Sonntag, 18. Juli 2021

Der Traum hl

Losung: Du bist groß, Herr HERR! Denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir nach allem, was wir mit unsern Ohren gehört haben. 2.Samuel 7,22 

Lehrtext: Johannes schreibt: Er legte seine rechte Hand auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Offenbarung 1,17-18

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie groß ist Gott? So groß, dass er in eine Futterkrippe passt. So groß, dass er in dein Herz passt. In der Tat, keiner ist wie er. Jedenfalls kenne ich keinen. Du vielleicht?

Eigenartigerweise ist er aber für meinen Verstand zu groß. Damit kann ich ihn nicht fassen. Dabei muss ich an den Traum des „Kirchenlehrers“ Augustinus (354 bis 430) denken, der am Strand entlang ging und ein kleines Kind sah, das mit einer Muschel Wasser in eine Sandkuhle schöpfte. Als Augustinus fragte, was es denn tue, sagte es: „Ich schöpfe das Meer in meine Kuhle.“ „Aber das ist doch unmöglich“, erwiderte der Erwachsene. Da sagte das Kind: „Und du willst Gott mit deinem Verstand fassen?“

Manche haben aufgegeben, nach Gott zu fragen, weil sie ihn in ihrem Verstand nicht unterbringen. Aber er will nicht von mir zuerst begriffen werden, sondern geglaubt. Er will nicht, dass ich ihn durchschaue, sondern ihm vertraue, ihm, dem Ersten und Letzten und Lebendigen (Lehrtext). Ja, ich will glauben und verstehen. Doch ohne zu glauben, habe ich keine Chance, die gute Nachricht von Gott in Jesus Christus zu verstehen.

Gebet: Herr, was wäre nur mit der Welt, hättest du nicht in der Futterkrippe gelegen! Was wäre nur mit mir, würdest du nicht in mein Herz passen! Ja, ich weiß, dass du unermesslich bist, heilig und allmächtig. Aber wichtiger ist mir, dass ich dir vertrauen und dich lieben kann, weil du mir in Jesus begegnest. Weil ich in dir bin und du in mir. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 17. Juli 2021

Liebeskummer hl

Losung: Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. Psalm 147,3 

Lehrtext: Die Frauen kamen zum Grab und sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Markus 16,2.4

Liebe Leserin, lieber Leser,

hattest du schon mal abgrundtiefen Liebeskummer? So schlimm, dass du nicht mehr weiterleben wolltest? Bei mir trifft das zu. Das ist schon länger her, und so genau kann ich mich an meine Gefühle damals auch nicht mehr erinnern. Aber wenn ich bestimmte Songs aus jener Zeit höre, wachen sie wieder ein bisschen auf, besonders die Songs »Just like a woman“ von Bob Dylan, „Ruby Tuesday“ von den Rolling Stones und „Michelle“ von den Beatles (Kann man sich auf YouTube anhören).

     Nun, ich hab’s überlebt. Die mir das Herz gebrochen hatte, ist längst über alle Berge. Die Wunden sind verheilt. Narben sind geblieben. Liebeskummer kann schlimm sein, sehr schlimm (wem sage ich das) und doch zugleich auch so bittersüß-schön. Ich möchte ihn nicht missen. Mir würde eine wichtige Erfahrung fehlen. Ach ja, sie war schon ein tolles Mädchen. Wäre sie auch meine tolle Frau geworden? Vielleicht ist sie das für einen anderen.

     Aber war es nun „der Herr“, wie es in der Losung heißt, der mich geheilt und meine Wunden verbunden hat? Na ja, entweder ist er wirklich Tag und Nacht bei mir und sorgt für mich, dann geht auch alles, was mir geholfen hat und noch hilft, auf sein Konto. Oder er hat mit meinem Leben nur am Sonntagvormittag zu tun.

     Ich glaube fest, auch für den Liebeskummer eines Sechzehnjährigen ist er sich nicht zu fein ebensowenig wie für Kummer anderer Art. Und wenn auch der Kummer schwer wie ein Felsbrocken auf deinem Herzen liegt, er wälzt ihn für dich weg wie damals den Stein von Jesu Grab (Lehrtext). Und dann kann wieder etwas Neues beginnen. Auch heute noch. 

Gebet: Herr, immer wieder mal habe ich gedacht, dass ich eine schwere Enttäuschung nicht überwinden könnte. Und dann habe ich sie doch mit deiner Hilfe überwunden. Wenn ich an meiner Seele verletzt war, hast du sie geheilt. Und wenn ich krank war, bin ich wieder genesen. Du bist mein Arzt und mein Heiland. Du hilfst mir - nicht zuletzt durch andere Menschen. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 16. Juli 2021

Für Gott leben sie alle hl

Losung: HERR, du bist meine Zuversicht, mein Teil im Lande der Lebendigen. Psalm 142,6

 

Lehrtext: Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle. Lukas 20,38

Liebe Leserin, lieber Leser, 

»Für ihn, Gott, leben sie alle«. Genau das glaube ich: Wir, die wir noch unter der Sonne leben und die, die uns vorausgegangen sind – für ihn sind wir alle lebendig. Wie sollte es auch anders sein, da wir es doch mit dem lebendigen Gott zu tun haben und nicht mit einem toten Götzen.

Ich verlasse mich in meinem Glauben darauf, dass stimmt, was die Bibel sagt: »In Gott leben, weben und sind wir.« (Apostelgeschichte 17,28) Das war so. Das ist so. Das wird so sein. Für uns sind die Toten tot. Für uns werden auch wir einmal tot sein. Das ist vernünftig. Für Gott nicht. Denn seine Vernunft ist höher als meine. Sein Blick reicht weiter als meiner. Seine Möglichkeiten sind unbegrenzt, meine nicht.

Darum ist Gott meine Zuversicht im Lande der Lebendigen, aber auch im Lande der Toten. Denn, so bekenne ich im Glaubensbekenntnis: »Christus ist hinabgestiegen in das Reich des Todes«, um alle heraufzuführen, die dort gefangen sind.

Natürlich weiß ich, dass ich hier mit menschlichen Worten von menschlichen Vorstellungen rede, die von Gottes Wirklichkeit bei weitem übertroffen werden. Darum überlasse ich es ihm, wie das alles einmal genau sein wird oder auch jetzt schon ist und sage:

Gebet: Herr, du bist meine Zuversicht. Nach der Nacht voll Leid, Sterben und Tod wirst du wie die Sonne in ihrer Pracht aufgehen und allen deinen Geschöpfen das  Licht bringen, in dem wir gemeinsam leben für immer. Du leuchtest schon jetzt im Leben derer, die dir vertrauen. Du wirst auch mich in Jesus Christus dein Licht schauen lassen. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 15. Juli 2021

Geduld und Humor hl

Losung: Der HERR sprach zu Mose: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden und sollt innewerden, dass ich, der HERR, euer Gott bin. 2.Mose 16,11-12 

Lehrtext: Geduld aber habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt. Hebräer 10,36 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

alles hat seine Zeit, alles braucht seine Zeit. Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Nach menschlichen Vorstellungen hat Gott einen langen Atem. Von der Entstehung der Erde bis heute sind vier Milliarden Jahre vergangen. Aber was ist das schon für ihn, den Ewigen?

Vielleicht braucht Gott noch einen längeren Atem für seine Menschen als für die gesamte Schöpfung. Seine Geduld ist sprichwörtlich. Einmal wäre sie ihm fast gerissen, erzählt die Bibel, als er die Sintflut kommen ließ, aber nur fast. Es gibt uns Menschentierlein noch immer. Und es hat nicht den Anschein, dass wir nach den Vorstellungen der Bibel seitdem besser geworden wären. Also hat er noch immer Geduld mit dir und mit mir und den anderen auch.

Nun könnte er wie Georg Christoph Lichtenberg sagen: „Nimm dich in acht, dass meine Geduld nicht über deiner Langsamkeit abläuft. Auf meine Ehre, ich ziehe sie deinetwegen nicht noch einmal auf.“ Ja, ich bin schnell mit meinen Beteuerungen, aber langsam mit meinen Bemühungen, aus meinen Fehlern zu lernen und es künftig besser zu machen.

Doch Gottes Mühlen mahlen langsam. Und wer weiß schon, was die Uhr des Ewigen anzeigt und was sie geschlagen hat?

Nun ist in den beiden Bibelworten von der menschlichen Geduld gegenüber Gott die Rede. Er, ja er soll ruhig geduldig sein, lieber noch ein bisschen mehr. Uns, besser gesagt, mir kann es allerdings oft nicht schnell genug gehen, dass er tut, was ich mir wünsche. Aber nicht auf meine Wünsche kommt es an, sondern auf seine Verheißungen (Lehrtext). Sie geschehen zu seiner Zeit und nicht zu meiner. Würde er heute sagen: „Ich habe dir die Auferstehung und das ewige Leben verheißen, morgen ist es soweit.“ Dann würde ich wohl antworten: „Danke, das ist sehr nett von dir. Aber kannst du damit nicht noch ein bisschen warten? Ja, ich weiß, ich habe dir hin und wieder die Ohren vollgejammert. Doch das darfst du nicht so ernst nehmen. Ich lebe ganz gern hier.“

Tja, so bin ich. Zu einem Kind würde man sagen, „du weißt nicht, was du willst.“. Vermutlich sagt er sich das auch und schüttelt leicht genervt sein Haupt. Nur gut, dass er so viel Geduld mit mir hat. Käme es auf meine an, sähe es nicht so gut aus. Vielleicht macht Gott sich im Umgang mit mir und vielleicht auch mit dir ein Sprichwort seiner arabischen Kinder zu eigen und sagt sich: „‘Geduld und Humor sind die beiden Kamele, die mich durch jede Wüste bringen‘, selbst durch die Wüsten des Zweifels und der Ungeduld meiner Menschenkinder. Nur gut, dass auch die beiden neben Ochs und Esel in meinem Stall stehen.“ 

Ja, alles hat seine Zeit, alles braucht seine Zeit.

Gebet: Herr, es stimmt schon, ich war immer wieder ungeduldig, wenn ich darauf gewartet habe, dass du tust, was ich mir eingebildet hatte oder worum ich dich auch ernsthaft gebeten hatte, wenn es um große Dinge ging. Doch das meiste ist anders gekommen, als ich mir das gedacht hatte. Und doch habe ich keinen Grund zu klagen. Ja, das eine oder andere tut mir weh. Aber das weißt du ja sowieso. Doch alles in allem hatte ich bis jetzt ein gutes Leben und jeden Tag spüre ich deine Hilfe. Darum will ich dich nicht ungeduldig bitten, meine Wünsche zu erfüllen, sondern geduldig darauf warten, dass du deine Verheißungen an mir erfüllst. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 14. Juli 2021

Das zerbrochene Joch hl

Losung: Der HERR hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit. Jesaja 61,1 

Lehrtext: Zur Freiheit hat uns Christus befreit! Steht also fest und lasst euch nicht wieder in das Joch der Knechtschaft einspannen. Galater 5,1 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

das Joch der Knechtschaft wird Zugtieren aufgezwungen. Du bist niemandes Zugtier. Dir gehört die »herrliche Freiheit der Kinder Gottes« (Römer 8,21). Aber fühlst du dich auch frei? Ich denke, meine Freiheit hat ganz viel damit zu tun, wem ich gehöre: Ihm, meinem barmherzigen Vater oder Menschen und ihren Organisationen wie dem Staat oder der Kirche.

Aber vielleicht ist zumindest in unserem Land die schlimmste Form der Knechtschaft, wenn ich mein eigener Knecht bin. Wenn ich meinen negativen Gefühlen ausgeliefert bin, den schlechten Angewohnheiten, üblen Launen und destruktiven Aggressionen. Vor allem, wenn mich die Angst versklavt, die Angst, zu kurz zu kommen, die Angst vor der Meinung anderer, vor eingebildeten oder tatsächlichen Autoritäten, vor dem Versagen, vor Verlust, vor der Zukunft, vor Krankheit und Sterben, die Angst, Gott nicht zu genügen.

»Christus ist gekommen, den Gefangenen die Freiheit zu verkündigen« (Losung sowie  Lukas 4,16-20). Mehr noch, er hat dies nicht nur verkündet, sondern: »Zur Freiheit hat dich Christus befreit! Dich! Wen denn sonst? Stehe also fest und lass dich nicht wieder in das Joch der Knechtschaft einspannen.« (Lehrtext) Lass dich von niemandem knechten und knechte dich selbst nicht. Sei, was du bist, ein freies Gotteskind. Sag nein zu allem, was dir nicht gut tut und ja zu allem, was anderen gut tut.

Und wenn dich wieder jemand zu etwas einspannen will, was du nicht willst oder wenn dich sonst 'was gefangen nimmt, so wehre dich mit dieser kleinen Geste: Nimm einen trockenen Stecken. Er ist dein Joch. Schreibe auf ihn, was dich knechtet. Und dann sage "Nein!" und zerbrich ihn. Die Bruchstücke kannst du aufheben, um dich daran zu erinnern, woraus Gott dich befreit hat. Und dann sage zu ihm: 

Gebet: Weil du mein Herr bist, darum bin ich niemandes Knecht. Weil ich dein Kind bin, darum bin ich frei, frei durch Jesus Christus. Du zerbrichst das Joch der Macht, mit der andere mich für ihre Interessen einspannen wollen. Du zerbrichst die Ketten der Angst, die mich binden. Du sagst zu mir: „Fürchte dich nicht!“, und ich will es tun. Ich schaue auf deine Kraft und nicht auf meine und vertraue auf deine Hilfe. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 13. Juli 2021

Kleine Dinge mit großer Wirkung hl

Losung: Viele sagen von mir: Er hat keine Hilfe bei Gott. Aber du, HERR, bist der Schild für mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor. Psalm 3,3-4 

Lehrtext: Maria sprach: Er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Lukas 1,49 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

einer meiner Freunde lebt jetzt im Alter als Single. Auch mit seiner Gesundheit steht es nicht zum Besten. Vielleicht sagen da manche, die ihn nicht näher kennen, auch von ihm: "Er hat keine Hilfe bei Gott." Äußerlich betrachtet, mag es den Anschein haben. Doch er erlebt das anders. Er sagt: "Worauf soll ich mich denn sonst verlassen als auf ihn? In meinem Leben ist noch immer so viel gut, dass ich vielleicht nicht das Beste, aber doch viel Gutes daraus machen kann." Und dann fügt er noch hinzu: "Gerade jetzt freue ich mich an dieser Welt und hänge ich am Leben wie noch nie. Das überwiegt die Lasten, die ich tragen muss."

Auch ich hätte hin und wieder Grund, meinen Kopf hängen zu lassen und manchmal tue ich das auch. Doch dann "hebt ER mein Haupt wieder empor" (Losung) und Zuversicht und Lebensfreude kehren zurück. Deshalb hat sich meine Situation nicht groß geändert. Aber es geschehen täglich Dinge, die mir gut tun, zum Beispiel ein freundlicher Kontakt, die ersten Rispen am Sommerflieder oder die eine oder andere Rückmeldung zu den Losungsauslegungen. Und ich freue mich an dem, was ich noch alles unternehmen kann wie die Motorradtour gestern nach Tauberbischofsheim durch's schöne Hohenloher Land.

Für andere sind das vielleicht Kleinigkeiten. Für mich sind das "große Dinge". Und ich glaube, dass er sie an mir tut, "der da mächtig und dessen Name heilig ist" (Lehrtext) 

Gebet: Herr, immer wieder hast du mich aufgerichtet, wenn ich unten war. Immer wieder heilst und erquickst du meine Seele, wenn sie verletzt und erschöpft ist. Oft sind es kleine, unscheinbare Dinge, die Großes bewirken: ein Lächeln, ein gutes Wort, ein Kaffee mit einem Freund, ein Lied, ein Gebet. Nein, ich werde mich nicht hängen lassen, sondern in deiner Kraft leben. Du wirst mir jeden Tag so viel davon geben wie ich brauche. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 12. Juli 2021

zuvorkommend hl

Losung: Abram sprach zu Lot: Es soll kein Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Brüder. 1.Mose 13,8 

Lehrtext: Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Römer 12,10

 Liebe Leserin, lieber Leser,

 zuvorkommend sein - so verstehe ich die Goldene Regel, die seit Abrahams Tagen bis heute gilt und die sich Jesus zu eigen gemacht hat: „Was du dir von anderen wünschst, darin komme ihnen zuvor.“ In diesem Sinn reagiere ich nicht nur auf das Verhalten anderer, sondern agiere, also handle; werde selbst aktiv und ergreife die Initiative. Bisweilen wünsche ich mir nur ein Lächeln und das bekomme ich meistens auch, wenn ich zuerst lächle.

Diese Regel spiegelt sich auch in dem Sprichwort: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“ Meine Mitmenschen, ja sogar meine beiden Kater sind oft ein Echo auf meinen „Ruf“. Sie spielen mir zurück, was bei ihnen angekommen ist. Nicht zuletzt deshalb bemühe ich mich, liebevoll oder wenigstens freundlich zu sein.

Aber auch das hat seine Grenzen. Manchmal muss ich auch sagen oder zeigen, dass ich empört, verletzt oder enttäuscht bin. Manchmal muss ich den andern auch mit seinem Verhalten konfrontieren. Aber auch da macht der Ton die Musik, und die Art und Weise, wie ich das sage, bestimmt, ob ich zumindest gehört werde und vielleicht auch Verständnis finde.

Ich bin eigentlich immer gut beraten, wenn ich bei einer Meinungsverschiedenheit von meinen Gefühlen rede und dem, was das Verhalten des anderen bei mir auslöst, statt ihn anzuklagen, zu beschuldigen oder mit Worten anzugreifen. Und ebenso, wenn ich zuerst einlenke und einen Ausweg aus dem Streit anbiete, der uns beide das Gesicht wahren lässt (Losung). Auch da greift die Goldene Regel, dass ich zuvorkommend und initiativ sein soll. 

Gebet: Herr, du kommst mir in jeder Hinsicht zuvor. Bevor ich noch spüre, was ich brauche, weißt du es. Du weißt, was meiner Seele gut tut und sorgst dafür, dass ich den Lebensmut nicht verliere. Bevor ich an dich denken konnte, hast du an mich gedacht. Bevor in mir der Glauben erwachte, warst du für mich da. Bevor ich zu dir kommen konnte, bist du in Jesus zu mir gekommen und wirst bei mir bleiben für immer. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 11. Juli 2021

Wem gehört Gott? hl

Losung: Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker. Jesaja 56,7 

Lehrtext: Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus. Kolosser 3,11 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

das war ein langer und leidvoller Weg, bis wir Christen unseren Gott freigegeben haben für alle Völker und Menschen. Noch heute sehen manche Kirchen und kirchliche Gruppen Gott und Christus als ihren Privatbesitz an und meinen, er sei nur ihr Gott und nur sie seien die Rechtgläubigen. In anderen Religionen ist es nicht viel besser.

     Doch Gott gehört weder einer Kirche noch sonst einer Glaubensgemeinschaft, weder einer Nation noch Menschen mit einem bestimmten sozialen Status. Ihn können Menschen aus allen Völker auf ihre Weise anbeten, weil sie seine Geschöpfe sind und ihm gehören. Und noch mehr: »Alles und in allen ist Christus«, schreibt Paulus im Lehrtext.

     Das ist eine kühne, sehr kühne Aussage und doch ist sie konsequent. Jesus ist für alle geboren und für alle gestorben und für alle auferstanden – ohne Ausnahme. Und in ihm liebt Gott alle seine Geschöpfe bedingungslos. Seine ganze Schöpfung ist sozusagen „Christus-Schöpfung“, aus der Liebe Gottes des Vaters zu seinem Sohn geschaffen. Und dieser Geist der Christus-Liebe durchtränkt alles und wirkt in allem - auch in dir und mir.

     Jede Freundlichkeit, jedes Lächeln, jedes gute Wort und jede gute Tat, jede Zärtlichkeit und jeder Kuss blüht aus seiner Liebe.

     Natürlich kann man das auch anders sehen, kann man die Welt, die Menschen und auch sich selbst auf das hin ansehen, was einem nicht passt und worunter man leidet. Dann ist die Welt hart und kalt und vielleicht sogar böse. Dann hat der Demonstrant auf dem Bild des StreetArt-Künstlers Banksy einen Stein in der Hand. Doch das will ich nicht. Ich setze meinen Glauben dagegen und das Vertrauen, dass ein liebevoller Vater für mich da ist und es seine Welt ist, in der ich lebe. Ich möchte wie Banksy keinen Stein, sondern einen Blumenstrauß sehen.

Gebet: Herr, in deiner Gegenwart fühle ich mich geborgen. Mit deinen Augen versuche ich deine Welt und deine Menschen zu sehen, auch mich. Damit mir das gelingt, will ich immer mehr meinen Glauben leben. Er ist der Schlüssel, der mir die Türe öffnet in deine Welt. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 10. Juli 2021

Was ist. Was du sollst. Was du kannst. hl

Losung: Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Psalm 106,1 

Lehrtext: Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kolosser 3,17 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

dein Gott ist freundlich und gütig, sagt die Losung, und das nicht nur hin und wieder, sondern immer. Er ist nicht launisch, wie Menschen sein können, und auch nicht unzuverlässig. Er ist dein Fels in der Brandung des Lebens an den du dich klammern, auf den du dich verlassen kannst. Bei ihm findest du Halt.

Und damit du das nicht vergisst, sollst du dir das klar machen bei dem, was du sagst und tust (Lehrtext). Sollst dich fragen: Was würde Jesus jetzt an meiner Stelle sagen und tun? So kannst du dich vergewissern, dass dir der freundliche, gütige und treue Gott zur Seite steht gerade auch in den schwierigen Momenten. Weil das so ist, wird dir dieser Glaube helfen, gut durch den Tag zu kommen.

Und noch etwas. Frage dich, wofür kann ich gerade dankbar sein? (Lehrtext) Das lenkt deine Gedanken und Gefühle in eine gute Richtung. 

Gebet: Mein Gott, du bist zu mir freundlich und gütig. Das zu wissen und das zu glauben tut mir gut. Das hilft mir, mich meinen Mitmenschen zu öffnen und selbst freundlicher und gütiger zu sein. Und wenn sie mir das nicht danken, so danke ich doch dir. Das rettet mir den Tag. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 9. Juli 2021

Wozu dich sein Geist bewegt hl

Losung: Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Psalm 103,8 

Lehrtext: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Güte, Rechtschaffenheit, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Galater 5,22-23 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

so wie in der Losung, so haben die Juden / Israeliten vor Jesus gebetet. Nicht immer und nicht alle, aber offenbar doch so viele, dass der wunderbare Psalm 103 in die Bibel aufgenommen worden.

Und du? Kannst du das auch von dir sagen? War und ist Gott zu dir barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte? In der Vergangenheit war er das bestimmt. Sonst gäbe es dich nicht mehr. Sonst hättest du nicht ein gewisses Interesse am Glauben und würdest nicht diese Losungsauslegungen lesen. Aber wie ist es jetzt?

Ich will diese Frage für mich beantworten und hoffe, dass sich Gottes Geduld darin zeigt, dass ich geduldig bin, seine Freude darin, dass ich mich freuen kann, sein Friede darin, dass ich zufrieden bin, seine Güte darin, dass ich gütig bin, seine Treue darin, dass ich treu bin, seine Sanftmut darin dass ich sanftmütig bin und seine Liebe darin, dass ich ihn, meine Mitmenschen und mich wieder lieben kann.

Ich glaube schon, dass Gottes Geist einen Menschen bewegt, so zu sein, wie der Lehrtext sagt. Doch zumindest bei mir selbst mache ich die Erfahrung, dass das nicht zu 100 Prozent der Fall ist, sondern immer nur annäherungsweise. Aber ich muss ja auch keine 100 Prozent liefern. Es ist schon viel gewonnen, wenn ich mich von Gott immer wieder in die Richtung locken lasse, wo er mich haben will. 

Gebet: Gütiger Gott, du lockst, ziehst und schubst mich sanft dahin, wo ich sein soll. Manchmal gefällt mir das nicht, weil ich gern einen anderen Weg gegangen wäre. Aber im Nachhinein wird mir immer wieder klar, dass die Straße gut ist, auf die du mich führst. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 8. Juli 2021

Soforthilfe hl

Losung: Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel. Psalm 48,10 

Lehrtext: Petrus und Johannes gingen hinauf in den Tempel zur Zeit des Gebets. Apostelgeschichte 3,1 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

wer soll dir das übelnehmen, dass du beim Beten an deine Wünsche und Probleme denkst, an deine Sorgen und Ängste. Und dass du darum betest, dass Gott dir in allen diesen Dingen helfen möge. Er nimmt dir das bestimmt nicht übel. Er kennt dich doch und weiß, wie es um dich steht.

Manchmal muss man leider warten, bis sich etwas tut und der Eindruck entsteht, dass Gott tatsächlich hilft. Aber in jedem Gebet gibt es die Möglichkeit zur Soforthilfe. Davon spricht die heutige Losung. Ich bin davon überzeugt, dass es mir hilft, und wenn nur ein kleines bisschen, dass ich beim Beten immer auch an Gottes Güte in meinem bisherigen Leben denke. Das relativiert meine Probleme. Plötzlich sind sie nicht mehr alles, sondern nur noch ein Teil meines Lebens und beginnen zu schrumpfen. Und mir wird klar, dass ich zu einem gütigen Gott bete, der für mich da ist, um mir zu helfen. 

Gebet: Gütiger Gott, wie schnell nehmen mich meine Probleme gefangen und verdrängen all das Gute, das du mir bisher getan hast und weiterhin tust. Darum will ich auch daran denken, dass mich selbst in meinen Schwierigkeiten deine Güte nicht verlässt. Darauf will ich schauen. Darauf hoffen. Das macht es mir wieder leichter. Amen

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Mittwoch, 7. Juli 2021

Argument für Gott hl

Losung: Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Errette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen! Psalm 79,9 

Lehrtext: Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. 1.Johannes 4,10 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

die Losung klingt wohl für viele irgendwie vertraut. So stellen sie sich bis heute das Gottesverhältnis vor: Hier der heilige Gott und dort der sündige Mensch. Ohne seine Hilfe wären wir in unseren Sünden verloren. Also müssen wir ihn bitten, uns zu helfen, müssen ihn dazu bewegen, indem wir bekennen, bereuen, beichten, bezahlen (spenden) und uns bekehren. Dann, so ist zu hoffen, wird er uns vergeben. Und warum? Weil Jesus Christus mit uns Sündern Mitleid hat und an unserer Stelle Sünde und Todesstrafe auf sich nimmt. Doch das musst du auch glauben, sonst ist dir nicht zu helfen.

     Eine solche Vorstellung besteht seit über 2000 Jahren. Doch das ist kein Argument dafür, dass sie stimmt. Und auch wenn 99 Prozent der Christen das glauben sollten, ist das kein Argument. Das entscheidende Argument ist die frohe Botschaft von Jesus Christus, das Evangelium. Wir finden es unter anderem im heutigen Lehrtext. Nicht auf mich kommt es an, dass mir vergeben wird, sondern einzig und allein auf Gott. Dazu wiederhole ich noch einmal den Lehrtext: »Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.« 1.Johannes 4,10

     Für mich heißt das: Mein Versagen, meine Schuld vor Gott und meinen Mitmenschen, meine Sünde – alles ist bereits vergeben. Ich muss nicht erst noch darum bitten. Also lebe ich als ein Mensch, dem vergeben ist. Als einer, der keinerlei Anlass zu Hochmut hat, sondern allen Grund, vor Gott wie auch vor seinen Mitmenschen bescheiden und dankbar zu sein. Ja, ich kann auch meinen Mitmenschen dankbar sein, dass sie mir nicht alles nachtragen und mich nicht auf alles festnageln, was ich falsch gemacht habe. Und wenn es doch jemand tut, so ist das sein Problem und nicht mehr meins. 

Gebet: Guter Gott, das stimmt, du bist mein Helfer so wie du allen deinen Geschöpfen geholfen hast und hilfst. Manchmal spüre ich deine Hilfe nicht gleich. Manchmal verstehe ich nicht, warum du mich einen Weg führst, der durch Leid und Enttäuschung führt. Aber vielleicht stärkst du mich auf diese Weise im Vertrauen, dass du bei mir bist und bleibst, mich trägst und wieder aufrichtest, mir hilfst und mich liebst. Ja, das will ich glauben. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 6. Juli 2021

Beten für Regierende hl

Losung: Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl. Jeremia 29,7 

Lehrtext: Ihr seid das Salz der Erde. Matthäus 5,13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

na klar habe ich als Christ gegenüber dem Staat und meiner Gesellschaft Verantwortung (Losung). Ich kann nicht so tun, als ob mich das öffentliche Leben nichts anginge. Und da ich nicht mit allem einverstanden bin, was die Regierenden tun, übe ich auch hin und wieder Kritik. Aber das soll konstruktive Kritik sein. Ich muss mich also einbringen und sei es bei Wahlen wie in diesem Herbst. Und ich muss widersprechen, wenn die Verantwortlichen in unserem Land durch verächtliche Kritik herabgesetzt oder gar mit Hass überzogen werden.

Bei aller Kritik an den Politikerinnen und Politikern, im Vergleich zu denen in anderen Ländern sind wir meines Erachtens noch gut dran. Und würde ich es an ihrer Stelle besser machen? Wir brauchen nun mal Leute, die unser Land regieren angefangen bei den Kommunen, über die Landkreise, die Bundesländer bis hin zur Republik. Hauptsache, sie haben bei allen eigenen Interessen immer auch die Interessen der Menschen im Blick, für die sie gewählt worden sind und verstehen sich als Dienstleister und nicht als Herrschende.

Sie alle können nicht gegen Gottes Willen regieren, auch wenn es manchmal wie in der Nazizeit den Anschein hat. Doch sie können auch nicht gegen unseren Willen der Bürgerinnen und Bürger regieren. Es ist schon was dran an dem Satz: Die Bevölkerung verdient die Regierung, die sie hat. Wir alle haben Mitverantwortung, was in unserem Land geschieht und was daraus wird. Nicht zuletzt deshalb tut es uns gut, wenn wir ab und zu für unsere Regierenden beten: 

Gebet: Guter Gott, du bist es, der letzten Endes regiert und alles lenkt, wie du es willst, damit es ein gutes Ende nimmt. Du hast die große weite Welt in deiner Hand und alle Menschen, die Mächtigen und die Ohnmächtigen, die Regierenden und die Regierten. Auch wenn du tust, was nach deinem Willen ist, will ich dich doch für sie bitten, dass du ihnen den Geist der Gerechtigkeit und des Friedens gibst, den Geist deines Sohnes Jesus Christus und meines Herrn. Dann wird es uns allen gut gehen. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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