Donnerstag, 20. Juli 2017

Nur du hl

LosungBei dir finden die Verwaisten Erbarmen. Hosea 14,4

LehrtextDas sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis. Offenbarung 2,8-9 

Also ich, liebe Leserin, lieber Leser, 

habe zunächst an arme Waisenkinder gedacht, als ich die heutige Losung gelesen habe. Ich habe mir auch gleich schon in diese Richtung Gedanken für die Auslegung gemacht. Doch dann habe ich noch mal das Bibelwort in seinem Zusammenhang nachgelesen und plötzlich ergibt es einen völlig anderen Sinn. Denn da heißt es in einer neuen Übersetzung: »Wir verlassen uns nicht mehr auf die Assyrer, wir setzen unser Vertrauen auch nicht auf Pferde und Reiter. Wir werden nie wieder das, was wir mit eigenen Händen gemacht haben, als unseren Gott verehren! Denn nur du hilfst den Menschen, die schutzlos und verwaist sind.« (Hosea 14,4)
     Hm, schon wieder so ein politischer, pazifistischer Vers. In unsere Zeit übertragen würde er dann wohl heißen: „Wir verlassen uns nicht mehr auf die Streitkräfte der Amerikaner in unserem Land, wir setzen unser Vertrauen nicht auf Panzer und Kampfjets (wie sie Deutschland und Frankreich jetzt wieder gemeinsam bauen wollen). Wir werden nie wieder das, was wir mit eigenen Händen gemacht haben (unsere Autos, Häuser, Waffen und Geld), als unseren Gott verehren. Denn nur du hilfst denen, die schutzlos und auf sich allein gestellt sind.“      
     Ich möchte es Ihnen / dir überlassen, darüber nachzudenken, was das für deine Weltanschauung bedeutet, für deine politische Einstellung und dein Verhalten bei Wahlen. »Nur du«, heißt es hier von Gott. Gilt das wirklich für das ganze Leben und nicht nur für seine religiösen Nischen, für den Gottesdienst am Sonntag und die stille Zeit am Morgen...?
     Im Lehrtext spricht Christus durch den Seher Johannes zur Gemeinde von Smyrna. Sie wird verleumdet und von der römischen Militärdiktatur verfolgt (Bedrängnis). Er sagt, dass er um ihre Not weiß. Und dann heißt es da noch: „Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! ... Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“
     Gott sei Dank werden wir in Deutschland nicht wegen unseres Glaubens verfolgt. Aber weltweit sind es Christen, die nach wie vor am stärksten verfolgt werden, nicht zuletzt in muslimischen Ländern wie Saudi-Arabien. Mit diesem Staat machen die Christ(!)-Demokraten und die Sozialdemokraten in der Regierung dicke Geschäfte. Tja, wenn's ums Geld geht, bleibt die Moral meistens auf der Strecke. 
     Aber ich finde, dass der Lehrtext durchaus auch denen etwas zu sagen hat, die jetzt aus anderen Gründen leiden. Gerade das Leid vermag ja beides, es kann Menschen zu Gott hinführen, aber auch wieder wegführen. Und darum wird, wer leidet, ermutigt, im Glauben treu zu bleiben. Denn nicht das Leid wird das Letzte sein, sondern die „Krone des Lebens“. Mich tröstet, dass es dabei mehr noch auf Gottes Treue ankommt als auf meine. Und wenn ich einnmal nicht mehr die Kraft haben sollte, ihm treu zu bleiben. Er hat sie. Darauf verlasse ich mich.

Gebet: Herr, es tut gut zu hören, dass du es weißt, wenn es mir schlecht geht. Es tut gut zu hören, dass du dann an mich denkst, mehr noch, dass du mir auf vielfältige Weise hilfst oft ohne, dass ich es bemerke. So bitte ich dich für alle, die jetzt um sich selbst oder Angehörige Angst haben müssen, die krank sind oder verzweifelt, dass du bei ihnen bist in ihren Gebeten und nahe kommst durch Menschen, die sich ihrer annehmen. Amen

Herzliche Grüße 

Hans Löhr

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