Samstag, 9. April 2016

Ich will hl

Losung: Ich will den HERRN loben in den Versammlungen. Psalm 26,12

Lehrtext: Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott. Apostelgeschichte 2,46-47

Liebe Leserin, lieber Leser,

letzten Mittwochabend hat der eher kleine Bundesligaverein VfL Wolfsburg das große Real Madrid, auch „die Galaktischen“ genannt, 2:0 besiegt. In den letzten Spielen der Fußballbundesliga waren die Wolfsburger nicht gut. Da gab es kaum mal einen Sieg. Deshalb wettete auch kaum jemand auf einen Sieg in der Championsleague gegen Madrid. Aber die Mannschaft war gegenüber dem letzten Spiel wie ausgewechselt. Plötzlich standen da elf Mann auf dem Platz, denen man es ansah, ja abspürte, dass jeder denselben Gedanken hatte: „Ich will! Ich will mein Bestes geben für den Sieg.“
Es standen aber auch weitere elf Mann aus Madrid auf dem Platz, denen man es ansah, ja abspürte, dass jeder denselben Gedanken hatte: „Ich muss. Ich muss hier als Sieger vom Platz gehen. Und das wird schon irgendwie klappen, da wir ja eine gute Mannschaft sind.“ So hat sich der eine auf den anderen verlassen und am Schluss standen die ‚Galaktischen‘ mit leeren Händen da.

Ich meine, das gilt in vielen Lebenssituationen. Wenn ich eine Sache nur halbherzig mache, wird oft nichts draus. Das ist im Beruf so, das ist beim Kochen so, das ist im Sport so, das ist im Glauben so. Wer nur halbherzig glaubt, weil er nicht motiviert ist, weil er nicht sagt: „Ich will!“, der wird Gott nicht erleben. Der spult bestenfalls ein religiöses Programm ab. Wer in einen Gottesdienst kommt und dort nur die Zeit absitzt, weil er sonst nichts Besseres zu tun hat, – wie soll der mit Freude bei der Sache sein? Wie soll Gott dessen Herz berühren und dessen Leben verändern können?
Also, liebe Leserin, lieber Leser, besuche am Sonntag einen Gottesdienst nicht aus Pflicht, sondern weil du es willst. Suche dir einen aus, von dem du annehmen kannst, dass es dir da gut geht – und wenn du dafür eine halbe Stunde mit dem Auto fahren musst. Und dann, ja dann sei mit ganzem Herzen dabei, lobe Gott für alles, was im Augenblick gut bei dir ist. Lobe ihn zuerst einmal, bevor du ihm deine Sorgen klagst und ihn bittest, dir zu helfen.

So machten es Christen von Anfang an, damals in Jerusalem, wo sie sich in ihren Häusern trafen und miteinander aßen (Lehrtext). Später in den Katakomben Roms, wo sie sich heimlich zu Gottesdiensten trafen, weil sie blutig verfolgt wurden. Und auch da, wo sie heute verfolgt werden wie in Saudi Arabien, Nordkorea oder im Iran (Persien), auch da loben sie Gott. Um wie viel mehr haben wir Grund ihn zu loben, die wir das in Deutschland frei und ungehindert tun können.
Wer auch im Glauben mit ganzem Herzen dabei ist, wer nicht nur so mitmacht, sondern sagt „ich will“ und Gott durch seinen Einsatz zeigt, dass er es ernst meint, der hat gute Chancen, seine Wunder zu erleben.

Gebet:
Du, meine Seele, singe,
wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge
zu Dienst und Willen steh‘n.
Ich will den Herren droben
hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben,
solang ich leben werd.
(Paul Gerhardt, EG 302 Vers 1)

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Freitag, 8. April 2016

Das beste Mutmachbuch hl

Losung: Der HERR aber, der selber vor euch hergeht, der wird mit dir sein und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht! 5.Mose 31,8

Lehrtext: Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. Römer 8,38.39

Liebe Leserin, lieber Leser,

warum mir die Bibel im Lauf der Jahre immer mehr ans Herz gewachsen ist? Weil sie das beste Mutmach-Buch ist, das ich kenne. Immer wieder ermutigt sie mich, alle möglichen Bedenken hintanzustellen und mich auf Gott zu verlassen und auf das Leben, das er gegeben hat. Immer wieder beruhigt sie mich, wenn mich etwas aufregt. Immer wieder sagt sie mir zu, dass Gott mit mir ist und mich nicht verlässt, so wie es bisher war, wie es jetzt ist und sein wird. Das gilt auch, wenn ich einmal sterben muss. Immer wieder höre ich aus ihr eine Liebeserklärung Gottes.
   Und davon kann ich nicht genug kriegen, gerade weil ich seiner Liebe so sehr bedarf.
         Und deshalb ist für mich der Lehrtext eines der wichtigsten Bibelworte überhaupt.
                 Und dasselbe wünsche ich auch dir, dass dieses Wort in dir lebe 
                         Und seine heilsame, heilende Wirkung entfalte.
                                  Und dass du in Jesus Gottes Liebe für dich entdeckst 
                                          Und daran nicht zweifelst, was auch immer geschieht.

Gebet: Herr, jetzt, in diesem Augenblick mache ich mir wieder klar, dass ich von dir geliebt bin und du bei mir bist, meinem Versagen und meinen Unsicherheiten zum Trotz,
und dass ich in dir lebe und bleibe, auch wenn ich einmal und sterbe,
und dass ich in dir auferstehen werde, um bei dir zu sein für immer.
Von Herzen sage ich danke für dein Wort und für den Glauben, den du schenkst. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 7. April 2016

Weil es dir gut tut hl

Losung: Täglich rühmen wir uns Gottes und preisen deinen Namen ewiglich. Psalm 44,9

Lehrtext: Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Kolosser 3,16

Liebe Leserin, lieber Leser,

man kann es nicht oft genug sagen und man kann es nicht oft genug tun: jeden Tag von neuem Gott zu loben, zu preisen und zu danken für das Leben, dass er einem jeden von uns geschenkt hat, für unsere kleine Welt und die große Welt, für den Planeten Erde und das gesamte Universum.
Man kann es nicht oft genug sagen und man kann es nicht oft genug tun: jeden Tag von neuem Gott zu loben, zu preisen und zu danken...
-        ...dafür, »dass unsere Sinnen wir noch brauchen können und Hände und Füße, Mund und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren!« (EG 447 Vers 3).
-        ...dafür, dass wir, trotz aller berechtigten Kritik, in einem Land leben, das für die meisten Menschen auf dieser Erde wie das Paradies erscheint. Wer will denn schon ernstlich in einem anderen Land leben als in unserem?
-        ...dafür dass wir jetzt leben und nicht 77 (= Beginn des Zweiten Weltkriegs) oder 102 (= Beginn des Ersten Weltkriegs) oder 398 Jahre (= Beginn des 30-jährigen Krieges) früher.
-        ...dafür, dass wir ungehindert und öffentlich Gott loben, preisen und danken können.

Und genau deshalb fordere ich Sie / dich auf, das auch zu tun und ihn jeden Tag, wenn du die Augen aufschlägst zu loben und ihm zu danken. Und selbst wenn es dir heute nicht gut geht, findest du immer noch 1000 Gründe, dies zu tun. 
Und genau deshalb lade ich Sie / dich dazu ein, an einem der nächsten Sonntage einen Gottesdienst zu besuchen und gemeinsam mit anderen Gott geistliche Liedern mit einem dankbaren Herzen zu singen (Lehrtext). 
Und, Hand aufs Herz, du tust das doch nicht nur seinetwegen, sondern deinetwegen, weil es dir gut tut, ihm zu danken und ihn zu loben.

Gebet:
Lobet den Herren
alle die ihn ehren.
Lasst uns mit Freuden
seinem Namen singen
und Preis und Dank
zu seinem Altar bringen.
Lobet den Herren! (EG 447, Vers 1)

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 6. April 2016

Engelmenschen hl

Losung: Der HERR hat mich gesandt, zu trösten alle Trauernden. Jesaja 61,1.2

Lehrtext: Als Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte. Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren und Leid trugen und weinten. Markus 16,9-10

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Helga, du bist ein Engel!«, sagte Charlotte zu ihrer Nachbarin, als sie sie nach dem Tod ihres Mannes besucht hat. Dabei hatte Helga gar nicht so viel getan. Sie hatte sich halt mal wieder nach Charlotte umgeschaut, sich zu ihr gesetzt, gefragt, wie es ihr geht, ihr zugehört und ein Papiertaschentuch über den Tisch geschoben als der Trauernden die Tränen kamen. Wenn man Helga fragen würde, wer sie zu Charlotte geschickt hat, würde sie vielleicht sagen: ‚Niemand, ich bin einfach mal wieder zu ihr gegangen. Das war's.‘ So wird es auf den ersten Blick auch gewesen sein. Auf den zweiten Blick aber, mit dem ich im Licht des Glaubens auf Helga schaue, war es der Herr, wie es im Losungswort heißt.

Er sendet auch dich und mich zu denen, die uns brauchen, wenn wir uns denn senden lassen. Auch wir würden, danach gefragt, vielleicht sagen: ‚Niemand hat uns gesandt.‘ Nein, es ist kein Mensch, der in einem solchen Fall einen anderen beauftragt, es ist Gottes Geist, der ihn dazu bewegt. Und das gilt für jeden Menschen, der einen anderen tröstet, er mag an Gott glauben oder nicht, er mag Christ sein oder Moslem oder Buddhist. Gottes Geist wirkt in allen, die in seinem Sinn leben und handeln. Gut, dass es so viele Engel in unseren Dörfern und auf der ganzen Welt gibt. Teufel gibt es ohnehin genug.

Im Lehrtext ist es Jesus, der Maria Magdalena beauftragt, seinen Freundinnen und Freunden die frohe Botschaft zu verkünden, dass er auferstanden ist und sie damit zu trösten. ‚Evangelium‘ – so heißt ‚frohe Botschaft‘ auf Griechisch. Jeder, der diese frohe Botschaft an andere weitergibt, an die eigenen Kinder oder Enkel, an die Kinder im Kindergottesdienst oder an die Gäste im Erwachsenengottesdienst, ist ein Botschafter Gottes, auf Griechisch: ein Engel. Und das, was wir Evangelium nennen, das Evangelium des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, es gipfelt in dem einen Satz und der hat es in sich: „Der Herr ist auferstanden!“

Es ist gut, wenn dieser Satz immer wieder gesagt wird, nicht nur in den Ostergottesdiensten. Es ist aber auch gut, wenn dieser Satz gelebt wird und das geschieht da, wo einer den andern in seinem Schmerz nicht im Stich lässt, wo das Böse mit Gutem überwunden wird, wo man dem Tod nicht das letzte Wort lässt.

Gebet: Herr, sende deine Engelmenschen zu denen, die heute Trost brauchen. Tröste du selbst, die untröstlich sind. Und stärke uns alle in dem Glauben, dass deine Liebe, die Jesus uns gebracht hat, stärker ist als der Tod. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 5. April 2016

Gemeinsam im Glauben wachsen hl

Losung: Der HERR hat mir geholfen, darum wollen wir singen und spielen im Hause des HERRN! Jesaja 38,20

Lehrtext: Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! 1.Korinther 15,57

Liebe Leserin, lieber Leser,

König Hiskia war krank, und Gott hat ihn wieder gesund gemacht. Daraufhin sagt er diesen Satz aus unserem heutigen Losungswort. Ich finde es bemerkenswert, dass er andere auffordert, mit ihm zusammen zu singen und Musik zu machen. Alle sollen es wissen. Alle sollen sich mit ihm freuen. Alle sollen Gott danken.

Manchmal bekomme ich es mit, dass jemand seine ganze Familie, die ihn durch die Krankheitszeit getragen hat, in den Gottesdienst mitbringt. Sie sollen alle da sein und mitmachen, wenn er für Gott singt und ihm dankt. So etwas gefällt mir ganz besonders gut und kann ich nur zur Nachahmung empfehlen. Denn das verbindet eine Familie noch einmal auf eine ganz besondere Weise und stärkt sie im Glauben.

Im Lehrtext dankt der Apostel Paulus, dass Jesus Christus für ihn bereits alles erreicht (= gesiegt) hat und er nun für immer mit Gott verbunden ist. Doch das hat nicht bedeutet, dass Paulus, während er diesen Satz geschrieben hat, bereits aller Sorgen ledig gewesen wäre. Im Gegenteil, er hatte noch immer mit Schwierigkeiten aller Art zu kämpfen, weil man ihn wegen seiner Predigten von Jesus Christus verfolgt und eingesperrt hat.

Aber trotz aller Probleme behielt er seinen guten Mut. Er hat darauf vertraut, dass ihn nichts mehr von Gottes Liebe würde trennen können, weder seine Peiniger noch der Tod. Das machte ihn zuversichtlich und unerschrocken. Und genau darum geht es im Glauben, dass ich im festen Vertrauen auf Gott lebe und mich von nichts und niemandem mehr verunsichern lasse.

Freilich ist das leichter gesagt als getan, und darum ist der Glaube auch eine lebenslange Übung. Und darum beschäftigen wir beide, liebe Leserin und lieber Leser, uns auch immer wieder mit Worten der Bibel, damit wir gemeinsam in diesem Glauben wachsen.

Gebet: Herr, es tut gut zu hören, dass ich mit dir auf das Engste verbunden bin und uns nichts mehr trennen kann. Aber ich möchte das nicht nur hören, sondern auch glauben. Ich wünsche mir, dass mich diese Botschaft ganz und gar erfüllt, damit mich nichts mehr aus der Bahn werfen kann. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 4. April 2016

Aufbauen und einpflanzen hl

Losung: Gleichwie ich über sie gewacht habe, auszureißen und einzureißen, so will ich über sie wachen, zu bauen und zu pflanzen, spricht der HERR. Jeremia 31,28

Lehrtext: Paulus schreibt: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der pflanzt noch der begießt etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. 1.Korinther 3,6-7

Liebe Leserin, lieber Leser,

so erleben wir es bis zum heutigen Tag, dass Menschen aus ihrem Land ausgerissen und in die Flucht geschlagen werden, dass ihre Dörfer und Städte eingerissen und dem Erdboden gleich gemacht werden. So geht das zu auf dieser Erde, seitdem der Mensch gegen den Menschen Krieg führt.
Diejenigen, die dafür verantwortlich sind, werden schnell genannt: Heute ist es der syrische Präsident Assad auf der einen und der sogenannte Islamische Staat auf der anderen Seite. Aber wenn man weiter fragt, tauchen auch die Amerikaner und ihre militärischen Verbündeten aus dem Nebel der jüngsten Vergangenheit auf, die mit dem Krieg gegen den Irak die ganze Region destabilisiert und den Nährboden für den Terror bereitet haben. Geht man noch weiter zurück, wird das Zerstörungswerk der europäischen Kolonialmächte erkennbar, insbesondere von England und Frankreich. Und so kann man die Jahrhunderte abschreiten und immer wieder andere Verursacher von Krieg und Zerstörung entdecken.

Das heutige Losungswort nennt aber noch einen, der für das Ausreißen von Völkern und das Einreißen ihrer Städte und Dörfer verantwortlich ist: Gott. Bis heute sehen Gläubige in den Kriegskatastrophen ein Strafgericht Gottes. Vor allem, wenn man das Alte Testament liest, spricht einiges dafür. Und ist es nicht so, dass all diese schrecklichen Dinge nicht geschehen könnten, wenn Gott sie nicht zuließe?

Und trotzdem, ich kann in Gott, so wie ihn uns Jesus im Neuen Testament nahebringt, nicht den großen Zerstörer entdecken. Und ich will es auch nicht. Was sollte das bringen? Es ist schon richtig, wenn wir Menschen für unsere Untaten, Sünde und Schuld selbst die Verantwortung übernehmen und sie nicht klammheimlich auf Gott abwälzen. Ich will mich nicht beteiligen an dem scheinbar wissenden  Raunen über Gottes Strafen. Da tun Menschen so, als wüssten sie genau, was und wie Gott handelt und kaschieren damit doch nur ihre eigene Unwissenheit.

Nein, über den sogenannten „verborgenen Gott“ will ich nicht spekulieren. Ich rede lieber von dem offenbaren Gott, wie er sich in Jesus zeigt. Und genau so will er von uns gesehen und geglaubt werden.

Ja, ich glaube, dass Gott wieder aufbaut und pflanzt, was Menschen nieder- und ausgerissen haben. Die Nachkommen der Flüchtlinge aus Ost- und Westpreußen, aus Schlesien und aus dem Sudetenland, die unter uns leben, könnten das voll Dankbarkeit sagen. Manche von ihnen tun das auch.

Ja, ich glaube, dass Gott seinen Segen und somit das Gedeihen gibt für das, was wir nach seinem Willen tun (Lehrtext). So gibt es zum Beispiel in unserer Gemeinde seit über zehn Jahren den besonderen Kindergottesdienst „Sonntagskinder“ und ebenfalls seit zehn Jahren den zeitgemäßen Lichtblick-Gottesdienst. Dass beides nun schon so lange und so gut läuft, ist den vielen Ehrenamtlichen in unseren Gemeinden zu verdanken und dem Segen Gottes, der auf ihrer Arbeit ruht.

Gebet:
Sprich deinen milden Segen / zu allen unsern Wegen,
lass Großen und auch Kleinen / die Gnadensonne scheinen. Amen
(Paul Gerhardt, EG 58,11)

Herzliche Grüße und Gottes Segen für alles, was Sie sich und du dir für die neue Woche vorgenommen hast.

Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 3. April 2016

Höchste Autorität hl

Losung: Der HERR ist unser Richter, der HERR ist unser Meister, der HERR ist unser König; der hilft uns! Jesaja 33,22

Lehrtext: Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. 2.Thessalonicher 3,3

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Herr ist…, der Herr ist…, der Herr ist… Das klingt zunächst etwas eintönig, um nicht zu sagen langweilig. Aber entscheidend ist, auf welchem Wort die Betonung liegt und das ist eindeutig das Wort ‚Herr‘.Damit wird sofort klar, wovon sich die Losung abgrenzt. Hier wird eben nicht einem Menschen die absolute Autorität zuerkannt, sondern Gott allein. Das scheint unter Christen nichts Besonderes zu sein. Ist es aber doch. So und so oft wurde in der Geschichte der Menschen und Völker ein Mensch an die oberste Stelle gesetzt und entsprechend verehrt, um nicht zu sagen angebetet. Das war nicht nur im alten Ägypten so oder zur Zeit der römischen Gottkaiser. Das war und ist auch in der Neuzeit so: Napoleon, Lenin, Mao Tsetung und vor allem Adolf Hitler beanspruchten und bekamen von ihrem Volk größte Autorität. 
Leider, leider waren es in der Mehrheit getaufte Christen, die offenbar nicht bemerkt haben oder bemerken wollten, welchen Götzen sie damit angebetet haben. Die Folgen für unser Volk waren im wahrsten Sinn des Wortes verheerend.
Das Bekenntnis in der heutigen Losung ist ein Bekenntnis zu Gott als höchster Autorität und damit zugleich ein Bekenntnis zur Freiheit des Menschen gegenüber totalitären Herrschern und Ideologien. 
Es ist aber auch ein Bekenntnis zur Freiheit von der Diktatur einer naturwissenschaftlichen Weltsicht, in der der Glaube als unvernünftig und überholt behauptet wird. Man kann auch sein eigenes Hirn an die Stelle Gottes setzen, was aber nur davon zeugt, wie sehr sich ein solcher Mensch überschätzt und Gott unterschätzt. Unser menschlicher Geist hat bewundernswerte Fähigkeiten. Aber eine der wichtigsten Fähigkeiten ist, dass er seine eigenen Grenzen kennt. Wem die enge Begrenzung menschlicher Erkenntnisfähigkeit, und sei er ein Nobelpreisträger, nicht bewusst ist, sollte sich nicht auf seinen Verstand und die Vernunft berufen.
Losung und Lehrtext heute sind nicht bloße Behauptungen. In ihnen sprechen Menschen davon, was sie mit Gott erlebt haben. Ich verlasse mich darauf, dass Gott es ist, der alles in allem regiert und nicht Obama oder Putin. Ich verlasse mich darauf, dass er helfen kann und hilft. Ich verlasse mich darauf, dass er mir treu ist, meinen Glauben stärkt und mich immer wieder vor dem Bösen bewahrt. Das habe ich bisher so erlebt. Darum bin ich zuversichtlich, dass das auch heute und morgen so sein wird.

Gebet: Herr, du bist es, der meine Freiheit garantiert, die Freiheit von denen, die mich beherrschen wollen, aber auch die Freiheit, die zu lieben, die meine Liebe brauchen. Darum sei allein dir in der Höhe alle Ehre und sonst keinem. Du bist es auch, der mich nicht ausnützt oder missbraucht, sondern der mir hilft und treu ist. So kann ich ohne Scheu vor jeden Menschen treten und muss mich vor niemandem krumm machen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 2. April 2016

pst! hl

Losung: Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Psalm 46,11

Lehrtext: Jesus sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug zum Essen. Markus 6,31

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn es dir danach ist, wenn du willst und wenn du magst, so sprich zu dir, bevor du einschläfst oder wenn du wach liegst oder allein bist:

Pst, still, mein Herz, klopfe nicht mehr so laut, sprich nicht mehr von meiner Angst. Ruhig, ihr Gedanken in meinem Kopf. Hört auf zu kreisen. Redet nicht mehr von meinen Sorgen. Schweige, Welt, mit deinen tausend Stimmen. Lärme nicht in meinen Ohren. Nichts will ich wissen, nichts mehr hören von euren Wichtigkeiten. Ich selbst will ruhig werden und still, will schweigen und lauschen auf die eine Stimme, die spricht, wenn alle anderen Stimmen schweigen: »Fürchte dich nicht, ich bin mit dir, weiche nicht, denn; ich stärke dich, ich helfe dir auch.« (Jesaja 41,10) Diese Stimme will ich hören und Gott erkennen, der die Welt in seiner Hand hat und auch mein Leben; der den Weg weiß, den ich gehen soll und kann.

Gebet: Herr, dir gebe ich meine Unruhe. Gib mir dafür deinen Frieden. Dir gebe ich meine Sorgen, gib mir dafür deine Zuversicht. Dir gebe ich meine Angst, gib mir dafür dein Vertrauen. Amen

Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende!


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 1. April 2016

gerettet hl

Losung: Ich preise dich, HERR; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen. Psalm 30,2

Lehrtext: Wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. 2.Korinther 1,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du schon mal mit dem Tode gerungen? Warst du schon mal so krank? Falls ja, dann kannst du ja von ganzem Herzen in die heutige Losung einstimmen: »Ich preise dich, HERR; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen. Als ich schrie zu dir, da machtest du mich gesund. HERR, du hast mich von den Toten heraufgeholt; du hast mich am Leben erhalten.«
Ich war schon an manchem Krankenbett gestanden, wo der Patient in Lebensgefahr schwebte. In den meisten Fällen wurde er gerettet. Von wem? Von den Ärzten und ihrer Kunst? Ja. Aber wenn der Kranke überm Berg war, dann haben wir gebetet: „Barmherziger Gott, ich danke dir, dass du NN durch die Kunst der Ärzte und der Medizin geholfen hast und es ihm jetzt wieder besser geht…“ Und nicht selten waren die Patienten zutiefst dankbar und hatten Tränen in den Augen. Aber wie wir Menschen halt so sind, nachdem einige Wochen oder auch Monate ins Land gegangen sind, verblasst bei vielen die Erinnerung und mit ihr die Dankbarkeit. Wie das wohl bei König David war, von dem das Wort aus dem Psalm 30 stammt?
Doch das heutige Losungswort hat noch eine tiefere Bedeutung, von der er selbst noch nichts ahnen konnte. Es beschreibt kurz und bündig, was in deiner und meiner Taufe geschehen ist. Auch da geht es ja um nichts anderes, als dass Christus dich symbolisch aus dem Wasser des ewigen Todes heraus zieht und rettet in das ewige Leben. Leider haben die meisten von uns das nicht bewusst mitbekommen, weil in unserer Kirche die höchst umstrittene Säuglingstaufe gilt. Nur wer sich bewusst taufen lässt, hat die Chance zu erleben, was es bedeutet, für immer gerettet zu sein. Ein solcher Mensch weiß hoffentlich, wie dankbar er für seinen neuen Glauben sein kann und zeigt das auch.

Zur Zeit lassen sich nicht wenige syrische Flüchtlinge, die bisher Muslime waren, taufen. Hoffentlich tun sie das aus Überzeugung. Hoffentlich treffen sie auf Christen, die fähig sind, ihnen die lebensändernde Bedeutung der Taufe nahe zu bringen. Hoffentlich können sie in unserer gottvergessenen Gesellschaft im Glauben wachsen und bleiben.

Zum Lehrtext: „Die Leiden Christi“, von denen der Apostel Paulus spricht und die er am eigenen Leib erfahren hat, sind über mich noch nicht gekommen. Ich wurde wegen meines Glaubens weder verfolgt noch musste ich sonst wie leiden. Aber falls es tatsächlich wieder mal so weit kommen sollte, dass Christen auch in unserem Land benachteiligt, schikaniert, gefangen und getötet werden, wie das von 1933-1945 in ganz Deutschland und von 1945-1989 in Ostdeutschland der Fall war, dann hoffe ich, »reichlich durch Christus getröstet zu werden« wie jetzt meine Glaubensgeschwister in jenen Ländern, wo sie verfolgt werden.

Gebet: Herr, durch die Taufe gehöre ich auf deine Seite, auf die Seite des Lebens. Und wenn ich auch einmal sterben werde, bleibe ich doch für immer bei dir. Du bist ja der Herr und Hirte, der uns Menschen sucht, findet und rettet. Stehe du auch denen bei, die jetzt um ihres Glaubens willen leiden müssen. Tröste sie, schütze sie und rette sie aus den Händen ihrer Peiniger. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 31. März 2016

Wer ist für das Böse verantwortlich? hl

Losung: HERR, neige mein Herz nicht zum Bösen. Psalm 141,4

Lehrtext: Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde. Jakobus 4,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn du heute über das Losungswort nachdenkst, stellt sich die Frage: Kann denn Gott ein Menschenherz zum Bösen neigen, kann er es dazu veranlassen, Böses zu tun? Offenbar meint David, dass er das kann. Und weil David sich vor den Folgen fürchtet, bittet er Gott, das nicht zu tun.
Dahinter steckt wohl die Erfahrung, dass ein Mensch es wie einen Zwang erleben kann, etwas Verkehrtes tun zu müssen, was er eigentlich gar nicht will. Auch der Apostel Paulus schreibt davon im Römerbrief:  »Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich«, und fügt hinzu, dass dafür die Sünde verantwortlich sei, die in ihm wohnt.
Was jetzt? Wer ist nun verantwortlich, wenn sich mein Herz zum Bösen neigt: Gott, die Sünde oder ich selbst? Oder sind es meine Gene, meine Erziehung, Einflüsse der Umwelt, eine krankhafte Veranlagung, eine tragische Verstrickung…?
Letztlich bleibt ein Widerspruch, den wir Menschen nicht auflösen, sondern nur aushalten können: Einerseits hat Gott seinen Plan mit mir und der Welt im Ganzen, und da geschieht nichts, was er nicht will. Auch das, was ich für böse halte und tue, könnte nicht sein, wenn er es nicht zuließe; denn sonst wäre das Böse mächtiger als Gott. Andererseits bleibe ich verantwortlich für mein Tun und muss gegen das Böse in mir und außer mir ankämpfen so gut ich kann.
Die Frage, was letzten Endes dazu führt, dass ich etwas Böses tue, ist, wenn überhaupt, nur schwer zu beantworten. Doch solange ich geistig gesund bin, bleibe ich verantwortlich für alles, was ich tue. Der Lehrtext hat schon recht, dass es meine eigene Schuld und Sünde ist, wenn ich das, was gut und richtig wäre, unterlasse.
Ob David damit recht hat, dass Gott sein Herz zum Bösen neigen kann? Ich weiß es nicht. Aber das weiß ich, dass er mit der Bitte recht hat, ihn davor zu bewahren.

Gebet: Vater unser im Himmel, führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 30. März 2016

Das Jüngste Gericht hl

Losung: Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen. Daniel 9,7

Lehrtext: Jesus sprach: Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. Er antwortete aber und sprach: Nein, ich will nicht. Danach reute es ihn und er ging hin. Matthäus 21,28-29

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit jedem Glaubensbekenntnis sagen wir, dass Jesus die Lebenden und die Toten richten wird. Im Mittelalter hatten die Christen im wahrsten Sinn des Wortes Höllenangst vor diesem Gericht. Um die Strafe der ewigen Verdammnis von sich abzuwenden, waren sie zu großen Opfern bereit.
Das Mittelalter ist vorbei. Doch was ist mit dem Gericht am Jüngsten Tag? Ist das auch vorbei?
Ich stelle mir das so vor, dass ich dann vor Jesus, meinem gerechten, aber auch gnädigen Richter stehen werde und er mir noch einmal mein ganzes Leben zeigt. Dann werde ich bei manchem, das ich gefühlt, gedacht, gesagt, getan oder unterlassen habe, schamrot werden. Dann wird mich tiefe Reue packen. Und dann?
Dann wird er mich freisprechen, weil es nicht auf mein Leben ankommen wird, sondern auf seins. Mit meinem Leben hätte ich keine Chance. Aber er gibt mir seines, dass auch ich gerecht werde und leben kann.

Gebet: Herr, ich kann ohne Druck und ohne Angst vor dir leben. Ich muss auch keine Angst haben, dass ich einmal in deinem Gericht nicht bestehen werde, weil du zugleich mein Richter und mein Bürge bist, der sein Leben für meines gegeben hat. So oft ich dich darum bitte, vergibst du mir. Darauf vertraue ich. Das lässt mich unbeschwert leben. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Dienstag, 29. März 2016

Zuflucht in Not hl

Losung: Unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. Psalm 57,2

Lehrtext: Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Johannes 20,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal ist ein Unglück wie ein Unwetter, das unversehens aufzieht, Blitze, Donner und Wolkenbruch mit sich bringt und dann wieder verschwindet. Wie gut, wenn du dann ein Dach über dem Kopf hast und die Tür hinter dir schließen kannst. Aber was machst du, wenn Blitz, Donner und Wolkenbruch aus Angst, Sorgen und Leid bestehen? Dagegen hilft auch ein festes Dach und ein starkes Türschloss nicht. Die Losung sagt, dass du dann Zuflucht hast unter Gottes Flügeln so wie Küken Zuflucht haben unter den Flügeln ihrer Glucke.
Doch das sagt nicht nur die Bibel. Das sagen zahllose Menschen, die das so erlebt haben und auch heute erleben. Vielleicht hast du Probleme mit dem Bild von den Flügeln. Dann wähle dir ein anderes, das dir vor Augen stellt, wie Gott dich beschützt. Mir hilft die Vorstellung, dass ich mich im Gebet in Gottes Arme begebe. Doch das ist mehr als nur eine Vorstellung. Durch den Glauben wird es zur Wirklichkeit. Dann geschieht, was der Lehrtext sagt, dann erlebe ich Gottes Frieden, den Jesus gebracht hat.

Gebet: Herr, wie gut, dass ich dem Unglück nicht schutzlos ausgeliefert bin. Immer wieder komme ich in meiner Not zu dir, damit du mich in die Arme nimmst, mich beschützt, mir die Angst nimmst und hilfst. Es sind nicht verschlossene Türen, die mir Sicherheit geben. Das bist du, wenn ich dir vertraue und deinen Frieden spüre. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 28. März 2016

Die stärkste Kraft und größte Macht hl

Losung: Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen. Psalm 80,19

Lehrtext: Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. 2.Timotheus 1,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

für einen, der nicht glaubt, für einen, dem Gott egal ist, ist die stärkste Kraft und größte Macht der Tod. Auch wenn dieser Mensch sich das nicht eingestehen will, weil er lieber nicht an den Tod denkt, hat er doch nichts, was er ihm entgegensetzen könnte. Sein „Glaubensbekenntnis“ heißt in Wahrheit: „Ich glaube an den Tod, den Allmächtigen, den Vernichter von Himmel und Erde und an die Finsternis, die alles Licht wieder auslöschen wird.“ Rein wissenschaftlich betrachtet, hat ein solcher Mensch recht. Was geworden ist, muss auch wieder vergehen. Einmal stirbt alles ohne Ausnahme den Wärmetod (2. Hauptsatz der Thermodynamik). Einmal zerfallen alle materiellen Dinge wieder zu Staub. Auch der Mensch.
Das sagt auch die Bibel. Doch sie sagt noch etwas anderes: Da ist noch eine andere Kraft und Macht, die größer und stärker ist als der Tod, die ihm nicht das letzte Wort lässt und die durch den Glauben in uns wirksam ist. Von ihr sagt, wer glaubt: „Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde und an Jesus Christus unseren Herrn.“
Diese Macht, »hat dem Tod die Macht genommen« (Lehrtext). Diese Kraft hat »das Leben ans Licht gebracht«. Das ist es, was wir an Ostern feiern: Den Sieg des Lebens über den Tod. Den Sieg des Lichts über die Finsternis. Den Sieg der Hoffnung über die Verzweiflung. Den Sieg des Glaubens über das Misstrauen. Den Sieg der Liebe über die Gleichgültigkeit.
Nein, beweisen kann ich das nicht und muss ich auch nicht. Es geht hier um mehr als um Logik und Vernunft. Es geht um das tiefe Vertrauen, dass überm Sternenzelt ein lieber Vater wohnt (Friedrich Schiller), der zugleich auch in dir wohnen will. Dieser Gott lässt seine Kinder, lässt dich und mich, nicht im Stich. Er sorgt dafür, dass uns auch der Tod von seiner Liebe nicht trennen kann, die im auferstandenen Jesus Christus ist (Römer 8,39).
Ja, einmal müssen wir sterben, alle, ohne Ausnahme. Aber bis dahin wollen wir den loben und preisen, der uns das zeitliche Leben geschenkt hat und mit ihm eine Hoffnung, die hinausreicht über Sarg und Grab, hinein in die Ewigkeit.
Für einen, der nicht glaubt, ist die stärkste Kraft und größte Macht der Tod. Für uns aber ist es die Liebe Gottes, in der wir leben und sterben und auferstehen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 27. März 2016

Osterlichtblick hl

Losung: Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten zu deiner Wohnung. Psalm 43,3

Lehrtext: Nun ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 1.Korinther 15,20

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Sende dein Licht und deine Wahrheit. Sie sollen mich zurückbringen zu dir.« Hinter diesem kleinen Gebet steckt die Erfahrung, dass ich mich von Gott immer wieder entferne. Nicht bewusst, nicht mit Absicht. Aber im Lauf des Tages nehmen mich andere Dinge in Beschlag und verwickeln mich in die verschiedensten Gefühle und Gedanken. Da kann es dann schon sein, dass ich meine Entscheidungen ohne Gott treffe, dass ich Dinge denke und vielleicht auch sage, die nicht in seinem Sinn sind. Da kann es sein, dass ich mir Sorgen mache um meine Angehörigen oder um mich und davon nicht mehr loskomme, statt sie ihm zu geben. Dann wird es finster in mir und ich komme aus dem Gedankenkarussell nicht mehr heraus. Wenn es dazu kommt, brauche ich einen Anstoß von außen, einen ‚Lichtblick‘, der mich wieder auf Gott aufmerksam macht.
Der auferstandene Jesus Christus ist dieser Lichtblick. Ihn sendet Gott zu dir und zu mir, heute an Ostern und auch sonst. Und wenn du dieses Licht nicht sehen, wenn du zur Zeit nicht glauben kannst, so zünde dennoch eine Kerze an und sage:

Gebet: Großer Gott, so wie diese Kerze Licht in mein Zimmer bringt, so bringe du Licht in mein Herz, damit ich wieder zu dir zurück finde. Denn du schenkst mir Kraft und neuen Lebensmut. Wo du bist, weicht die Finsternis. Wo du bist, verliert selbst der Tod seine Schrecken. Stärke mich in diesem Glauben durch Jesus Christus. Amen

Frohe Ostern!


Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 26. März 2016

Beten über den Tellerrand hinaus hl

Losung: Ach, HERR, lass doch deine Ohren aufmerken, dass du das Gebet hörst, das ich jetzt vor dir bete Tag und Nacht für deine Knechte. Nehemia 1,6

Lehrtext: Jesus betete: Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir. Johannes 17,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist etwas Großes, wenn ein Mensch nicht mehr nur für sich und seine Angehörigen betet, sondern hin und wieder für das Volk Gottes oder noch besser, für alle Menschen, die Gott geschaffen hat. Die Losung sagt dazu in einer neueren Übersetzung: »Herr, verschließe deine Augen und Ohren nicht, wenn ich zu dir flehe! Tag und Nacht bete ich zu dir für deine Menschen.« Wie ist das bei dir? Denkst du beim Beten ab und zu über den Tellerrand deiner Familie und deiner Interessen hinaus? Bittest du auch mal für die Gemeinde, zu der du gehörst, für deine Nachbarn, für unser Land, für die Flüchtlinge an der Grenze zu Mazedonien, für die Terroropfer und ihre Angehörigen in Belgien, für die behinderten Kinder, für die Gefangenen in unseren Gefängnissen und die Demenzkranken in den Heimen…?
Jesus hat immer wieder für uns Menschen gebetet, gerade auch für uns, die wir uns nach ihm ‚Christen‘ nennen. So heißt es im heutigen Lehrtext: »Heiliger Vater, erhalte sie in deiner Gegenwart und in der Gemeinschaft mit dir, damit sie eins werden wie wir.« Darum bete auch ich immer wieder für mich selbst, dass ich in Gottes Gegenwart bleiben kann, dass zutrifft, was sein Name sagt: ‚Ich bin da!‘ Aber das soll nicht nur für mich gelten, sondern auch für dich, für alle, mit denen wir verbunden sind und weit darüber hinaus. Solche Gebete verbinden uns. Sie machen uns bewusst, dass wir als Kinder Gottes zusammengehören egal, welcher Konfession wir sind. Mögen wir auch nach unseren menschlichen Maßstäben und Urteilen in unseren Kirchen und Religionen getrennt sein. Für Jesus gehören wir zusammen, weil er unser aller Bruder ist und Gott unser gemeinsamer Vater. 

Gebet: Herr, lass uns nicht immer nur auf unsere Unterschiede schauen, sondern mehr auf das was uns verbindet. Und das bist du. Du erschaffst aus verschiedenen Menschen deine Familie. Dazu gehören auch solche, mit denen ich mich schwer tue und die mir fremd sind. Doch bei dir sind wir alle vereint, diejenigen, die ich liebe und die anderen auch. Amen

Herzliche Grüße und frohe Ostern!


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 25. März 2016

Wieder versöhnt hl

Losung: Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für. Psalm 89,2

Lehrtext: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. 2.Korinther 5,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

  „Hast du immer noch Streit mit deiner Tochter?“ „Nein, wir haben uns wieder versöhnt.“ - Wie gut, wenn man einen solchen Satz sagen kann, wenn ein alter Streit endlich begraben ist, wenn wieder Friede herrscht und man sich wieder in die Augen sehen kann.
Neulich erzählte mir ein Freund, dass ein paar Tage zuvor die Nachbarin auf ihn zugekommen ist und ihn gefragt hat, ob man sich denn nach vielen Jahren Streit nicht wieder vertragen könne. Er saß gerade in Arbeitsklamotten auf seinem alten Traktor. Da zog er seinen Handschuh aus und sie reichten sich die Hand zur Versöhnung. Nur eine kleine Geste – und doch kann sie Großes bewirken. Plötzlich ist der Dorn im Auge verschwunden. Die Wut hat sich aufgelöst. Der Groll ist verraucht.
   Die Geste Gottes ist unvergleichlich größer. Sie zielt ja auch auf alle Menschen. Er machte und macht der Menschenwelt das große Friedensangebot. Er besteht nicht länger darauf, uns Menschen die Sünden anzurechnen. Die Geste Gottes, womit er uns mit sich selbst versöhnt, ist nichts Geringeres, als dass er in Jesus Christus in einem Stall auf die Welt kommt, weil man ihn in den Bürgerhäusern und Pfarrhäusern nicht aufnehmen wollte. Die Geste Gottes, womit er die Menschen mit sich selbst versöhnt, ist nichts Geringeres, als dass er sich in Jesus Christus von diesen Menschen fluchen, schlagen und am Kreuz töten lässt, ohne selbst ihnen zu fluchen, sie zu schlagen und zu töten. 
   Das ist das große Geheimnis des Karfreitags, das große Geheimnis Gottes, das viele nicht verstehen können und wollen. Verstehe ich es denn? Verstehst du es? Ich glaube, dass wohl niemand dieses Ereignis in seiner ganzen Tiefe und Tragweite erfassen kann. Denn es stellt die Vorstellung von Gott, wie sie sonst in der Welt und in anderen Religionen herrscht, auf den Kopf. Was ist das auch für ein Gott, der so etwas tut? Wer diesen Gott glaubt, wer Jesus Christus nachfolgen will, der steht für so viele in dieser Welt auf dem Kopf. Oder ist es vielleicht umgekehrt? Steht er endlich auf den Füßen?
   Mit jener großen Geste hat Gott gezeigt, dass er seinen Geschöpfen, dass er uns Menschen treu ist bis in den Tod, egal, wie wir uns ihm gegenüber verhalten. Das ist Gnade und davon lässt sich besser singen als reden, gerade am Karfreitag:

Gebet:
Ich grüße dich am Kreuzesstamm,
du hochgelobtes Gotteslamm,
mit andachtsvollem Herzen.
Hier hängst du zwar in lauter Not
und bist gehorsam bis zum Tod,
vergehst in tausend Schmerzen;
doch sieht mein Glaube wohl an dir,
dass Gottes Majestät und Zier
in diesem Leibe wohne
und dass du hier so würdig seist,
dass man dich Herr und König heißt,
als auf dem Ehrenthrone.
(Valentin Ernst Löscher, 1722)

Einen besinnlichen Karfreitag wünscht

Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 24. März 2016

Rückblick und Vorschau hl

Losung: Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends. 1.Mose 41,52

Lehrtext: Jesus sprach zu den Jüngern: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet! Markus 14,34

Liebe Leserin, lieber Leser,

Rückblick und Vorschau, darum geht es heute in der Losung und im Lehrtext. Im ersten Bibelwort blickt Josef, der Sohn Jakobs, zurück auf die über 10 Jahre im ägyptischen Gefängnis, die hinter ihm liegen. Ja, zunächst war Ägypten für ihn das »Land seines Elends«. Aber nachdem er dem Pharao die Träume gedeutet hatte, stieg er auf, wuchs er heran zum zweitmächtigsten Mann nach ihm. Doch er klopfte sich nicht auf die Schulter. Prahlte nicht damit, was er geschafft hatte. Er gab Gott die Ehre, weil er wusste, wem er seinen Aufstieg, sein ‚Wachstum‘ zu verdanken hatte. Wenn das nur viele Erfolgreiche unserer Zeit auch wüssten! Es würde manchen vor dem großen Fall bewahren, der nach dem Hochmut kommt.
Im zweiten Bibelwort schaut Jesus auf sein Ende voraus. Heute, am Gründonnerstag, erinnern wir uns an seine Todesangst und daran, dass seine Freunde dabei geschlafen haben. Es hätte ihm gut getan, so wie es jedem Menschen in Not gut tut, wenn sie ihm beigestanden und mit ihm gewacht hätten. Aber so blieb er mit seiner Angst allein bis er sich schließlich zu dem Satz durchgerungen hatte, der aus der Tiefe seines Gottvertrauens in ihm aufgestiegen war: »Nicht wie ich will, Vater, sondern wie du willst«.
Einmal wird es auch bei uns ans Sterben gehen. Wahrscheinlich würden dann auch wir gerne noch weiterleben. Aber einmal ist es soweit. Ob ich dann auch so wie Jesus sagen kann: »Nicht wie ich will, Vater, sondern wie du willst«? Ich kann es nicht wissen. Aber das glaube ich zu wissen: Könnte ich dann diesen Satz sagen, würde Gott auch mir einen Engel vom Himmel senden, der mich stärkt.

Gebet: Herr, bewahre mich davor, hochmütig zu werden. Weiß ich doch, wie zerbrechlich und vergänglich mein Leben ist und alles, was es ausmacht. Es ist nicht mein Verdienst, sondern du hast es mir geschenkt. Stärke auch meinen Glauben, wenn ich den bitteren Kelch des Leids trinken muss, gefüllt bis an den höchsten Rand. Auch er kommt ja aus deiner Hand. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 23. März 2016

TUN hl

Losung: Wenn ihr doch heute auf seine Stimme hören wolltet: »Verstocket euer Herz nicht.« Psalm 95,7-8

Lehrtext: Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein. Jakobus 1,22

Liebe Leserin, lieber Leser,

auf Gottes Stimme hören heißt, tun was er sagt. Die Bibel legt großen Wert darauf, dass man sich als gläubiger Mensch nicht nur von Predigten und Glaubensliedern berieseln lässt, dass man nicht nur Glaubensbekenntnisse aufsagt und Gebete abliest, nicht nur in Hauskreisen über den Glauben spricht, nicht nur im Kirchenchor oder Posaunenchor singt und spielt, nicht nur Karfreitag und Ostern feiert…, sondern dass man Gottes Willen tut. Jesus sagt dazu in seiner Bergpredigt: »Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.« (Matthäus 7,21)
Was könnte das sein, den Willen Gottes heute zu tun angesichts des Flüchtlingselends, der Wahlerfolge der rechtsgerichteten Populisten, der Terroranschläge von gestern in Brüssel und der eigenen Probleme, die man mit anderen hat? Soll man spenden? Das wäre eine Möglichkeit. Soll man sich für Flüchtlinge ehrenamtlich engagieren? Das wäre eine andere Möglichkeit. Eine dritte Möglichkeit wäre diese:

Gebet: O, Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, wo Streit ist.
   Dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.
   Herr, lass Du mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste,
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
   Denn wer da hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen,
und wer stirbt,
erwacht zum ewigen Leben.  Amen

Dieses Gebet wird Franz von Assisi (*1182 +1226) zugeschrieben, stammt aber wohl von jemandem, der sich ihn und Jesus zum Vorbild genommen hat.


Herzliche Grüße
Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 22. März 2016

Wie siehst du Jesus? hl

Losung: Dein, HERR, ist das Reich, und du bist erhöht zum Haupt über alles. 1.Chronik 29,11

Lehrtext: Jesus sehen wir durch das Leiden des Todes gekrönt mit Preis und Ehre. Hebräer 2,9

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie siehst du Jesus? Die Römer zu seiner Zeit sahen ihn als einen politischen Unruhestifter unter anderen. Die Juden zu seiner Zeit, besonders die Mächtigen in Politik und Kirche, sahen ihn als Bedrohung, als jemanden, der den damaligen Kirchenbetrieb grundlegend infrage stellte. Später sahen ihn manche als strengen Weltenrichter, andere als moralisches Vorbild, wieder andere als Revolutionär oder als sanften Hirten oder als das liebe Jesulein… Wie siehst du Jesus?
Der historische Jesus, wie man ihn mit den Mitteln der Geschichtswissenschaft erforschen könnte, ist schwer zu greifen. Die Frage nach diesem Jesus führt nicht sehr weit. Als deinen lebendigen Herrn kannst du ihn nur im Glauben erkennen. Und nur mit den Augen des Glaubens kannst du »durch sein Leiden des Todes« hindurch sehen und dahinter den auferstandenen Christus erkennen, den Gott »mit Preis und Ehre« gekrönt hat und »erhöht zum Haupt über alles.«
Wie siehst du Jesus? Die Antwort auf diese Frage hängt wohl auch davon ab, wie er dich sieht. Ich glaube, dass er in dir und mir seine Schwester oder seinen Bruder sieht, die mit ihm gemeinsam beten können: „Vater unser, im Himmel…

Gebet: … geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 21. März 2016

Von Gott geführt hl

Losung: Wahrlich, das ist Gott, unser Gott für immer und ewig. Er ist's, der uns führet. Psalm 48,15

Lehrtext: Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und macht sichere Schritte mit euren Füßen. Hebräer 12,12-13

Liebe Leserin, lieber Leser,

die heutige Losung ist, man kann es nicht anders sagen, teilweise ein Trugschluss. Nein, nicht die »unbezwingbaren Mauern und die schönen Paläste Jerusalems« sind der Beweis dafür, dass »wir einen mächtigen Gott haben«, wie der Vers unmittelbar vor der Losung nahelegt. Da irrt sich der Mensch, der diesen Psalm 48 verfasst hat. Doch sonst hat er recht, wenn er sagt: »Gott ist unser Herr für immer und ewig; allezeit wird er uns führen!" Die Mauern Jerusalems wurden in der Vergangenheit mehrfach bezwungen und die „schönen Paläste“ geschleift.
Doch Gott ist nach wie vor der Herr und Vater der Menschen. Seine Macht zeigt sich nicht in Bauwerken von Menschenhand, sondern darin, dass er sein Volk, dass er auch dich und mich durch gute und schlechte Zeiten führt und bis zu diesem Augenblick am Leben erhält. Oder noch deutlicher: Seine Macht zeigt sich darin, dass überhaupt etwas ist und nicht nichts. Würde Gott nicht sein, gäbe es garnichts. Würde er seine starke Hand wegziehen, zerfiele alles, wirklich alles zu Staub. Er allein garantiert den Bestand seiner gesamten Schöpfung, von Himmel und Erde, von dir und mir.
Es ist der Glaube an diesen Gott, der dich immer wieder fest werden lässt, wenn du unsicher wirst, der deine Schritte auch in unwegsamen Zeiten sicher macht, der deine Knie stärkt, wenn dich der Lebensmut verlässt und du ins Wanken kommst. Ihm wollen wir beide gemeinsam vertrauen und von ihm uns führen lassen. Mit ihm kommen wir auch durch ein finsteres Tal wieder ins Licht.

Gebet: Herr, du bist die große Kraft, die alles geschaffen hat. Zugleich bist du aber auch mein Vater, der mich liebt. Darum will ich dir vertrauen und dich wieder lieben in deinem Sohn Jesus Christus. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Sonntag, 20. März 2016

Das wahre Evangelium hl

Losung: Unsre Abtrünnigkeit steht uns vor Augen, und wir kennen unsre Sünden: abtrünnig sein und den HERRN verleugnen. Jesaja 59,12-13

Lehrtext: Als erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig - nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit. Titus 3,4-5


Liebe Leserin, lieber Leser,

»Die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes« – dieses Bibelwort ist für mich das wahre Evangelium, auf Deutsch: Die wahre gute Nachricht. Kaum ein anderer Satz in der Bibel sagt so genau, was es mit Gott auf sich hat. Meine Seele badet geradezu im Licht dieses Wortes. Ja, Gott ist freundlich zu mir und zu dir und er liebt seine Menschen, alle! Daran glaube ich. Das macht mich zuversichtlich und froh.
Aber in diesem göttlichen Licht werfe ich einen langen Schatten. Das Losungswort weist darauf hin. In einer neueren Übersetzung heißt es: „Wir sehen ein, dass wir dir, Herr, untreu waren, unsere Vergehen stehen uns vor Augen. Wir wollten nichts mehr mit dir zu tun haben; wir haben dich verleugnet und uns von dir, unserem Gott, abgewandt. Mit harten Worten haben wir unsere Mitmenschen unterdrückt und uns von dir losgesagt…“ 
Natürlich glaube ich an Gott, wenn ich gefragt werde. Aber glaube ich auch im Alltag? In jeder Situation? Es sind meine Gedanken und Worte und manchmal auch meine Taten im Hinblick auf meine Mitmenschen, die mich Gott untreu werden lassen und meinen Glauben infrage stellen. Und so muss ich mich im Licht von Gottes Freundlichkeit und Menschenliebe fragen, wie es denn damit bei mir steht. Spiegele ich für andere wider, was und wie er zu mir ist? Und wie steht es bei dir?
Doch bei Gott geht es um mehr als um ein bloßes »Seid nett zueinander!«. In einer neueren Übersetzung heißt der Lehrtext im Zusammenhang mit den nachfolgenden Versen: „Aber dann wurde die Liebe und Güte Gottes, unseres Befreiers, sichtbar. Er rettete uns - nicht, weil wir etwas geleistet hätten, womit wir seine Liebe verdienten; nein, seine Barmherzigkeit hat uns durch eine neue Geburt und die Taufe zu neuen Menschen gemacht. Das wirkte der Heilige Geist, den Gott uns durch unseren Retter Jesus Christus in reichem Maße geschenkt hat. So sind wir allein durch seine unverdiente Güte von aller Schuld befreit und warten voller Hoffnung auf das ewige Leben, das wir als seine Kinder erben werden. Darauf können wir vertrauen. (Titus 3,4-8a)“ 
Das also ist der tiefere Grund von Gottes Freundlichkeit und Menschenliebe. Ich meine, es lohnt sich, dieses glaubensstärkende Wort noch zwei- bis dreimal langsam und mit Verstand zu lesen, damit es auch das Herz erreicht.

Gebet: Herr, ich kann voll innerer Freude an dich glauben, weil du freundlich bist und deine Menschen liebst. Vor dir muss niemand Angst haben. Du bist in Jesus gekommen, um mir zu helfen und nicht, um mich zu belasten, um mir zu vergeben und nicht, um mich zu verurteilen, um mich zu retten und nicht, um mich zu verdammen. Und das tust du nicht deshalb, weil ich es verdient hätte, sondern weil ich deine Liebe brauche. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 19. März 2016

selbstbewusst und frohgemut hl

Losung: Schäme dich nicht, denn du sollst nicht zum Spott werden. Jesaja 54,4

Lehrtext: Leidet einer als ein Christ, so schäme er sich nicht, sondern ehre Gott mit diesem Namen. 1.Petrus 4,16

Liebe Leserin, lieber Leser,

nein, als Christ leide ich in unserem Land nicht, wenigstens nicht so, wie viele Christen in islamischen Ländern. Aber mir gefällt auch nicht, dass mich manche wegen meines Glaubens gering schätzen und nicht für voll nehmen. Christsein ist bei uns in Deutschland nicht angesagt, nicht cool, nicht attraktiv. Offenbar kommt man ganz gut ohne Glauben zurecht und kann sich dann noch in bester Gesellschaft fühlen.
Andererseits, wenn ich nicht verschämt und verdruckst, sondern selbstbewusst und frohgemut sage »Ich bin Christ«, dann horchen meine Gesprächspartner auf, dann wissen sie, dass sie vor sich einen Menschen haben, der auf Gott vertraut und dem bestimmte Werte wichtig sind. Dann wollen sie gar nicht selten auch meinen Standpunkt zu einem Thema oder Ereignis wissen in der Hoffnung, dass ich noch etwas anderes zu sagen habe, als was sonst so gesagt wird.
Nein, ich habe keinen Grund, mich als Christ zu schämen, gar keinen, sondern bin dankbar, dass ich an Gott glauben und mit Jesus leben darf.

Gebet: Herr, es ist nicht mein Verdienst, dass ich Christ bin. Du hast auf vielfältige Weise dazu beigetragen. Dafür danke ich dir und bitte dich, erhalte mir meinen Glauben und mein Vertrauen auf dich, denn dir nahe zu sein, ist mein Glück. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 18. März 2016

Brot für die Seele hl

Losung: Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein. Jesaja 55,10-11

Lehrtext: Jesus sprach: Diese aber sind's, bei denen auf gutes Land gesät ist: die hören das Wort und nehmen's an und bringen Frucht. Markus 4,20

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie der Regen soll Gottes Wort sein. In unseren regenreichen Breiten ist Wasser vom Himmel nichts Besonderes. Im Gegenteil, zur Zeit würden wir uns freuen, wenn mal die Sonne wieder länger scheinen und es wärmer werden würde. Aber wer schon mal einige Zeit in den regenarmen Gegenden Afrikas oder Israels gewesen war, der freut sich darüber, wie grün es in unserem Land ist. Für die Menschen der Bibel ist der Regen um vieles kostbarer als bei uns. Es ist wie immer: Wovon man genug hat, das weiß man nicht zu schätzen. Erst wenn es fehlt, trauert man dem verlorenen Reichtum nach. Und wie ist es dann mit Gottes Wort?
Zum Regen gehört auch gutes Land, damit etwas wachsen und Frucht bringen kann, damit Menschen und Tiere leben können. Mit Gottes Wort verhält es sich ebenso. Wo es auf taube Ohren und harte Herzen trifft, kann nichts wachsen, kein Glaube, kein Vertrauen, keine Liebe zu Gott. Doch durch sein Wort soll so etwas wie ‚Brot für die Seele‘ wachsen, was mich innerlich nährt und lebendig erhält. Darum will ich mich seinem Wort öffnen, dass es nicht an mir abtropft, sondern mich erfüllt und meinem Leben Sinn gibt.

Gebet: Herr, ich will gutes Land für dein Wort sein, dass in mir der Glaube wächst, die Hoffnung blüht und die Liebe reift zu dir und meinen Mitmenschen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 17. März 2016

Wohin mit der Angst? hl

Losung: Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer. Psalm 22,12

Lehrtext: Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Johannes 14,1

Liebe Leserin, lieber Leser,

sitzt du im Gottesdienst immer auf demselben Platz? Fährst du öfter an denselben Urlaubsort? Kaufst du immer im selben Geschäft ein? Isst du meistens dieselben Gerichte?… Wir Menschen sind nun mal so: Was uns vertraut ist, womit wir gute oder wenigstens keine schlechten Erfahrungen gemacht haben, das tun wir immer wieder. Das vermittelt so etwas wie Orientierung, wie Geborgenheit und bannt die Angst vor dem Unbekannten, vor unliebsamen Überraschungen. Meistens ist einem diese Angst gar nicht bewusst. Und trotzdem ist sie da und bestimmt das Verhalten eines Menschen. Aber dann bricht plötzlich doch die große Angst herein, wenn eine Beziehung zu zerbrechen droht, der Arzt eine schlechte Nachricht hat, der Arbeitsplatz in Gefahr ist oder wenn sich die politische Großwetterlage ändert und man spürt, dass neue Zeiten heraufziehen.
Wohin dann mit der Angst? Die Bibel sagt nicht, dass du keine Angst haben sollst. Aber sie sagt dir, was gegen die Angst hilft. Alkohol oder Medikamente sind es nicht. Sie betäuben nur die Angst für kurze Zeit, und danach kommt sie gestärkt wieder. Aber was schon so vielen Menschen vor dir geholfen hat, das hilft auch dir. Geh mit deiner Angst im Gebet zu Gott. Zeige sie ihm, sage ihm, was dich erschreckt, wovor du dich fürchtest und lade sie bei ihm ab. Vor allem aber glaube, genauer: vertraue. Du bist mit deiner Angst nicht allein, wenn auch sonst niemand da ist, der dir da heraus helfen kann. Sie mag groß sein, aber dein Gott ist größer. Sie mag dich ohnmächtig machen, aber seine Macht ist mit dir. Und wenn du mitten in der Nacht aufwachst, weil die Angst dir auf der Brust sitzt, so mach mit deinem Daumen ein kleines Kreuz über deinem Herzen und sage:
Gebet: Guter Gott, du bist bei mir. Ich gebe dir jetzt meine Angst, gib mir dafür deinen Frieden. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr


p.s. Meine nächsten Losungsauslegungen gibt es wieder ab 22. März

Mittwoch, 16. März 2016

glasklar hl

Losung: Trachte nicht nach Bösem gegen deinen Nächsten, der arglos bei dir wohnt. Sprüche 3,29

Lehrtext: Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann. Galater 6,10

Liebe Leserin, lieber Leser,
                                                                                                                       
klare Anweisungen der Bibel. Da gibt es kein Herumgeeiere. Da weiß jeder, der Losung und Lehrtext heute liest, was dran ist. Der Nächste, der Mitmensch, der arglos bei uns im Land wohnt, ist jeder, für oder gegen den ich etwas sagen oder tun kann. Das kann ein behindertes Kind sein, eine hilfsbedürftige, alleinstehende Frau von 87 Jahren oder ein 11-jähriger muslimischer Junge, der in einer Flüchtlingsunterkunft lebt. Jeder von den dreien ist ein Gotteskind so wie du und ich. Gegen sie nach Bösem zu trachten, also schlecht über sie zu reden, sie in Misskredit zu bringen oder gar beizutragen, dass sie verschwinden sollen – das verbietet sich für einen Christen von selbst.
Im Gegenteil, der Lehrtext fordert jeden auf, der an Gott glaubt, »Gutes zu tun an jedermann«. Tatsächlich steht hier ‚jedermann‘ und nicht ‚Gutes tun nur an unseren Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten usw.‘ Jesus sagt dazu: »Wenn ihr nur diesen Menschen Gutes tut (sie liebt), was tut ihr da Besonderes? Das tun andere auch, die nicht glauben. Ihr aber sollt auch eure Feinde lieben und sie segnen. (Matthäus 5,43-48)« Das ist viel verlangt, zu viel für so viele. Aber das hat er nun mal gesagt, und daran müssen wir uns messen lassen. Oder wir wenden uns von ihm ab und machen uns einen anderen Gott: die Angst, den Egoismus, die Kaltherzigkeit und beten künftig sie an.

Gebet: Herr, du verlangst viel. Du weißt doch, dass ich mich mit allem, was fremd und unbekannt ist, erst mal schwer tue. Aber du hast so viel mehr von dir selbst verlangt. Bist ein Freund von uns Menschen geworden und hast nicht nachgelassen uns alle zu allen Zeiten und an allen Orten zu lieben, obwohl du dafür von Menschenhand hast sterben müssen. Du hast auch noch im Augenblick deines Todes deine Feinde geliebt und für sie gebetet. Lass einen Tropfen deiner Liebe auch in mein Herz fallen und heile mich von aller Menschenfurcht und Selbstsucht. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr