Donnerstag, 22. September 2016

Vom Ich zum Du hl

Losung: Soll ich meines Bruders Hüter sein? 1.Mose 4,9

Lehrtext: Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Philipper 2,4

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich, ich, ich. Wie schön, wenn ein Kind zum ersten Mal ‚ich‘ sagen kann. Wenn es sich dessen bewusst wird, ein eigenständiger Mensch zu sein, eine Person. Wie schlimm, wenn ein Mensch nur noch ich sagen und denken kann. Wenn sein Ego (= Ich) so groß ist, dass es anderen keinen Platz mehr lässt.
Ich kenne jemanden, der mit mehreren Geschwistern aufgewachsen ist und als Kind immer sagte „ich auch“. Wenn die große Schwester etwas bekam oder etwas durfte, sofort sagte die kleinere: „Ich auch.“ Später hat sie das nicht mehr so oft gesagt, dafür umso öfter gedacht. Und als sie groß genug war, hat sie vieles nachgemacht. Hatte die große Schwester einen Freund, brauchte sie auch einen. Hatte jene ein neues Auto, brauchte sie auch eins. Fuhr sie  in den Urlaub, musste der eigene mindestens ebenso teuer sein. Ich auch, ich auch, ich auch. Es war, es ist wie ein Zwang. Wie soll so jemand seine eigenen, seine wirklichen Bedürfnisse entdecken? Wie findet so jemand zu sich selbst ohne sich ständig mit anderen zu vergleichen?
Dieses Problem ist offenbar uralt, wenn es auch jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Die Bibel sagt, dass es so alt ist wie die Menschheit. Kaum waren Kain und Abel auf der Welt, schon hat der eine Bruder den anderen erschlagen, weil er sich von Gott nicht so geliebt fühlte wie offenbar jener geliebt wurde. Statt auf den anderen acht zu haben, hat Kain den Abel aus dem Weg geräumt. Aber Gott hat uns als Wesen erschaffen, die vor ihm füreinander Verantwortung haben. Und darum fragt er den Kain, wo denn sein Bruder Abel sei, ob er seiner Verantwortung gerecht geworden ist. Unwirsch und mit schlechtem Gewissen antwortet dieser mit dem Satz aus der heutigen Losung: »Soll ich meines Bruders Hüter sein?« Ja, genau das soll Kain sein. Aber er und viele seiner Nachkommen bis heute sind dem Bruder ein Wolf geworden.
Schauen wir in unser Lebensumfeld, wo es hoffentlich nicht so extrem zugeht. Zwischen einem Egoisten, der nur an sich selbst denkt und einem Altruisten, der nur an andere denkt, gibt es viele Schattierungen. Der Apostel Paulus verlangt im Lehrtext gar nicht, dass man ausschließlich auf das sehe, was dem anderen dient. Natürlich muss jeder auch auf das Seine sehen, darauf, wie er selbst zurechtkommt. Aber eben nicht nur.
Unter Jugendlichen gibt es einen blöden Spruch. Wenn einer den anderen um etwas bittet, wird ihm manchmal die Bitte mit dem Wort abgeschlagen: „Bin ich Jesus?“ Nein, keiner von uns ist Jesus. Aber er, der sein Leben für uns hingegeben hat, zeigt die Richtung an, worauf man sehen, in die man gehen soll: vom Ich zum Du.

Gebet: Herr, du bist ständig für mich da, sonst würde ich nicht leben. Du lässt das Herz in meiner Brust schlagen. Du sorgst dafür, dass mein Gehirn funktioniert. Ohne dich wäre nichts, was ist und nichts hätte Bestand. So lebe ich in dir wie ein Embryo im Mutterleib so lange du willst. Weil du so bist, darum will auch ich nicht nur an mich denken, sondern auch für andere da sein. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 21. September 2016

Trostwege hl

Losung: Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an. Psalm 142,4

Lehrtext: Gelobt sei Gott, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. 2.Korinther 1,3-4

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie tröstet Gott? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass er meistens ohne Worte tröstet. Natürlich gibt es auch Bibelworte, die aufrichten und gut tun können. Das geschieht, wenn er durch sie selbst zu dir spricht, also wenn dich ein solches Wort anspricht, das du liest. Eher selten wird ein Mensch dadurch getröstet, dass ihm ein anderer Bibelworte vorsagt. Aber ganz oft tröstet Gott durch einfühlsame Gesten von Menschen. Und oft wissen diese gar nicht, dass sie seine Trosthelfer sind.
Am Tag nach der Beerdigung seiner Frau findet der Nachbar mittags vor seiner Wohnungstür einen Teller mit Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und eine Flasche seines Lieblingsbieres. Er weiß nicht, wer aus dem Wohnblock ihm das hingestellt hat. Aber später wird er sagen: »Das Schnitzel damals und das Bier haben mich getröstet wie nichts sonst.«
Andere Trosthelfer können Haustiere sein, die Musik und die Natur:
Irgendwo in einer anderen Wohnung ist es die Katze Layla, die nicht von ihrem Frauchen weicht und schnurrt, um gestreichelt zu werden. Sie weiß nicht, dass die Frau von ihrem Mann verlassen worden ist. Aber offenbar spürt sie, dass sie nun einiges zurückgeben kann für die vielen Futterdosen und Streicheleinheiten, die sie bisher bekommen hat.
Manche tröstet in ihrem Kummer das Andante Grazioso aus der Klaviersonate KV 331 von Wolfgang Amadeus Mozart. Vielleicht der schönste Trost, den Musik geben kann.
Andere tröstet ein Busch Herbstastern, um den ein Dutzend Pfauenaugen gaukeln.
Immer ist es Gottes Welt, seine Schöpfung, die einen Menschen davor bewahren kann, im Leid zu ertrinken. Es ist das Leben in seiner ganzen Vielfalt, das nach den Trauernden greift und sie behutsam wieder zu sich zurück führt. Manchmal tröstet schon ein Spaziergang egal bei welchem Wetter oder zu welcher Tageszeit. Hauptsache, du siehst und hörst und riechst, was um dich her geschieht. Und wenn dich das schon mal getröstet hat, dann nimm doch einen anderen mit, der vielleicht gerade Trost braucht. Ihr müsst gar nicht viel reden. Oft ist es besser, gemeinsam zu schweigen.

Gebet: Herr, du kennst viele Wege, einen Menschen zu trösten. Öffne du mir Augen und Ohren für deine Wunder, wenn ich Trost brauche. Lass mich spüren, dass du bei mir bist. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 20. September 2016

gesalbt hl

Losung: Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Psalm 23,5

Lehrtext: Als Jesus in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Markus 14,3.4.6

Liebe Leserin, lieber Leser,

Richtig – falsch. Dieses Schwarzweiß-Denken gab es schon in biblischer Zeit. So beschimpften die Gäste im Hause Simons eine Frau, dass sie teures Salböl vergeuden würde (Lehrtext). Das ist gaaanz falsch! Statt dieses Öl für Jesus zu kaufen, hätte sie das Geld besser den Armen geben sollen. Und das ist rrrichtig. Nicht wahr?
     Jaja, wenn man nur immer weiß, was richtig und falsch ist. Wenn man nur immer weiß, was andere falsch machen. Selber ist man natürlich korrekt und macht alles richtig. Selber weiß man’s immer besser. Natürlich waren die Gäste Simons im Recht. Den Armen hätte das Geld gut getan. Aber wer immer Recht haben will, dem kann leicht die Liebe abhanden kommen. Und um Liebe geht es im heutigen Lehrtext.
     Die unbekannte Frau hat Jesus geliebt. Was für eine Art Liebe das war? Man weiß es nicht. Die Bibel schweigt dazu. Offenbar ist es auch egal. Sie zeigt ihre Liebe, indem sie eine hohe Schwelle überwindet. Selbst in unserer Zeit und Gesellschaft wäre es höchst ungewöhnlich, wenn du ein Essen für Gäste gibst und es kommt plötzlich eine Frau, die niemand kennt, und massiert deinem Ehrengast teures Salböl ins Haar. Da denkt man doch gleich: ‚Na, die hat sie nicht alle.‘ Doch daran haben sich die Gäste des Simon gar nicht gestört. Sondern daran, dass das Salböl so ungewöhnlich kostbar und teuer gewesen ist.
     Und Jesus? Wäre er Franke, hätte er vermutlich gesagt: ‚Des hätt’s fei net braucht.‘ Aber er lässt sich diese Geste der Liebe gefallen. Er duldet nicht, dass man diese Frau zurechtweist und beschämt. Er sieht tiefer als die anderen, ja selbst als die Frau. Er sieht und spürt, dass das der letzte Liebesdienst ist, den man damals einem Menschen erweisen konnte: die Salbung zum Begräbnis. Er allein weiß um die wirkliche Bedeutung dieser Geste.
...
Was ist dein Salböl? Womit willst du Jesus salben, falls du das überhaupt willst? Es sollte schon etwas ganz besonders Kostbares sein.
     Mit das Kostbarste, das du hast, ist Zeit. Sie wird immer weniger und darum immer kostbarer. Gib ihm von deiner Zeit. ‚Salbe‘ ihn mit der Zeit, die du dir für Gott nimmst: Mit deiner Gebetszeit. Mit der Zeit, in der du Lobpreislieder singst oder hörst. Mit der Zeit, in der du Gottesdienste besuchst. Mit der Zeit, in der du anderen Menschen etwas Gutes tust. Wenn du Jesus damit salbst, dann ist er auch dein Christus, auf Deutsch: Dein Gesalbter. Aber denke auch daran, dass du sein Gesalbter bist. Nicht nur du erweist ihm einen Liebesdienst. Bevor du nur daran denken konntest, hat er dich bereits geliebt oder, wie es in der Losung aus dem Psalm 23 heißt: ‚gesalbt‘. Das ist die Geste, dass er eine ganz besonders enge Beziehung zu dir hat und du zu ihm gehörst.
     Na klar kannst du mit deiner Zeit auch etwas anderes anfangen. Doch womit kann man Zeit sinnvoller und schöner verbringen als damit, dass einer den andern liebt?!

Gebet: Herr, du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 19. September 2016

Wie Gott hilft hl

Losung: Meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen. Psalm 35,28

Lehrtext: Hanna diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Sie trat hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Lukas 2,37-38

Liebe Leserin, lieber Leser,

bis heute schauen viele, vielleicht die meisten religiösen Menschen zum Himmel auf, wenn sie sich Erlösung aus ihrer Not versprechen. Ob Gott nicht doch von oben mit starker Hand eingreift und alles zum Guten ändert? Und die, die nicht glauben, versprechen sich Erlösung von einem „starken“ Mann oder Frau an der Spitze des Staates oder von der Wissenschaft, vom Militär, vom Geld. Ob gerade das Militär in der Lage ist, Probleme zu lösen, möchte ich doch sehr bezweifeln. In der Regel ist durch Gewalt alles immer noch schlimmer geworden. Und die Wissenschaft? Nun gut, ich will nicht bestreiten, dass sie das Potenzial hat, Probleme zu lösen. Andererseits schaffte sie aber auch neue. Bisher halten sich Fluch und Segen die Waage. Noch ist nicht entschieden, nach welcher Seite sich die Waagschalen neigen werden.
Damals in Jerusalem warteten viele darauf, dass Gott sie von der römischen Besatzungsmacht erlösen möge. Sie hofften auf seinen strahlenden Messias an der Spitze der himmlischen Heerscharen. ‚Wenn erst mal die Feinde aus unserem Land weg sind, dann wird alles gut.‘ So dachte man damals.
Aber da war Hanna, diese alte Frau von vierundachtzig Jahren. Von ihr heißt es im Evangelium: »Allen, die auf die Befreiung Jerusalems warteten, erzählte sie von...« - Wovon? Von Wunderwaffen? Von einem neuen David, der den römischen Goliath besiegen würde? Von Gott, der Rom durch ein Erdbeben zerstören oder die Soldaten durch eine Seuche ausrotten würde? - Hanna erzählte von einem Kind. Ha, wie lustig! Ein Kind also sollte die Antwort, die Problemlösung sein. Ob Hanna nicht schon dement war?
Aber diese Frau hat mit ihren alten Augen besser gesehen als manche junge. Sie sah in dem Baby, das seine Eltern zur Beschneidung in den Tempel brachten, die Antwort auf die Frage, wie Jerusalem erlöst, mehr noch, wie  der Mensch erlöst würde. Und die Antwort hieß: „Gott hilft!“. Er hilft durch jenes kleine Kind, welches diesen Namen trägt: „Gott hilft!“, oder in der Sprache von Hanna: „Jesus“.
Sollte das die Antwort auf die Probleme der Menschen sein? Soll das die Antwort auf deine Probleme sein?
Ich suche die Antworten auf meine unterschiedlichen Probleme oft anderswo. Dann mache ich mir Sorgen. Dann treffe ich zweifelhafte Entscheidungen. Dann richte ich mich danach, was andere machen. Das ist nicht immer falsch. Aber ich habe den Eindruck, dass ich mit meinen Schwierigkeiten besser zurechtkäme, wenn ich erst mal nach dem „Gott hilft!“ fragte. Was würde er an meiner Stelle tun? Und was tut er für mich in diesem Augenblick? Und wenn ich nach ihm fragte und mich nach ihm richtete, würde es mir dann so gehen, dass ich Gott wie Hanna loben und preisen könnte?
An Weihnachten schauen wir alle in die Krippe. Was sehen wir da? Ein Baby? Ja. Aber wenn wir genau hinsehen, sehen wir in diesem Kind den  Mann mit der Dornenkrone, den „Gott hilft!“ und im Holz der Krippe das Holz des Kreuzes. So hilft Gott. Damals und heute. So erlöst er uns von dem Bösen und macht uns frei.

Gebet: Herr, wie soll diese Welt von ihren Problemen erlöst werden, wenn nicht die Herzen deiner Menschen erlöst sind? Wie soll sie vom Bösen befreit werden, wenn ich mich nicht selbst immer wieder von dir davon befreien lasse? Du hast doch schon alles dafür getan, dass ich erlöst bin. Dafür kann ich dich gar nicht genug loben und preisen. Doch das will ich auch glauben und danach leben können. Dazu bitte ich dich um Hilfe. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Sonntag, 18. September 2016

Ich Esel hl

Losung: Der HERR sprach: Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. 1.Mose 15,1

Lehrtext: Abraham wartete in Geduld und erlangte die Verheißung. Hebräer 6,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

Abraham war ein Esel. Nein, kein dummer, sondern ein geduldiger. Mit Esels- und Engelsgeduld wartete er darauf, dass ihm ein Sohn geboren würde, damit sein Leben nach damaligen Vorstellungen einen Sinn hätte. Schließlich hatte ihm Gott selbst versprochen: "Du kannst dich fest darauf verlassen, Ich will dich mit Segen überschütten, und du sollst viele Nachkommen haben (Hebräer 6,14)." Aber der Sohn wollte und wollte ihm nicht geboren werden. Erst im hohen Alter geschah das Wunder und Gott schenkte ihm und Sara den Isaak. Bis dahin musste er viele Geduldsproben bestehen. Und weil er sie bestanden hatte, gilt er bei Christen, Juden und Muslimen als Vater des Glaubens. Und doch wurde auch er immer wieder unsicher, ob denn Gottes Versprechen wahr werden würde. Deshalb wurde er von ihm ermutigt, so wie es im heutigen Losungswort steht.
Ich denke, jeder, der glaubt, ist ein Esel. Für diejenigen, die nicht glauben können oder wollen, bin ich ein dummer Esel. Mit diesem Urteil muss ich leben. Aber mit allen anderen, die glauben, von Abraham bis heute, will ich ein geduldiger Esel sein, der oft gegen den Augenschein glaubt. Der trotzdem an Gott festhält, auch wenn oft so vieles dagegen zu sprechen scheint. Auch meine Vorfahren waren solche Esel, die durch die Jahrhunderte hindurch trotz vieler Kriege, trotz Hunger, Seuchen und Flucht, trotz persönlicher Tragödien wie dem Tod von Kindern oder schweren Krankheiten geduldig an Gott festgehalten haben. Und bei dir wird es ähnlich sein. Sonst wäre der Glaube in unseren Familien und in unserem Land längst verdunstet.
Sie alle mit Abraham und den Menschen der Bibel ermutigen mich, weiterhin geduldig auf Gottes Hilfe zu warten, auch wenn sie sich nicht gleich zeigt. Er hat Abraham den Isaak gegeben. Und dir und mir hat er seinen Sohn Jesus gegeben als Bürge dafür, dass er alle seine Zusagen und Verheißungen einhält. Er wird das nicht immer so machen, wie ich mir das vorstelle. Aber mit Esels- und Engelsgeduld will ich warten, bis er auf seine Weise tut, was mir zum Besten dient.

Gebet: Herr, wenn ich sehe, wie ich hier und jetzt lebe im Vergleich zu allen meinen Vorfahren, dann ist mehr in Erfüllung gegangen als sie sich in ihren kühnsten Träumen vorstellen konnten. Das soll für mich nicht nur ein Grund sein, dir zu danken, sondern es recht, dir zu glauben. Ich will auf deinen großen Segen schauen und nicht immer nur auf meine privaten Probleme. Und ich will geduldig darauf vertrauen, dass du auch weiterhin mein Gott bleibst und ich dein Mensch, was immer auch geschieht. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 17. September 2016

Hoffnung, die nicht stirbt hl

Losung: Die ihr den HERRN fürchtet, hoffet auf den HERRN! Psalm 115,11

Lehrtext: Hoffnung lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Römer 5,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Die Hoffnung stirbt zuletzt«, ist ein in unserer Zeit viel zitierter Satz. Der Reporter sagt ihn, wenn eine Fußballmannschaft bis zum Schluss hinter einem Rückstand her rennt in der Hoffnung, doch noch den Sieg oder wenigstens ein Unentschieden zu erreichen. Der Satz gilt aber auch für manchen Todkranken, den die Ärzte schon aufgegeben haben, der aber immer noch hofft. Er gilt auch für manchen verlassenen Partner, der hofft, dass der andere doch noch zurückkommt. Manchmal erfüllt sich die Hoffnung. Manchmal aber auch nicht. Muss denn die Hoffnung zuletzt immer sterben? Ehrlich gesagt, mir gefällt dieser Satz nicht so gut. Und so frage ich mich: Gibt es eine Hoffnung, die auch zuletzt nicht stirbt, die hinausreicht über Angst und Not, Sarg und Grab?
Im heutigen Lehrtext spricht der Apostel Paulus von dieser Hoffnung. Er sagt sinngemäß: Wer sich von Gott geliebt weiß, der hofft nicht vergeblich. Dessen Hoffnung stirbt nicht. Der Leib mag sterben. Aber für einen Menschen, den Gott liebt, erfüllt sich die Hoffnung, dass er in seiner Gegenwart bleibt - in dieser Welt und in jener.
Und wie ist das mit dir? Weißt du dich von Gott geliebt? Wird sich die Hoffnung, dass durch ihn einmal alles gut wird, erfüllen? Vielleicht zweifelst du. Dann will ich dir ohne Umschweife sagen: Nicht du musst deine Hoffnung erfüllen. Es liegt nicht an dir, was mit dir wird. Es liegt an ihm. Ob du und ich, ob wir das glauben oder nicht, wir sind von Gott geliebt, weil wir seine Geschöpfe sind und seine Liebe brauchen. Er will und wird uns nicht verlieren. Das hat uns Jesus gezeigt. Und genau deshalb muss die Hoffnung nicht sterben.

Gebet: Herr, wenn ich anfange, mir Gedanken und Sorgen zu machen, schwankt mein Glaube und flackert mein Hoffnungslicht. Wie soll ich auch aus mir selbst heraus Hoffnung schöpfen können? Darum schau ich nicht auf mich, sondern auf dich und lass mir von deinem Wort sagen, dass du für mich längst alles zu meinem Besten gefügt hast. Es reicht, dass ich dein Geschöpf bin. Darum liebst du mich und wirst auf mich achthaben. Darin gründet meine Hoffnung. Stärke mich darin immer wieder von neuem, wenn ich unsicher werde. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 16. September 2016

Vom Regenbogen erzählen hl

Losung: Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit. Sacharja 8,8

Lehrtext: Er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten. Kolosser 1,18

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Sie sollen mein Volk sein« – so sprach Gott durch den Propheten Sacharja zu den Israeliten, die sich in der schweren Zeit ihrer Verbannung von ihm verlassen fühlten. »Du sollst mein Mensch sein« – so spricht Gott heute zu dir, wenn du eine schwere Zeit durchmachst und dich von ihm verlassen fühlst. Entgegen aller negativen Erfahrung, die du vielleicht zur Zeit machst,  spricht er in deine Angst, in deine Enttäuschung und Zweifel hinein: »Du, [dein Vorname], sollst mein Mensch sein. Du sollst weiterhin zu mir gehören gerade dann, wenn du dich von mir verlassen fühlst. Du sollst nach wie vor mein Mensch sein, gerade dann, wenn du nicht glauben kannst. Das sage ich dir jetzt, da du das liest.«
Das, liebe Leserin, lieber Leser, schreibe ich nicht nur dir. Das lasse ich auch mir von Gott gesagt sein, weil ich es genauso brauche wie du.
Auch was der heutige Lehrtext sagt, ist mir wichtig. In einer neueren Übersetzung heißt er: »Jesus Christus ist das Haupt der Gemeinde, die sein Leib ist. Er ist der Ursprung allen Lebens, der auch als Erster von den Toten zu neuem Leben auferstand, damit er in jeder Hinsicht der Erste sei.« Das heißt doch nichts anderes, als dass Gottes Menschenliebe, die sich in Jesus zeigt, am Anfang meines und deines Lebens gestanden hat. Und dass sie auch am Ende unseres Lebens stehen wird.
Diese Liebe hat den Tod überwunden. Sie ist der Regenbogen über unserem Erdenleben. Sie ist unsere Zukunft. Was für ein schöner Gedanke, was für ein schönes Bibelwort, dass mit und aus göttlicher Liebe alles begonnen hat und mit und in ihr alles enden wird! Dann wird sich der Kreis geschlossen haben. Dann wird er vollendet sein, der Kreis, auf dem wir uns Tag um Tag bewegen.
Dafür will ich ihn in seiner Gemeinde und mit allen loben, die zu Jesus gehören und deren Herz er regiert. Dazu lade ich dich ein.

Gebet: Herr, ich lobe und preise dich für den Regenbogen deiner Liebe über meinem Leben. Darunter bin ich geborgen und lebe voll Zuversicht. Und wenn ich ihn nicht sehen kann, erzähle mir davon. So werde ich wieder gewiss, dass ich dein bin und du mein. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Donnerstag, 15. September 2016

Der Geschmack von Freiheit hl

Losung: Ich will einen ewigen Bund mit meinem Volk schließen, dass ich nicht ablassen will, ihnen Gutes zu tun. Jeremia 32,40

Lehrtext: Durch die Gnade Jesu Christi sind wir gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens nach unsrer Hoffnung. Titus 3,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele, die das lesen, sind irgendwann und irgendwie zum Glauben gekommen. Du vielleicht auch. Und wenn ja, weißt du noch, wie das geschah? Manche können dafür Ort und Zeit nennen. Sie hatten ein ‚Bekehrungserlebnis‘. Bei mir war das anders. Schon von klein auf war ich von Menschen umgeben, die mehr oder weniger deutlich geglaubt haben. Allerdings hat mein Glaube vor sechs Jahren in Tansania noch einmal einen kräftigen Impuls bekommen durch die afrikanischen Schwestern, die dort mit Waisenkindern arbeiten. Ihr Glaube und ihre Art, sich für andere einzusetzen, auch wie sie miteinander umgehen und Gottesdienst feiern, hatte mich tief beeindruckt.
     Im Titusbrief, aus dem der heutige Lehrtext kommt, steht, dass das der Heilige Geist wirkt, den Jesus schenkt. Er bewirkt, dass ich diese Welt als Gottes Welt und mich selbst als sein Kind sehen kann. Dieser „Sichtwechsel“ wird von manchen wie eine neue Geburt erfahren. Sie erleben sich als neue Menschen, die unverdient von Gott  geliebt werden. Besonders intensiv ist dieses Erleben bei denen, die nicht schon als Baby getauft worden sind, sondern sich ganz bewusst für ihre Taufe entschieden und darauf vorbereitet haben. So wie es bei den frühen Christen war. Sie können sagen, was der Apostel Paulus an Titus geschrieben hat: »So sind wir allein durch seine unverdiente Güte von aller Schuld befreit und hoffen auf das ewige Leben, das wir als seine Kinder erben werden (= Lehrtext)
     Genau das möchte ich mir immer wieder klarmachen, dass ich als Gotteskind ein freier Mensch bin. Ich muss nicht mit der Scham meines Scheiterns leben. Ich brauche kein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich mich schuldig gemacht habe. Ich brauche auch vor dem Tod keine letzte Angst zu haben. Von alledem bin ich frei, freigesprochen von Jesus, dem ‚Mund‘ Gottes. Er hat einen unauflöslichen Bund mit mir geschlossen, der nicht nur gilt bis der Tod uns scheidet, sondern darüber hinaus (Losung).
     Mit einem solchen Selbstverständnis kann ich leben und du auch. Manchmal geht mir dieses Selbstverständnis verloren. Dann bin ich wieder in diese Zeit und Welt verstrickt mit allen Widersprüchen und Sorgen. Aber ich bleibe in diesem Netz nicht gefangen. Wenn ich mich auf Gott besinne, schmecke ich wieder den Geschmack der Freiheit. Bekomme ich wieder eine Ahnung davon, worauf es eigentlich ankommt und wem ich wirklich gehöre.

Gebet: Herr, welch wunderbare Verwandlung bewirkst du, wenn ich mit den Augen des Glaubens, mit deinen Augen auf diese Welt und mein Leben schaue. Dann erscheint alles in einem anderen, einem tröstlicheren Licht, im Licht der Gnade. Die Schatten der Finsternis fliehen. Ich kann loslassen, was ich meine, festhalten zu müssen. Ich lasse dich machen und bin frei. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 14. September 2016

Auf Augenhöhe hl

Losung: Der HERR ist der wahrhaftige Gott, der lebendige Gott, der ewige König. Jeremia 10,10

Lehrtext: Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann, sei Ehre und ewige Macht! 1.Timotheus 6,15-16

Liebe Leserin, lieber Leser,

also ich glaube, dass Menschen in unserem Land, die Macht und Einfluss haben, Führungspersonen in Politik, Justiz, Wirtschaft, bei den Banken, in der Wissenschaft, beim Militär, bei den Medien… – ich glaube dass solche Menschen spüren, mit wem sie es zu tun haben. Ob da einer ehrerbietend vor ihnen steht, der Respekt vor ihnen hat, weil er ihre Macht anerkennt, sich ihr gar unterwirft. Oder ob jemand vor ihnen steht, der nach dem Motto lebt und glaubt: »Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr.«
Wenn du dem König aller Könige, dem Herrn aller Herren, dem Allmächtigen gehörst, stehst du selbst mit der mächtigsten Frau, dem mächtigsten Mann auf gleicher Ebene. Du kannst solchen Machthabern begrenzten Respekt zollen, nicht, weil diese so großen Eindruck machen, sondern aus Höflichkeit. Mehr nicht. Wer mehr will, als dass man zu ihm höflich ist, wer gar meint, ihm stehe Ehrerbietung zu, dem ist vermutlich seine Position zu Kopf gestiegen.
Aber oft ist das Getue um Menschen mit Macht und Einfluss nicht ihr Problem, sondern das Problem derer, die freiwillig vor ihnen kriechen. Für mich sind zum Beispiel Elternabende in der Schule schwer erträglich, wenn manche Eltern so tun, als seien sie mit allem, was der Lehrer oder die Lehrerin sagt, einverstanden. Hinterher aber wird dann wieder gelästert. Und wenn erst gar der Herr Oberstudiendirektor anwesend ist, kriegen viele den Mund überhaupt nicht mehr auf. Dabei ist er nichts anderes als ein Dienstleister für Schüler und Eltern, der von ihren Steuern lebt. Genauso verhält es sich mit dem Bürgermeister, dem Landrat, dem Richter, dem Bischof, dem Minister… – alles Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger, von ihren Steuern gut bezahlt.
Wie gesagt, es reicht, wenn man zu ihnen höflich ist. Ehre haben sie nicht verdient. Wer an Gott glaubt, der weiß, wem allein alle Ehre gebührt. Der weiß, dass über allem und allen der Allmächtige steht. Der weiß, dass noch die Mächtigsten vor ihm nur Staubkörner sind. Der kann ihnen auf Augenhöhe begegnen und, wenn es sein muss, frank und frei die Meinung sagen.
Ja, ich glaube, dass Menschen mit Macht und Einfluss spüren, wen sie vor sich haben, einen Kriecher oder einen selbstbewussten Zeitgenossen, der sich die Butter nicht vom Brot nehmen lässt. Der sein Selbstbewusstsein nicht aus Arroganz schöpft, sondern aus dem Bewusstsein, ein Sohn, eine Tochter des Höchsten zu sein. Denn wer sich vor Gott beugt, der kann vor jedem Menschen aufrecht stehen.

Gebet: Herr, wo dein Geist ist, da ist Freiheit. Schenke allen, die an dich glauben, diesen Geist, der uns zu deinen Kindern macht, die nur dich ehren und sonst niemand. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 13. September 2016

Eine Frage des Wollens hl

Losung: Viele sagen von mir: Er hat keine Hilfe bei Gott. Aber du, HERR, bist der Schild für mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor. Psalm 3,3-4

Lehrtext: Es kam zu Jesus ein Aussätziger, der bat ihn, kniete nieder und sprach zu ihm: Willst du, so kannst du mich reinigen. Und es jammerte ihn und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will's tun; sei rein! Markus 1,40-41

Liebe Leserin, lieber Leser,

Leprakranke, die wegen ihrer ansteckenden Krankheit in Tälern und Höhlen ausgesetzt worden sind, die sie nicht verlassen durften, waren nach damaliger Ansicht von Gott mit dieser Krankheit bestraft. Die brauchten sich nun wirklich keine Hilfe mehr von ihm zu erhoffen (Losung). Was für ein grausames Schicksal! Und doch gab es einen Kranken, der sich damit nicht abgefunden hat. Er hat sich über die Gesetze hinweggesetzt und ist zu Jesus gekommen. Er hatte von ihm gehört. Und er spürte offenbar, dass dieser Mann seine letzte Chance sein würde. Darum waren ihm die Verbote egal. Darum verließ er die Zone der Gottlosigkeit und warf sich vor Jesus auf die Knie. 
Und aus dem, was er sagte, sprach sein ganzes Vertrauen: »Willst du, so kannst du.« Er hat erst gar nicht lange gezweifelt, ob Jesus ihn wirklich heilen könnte. Er hat das einfach vorausgesetzt. Er hat ihn damit unter Druck gesetzt: ‚Es liegt nur an deinem Wollen.‘ Und Jesus? Er hätte sagen können: ‚Na hör mal, ich lass mich doch von dir nicht erpressen.‘ Aber das sagte er nicht. Stattdessen empfand er tiefes Mitleid mit diesem Mann und sagte den erlösenden Satz: »Ich will's tun.«

Soweit die Geschichte, aus der der heutige Lehrtext kommt. Aber jetzt geht es um dich. Jetzt geht es um die Frage, ob so ein entstellter, stinkender und ansteckender Leprakranker ein Vorbild für dich sein kann. Es geht um die Frage, ob du in deiner Not bereit bist, alle Konventionen, Vorbehalte, Zweifel zu durchbrechen und vor Gott auf die Knie zu gehen. Und auch du kannst dann sagen: „Willst du mir helfen, so kannst du es auch.“ 
Bei ihm ist es nie eine Frage des Könnens, sondern immer des Wollens. Oft geschieht, worum Menschen Gott anflehen. Manchmal aber auch nicht. Denn seine Hilfe im Einzelfall steht immer im Zusammenhang mit seinem Willen für das große Ganze. Es ist schwer, darauf zu vertrauen, dass Gott schon weiß, was er will und tut, gerade dann, wenn er mein Gebet nicht erhört. Aber als letzter Trost bleibt immer noch der Gedanke, dass er weiß, wie er es mit mir zu meinem Besten machen wird.

Gebet: Herr, stimmt das, dass denen, die dich lieben, alle Dinge zum Besten dienen müssen, auch die bösen? Ich weiß nicht, ob ich das glauben kann. Aber ich möchte schon. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 12. September 2016

Prost! hl

Losung: Ich, der HERR, behüte den Weinberg und begieße ihn immer wieder. Damit man ihn nicht verderbe, will ich ihn Tag und Nacht behüten. Jesaja 27,3

Lehrtext: Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger. Johannes 15,8

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn die Winzer Unterfrankens oder vom Kaiserstuhl von ihrem Weinberg reden, bekommen sie vor Freude und Stolz glänzende Augen. Ja, ein Weinberg ist schon etwas ganz Besonderes. Kein anderer Acker wird wohl mit so viel Liebe und Hingabe gepflegt. Im heutigen Losungswort lässt der Prophet Jesaja Gott seinen Weinberg rühmen. Jesaja meinte noch, dass es da um das Volk der Israeliten ginge. Doch Gott liebt seinen Weinberg wegen eines ganz besonderen, einzigartigen Weinstocks. Und damit sind wir beim heutigen Lehrtext. Vier Verse zuvor sagt Jesus: »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.«
Die Frucht, die Weinbeeren, hängen an Reben, an Zweigen, die jedes Jahr von neuem am Weinstock austreiben. Der Weinstock gibt ihnen dazu Saft und Kraft, sonst müssten die Reben verdorren und fruchtlos bleiben. Aber was für eine Weinsorte wächst nun an diesem besonderen Weinstock und seinen Reben? Ein Riesling? Ein grauer Burgunder? Ein Silvaner? Jesus sagt: Die Liebe. Das ist der Wein, der Gott und die Menschen erfreut. Der Wein, dessen Beeren an seinen Jüngern wachsen, an dir und mir. Darauf lasst uns mal anstoßen: Prost!

Gebet: Herr, lass mich eine Rebe an dir sein. Gib mir Kraft, dass ich viel Frucht der Liebe bringe. Lass mich ganz und gar mit dir verwachsen, dass nichts und niemand mehr uns trennen kann. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 11. September 2016

Rückhalt, den niemand nehmen kann hl

Losung: Du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil! Psalm 27,9

Lehrtext: Jesus sprach: Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat. Johannes 6,39

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeder Mensch braucht einen Rückhalt. Für viele ist das die Familie oder Freunde. Für andere die berufliche oder gesellschaftliche Position. Auch Versicherungen oder Geldanlagen können ein Rückhalt sein. Meistens ist das ein Mix aus diesen Dingen, wovon sich jemand Rückhalt verspricht. Und in der Tat, das alles kann einem Menschen Halt und Selbstvertrauen geben, ihn gelassener und zuversichtlicher machen. Manche suchen darüber hinaus ihren Rückhalt auch noch im Glauben. Sie spüren, dass es zu wenig ist, sich nur auf die Dinge zu verlassen, die vergänglich sind. Sie wollen auf der sicheren Seite sein, bei Gott. Ich will das auch.
Und darum jetzt diese Frage: Was meinst du, hat Gott dich seinem Sohn Jesus gegeben, so wie es der Lehrtext sagt? Gehörst du wirklich zu ihm und hast ihn als Rückhalt? - Auf jeden Fall!
Vielleicht meinst du, dass dein Glaube nicht groß genug und dein Leben nicht gut genug für Gott sei. Dass du nicht zu denen gehörst, die bei Jesus sind. Dann bedenke, dass er der gute Hirte ist, der von seinen 100 Schafen die 99, die bei ihm sind, zurücklässt, um das eine, das sich verirrt und das er verloren hat, zu suchen (Matthäus 18,12 / Lukas 15,4).
Weiß Gott, in meinem Leben habe ich mich, um im Bilde zu bleiben, immer wieder mal verirrt und verrannt und das wird vermutlich auch künftig so sein. Ich mache meinem Hirten ganz schön Arbeit. Aber er hat nicht aufgehört, mich zu suchen und zu finden und wird auch künftig damit nicht aufhören. Er will einfach nicht, dass ich verlorengehe. Und von dir will er das auch nicht.
In den Versen nach dem heutigen Lehrtext sagt Jesus: »Keiner kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir bringt.«  Das ist beruhigend, dass es nicht an meinem Können und Laufen liegt, ob ich zu ihm kommen kann, sondern an meinem barmherzigen Gott.
Im Losungswort betet einer, dass Gott ihn nicht verlassen und die Hand nicht von ihm abtun soll. Das wünsche ich mir auch. Es wäre der blanke Horror, gottverlassen zu sein. Aber das ist nicht möglich. Er ist ständig für dich und für mich da. Das ist es, was Gott für uns zu Gott macht. Doch das ist schon möglich, dass ich ihn verlasse. Nur warum sollte ich das tun? Warum sollte ich ohne diesen Rückhalt leben wollen, den mir sonst niemand geben und niemand nehmen kann?

Gebet: Herr, ich gehöre zu dir, von Anfang an. Dazu brauchte ich mich so wenig zu entscheiden wie dazu, Kind meiner Eltern zu sein. Du bist der große Rückhalt in meinem Leben. Du lässt mich zuversichtlich sein, dass du es schon richtig machst mit mir. Danke, dass du mein guter Hirte bist, mich behütest und weidest auf der grünen Aue des Gottvertrauens. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 10. September 2016

Fehlerzähler am Motorrad hl

Losung: Zu schwer lasten unsere Vergehen auf uns, du allein kannst sie vergeben. Psalm 65,4

Lehrtext: Der Zöllner stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Lukas 18,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Also ich doch nicht! Bei mir ist alles in Ordnung. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich lass mir auch von niemanden etwas nachsagen. Ich bin ein ehrbarer Bürger. Sollen erst mal andere vor ihrer Tür kehren…“ – Vermutlich ist das ein Hauptgrund, warum viele von Gott nichts wissen wollen, weil sie ahnen, dass er sie durchschaut. Darum reden sie sich gern ein, dass es Gott gar nicht gebe. Sie möchten sein können, wie sie wollen, ohne jemanden dafür Rechenschaft zu geben.
Für mich ist das so, wie wenn ein kleines Kind die Augen schließt und behauptet, dass es die Welt gar nicht gebe. Es sieht sie ja nicht, also kann sie auch nicht sein. Naja, wer meint, auf diese Weise Gott zu entkommen, soll's halt versuchen. Aber vor ihm kann man sich nicht verstecken. Niemand kann ihn mit einer Maske täuschen. Aber niemand kann ihn auch für sich gewinnen, indem er feine Manieren an den Tag legt, ein freundliches und nettes Gesicht aufsetzt, einen vorbildlichen Lebenswandel pflegt und sich so verhält, wie es sich für gläubige Menschen gehört.
Das ist nun einmal so. Leider. Weil auf diese Weise niemand bei ihm eine Chance hat. Auch du nicht und ich erst recht nicht.
Und gilt das auch für die Frommen, für diejenigen, die an ihn glauben? Ja. Deren größte Sünde ist die Selbstgerechtigkeit. Aber wer selbstgerecht ist, wer glaubt, dass er es richtig mache und darum Recht haben will, der ist Gott noch lange nicht recht. Das hat Jesus mit der Geschichte vom Pharisäer und vom Zöllner, aus der der heutige Lehrtext stammt, ein für alle Mal klargestellt.
Ist das wirklich so? Ist wirklich jeder ein Sünder und zwar nicht nur hie und da, sondern ständig?
Einer der bekanntesten Experten für die Physik des Motorradfahrens, der selbst schon über 50 Jahre im Sattel sitzt, hat an seinem Lenker einen Fehlerzähler. Das ist so ein kleiner Zähler, mit dem man zum Beispiel Menschen zählen kann, die eine Veranstaltung besuchen. Für jeden drückt man einmal auf den Zähler und am Ende hat man dann die entsprechende Gesamtzahl. Dieser Experte und passionierte Motorradfahrer dürfte doch eigentlich auf seiner Maschine keine Fehler mehr machen, könnte man meinen. Aber so ist es nicht. Er schreibt, dass auch er sich immer wieder dabei ertappt, dass er eine Kurve falsch anfährt, nicht optimal im Sattel sitzt, auch mal vergisst, den Blinker wieder abzustellen oder im falschen Gang anhält. Das alles zählt er. Und wenn er dann von seiner Maschine wieder abgestiegen ist, weiß er, wie viel er falsch gemacht hat und kann sich besser daran erinnern, um für die Zukunft daraus zu lernen.
Sonntag für Sonntag sprechen die Besucher eines Kirchengottesdienstes die Vergebungsbitte: »Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er vergebe uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben.« Haben die das denn nötig? Kommt bei denen in der Woche so viel zusammen, dass sie immer wieder so bitten müssen? Nun, ich weiß nicht, wie viele wirklich mit dem Herzen bei der Sache sind, wenn sie um Vergebung bitten. Für viele wird das wohl Gottesdienstroutine sein, etwas, worüber man gar nicht mehr groß nachdenkt. Aber wenn jeder von uns, die wir so bitten, mal eine ganze Woche lang einen Fehler- oder genauer, einen Sündenzähler dabei hätte und bei jedem bösen Gedanken, Gefühle oder Wort, bei bösen Taten oder beim Unterlassen von guten auf den Zähler drücken würde – da käme schon einiges zusammen. Davon bin ich überzeugt.
Doch, doch, ich habe allen Grund, Gott immer wieder um Vergebung zu bitten und keinen, gar keinen, selbstgerecht auf andere herabzuschauen. Ich habe aber auch allen Grund, mich darauf zu verlassen, dass er mir meine Sünden vergibt und den Zähler wieder auf Null stellt.

Gebet:  Gott sei mir Sünder gnädig. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 9. September 2016

Nicht ertrinken und nicht verbrennen hl

Losung: Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen. Jesaja 43,2

Lehrtext: Jesus stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine große Stille. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Markus 4,39-40

Du, Menschenkind,

du wünscht dir, dass du von mir behütet bist vor allem, was dir Angst macht und wehtut. Dass du durchs Leben kommst, ohne dass dir jemand ein Haar krümmt. Dass das Schicksal immer freundlich zu dir ist und dir das Glück lacht. Dass du frei bleibst von Schuld und Not.
Aber das habe ich niemandem versprochen. Und dir verspreche ich es auch nicht.
Die Welt, in die du geboren wurdest, auf der du lebst und von der du wieder gehen musst – sie ist noch nicht erlöst. Sie ist schön und schrecklich zugleich. So wie auch du lieben und hassen kannst, glauben und verzweifeln, lachen und weinen. Wie Petrus werde ich dich auf das Wasser der Angst rufen, wo die Wogen hochgehen und die Stürme toben. Wie Daniel wirst du ins Feuer der Leiden müssen. Du weißt, was das ist. Du hast es erlebt. Und es steht dir bevor.
 Auf jeden kommen schwere Zeiten zu. Auch auf dich. Sie sind unvermeidlich. Und es gibt keinen Umweg, keine Abkürzung. Du wirst den ganzen steinigen Weg gehen müssen. Du fragst mich „warum?“. Du wirst die Antwort wissen, wenn alles vorüber ist. Doch noch steckst du mittendrin im Leben mit seinen Höhen und Tiefen, in dieser Welt voller Licht und Finsternis, in dieser Zeit voller Leid und Freude.
Aber du sollst in den stürmischen Zeiten nicht untergehen. Wie Petrus werde ich dich aus dem Wasser ziehen. Und wenn der Boden heiß wird, sollst du nicht verbrennen. Wie Daniel werde ich dich aus dem Feuer retten. Mitten in Angst und Leid  rufe ich dich erneut und sage: „Ich bin an deiner Seite. Gib mir deine Hand. Halte dich fest, wenn die Erde unter deinen Füßen bebt, wenn zusammenbricht, worin du zuhause warst, wenn das Tal finster wird und du noch kein Licht am Ende siehst!“ Wirst du mich hören? Höre und glaube. Ich werde bei dir sein. Ich werde dir meine Kraft geben, wenn du selbst keine Kraft mehr hast. Werde dich mit deiner Last tragen, wenn dir alles zu schwer wird.
Ich, der Herr über Licht und Finsternis, Leben und Tod, ich allein habe die Macht auch über dein Schicksal. Ich werde dich vor schlimmen Zeiten nicht bewahren. Aber ich werde dich in ihnen bewahren, dass du nicht ertrinkst und nicht verbrennst.

Gebet mit dem Song Ocean von Hilsong:

Du lässt mich über Wasser gehen
Im Unbekannten schwankt mein Fuß
Dich werde ich im Geheimnis sehen
in dunklen Tiefen fassen Mut


Und ich will rufen deinen Namen
und überm Wasser auf dich seh’n

wenn Wogen steigen 

werd‘ ich ruh‘n in deinen Armen 

denn ich bin Dein, und du bist mein


In tiefsten Tiefen find‘ ich Gnade
und deine Hand gibt mir Geleit

wo ich vor Angst und Schwachheit falle

hebst du mich auf, gibst mir den Halt


Und ich will rufen deinen Namen
und überm Wasser auf dich seh’n

wenn Wogen steigen

werd‘ ich ruh‘n in deinen Armen,

denn ich bin Dein


Heilger Geist, ich will dir grenzenlos vertrauen
Lass mich über Wasser laufen

Wohin du mich auch sendest

Führ‘ mich tiefer als ich je selber gehen könnte 

In die Gegenwart des Retters, 

da wird mein Glaube stark 

(Übersetzer unbekannt)

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 8. September 2016

Der durchsichtige Jesus hl

Losung: Ruft laut, rühmt und sprecht: Der HERR hat seinem Volk geholfen! Jeremia 31,7

Lehrtext: Jesus sprach zu dem Geheilten: Geh hin in dein Haus zu den Deinen und verkünde ihnen, welch große Wohltat dir der Herr getan und wie er sich deiner erbarmt hat. Markus 5,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

„gottseidank“ – wie oft wird diese Floskel nicht von zahllosen Menschen gedankenlos im Mund geführt, von gläubigen und nichtgläubigen. „Gott sei Dank!“ – dieser Satz ist wesentlich seltener. Denn wer ihn sagt, sagt ihn bewusst und preist damit Gott, den Herrn. In der Bibel ist dieser Satz in der einen oder anderen Form immer wieder zu lesen, wie auch heute im Lehrtext: »Der Herr hat seinem Volk geholfen!« – Der Herr hat mir, hat dir geholfen!. Gott sei Dank! Doch das heutige Bibelwort sagt auch, dass ich diesen Satz nicht für mich behalten, sondern laut sagen soll und damit Gott rühmen. In einem Gottesdienst ist das nichts Besonderes. Aber in einem Gespräch am Arbeitsplatz oder im Bekanntenkreis ist das schon ein kleines Bekenntnis, wenn ich sage: „Gott sei Dank! und das meine ich wortwörtlich.“
In der Geschichte, aus der der heutige Lehrtext stammt, heißt es, dass der Geheilte am liebsten einer von Jesu Jünger geworden und ihm nachgefolgt wäre. Aber Jesus schickt ihn wieder zu seiner Familie zurück mit dem Auftrag, den Seinen zu sagen, dass Gott ihm geholfen hat. Etwa so: „Seht nur, ich bin wieder gesund. Gott sei Dank! Er hat mir geholfen.“ Doch was macht er? Er sagt »Jesus hat mir geholfen!«. Und er sagt das nicht nur zu seinen Angehörigen, sondern in allen Städten seiner Heimatgegend.
Vielleicht ist das der Grund, weshalb Jesus ihn nach Hause geschickt hat statt ihn als Jünger aufzunehmen. Denn er will keinen Personenkult. Nicht er soll im Mittelpunkt stehen, sondern Gott. Jesus versteht sich nur als Weg zum Vater (Johannes 14,6) oder, anders gesagt, als Schaufenster, in dem wir Gott sehen. In allem, was er sagt und tut, will er durchsichtig auf Gott hin sein: »Wer mich sieht, der sieht den Vater.« (Johannes 14,9). So kann ich  in ihm und durch ihn meinen himmlischen Vater erkennen und preisen. 
Darum kann ich als Christ weder an ihn glauben und von ihm sprechen ohne zugleich an Gott zu glauben und von ihm zu sprechen. Und ich kann weder an Gott glauben und von ihm sprechen, ohne zugleich an Jesus zu glauben und von ihm zu sprechen.

Gebet: Gott, dir sei Dank, dass du der Gott bist, der hilft. Das erkenne ich an Jesus, deinem Sohn und meinem Herrn. Lass mich in diesem Glauben bleiben und wachsen. Sei und bleibe du auch künftig mein Helfer, damit ich dich noch oft rühmen kann und sagen: ‚Gott sei Dank!‘ Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 7. September 2016

Wunden, die mich heilen hl

Losung: Durch seine Wunden sind wir geheilt. Jesaja 53,5

Lehrtext: Christus hat unsre Sünde selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz (des Kreuzes). 1.Petrus 2,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich bitte dich, lies über das Folgende nicht einfach hinweg, sondern denke auch darüber nach:
Warum ist Jesus Christus für den Glauben so wichtig? Weil sich im Ganzen dessen, was er gesagt, getan, gelebt und gelitten hat, Gott zeigt, so, wie er von dir und von mir gesehen werden will. Deshalb bin ich Christ und kein Muslim, kein Buddhist und auch kein Jude. Und noch etwas: Wir können Jesus und damit Gott nur im Ganzen haben und nicht einzelne Teile herauspicken. Alles, was in den Evangelien von Jesus berichtet wird, hat seinen Wert für uns nur als Teil des Ganzen. Und das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Jede seiner Taten, jedes seiner Worte, selbst seine Geburt in Bethlehem muss darum sozusagen von hinten, also im Licht seines Leidens und Sterbens am Kreuz und seiner Auferstehung verstanden werden. Ich meine, es lohnt sich, dabei noch ein bisschen zu verweilen und darüber nachzudenken. Denn damit hast du den Schlüssel, mit dem sich Sinn und Wert einzelner Bibelworte und Geschichten erschließen. Soviel vorab. Und nun zu Losung und Lehrtext:

In einer wundersamen Vorahnung weist Jesaja lange vor Christi Geburt auf dessen Bedeutung voraus. Er spricht von einem nicht näher bezeichneten „Gottesknecht“, durch dessen Wunden wir geheilt sind. Christen beziehen dieses Wort seit jeher auf Jesus. Und sie tun recht damit. Für jemanden, der nicht glaubt, mag das unlogisch, unvernünftig oder gar widersinnig sein, dass die Wunden des einen den anderen heilen. Ich möchte sogar so weit gehen und sagen, dass es die Wunden sind, die der eine dem anderen geschlagen hat.
Nein, so ohne weiteres kann man das nicht verallgemeinern. Aber es kommt schon vor, dass einer erst dann zur Besinnung über seine Untat kommt, wenn er sieht, was er bei einem anderen damit angerichtet hat. So möchte ich mit aller Vorsicht zu bedenken geben, ob nicht auch die Wunden, die Deutsche vor 70 und mehr Jahren den verfolgten Juden geschlagen haben, sie von ihrem Rassenhass, ihrer Grausamkeit, ihrer Raubgier, mit einem Wort vom Nationalsozialismus geheilt haben.
Doch zurück zum Losungswort. In unserem Gesangbuch ist das Lied „Herzliebster Jesu“ (EG 81) aus dem Jahr 1630 abgedruckt. Ich habe es lange nicht gemocht, weil ich es nicht verstanden habe. Darin heißt es im Hinblick auf die Folterqualen, die Jesus erdulden musste:
     3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen?
Ach, meine Sünden haben dich geschlagen;
ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet.
     4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe!
Der gute Hirte
(Jesus) leidet für die Schafe (uns),
die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte.
    5.  Der Fromme (Jesus) stirbt, der recht und richtig wandelt,
der Böse
(ich) lebt, der wider Gott gehandelt;
der Mensch verdient den Tod und ist entgangen, Gott wird gefangen.
So einfach von selbst verstehen sich diese Verse und Gedanken nicht. Vielleicht muss man dazu erst einige Jahre auf der Welt gewesen sein. Aber wer sie nicht verstehen kann oder will, sollte sie deshalb nicht verächtlich abtun. Für mich jedenfalls bringen sie die Kraftquelle meines Glaubens und meines Selbstverständnisses zur Sprache, die im unergründlichen Ratschluss Gottes entspringt.
Ich verstehe Folgendes: Mich heilt von der Krankheit der Schuld und von der Krankheit des Todes nicht eine wie auch immer geartete, eigene religiöse oder moralische Leistung. Sondern mich heilen die Wunden Jesu. Jedes böse Gefühl, jeder böse Gedanke, jedes böse Wort und die daraus folgende böse Tat war und ist ein Hammerschlag, mit dem ich ihn kreuzige. Meine Selbstgerechtigkeit: wumm, mein moralisches Versagen: wumm, meine Herzenskälte: wumm, meine Gier: wumm, meine Rechthaberei: wumm, meine üble Nachrede: wumm, mein Neid: wumm, mein Hochmut: wumm,…  –  ein Hammerschlag nach dem anderen: wumm, wumm, wumm… (Vers 3). Es ist eine tiefe Tragik, dass du nicht leben kannst, ohne ihn zu kreuzigen.
Und nun diese „wunderbarliche“ (Vers 4) Umwertung aller Werte (FN): Die Wunden, die ich ihm schlage, sie heilen mich (Losung). Der gute Hirte leidet durch mich für mich, damit ich heil werde (Vers 4). Der Schuldlose stirbt durch mich für mich, damit ich lebe.
Wie soll man das verstehen? Da gibt es für den Kopf nichts zu verstehen. Nur das Herz, das bricht, „versteht“.
Und so komme ich für dieses Mal zum Schluss und sage:
Als durch seine Wunden Geheilte, sind wir in dieser Welt verwundbar,  empfindsam, verletzlich und mitleidend.
Als durch ihn von Schuld Befreite, gibt er uns Kraft, die Lasten anderer mitzutragen.

Gebet: Herr, du allein heilst meine Seele, entlastest mich, machst mich recht. Ich will nicht mehr auf meine Leistung schauen und nicht mehr auf mein Versagen. Was könnte ich tun, das du nicht längst schon für mich getan hast? Aus welchem Sumpf könnte ich mich ziehen, aus dem du mich nicht schon längst gezogen hast? So schaue ich auf dich, den Verwundeten, und lasse dich wirken. Du bist mein Heiler und mein Heil. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 6. September 2016

Gott sucht die Verlassenen hl

Losung: Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Jesaja 54,7

Lehrtext: Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht. Epheser 2,4-5

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du dich schon mal von Gott und der Welt verlassen gefühlt? Ich denke, dass sehr viele auf diese Frage mit Ja antworten können. Im heutigen Losungswort ist davon die Rede, dass sich die nach Babylon verbannten Juden von Gott verlassen gefühlt haben. Viele scheinen verzweifelt gewesen zu sein, am Boden zerstört. In dieser Situation tröstet der Prophet Jesaja sein Volk damit, wie er Gott in seinem Glauben erlebt, und lässt ihn sagen: „Nur für kurze Zeit habe ich dich verlassen. Ich will dich wieder zu mir holen, denn ich liebe dich immer noch.“
Jesaja nimmt das Gefühl seiner Mitmenschen ernst. Er redet es ihnen nicht aus. Er sagt sinngemäß: „Ja, so ist es, es gibt Zeiten, in denen fühlt man sich von Gott verlassen. Und vielleicht ist das auch so. Aber das bleibt nicht so. Gott bringt es nicht übers Herz, uns im Stich zu lassen. Seine Barmherzigkeit ist größer als sein Zorn. Darum wird er unser Schicksal zum Guten wenden.“
So tröstet der Prophet sein Volk. Im Lehrtext aus dem Neuen Testament dreht sich das um. Jetzt verlässt Gott nicht mehr, weder sein Volk noch sonst irgend einen Menschen. Jetzt sucht er die Verlassenen in Person des guten Hirten Jesus Christus. Jetzt ist er nicht mehr zornig wegen der Sünden, sondern barmherzig, um zu vergeben. Jetzt bietet er jedem das Geschenk eines neuen Lebens an, eines Lebens in dem du und ich und jeder, der es hört darauf vertrauen kann, dass er bei uns ist und bleibt, weil er uns liebt.
Das sagt sich leicht und das liest sich leicht. Aber das auch in schlechten Zeiten zu glauben und danach zu leben, ist noch einmal was anderes.

Gebet: Herr, zu keiner Zeit und an keinem Ort verlässt du mich. Du bist immer für mich da. Immer. Das ist deine gute Nachricht für mich. Aber dann gibt es Umstände, dass ich daran zweifle und mich frage: Ist das wirklich so? Gerade dann brauche ich ein Zeichen von dir. Darum bitte ich dich, wenn es soweit ist, für mich und für alle anderen, denen es dann ähnlich geht. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 5. September 2016

Auf leisen Sohlen hl

Losung: Vor dem HERRN her kam ein großer und gewaltiger Sturmwind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, in dem Sturmwind aber war der HERR nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der HERR nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der HERR nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs. 1.Könige 19,11-12

Lehrtext: Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 2.Korinther 3,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

ja, so hätte der Prophet Elia Gott gerne gehabt, als einen, der donnert und Blitze schleudert wie Zeus, der Gott der Griechen. Der die Erde beben und Vulkane ausbrechen lässt. Aber was ist das schon im Vergleich zu einer Supernova, einer Sonnenexplosion oder zu den nicht mehr vorstellbaren Kräften, wenn das schwarze Loch einer Galaxie zahllose Sonnenmassen ‚verschlingt‘? Das wäre doch noch am ehesten des Allmächtigen würdig. Damit kann er doch mächtig Eindruck schinden. Oder?
Aber das sind alles allzu menschliche Vorstellungen von Kraft und Macht, von Größe und Gewalt. Ich glaube, Gott ist viel zu groß, um damit Menschen beeindrucken zu wollen. Mögen andere vor ihren Göttern bibbern. Unser Gott braucht unsere Angst nicht. Er braucht es aber auch nicht, dass wir mit ihm angeben. Denn er kommt nicht mit Gedöns und Tamtam, sondern auf leisen Sohlen. Unbemerkt von aller Welt liegt da plötzlich ein Neugeborenes in einer Futterkrippe im hintersten Winkel der römischen Provinz. Unbemerkt von aller Welt kommt ein Mensch zum Glauben. Unbemerkt von aller Welt weht der Heilige Geist wo er will und macht Menschen frei.
Nein, nicht im Sturmwind, Erdbeben und Feuer, sondern im »Flüstern eines sanften Windhauchs« kommt Gott und verändert so dein Herz.
»Das Wesentliche kommt meist auf leisen Sohlen«, schreibt Eduard Mörike (1804 - 1875). »Wer Ohren hat, zu hören, der höre!«, sagt Jesus.

Gebet: Herr, lass mich in meinem Gebet immer stiller werden, bis nicht mehr ich rede, sondern du leise zu mir sprichst. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 4. September 2016

Um seines Nammens willen hl

Losung: Wir haben einen Gott, der da hilft, und den HERRN, der vom Tode errettet. Psalm 68,21

Lehrtext: Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachten sie zu Jesus alle Kranken und Besessenen. Markus 1,32

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du schon einmal laut um Hilfe gerufen? Ich nicht. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern. Aber ich habe nicht nur einmal leise gebetet: ‚Lieber Gott, hilf mir!‘ Vielleicht ist ein solches Stoßgebet die Mutter aller Gebete. Denn wozu wäre Gott sonst gut, wenn er nicht hülfe? Alles, was er für Menschen tut, hat damit zu tun, dass er hilft. Und deshalb hat er durch den Engel Gabriel auch diesen Namen für seinen Sohn mitteilen lassen: Jesus, auf Deutsch: ‚Gott hilft‘!
Hast du schon einmal leise gebetet: „Lieber Gott, hilf!“? Bestimmt. Sonst würden dich zum Beispiel diese Losungsauslegungen hier nicht interessieren. Und selbst wenn du manchmal unsicher bist, ob dir Gott tatsächlich hilft, wirst du ihn darum bitten. Selbst Atheisten, die in eine Notlage geraten, beten so. Manche vergessen dieses Gebet schnell, sobald es ihnen wieder gut geht. Manche schämen sich sogar dafür, dass sie so gebetet haben, weil das doch unter ihrer intellektuellen Würde sei. 
Mach das nicht. Im Gegenteil. Merke dir, oder noch besser, schreibe es dir auf, wann du Gott wofür gebeten und wann er dir geholfen hat. Solche Erinnerungen stärken den Glauben und das Vertrauen, dass Gott auch künftig helfen wird. Und wenn du das nächste Mal Weihnachten feierst, denke daran, dass der „Gott hilft!“ In der Krippe liegt. Und wenn du das nächste Mal Ostern feierst, denke daran, dass der „Gott hilft!“ auferstanden ist und dich vom Tode errettet (Losung).

Gebet: Herr, du hast viele Arten und Wege, mir zu helfen. Oft hilfst du mir durch andere Menschen. Manchmal durch den Anblick der Sterne über mir. Manchmal aber hilfst du mir direkt, wenn ich dich um etwas bitte und danach wieder Frieden in meine Seele einkehrt. Wie auch immer, ich bitte dich um deines Namens willen und nehme dich beim Wort. Du wirst mich nicht im Stich lassen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 3. September 2016

Verantwortung übernehmen hl

Losung: Wir waren gefangen, stöhnten und jammerten unter der Last, die wir tragen mussten. Du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, wir sind in Feuer und Wasser geraten. Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt. Psalm 66,12

Lehrtext: Seid allezeit wach und betet, dass ihr stark werdet. Lukas 21,36

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie oft hatten die Juden in ihrer Geschichte nicht Grund zu stöhnen und zu jammern, weil sie immer wieder mal unterdrückt wurden. Sie gingen davon aus, dass auf diese Weise Gott sein Volk strafte. Aber sie haben ihn deswegen nicht angeklagt, sondern die Schuld bei sich gesucht. Sie waren bereit, für ihr Fehlverhalten die Verantwortung zu übernehmen. Aber genauso oft haben sie die Erfahrung gemacht, dass Gott sie aus dem Elend wieder herausgeführt und gestärkt hat.
Ich glaube nicht, dass es Gott ist, der uns Menschen mit Krieg und Unterdrückung straft, sondern dass wir schon selbst die Verantwortung für unsere falschen Entscheidungen übernehmen und die Folgen tragen müssen. Nicht Gott straft uns, sondern wir strafen uns selbst, wenn wir uns nicht mehr an ihm orientieren. Darum heißt es im Lehrtext in einer neueren Übersetzung: »Bleibt wachsam und betet zu jeder Zeit, damit ihr dem entfliehen könnt, was auf euch zukommt.«
Nun, ich kann wohl für mich selbst zusehen, dass ich nicht in mein eigenes Unglück renne. Aber ich kann das nicht für mein eigenes Volk oder gar für alle Menschen auf dieser Erde verhindern. Volksgemeinschaft ist immer auch Schicksalsgemeinschaft. Da kann ich mich nicht so ohne weiteres herauslösen. Aber ich kann wachsam sein und versuchen, im Kleinen ein größeres Unheil zu verhindern. Und ich kann beten, dass Gott mir und meinen Angehörigen und uns allen die Kraft gebe, die Herausforderungen zu tragen, die kommen werden.

Gebet: Herr, gib uns deinen Geist, damit wir erkennen was dem Frieden dient. Gib uns deinen Geist, damit wir tun, was gerecht ist. Gib uns deinen Geist, damit wir verantwortungsvoll mit der Erde umgehen, die du uns gegeben hast. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Freitag, 2. September 2016

Großzügiger werden hl

Losung: Dein Herz soll sich's nicht verdrießen lassen, dass du deinem armen Bruder gibst. 5.Mose 15,10

Lehrtext: Wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch: Es wird ihm nicht unbelohnt bleiben. Matthäus 10,42

Liebe Leserin, lieber Leser,

oft sind es die kleinen Gesten, an denen man den Charakter eines Menschen erkennt: Ein freundliches Lächeln für einen Flüchtling. Ein Blumenstrauß für eine Witwe, die keine Blumen mehr bekommt. Ein großzügiges Trinkgeld für den Paketboten… Und wie schön ist es, wenn man das alles gern macht und nicht aus Berechnung. Auch Gott gibt mir so vieles gern, ohne dass ich zu einer Gegenleistung in der Lage wäre. Als einer, der von ihm beschenkt wird, könnte ich ruhig auch ein bisschen mehr schenken.
Darum nehme ich mir gerade vor, dem nächsten Bettler in der Stadt mal eine Cola zu spendieren. Einfach so. Aber kalt muss sie schon sein. Vielleicht ist ja auch er ein ‚Jünger‘ (Lehrtext), einer der glaubt. Und wenn nicht, ist das auch egal.

Gebet: Herr, du bist so überaus großzügig zu mir. Du lässt mich nun schon so lange in einer Zeit des Wohlstands und des Friedens leben. Dabei habe ich das nicht mehr verdient als jeder andere Mensch. Ich will dir damit danken, dass ich mich bemühe, selbst großzügiger zu werden. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 1. September 2016

Wo kämen wir hin? hl

Losung: Der HERR hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. Psalm 100,3

Lehrtext: Einst wart ihr »nicht ein Volk«, nun aber seid ihr »Gottes Volk«. 1.Petrus 2,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute geht es in Losung und Lehrtext um die Frage, wer zu ihm gehört, zu seinem Volk, zu seiner ‚Herde‘. Sind das nur die Evangelischen? Oder auch die Katholiken? Und was ist mit den Freikirchen? Und was mit den Sekten? Und was mit den anderen Religionen? Und was mit den Atheisten und Agnostikern? Gehören die auch alle dazu?
     Natürlich nicht, wenn es nach mir geht. Ich möchte Gott für mich exklusiv und teile ihn vielleicht noch mit denen, die dasselbe Bekenntnis haben wie ich. Wo kämen wir denn da hin, wenn alle einfach so auch zu Gott gehörten, selbst die, die das gar nicht wollen?
     Ja, »wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.« (Kurt Marti)
     Vielleicht sollten wir wirklich mal schauen, nicht in den Spiegel, um uns nur selbst zu bestätigen, sondern in die Bibel, genauer in die Geschichte von Jesu Kreuzigung und ihre Bedeutung.

  • Könnte es nicht sein, dass da alle Schranken zwischen Gott und den Menschen gefallen sind, als der sterbende Jesus sagte „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“ und als dabei der Vorhang im Tempel zerriss, der Gott von seinen Menschen trennte? 
  • Könnte es nicht sein dass Jesu Kreuzestod, also die Kraft seiner Erlösung, stark genug war, stärker als jede Sünde, um alle Menschen zu erlösen aus ihrer Gottesferne und Gottesblindheit, aus ihrer Lieblosigkeit und Eigensucht? 
  • Könnte es nicht sein, dass an diesem Punkt ein für alle Mal klar wurde, wen Gott liebt und wer demzufolge zu ihm gehört? Nämlich nicht diejenigen, die liebenswert sind, sondern die seine Liebe brauchen? Und wer brauchte sie nicht? Wer sollte aus welchem Grund davon ausgeschlossen sein?
Wer sollte daran Interesse haben?


Gebet: Herr, heile unsere Blindheit, damit wir uns alle untereinander als deine Kinder erkennen, ohne Ausnahme, und entsprechend leben: brüderlich und versöhnt. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr