Donnerstag, 15. Januar 2015

Stadt-Bilder ebl

Losung: Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass die Stadt des HERRN gebaut werden wird. (Jer.31, 38)

Lehrtext: Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen sein. (Matth. 5, 14)

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele Sätze in der Bibel nutzen Bilder, im Alten Testament genau so wie im Neuen. Jesus redet oft in Bildern, damit die Leute sich besser merken können, was er ihnen mitgeben will. Das Bild für heute ist die Stadt. Der Losungs-Vers zeichnet die Vorstellung von einer Stadt, die Gott mit seinen Menschen gemeinsam bauen wird. Das ist ein Bild für neue Hoffnung. Dieses Bild brauchen die Israeliten dringend - denn sie leben in Kriegszeiten und die meisten von ihnen sind in Kriegsgefangenschaft. "Aber Gott fängt mit uns neu an. Ich bin ganz sicher. Gebt die Hoffnung nicht auf", sagt der Prophet Jeremia seinen Leuten in dieser Situation.
Jesus nimmt das Bild von der Stadt her, um seinen Zuhörern klar zu machen, dass Christen immer erkennbar sind: "Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann man einfach nicht übersehen. So ist das auch mit euch und eurem Leben. Wenn ihr meine Nähe sucht und auf mich vertraut, dann wird man euch das abspüren. Das könnt ihr gar nicht verstecken. Sollt ihr auch nicht. Weil es anderen Leuten, die mit euch zu tun haben, gut tun wird. Sie könnten neugierig werden auf mich - das ist das Schönste, was passieren kann. Ihr wisst schon vieles von mir. Gebt anderen weiter, was ihr bisher von mir schon mitbekommen habt." So können wir den Lehrtext heute hören.

Gebet: Vater, danke für die Bilder, die wir in der Bibel finden. Sie helfen uns, zu verstehen, was du uns sagen willst. Du machst uns heute Hoffnung. Egal, wie unser Leben gerade ist - es gibt ein morgen. Du baust gemeinsam mit uns daran. Das ändert unser Leben schon jetzt von Grund auf. Lass uns 'Leuchtfeuer' für dich sein, dass auch andere auf dich aufmerksam werden und dich für ihr Leben entdecken. Amen.

Guten Mut für die zweite Hälfte der Woche!


Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 14. Januar 2015

Gern hören ebl

Losung: Rede, Herr, denn dein Knecht hört. (1. Sam. 3, 9)

Lehrtext: Eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf Acht hatte, was von Paulus geredet wurde. (Apg. 16, 14)

Liebe Losungsgemeinschaft,

erst einmal herzlichen Dank dafür, dass manche von euch/von Ihnen sich tatsächlich die Mühe gemacht haben und mir gestern ihren Konfi-Spruch und ihre Gedanken dazu geschickt haben. Das hat mich sehr gefreut und bringt uns im Namen Jesu wieder ein Stückchen näher zusammen.
'Hören' und 'hören' scheint nach den heutigen Bibelversen zweierlei. Es gibt interessante psychologische Einsichten über das Hören - so zum Beispiel die, dass wir das, was wir oft hören, lieber mögen als das völlig Unbekannte. Der Grund: Unser Gehirn freut sich über den Wiedererkennungseffekt und die geringere Mühe beim Merken.
Wir können also selber etwas dafür tun, dass wir Gottes Wort gern 'hören', indem wir uns häufig damit beschäftigen. Indem ihr diese Auslegung lest, seid ihr da schon mittendrin. Doch es kommt nach der Aussage der Bibel noch etwas Zweites dazu: Gott arbeitet auch daran, dass unser Gehör für ihn und sein Wort im Lauf der Zeit immer feiner wird. Es ist ein Lernprozess, der Jahre dauert. Was bei Samuel quasi im Zeitraffer passiert (siehe 1. Samuel 3, Verse 4 ff.), kann bei anderen Jahrzehnte dauern. Macht nichts. Wir können darum heute Gott gezielt bitten: (Gebet)  "Herr, lass uns das mit ganzem Herzen aufnehmen, wenn wir die heutigen Bibelverse lesen, wenn wir mit anderen Leuten reden, wenn wir in einem Gottesdienst sind oder Lobpreis-Lieder hören. Du steckst manche Botschaft für uns zwischen die Zeilen. Hilf uns, dass wir sie entdecken und aufmerken, wenn du mit uns redest. Amen."

Einen herzlichen Gruß aus Sommersdorf!

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 13. Januar 2015

Lichtgestalt EBL

Losung: "Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe?", spricht der HERR. "Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?", spricht der HERR. (Jer. 23, 24)

Lehrtext: Lebt als Kinder des Lichts. (Eph. 5, 9 - nicht Vers 8, wie im Losungsheft angegeben ...)

Liebe Losungsgemeinschaft,

vom Lehrtext kann ich euch auswendig den Teil von Vers 9 schreiben, der im Losungsheft nicht abgedruckt ist. Er heißt "...- die Frucht des Lichtes ist lauter Gütigkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit." Dreimal dürft ihr raten, was es mit diesem Vers auf sich hat. Richtig - es ist mein Konfirmationsspruch. Deshalb kann ich ihn auswendig. Mir 1980 von unserem damaligen Pfarrer in Poppenreuth zugesprochen, also nicht von mir ausgesucht. Ich weiß noch haargenau, was ich empfunden habe, als unser Pfarrer, zugleich Doktor der Philosophie und der Theologie, diesen Satz damals laut und deutlich in Verbindung mit meinem Namen in der Kirche vor allen Leuten ausgesprochen hat. "Nein." habe ich gedacht. "Lauter Sachen denken und sagen und machen, die gütig und gerecht und wahr sind - vergiss es. Und vorneweg ein Befehl: 'Lebt als die Kinder des Lichtes.' Das wird nicht mein Lebensmotto."
Da ging es nach meinem Eindruck so sehr um mein Verhalten. Um das, was ich doch als Christin (als Teenager mit 13 Jahren!) bitte tun soll. Und mir dabei immer gewiss sein muss, dass Gott immer und überall ist und alles mitkriegt (siehe Losung).
Doch der Vers bekommt erst Sinn, wenn ich lese, was Paulus an die Epheser in den Zeilen vorher schreibt: "Ihr seid Licht in dem HERRN." Damit meint er, dass wir dank Jesus ganz anders dastehen als ohne ihn. Er 'färbt' auf uns ab. Wir spiegeln gleichsam das Licht, das von ihm ausgeht. So werden wir selber zu 'Lichtgestalten'. "Also durchatmen. Einfach Jesus im Blick behalten und mutig drauflosleben." So verstehe ich meinen Konfispruch heute. Und kann damit gut leben.

Gebet: Danke, Herr, dass ich nicht aus mir selber heraus eine Lichtgestalt sein muss. Es reicht, dass ich dein Licht wiederspiegle. Und das passiert von ganz allein, wenn ich in deiner Nähe bin. Danke, dass ich frei und ohne Zwänge mein Vertrauen in dich leben kann. Amen.

Kennst du deinen / kennen Sie Ihren Konfispruch? Gibt es dazu oder damit eine Geschichte? Ich würde mich über ein paar Zeilen von dir / Ihnen freuen.

Herzliche Grüße,

Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 12. Januar 2015

Freier Zugang ebl

Losung: Noah fand Gnade vor dem HERRN. (1. Mose 6, 8)

Lehrtext: Wir glauben, durch die Gnade des HERRN Jesus selig zu werden. (Apg. 15, 11)

Liebe Leserin, lieber Leser,

anhand der Lebensgeschichte von David haben wir im letzten Lichtblick-Gottesdienst gelernt, dass 'Gnade' nichts anderes ist als die liebevolle Zuwendung Gottes zu uns, die wir uns nicht etwa erst verdienen müssen, sondern die das Wesen Gottes ist und uns deshalb ohne unsere Vorleistung begegnet. Ich möchte das 'Gnade finden' von Noah daher so verstehen, dass er sich an Gott gewandt hat, also seine Nähe gesucht und auf diese Weise Gottes liebevolle Zuwendung erfahren hat.
Ich nehme diese Deutung mit dem Mut meines Vertrauens in Jesus Christus vor. Denn er hat uns 'ultimativ' den Zugang zur Liebe Gottes verschafft und mögliche letzte Zweifel daran, hervorgerufen durch unsere menschlichen Schwächen, ausgeräumt. Unser Zugang zu Gott ist durch nichts mehr zu verschütten  - wir müssen ihn nur nutzen. Diese Verantwortung bleibt uns als freien Geschöpfen Gottes.

Einen zuversichtlichen und behüteten Start in die neue Woche wünscht dir und Ihnen

deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Sonntag, 11. Januar 2015

Persönlicher Betreuer (Predigt) hl

Predigt von Hans Löhr am ersten Sonntag nach Epiphanias, 11.1.2015
Predigttext: Jesaja 42,1-9 (Auswahl)
Thema: Persönlicher Betreuer

Liebe Gemeinde,
hat jemand von euch einen ‚personal trainer‘, einen der dich für 130 Euro die Stunde persönlich trainiert und individuell betreut? Niemand? Also die Reichen und Berühmten in unserem Land haben solche Trainer. Da musst du dich dann nicht mehr selber zum Joggen oder Laufen aufraffen. Da kommt einer ins Haus und macht mit dir das entsprechende Programm. Nicht schlecht, was? Aber 120 Euro die Stunde?
Daneben gibt es auch noch Psychologen und Psychotherapeuten, die sich um deine innere Verfassung bemühen. Besonders in persönlichen Krisenzeiten ist es gut, wenn dich solche Fachkräfte unterstützen und dir helfen, wieder in die Spur zu kommen. Doch eine solche Begleitung gibt es in der Regel nur auf Zeit und nicht lebenslang. Das wäre auch zu teuer.
Nicht jeder will oder kann sich eine solche persönliche Betreuung leisten. Vieles kann man ja auch aus eigenem Antrieb oder mit Unterstützung von Freunden oder Angehörigen tun. Und doch wäre es gut, wenn es einen solchen persönlichen Begleiter gäbe, der dich in allen Lebenslagen unterstützt.
Damit sind wir beim heutigen Bibelwort für die Predigt. Es steht beim Propheten Jesaja im Kapitel 42 und lautet:
Der Herr spricht: "Seht, hier ist mein Bote. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, und er wird den Menschen mein Recht verkünden. Aber er schreit es nicht hinaus; er ruft nicht laut und lässt seine Stimme nicht durch die Straßen der Stadt hallen. Das geknickte Schilfrohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Unbeirrbar sagt er allen, was wahr und richtig ist. Du, mein Bote, wirst den Menschen zeigen, was ich von ihnen will, ja, für alle Menschen mache ich dich zu einem Licht, das ihnen den Weg zu mir zeigt. Den Blinden sollst du das Augenlicht geben und die Gefangenen aus ihren Zellen holen. Alle, die in Finsternis sitzen, sollst du aus ihrer Gefangenschaft befreien.“
Dieser Bote, von dem Gott spricht, ist so etwas wie ein ‚personal trainer‘. Gott schickt ihn nicht zu dir allein, sondern zu allen Menschen, die den Weg zu Gott suchen. Aber er schickt ihn auch zu dir ganz persönlich. Denn was Gott in der Bibel sagt, das gilt nicht irgendwem, das gilt dir und mir - ganz persönlich.
Schon immer haben Christen gesagt, dass dieser ‚Bote‘, von dem im Alten Testament die Rede ist, Jesus Christus selbst sei. Und ich schließe mich diesem Glauben an. Aber brauchen wir ihn denn als ‚personal trainer‘, als persönlichen Begleiter und Betreuer? Brauchst du ihn?
Ich möchte jetzt einmal von mir sprechen, warum ich meine, dass ich Jesus im Alltag brauche. Zuallererst begegnet mir in ihm Gott selbst. Durch ihn kann ich eine persönliche Beziehung zu Gott haben. Ohne ihn wäre Gott ein unvorstellbares, abstraktes Wesen, irgendetwas Höheres, das mir letztlich fremd bleibt. Ein inzwischen verstorbener Kirchenvorsteher sagte einmal zu mir: „Herr Pfarrer, da droben muss etwas sein.“ Er glaubte, dass es eine höhere Macht gebe. Aber er kannte sie nicht. Sie war für ihn trotz zahlloser Stunden Religions- und Konfirmandenunterricht, trotz Christenlehre und Predigten ein „Etwas“, nicht erkennbar, nicht beschreibbar und darum hatte er offenbar auch kein persönliches Verhältnis zu Gott.
Mir ist das zu wenig. Manchmal wache ich nachts auf, weil mich irgendein Traum beunruhigt hat. Und dann liege ich wach und denke über dies und das nach. Und wenn ich nicht aufpasse, gleiten meine Gedanken in eine Abwärtsspirale. Dann mache ich mir Sorgen, wie es mit mir weitergeht, auch gesundheitlich oder was aus meinen Kindern wird. Oder ich mache mir Vorwürfe, dass ich dies und jenes in meinem Leben hätte anders machen müssen. 0der ich trauere dem nach, was ich mir mal erträumt habe, was aber nicht eingetreten ist und bilde mir ein, dass andere mehr Glück in ihrem Leben haben. Wenn es mir so geht, dann ziehe ich die Notbremse: Ich lege meine Hände zusammen und sage: „Himmlischer Vater, ich will diese negativen Gedanken jetzt nicht haben. Und darum danke ich dir für das, was jetzt gut ist... Natürlich hätte mir dies oder jenes auch noch gefallen. Aber du hast mir auch so schon so viel in meinem Leben gegeben, was mich zufrieden und froh macht. Du bist mir in Jesus nahe gekommen und zu mir freundlich und gütig, Du verzeihst mir meine Schwächen und meine Schuld. Immer wieder hast du geholfen und wirst das auch weiterhin tun. Auch jetzt bist Du da und umgibst mich von allen Seiten. In deiner Nähe fühle ich mich geborgen. Da kann ich loslassen, was mich beunruhigt und es dir abgeben. Gib mir deinen Frieden, dass ich jetzt weiterschlafen kann. Amen.“
Ja, liebe Freunde, manchmal fühle ich mich wie ein geknicktes Rohr oder ein glimmender Docht. Dann bin ich nicht so stark, wie ich nach außen vielleicht erscheine. Dann tut es mir gut, dass mich mein Herr nicht anbrüllt wie ein Spieß auf dem Kasernenhof, sondern mit leiser Stimme mir gut zuredet. Dann tut es mir gut, dass er mich nicht noch fertig macht, wenn ich ohnehin schon schwermütig bin, nicht zerbricht, wenn ich schon geknickt bin und den letzten Funken Selbstvertrauen nicht noch austritt, wenn ich ohnehin schon an mir zweifle. Dann tut es mir gut, dass er ein warmes und tröstendes Licht für mich ist, das mich befreit, wenn ich in meinen schwarzen Gedanken gefangen bin.
Haben wir nicht einen wunderbaren, liebevollen und fürsorglichen Gott, der sich so ganz persönlich um jeden einzelnen von uns kümmert? Ich sehe das wenigstens so und wünsche euch, dass ihr das auch so sehen könnt. Er lässt mich nicht im Stich und dich auch nicht. Daran glaube ich. Und er zeigt mir, was er von mir will, dass ich in allen Lebenslagen ihm vertraue, bei allen Entscheidungen ihn frage und meinen Mitmenschen so begegne, wie er mir begegnet. Das ist eine Aufgabe, die meinem Leben Sinn gibt.
Dieser Gott setzt seinen Willen nicht mit Gewalt durch und will auch nicht, dass ich einem anderen Gottes Willen aufzwinge. Er lässt sich nicht beleidigen von dummen Sprüchen oder Karikaturen. Und er will auch nicht, dass ich seinetwegen beleidigt bin. Darum sagt Jesus: »Segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.« (Lukas 6,28)  
Es ist nicht meine Aufgabe, andere Menschen zu nötigen, dass sie glauben wie ich glaube. Aber es ist meine Aufgabe, dass ich durch mein Beispiel andere zu meinem Glauben einlade. Die Welt ist nicht so, wie ich sie gern hätte. Aber ich kann einen kleinen Beitrag leisten, dass sie ein bisschen menschenfreundlicher und friedlicher wird. Meine Waffen als Christ in diesem Kampf heißen heißen nicht Sturmgewehr, Bomben und Geiseln, sondern Glaube, Liebe, Hoffnung. Es wäre schön, wenn wir uns gemeinsam dafür einsetzten.
Wir sind dabei ja nicht allein, sondern Gott gibt uns dazu seinen Boten, den ‚personal trainer‘, den persönlichen Begleiter Jesus Christus. Ich glaube, wir brauchen ihn für ein friedliches Zusammenleben im Kleinen wie im Großen. Und ich brauche ihn für mich ganz persönlich. Amen

Wohin? hl

Losung: Hilf, HERR! Die Heiligen haben abgenommen, und gläubig sind wenige unter den Menschenkindern. Psalm 12,2

Lehrtext: Jesus fragte die Zwölf: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Johannes 6,67-68

Liebe Leserin, lieber Leser,

früher war eben doch nicht alles besser, wenn schon in der Bibel darüber geklagt wird, dass nur wenige gläubig sind, wenn Paulus schreibt: »Der Glaube ist nicht jedermanns Ding«, und wenn selbst Jesus erleben muss, dass viele, die zunächst von ihm begeistert waren, von ihm wieder weggehen. Daraufhin fragt er seine Jünger: »Wollt ihr auch weggehen?« (Lehrtext).  
Wie ist das bei Ihnen / dir mit dem Glauben? Ich denke, dass man bei dir ein gewisses Interesse voraussetzen kann, sonst würdest du diesen Text hier nicht lesen. Und sonst? Wie antwortest du auf die Frage, die Jesus dem Simon Petrus gestellt hat?:  ………………………

Gebet: Herr, wie soll ich glauben können, wenn du mir dabei nicht hilfst? Immer wieder sprichst du mich aufs Neue an durch die Worte der Bibel, durch Lieder und immer wieder auch durch Menschen. Hör nicht auf, mich anzusprechen und zum Glauben herauszufordern. Denn wohin sollte ich auch gehen ohne dich? Welchen Sinn sollte mein Leben dann haben? Und was sonst mir Zuversicht geben? Amen

Herzliche Grüße und einen gesegneten Sonntag!

Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 10. Januar 2015

Dann geht es gut hl

Losung: Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. 5.Mose 6,4

Lehrtext: Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung. 1.Timotheus 2,5-6

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie möchten, dass es Ihnen gut geht und du und ich, wir wollen das auch. Wie also sollen wir leben? Was sollen wir tun?
Vorgestern bekam ich eine Spam-E-Mail, darin wurde mir viel Geld versprochen, von dem ich mir schöne Autos und schöne Frauen kaufen könnte. Und das alles, ohne zu arbeiten. Ich müsse nur in einem Internet-Casino mit garantierten Gewinnchancen spielen.
Wenn ich so blöd wäre und das wirklich täte, ginge es mir dann gut? Bevor ich mir ein einziges Auto kaufen könnte, wäre mein gesamtes Geld bereits verspielt. Und mir eine schöne Frau kaufen? Meine ist schöner und sie wurde mir geschenkt.  Also dieser Weg kommt nicht infrage.
Doch welcher dann?
Im heutigen Losungswort und den nachfolgenden Sätzen zeigt Mose den Weg. Er sagt: »Hört, ihr Israeliten! Der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Ihr sollt ihn von ganzem Herzen lieben, mit ganzer Hingabe, mit all eurer Kraft. Bewahrt die Worte im Herzen, die ich euch heute sage! Prägt sie euren Kindern ein! Redet immer und überall davon, ob ihr zu Hause oder unterwegs seid, ob ihr euch schlafen legt oder aufsteht. Schreibt euch diese Worte zur Erinnerung auf ein Band, und bindet es um die Hand und die Stirn! Ritzt sie ein in die Pfosten eurer Haustüren und Stadttore! … Beachtet genau seine Gebote, Weisungen und Ordnungen! Tut, was in seinen Augen gut und gerecht ist! Dann wird es euch gut gehen.«
Nun ja, manche Juden halten sich bis zum heutigen Tag daran, viele andere nicht. Und wir Christen? Sollten wir nicht auch „Gottes Gebote, Weisungen und Ordnungen, lernen und sie unseren Kindern einprägen“? Jahrzehntelang hat man das gemacht mit dem kleinen Katechismus von Martin Luther in der Schule, im Konfirmandenunterricht, in der Christenlehre. Doch den Zusammenbruch unserer christlichen Tradition und die Abwendung so vieler vom Glauben hat das nicht verhindert. Man kann den Glauben offenbar nicht pauken, obwohl es natürlich gut ist, wenn man Worte der Bibel, Liedverse und Gebete auswendig kann. Doch alles Wissen ersetzt nicht die persönliche Beziehung zu Jesus Christus.
Wilhelm Löhe, der Gründer der Neuendettelsauer Mission und Diakonie, hatte einmal eine Konfirmandin, die sich mit dem Lernen schwer tat, ermahnt: ,Ich werde dich nicht konfirmieren, wenn du über den Glauben nicht besser Bescheid weißt.‘ Daraufhin brach das Mädchen in Tränen aus und sagte: ‚Aber ich liebe doch den Herrn Jesus!‘ Da hat sich der berühmte Pfarrer eines Besseren besonnen und das Kind konfirmiert.
Was muss ich tun, damit es mir gut geht? Mit Gott eine persönliche Beziehung eingehen und ihn in seinem Sohn lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit all meiner Kraft. (Losung) Dann werde ich daran Freude haben, auch meine Mitmenschen zu lieben. Mehr, so Jesus, braucht es nicht. Wie schön, dass in unserem Glauben die Liebe im Mittelpunkt steht und nicht der Hass, die Barmherzigkeit und nicht die Verachtung, die Sanftmut und nicht die Gewalt. Lasst uns diesen Glauben leben gerade angesichts dessen, was in den letzten beiden Tagen in Paris geschehen ist. Er ist Balsam auf die Wunden der Welt.

Gebet: Herr, ich danke dir für den wunderbaren Glauben, in dem ich dich lieben kann, weil du mich liebst. Das tut mir gut gerade dann, wenn es mir einmal nicht so gut geht. Schenke mir die Freude, auch meine Mitmenschen zu lieben wie du es getan hast. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Freitag, 9. Januar 2015

Ich bin ihm nicht egal hl

Losung: Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam. - Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott. Jeremia 3,22

Lehrtext: Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen. Jakobus 4,8-9

Liebe Leserin, lieber Leser,

puh, in Losung und Lehrtext geht es heute ganz schön zur Sache. »Abtrünnig, ungehorsam, wankelmütig« – sind Sie das, bist du das, bin ich das?
Positiv an der Tageslosung ist, dass es Gott nicht egal ist, was ich tue. Er lässt mich nicht einfach in mein Elend laufen nach dem Motto: ‚Soll er doch fortgehen und bleiben wo der Pfeffer wächst! Ich bin doch auf ihn nicht angewiesen, sondern er auf mich.‘ Aber welcher Vater lässt sein Kind schon so mir nichts dir nichts ins Unglück rennen? Mein himmlischer Vater und deiner will uns heilen, weil wir in seinen Augen krank sind, wenn wir ihm gegenüber ungehorsam oder untreu sind. Schließlich ist er die Quelle des Lebens, der Brunnen aller Güter, der Strom des Segens. Wenn ich mich davon abschneide, wie will ich dann noch ein gesundes und erfülltes Leben führen? Deshalb mische ich mich unter die Israeliten und sage mit ihnen: „Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der Herr, unser Gott.“
Auch der Lehrtext mahnt mich, Gottes Nähe zu suchen statt ihm den Rücken zu kehren. Das Schöne ist, dass ich ihm nicht mit hängender Zunge nachlaufen muss, sondern dass er mir in jeder Hinsicht entgegenkommt. „Sünder“ nennt mich Jakobus. Na und? Das ist doch der Grund, warum Gott mich in Jesus liebt. Und das wiederum ist der Grund, mich um ein Leben zu bemühen, das ihm besser gefällt.

Gebet: Herr, danke, dass ich dir nicht gleichgültig bin. Wie gut, dass du an mich denkst, dass du mir entgegenkommst und mich immer wieder heilst von den Wunden, die das Leben mir schlägt und die ich selbst meiner Seele zu füge. Amen

Herzliche Grüße

Ihr /dein Hans Löhr

Donnerstag, 8. Januar 2015

Die Dinge beim Namen nennen hl

Losung: So mache dich auf und predige ihnen alles, was ich dir gebiete. Jeremia 1,17

Lehrtext: Wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist. 2.Korinther 4,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

»wenn sie schlecht drauf ist, muss man sie eine Viertelstunde in Ruhe lassen und darf nicht gleich noch eine Predigt dranhängen. Dann kriegt sie sich schon wieder ein.« Wer das gesagt hat? Meine Frau. Und wen sie damit meint? Das sage ich um des lieben Familienfriedens willen besser nicht. ‚Nicht gleich noch eine Predigt dran hängen‘ – das sagt ausgerechnet eine Pfarrerin zu einem Pfarrer.
Mit der Predigt ist das so eine Sache. Bei vielen hat dieses Wort keinen guten Klang: Moralpredigt, Strafpredigt, Kapuzinerpredigt… Das riecht danach, dass ein anderer heruntergeputzt wird, am besten noch mit dem moralischen Zeigefinger. Das Problem für den Prediger ist dabei, dass auch bei einem moralischen Zeigefinger drei Finger dieser Hand auf ihn selbst zurück weisen. Das Ross sollte also nicht allzu hoch sein, auf das er steigt. Und wenn er sich's im Glashaus bequem macht, sollte er die Steine besser draußen lassen. Aber manchmal muss man die Dinge auch beim Namen nennen, dass es klirrt, auch wenn andere das übel nehmen.
Jeremia ging es so. Der hätte am liebsten seinen Mund gehalten. Aber Gott hat ihm geboten, den Herrschenden, den Großen der Gesellschaft, den Bischöfen und Pfarrern und dem ganzen Volk „um all ihrer Bosheit willen“ ein schreckliches Gericht zu predigen (Losung). Doch gleichzeitig hat er Jeremia noch diese Ermutigung mit auf den Weg gegeben: »Wenn sie auch wieder dich streiten, können sie dir doch nichts anhaben; denn ich bin bei dir, dass ich dich errette.«
Ich bin Gott sei Dank nicht Jeremia. Aber bei Missständen in unserem Staat, in unserer Gesellschaft und besonders in unserer Kirche den Mund aufzumachen und ihn sich gegebenenfalls auch zu verbrennen, das gehört zu meinem Auftrag. Das gehört zum Auftrag einer jeden Pfarrerin, eines jeden Pfarrers. Wenn sie oder er das nicht tut, dann ist er vielleicht beliebt, aber nicht treu, vielleicht diplomatisch, aber nicht ehrlich, vielleicht höflich, aber nicht gläubig.
Denn beim Predigen kann es nicht darum gehen, sich selbst aus allem herauszuhalten, niemand weh zu tun und niemand zu provozieren. Sondern wer Christus als den Herrn predigt, holt die Herren in Staat und Kirche von ihrem Podest und gehorcht Gott mehr als den Menschen (Apostelgeschichte 5,29).

Gebet: Herr, hilf mir zu unterscheiden, wann ich reden muss auch wenn ich deshalb angefeindet werde und wann es besser ist zu schweigen. Mache mich unerschrocken, aber lass mich zur rechten Zeit auch wieder versöhnlich sein. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

p.s.: Gestern wurde in Paris offenbar von Islamisten ein grausamer Terroranschlag mit zwölf Toten verübt. Der Grund sei, soweit man es bis jetzt weiß, dass der Islam durch Karikaturen verunglimpft worden sei und sich die Islamisten deshalb beleidigt fühlten. Da stellt sich die Frage, wie das bei uns Christen ist, wenn wir wegen unseres Glaubens beleidigt werden. Jesus gibt da eine klare Antwort: »Segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.« (Lukas 6,28) Segnen statt fluchen, segnen statt schießen, die Feinde lieben und für sie bitten, Das ist nicht einfach, aber einen anderen Weg gibt es für uns nicht.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Jede/r ist für Gottes Sache begabt hl

Losung: Herr, tu meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige. Psalm 51,17

Lehrtext: Wenn einer spricht, dann Worte Gottes; wenn einer dient, dann aus der Kraft, die Gott ihm schenkt, damit in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus. 1.Petrus 4,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

sind Sie / bist du in einer Kirchengemeinde aktiv? Die Pfarrerin / der Pfarrer freut sich, wenn er den einen oder die andere zur Mitarbeit gewinnen kann. Doch  der größte Teil der Gemeindeglieder bleibt passiv.
Demgegenüber heißt es im Umfeld des biblischen Lehrtextes: Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat. Wenn ihr die vielen Gaben Gottes in dieser Weise gebraucht, setzt ihr sie richtig ein. Bist du dazu berufen, vor der Gemeinde zu reden, dann soll Gott durch dich sprechen. Hat jemand in der Gemeinde die Aufgabe übernommen, anderen Menschen zu helfen, dann arbeite er in der Kraft, die Gott ihm gibt. So ehren wir Gott mit allem, was wir sind und haben (Übersetzung: HFA).
Umfragen zufolge sind verhältnismäßig viele bereit, in einer Kirchengemeinde mitzuarbeiten. Doch die meisten warten, dass sie von der Pfarrerin / vom Pfarrer angesprochen werden. Es will sich ja niemand aufdrängen. Aber meine Frau und ich bekommen jedes Mal leuchtende Augen, wenn jemand von sich aus kommt und sagt: ‚Ich würde gern bei Ihnen da und da mitmachen.‘
Wir sind sehr dankbar, dass in unseren beiden Gemeinden verhältnismäßig viele ehrenamtlich mitarbeiten und manche dabei weite Wege in Kauf nehmen, weil sie nicht in unserer Gemeinde wohnen. Zu unseren Mitarbeitern gehören auch die Bläserinnen und Bläser der beiden Posaunenchöre und die Musiker in der Lichtblick-Band. Für den Lichtblickgottesdienst am letzten Sonntag mussten über 100 Stühle aus der Turnhalle geholt und anschließend wieder zurückgebracht werden, weil sie vom Theaterverein gebraucht wurden. Es bedurfte nur einer einfachen Bitte meiner Frau, und schon waren viele Gottesdienstbesucher bereit, mitanzupacken. Das war eine schöne Erfahrung! Beim Mittagessen habe ich ihr gesagt: „Mit dieser spontanen Unterstützung zeigen sie, dass sie sich mit dem Gottesdienst identifizieren und ihn  zu ihrer eigenen Sache machen.“ Und genau das ist es, worum es in einer Gemeinde geht, dass da nicht ein paar wenige vielen Konsumenten etwas vormachen, sondern dass die Sache Gottes unser aller Sache ist und jeder auf seine Weise dafür gebraucht wird.
Übrigens, die Bitte in der heutigen Losung (siehe oben) ist nicht auf Pfarrer beschränkt. Auch unsere Mitarbeitenden in den Kindergottesdiensten verkünden Gottes Ruhm, auch die Sänger und Sängerinnen unserer Band, auch der Vater, der seinem Kind aus der Kinderbibel vorliest und jeder, der für einen anderen betet. Oder jener Bauer, der neulich in seinem Vortrag über die Herausforderungen der Landwirtschaft auch davon sprach, wie wichtig ihm sein Glaube ist.

Gebet: Herr, ich danke dir, dass so viele in deiner Gemeinde mitarbeiten. Manche tun das im Verborgenen, und nur du weißt davon. Gib du für alles, was in deinem Namen geschieht, die Kraft und den Segen, die dafür nötig sind. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


Dienstag, 6. Januar 2015

Der Fehler der drei Weisen (Kurzpredigt) hl

Besinnung von Hans Löhr zum Epiphaniasfest 2015

Die Geschichte: 1 Jesus wurde in Bethlehem geboren, einer kleinen Stadt in Judäa. Herodes war damals König. Einige Sterndeuter kamen aus dem Orient nach Jerusalem und erkundigten sich: 2 "Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind aus dem Osten hierher gekommen, um ihm die Ehre zu erweisen." 3 Als König Herodes das hörte, war er bestürzt und mit ihm alle Einwohner Jerusalems.
4 Er rief die Hohenpriester und Schriftgelehrten zusammen und fragte sie: "Wo soll dieser versprochene Retter geboren werden?" 5 Sie antworteten: "In Bethlehem, im Land Judäa. So heißt es schon im Buch des Propheten: 6 'Bethlehem, du bist keineswegs die unbedeutendste Stadt im Land Judäa. Denn aus dir kommt der Herrscher, der mein Volk Israel führen wird.'"
7 Da rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und fragte sie, wann sie zum ersten Mal den Stern gesehen hätten. Anschließend schickte er sie nach Bethlehem und bat sie: 8 "Sucht nach dem Kind, und gebt mir Nachricht, wenn ihr es gefunden habt. Ich will dann auch hingehen und ihm Ehre erweisen."
9 Nach diesem Gespräch gingen die Sterndeuter nach Bethlehem. Der Stern, den sie im Osten gesehen hatten, führte sie. Er blieb über dem Haus stehen, in dem das Kind war. 10 Da kannte ihre Freude keine Grenzen. 11 Sie gingen in das Haus, wo sie das Kind mit seiner Mutter Maria fanden, knieten vor ihm nieder und ehrten es wie einen König. Dann packten sie ihre Schätze aus und beschenkten das Kind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. 12 Im Traum befahl ihnen Gott, nicht mehr zu Herodes zurückzugehen. Deshalb wählten sie für ihre Heimreise einen anderen Weg. (Matthäus 2,1-12)
Liebe Freunde,
ist euch das aufgefallen? Die Weisen aus dem Morgenland haben einen dicken Fehler gemacht. Ich habe das auch erst jetzt bemerkt, als ich diese kleine Ansprache vorbereitet habe. Denn die Sterndeuter sind sich selbst untreu geworden. Sie hatten ja in ihrer Heimat den neuen Stern am Himmel gesehen, der darauf hingewiesen hat, dass ein großer König und Retter geboren wurde. Und so sind sie, wie es sich für sie ziemte, dem Stern gefolgt und tatsächlich ganz nah an ihr Ziel gekommen.
Doch wenige Kilometer davor haben sie den großen Fehler gemacht. Sie haben sich nicht mehr auf den Stern verlassen, sondern auf ihren gesunden Menschenverstand. Sie dachten sich: ‚Ein König kann doch nur in einem Palast geboren werden. Wozu brauchen wir noch den Stern? Wir gehen einfach zum Königspalast in Jerusalem. Dort werden wir das Kind schon finden in einer goldenen Wiege, in Betten aus Seide, in einem Salon voll wohlriechender Düfte, umgeben von Ammen und Dienern, die ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen. So haben sie gedacht, genauso wie auch ich an ihrer Stelle gedacht hätte wie eben  Menschen denken auf Menschenart und –weise.
Und darum haben sie sich nicht nur geirrt, sondern beinahe einen tödlichen Fehler begangen. Denn König Herodes, bei dem sie gelandet waren, wollte keinen anderen König an seiner Stelle und trachtete dem Neugeborenen nach dem Leben.
Nun hätte er selbst mit seinen Soldaten nach Bethlehem gehen und das Kind töten können. Aber jenen Stern konnten nur die Sterndeuter sehen. Für Herodes und seine Augen voll Gier und Mordlust war er unsichtbar. Also schickte er sie auf die Suche. Sie würden ihm schon zeigen, wo er zuschlagen könnte.
Und tatsächlich, als die Sterndeuter nicht mehr ihrem Verstand, sondern wieder dem Himmelszeichen folgten, fanden sie Maria und Josef und das Kind, den König und Retter der Welt.
Aber ach, wie anders war es da in dem Stall von Bethlehem als in dem Palast von Jerusalem. Es stank nach Kuhmist und Eseldung. Der Wind pfiff durch die Ritzen. Spinnweben hingen von der Decke. Und auf dem Boden hatte der Ochse gerade eine Lache hinterlassen. Von Ammen und Dienern, von Seidenbetten und Wohlgerüchen keine Spur. Nur eines stimmte: Da lag ein neugeborenes Kind vor ihnen, doch nicht in einer goldenen Wiege, sondern in einem Futtertrog.
Ihr gesunder Menschenverstand versuchte ihnen einzureden: ‚Das kann nicht sein. So wird doch kein König geboren, erst recht nicht der Retter der Welt. Ihr habt euch geirrt. Sucht weiter!‘ Doch dieses Mal hörten sie nicht auf ihn, sondern auf ihr Herz. Da sahen sie, was nur die sehen können, die glauben: Gottes Glanz und Herrlichkeit inmitten aller Erbärmlichkeit. Und sie sahen nicht mehr Stall und Trog und rochen nicht mehr Mist und Dung. Sondern sie sahen in den Augen des Kindes grenzenlose, himmlische Freude und hörten, was wir jedes Jahr aufs Neue singen: „Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund.“
Da fielen sie anbetend auf die Knie mitten in der Mistlache des Ochsen und taten ihre Schätze auf: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Und sie hörten nicht mehr auf das, was ihnen ihr Verstand sagte oder andere Menschen ihnen einreden wollten. Sie hörten auf das, was Gott ihnen im Traum sagte. Und als sie wieder nach Hause gingen, machten sie um Jerusalem und Herodes einen großen Bogen.
Ja, liebe Freunde, wer den Stern von Bethlehem sehen und das Kind finden will, kommt mit seinem Menschenverstand nicht weit. Der braucht Augen des Glaubens und darf sich nicht ablenken lassen von den Versprechen und Verlockungen dieser Welt. Denn der Höchste ist dort zu finden, wo es am tiefsten ist: In Elend und Not, in Kummer und Leid. Dahin ist er hinabgestiegen, um Mensch zu werden und uns da nahe zu sein, wo wir ihn am meisten brauchen.

Wenn wir jetzt in dieses neue Jahr hinaus ziehen wie in ein unbekanntes Land, wo es viele Wege und Kreuzungen gibt, die wir nicht kennen, wo wir uns fragen, welche Richtung die richtige ist; wenn wir also hinaus ziehen in die Tage, Wochen und Monate, die vor uns liegen, dann lasst uns nicht auf das schauen, was Menschen uns weismachen wollen, die doch nicht mehr wissen können als wir. Dann lasst uns auf den schauen, der in der Krippe lag und am Kreuz hing, der auferstanden ist und zur Rechten Gottes sitzt, der die große Welt regiert und auch unser kleines Leben. Er hat uns versprochen, bei uns zu sein alle Tage bis ans Ende der Welt. Er ist auch in diesem Jahr bei uns an jedem neuen Tag. Amen

Edition

Ihr seid das Volk hl

Losung: In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und tröstete mich. Psalm 118,5

Lehrtext: Ihr seid das Volk, das er sich zu eigen machte, damit ihr verkündet die Wohltaten dessen, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. 1.Petrus 2,9

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wir sind das Volk“ skandieren die PEGIDA-Demonstranten in Dresden. Sie trauen den Politikern und den Medien in unserem Land nicht mehr. Ihre Angst vor Überfremdung und vor einem wachsenden Einfluss des Islam auf unsere Gesellschaft treibt sie auf die Straße. Von allen Parteien und den meisten Medien schlägt ihnen Abscheu entgegen. So fühlen sie sich in ihrer Angst nicht ernst genommen, fühlen sich ausgegrenzt, an den rechten Rand der Gesellschaft gedrängt. Doch (klick:) nach allem, was man wissen kann, sind die PEGIDA-Demonstranten nicht gefährlich. Was sie brauchen, ist nicht Abgrenzung, sondern Verantwortungsträger unserer Gesellschaft, die ihnen zuhören, die die Ängste ernst nehmen und einen besonnenen Dialog beginnen.
Ihr seid das Volk“ heißt es im ersten Petrusbrief (Lehrtext). Ein Volk, das nicht ausgegrenzt und an den Rand gedrängt wird, sondern das Gott »aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.« Wir sind dieses Volk, du und ich und viele andere, die sich zu Gott halten. Wenn wir Angst haben wovor auch immer, können wir damit zu ihm kommen. Er hört uns zu. Er tröstet uns (Losung) und sagt: ‚Habt keine Angst vor dem Leben. Habt keine Angst vor der Welt. Ich habe sie geschaffen und ich regiere sie. Auch die Menschen, die aus anderen Ländern zu euch kommen, sind meine Kinder, eure Schwestern und Brüder. Geht auf einander zu. Lernt euch kennen. Nehmt einander die Angst.‘
Gottes wunderbares Licht“, von dem der Lehrtext spricht, ist seine Gnade. Und was heißt Gnade anderes, als dass er sich seinen Menschenkindern liebevoll zuwendet, auch deshalb, damit sie von ihm lernen, einander gnädig zu sein.

Gebet: Herr, du sendest mich in dieser unruhigen Zeit zu denen, die beunruhigt sind. Nimm du zuerst mir selbst alle Bedenken und Angst vor dem, was mir fremd ist. Gib mir die Kraft, dass ich mich von Andersdenkenden nicht abgrenze, sondern mich ihnen zuwende. Schenke mir besonnene und versöhnliche Worte, damit die Besorgten zuhören und nachdenken. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Montag, 5. Januar 2015

Erwartungen übertroffen hl

Losung: Ich will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen und dein Wort herrlich gemacht über alles. Psalm 138,2

Lehrtext: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Matthäus 6,9

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Ich preise dich, deine Liebe und Treue. Ja, du hast deine Versprechen eingelöst und alle meine Erwartungen übertroffen.« Mit diesen Worten der heutigen Losung (Neue Übersetzung) hat König David Gott gepriesen. Schön und gut. Aber wie ist es bei Ihnen, bei dir und bei mir damit? Kannst du, wenn du jetzt diese Zeilen liest, in dieses Gotteslob einstimmen?
Vielleicht hast du Schulden. Vielleicht bist du nicht ganz gesund. Vielleicht gibt's Probleme in der Familie oder auf der Arbeit. Das alles kann dir die Freude nehmen. Aber denke doch jetzt auch mal so: Du bist ein Flüchtling auf einem Schiff vor der Küste Italiens. Hinter dir Tod und Verderben. Vor dir eine ungewisse Zukunft. Und jetzt würde ein Engel kommen und dir in dieser Situation sagen, was auf dich wartet. Er würde genau die Lebensumstände schildern, in denen du dich jetzt befindest: Das Haus oder die Wohnung in der du lebst, die Familie, die du hast, deine Arbeit, die Zeit des Friedens und Wohlstands in unserem Land ohne Angst vor Krieg und Flucht usw. Wie würdest du da beten? Kämen da nicht die Worte von König David aus der heutigen Losung wie gerufen?
Ja, ein Flüchtling auf einem Schiff vor der italienischen Küste würde dich beneiden, wie auch immer es dir gerade geht. Er würde sagen: Den Ärger, die Sorgen, vielleicht auch die Schmerzen, die du gerade hast, nähme ich gern in Kauf, wenn ich künftig so leben könnte wie du jetzt.

Gebet: Himmlischer Vater, du weißt, wie unzufrieden ich manchmal sein kann. Dabei sind es oft Kleinigkeiten, die mir die Laune verderben. Nein, ich will nicht undankbar sein. Ich hab allen Grund wie König David zu sagen: „Ich preise deine Liebe und Treue.“ Ich habe allen Grund zu sagen: „Niemand hat bei mir einen Namen wie du.“ Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen in der neuen Woche!

Ihr / dein Hans Löhr

Sonntag, 4. Januar 2015

Und heute? hl

Losung: Ich will euch heimsuchen, spricht der HERR, nach der Frucht eures Tuns. Jeremia 21,14

Lehrtext: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Matthäus 6,12

Liebe Leserin, lieber Leser,

wollen Sie / willst du wirklich wissen, worum es in der heutigen Losung geht? Wenn nicht, solltest du jetzt nicht mehr weiterlesen. Wenn ja, dann lies dieses Bibelwort in einem etwas größeren Zusammenhang und in einer neuen Übersetzung: Gott spricht durch seinen Propheten Jeremia: „Jerusalem, du thronst auf dem Felsen hoch über dem Tal und sagst: Wer kann uns schon überfallen und in unsere Festung eindringen? - Doch nun greife ich dich an, ich, der Herr! Du bekommst von mir den Lohn für das Böse, das du getan hast. Ich selbst lege Feuer an deine Häuser, die Flammen werden alles verzehren.'"
Ist das auch dein Gott, der so spricht? Der sich gegen seine Stadt und sein Heiligtum erhebt, um sie zu zerstören? Nun, was damals vor ziemlich genau 2600 Jahren in Jerusalem geschehen ist, betrifft uns heute nicht mehr. Oder doch? Es ist derselbe Gott damals wie heute, um den es hier geht. Und was Gott damals getan hat, das kann er auch heute tun. Zum Beispiel gestern vor gerade mal 70 Jahren hat er durch die Brandbomben der Alliierten die Stadt Nürnberg angezündet und mit ihr die beiden Kirchen Sankt Sebald und Sankt Lorenz, die Stadt der Reichsparteitage der Nationalsozialisten, die Stadt, in der Julius Streicher mit seiner Zeitung „Der Stürmer“ so lange gegen die Juden gehetzt hat, bis man sie umgebracht hat. Oder war das gar nicht Gott, der Feuer vom Himmel regnen ließ? War das nur damals in der Bibel so und hat mit unserer Wirklichkeit vor 70 Jahren und heute nichts zu tun? Aber womit dann?
Damals haben unsere Vorfahren in Deutschland den Preis für ihre Überheblichkeit, für ihr „Deutschland, Deutschland über alles“ mitsamt dem Rassenwahn und der planmäßigen Vernichtung sogenannter minderwertiger Menschen bezahlt. Und heute?
»Hochmut kommt vor dem Fall« heißt ein Sprichwort, das bezeichnenderweise aus der Bibel stammt. Die heutige Tageslosung mahnt mich - und nicht nur mich - , selbstkritisch zu prüfen, ob es Bereiche in meinem Leben gibt, wo ich allzu selbstsicher und überheblich bin. Das gilt auch für meine Kirche und uns Deutsche insgesamt. Wer glaubt, dass er als Deutscher besser sei als ein Flüchtling aus Syrien, der sollte sich schon mal einen Feuerlöscher besorgen.
Dagegen steht der Satz, den uns Jesus mit dem Vaterunser gegeben hat: »Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.« Ich lebe nicht von meiner Herkunft, ich lebe nicht von meinen Verdiensten, ich lebe nicht von meinem Besitz. Ich lebe von der Vergebung der Schuld und dass ich bereit bin, denen zu vergeben, die an mir schuldig geworden sind.
Wovon lebst du?

Gebet: Ja Herr, du bist gnädig und barmherzig zu denen, die ihr Versagen einsehen und ihre Schuld bekennen. Aber du lässt die in ihr Unglück rennen, die nicht auf dich hören wollen, die dem Wahn verfallen sind, sie hätten ihr Schicksal selbst in der Hand. Ich bitte dich für uns alle, dass du uns vergibst, auch denen, die dir die kalte Schulter zeigen. Rette uns vor uns selbst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Samstag, 3. Januar 2015

Monopoly hl

Losung: HERR, neige mein Herz zu deinen Mahnungen und nicht zur Habsucht. Psalm 119,36

Lehrtext: Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat. Lukas 12,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

vorgestern habe ich mit meinen Kindern Monopoly gespielt. Viele von euch werden dieses Spiel kennen. Es geht darum, sich mit Spielgeld Straßen zu kaufen, später Häuser darauf zu bauen und von den Mitspielern so viel Miete wie möglich zu kassieren, damit sie pleite gehen und man selbst als Sieger dasteht. Monopoly, das ist Kapitalismus pur so wie es auch in der großen Welt des Geldes zugeht: Möglichst viel Geld und Güter wie Immobilien oder Aktien oder Edelmetalle anhäufen, spekulieren und denen, die nicht so clever sind, das Geld aus den Taschen ziehen.
In der letzten Finanzkrise hat noch der Letzte kapiert, wie Kapitalismus funktioniert. Aber wir Menschen haben ein kurzes Gedächtnis und lernen aus unseren Erfahrungen wenig bis nichts.
Warum ich dann dieses Spiel mit meinen Kindern spiele? Nun ja, einmal um des Spielens willen. Mir ist es lieber, wir machen etwas gemeinsam, als dass sie vor der Spielekonsole, dem Fernseher oder dem Smartphone sitzen. Immerhin kann man bei Monopoly sich auch gegen den, der am meisten hat, verbünden oder einander die Schulden erlassen. Das steht ganz im Belieben der Spieler.
Für mich gibt es noch einen anderen Grund, dieses umstrittene Spiel zu spielen. Ich sagte zu meinen Kindern: Bei Monopoly tauchen viele negative Gefühle in dir auf: Neid, Gier, Ärger, Schadenfreude, Habsucht und so weiter. Da kannst du lernen, diese Gefühle unter Kontrolle zu halten, aber auch darüber erschrecken, was alles in dir steckt.
Die Bibel weiß davon ein Lied zu singen. Denn diese Gefühle sind so alt wie die Menschheit. Und sie führen in der Wirklichkeit immer wieder zu Krieg, Gewalt, Betrug und Elend. Da ist es gut, wenn du in deinem Leben noch andere Werte und Ziele hast, als möglichst viel zu zusammen zu raffen.
Aber wovon lebe ich denn sonst als von dem, was ich besitze? Jesus sagt: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern davon, was Gott sagt.« Das, so habe ich es erlebt, bleibt und trägt, das tröstet und heilt. Meinen Besitz kann ich wieder verlieren und am Ende muss ich sowieso wieder alles hergeben. Aktienkurse stürzen ab. Immobilienpreise verfallen. Währungen werden wertlos. Aber Gottes Wort behält seinen Wert im Wechsel der Zeiten.
Übrigens, das Monopoly-Spiel vorgestern habe ich mit viel Glück gewonnen. Am Schluss war mir das sogar ein bisschen peinlich. Jetzt bin ich der Raffzahn in der Familie. Gott sei Dank, ist es nur ein Spiel. Aber vielleicht lernt man ja auch daraus.

Gebet: Herr, falls sich einmal alles wieder verliere – du bleibst mir. Und wenn der Tag kommt, an dem ich alles wieder loslassen muss – hältst du mich fest. Neige mein Herz zu dir, damit ich es auch zu denen neige, die darauf angewiesen sind, dass ich großzügig bin. Amen

Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende!

Hans Löhr

Freitag, 2. Januar 2015

Jesus ist der Code ebl

Losung: Du bist doch der HERR, unser Gott, auf den wir hoffen. (Jeremia 14, 22)

Lehrtext: Nachdem wir durch unser Vertrauen von Gott angenommen sind, haben wir durch unseren Herrn Jesus Christus Frieden mit ihm. Durch ihn haben wir überhaupt erst einen Zugang zu diesem Leben in der Gnade erhalten, der durch den Glauben eröffnet wird. Jetzt können wir nur noch auf eines stolz sein: unsere Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. (Rö. 5, Vers 1 und 2 nach der Übersetzung 'Willkommen daheim')

Liebe Losungsgemeinschaft,

Paulus ist der Professor unter den Briefschreibern im Neuen Testament. Er presst so viel in einen Satz, dass er manchmal sehr schwer verständlich ist. Daher habe ich mir erlaubt, seinen heutigen Lehrtext aus dem Römerbrief nach einer neuen Übersetzung wiederzugeben, damit wir dem folgen können, was Paulus denkt.
Alles beginnt damit, dass wir uns für Gott interessieren und lernen, ihm immer mehr zuzutrauen (siehe Losungsvers). Jesus Christus ist auf diesem Glaubensweg wie ein 'Code', ein persönlicher Zugangsschlüssel für uns zu einem ganz neuen Leben: einem Leben, das bestimmt ist von Gottes Gnade, von seiner liebevollen Zuwendung zu uns. Wir werden unser Leben lang beschenkt. Wir müssen uns nicht mehr verrenken oder ständig stark machen gegenüber anderen, alle K(r)ämpfe ums 'Besser-sein' sind überflüssig. Auch für unsere menschlichen Eitelkeiten gibt es keine Notwendigkeit mehr. Denn Gott ist so herrlich, dass das vollkommen ausreicht.

Gebet: Vater, wir hoffen auf dich, auch in diesem neuen Jahr. Wir wollen darauf vertrauen, dass du für uns da bist und dass uns deine liebevolle Zuwendung erreicht. Hilf uns, dass wir mit dem 'Kopf im Himmel' auf dich und deine Herrlichkeit bauen können und zugleich mit beiden Beinen fest auf dem Boden dieses Lebens stehen und hier tun, was du für gut hältst. Amen.

Einen guten Start in dieses erste Wochenende des neuen Jahres und eine herzliche Einladung zum Lichtblick am kommenden Sonntag - wie immer um 9.00 Uhr und um 10.30 Uhr.

Ihre/eure Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 1. Januar 2015

Gott trägt dich im Herzen ebl

Losg: Der Herr, dein Gott, ist bei dir gewesen. An nichts hast du Mangel gehabt. (5. Mose 2, 7 b)

Lehrtext: Seid dankbar. (Kol. 3, 15)

Liebe Losungsgemeinschaft,

der Vers aus dem Alten Testament ist ein Echo auf die Gedanken, die sicher vielen von euch gestern Nacht durch den Kopf gegangen sind. Was war alles 2014? Schauen wir zufrieden zurück? Vielleicht glücklich? Oder eher nachdenklich? Vielleicht traurig? Oder erleichtert, dass es vorbei ist?
Mose schaut zurück auf vierzig Jahre Wüstenwanderung mit seinen Leuten, den Israeliten. Er stellt fest: "Der HERR hat dein Wandern auf sein Herz genommen." (Vers 7a) Diese Formulierung will ich mir merken und sie ganz persönlich auf mich beziehen. "Der HERR hat dein Wandern auf sein Herz genommen, liebe Elfriede." Wenn du magst, eigne dir diese Überzeugung auch an und setze deinen Namen ein und sag' es dir laut vor: "Der HERR hat dein Wandern auf sein Herz genommen, liebe / r ............... .
Wenn Gott mein Wandern durch ein ganzes Jahr auf sein Herz genommen hat, dann kann nichts von dem, was mir widerfahren ist, mich innerlich schädigen. Ich vertraue darauf, dass er da war und da bleiben wird. Ich lasse mich überzeugen davon, dass all das, was ich wirklich nötig hatte, für mich da war. Und will bewusst sagen: "Danke für so viel Gutes, Vater. Danke für tausendfache Bewahrung. Danke für reiche Beziehungen zu vielen Menschen. Danke für kostbare geistliche Erfahrungen an deiner Seite. Danke für viel Zuneigung und Liebe und Ermutigung. Danke für deine Fürsorge, Vater. Danke für starke Freundschaften im Glauben. Amen."

Gehen wir unter Gottes Schutz und Segen gemeinsam in dieses neue Jahr 2015 und freuen uns darauf.

Ihre / deine Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Er regiert Predigt hl

Silvesterpredigt 2014 von Hans Löhr

Bibelworte zur Predigt:
Tageslosung: Ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll. Hesekiel 34,23

Lehrtext: Der Gott des Friedens, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten. Hebräer 13,20-21

Stilles Gebet

Und, liebe Leserin, lieber Leser, wie war 2014 für Sie / für dich?
War es ein gutes Jahr? War es ein schlimmes Jahr? Oder war es durchwachsen? Was es auch gebracht hat, gut, dass du mit den anderen jetzt hier bist und am Ende des alten und an der Schwelle zum neuen Jahr Gottesdienst feierst. Du wärest wohl nicht hier, wenn es nicht auch etwas gäbe, wofür du danken kannst und wenn es nur das ist, dass du ein weiteres Jahr erlebt hast . Du wärst vermutlich nicht hier, wenn du dir nicht Gottes Segen für das neue Jahr wünschen würdest mit Gesundheit, Schutz und Kraft.
Weltweit gab es dieses Jahr gute und schlechte Nachrichten, wie eigentlich in jedem Jahr. Katastrophenmeldungen und Freudenbotschaften wechselten sich ab. Für Fußballfans war es ein besonderes Jahr. Da gab es den unglaublichen 7:1 Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien und dann im Endspiel noch das Tor zum 1:0 Sieg über Argentinien. Ein Tor für die Ewigkeit: Schürle flankt kurz vor Schluss von links. Götze nimmt den Ball mit der Brust an und schießt volley ins Glück. Weltmeister! Ganz Deutschland flippt aus. Ganz Deutschland? Naja, da gab es schon noch ein paar Millionen, die sagten: Mir ist das alles wurscht. Ich interessiere mich nicht für Fußball.
Doch 2014 war auch überschattet vom Konflikt um die Krim und in der Ukraine, von der Ebola Seuche in Afrika und von Katastrophen wie in den letzten Tagen: Flugzeugabstürze, Schiffsunglücke, Naturkatastrophen. Und dann die vielen Flüchtlinge aus dem mittleren Osten, aus Syrien und dem Irak. Das alles wird uns auch im neuen Jahr beschäftigen. Doch zwischendrin war wieder das Gedenken an ein echtes Wunder, an den Mauerfall vor 25 Jahren.
Den ausführlichen Jahresrückblick überlasse ich lieber den Medien. Heute geht es in der Predigt um den, der dich und mich durch das Jahr hindurch geführt hat und uns auch im neuen leiten wird, um Jesus Christus, den »Großen Hirten der Schafe« wie es im biblischen Lehrtext dieses Tages heißt. Denn wir hier haben noch einen anderen Blick als die Medien, als Fernsehen und Zeitung. Wir schauen mit den Augen des Glaubens auf das alte Jahr zurück und blicken damit auch voraus auf das neue.
Wir? Ich jedenfalls glaube, dass wir nicht ziellos durch die Zeit taumeln, vom Zufall und einem blinden Schicksal herumgeschubst. Vielmehr vertraue ich darauf, dass Gott einen Plan für hat für dich und für mich und uns durch Jesus Christus führt durch gute und schlechte Zeiten dorthin, wo wir alle daheim sind. Das glaube ich. Und was glaubst du?
Einmal fragte mich eine Frau bei einem Besuch, was denn mit denen sei, die sich nach ihrem Tod verbrennen lassen. Wird es für sie auch eine Auferstehung geben? Ich habe damals gesagt: »Wissen Sie, das ist nicht mein Problem. Das überlasse ich ganz und gar Gott. Dafür ist er zuständig. Wie er das macht, ist seine Sache.« Und das sage ich jetzt mehr zu mir selbst: Ich wünsche mir nur, dass ich einmal auf meinem Sterbebett sagen kann: „So, Herr, bis hierher bin ich auf eigenen Füßen gelaufen. Jetzt bist du dran. Jetzt musst du mich tragen und alles zu einem guten Ende bringen, wie du es versprochen hast.“
In einem solchen Glauben schaue ich auch auf das neue Jahr. Warum soll ich mir über etwas Gedanken, ja sogar Sorgen, was ich nicht weiß und was ich darum auch nicht steuern kann? Ich habe nur den Tag heute. Durch den will ich gut und anständig hindurch kommen, im Frieden mit meinen Angehörigen, im Frieden mit mir selbst und mit meinem Gott. Da habe ich schon genug zu tun.
Freilich weiß ich auch von den Gefahren, die uns drohen, dass der Ukraine-Konflikt aus dem Ruder laufen könnte, dass es in Deutschland wegen der Flüchtlinge Unruhen geben könnte, dass es Katastrophen aller Art geben könnte im Großen wie im Kleinen. Und nicht zuletzt weiß ich, dass ich auf dünnem Eis lebe. Denn die Gesundheit ist ein zerbrechliches Gut. Aber  ändere ich etwas, wenn ich jetzt aus Angst vor möglichen Katastrophen zittere und mich verkrieche?
Egal ob ich danach frage, wie es nach dem Tod mit mir weitergeht oder danach, was morgen kommen wird, Gott ist der Herr! Er regiert Zeit und Zukunft! Ihm lege ich meine Fragen und Sorgen in die Hand. Ihn lasse ich machen. Meine Aufgabe ist, dass ich heute tue, was in meinen Kräften steht und zugleich darauf vertraue, dass Gott tut, was in seinen Kräften steht. Sein Job ist es, dass er die Welt regiert. Mein Job ist es, dass ich glaube.
Er hat mir und dir den großen Hirten Jesus Christus erweckt und aus den Toten herauf geführt, wie es die beiden Bibelworte für diesen Tag sagen. Er hat das nicht getan, weil ich einen Anspruch darauf hätte. Er hat dir und mir diesen Hirten geschenkt, weil dieser, weil Jesus Christus aus Liebe zu uns beiden am Kreuz gestorben ist. Er ist der „gute Hirte“, der sein Leben lässt für seine Schafe. Er ist es, der dich und mich durch das alte Jahr und all die Jahre davor geführt hat, der uns in guten wie in schlechten Zeiten behütet hat. Er wird uns auch im neuen Jahr führen und behüten, was immer auch kommt.
Lass uns, liebe Predigthörerin, lieber Predigthörer, ihm unser Leben schenken, es gehört ihm ja sowieso. Er steht vor der Tür und wartet nur darauf, dass wir ihm auftun und den Satz sagen, mit dem die Bibel endet: „Amen, ja komm Herr Jesus!“ Weil er der Hirte ist, deiner und meiner, brauchen wir vor dem, was kommt, jetzt keine Angst zu haben. Weil er der Hirte ist, deiner und meiner, wird er uns die Kraft geben, das zu tun, was Gott gefällt und was uns gut tut. Und um diese Kraft bitte ich ihn, um Kraft für den nächsten Schritt. Das reicht schon. Was danach kommt, dafür ist er zuständig. Amen
Gebet:
1 Gib mir Kraft für diesen Tag!
Herr, ich bitte Dich nur für diesen,
dass mir werde zugewiesen,
was ich heute brauchen mag.

2 Jeder Tag hat seine Last,
jeder Tag bringt neue Sorgen,
und ich weiß nicht, was für morgen
Du mir, Herr, beschieden hast.

3 Aber eines weiß ich fest,
dass mein Gott, der seine Treue
täglich mir erwies aufs neue,
sich auch morgen finden lässt.

4 Und so will ich meine Bahn
ohne Sorgen weiterschreiten.
Du wirst Schritt für Schritt mich leiten,
bis der letzte Schritt getan.

Gottes Segen zum neuen Jahr!

Er kümmert sich um uns ebl

Losung: Ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll. (Hes. 34, 23)

Lehrtext: Der Gott des Friedens, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig zu allem Guten. (Hebräer 13, 20 - 21)

Liebe Losungsgemeinschaft,

einer wird es letztlich richten. Ein guter, höchst verantwortungsvoller Hirte wird sich um die Herde kümmern anstelle vieler, von denen mancher zuerst seinen Vorteil sucht. Diesen Hirten schickt Gott selber.
Weil viele Leute damals von der Weidewirtschaft gelebt haben, hat das Bild, das der Prophet Hesekiel im Auftag Gottes zeichnet, jeder verstanden. Die Herde ist das Volk Israel. Sie verläuft sich, wenn sie überhaupt keinen Hirten hat. Teile davon verirren oder verletzen sich, wenn sie mehrere verantwortungslose Hirten haben, die es sich irgendwo gemütlich machen und ihre Schafe sich selber überlassen. "'Ich selbst', so heißt es ein paar Verse vorher, 'will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen', spricht Gott der HERR." (Hes.34, 15)
Gott kümmert sich um uns Menschen, Er überlässt uns nicht uns selber oder gewissenlosen Machtmenschen, sondern er selbst führt.

Wer darauf vertraut, dessen Lebenseinstellung und Verhalten ändern sich. Da ist eine gewisse Gelassenheit möglich, weil nicht alles in unseren Händen liegt. Zugleich nehmen wir den Auftag ernst, 'Gottes Hände und Füße' zu sein. Wir sind uns unserer Verantwortung als Christen bewusst, Gutes zu tun. Dazu werden sich im kommenden Jahr wieder viele Möglichkeiten eröffnen.Wenn Gott uns durch seinen Heiligen Geist stärkt, werden wir offen und fröhlich so Manches in seinem Sinn bewegen können!

Gebet: Vater, wir danken dir für viele Spuren deines Segens im letzten Jahr. Danke, dass du uns begleitet hast und dass wir uns bei dir geborgen wissen dürfen. Schenke uns diese Erfahrung auch in dem neuen Jahr, das heute Nacht beginnt. Wirke als der lebendige Gott hinein in unser Leben, in unsere Familien, in die Politik und in das, was auf der Welt passiert. Amen.

Einen behüteten Jahresabschluss und Gottes reichen Segen für 2015 wünscht dir und Ihnen im Namen der ganzen Pfarrfamilie


deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 30. Dezember 2014

Keine kalte Schulter ebl

Losung: Die Israeliten sprachen zum HERRN: Wir haben gesündigt, mache du es mit uns, wie's dir gefällt; nur errette uns heute! (Richter 10, Vers 15)

Lehrtext: Als aber die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, unseres Retters, erschien, nicht aufgrund von gerechten Taten, die wir getan hätten, sondern weil er Erbarmen hatte mit uns, da rettete er uns. (Titus 3, 4 - 5)

Liebe Leserinnen und Leser,

das Verhalten der Israeliten erinnert mich ein bisschen an einen Handel: Zum wiederholten Mal haben sich sich für die fremden Gottheiten entschieden, die in den verschiedenen Regionen des Nahen Ostens angebetet wurden. Nun, da sie von diesen Fremd-Völkern angegriffen werden, packt sie die nackte Angst. Sie erinnern sich wieder an den HERRN, der sie einst aus der Ägyptischen Sklaverei herausgeführt hat. "Mach mit uns, was du willst - nur hilf uns jetzt! Bitte!" flehen sie Gott um Beistand an.
Und Gott? Könnte ihnen zu Recht gekränkt und verletzt durch ihre Untreue die kalte Schulter zuwenden und sagen: "Mit Sicherheit nicht. Ihr erntet jetzt die Früchte, die ihr selber gesät habt. Seht, wie ihr zurecht kommt."

Warum Gott sich immer wieder unser erbarmt und Mitleid mit uns hat? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass ich darum persönlich sehr froh bin. Denn selbst wenn ich es wollte, es würde mir nicht gelingen, immer nach dem Willen Gottes zu leben. Ich bin angewiesen auf seine Vergebungsbereitschaft. Immer wieder neu.

Gebet: Danke, HERR, dass deine Zuneigung zu uns nicht begrenzt ist. Danke, dass du nicht so denkst wie wir. Hilf uns, diese deine Gnade und Vergebung anzunehmen als das, was es ist: ein kostbares Geschenk, das unser menschliches Verstehen weit übersteigt. Amen.

Gottes Segen und liebe Grüße!


Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 29. Dezember 2014

wohlhabend und großzügig ebl

Losung: Fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran. Psalm 62,11

Lehrtext: Die Weisen taten ihre Schätze auf und schenkten dem Kindlein Gold, Weihrauch und Myrrhe. Matthäus 2,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der heutigen Losung ist eine Gefahr angedeutet: Wer unter uns mehr hat als das, was er unmittelbar zum Leben braucht, der muss aufpassen. Aufpassen darauf, dass sich nicht die Frage "Wie mache ich aus meinem 'überschüssigen' Geld noch mehr Geld?" hartnäckig als Thema im Kopf festsetzt, das Zeit und Energie kostet, die ansonsten für andere Aktivitäten frei wäre. Gegen ein sicheres finanzielles Polster hat der Verfasser unseres Psalmverses grundsätzlich nichts. Doch er spricht sich klar gegen jede 'Geiz-ist-geil-Mentalität' aus.

Denn dann ist es auch möglich, großzügig zu sein, anderen eine Freude zu machen mit schönen Geschenken (siehe die drei Weisen) oder Leuten unter die Arme zu greifen, die unsere Hilfe nötig haben. Da bieten sich in den kommenden Monaten viele Gelegenheiten. 2015 werden nach der Prognose von Fachleuten noch deutlich mehr Menschen als 2014 vor Krieg und Hunger in sichere Länder flüchten. Deutschland gehört auch zu diesen sicheren Ländern. Wir sind aufgefordert, zu helfen.

Gebet: Herr, danke dafür, dass die meisten unter uns in sicheren wirtschaftlichen Verhältnissen leben und keine Not leiden. Danke dafür, dass wir uns manches Schöne leisten können. Bewahre uns bitte davor, dass wir gierig und hartherzig werden. Mach uns fähig dazu, dass wir hilfsbereit und gegebenenfalls auch großzügig handeln. Amen.

Einen guten Start in diese neue Woche wünscht dir und Ihnen


deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Sonntag, 28. Dezember 2014

Warum Verliebte in die Kirche gehen hl

Losung: Gib acht auf deine Füße, wenn du zum Hause Gottes gehst. Und tritt hinzu, um zu hören. Prediger 4,17

Lehrtext: Legt alles Gemeine und Schlechte ab und nehmt bereitwillig das Wort an, das Gott euch ins Herz gepflanzt hat. Es hat die Macht, euch zu retten. Jakobus 1,21

Liebe Leserin, lieber Leser,

können Sie / kannst du unterschreiben, was im Lehrtext steht, dass Gottes Wort die Macht hat, dich zu retten? Falls es so ist, dass Gott dich bisher noch nicht retten musste, bist du gut dran. Obwohl er dich bereits gerettet hat; denn bei deiner Taufe ging es um nichts anderes als, dass du gerettet wurdest aus diesem vergänglichen ins ewige Leben. Doch mit Gottes Wort verhält es sich wie mit einem Gutschein, der an Weihnachten unterm Christbaum liegt. Ihn musst du einlösen, damit du den Gegenwert bekommst. Gottes Wort musst du glauben, musst darauf vertrauen, damit du seine Wirksamkeit und Macht erfährst.
Und dieser Gutschein wird, hoffentlich, in jedem Gottesdienst ausgeteilt. Du musst nicht einmal was dafür bezahlen. Doch du solltest schon wissen, warum du hingehst.
Manche, so heißt es, gehen nur in die Kirche, um von anderen gesehen zu werden. Ehrlich gesagt, als ich 17 war, bin ich aus diesem Grund in die Laurentiuskirche gegangen, weil die Mädchen vom Internat nebenan hingehen mussten. Ich wollte, dass eine ganz bestimmte von ihnen mich sieht und dass ich sie sehe. Vermutlich war das zu allen Zeiten so. Okay, einem 17-jährigen kann man das nachsehen, eigentlich jedem und jeder Verliebten in jedem Alter, der /  die aus ähnlichen Motiven in die Kirche geht.
Aber du bist ja hoffentlich nicht dauernd wie ein Teenager verliebt. Das wäre auf die Dauer auch zu anstrengend. Wenn du also aus anderen Gründen einen Gottesdienst besuchst, dann achte mal auf das heutige Losungswort aus dem Buch des Predigers Salomo: »Halte inne und denk erst darüber nach, was du vorhast, wenn du zum Hause Gottes gehst. Geh nur hinein, wenn du wirklich hören willst, was er dir zu sagen hat (Übersetzung HL) Es ist schön, wenn du einen Gottesdienst besuchst, weil dir die Musik gefällt oder die Atmosphäre oder der Kirchenraum. Aber all das sollte nur ein Weg dahin sein, worum es im Gottesdienst wirklich geht: zu hören, was Gott zu sagen hat – dir und mir. Und manchmal ist das ein Wort, das ein Menschenleben retten kann.

Gebet: Herr, höre nicht damit auf, mir immer wieder ins Gewissen zu reden, wenn ich dein Wort höre oder lese. Tröste mich, wenn ich trostbedürftig bin. Fordere mich heraus, wenn du etwas Bestimmtes von mir willst. Und rette mich, bevor ich dich verliere. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Samstag, 27. Dezember 2014

Josef war kein Stallhocker hl

Losung: Mach dich auf und handle! Und der HERR möge mit dir sein! 1.Chronik 22,16

Lehrtext: Es erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir's sage. Matthäus 2,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

‚nur wer nichts macht, kann nichts falsch machen‘ -  heißt ein Sprichwort. Aber nur dasitzen und Däumchen drehen, ist keine Lösung. Wir müssen und wir sollen handeln auch auf die Gefahr hin, etwas falsch zu machen. Einen Unternehmer zeichnet aus, dass er etwas riskiert. Er kann Geld verlieren, er kann pleite gehen. Er kann aber auch erfolgreich sein. Vorher weiß man das nie. Man muss es probieren.
Wie ist das bei Ihnen / bei dir? Bist du risikobewusst und risikobereit? Bist du bereit, gegebenenfalls auch neue Wege zu gehen? Oder wartest du lieber ab, richtest dich danach, was andere tun und gehst in ausgetretenen Pfaden? Das ist sicher auch eine Typfrage. Wer nun mal keine unternehmerische Ader hat, den kann und sollte man auch nicht dazu zwingen, etwas zu wagen. Aber der sollte auch nicht die anderen ausbremsen oder von denen schlecht reden, die etwas riskieren. Denn dass die Menschheit in ihrer Entwicklung so weit gekommen ist, wie sie ist, hat sie nicht den Zauderern und Übervorsichtigen zu verdanken, sondern denen, die sich aufgemacht und gehandelt haben, die Neues riskiert, fremde Erdteile erkundet oder das Evangelium in fremde Länder zu fremden Völkern getragen haben.
Ja, ja, natürlich hat das, wie letztlich alles, auch seine Kehrseite. Wer Angst vor neuen Wegen hat, soll sich mit Blaise Pascal trösten:  »Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.« Mich tröstet das nicht.
Nach meinem Geschmack haben wir in unserer evangelisch-lutherischen Kirche viel zu viele Stubenhocker, Zauderer und Traditionalisten in verantwortungsvollen Positionen. Da wird Langeweile zum Programm. Weiß der Himmel, warum! Entsprechend sieht es auch hinter den mit viel Kirchensteuer-Geld getünchten Fassaden unserer Kirche aus. So besteht beispielsweise bei den Kindergottesdiensten oder der theologischen Ausbildung in unserer Landeskirche dringender Handlungsbedarf. Eigentlich muss das Sprichwort heißen: ‚Wer nichts tut, macht erst recht alles falsch!‘
Nur gut, dass Josef kein „Stallhocker“ war, sondern dem Wort des Engels gefolgt ist. Er hätte bestimmt viele Gründe dagegen vorbringen können, mit dem neugeborenen Jesuskind zu flüchten und als Asylbewerber im fremden Ägypten um Aufnahme zu bitten. Wer flieht schon freiwillig?! Aber Josef hat sich auf den Weg gemacht und dabei erfahren, was schon viele andere Wagemutige erfahren haben: Nicht nur das Glück, auch Gott ist mit den Tüchtigen, mit denen, die handeln – nicht immer, aber ziemlich oft.

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr


Freitag, 26. Dezember 2014

Stayin' alive - lebendig bleiben hl

Losung: Gott spricht durch den Mund seines Propheten: Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Jesaja 55,1

Lehrtext: Der auf dem Thron saß, sprach: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,5.6

Liebe Leserin, lieber Leser,

also ich möchte was erleben. Bloß zu Hause rumsitzen und warten bis der Tag vorbei geht – das ist doch kein Leben! Wenn ich in Pflegeheimen Besuche mache und sehe, wie Menschen nur noch von einer Mahlzeit auf die andere warten, denke ich unwillkürlich: ‚O Gott, nur das nicht!‘ Ich habe Durst nach Leben, ich will Spaß haben, will was unternehmen: Fußball schauen, mit anderen lachen, Pisten runter rasen, Konzerte besuchen, ab und zu mal tauchen….. Stayin‘ alive – lebendig bleiben, sangen die Bee Gees in den 70ern und hatten damit einen riesen Disco-Hit. Wer’s wieder mal hören, wer darauf mit John Travolta tanzen will, bitte sehr (klick): Stayin‘ alive!
leben, leben, LEEEBEN!!! Darum geht’s doch, in jedem Alter. Aber womit auch immer du deinen Durst nach Leben stillst, letzten Endes bleibt er unstillbar. Alle Vergnügungen dieser Welt können diesen Durst nicht endgültig löschen. Er brennt immer wieder von neuem und lässt dich nicht zur Ruhe kommen.  Und was sagt Gott dazu?: „Ihr habt Durst? Kommt her, hier gibt es Wasser! Auch wer kein Geld hat, kann kommen. Nehmt euch Brot und esst! Hierher! Hier gibt es Wein und Milch. Bedient euch, es kostet nichts! Warum gebt ihr euer sauer verdientes Geld aus für Brot, das nicht sättigt? Hört doch auf mich, und tut, was ich sage, dann bekommt ihr genug! (Losung in der Übersetzung: Hoffnung für alle)
Bis zum heutigen Tag gehen Menschen in Klöster, um ihr Leben lang auf dieses Wort, auf Gott zu hören. Und wenn man sie trifft, hat man nicht den Eindruck, dass sie in ihrem Leben etwas verpasst haben. Ja manche scheinen sogar noch in hohem Alter lebendiger zu sein als andere außerhalb der Klostermauern. Offenbar kann Gottes Wort tatsächlich den Durst nach Leben stillen. Kann ausgeglichen und zufrieden machen.
Ich bin nicht im Kloster und will da auch nicht hin. Aber meinen Durst nach Leben will ich trotzdem stillen. Ich will was erleben wie andere auch. Und ich will Gott erleben wie andere auch. Das muss doch zusammengehen! Und das geht auch zusammen. Stayin‘ alive!

Gebet: Herr Jesus, du warst kein Kind von Traurigkeit. Du bist ein Kind der himmlischen Freuden und hast auch die irdischen nicht verschmäht. Du wolltest kein Asket sein. Du hast dich aber auch nicht an diese Welt verloren. Auf diesem Weg will ich dir folgen. So bleibe ich lebendig, so kriege ich genug. Amen

Herzliche Grüße und einen gesegneten Zweiten Weihnachtsfeiertag!


Ihr / dein Hans Löhr