Mittwoch, 3. Juni 2020

Werden Gebete erhört? hl

Losung: Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. Psalm 34,16 

Lehrtext: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Matthäus 7,7 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

ich lebe in dem Glauben, dass Gott mir geben wird, was schlussendlich gut für mich ist. Er gibt mir aber nicht alles, was ich mir wünsche, sondern was mit seinem Willen übereinstimmt. So habe ich das jedenfalls bis jetzt erlebt. Warum sollte das in Zukunft anders sein? Ich weiß aber auch, dass Menschen in großen Nöten zurecht Gott in den Ohren liegen, ja zu ihm schreien und sich dennoch nichts an ihrer Misere ändert. Das irritiert mich. Das verunsichert mich im Glauben. Früher hat man dazu gesagt: Das ist eine Anfechtung.

     Doch deshalb will ich meinen Glauben nicht preisgeben. Ich weiß ja auch, dass manchmal Menschen gerade in ihrer Not zu Gott gekommen und bei ihm geblieben sind. Das ist für mich immer wieder ein Rätsel oder besser, ein Wunder. Auch wenn sich die Probleme nicht in Luft auflösen, so ist er doch bei den Leidenden, hilft ihnen ihre Lasten zu tragen und auszuhalten, ohne dass sie darunter zerbrechen. Das glaube ich und darauf vertraue ich.

     Natürlich lassen sich auch Beispiele anführen, wo das nicht der Fall zu sein scheint. Das verstehe ich dann auch nicht und kann es nicht erklären. Doch ich will mir von solchen Beispielen meinen Glauben nicht nehmen, sondern ihn mir von den guten Beispielen stärken lassen.

     Den Satz von Jesus aus dem Lehrtext verstehe ich so, dass ich nicht gleich aufgeben soll, wenn ich ein paarmal geklopft habe. Er wird mir schon noch die Tür öffnen, vielleicht eine andere als die, durch die ich gehen wollte, die aber doch ein Ausweg ist und nach der es wieder weitergeht. 

Gebet: Herr, du weißt, was ich brauche. Und ich will darauf vertrauen, dass du es mir gibst. Und trotzdem bitte ich dich darum, damit mir klar wird, dass du es bist, der mir gibt und hilft. Amen 

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

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Kommentare:

  1. Gerade die letzten Worte bringen mich heute zum Nachdenken.
    Manchmal wünscht man sich etwas scheinbar mit jeder Faser seines Herzens. Man betet und bittet darum unerlässlich - und doch bleibt die Antwort stumm. Dass vll. gerade diese Tür, durch die man gerne gehen würde verschlossen bleibt, erschließt sich nicht und man betet und bittet weiter. Zu beten, "Herr lass' mich die Türe erkennen, die du für mich vorgesehen hast" wird ab heute zu meinem täglichen Gebet gehören. Einen schönen Tag für Sie Herr Löhr und für alle Mitleser dieses Blogs.

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  2. Seit 13 Jahren stecke in so einer Misere, gesundheitlich. Seit 13 Jahren bete ich darum.Die Gebete bleiben unerhört. Niemand und nichts konnte mir helfen und ich leide sehr. Manch ein Gauner erfährt mehr Barmherzigkeit als ich und durch Jesus Missbrauch entstand das Leid. Ich lese täglich die Losungen hier in der Hoffnung von....

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  3. Standardfrage dazu: Was war mit den Gebeten den Leute in den Zügen nach Auschwitz, in den Baracken, Hungerbunkern und Gaskammern dort? Kann man danach noch an die Erhörung der Gebete von Gerechten glauben? Oder waren keine Gerechten darunter? Oder wurden die Gebete zwar erhört, es hatte aber keine Konsequenzen?

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  4. Ja,dieserSpruch begleitet mich schon eine lange Zeit in meinem Leben....und auch meine Gebete werden nicht immer erhört.....und dennoch habe ich manchmal ein schlechtes Gewissen undankbar zu sein diese Zusage falsch zu verstehen auf die falsche Tür zu starren?.

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  5. Dietrich Bonhoeffer, Pfarrer in Resistance gegen Hitler, schrieb im Gefängnis und nach Folterung an seine Verlobte zum Jahreswechsel das berührende Gedicht:Von guten Mächten https://youtu.be/H6V06ZSMKiM
    Das macht Mut und zeigt, dass auch wenn äusserlich alles zusammenzubrechen schien, ihm eine unglaubliche innere, starke Kraft begleitete und behütete.
    Als meine Mutter immer dementer wurde, gab mir der Spruch grosse Kraft: "Alles was auf Erden abgebaut wird, wird im Jenseits aufgebaut. Bhüet eu Gott

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  6. Warum es manchem "Gauner" gut geht und anderen schlecht, die sich bemühen anständig zu sein, ist für Glaubende schon in der Bibel ein Problem beziehungsweise eine "Anfechtung" (siehe verschiedene Psalmen oder das Buch des Predigers Salomo). Eine überzeugende Antwort auf diese Frage gibt es meines Erachtens nicht. Auch nicht darauf, warum Gottes Hilfe für manche so lange ausbleibt. Und die Antworten, die ich aus sogenannten "frommen Kreisen" gehört habe, können mich nicht überzeugen. Das gilt erst recht für die offene Menschheitswunde "Auschwitz". Sie ist für mich auch eine offene Glaubenswunde, die sich nicht schließt und immer wieder schmerzt. Ich kann solche bohrenden Frage nur Gott vorlegen. Er muss sich darum kümmern. Ich kann, muss und will trotzalledem an ihm festhalten. Ich kenne keine Alternative zum Gottvertrauen. Wenn ich aber den Glauben preisgebe und verliere, so habe ich alles verloren: Nein, um es mal etwas seltsam zu sagen: So einfach lass ich Gott nicht davonkommen und wenn ich wie Jesus am Kreuz den Psalm 22,1-12 beten muss: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen ..." Mit solchen Gebeten halte ich ihn fest, bist ich wieder spüre, dass er mich festhält.

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