Samstag, 9. Mai 2020

Klatsch und Tratsch hl

Losung: Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände. 5. Mose 2,7

Lehrtext: Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden. 1. Korinther 4,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

was denken andere über dich? Wie beurteilen sie dich? Und wie wichtig ist dir das?
     Lies bitte, was der Apostel Paulus dazu denkt: »
Seht in uns also Diener von Christus und Boten, denen Gott die Verkündigung seiner Geheimnisse anvertraut hat. Von solchen Boten erwartet man vor allem Zuverlässigkeit (Lehrtext). Wie es bei mir damit steht? Mir ist es nicht so wichtig, wie ihr oder irgendein menschliches Gericht in diesem Punkt über mich urteilt. Ich maße mir auch über mich selbst kein Urteil an. Zwar bin ich mir keiner Schuld bewusst, aber damit bin ich noch nicht freigesprochen. Entscheidend ist allein das Urteil, das Christus, der Herr, über mich spricht. Deshalb urteilt niemals voreilig!«
     Wäre schön, wenn dich seine Sätze etwas freier machen würden von der Meinung anderer. Es wird ja immer über andere geredet, heute über den und morgen über die und übermorgen wieder über jemand anderen. Und warum? Wissenschaftler sind der Ansicht, dass Klatsch und Tratsch die Gemeinschaft festigen. Damit vergewissert man sich, dass man über andere Menschen und Dinge einer Meinung sei.
     Mehr noch, das Bedürfnis nach Klatsch und Tratsch hat offenbar erst dazu geführt, dass der sogenannte moderne Mensch, der Homo sapiens, vor 70.000 Jahren sprechen gelernt hat. So konnten die Menschen damals immer größere Gemeinschaften bilden, immer besser zusammenarbeiten und schließlich die anderen Menschenarten, die damals noch gelebt haben und keine vergleichbare Sprache hatten, verdrängen.
     Schade um die Neandertaler in Europa, die Denisova-Menschen in Sibirien, die Flores-Menschen auf dem indonesischen Archipel und die Arten, die es sonst noch gegeben hatte. Nebenbei gesagt: Vier bis sechs Prozent unserer Gene stammen vom Neandertaler. Das könnte uns zu denken geben.
     Doch zurück zu den Sätzen von Paulus. Entscheidend ist, so sagt er, nicht was andere über mich denken, sondern was Jesus Christus über mich denkt. Und er beurteilt dich nicht danach, ob du den Anforderungen, die du an dich selbst gestellt hast oder die andere an dich stellen, gerecht geworden bist. Ihm geht es nicht darum, dass du irgendwelche Erwartungen erfüllt hast, sondern ob dir seine Gnade wichtiger ist als die Urteile anderer Menschen. Es wäre schade, wenn du deshalb deine Mitmenschen mehr fürchten würdest, als du Jesus liebst. Dann würdest du ihnen Macht über dich einräumen, die ihnen nicht zusteht, sondern nur ihm. Und er missbraucht seine Macht nicht, sondern setzt sie dazu ein, dir zu helfen und dich zu retten.
     Und dann ist da noch die Losung, die sagt, dass dir Gott zu dem, was du zu tun imstande bist, seinen Segen gibt. Lass dich also nicht von anderen überfordern und überfordere dich auch selbst nicht.

Gebet:  
Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu;
denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

(Lied "Wer nur den lieben Gott lässt walten", EG 369 Vers 7, von Georg Neumark, 1657)

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr


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