Samstag, 9. November 2019

religiöser Rausch und Gottvertrauen hl

Losung: Wer bestimmt den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber unterweist ihn? Jesaja 40,13

Lehrtext: Wir sollen nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. Apostelgeschichte 17,29

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer bestimmt, wer nimmt Einfluss auf den Geist des Herrn? Was meinst du? Wenn du Gott von Herzen bittest, wird das eine Wirkung haben? Und wenn du zehnmal den Jakobsweg gehst, wenn du nicht nur 10 %, sondern 90 % deines Einkommens spendest, wenn du gelobst eine Kapelle zu bauen oder ins Kloster zu gehen oder dich selbst geißelst – wird das irgendeine Wirkung auf ihn haben? Nein, wird es nicht.
     Du kannst das zwar alles machen, aber Gott bewegst du damit nicht, etwas zu tun, was in deinem und nicht in seinem Sinn ist. Immer gilt die Bitte aus dem Vaterunser »Dein Wille geschehe« oder was Jesus selbst gebetet hat: »Vater, nicht wie ich will, sondern wie du willst.« Gott braucht keine menschliche Einflussnahme und erst recht keine Ratgeber, die ihm sagen, was er zu tun hat. Somit bricht auch der ganze Heiligen- und Marienkult in sich zusammen.
     Und das Gebet? Ich halte viel davon, ihm zu sagen, was ich für mich und für andere auf dem Herzen habe. Dabei vertraue ich auf seine Zusagen und sage ihm, was damit übereinstimmt. Und ich achte darauf, wie Menschen in der Bibel gebetet haben, zum Beispiel in den Psalmen und orientiere mich daran. Dann, so glaube ich, bin ich mit meinem Gebet im Bereich seines Willens (= Reich Gottes) und gehe davon aus, dass er mich hört. Dann wird er das Seine tun zu dem, was ich zu tun bereit und fähig bin.
     Und was ist mit den »goldenen, silbernen und steinernen Bildchen, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht«? Und die riesigen Kathedralen und Dome des Mittelalters und die Peterskirche in Rom – hat Gott damit irgendwas zu tun? Nein, hat er nicht.
     Sie wurden zumeist zur Befriedigung der eigenen Eitelkeit errichtet auf dem Rücken der kleinen Leute, die dafür ausgepresst und mit harter Hand gezwungen wurden. Das ist ernüchternd. Aber vielleicht wird es Zeit, dass manche aus ihrem religiösen Rausch aufwachen.
Doch was bleibt dann noch?
     Für mich bleibt nur das: Dass ich auf den liebenden und barmherzigen Gott von ganzem Herzen vertraue, wie er mir in Jesus Christus begegnet. So wie es beispielsweise im Psalm 37 heißt: »Vertraue auf den Herrn und hoffe auf ihn. Er kennt den guten Weg und bringt dich ans Ziel.« Das ist alles. Ist das wirklich so einfach? Nein, einfach ist das nicht. Ein solches Gottvertrauen verlangt von dir, dass du alle sonstigen Glaubenskrücken wegschmeißst und dich mit leeren Händen und einem brennenden Herzen ihm zuwendest.
    
Gebet: Herr, es ist dein guter Wille, in dem mein ganzes Leben geborgen ist. Denn ich vertraue darauf, dass nur geschehen kann, was du willst, auch wenn ich manches nicht verstehe. Und was du für mich willst, das ist gut. Amen
    
 Herzliche Grüße

Hans Löhr

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E-Mail: hansloehr@yahoo.de

1 Kommentar:

  1. Ich war vor kurzem mal wieder in einem katholischen Gottesdienst. Das was dort zelebriert wurde, war für mich befremdlich. Ich hätte genauso gut in einem Opernhaus sitzen und eine Vorstellung sehen können. Ich dachte nur: bin ich froh, dass ich Gott auf ganz andere Weise begegnen und nahe sein kann ... in den kleinen und großen Wundern seiner Schöpfung, in Begegnungen mit Anderen, im persönlichen Gebet ... Ich erlebe Gott im Alltag viel mehr als in einer prunkvollen Kirche bei einem von Menschen erachten Gottesdienst voller unpersönlicher liturgischer Abhandlungen. Zum Glück kann ich durch Jesus eine ganz persönliche Beziehung zu Gott haben ohne irgendwelche Heiligen Fürsprecher.
    Aber gut, für manchen mag das passen.

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