber er weiß den Weg für mich« (Dietrich Bonhoeffer).

Gebet: Herr, immer wieder bin ich geschockt, wenn wieder einmal so viele Unschuldige Opfer von Terroranschlägen werden. Ich bin besorgt über Politiker im Ausland, die eine gnadenlose Machtpolitik im eigenen Interesse verfolgen. Ich verstehe nicht, warum in meinem Leben und in dem anderer manches anders kommt, als ich es mir vorstelle. Aber ändere ich dadurch irgendetwas? Ich will umso mehr dir vertrauen, dass du weißt, was du tust und wie bisher, so auch jetzt und in Zukunft einen Weg hast für Himmel und Erde, für deine Menschen und für mich. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 18. Juli 2016

Was dich stärkt. hl

Losung: Die Barmherzigkeit des HERRN hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß. Klagelieder 3,22-23

Lehrtext: Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. 2.Korinther 4,16

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele können nicht verstehen, warum manche älteren Menschen Sonntag für Sonntag den Gottesdienst besuchen. Man kann sie fragen: „Was macht ihr denn da? Wenn ihr wieder daheim seid, wisst ihr doch schon gar nicht mehr, was der Pfarrer gepredigt hat. Wahrscheinlich war es auch gar nicht interessant. Und außerdem, immer wieder dasselbe: Immer wieder dieselben Lieder, dieselben Gebete, dieselben Sprüche. Da stirbt man doch vor Langeweile.“
Von einzelnen weiß ich, was sie auf diese Frage antworten können. Sie können sagen: „Wenn ich in der Kirche im Gottesdienst bin, sitze ich eine Stunde im Licht der Gnade. Höre und singe ich Lieder, in denen ich seit meiner Kindheit daheim bin. Höre ich Worte, die mir vertraut sind und gut tun. Kann ich mein Herz ausschütten und meine Sorgen abladen. Kann ich Gott danken für all das Gute in meinem Leben. Kann ich mir seine Vergebung zusprechen lassen für das, woran ich schuldig geworden bin. Und wenn ich dann wieder aus der Kirche hinausgehe, bin ich ein anderer als zuvor. Bin ich erfrischt, getröstet, gestärkt. Bin ich äußerlich immer noch der alte, innerlich aber ein neuer Mensch und habe wieder Kraft für die Woche, die vor mir liegt.“ (Lehrtext) Doch, so möchte ich hinzufügen, Gottes Barmherzigkeit ist jeden Morgen neu, nicht nur am Sonntag, und seine Treue ist groß (Losung).
Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe schreibt in seinem Faust von der Sonne: »Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke, wenn keiner sie ergründen mag.« Für manchen, der den Gottesdienst besucht, auch für mich, ist es nicht die Sonne, die ich mich stark macht, sondern das Segenswort am Schluss, wo es heißt: »Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.« Es ist das Gesicht der unerschöpflichen Barmherzigkeit, die in Jesus zu uns gekommen ist, zu mir und auch zu dir.

Gebet und Lied aus der Reformationszeit (EG 440):
Alle Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu. Sie hat kein End den langen Tag; drauf jeder sich verlassen mag. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 17. Juli 2016

Der schöne Glaube hl

Losung: Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißt, dass sein Bund ewig bleiben soll. Psalm 111,9

Lehrtext: Das Volk verwunderte sich, als sie sahen, dass die Stummen redeten, die Verkrüppelten gesund waren, die Gelähmten gingen, die Blinden sahen; und sie priesen den Gott Israels. Matthäus 15,31

Liebe Leserin, lieber Leser,

du und ich, wir kennen mehr Menschen, die Gott gegenüber gleichgültig oder ablehnend sind als aufgeschlossen und zugewandt. Das ist auch in meiner Verwandtschaft der Fall. Ich finde das bedauerlich. Mehr noch, je näher mir ein Familienmitglied oder Freund steht, desto mehr schmerzt mich das. Und dann spüre ich auch, dass ich da an Grenzen stoße, die ich durch gutes Zureden nicht überwinden kann. Mir fällt es schwer zu verstehen, dass es so ist. Ich erlebe doch Gott als die große Bereicherung in meinem Leben. Ich kann mich über meinen Glauben freuen und bin froh, durch ihn immer wieder neu ermutigt, getröstet und getragen zu werden. Warum geht es anderen nicht genauso?
Ich weiß es nicht. Ich habe aber einen Verdacht. Vielleicht hatten sie nie die Chance, Gott so kennenzulernen wie ich. Vielleicht hat man ihnen in ihrer Kindheit und Jugendzeit nur eine Karikatur von Gott nahe gebracht. Irgend so ein unglaubwürdiges Wesen über den Wolken. Einen, bei dem man ständig irgendwas muss: In die Kirche gehen, in der Gemeinde mitmachen, spenden. Oder einen moralinsauren Zeigefinger-Gott, der einem ständig ein schlechtes Gewissen macht… 
Ja ich weiß, dass manche Christen auf Fehler anderer geradezu fixiert sind. Aber das ist ihr Problem, das man nicht Gott in die Schuhe schieben darf. Ihm geht es nicht darum, dass ich alles richtig mache, sondern das Richtige tue. Und das ist, dass ich ihn, meine Mitmenschen und mich selbst liebe. Das genügt.
Du und ich, wir kennen den einen Gott, der uns Menschen gegenüber nicht gleichgültig und ablehnend ist, sondern aufgeschlossen und zugewandt. Das ist nicht nur bei uns beiden der Fall, sondern bei allen seinen Geschöpfen. Bei allen, auch bei denen, die von ihm nichts wissen wollen oder können. Dieser Gott hat sich uns in Jesus Christus gezeigt. In ihm ist er mit uns einen neuen Bund (= Neues Testament) fürs Leben eingegangen. Und nicht nur bis der Tod uns scheidet, sondern für die Ewigkeit (Losung). Das zeigt sich daran, dass sich bei allen, die sich ihm vertrauensvoll öffnen, etwas zum Guten ändert (Lehrtext). Nicht, dass dann alles gut wäre. Aber doch so, dass mit ihm alles besser ist als ohne ihn.

Gebet: Herr, ich danke dir für den befreienden und schönen Glauben, den du mir durch Jesus schenkst. Ich danke dir, dass ich dich durch ihn kennenlernen darf als meinen liebevollen, barmherzigen und darum himmlischen Vater. Du behütest mich und segnest mich. Du bist bei mir in guten wie in schlechten Zeiten und zeigst mir den Weg. Dir vertraue ich. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 16. Juli 2016

Vor Gott im Staub hl

Losung: HERR, du bist meine Stärke und Kraft; zu dir fliehe ich in meiner Not! Jeremia 16,19

Lehrtext: Als Jaïrus Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und bat ihn sehr und sprach: Meine Tochter liegt in den letzten Zügen; komm doch und lege deine Hände auf sie, damit sie gesund werde und lebe. Und er ging hin mit ihm. Markus 5,22-24

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich selbst habe das noch nicht erlebt, aber vielleicht du, dass du dich vor lauter Verzweiflung während deines Gebetes vor Gott niedergeworfen hast. Ich glaube, dringender kann man Gott nicht bitten und auch nicht inständiger. Jaïrus hat das gemacht. Er, ein erwachsener Mann, fiel in aller Öffentlichkeit Jesus zu Füßen. So sehr hatte er Angst um das Leben seiner Tochter. Da war ihm alles andere egal, was die Leute vielleicht sagen könnten und ob er sich vielleicht lächerlich machte. Und da blieb Jesus praktisch gar nichts mehr anderes übrig, als mit ihm zu gehen und sein Kind gesund zu machen.
Viele sehen in dieser Geschichte von dem todkranken Mädchen nur das Wunder, das Jesus vollbracht hat. Sie übersehen dabei das Wunder, dass ein Mensch ganz und gar auf Jesus vertraute, sich vor ihm in den Staub warf und ihn anflehte, weil er sonst keinen Ausweg mehr sah.
Dass Jesus damals ein todkrankes Kind geheilt hat, ist schön zu lesen. Aber uns heute bringt das wenig. Doch dass ein Mensch alles auf die „Karte Jesus“ setzt und dabei alles riskiert, seine Reputation (Ansehen) vor den Leuten, ja sogar seinen Glauben, denn was ist, wenn sein Gebet nicht erhört wird? - das bringt uns auch heute noch etwas. So kann ich es auch machen, wenn Not am Mann ist, und zu ihm mit den Worten der heutigen Losung sagen: »HERR, du bist meine Stärke und Kraft; zu dir fliehe ich in meiner Not!« Hoffentlich mach ich das dann auch so.
Ich glaube ganz ungeschützt und ohne jeden Beweis, dass Gott, dass Jesus den wieder aufrichten wird, der sich aus lauter Verzweiflung vor ihm niedergeworfen hat. Ich glaube das, nicht weil mein Glaube so stark wäre, sondern weil ich sonst an ihm irre würde.

Gebet: Herr, du hast den Jaïrus erhört. Darum musst du auch jeden anderen erhören, der dich inständig bittet und mit dem letzten Rest seines Vertrauens zu dir kommt. Ich verlass mich darauf, dass du das tun wirst. Du wirst mich nicht enttäuschen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Freitag, 15. Juli 2016

Ehebruch hl

Losung: Du sollst nicht ehebrechen. 2.Mose 20,14

Lehrtext: Die Ehe soll in Ehren gehalten werden. Hebräer 13,4

Liebe Leserin, lieber Leser,

meinen Viertklässlern habe ich den Sinn der Zehn Gebote mithilfe der Goldenen Regel aus Jesu Bergpredigt erklärt. Er sagt: »So wie ihr von den Menschen behandelt werden möchtet, so behandelt sie auch.« (Matthäus 7,12) In unserer deutschen Sprache ist sie in dem Sprichwort populär geworden: »Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu!«
Den heutigen Lehrtext, also das 6. Gebot, habe ich so ausgelegt: ‚Nimm einem anderen nicht den Freund weg oder die Freundin, weil du auch nicht willst, dass er das bei dir macht.‘ Ob das den Kindern eingeleuchtet hat? Ich hoffe es. Ob das auch Erwachsenen einleuchtet?
Ehebruch ist ja in unserer Zeit offenbar nichts Ehrenrühriges mehr, wenn es bereits im Internet ein Portal namens ‚Seitensprung‘ dafür gibt. Aber der seelische Schmerz, den die Leidtragenden des Ehebruchs empfinden,  ist damals wie heute genauso stark.
Ich frage mich, ob nur ein Seitensprung Ehebruch ist oder auch, wenn einer von beiden stillschweigend die Partnerschaft aufkündigt, obwohl man äußerlich noch zusammenlebt. Die Ehe in Ehren halten, wie es der Lehrtext sagt, ist doch noch mal etwas anderes, als sie nur noch auf dem Papier bestehen zu lassen. Das hat mit Zuneigung zu tun, damit, den andern nicht nur zu ertragen, sondern auch anzunehmen mit seinen Fehlern und Schwächen und sich an seinen Stärken zu freuen, statt darüber neidisch zu sein.

Gebet: Herr, wo zwei in ihrer Partnerschaft gut miteinander auskommen, erleben sie eine große Gnade. Und wo das nicht ist, brauchen beide deine Hilfe. Und wenn die Ehe zerbrochen ist, braucht jeder von ihnen dich erst recht. Darum segne die Ehen, sei denen nahe, die in ihrer Ehe vereinsamt sind und vergib denen, die gescheitert sind. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 14. Juli 2016

Heilende Vergebung hl

Losung: Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge! Psalm 97,10

Lehrtext: Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten Taten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft - als die Freien und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. 1.Petrus 2,15-16

Liebe Leserin, lieber Leser,

'Hasse das Böse!' – Dazu fordert dich das heutige Losungswort auf. Ist doch auch in Ordnung so, oder? Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger bin ich mir dessen sicher. Ist Hass wirklich der Weg, das Böse zu überwinden? Im Neuen Testament heißt es: »Überwinde das Böse mit Gutem« (Römer 12,21). So hat es Jesus gemacht. Er hat das Böse nicht hingenommen. Er hat es nicht gehasst. Er hat es überwunden, indem er nicht aufgehört hat auch die zu lieben, die es böse mit ihm gemeint haben.
So heilt er auch mich von meiner Bosheit. Und vielleicht kann ich, wenn ich mich von ihm lieben und heilen lasse, auf diese Weise auch meine Welt etwas heiler machen. Aber ich bin noch nicht vollständig geheilt. Würde ich das behaupten, wäre ich anmaßend und selbstgerecht. Ich bedarf nach wie vor seiner heilenden Vergebung, seiner heilenden Gnade. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich „durch mein Verhalten alle zum Schweigen bringen kann, die mich aus Unwissenheit oder Dummheit verleumden“ (Lehrtext). So vorbildlich verhalte ich mich nun auch wieder nicht. Aber ich will mich durch Gerede nicht einschüchtern lassen, sondern versuchen, meinen Glauben zu leben und das Böse zu überwinden so gut ich kann.

Gebet: Herr, du kennst meine negativen Gefühle und Gedanken. Du weißt, sie haben eine große Kraft. Doch du kannst mich davon befreien und heilen; denn deine Kraft ist größer. Und auch ich will tun, was in meiner Macht steht, das Böse zu meiden und was gut ist, zu suchen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 13. Juli 2016

Die Zunge – Fluch und Segen hl

Losung: Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge. Psalm 39,2

Lehrtext: Redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. Epheser 4,29

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute mache ich es mir einmal leicht. Heute lege ich die beiden Bibelworte mit der Bibel selbst aus, genauer mit einem Abschnitt aus dem Jakobusbrief aus dem Neuen Testament (Jakobus 3,5-10). Da heißt es:
»So klein unserer Zunge auch ist, so groß ist ihre Wirkung! Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand. Mit einem solchen Feuer lässt sich auch die Zunge vergleichen. Sie kann eine ganze Welt voller Ungerechtigkeit und Bosheit sein. Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt unsere ganze Umgebung in Brand… Seine Zunge kann kein Mensch zähmen. Ungebändigt verbreitet sie ihr tödliches Gift. Mit unserer Zunge loben wir Gott, unseren Herrn und Vater, und mit derselben Zunge verfluchen wir unsere Mitmenschen, die doch nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. Segen und Fluch kommen aus ein und demselben Mund. Aber genau das, meine lieben Brüder und Schwestern, darf es bei euch nicht geben

»Redet was gut ist und erbaut«, heißt es im Lehrtext. Aber ebenso: »Redet, was notwendig ist«. Notwendig kann auch Kritik sein oder Protest. Darum sagt die Bibel, dass wir keine „stummen Hunde“ (Jesaja 56,10) sein sollen, sondern unseren „Mund auftun für die Stummen und die Sache aller, die verlassen sind“ (Sprüche 31,8).
So oder so, ich trage für meine Zunge Verantwortung oder besser gesagt, für mein Herz, das meine Zunge steuert.

Gebet: Herr Jesus Christus, mit deiner Zunge hast du Gott gepriesen, die Untröstlichen getröstet, die in Schuld Verstrickten freigesprochen, Gottes Barmherzigkeit verkündigt, von seiner Liebe erzählt, die Mächtigen in Staat (König Herodes) und Kirche (Priester, Pharisäer und Schriftgelehrte) kritisiert, die Kinder gesegnet, die Selbstgerechten entlarvt und alle in Gottes neue Welt eingeladen. Dein Mund war und ist die Quelle des Heils. Deine Worte bleiben und vergehen nicht. Sprich du auch mir immer wieder aus der Seele, immer wieder ins Herz, immer wieder in mein Gewissen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 12. Juli 2016

Geh ins Badezimmer hl

Losung: Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr leben könnt. Amos 5,14

Lehrtext: Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! 1.Korinther 16,14

Liebe Leserin, lieber Leser,

was ist das Gute? Was ist gut? Vielleicht ist das für jeden von uns etwas anderes. Jedenfalls lohnt es sich, mal darüber nachzudenken.
Eine Antwort findest du in der Bibel beim Propheten Micha. Da heißt es: »Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist…, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott(Micha 6,8) Dieses Wort und auch der Lehrtext sagen, dass das Gute damit zu tun hat, dass ich in einer liebevollen Haltung zu Gott, meinen Mitmenschen und auch zu mir selbst lebe.
Ich möchte zu Wochenbeginn mal eine Übung vorschlagen, dass wir beide unsere Mitmenschen, Tiere und Pflanzen und auch uns selbst im Spiegel immer wieder mal liebevoll ansehen.
-        Du hast den vielleicht nicht ganz einfachen Nachbarn schon tausendmal gesehen. Hast du ihn schon einmal liebevoll angesehen? Dann wäre jetzt die Gelegenheit.
-        Du hast schon tausendmal einen Spatz gesehen. Hast du ihn schon einmal liebevoll angesehen? Dann wäre jetzt die Gelegenheit.
-        Du hast dich schon viel tausendmal im Spiegel gesehen. Hast du dich wirklich schon einmal liebevoll angesehen und nicht nur kritisch? Und selbst wenn, dann steh auf, wenn du das gelesen hast, und geh ins Badezimmer.
Ich will das auch machen. Mal sehen, wie sich das auswirkt. Und vielleicht gibt es ja noch andere Menschen, Tiere und Pflanzen die du zwischendurch einfach mal mit Liebe betrachtest. Und vielleicht werden sie ein bisschen durchsichtig auf Gott hin und du siehst auch ihn. Offenbar hat das ganz viel damit zu tun, was ‚das Gute‘ ist und damit, dass du nicht nur leben kannst (Losung), sondern es dir auch Freude macht.

Gebet: Herr, du siehst mich mit den Augen Jesu liebevoll an. So will auch ich dich und deine Welt und meine Mitmenschen so ansehen. Ganz besonders aber auch mich selbst, der ich doch von dir mit Liebe gemacht bin. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 11. Juli 2016

Gott bringt mein Gebet in Übereinstimmung mit seinem Plan hl

Losung: Amos sprach: Ach HERR, sei gnädig! Wer soll Jakob wieder aufhelfen? Er ist ja so schwach. Da reute es den HERRN und er sprach: Wohlan, es soll nicht geschehen. Amos 7,2-3

Lehrtext: Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen. Epheser 6,18

Liebe Leserin, lieber Leser,

soll man überhaupt beten? Ist nicht alles von Gott vorherbestimmt? Kommt darum sowieso nicht alles wie es kommen muss?
Diese Fragen sind mit menschlicher Logik allein nicht zu beantworten. In Glaubensdingen stoßen wir immer wieder auf Widersprüche, die manche zum Anlass nehmen, sich vom Glauben zu verabschieden oder ihn madig zu machen. Aber das macht einen Menschen, der auf Gott vertraut, aus, dass er solche Widersprüche aushält. Er glaubt, dass Gott jenseits von unserer Logik die Dinge regelt, weil er größer ist als mein Verstand und meine Vernunft. Natürlich hat er mir die Vernunft geschenkt, dass ich, wo immer es möglich ist, davon Gebrauch mache. Aber jeder hat schon die Erfahrung gemacht, dass er mit seiner Vernunft an Grenzen stößt besonders, was die zwischenmenschlichen Beziehungen betrifft, wenn es um Liebe und Hass, Freude und Leid, Hoffnung, Verzweiflung, Angst und Vertrauen geht.
Und deshalb glaube (!) ich, dass beides stimmt: Gott hat einerseits alles geregelt und weiß, was kommt und wie es kommt. Andererseits will er aber auch von mir, dass ich ihn um die Dinge bitte, die mir ein Herzensanliegen sind. So wird er das, was nicht nur in meinem, sondern auch in seinem Sinn ist, erfüllen.
Doch, beten ist sinnvoll. Darauf vertrauen, dass Gott meine Gebete erhört, ist sinnvoll. Er lässt sein Herz durch meine Bitten bewegen. Er hört auf das, was ich ihm sage und bringt es in Übereinstimmung mit dem, was er längst für mich und alle, für die ich bete, beschlossen hat. Ich weiß zwar nicht, wie er das macht. Aber ich glaube, dass er das macht.

Gebet: Herr, es beruhigt mich, wenn ich die Dinge, die mich bewegen, dir gesagt habe. Ich weiß, dass ich damit bei dir an der richtigen Adresse bin. Und du weißt, was du damit anfangen kannst und wie du es zu meinem Besten regelst. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 10. Juli 2016

Kein Trost im Jenseits ohne Gerechtigkeit im Diesseits hl

Losung: Du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des HERRN und ein königlicher Reif in der Hand deines Gottes. Jesaja 62,3

Lehrtext: Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Offenbarung 21,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Leben unserer Vorfahren war elend genug wie auch das Leben der meisten Menschen auf diesem Planeten heute. In Glanz und Pracht lebten nur der Adel und die Kirchenfürsten. Heute drängeln Touristen durch ihre Paläste und Gemächer und bestaunen den Luxus, den ihre bäuerlichen Vorfahren mit harter Arbeit bezahlen mussten.
Die katholische Kirche verstand es, Glanz und Pracht in die Kirchen zu bringen und „das neue Jerusalem“, die Wohnstatt der Erlösten, an die Decken der Barockkirchen zu malen. Die Wieskirche im oberbayerischen Pfaffenwinkel ist dafür das schönste Beispiel. Ob die Aussicht auf Glanz und Pracht im Himmel die Menschen in ihrem Elend auf Erden getröstet hat? Vielleicht. Aber meines Erachtens ist es zynisch, Menschen auf das Jenseits zu vertrösten, wenn man nicht zugleich bereit ist, ihre elenden Lebensverhältnisse im Diesseits zu ändern. Da haben sich die Kirchen in den vergangenen Jahrhunderten schuldig gemacht. Als dann die Verarmten und Ausgebeuteten ihr Schicksal selbst in die Hand genommen und Parteien und Gewerkschaften gegründet haben, haben sie die Kirchen und leider auch den Glauben oft nicht mehr gebraucht.
Ja, es ist gut, eine Hoffnung zu haben, die über Sarg und Grab hinausweist in die Ewigkeit, dorthin, wo Gott alles in allem ist und kein Leid, kein Geschrei und keine Tränen mehr sein werden. Aber diese Hoffnung verweist uns Christen auch zurück auf die Erde und fordert unsere Nächstenliebe heraus, damit wir hier nicht klein beigegeben, sondern uns aktiv einsetzen für Gerechtigkeit und Frieden in unserem Land und weltweit.

Gebet: Herr, in der Bibel wird mir versprochen, welche Herrlichkeit mich einst erwartet. Zugleich aber mahnt mich dein Wort, dass ich die Armen, Gedemütigten, Verfolgten und Gequälten auf unserer Erde nicht vergesse. Lass mich nicht selbstsüchtig nur auf mein Heil bedacht sein, sondern mache mich empfindsam für die Not meiner Mitmenschen und mutig, für sie zu streiten. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 9. Juli 2016

Vor Gott ist kein Ding unmöglich hl

Losung: Ach HERR, siehe, du hast Himmel und Erde gemacht durch deine große Kraft und durch deinen ausgereckten Arm, und es ist kein Ding vor dir unmöglich. Jeremia 32,17

Lehrtext: Wir setzen unser Vertrauen nicht auf uns selbst, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, der uns aus Todesnot errettet hat und erretten wird. 2.Korinther 1,9

Liebe Leserin, lieber Leser,

das hat schon was, wenn du mit einem Satz so ähnlich wie die heutige Losung dein Gebet beginnst. Da stellst du vor alles, was du Gott danach noch sagen willst, ein dickes Plus, ein großes positives Vorzeichen. Du sagst ihm damit, für wie mächtig du ihn hältst und was du ihm alles zutraust. Das wird ihm gefallen. Und er wird dich nicht enttäuschen wollen, wenngleich er nach wie vor das Ganze mit dir im Blick hat und nicht nur, was du dir für den Augenblick wünscht. Denke also beim Beten daran, dass du einerseits Gott sehr konkret um das bitten kannst, was dir zur Zeit wichtig ist. Andererseits aber sieht er weit über die Gegenwart hinaus und hat den Überblick, den du nicht hast. Du und ich, wir können nicht wissen, wozu auch negative Ereignisse aufs Ganze gesehen gut sein können. Aber wir können darauf vertrauen, dass er weiß, was er tut und dass uns das zum Besten dienen muss. »Kein Ding ist vor ihm unmöglich« sagt die heutige Losung. Und deshalb kann ich ihn auch um das bitten, was zunächst unmöglich scheint. Ja, ich traue ihm zu, Unmögliches möglich zu machen.
Das gilt auch dann, wenn ich selbst für mich keine Hoffnung mehr habe, wenn meine Lage aussichtslos zu sein scheint. Der Lehrtext sagt, dass Gott auch die retten kann, die bereits mit ihrem Leben abgeschlossen haben. Wem sonst könnte ich mehr zutrauen als dem, der die Macht hat, die Toten aufzuerwecken?

Gebet: Herr, du bist die große Kraft, aus der Himmel und Erde hervorgegangen sind. Du bist die große Kraft auch in meinem kleinen Leben. Dir traue ich zu, dass du alles, wirklich alles so fügst, dass es gut für mich ist. Du hast das bisher getan. Du wirst das auch künftig tun. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 8. Juli 2016

Ein ernstes Wort an die Gläubigen hl

Losung: Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. Psalm 50,1

Lehrtext: Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Hebräer 1,1-2

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Losung heute ist der Beginn eines ernsten Wortes, das Gott an alle richtet, die zu ihm gehören wollen. Im Prinzip gilt es heute noch genauso wie es damals gegolten hat. Doch lies selbst:

Gott, der Herr, der Mächtige ruft die Welt vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, vom Osten bis zum Westen. Himmel und Erde ruft er zu Zeugen, denn über sein Volk hält er Gericht: "Versammelt alle, die zu mir gehören, alle, die mit mir den Bund geschlossen haben! Damals schworen sie mir Treue und Gehorsam und bekräftigten es mit einem Opfer." Der Himmel ist Zeuge dafür, dass Gott seinem Volk die Treue bewahrt hat. Deshalb kann er es jetzt zur Rechenschaft ziehen: "Höre mein Volk, ich klage dich an, ich, dein Gott! Nicht wegen deiner Schlachtopfer weise ich dich zurecht. Doch ich nehme deine Opfer nicht an - weder die Stiere aus deinem Stall, noch die Böcke von deiner Weide. Denn alle Tiere gehören mir ohnehin. Selbst wenn ich Hunger hätte, würde ich dich um nichts bitten; denn die ganze Welt gehört mir und alles, was auf ihr lebt. Denkst du wirklich, ich wollte Fleisch von Stieren essen und Blut von Böcken trinken? Dank ist das Opfer, das ich von dir erwarte; erfülle die Versprechen, die du mir, dem Höchsten, gegeben hast! Wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dann rufe mich zu Hilfe! Ich will dich retten, und du sollst mich preisen." 
     Wer aber Gott die Treue bricht, zu dem sagt er: "Was erlaubst du dir eigentlich? Du sagst immer wieder meine Gebote auf und berufst dich auf meinen Bund. Doch sagen lässt du dir nichts von mir;... Gemeine Reden kommen dir leicht über die Lippen, du betrügst schon, wenn du nur den Mund aufmachst! Deine Mitmenschen bringst du in Verruf, sogar deinen eigenen Bruder verleumdest du. Bis jetzt habe ich zu deinem Treiben geschwiegen, darum dachtest du, ich sei wie du. Aber nun weise ich dich zurecht und halte dir deine Untreue vor Augen. Ihr habt mich vergessen, euren Gott. Hört doch auf das, was ich sage; sonst werde ich euch vernichten. Dann kommt jede Rettung zu spät! Wer mir dankt, der bringt ein Opfer, das mich ehrt. Es gibt keinen anderen Weg, nur so kann ich ihn erretten!"

Das ist nun mal eine deutliche Ansage an alle, die von sich sagen, dass sie an Gott glauben. Offenbar genügt es nicht, das zu sagen. Offenbar genügt es nicht, all das zu tun, was man als Christ eben so tut: Taufen, Konfirmationen und Trauungen feiern, Gottesdienste besuchen, Geld spenden, die 10 Gebote auswendig lernen und was den ganzen Kirchen- und Religionsbetrieb so ausmacht.
Demgegenüber sind es zwei Dinge, die den Glauben ausmachen:
·             Gott sagt im Psalm 50, dass er keine Opfer erwarte, sondern Dank. Offenbar hat er es satt, mit Opfergaben und vielleicht auch mit „durchsichtigen“ Gebeten bestochen zu werden, wenn es darum geht, dass er für mich tun soll, wonach mir der Sinn steht. Ihm ist es lieber, ich schaue zurück auf das, was er bisher alles für mich getan hat, meistens, ohne dass ich ihn darum gebeten habe und dass ich ihm dafür dankbar bin.
·             Und mindestens genauso wichtig ist ihm meine Herzenshaltung anderen gegenüber, dass ich sie wertschätze und ihnen gegenüber aufrichtig und zuvorkommend bin und auf alles verzichte, was sie herabsetzt. Das ist es, was er will, worauf ich hören soll. Dann, aber nur dann ist auch das in seinem Sinn, was ich sonst noch als Christ so tue (siehe oben).
Insofern entspricht das, was im Psalm 50 steht, auch dem, was er durch seinen Sohn Jesus gesagt hat.      Allerdings mit einem Unterschied. In diesem Psalm droht Gott noch mit Vernichtung. In Jesus aber kommt er nicht mit einer Drohbotschaft, sondern mit seiner Frohbotschaft (= Evangelium). Da geht es nicht mehr um Vernichtung, sondern um Rettung, nicht mehr ums Drohen, sondern ums Vergeben. Damit wird ein gewaltiger Druck von mir genommen. Ich weiß ja, dass ich Gott gegenüber längst nicht so treu sein kann wie er zu mir ist und dass ich immer wieder Gefahr laufe, mich danach zu richten, was mir im Augenblick passt und nicht danach, was in seinem Sinn ist.

Gebet: Herr, ich bilde mir nicht ein, alles richtig zu machen. Ich kenne ja meine Schwächen. Und so lebe ich von deiner Vergebung. Du bietest sie mir in Jesus an und ich nehme sie erleichtert entgegen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 7. Juli 2016

Freimütig und unerschrocken hl

Losung: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Jeremia 1,7

Lehrtext: Der Herr sprach zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir. Apostelgeschichte 18,9-10

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast auch du einen Auftrag von Gott? Im Losungswort ist es der Prophet Jeremia, den Gott sendet. Im Lehrtext der Apostel Paulus. Nun magst du sagen: ‚Ich bin aber nur ein normaler Mensch und weder ein Prophet noch ein Apostel.‘ Das klingt plausibel. Aber so einfach ist es doch nicht. Denn auch die Propheten waren normale Menschen, zum Beispiel Pflanzenzüchter wie Amos. Und auch die Apostel waren normale Menschen, zum Beispiel Fischer wie Petrus. Damit Gott dich sendet, damit er dir einen Auftrag gibt, brauchst du kein Theologiestudium und auch keinen kirchlichen Titel. Das alles ist bisweilen eher hinderlich. Aber womit könnte er dich beauftragen?
Vorgestern bekam ich eine E-Mail, in der mir ein ehemaliges Gemeindeglied, das jetzt im Ausland lebt, schreibt, dass sie überraschenderweise von ihrem Pfarrer gebeten worden ist, die Leitung eines Hauskreises zu übernehmen. In unserer Gemeinde haben wir zum Beispiel einen Trucker, einen Lkw-Fahrer, der schon seit Jahren im Kindergottesdienst mitmacht und bei den Kindern sehr beliebt ist. Nahezu alle, die meine Frau und früher ich um Mitarbeit gebeten hatten, haben sich die Frage gestellt, ob sie denn dazu geeignet seien. Und ob!
Aber war es Gott, der sie beauftragt hat? Ich glaube schon. Er hat auch meiner Frau und mir den Auftrag gegeben, Mitarbeiter zu finden, die mithelfen, seine gute Botschaft weiterzusagen. Gut, dass sich immer wieder welche finden, die dazu bereit sind.
Du musst aber nicht erst von einem Pfarrer oder einer Pfarrerin gefragt werden. In unserer Gemeinde gibt es Leute, die von sich aus andere besuchen, die krank oder einsam sind oder die sich um Flüchtlinge kümmern und solche, die für unsere Arbeit beten. Das kann man auch noch tun, wenn man bereits hochbetagt ist.
In unserem Land ist es heutzutage kein Problem, zu predigen und zum Glauben einzuladen. Das war in der DDR und im Nationalsozialismus anders. Und richtig gefährlich ist es auch jetzt noch in manchen muslimischen Ländern oder in Nordkorea. Die Christenfeinde bilden schon merkwürdige Allianzen. Aber anecken kannst du bei uns mit einer Predigt auch heute noch, wenn du kein Blatt vor den Mund nimmst, wenn es um Umweltschutz, Landwirtschaft, Kirchenkritik, Krieg und Frieden und soziale Gerechtigkeit geht. Manche meinen, das seien doch keine Themen des Glaubens. Da kennen sie die Bibel aber schlecht. Sie könnten zum Beispiel mal das Buch des Propheten Amos im Alten Testament lesen.

Gebet: Herr, du willst, dass ich freimütig und unerschrocken in deinem Sinne rede und handle. Du weißt, dass ich mir damit manche zu Gegnern mache. Aber ich will's tun, weil du versprichst, bei mir zu sein. Wenn ich aber etwas sage und tue, was nicht in deinem Sinn ist, dann bringe mich davon wieder ab. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 6. Juli 2016

Aus d mach m hl

Losung: Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst. Zefanja 3,15

Lehrtext: Wachet, steht fest im Glauben, seid mutig und seid stark! 1.Korinther 16,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Gott ist bei dir« – ein schöner Satz aus der heutigen Losung. Aber so richtig wertvoll für dich wird er erst, wenn du ihn nicht nur hörst oder liest, sondern einen winzigen Buchstaben veränderst. Wenn es dir gelingt, aus einem ‚d‘ ein ‚m‘ zu machen. Viele schaffen das nicht. Aber du kannst das. Dir traue ich das zu, auch wenn ich dich nicht persönlich kennen sollte. Denn dass du die Losungsauslegungen liest, ist schon mal ein Hinweis für dein Interesse am Glauben.
     Vielleicht tust du dich aber schwer damit. Vielleicht bist du unsicher, ob das mit dem Glauben für dich etwas ist. Vielleicht bist du auch von Gott enttäuscht, weil das nicht eintrifft, was dir doch so wichtig ist. Vielleicht ist der Eindruck zu stark, das andere doch ganz gut leben ohne Gott zu brauchen und dass gerade auch Menschen, die du wegen ihres Verstandes schätzt, vom Glauben nichts halten. Vielleicht.
     Aber damit bist du nicht allein und schon gar nicht der Erste. Schon in biblischen Zeiten ging es Menschen so, sonst hätte der Apostel Paulus die Christen in Korinth nicht mit dem Satz aus dem heutigen Lehrtext ermuntern müssen. Die Frage ist, worauf du hörst, wovon du dich beeindrucken lässt: Ob von Menschen, die deinen Glauben madig machen und dich verunsichern oder von solchen, die dich zum Glauben ermuntern wollen.
     Paulus macht ja eine bemerkenswerten Vorschlag, wenn er sagt: »Bleibt wachsam!« Er sagt damit: „Sei aufmerksam für Gott in deinem (!) Leben. Achte auf Zeichen seiner Gegenwart. Höre genau hin auf das, was er dir zu sagen hat sei es durch sein Wort oder ein Lied oder die Freundlichkeit eines anderen Menschen oder die Wunder seiner Schöpfung. Oder alles zusammen. Habe Mut, deinen eigenen Glauben zu glauben und zu leben. Sei stark und halte auch dann an Gott fest, wenn sich die Dinge einmal nicht so entwickeln, wie du es dir wünschst.“
     Vor allen Dingen aber mach aus dem ‚d‘ ein ‚m‘ und sage ‚ Gott ist bei mir‘. Oder noch besser: Mach aus dem Wort ‚Gott‘ das Wort ‚Du‘ so wie David im 23. Psalm und sage, wenn du aufwachst und bevor du einschläfst und auch mal mitten am Tag: »Du bist bei mir!«

Gebet: Du bist bei mir am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 5. Juli 2016

Wie du dich selbst verstehen kannst. hl

Losung: Deine Hand hat mich gemacht und bereitet; unterweise mich, dass ich deine Gebote lerne. Psalm 119,73

Lehrtext: Paulus schreibt: Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus, dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis. 1.Korinther 1,4-5

Liebe Leserin, lieber Leser,

wäre es nicht besser, wir wären Tiere statt Menschen? Du fragst dich, wie ich auf die Idee komme? Das heutige Losungswort hat mich darauf gebracht. Tiere haben uns gegenüber einen gewissen Vorteil. Sie grübeln nicht über den Sinn ihres Lebens. Sie wissen nichts vom Tod. Sie können im Grunde genommen keine Fehler machen. Ihr Instinkt sagt ihnen unablässig, was sie tun sollen, ohne dass sie darüber erst viel nachdenken müssen. Doch dieser Vorteil hat eine Kehrseite. Tiere sind nicht frei. Sie tun, was sie tun müssen. Sie haben keine Wahl- und Entscheidungsfreiheit. Sie können nicht ja sagen oder nein.
Du und ich, wir sind Geschöpfe Gottes wie die Tiere. Aber wir sind in die Freiheit entlassen. So müssen wir das Leben erst noch lernen, nachdem wir auf die Welt gekommen sind. Und deshalb bittet der Mensch im Psalm 119 Gott auch noch um Einsicht, die er braucht, um nach seinen Geboten zu leben. Braucht es dazu Einsicht? Genügt es nicht, dass man Gottes Gebote im Konfirmandenunterricht lernt und dann, ohne lang zu fragen, danach lebt? Nein, das genügt nicht. Als Mensch mit Verstand willst du wissen, warum du so oder so leben, warum du dieses und jenes tun oder lassen sollst. Die Bibel sagt dazu, weil du mit Gottes Geboten am besten fährst. Sich nach ihnen zu richten, hat sich jahrtausendelang bewährt und ist noch immer richtig. Sie sind die Wegweiser durch ein Menschenleben.
Im Lehrtext spricht der Apostel Paulus davon, dass Gott uns in Jesus Christus die Gnade gegeben hat, seine Botschaft zu verstehen. Und warum? Damit ich mich selbst verstehe und in dieser Welt zurechtfinde. Zu diesem Selbstverständnis gehören diese Einsichten:

·         + Ich bin Gottes Geschöpf, von ihm gewollt, geschaffen und gesegnet.
·         + Ich bin Gottes Kind, von ihm geliebt, behütet und umsorgt.
·         + Er sucht mich, wenn ich mich in diesem Leben verirrt habe.
·         + Er führt mich auf dem Pfad der Liebe, damit ich glücklich werde und andere erfreue.
·         + Er zeigt mir den Weg der Versöhnung, auf dem ich mit anderen auskommen kann.
·         + Er vergibt mir, wenn ich vor ihm, meinen Mitmenschen und vor mir selbst versagt habe.
·         + Er steht mir in schweren Stunden bei und gibt mir Kraft, mein Leid zu tragen.
·         + Er erlöst mich durch Jesus Christus aus der Gewalt des Bösen und des Todes.

Das gilt für mich. Das gilt für dich. So jedenfalls verstehe ich seine Botschaft und so verstehe ich mich selbst. Anders gesagt, das ist mein Selbstverständnis, das aber alles andere als selbstverständlich ist. Das ich mir auch nicht selbst sagen kann. Das mir aus Gottes Wort (Bibel) zu-gesagt wird.
Manche meinen, bei Gott und in der Bibel gehe es wie (früher) in der Schule darum, ständig Pflichten zu erfüllen, seine Hausaufgaben zu machen, auch wenn man ihren Sinn nicht versteht und für tadelloses Benehmen Punkte zu sammeln. Aber Gott ist kein Oberlehrer, kein Pfarrer, kein Schiedsrichter, kein Sektenprediger und keine Sittenpolizei. Er ist unser guter Vater im Himmel, der dich und mich liebt. Warum nur ist das für viele so schwer zu verstehen, so schwer anzunehmen?

Gebet: Herr ich danke dir, dass ich mich selbst im Licht deiner Botschaft und des Glaubens verstehen kann. So weiß ich, woher ich komme, wer ich bin, wohin ich gehe und wem ich gehöre. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 4. Juli 2016

Singen solange es geht hl

Losung: Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin. Psalm 104,33

Lehrtext: Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Epheser 5,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich kenne einen betagten, über 90-jährigen Mann, der geht jeden Tag spazieren, jeden Tag, bei Wind und Wetter, sommers wie winters. Das hält ihn körperlich fit. Aber er betet auch täglich und geht jeden Sonntag in den Gottesdienst ob in den traditionellen Kirchengottesdienst mit alten Chorälen oder in den zeitgemäßen Lichtblickgottesdienst mit neuen Songs. Das hält ihn seelisch fit. Ich weiß nicht, ob er daheim jeden Tag ein Loblied singt. Neulich sagte er mir, dass es nun leider mit dem Singen nicht mehr so gut gehe. Aber immerhin hat er rund 90 Jahre seinem Gott gesungen, hat die heutige Losung beherzigt. Und wenn es in der Familie ein Fest zu feiern gibt, ist es sein Wunsch, dass auch seine Kinder, Enkel und Urenkel mitsingen. So hat er auch sie, wie es der Lehrtext sagt, ermuntert, Loblieder zu singen und zu lernen.
Vielleicht gibt es ja Leute, die ihn deswegen als schrulligen alten Herrn belächeln. Ich bewundere ihn. Ich bewundere seinen Glauben, seine Disziplin, seine Beharrlichkeit und dass er auf die Meinung derer, die ihn belächeln, nichts gibt. Deswegen muss ich ihm nicht alles nachmachen. Aber er hat offenbar, was seine Lebensweise betrifft, ziemlich viel richtig gemacht. Da kann ich mir schon was abschauen.

Gebet: Herr, danke für die Musik, für dieses wunderbare Geschenk, womit du so viele erfreust. Erhalte mir die Fähigkeit zu singen solange es geht. Denn damit mache ich nicht nur dir eine Freude, sondern tue mir etwas Gutes. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 3. Juli 2016

Das David-Prinzip hl

Predigt von Hans Löhr im Lichtblickgottesdienst
  
Liebe Freunde,

in dieser Predigt geht es um einen Schuss nach hinten, um einen Riesen, um den 14. August 1994, um einen Stein, der in deinem Leben vielleicht noch mal eine große Rolle spielen kann und um Isländer,

Fangen wir mit Otto an. Mit ihm war ich schon im Kindergarten befreundet. Als wir so um die 10 Jahre alt waren, haben wir mit Perlonstrümpfen Zielschießen geübt. Woher wir die Strümpfe hatten, will ich gar nicht mehr so genau wissen. Jedenfalls stopften wir in die Perlonstrümpfe zwei Hände Sand und schleuderten sie gegen die Wand eines Lagerhauses. Während des Krieges waren darin Munitionskisten gestapelt. Jetzt also schossen wir von außen darauf, zumindest hatten wir das vor. Otto fing an. Er wirbelte den Strumpf mit dem Sand ein paar Mal heftig über den Kopf. Doch bevor er ihn loslassen konnte traf er sich selbst damit an der Stirn. Da hat‘s ihm die Beine weggezogen und er fiel auf den Hintern. Gott sei Dank ist nichts passiert. Er war nur etwas benommen. Der Sand hat keinen Schaden angerichtet. Ich aber habe so gelacht, dass ich erst mal selber nicht mehr schleudern konnte. Dieser Schuss ging im wahrsten Sinn des Wortes nach hinten los.

Also so darf man‘s nicht machen, wenn man mit einer Schleuder schießen will. Da hat es David schon besser gemacht. Ihr alle kennt die Geschichte, wie er damit den Riesen Goliath erledigt hat. Bemerkenswert ist das eklatante Missverhältnis. Auf der einen Seite der junge und noch kleine David, vielleicht 12 Jahre alt wenn überhaupt, ein Hirtenjunge, eine Schleuder und ein Stein. Auf der anderen Seite Goliath, eine Hühne, wie die Bibel sagt, militärisch ausgebildet und kampferprobt, angetan mit einer schweren Rüstung und bewaffnet mit Schwert und Lanze. Die ganze israelitische Armee unter König Saul zitterte vor ihm, ließ sich von ihm verhöhnen und es sich gefallen lassen, wie er ihren Gott schmähte.
Keiner traute sich mit ihm zu kämpfen. Alle hatten sich mit ihrer Niederlage abgefunden. Nur der kleine David nicht. Und so kam es zum berühmtesten Zweikampf der Weltgeschichte. Wie er ausging, weiß noch heute jedes kleine Kind zumindest da, wo Religion in der Familie noch eine Rolle spielt.
Besonders bemerkenswert ist der Satz, mit dem David den Goliath entgegengetreten ist. Er sagte: »Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen Gottes, den du verhöhnt hast. Heute wird dich der HERR in meine Hand geben.« Und der Schuss aus seiner Schleuder ging nach vorne los, traf Goliath an der Stirn und fällte ihn vor aller Augen. Das war der Sieg der Israeliten über die Philister. Sie flohen in Panik, als sie sahen, dass ihr starker Held erledigt war.

Aber ich spreche zu euch heute nicht in erster Linie über David und Goliath, sondern nehme diese Geschichte nur als Beispiel für das Bibelwort, das dieser Predigt zu Grunde liegt. Es steht im ersten Brief des Johannes im Kapitel 5 Vers 4 und heißt: »Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.«
Jemand, der mit dem Glauben nichts anzufangen weiß, lacht über dieses Wort wie Goliath zunächst über David gelacht hat. ‚Ihr Christen nehmt aber den Mund ganz schön voll. Mit eurem Glauben, der heutzutage sowieso kaum noch eine Rolle spielt, wollt ihr die Welt überwinden? Das ist doch lächerlich!‘

Was würdest du denn einem solchen Menschen entgegnen? Könntest du ihm voller Überzeugung antworten und sagen: ‚Ja, das kann ich. Mit meinem Glauben kann ich die Welt überwinden; denn mein Glaube ist der Sieg!‘ Ich denke mir, dass sich der eine oder andere hier schon schwertun würde mit einer Antwort auch wenn er von sich sagen kann, dass er glaubt. Aber wie ist dann dieses Bibelwort zu verstehen?

Jetzt kommen der 14. August 1994 und die Isländer ins Spiel. Wer von euch ist Fan von Bayern München? Bitte mal die Hand hoch. Keine Angst, die Clubfans hier dürfen euch nichts tun. Erinnert ihr euch an jenes Datum? Die größte Schmach eures Vereins. Es ging um die Vorrunde des DFB-Pokals. Damals hat der fränkische Dorfverein Vestenbergsgreuth den amtierenden deutschen Meister Bayern München sensationell mit 1:0 besiegt und aus dem Pokalwettbewerb geworfen. Das war auch so eine David-Goliath-Geschichte wie die vom letzten Dienstag, als bei der Europameisterschaft in Frankreich die Isländer die wesentlich stärkeren Engländer besiegt und nach Hause geschickt haben. Und am Freitag haben es ihnen die Waliser nachgemacht und Belgien aus dem Wettbewerb gejagt. Von solchen David-Goliath-Geschichten lebt der Sport. Solche Überraschungen begeistern, wenn Klein gegen Groß gewinnt. Demgegenüber ist das Ergebnis des über weite Strecken eher langweiligen Spiels Deutschland gegen Italien von gestern Abend keine Sensation.

Aber hier geht es jetzt um das Bibelwort vom Glauben, der siegt und die Welt überwindet. Das gilt auch für die Spieler der drei genannten kleinen Mannschaften, die gegen übermächtige Gegner gewonnen haben. Ihre Siege waren nur möglich, weil sie an ihre Chance geglaubt haben, weil sie sich nicht von vornherein geschlagen gegeben haben, weil sie in scheinbar auswegloser Situation trotzdem bis zum Umfallen gekämpft haben und schließlich dafür mit einem nicht für möglich gehaltenen Sieg belohnt worden sind.
Diese Fußballer haben an sich selbst geglaubt und Großes erreicht. Und du, der du an Gott glaubst, kannst du nicht auch Großes, vielleicht sogar noch Größeres erreichen?

Denk an David, der sich nicht auf die eigene Kraft verlassen hat, der nicht einmal an sich selbst geglaubt hat, sondern ausschließlich an Gott und sich ganz und gar auf ihn verlassen hat. Ich weiß nicht, ob er für dich ein Vorbild ist. Für mich schon. Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich ein David sein will, so oft ein Goliath um die Ecke biegt, um mich zu erschrecken und zu besiegen.
Und so ein Goliath hat viele Namen. Jedes schlimme Ereignis, jede Katastrophe im Leben ist so ein Goliath: Der Verlust eines lieben Menschen durch Trennung oder Tod, ein finanzielles Desaster, ein Unfall, eine schwere Sucht, die Sorge um ein Kind, das auf die schiefe Bahn geraten ist und so weiter. Doch der Goliath, dem viele von uns schon begegnet sind, ist wohl meistens eine bedrohliche Krankheit.

Was willst du all diesen Goliaths sagen, die dich fertig machen und erledigen wollen? Willst du vor ihnen wimmern und jammern? Das wird dir nicht helfen. Willst du dich ergeben oder gleich tot stellen? Das wird dich nicht retten. Aber das kannst du tun: Du kannst deinem Goliath sagen: „Du kommst dir wohl ganz schön groß und mächtig vor. Aber sei auf der Hut. Wir sind zu dritt: Gott, dieser Stein und ich. Gemeinsam werden wir dich besiegen!“

Und dann nimm den Stein auf (HL bückt sich und hebt einen Kieselstein vom Boden auf), das Zeichen deines Widerstands. Und dann sage: ‚Herr, ich gebe jetzt mein Bestes und werde gegen meinen Goliath bis zum Umfallen kämpfen. Und dabei verlasse ich mich drauf, dass du mit mir kämpfst und wir gemeinsam diese böse Macht besiegen.‘ Ja, so kannst du sagen und glauben und kämpfen. Und der eine oder andere von euch hier hat das bestimmt schon mal gemacht und die eine oder andere Schlacht in seinem Leben gewonnen. Nein, sich ergeben ist keine Option. Warum soll man sich auch ergeben, wenn man den Schöpfer der Welt auf seiner Seite hat?

Und trotzdem kann ich nicht versprechen, dass wir jedes Mal siegen, wenn wir kämpfen und glauben. Zumindest unseren letzten Kampf in diesem Leben werden wir verlieren. Und vielleicht auch den einen oder anderen Kampf zuvor. Dann kommt es eben doch zur Scheidung oder die Krankheit ist nicht heilbar oder das Kind kriegt die Kurve nicht mehr oder die Arbeitsstelle ist weg und das Haus geht verloren und so weiter. Das alles kommt immer wieder vor, täglich.
Was soll dann das Bibelwort für diese Predigt, in dem es heißt: »Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat?« Ist dann nicht für dich und alle anderen sichtbar, dass du verloren hast?

Äußerlich gesehen, ja. Aber du kämpfst ja noch einen anderen Kampf. Tief in dir ist noch ein anderer Kampfplatz. Da geht es um dein Innerstes, um deinen Wesenskern, um deine Persönlichkeit, um deine Seele. Auch wenn du äußerlich gesehen verloren hast, bist du doch in deinem Innersten noch nicht besiegt.

Als Dietrich Bonhoeffer zum Jahreswechsel 1944 auf 1945 in seiner Todeszelle saß, hat er die weltbekannten Verse gedichtet: »Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.«
Ja, äußerlich gesehen hat Bonhoeffer verloren. Drei Monate später, am 9. April 1945, wurde er von den Nazis im KZ Flossenbürg gehenkt. Als er nackt zum Galgen hinaufstieg, sagte er: »Das ist das Ende; für mich der Beginn des neuen Lebens.« Alles konnten ihm die Schergen nehmen: Die Freiheit, den Kontakt zu seinen Lieben, die Kleider, das Leben. Aber die Seele tief in seinem Inneren, an die kamen sie nicht heran. Dort, auf diesem Kampfplatz, hat Dietrich Bonhoeffer mit seinem Glauben die Welt der Nazis überwunden und besiegt.
Als meine Vorfahren vor etwa 250 Jahren aus ihrer Heimat bei Salzburg wegen ihres evangelischen Bekenntnisses vertrieben worden sind, da konnte man ihnen alles nehmen: Die Heimat, ihre Höfe, das Vieh, den ganzen Besitz, ja sogar die Kinder. Aber ihren Glauben konnte man nicht nehmen. Den haben sie mitgebracht hierher nach Franken und wieder neu angefangen.
Als Pfarrer habe ich an dem einen oder anderen Sterbebett gestanden. Manche sind mit vor Angst weit aufgerissenen Augen gestorben. Aber andere konnten getrost Abschied nehmen. Die haben an Gott festgehalten und mit ihm an der Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort haben wird.

Ja, diese Welt ist eine schöne Welt, solange es uns gut geht. Aber irgendwann ist sie auch für jeden von uns eine Goliath-Welt. Dann hebe den Stein auf und sage zu ihr, wenn sie dich unterkriegen, ja zerstören will, sag ihr: „Du magst groß und mächtig sein. Aber sei auf der Hut. Wir sind zu dritt: Gott, dieser Stein und ich. Gemeinsam werden wir dich besiegen!“
Liebe Freunde, Gott liebt die Davids. Und damit du das nicht vergisst, damit du nicht aufgibst, sondern in seinem Namen jede Herausforderung annimmst, was sie auch sei, such dir einen solchen Stein. Lege ihn auf deinen Nachttisch oder steckt ihn in deine Tasche, wenn du dorthin musst, wo es schwierig wird: in ein Konfliktgespräch, vor Gericht oder ins Krankenhaus zu einer Operation... Und dann nimm ihn in die Hand und sage zu dir: „Wir sind zu dritt. Wir überwinden.“

Amen

Hier die Predigt im Original zum Nachhören mit dem Schlacht- und Siegesruf der Isländer wie er bei den Mittelfranken klingt..

Samstag, 2. Juli 2016

Wieder gesund hl

Losung: HERR, mein Gott, als ich schrie zu dir, da machtest du mich gesund. Du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurückgerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren. Psalm 30,4

Lehrtext: Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes. Kolosser 1,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du schon mal mit einem Fuß im Grab gestanden? Warst du schon mal so krank, dass man dich fast aufgegeben hatte? Und hast du dann Gott angefleht, dein Leben zu retten und dich wieder gesund zu machen? Dann weißt du, wovon König David im heutigen Losungswort spricht. Dann ist das nicht nur irgend so ein Bibelvers, sondern eine prägende Erfahrung, die du nicht  mehr vergessen wirst.
Als ich fünf Jahre alt war, ging es mir so auf die Isolierstation des Krankenhauses. Vermutlich war mir der Ernst meiner Lage gar nicht bewusst. Damals haben andere für mich gebetet und Gott um mein Leben angefleht. Meine Mutter sagte mir, dass mein Vater auf der  Gartenbank gesessen und geweint habe. Das hat mich noch im Nachhinein berührt. Ob auch er gebetet hat? Er hat es mir nicht gesagt. Aber ich nehme an, dass es so war.
Heutzutage sagt man eher, dass die Ärzte einen Patienten gerettet haben. Nun ja, ich möchte auf die Hilfe von Ärzten und der modernen Medizin nicht verzichten, wenn ich schwer krank bin. Gott stellt auch sie in seinen Dienst, ohne dass die meisten es wissen wollen. Aber wir Menschen neigen nun einmal dazu, unsere Möglichkeiten zu überschätzen. Warum, medizinisch gesehen, Menschen wieder gesund werden, kann auch  ein seriöser Arzt nicht mit letzter Sicherheit sagen. Das ist zumindest das Ergebnis neuerer, wissenschaftlicher Untersuchungen auf diesem Gebiet. Im Licht der Bibel und des Glaubens aber sage ich, dass Gott mein Leben und meine Gesundheit in der Hand hat und somit auch das letzte Wort, ob ich sterben soll oder leben.
Der heutige Lehrtext sagt, dass ich von Christus bereits gerettet bin aus der Macht der Finsternis und damit auch des Todes. Das ist auch der Sinn der Taufe. Ich verstehe das so, dass ich in Jesu Reich, in seinem Macht-Bereich bin und bleibe, auch wenn ich sterbe.

Gebet: Herr, ich gehöre dir, von Anfang an. Wem sonst? Du weißt, was mit mir geschehen wird. Du behütest mein Leben, aber du setzt ihm auch ein Ziel. Und wenn es dein Wille ist, rufst du mich wieder zu dir. Bis dahin aber setze ich mein ganzes Vertrauen auf dich, dass du meine Gebete und Bitten hörst, wenn ich oder andere in Not sind. Du hast bisher geholfen. Das wirst du auch künftig tun. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Freitag, 1. Juli 2016

Vom Umgang mit Geld hl

Losung: Was bin ich? Was ist mein Volk, dass wir freiwillig so viel zu geben vermochten? Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir's gegeben. 1.Chronik 29,14

Lehrtext: Paulus schreibt: Im Augenblick habt ihr mehr als die andern. Darum ist es nur recht, dass ihr denen helft, die in Not sind. Wenn dann einmal ihr in Not seid und sie mehr haben als ihr, sollen sie euch helfen. So kommt es zu einem Ausgleich zwischen euch. 2.Korinther 8,14

Liebe Leserin, lieber Leser,

fällt es dir leicht zu geben oder hast du eher Probleme damit? Warum der eine viel und gern gibt und der andere das nicht kann, hat verschiedene Gründe. Vielleicht ist es sein Naturell, oder es sind Prägungen in seiner Kindheit, oder Erfahrungen mit Armut, oder einfach Angst vor der Zukunft.  Ich wäre deshalb vorsichtig, jemanden geizig zu nennen, weil er weniger gibt als andere. Keiner kann so ohne weiteres aus seiner Haut. Und auch der absolute Betrag sagt wenig aus. 20 Euro von einer Frau mit kleiner Rente sind mehr als 2000 Euro von einem Vermögenden.
Aber warum soll man geben für einen guten Zweck? Die heutige Losung gibt darauf eine klare Antwort: Weil uns unser Besitz und das Geld von Gott nur geliehen sind. Das sagt zum Beispiel König David, nachdem er im Volk die Gaben für den Bau des Tempels gesammelt hatte. Danach betet er: »Herr, wer bin ich schon, und was ist mein Volk, dass wir dir heute so viel geben konnten? Denn alles, was wir besitzen, kommt von dir. Wir sind vor dir nur Gäste auf dieser Erde, Fremde ohne Bürgerrecht, so wie unsere Vorfahren. Unser Leben ist vergänglich wie ein Schatten
Ob es viele Gläubige in unserer Gesellschaft sind, die diese Einsicht heute teilen?
Es gibt unter uns die Redensart, dass man mit warmen Händen geben soll, also solange man noch am Leben ist. Schließlich gilt auch das andere Wort: „Das Totenhemd hat keine Taschen“.
Paulus kannte die Erfahrung, dass sich noch zu Lebzeiten das Blatt schnell wenden kann und diejenigen, die ehemals genug hatten, um anderen davon abzugeben, selbst in die Lage kamen, dass sie auf die Großzügigkeit anderer angewiesen waren (Lehrtext). Darum wünsche ich mir und uns allen, dass wir noch recht lange die Möglichkeit haben, andere zu unterstützen. Das ist ein Zeichen dafür, dass wir noch mehr als genug haben. Noch! Auch der Wohlstand der meisten Bürger in den westlichen Industriestaaten ist vergänglich und gerät mit wachsender Gier in Gefahr.

Gebet: Herr, alles, was ich bin und habe, kommt von dir. Alles. Du hast es gegeben. Du wirst es nehmen. Schenke mir die Einsicht, dass mir mein Eigentum von dir nur geliehen ist, damit ich verantwortlich damit umgehe. Und so danke ich dir für alles, was du mir anvertraut hast und bitte dich, dass ich nicht nur nehmen, sondern auch geben kann, nicht nur festhalten, sondern auch loslassen und es lerne, großzügig zu sein. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr