Dienstag, 25. Januar 2011

Bis der Arzt kommt hl


Losung: Der HERR hat mich gesandt, zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauerkleid, Lobgesang statt eines betrübten Geistes gegeben werden.
Jesaja 61,1.3

Lehrtext: Christus spricht: Ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
Johannes 16,22

Liebe Leserin, lieber Leser,

gute Nachricht für alle, die "in Sack und Asche" gehen, die, aus welchem Grund auch immer, schlecht drauf sind. Ihr bekommt Schmuck, Freudenöl und einen fetzigen Lobpreis-Song. So hat es der Prophet Jesaja gesagt. So steht es in der Bibel. Und was den Menschen damals gut getan hat, das kann auch uns heute gut tun. Ich nehme das ganz wörtlich:
Wenn ich das nächste Mal schlecht drauf bin, werde ich mich erst in die Badewanne legen, dann mein Lieblingsrasierwasser auftragen, dann meinen besten Anzug anziehen, dazu die neue Krawatte, die mir eine liebe Freundin geschenkt hat und schließlich werde ich eine Lobpreis-CD in den CD-Spieler legen, laut aufdrehen, ganz laut, und mitsingen bis der Arzt kommt. Mal sehen, ob ich dann immer noch ein Trauerkloß bin. Und damit ich das dann auch wirklich tue, muss ich mir das ganz fest vornehmen und daran denken, dass ich das in dieser E-Mail öffentlich angekündigt habe. Mal sehen, was daraus wird.
Wenn Jesus Christus sagt, wir  werden uns freuen, wenn er kommt, dann will ich das jetzt schon tun. Er ist doch schon da, alle Tage bis ans Ende der Welt. So hat er es gesagt. Und wenn mich das nächste Mal jemand ärgert oder verletzt, dann will ich zu mir sagen: »So so, sie (er) will mir meine Freude nehmen. Aber so naiv bin ich nicht, dass sich sie ihr (ihm) gebe.«

Gebet: Ach Herr, wenn das nur so einfach wäre, dass ich mich wieder freuen kann, wenn es mir schlecht geht. Allein krieg ich das nicht hin. Da musst du mir schon helfen. Zieh mich rauf zu dir, dass ich meine Welt und meine Probleme aus deiner Warte sehen kann, dass ich erkenne, wie unbedeutend im Grunde ist, worüber ich mich aufrege. Doch, du hast recht, ich hab allen Grund, dir dankbar zu sein. Das macht mich wieder froh. Amen 

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Montag, 24. Januar 2011

Champions League hl


Losung: Die in der Ferne wohnen, werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.
Sacharja 6,15

Lehrtext: Paulus schreibt: Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.
Galater 3,28

Liebe Leserin, lieber Leser,

als Christ haben Sie / hast du noch einen Zweitberuf: Bauarbeiter. Mit jedem Gebet, mit jedem Lied, mit jedem Satz, den du in der Bibel liest, mit jedem Gottesdienstbesuch baust du mit am »Tempel des Herrn«. Mehr noch, wir sind nicht nur Bauarbeiter, sondern, wie der Apostel Paulus sagt, auch lebendige Steine. Gemeinsam sind wir das "Haus Gottes", in dem er wohnt. Und da ist dein Beitrag genauso wichtig wie meiner. Gott unterscheidet nicht zwischen dem Gebet einer Verkäuferin und eines Bischofs. Er freut sich über ein Oratorium des Windsbacher Knabenchors genauso wie über den (oder die), der im Gottesdienst mitsingt, auch wenn es nicht immer ganz richtig ist. Es ist schon so: Die einen singen gut, die anderen singen besser. In Gottes Ohren aber ist dein Lied mehr wert als das der Engel.
Bei ihm gibt es auch keine Anfänger und keine Fortgeschrittenen im Glauben, keine Amateure und keine Profis. Solche Unterscheidungen machen nur wir Menschen. Bei ihm spielen wir alle in der göttlichen Champions League. Das sitzt keiner auf der Ersatzbank. Da sind wir, wie Thomas Müller bei van Gaal, immer aufgestellt. Minderwertigkeitskomplexe sind das allerletzte, das du bei Gott haben musst. 
In unseren Kindergottesdiensten " Sonntagskinder" und "Kinderlichtblick" singen wir das Lied: »Hier bist du richtig, du bist Gott wichtig«. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern auch für dich. Trau dich, Christ zu sein! Trau dich zu sagen: »Hallo Gott, ich bin deine Tochter/dein Sohn. Ich verlasse mich darauf, dass du mich liebst. - Und ich bin stolz, dein Bauarbeiter zu sein.«

Gebet: Gott sei Dank machst du keine Unterschiede zwischen guten und weniger guten Christen. Im Gegenteil, je mehr ich mich von dir entfernt habe, desto mehr suchst du mich, mein Gott. Hilf mir, in den Menschen, die mir in dieser Woche begegnen, ebenfalls deine Söhne und Töchter zu sehen, – besonders in denen, mit denen ich Probleme habe. Amen

Gottes Segen für die neue Woche!

Hans Löhr

Freitag, 21. Januar 2011

Frohes Schaffen! ebl


Losung: Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der HERR, und arbeitet! Denn ich bin mit euch.
Haggai 2,4

Lehrtext: Simon sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.
Lukas 5,5

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freundinnen und Freunde,

"Arbeit macht das Leben süß" - diesen Spruch konnte ich als Jugendliche nicht mehr hören, da er meist im Zusammenhang mit einer mehrstündigen Ernteaktion in unserer heimatlichen Gärtnerei zitiert wurde. Heute würde eher zustimmen - aber mit einer kleinen Änderung: "Arbeit macht das Leben sinnvoll". Wenn sie denn Freude macht (zumindest den größeren Teil der Zeit), weil sie den eigenen Begabungen entspricht. Interessanterweise findet sich für das tägliche Schaffen sogar eine Ermutigung in der Bibel:
"Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der HERR, und arbeitet! Denn ich bin mit euch." (Altes Testament, Buch des Propheten Haggai, Kapitel 2, Vers 4)
Doch die Durststrecken im Arbeitsleben sind auch so alt wie die Menschheit selbst. Im Lehrtext kommt ein frustrierter und müder Jünger zu Wort, ein gewisser Simon. Der sagte zu Jesus: "Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen." (Evangelium des Lukas, Kapitel 5, Vers 5) Für dieses Durchhaltevermögen wird er am Schluss mit einem Fang belohnt, der fasst die Fischernetze platzen lässt! Das ist doch ein super Antrieb für diesen Tag, oder?

Freude an dem, was Sie tun / was du tust
wünscht Ihnen und Dir

Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 20. Januar 2011

Chance zum Helfen ebl

Losung: Wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.
Sprüche 14,31

Lehrtext: Jesus sprach zu dem Jüngling: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Matthäus 19,21

Liebe Leserinnen und Leser dieser Losungsauslegung,

ich lebe in fast jeder Hinsicht im Überfluss: Ich habe mehr Kleidungsstücke, als notwendig wären. Kühlschrank uns Speisekammer im Pfarrhaus sind gut gefüllt. CDs, DVDs und Bücher sind in so großer Zahl da, dass Monate nicht ausreichten, um alles zu hören und zu lesen. Kein Mangel, vielmehr Überfluss. Doch selbst wenn ich zum hilfreichen Teilen bereit bin, muss ich mir kritische Fragen stellen: Zerstören meine Kleiderspenden in Entwicklungsländer nicht die dortige Textilindustrie? Helfen meine Geldspenden an große Organisationen wirklich oder verschwinden sie (zumindest zum Teil) in dunklen Kanälen?

Was mache ich mit der Losung und dem Lehrtext von heute, die mich beide zum Teilen auffordern? "Wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott." (Altes Testament, Buch der Sprüche, Kapitel 14, Vers 31). In harter Deutlichkeit sagt Jesus einem wohlhabenden jungen Mann, der ihn nach dem Weg zu einem gelingenden Leben fragt:" Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben. (Matthäus-Evangelium, Kapitel 19, Vers 21).
Wie also helfen, wenn ich denn bereit bin? Glücklicherweise waren wir im August 2010 wieder in Tansania. Die dort neu ins Leben gerufene Partnerschaft zwischen Kalali und unseren Dörfern macht wirkliches Helfen möglich. Wir haben mit eigenen Augen gesehen, dass die Aids-Waisenkinder mangels eines Speiseraums ihre Mahlzeiten auf der Treppe vor ihren kleinen Wohnhäusern einnehmen. Also können wir ihnen mit dem Bau eines schlichten Speisesaales helfen. Und das tun wir. Und helfen so lange, bis das Dach auf das Haus gesetzt ist und die Kinder eingezogen sind. Einige Mauerringe sind schon gesetzt, viele fehlen noch. Worauf warten wir?

Einen gelingenden Tag und die Chance zum Helfen
wünscht Euch / Ihnen

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr 

Mittwoch, 19. Januar 2011

gnadenlos ebl & hl

Losung: Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre. Psalm 62,8

Lehrtext: Die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn. Römer 6,23

Liebe Freundinnen und Freunde,

uns blieb fast die Luft weg als wir von der Entscheidung des Landeskirchenrats in München gegen Helmut Lammel erfahren habe. Im Lichtblick-Gottesdienst am letzten Sonntag hatten wir um Unterstützung für ihn gebeten. Nun hat diese Gremium 'den Daumen gesenkt'. Helmut Lammel wird für immer jede kirchenmusikalische Tätigkeit ob haupt- oder nebenamtlich untersagt. Es ist zum Verzweifeln. Wo ist da noch ein Schimmer von einer 'Gemeinschaft in Jesus Christus' zu sehen? Ja, er hat vor vielen Jahren eine Straftat begangen, als er ein Verhältnis mit einer Minderjährigen hatte. Ja, er ist dafür zurecht zur Verantwortung gezogen worden, auch wenn der Sachverhalt bei näherer Betrachtung nicht so eindeutig ist, wie die Presse glauben machen möchte. Der Staat hat ihn aus dem Schuldienst entfernt. Verurteilt wurde Helmut Lammel nicht, da die Tat bereits verjährt war. Für unsere derzeitige Kirchenleitung aber gibt es offenbar keine Verjährung. In gewisser Weise hat Helmut Lammel nun von seiner eigenen Kirche "lebenslänglich" bekommen. Auf uns wirkt das in der Kirche, die Gnade verkündigt, gnadenlos. Wir hätten uns gewünscht, dass, wenn schon eine Sanktion ausgesprochen werden muss, sie für ihn wenigstens eine Perspektive für die Zukunft offen gelassen hätte.

Die Losung und der Lehrtext für heute lenken unsren Blick von diesem Chaos weg: "Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre", betet jemand im Pslam 62. Der Lehrtext ergänzt: Im Glauben an Jesus Christus "dürft ihr nun ewiges Leben erwarten. Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, das Geschenk Gottes aber ist ewiges Leben, das ihr durch Jesus Christus, unsern Herrn, bekommen habt." Er ist es, der uns vergibt und rechtfertigt. Er ist es, der uns freispricht von allem Mist, den wir im Lauf unseres Lebens verzapfen. Er ist es, der uns unabhängig macht von öffentlichen Meinungen. Er ermutigt uns zu ungewöhnlichem Einsatz für diejenigen unter uns, denen es schlecht geht, mit denen gnadenlos verfahren wird oder die gar keine Perspektive haben. Vor ihm gelten Hierarchien und gesellschaftliche Positionen nichts. Das gibt uns etwas die Luft zum Atmen wieder, die uns vorhin knapp wurde.

Herzlich grüßen Euch und Sie

Eure / Ihre

Elfriede Bezold-Löhr und Hans Löhr 

Dienstag, 18. Januar 2011

Akku laden ebl

Losung:  Wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft!
Psalm 86,16

Lehrtext: Jesus sprach: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.
Matthäus 17,20

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser,

"wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft!" (Psalm 86, Vers 16) betet heute jemand, der mit seinem Latein am Ende ist. Mir stehen bei diesen Worten einige Leute vor Augen, die gegenwärtig aus sich selber keine Kraft mehr schöpfen können. Bei ihnen sind, wie wir in unserer Umgangssprache manchmal salopp sagen, 'die Akkus leer'.
Was macht man, wenn am Handy der Akku leer ist? Man lädt ihn auf. Verbindet mit dem Ladekabel Handy und Steckdose. Und dann wartet man, bis der Akku wieder voll ist. So müssen die Erschöpften unter uns auch für sich sorgen: Sehen, dass 'ihre Akkus wieder geladen werden' - von Gott selber. Dazu braucht es nur so viel Vertrauen, dass ein Schritt auf Jesus hin passiert und so die Verbindung zu ihm hergestellt wird. Was könnte ein solcher Schritt sein? Ein Lied auf einer 'Feiert-Jesus-CD'. Ein Abschnitt aus der vertrauten Bibel. Stiller Rückzug an einen Lieblingsort zum Gebet. Das muss und wird reichen, um innerlich von Gott gefüllt zu werden. Denn Jesus sagt: "Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein. (Matthäus-Evangelium, Kapitel 17, Vers 20)

Ich wünsche Dir und mir einen solchen Senfkorn-Glauben.

Deine / Ihre

Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 17. Januar 2011

Nicht hinken! ebl


Losung: Elia sprach: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist's aber Baal, so wandelt ihm nach.
1.Könige 18,21

Lehrtext: Christus spricht: Komm und folge mir nach!
Matthäus 19,21

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser,

mit der heutigen Losung gehen wir in die Zeit des Propheten Elia zurück. Der lebte im neunten Jahrhundert vor Christus und musste den Leuten des Volkes Israel manche unangenehme Mitteilung von Gott weitergeben. In der zitierten Bibelstelle geht es darum, dass sich die Leute zwischen dem HERRN und der fremden Gottheit Baal entscheiden müssen. "Elia sprach: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist's aber Baal, so wandelt ihm nach." (1.Buch der Könige, Kapitel 18, Vers 21) Es geht also um eine klare Entscheidung für EINE Lebens- und Glaubensgrundlage. Diese Aufforderung ist heute genauso herausfordernd wie zu Elias Zeiten. Auch wir bekommen tausend Angebote der Sinndeutung und müssen (oder sollten) uns auf diesem 'Markt der religiösen Möglichkeiten' umsehen und uns entscheiden. Was ich von Jesus Christus im Neuen Testament bisher erfasst habe, hat mich für ihn eingenommen und lässt mich, so gut es mir
möglich ist, 'Christ-in' sein. Ich beziehe seine Aufforderung gegenüber einem jungen Mann aus Judäa ganz aktuell auf mich: "Komm und folge mir nach!" (Matthäus-Evangelium Kapitel 19, Vers 21) Damit ist mein Kurs klar - und ich hoffe, dass er es mit Jesu Hilfe auch bleibt.


Klare Sicht und den Mut zu wichtigen Entscheidungen wünscht Euch / Ihnen

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Freitag, 14. Januar 2011

Schadenfreude hl

Losung: Amos sprach: Ach HERR, sei gnädig! Wer soll Jakob wieder aufhelfen? Er ist ja so schwach. Da reute es den HERRN und er sprach: Wohlan, es soll nicht geschehen.
Amos 7,2-3

Lehrtext: Der Engel sprach zu Josef: Maria wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.
  Matthäus 1,21

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Die Liebe freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit. Sie rechnet das Böse nicht zu … sie vergilt nicht Böses mit Bösem« – so hat es der Apostel Paulus vor 2000 Jahren geschrieben. Aber auch unter uns Christen herrscht nach wie vor die Neigung, einen anderen für sein Versagen bloß zu stellen und zu bestrafen. Es gibt auch eine Lust, anderen ihre Fehler nachzuweisen und sich daran zu weiden. Manche Nachbarn lauern sich geradezu gegenseitig auf, um den anderen bei einer Sache zu ertappten, für die sie ihn anzeigen können. 
Gegen diese Neigung und Lust hat sich Jesus ein ums andere Mal gewandt. Er kennt uns. Er weiß, dass wir für Selbstgerechtigkeit besonders anfällig sind. Es steckt in uns Menschen, andere herabzusetzen, um selbst ein wenig besser dazustehen als sie. Dieses Petzen kann man besonders schön bei Kindern beobachten. Wir Erwachsene stellen uns geschickter an. Wir verbergen unsere Schadenfreude. Das macht die Sache aber nicht besser.
 Gott ist anders. Gott sei Dank! Er klebt uns keine Strafzettel an die Stirn. Er droht uns nicht ständig mit seinem Zeigefinger. Er macht uns nicht moralisch fertig, weil wir nicht so sind, wie wir sein sollten. Er schickt uns seinen Sohn, nicht damit der uns richte, sondern rette (Lehrtext). Wir haben's alle nötig, gerettet zu werden. Vor allem vor und aus unserer Selbstgerechtigkeit.

Das meint und herzlich grüßt

Hans Löhr

Gebet: Herr, mache die Menschen nachsichtiger, verständnisvoller, barmherziger – und fange bei mir damit an. Amen

Donnerstag, 13. Januar 2011

Schubs hl

Losung: HERR, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.
Psalm 21,14

Lehrtext: Jesus legte die Hände auf die Frau; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.
Lukas 13,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist toll, wenn große Dinge in unserem Leben passieren und wir Gott dafür preisen können. Doch ich möchte mit Ihnen / mit Dir heute nicht auf das Außergewöhnliche warten, bevor ich das tue. Ich möchte ihn jetzt preisen, in diesem Augenblick. Und vielleicht schließen Sie sich / schließt Du dich an, da Du diese Zeilen liest. Möglicherweise bist Du im Augenblick gar nicht in der Stimmung dazu. Ich denke, Gott freut sich über unser Lob umso mehr, wenn er gar nicht damit rechnet und wir uns dazu auch mal einen Schubs geben müssen. Eigentlich habe ich keinen Grund, meiner Frau heute einen Blumenstrauß zu schenken. Aber wenn ich es noch schaffe, ihn zu kaufen, dann freut sie sich bestimmt. Und das umso mehr, weil sie überhaupt nicht damit gerechnet hat.

Gebet: Ja, Herr, ich will dich jetzt schnell mal loben und preisen, einfach dafür, dass es Dich gibt und dass es mich gibt und alle, die mir gut tun.  Danke, du bist wunderbar!

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mittwoch, 12. Januar 2011

Von Bibelnüssen und Glaubensnüssen hl

Losung: Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt.
Psalm 116,10

Lehrtext:  Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?
Römer 8,35

Liebe Leserin, lieber Leser,

geht es Ihnen / geht es dir heute einigermaßen gut? Dann wäre jetzt vielleicht ein kleines Dankeschön für Gott nicht schlecht. Am besten nicht nur allgemein, sondern konkret. Für was genau können Sie / kannst Du heute dankbar sein? … Ich meine, jedes kleine Dankgebet ist so etwas wie eine Haselnuss, die ein Eichhörnchen für den Winter versteckt. Irgendwann, wenn es für das kleine Tier hart kommt, helfen ihm seine Vorräte über die schlechte Zeit. Ich bin jedenfalls froh, wenn ich in schwierigen Zeiten auf ein paar „Glaubensnüsse“ zurückgreifen kann. Dazu gehört, dass ich in meinem Kopf auch ein paar „Bibelnüsse“ gespeichert habe, die meine Seele in schlechten Zeiten nicht verhungern lassen. Der Vorrat muss gar nicht so groß sein. Der 23. Psalm „Der Herr ist mein Hirte“ gehört zum Beispiel dazu und das Wort aus dem heutigen Lehrtext, dass mich von Gottes Liebe nichts trennen kann, gar nichts, nicht einmal der Tod. Dafür können wir Gott ruhig beim Wort nehmen, bei seinem Wort, gerade in schwierigen Zeiten.

Gebet: Lieber Herr Jesus Christus, in dir finde ich Gottes Liebe, von der mich nichts trennen kann. Ich bitte dich, dass du mich in diesem Glauben stärkst, gerade in schwierigen Zeiten. Danke für alles Gute in meinem Leben, für diesen ganz normalen Wochentag und für die heutige Tageslosung. Amen

 Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Dienstag, 11. Januar 2011

Der Herr der Zeit hl

Losung: Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin's, der HERR, der Erste und bei den Letzten noch derselbe.
Jesaja 41,4

Lehrtext: Gott hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen.
Apostelgeschichte 17,26

Liebe Leserin, lieber Leser,

einmal im Jahr kommen die vier Kinder und neun Enkelkinder zusammen um mit ihrem Vater Weihnachten zu feiern. Dann schaut er versonnen auf das Gewusel um ihn her, und freut sich, dass die Familie wächst. 16 Jahre ist nun der älteste Enkel und die jüngste zehn Monate. Schade, dass seine Frau das nicht mehr mit erleben kann. Zehn Jahre sind es nun, dass sie gestorben ist. Beim Anblick seiner Nachkommen denkt er auch an seine Eltern und Großeltern. Ja er kann sich sogar noch an seine Urgroßmutter erinnern. So viele Generationen! Die einen gehen, die anderen kommen. Die eine gibt der anderen das Leben und hoffentlich auch den Glauben weiter. Wo kommen sie her? Wo gehen Sie hin?
All die Generationen, sie sind wie Wellen im Meer der Zeit. Gott hatte sie alle ins Leben gerufen und er ruft sie wieder zu sich. Der alte Gott unserer Vorfahren ist der junge Gott, der uns aus der Zukunft entgegen kommt und der lebendige, der jetzt über unserem Leben wacht.  Er ist der Herr über uns und unsere Toten. Unsere Zeit steht in seiner Hand.

Gebet: Heiliger, ewiger und allmächtiger Gott, wir erkennen deine Größe und Majestät an. Nichts und niemand ist dir gleich. Du bist alles in allem. Wir nehmen gern das Gute aus deiner Hand.  Gibt uns die Kraft, auch das Schwere anzunehmen. Du bist es, der gibt, du bist es, der nimmt. Dein Name sei gelobt in Ewigkeit. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Montag, 10. Januar 2011

ehren und verehren hl

Losung: Alle Völker auf Erden sollen erkennen, dass der HERR Gott ist und sonst keiner mehr.
1.Könige 8,60

Lehrtext: In dem Namen Jesu sollen sich beugen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.
Philipper 2,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Allein Gott in der Höh sei Ehr!« singen wir Sonntag für Sonntag in unseren Kirchengottesdiensten. Das schließt nicht aus, dass Menschen für ein besonderes Verdienst geehrt werden wie zum Beispiel neulich Bläser unseres Posaunenchors für 40 oder 50 Jahre Mitgliedschaft. Wir ehren uns zu Recht auch  dadurch, dass wir zueinander höflich sind. Wenn ein Gast den Raum betritt, steht man auf und begrüßt ihn. Ich habe es mir angewöhnt, auch bei Kindern aufzustehen. Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht auch sie ehren sollen.
Aber etwas anderes ist es, Menschen zu verehren. In Österreich ist ein gängiger Gruß: »Meine Verehrung, gnädige Frau!« Das ist eine kleine, nette Schmeichelei und harmlos. Problematisch wird es, wenn Menschen wie ein kleiner Herrgott verehrt werden oder sich verehren lassen und das ist oft da der Fall, wo Gott nicht mehr verehrt wird. Im Showgeschäft, im Sport und in der Politik sind solche Auswüchse an der Tagesordnung. Wir Deutschen wissen es: wenn man erstmal »Heil Hitler!« sagt, dann steht das Unheil vor der Tür.
Kein Mensch soll vor einem anderen in die Knie gehen. Ob äußerlich oder innerlich – wir knien freiwillig nur vor Gott und dem gekreuzigten Jesus. Und wir lassen niemanden vor uns knien. Weil wir nur Gott als Herren über uns anerkennen, sind wir untereinander frei und gleich an Würde und Wert, der achtjährige Bengel von neben an genauso wie der Herr Bundespräsident.

Gebet: Jesus, du hast mir mit deinem Leben und Sterben gedient. Und darum bist du mein Herr. Dir will ich gern dienen. Denn du erniedrigst keinen und nützt niemanden aus. Danke für die Freiheit, die du mir geschenkt hast. Ich bitte dich für die Menschen, die unter anderen leiden, für die Mädchen und jungen Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden, für die Kinder, die Sklavenarbeit verrichten müssen, für Menschen, die wegen ihres Glaubens oder ihrer politischen Einstellung verfolgt werden. Zerbrich ihr Joch, damit sie dich preisen und zeige mir Möglichkeiten, wie ich dir dabei helfen kann. Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen für die neue Woche!

Ihr /Dein Hans Löhr

Freitag, 7. Januar 2011

Zuversicht ebl

Losung: Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen.
Psalm 17,7

Lehrtext: Lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.
Hebräer 4,16


Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser!

Manchmal stecken wir in Abschnitten unserer Lebensgeschichte, die schwierig sind. Wie es leichter und unser Leben wieder schöner werden könnte, wissen wir zwar, wir können aber diesen Aufschwung nicht erzwingen. Mir hilft dann mein Glaube, mich in Geduld zu üben.  Der Bitte, wie sie heute die Tageslosung ausspricht, schließe ich mich an: "Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen." (Nachzulesen in Psalm 17, Vers 7)

Der Lehrtext macht uns zu diesem Vertrauen ebenfalls Mut: "Lasst uns also voller Vertrauen zu ihm (d.h. zu Jesus Christus) gehen, der auf dem Thron der Gnade sitzt und von ihm Barmherzigkeit und Gnade empfangen. Nichts kann uns jetzt mehr weiter helfen, nur das." (Nachzulesen im Hebräerbrief, Kapitel 4, Vers 16)

Wie gut, dass wir unseren Glauben haben und damit eine Hoffnungsperspektive für die Zukunft.

Eure / Ihre
Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 6. Januar 2011

Hoffnungsperspektive ebl

Losung: Vernichten wird er den Tod auf ewig.
Jesaja 25,8

Lehrtext: Christus möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.
Philipper 3,10-11
               
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser,

sicher ist es ein Schutzmechanismus unserer Seele, dass wir in Gedanken viel eher das Leben-Dürfen vor Augen haben als das Sterben-Müssen. Erst dann, wenn wir einen Angehörigen beerdigen oder uns von einer lieben Freundin für immer verabschieden müssen, steht er plötzlich vor Augen: Der Tod. Und immer wieder erleben mein Mann und ich es in unserer Arbeit als Segen, dass wir dann mitten in allem Leid gegenüber den Angehörigen auch behutsam die Perspektive der Hoffnung ins Spiel bringen können. Wir haben als Christinnen und Christen einen Hoffnungshorizont, der dieses Leben übersteigt. "Vernichten wird Gott den Tod auf ewig," sagt uns heute klipp und klar die Tageslosung. (Nachzulesen beim Propheten Jesaja in Kapitel 25, Vers 8). Paulus weiß, dass wir diesen Hoffnungshorizont Jesus Christus verdanken, der als erster den Tod besiegt hat. Deshalb schreibt Paulus im Lehrtext: "Ich möchte Jesus immer besser kennen lernen und auch am  eigenen Leib die Kraft erfahren, mit der er vom Tod auferweckt wurde. Ja, ich sehne mich danach, mit ihm zu leiden und ihm im Tod ähnlich zu werden. So hoffe ich, auch mit allen, die an Christus glauben, von den Toten aufzuerstehen." (Paulus im Brief an die Philipper, Kapitel 3, Verse 10-11) Den ersten und den letzten Satz dieses Zitats kann ich voller Überzeugung mitsprechen. Beim mittleren stocke ich - und hoffe, dass Gott weiß, was er jedem von uns und damit auch mir zumuten kann, ohne dass wir daran zerbrechen.


Einen gesegneten Epiphaniastag (vulgo: Dreikönigstag)
wünscht Euch und Ihnen

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr


PS: Wer von euch gerne heute einen Gottesdienst besuchen möchte, sei daran erinnert, dass wir uns zum Feiern heute um 18.30 Uhr in der Thanner Kirche treffen.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Wippende Fußspitzen ebl

Losung: Ich will dich preisen unter den Völkern, o HERR, und deinem Namen lobsingen.
Psalm 18,50

Lehrtext: Dem Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit!
Römer 16,27

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser!

"Ich will dich preisen unter den Völkern, o HERR, und deinem Namen lobsingen." (Nachzulesen in Psalm 18, Vers 50). Wer mich kennt, der wird lächeln bei dem Satz aus der Bibel, der für den heutigen Tag die Losung ist. Denn er weiß, dass er da bei mir genau 'an der Richtigen' ist. Ich erlebe es immer wieder als Geschenk, mit Liedern oder auch im Spielen eines Instruments mit Gott in Verbindung zu sein und ihn zu ehren. Oft sind es Loblieder, die meine Fußspitzen wippen lassen. Aber manchmal tut es auch gut, das Klagen und das Fragen in Liedern auszudrücken. Im 'Lichtblick' sind es gerade die (Lob-)Lieder, die viele Leute berühren und immer wieder kommen lassen.
Und was macht derjenige, der nicht singen kann? Der gibt eben Gott auf seine Weise die Ehre. Indem er Kuchen backt oder sein technisches Wissen in die Gottesdienste einbringt oder Gott zur Ehre unsere Kinderlichtblickräume tapeziert. Gerade suchen wir wieder Leute, die Gott zur Ehre ihr schauspielerisches Talent für unsere Sonntagskinder (den anderen großen Kindergottesdienst im Gemeindehaus in Thann) in die Waagschale werfen! Vielleicht liest das jemand von Euch / Ihnen mit offenem Herzen und denkt sich: "Das ist meines. Damit könnte ICH Gott ehren und zugleich den Kindern in unserer Gemeinde einen wertvollen Dienst erweisen." Wenn dem so ist - mailt uns das. Wir wären begeistert!
Was immer wir tun - die Mitte und das Ziel soll Gott bleiben. Denn: "Dem Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit!" (Brief des Paulus an die Römer, Kapitel 16, Vers 27).

In diesem Sinn wünsche ich Euch und Ihnen einen gelingenden Tag!

Eure / Ihre

Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 4. Januar 2011

Die Kraft der Schwachen ebl

Losung: Ich will das Verwundete verbinden und das Schwache stärken. Hesekiel 34,16

Lehrtext: Paulus schreibt: Der Herr hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2.Korinther 12,9


Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

ich habe ziemlich lang studiert und dafür erschreckend viel von dem Gepaukten wieder vergessen. Doch ein paar Namen kluger Leute und ihre wertvollen Gedanken sind mir noch im Kopf. Einer davon ist Henning Luther. Er war ein 'praktischer Theologe', also einer, der sich mit allen Fragen rund um das wirkliche Leben in der Kirchengemeinde beschäftigt hat. 'War' deshalb, weil er leider mit gut vierzig Jahren Anfang der 90er Jahre an Aids starb ...  Er hat uns beigebracht, dass leidende Menschen denjenigen etwas beibringen können, die gesund und stark und bei besten Kräften sind. Krankenbesuche waren für ihn wirkliche Lehrstunden: Geduldig sein, die Kraft des Aushaltens entwickeln, Hoffnung bewahren - alles das und noch viel mehr ist ihm da begegnet.
Losung und Lehrtext des heutigen Tages sind Gottes Wort, das Henning Luthers Erfahrungen 'unterfüttert': "Ich will das Verwundete verbinden und das Schwache stärken." (Nachzulesen beim Propheten Hesekiel,  Kapitel 34, Vers 16.) Paulus schreibt entsprechend seiner eigenen Lebenserfahrung dazu: "Der Herr hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." (2.Brief an die Korinther, Kapitel 12, Vers 9) Bei Gott ist eben doch vieles anders als in dieser Welt - das tut manchmal richtig gut.

Ihre / Eure 

Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 3. Januar 2011

Die ausgestreckte Hand ebl

Losung:  Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.
Jesaja 54,8

Lehrtext : Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verspielt. Gerecht gemacht werden sie ohne Verdienst aus seiner Gnade durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. Römer 3,23-24 Ich 
habe 
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leserinnen und Leser!

Zunächst wünsche ich all denjenigen unter Euch und Ihnen, die ich gestern nicht im Lichtblick-Gottesdienst gesehen habe, im Namen unserer ganzen Familie von Herzen Gottes reichen Segen für das Jahr 2011. Habt zugleich auch Dank für ein Jahr wertvoller Gemeinschaft, das hinter uns liegt und für so manche Rückmeldung auf unsere Losungsauslegung per mail.

Es ist 'nicht ohne', sich täglich mit Versen aus der Bibel zu konfrontieren, das erleben wir heute prompt: "Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser." (Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 54, Vers 8) Dem entspricht, was vor einigen Jahren ein Mann mir zornig gesagt hat: "Frau Pfarrer, ich hab' mit Gott nichts mehr am Hut - jetzt, wo meine Frau so elend gestorben ist." Es gibt sie - die Zeiten der Dürre in unserem Glaubensleben. Da sind wir Gott entfremdet und er uns. Paulus verallgemeinert diese Erfahrung und meint im Lehrtext:  "Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verspielt. Gerecht gemacht werden sie ohne Verdienst aus seiner Gnade durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist." (Brief von Paulus an die Gemeinde in Rom, Kapitel 3, Verse 23-24) Gott streckt also von sich aus die Hand wieder zur Versöhnung hin. Er  möchte uns annehmen, und das nur aufgrund des Vertrauens, das wir auf Jesus Christus setzen.

Mit dieser guten Perspektive grüße ich Euch und Sie herzlich!

 Herzliche Grüße

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Samstag, 1. Januar 2011

7 x 70 x Jahreslosung 2011 (hl)

»Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.« (Römer 12,21)

Liebe Leserin, lieber Leser,

am Anfang des neuen Jahres möchte ich ein paar Gedanken zur Jahreslosung 2011 weiter geben. Ein großer Teil dieser kurzen Predigt ist ein Selbstgespräch, das ich mit mir führe. Aber vielleicht ist da ja etwas dabei, was auch Sie, was dich bewegt. Ich beginne mit einem Witz:
     Ein Ehepaar spricht nun schon seit einigen Tagen nicht mehr miteinander. Sie "glotzen", wie man bei uns in Franken sagt. Eines Abends findet die Frau einen Zettel von ihrem Mann, auf dem steht: »Mein Flugzeug geht morgen Früh um 8 Uhr. Weck mich um 5 Uhr.«
Am nächsten Morgen wacht der Mann um 7 Uhr auf, viel zu spät, um noch zum Flughafen zu kommen und das Flugzeug zu erreichen. Wütend will er seine Frau zur Rede stellen, da sieht er auf dem Nachttisch einen Zettel: »Steh auf, es ist 5 Uhr.«
     Wie du mir, so ich dir. -  Wir kennen das alle. Auch Petrus hat sich mit diesem Problem herumgeschlagen. Darum fragt er Jesus: »Herr, wie oft soll ich denn jemandem vergeben, der mir weh getan hat? Reicht siebenmal?« Und Jesus antwortet: »Nein, nicht siebenmal, sondern siebenmal siebzigmal«.
     O Gott, dachte sich Petrus, und das denke ich mir auch, das heißt ja: siebenmal siebzigmal mich selbst überwinden, siebenmal siebzigmal die Verletzungen, die mir ein anderer zufügt, wegstecken. Siebenmal siebzigmal darauf verzichten, das Echo zu sein, wenn einer Böses in den Wald hinein schreit. Siebenmal siebzigmal tapfer lächeln, auch wenn es mir nicht danach ist. Siebenmal siebzigmal freundlich bleiben in einem Meer von Unfreundlichkeit. Siebenmal siebzigmal den bösen Gedanken unterdrücken, das böse Wort runter schlucken. Siebenmal siebzigmal den Versuchungen standhalten, Gleiches mit Gleichem zu vergelten und stattdessen still beten: "Vater unser im Himmel , führe mich nicht in Versuchung, sondern erlöse mich von dem Bösen!"; Siebenmal siebzigmal …
     Wie soll ich das schaffen? Woher die Kraft dazu nehmen? Und was ist, wenn ich dabei scheitere? Gibt es denn keine andere Möglichkeit? …
     Ich fürchte nein. Siebenmal siebzigmal – das ist der Weg für Christen. Ich weiß, dass es ihn gibt. Ich mag ihn vielleicht nicht gehen. Aber einen besseren weiß ich nicht. Wie gut haben es da die, denen der Glaube egal ist. Sie verhalten sich so, wie ihnen gerade zu Mute ist. Sie schreien zurück, sie schimpfen zurück, sie schlagen zurück, sie setzen eine Gemeinheit gegen die andere, sie vergelten Böses mit Bösem …
     Und ich? Das ist die Herausforderung für mich, dass ich mich immer wieder selbst überwinden muss. Das Bibelwort sagt mir, welchen Weg ich gehen soll. Und weil Jesus und das, was er sagt, mir etwas bedeutet, macht es mir etwas aus, wenn ich ihn nicht gehe. Dann habe ich ein schlechtes Gewissen und schäme mich, wenn ich nicht tue, was das Wort der Jahreslosung mir sagt.
     Es gibt viele Vorsätze, mit denen Menschen ins neue Jahr gegangen sind. Vielleicht haben Sie, vielleicht hast du auch den einen oder anderen gefasst. Für mich soll die Jahreslosung 2011 ein solcher Vorsatz sein. Ich will es im neuen Jahr wenigstens versuchen, öfter mal den Siebenmal-siebzigmal-Weg zu gehen als sonst. Allein schaffe ich es nicht, aber wenn ich weiß, da sind noch andere, die es mit mir probieren, die sich ebenfalls, wie ich, immer wieder überwinden müssen, dann fällt es mir leichter.
     Ich denke, jeder kennt Menschen, wo das Siebenmal-siebzigmal angesagt ist. Vielleicht gelingt es mir ja, mich ab und zu selbst zu überraschen. Und dann, lieber Leser / liebe Leserin, und dann, so hoffe ich, wird etwas eigenartiges passieren. Wenn es mir gelungen sein wird, das Böse mit Gutem zu überwinden, dann werde ich nicht nur das Böse überwunden haben, das ein anderer mir angetan habt, sondern auch das Böse in mir selbst. Dann habe ich einen kleinen Sieg davon getragen über den anderen und einen großen über mich selbst. Und vielleicht hab ich auch dem anderen damit zu denken gegeben und ihn für mich gewonnen.
     Schließlich war es ja Gott selbst, der das Böse in und unter uns Menschen mit Gutem überwunden hat. Er hat das Böse in seinem Sohn Jesus auf sich gezogen. Er wurde gefangen, gefoltert und hingerichtet und hat doch nicht zurückgeschlagen, obwohl er die Macht dazu gehabt hätte. Er hat noch im Sterben für seine Feinde gebeten und gesagt: "Vater, vergib, denn sie wissen nicht, was sie tun."
     Und wie hätte die Ehefrau in unserem Witz vom Anfang anders reagieren sollen als den Zettel neben das Bett zu legen? Vielleicht hätte sie sich überwinden können und wäre vor ihrem Mann aufgestanden, hätte ihm einen Kaffee gekocht, vielleicht sogar noch ein kleines Frühstück hingestellt, wäre wieder zurück ins Bett, hätte ihn geweckt und so getan, als ob sonst nichts wäre. Dann wäre es spätestens beim Anblick des unerwarteten Frühstücks bei ihrem Mann mit dem "Glotzen" aus gewesen. Anstatt aneinander vorbei, hätten sie sich wieder in die Augen schauen und in den Arm nehmen können, allen unschönen Worten und Gesten zum Trotz, die vorher gewesen sind. Und ihr Mann hätte den Flieger noch gekriegt.
     "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem". Das ist eine große Herausforderung im Jahr 2011 für mich und vielleicht auch für dich.

Herzliche Grüße und Gottes Segen für das neue Jahr!


Hans Löhr
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Zwei kurze Videos von den Waisenkindern in Kalali (Tansania), die wir unterstützen: Video 1 und Video 2
Spenden für unser Waisenkinderprojekt (Bau eines Speisehaus‘) bitte auf.
Kirche Sommersdorf, Kto 1910400, Gewerbebank Ansbach, BLZ 76560060, Kennwort: Kalali.
Spendenbescheinigungen für das Finanzamt werden auf Wunsch zugeschickt..
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Freitag, 31. Dezember 2010

Hoffnungsvorrat hl

Losung: Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, und es ist aus mit uns. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Hesekiel 37,11-12

Lehrtext: Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben. Johannes 14,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

als Michael kurz vor Weihnachten die Krebsdiagnose bekommen hatte, war er am Boden zerstört. Er liebte sein Leben, seine Frau, seine Kinder, seine Arbeit. Und nun? All die Pläne die er noch hatte, was hatten sie jetzt noch für einen Wert? Er fiel in ein tiefes schwarzes Loch. Seine Hoffnungen konnte er begraben und sich gleich dazu. Und so war er denn auch mehr tot als lebendig.
Das war vor drei Jahren. Doch dann las er die Jahreslosung für das Jahr 2008. Seine Frau hatte von der Gemeinde eine Kerze bekommen, auf der sie abgedruckt war. Es würde ein trauriges Silvester werden, dieses Jahr, dachte sie und zündete am letzten Abend des alten Jahres die Kerze an. Aber als die Kerze mit ihrem hellen, warmen Schein das Wohnzimmer füllte, begann für Michael auch das Bibelwort auf ihr zu leuchten. Lange schaute er in die Flamme und immer wieder las er diese Worte: »Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben.« Er spürte förmlich, wie neue Hoffnung in ihn hineinströmte, wie sein Lebensmut zurück kehrte und er entschloss sich, im neuen Jahr um seine Gesundheit zu kämpfen.
Drei Jahre sind seitdem vergangen. Michael lebt noch immer. Er hat eine harte Zeit hinter sich: Chemotherapie, Bestrahlungen, Reha und die Nachuntersuchungen, vor denen er jedes Mal ein bisschen Angst hat. Aber dann zündet er wieder die Kerze mit dem Bibelwort an. Es ist inzwischen die sechste oder siebte, die im Wohnzimmerschrank steht. Damals hat er sich auf Vorrat zehn Stück auf einmal vom Pfarrer besorgen lassen. "Hoffnung", so sagte er zu sich, "Hoffnung kann man nicht genug haben". Und so hat er sich einen Hoffnungsvorrat angelegt. Von dem zehrt er noch heute.

Gebet: Herr Jesus Christus, so viele Menschen haben sich schon in ihren Ängsten an dein Wort geklammert, weil sie nicht sterben wollten. Vielen hast du neue Kraft gegeben und in ihnen neue Hoffnung geweckt. Lass mich festhalten an deinem Wort, wenn die Angst mich überfällt. Und wenn ich einmal von dieser Welt gehen muss, dann mach mich gewiss, dass du lebst und ich mit dir. Amen

 Alle guten Wünsche für den Jahresabschluss und Gottes Segen für 2011!

Ihr / Dein Hans Löhr

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Das Geheimnis hl

A. Losung: Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott und sonst keiner mehr.
Jesaja 45,22

B. Lehrtext: Legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist und Kraft hat, eure Seelen selig zu machen.
Jakobus 1,21

Liebe Leserin, lieber Leser,

schon komisch, dass Gott sein Volk und mit ihm auch uns ständig daran erinnern muss, wer Gott ist und an wen wir uns wenden sollen, damit uns geholfen werden kann. Die Bibel ist voll von Beispielen, wie die Israeliten in Krisenzeiten immer wieder vom lebendigen Gott abgefallen sind und sich irgendwelchen anderen Dingen zugewandt haben, von denen sie sich Hilfe versprachen: Horoskopen, Wahrsagern, Hexen, geschnitzten Götzen, Amuletten, fremden Göttern usw.
Wir Menschen brauchen offenbar etwas zum Anschauen und Anfassen, von dem wir uns versprechen, dass es uns Halt geben könnte. Aber gerade das macht die Wirklichkeit unseres Gottes aus, dass man ihn sich nicht so ohne weiteres vorstellen kann, um ihn danach wieder weg zu stellen. Er ist nicht mit unseren Händen zu begreifen und mit unserem Verstand auch nicht. Die Bibel sagt: Gott ist höher als alle Vernunft. Letztlich bleibt uns nichts anderes übrig, als dass wir uns diesem unsichtbaren und darum auch allgegenwärtigen Gott vertrauensvoll in die Arme werfen.
Unser Gott lebt in seinem Wort mitten unter uns. Wir haben nichts anderes, was Kraft hat uns aus Angst und Leid, Schuld und Tod zu retten  als sein Wort. Johannes schreibt am Anfang seines Evangeliums:  »Dieses Wort wurde (in Jesus Christus) Mensch und wohnten mitten unter uns.« Das ist es, was wir an Weihnachten feiern: Gott wird in dem Kind in der Krippe begreifbar und bleibt doch ein Geheimnis.


Gebet: Du bist ein barmherziger Gott. Du verzeihst, wenn wir uns in Panik nach irgendwelchen nutzlosen Hilfen umsehen und dich darüber vergessen. Aber damit tun wir uns selbst nichts Gutes. Darum bitten wir dich, gib uns die Geistesgegenwart und das Vertrauen, dass wir uns in allen Notlagen in deine Arme werfen. Du bist der einzige, der Macht hat zu helfen. Bewahre uns diesen Glauben. Amen



Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Menschenwürde hl

Losung: Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern? Maleachi 2,10

Lehrtext: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Römer 15,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Die Würde des Menschen ist unantastbar" heißt es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Aber was ist es, das einem Menschen Würde verleiht? Nicht nur einem angesehenen Mitglied dieser Gesellschaft, nicht nur einem Prominenten oder einem sogenannten Leistungsträger, sondern auch einem behinderten Kind und einem demenzkranken Greis? Wer nicht an Gott glaubt, aber stattdessen, dass wir Menschen Zufallsprodukte der Evolution sind, tut sich mit der Menschenwürde schwer. Ist sie auch ein Zufallsprodukt? Was ist sie dann wert? Was ist der Mensch dann wert?
Nach allem, was ich weiß, sind wir Menschen in einem langen, evolutionären Prozess im Laufe von Jahrmilliarden entstanden. Aber dabei hat der, vor dem 1000 Jahre wie ein Tag sind, seine Hand im Spiel. Es ist Gottes Wille, dass es jeden einzelnen von uns gibt. Er ist es, der uns alle miteinander erschaffen hat: Deutsche und Russen, weiße Europäer und schwarze Afrikaner, Obdachlose und Investmentbanker, Männer und Frauen, Kinder und Erwachsene, Kranke und Gesunde, Junge und Alte, Christen und Muslime, Gläubige und Ungläubige. Wir haben alle diesen einen Vater, auch wenn es nicht alle wissen oder glauben. Und darum haben wir keinen Grund, uns gegenseitig herabzusetzen oder auf andere, die nicht so sind wie wir, herab zu sehen.
Wir teilen alle dieselbe Menschenwürde, weil Gott uns nach seinem Bild geschaffen hat. Als Christen können wir froh und dankbar sein, dass wir zum Glauben gekommen sind und Gott in seinem Sohn Jesus Christus erkennen können. Es wäre schön, wenn wir mit unserem Leben andere, die noch suchen, dazu einladen, sich von unserem Gott finden zu lassen. Doch dazu sollten wir auch die akzeptieren, auf Deutsch, annehmen, die uns ablehnen. Diese Empfehlung gibt uns der Apostel Paulus, der die Gemeinde Jesu Christi auf den Tod gehasst hatte und dennoch von Jesus angenommen wurde, damit er ihm diene.

Gebet: Allmächtiger und heiliger Gott, weil Du mir Würde gibst, bin ich schon wer noch bevor ich etwas aus mir machen muss. Du hast meinen Nachbarn und Arbeitskollegen, auch denen, die ich nicht leiden kann, die gleiche Würde wie mir gegeben. So will ich Dich darin ehren, dass ich zuvorkommend und freundlich zu ihnen bin. Verbrenne alle meine Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit im Feuer Deiner Liebe. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Dienstag, 28. Dezember 2010

Wo geht's lang? hl

A. Losung: Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir.
Psalm 143,8

B. Lehrtext: Der Engel des Herrn erschien dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir's sage.
Matthäus 2,13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

bei meinem letzten Aufenthalt in New York kam ich mit der U-Bahn im Central Station, im berühmten New Yorker Hauptbahnhof, an. Als ich schließlich oben in dem riesigen Bahnhofgebäude auftauchte, wusste ich nicht, welchen Ausgang ich Richtung Rockefeller Center nehmen sollte, wo meine Frau auf mich wartete. Ich überlegte kurz: Soll ich irgend einen Ausgang nehmen und dann draußen schauen, wie ich mich zurecht finde? Oder soll ich jemand fragen, dass er mir den richtigen Weg sagt? Ich fragte einen Mann mit dunkler Hautfarbe, der in der Nähe stand. Ich kannte ihn nicht, und er kannte mich nicht. Ich vertraute darauf, dass die Antwort richtig sein würde und ging den Weg, den er mir zeigte. Erst draußen vor dem Bahnhof wusste ich, dass es der richtige Ausgang war und lief zu Fuß durch den New Yorker Regen zum vereinbarten Treffpunkt.
Wenn ich schon einem wildfremden Menschen mitten in New York vertrauen kann, dass er mir den richtigen Weg zeigt, wie viel mehr kann ich erst Gott vertrauen, dass er mich durch alle Umwege und Irrwege dieses Lebens den richtigen Weg finden lässt. Den Weg, auf dem ich das Ziel erreiche, das er mir setzt,
Der Mann im Central Station war kein Engel. Oder vielleicht doch? Sind nicht alle Engel, die uns den richtigen Weg zeigen? Und sind nicht wir Gottes Engel, wenn er uns braucht, anderen dasselbe zu tun? Ich glaube, dass Menschen für den richtigen Weg kein Navigationssystem brauchen, sondern andere, die, ohne viele Worte zu machen, einfach mit ihrem Leben zeigen, wo's lang geht.



Herzliche Grüße

Hans Löhr