Montag, 15. November 2021

attraktiv und aktuell hl

Losung: Die Völker, die um euch her übrig geblieben sind, sollen erfahren, dass ich der HERR bin, der da baut, was niedergerissen ist, und pflanzt, was verheert war. Hesekiel 36,36 

Lehrtext: Es waren einige unter ihnen, Männer aus Zypern und Kyrene, die kamen nach Antiochia und redeten auch zu den Griechen und predigten das Evangelium vom Herrn Jesus. Und die Hand des Herrn war mit ihnen und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn. Apostelgeschichte 11,20-21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du das auch schon erfahren, was im Losungswort steht? Gab es in deinem Leben Brüche, Niederlagen, Sackgassen? Warst du schon mal am Boden zerstört oder hast um andere gebangt, die am Ende waren, um Alkoholkranke, Drogensüchtige, Überschuldete?

Und dann, ja dann wendete sich das Blatt: Irgendwie bist du wieder auf die Beine gekommen. Irgendwie kam der Mensch, der dir nahesteht, wieder von seiner Sucht los. Irgendwie ging es doch wieder weiter nach dem Todesfall, nach der Scheidung, nach der Insolvenz. Und selbst derjenige, der nun im Rollstuhl sitzt, spürt wieder Sinn und Freude in seinem Leben.

Hinter den Kulissen

Wie schnell sind wir Menschen nicht bei der Hand mit Sätzen wie diesen: ‚Das hat alles keinen Zweck mehr. Es ist vorbei. Es ist aussichtslos. Nichts wird mehr gut. Alles ist verloren …‘ Doch dann schmilzt das Eis. Was Wüste war, wird grün. Die Mauer fällt. Nach der Nacht wird es wieder Tag. Gott hat damals zur Zeit des Hesekiel gebaut, was niedergerissen war und gepflanzt, was verheert war (Losung. Und was er damals getan hat, kann er auch heute tun - und tut es auch. Während wir auf der Bühne des Lebens noch unsere Trauerspiele aufführen, arbeitet er hinter den Kulissen längst an einem Happy End, an einem guten Ausgang.

Das gehört zum Evangelium, zur guten Nachricht, die mit Jesus zu uns gekommen ist: Kranke werden gesund. Hungernde werden satt. Verlorene werden gefunden. Einsame bleiben nicht allein. Fliehende finden Zuflucht. Gefangene werden frei. Schuldigen wird vergeben. Alle sind geliebt. Und Tote werden auferstehen.

Diese Nachricht ist heute noch so attraktiv und aktuell wie damals (Lehrtext). Eine bessere gibt es nicht.

Gebet: Herr, als ich Angst hatte um mein Leben, hast du in mir gebetet und mich sagen lassen: „Du bist da und ich bin in dir. Was auch geschieht, dir gehöre ich für alle Zeit." Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 14. November 2021

Was stark und sicher macht (Predigt) hl

Bibelwort: „Alles, was du vom anderen willst, darin komme ihm zuvor.“ Matthäus 7,12 

Liebe Gemeinde, 

was gibt dir das Gefühl, stark zu sein?

Als ich ein Kind war, habe ich gerne Indianer und Cowboy gespielt. Ich wollte immer Winnetou sein. Meine Eltern taten mir den Gefallen und kauften mir einen Federschmuck und ein Spielzeuggewehr. Und von meinem älteren Bruder habe ich verbotenerweise das Fahrtenmesser ausgeliehen. So ausgerüstet fühlte ich mich mächtig stark. Denn jetzt war ich nicht mehr der kleine Hansi. Jetzt war ich Winnetou, der bewaffnete Häuptling der Apachen. Hugh!

Leider fühlten sich meine Freunde, die die Cowboys waren, mit ihren Revolvern, Patronengürteln und Cowboyhüten ebenfalls stark und ließen sich von mir nicht so ohne weiteres an den Marterpfahl binden.

Was ich damals für mein Leben gelernt habe: Waffen geben Menschen ein Gefühl von Stärke, nicht nur den Kindern, sondern auch den Erwachsenen. Und die Waffennarren, von denen ab und zu in der Zeitung zu lesen ist, die zu Hause eine Vielzahl von Gewehren und Pistolen horten, sind in der Regel ängstliche, schwache Charaktere. Sie versuchen ihre Minderwertigkeitsgefühle mit dem Besitz von Waffen auszugleichen.

Wie aber ist das mit der Bevölkerung eines Staates, der viel Geld für Militär und Rüstung ausgibt? Wir Deutsche zum Beispiel, machen Waffen uns stark? Bannen sie unsere Ängste? Und vor wem haben wir eigentlich Angst?

Im Lehrtext für den heutigen Sonntag heißt es: »Nun, da ihr Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von Neuem dienen wollt? Galater 4,9

"Schwache und dürftige Mächte"

Ich zähle Waffen, Rüstung, Militär und Armeen zu diesen »schwachen und dürftigen Mächten“. Sie spiegeln nur einen Schein von Macht und Stärke vor. Sie versprechen, das eigene Volk vor dem jeweiligen Feind zu schützen. Aber sie bewirken meist das Gegenteil, wenn man zum Beispiel an die beiden Weltkriege des letzten Jahrhunderts denkt. Statt Sicherheit zu geben, hatten die Kriege der Wehrmacht nur Zerstörung, Elend und Tod zur Folge.

Heute, am Volkstrauertag, ist es unsere Aufgabe, dass wir der Opfer der Kriege gedenken und aus der Geschichte lernen, damit sie sich nicht wiederholt. Was aber haben wir gelernt?

Ich denke an Afghanistan. Viele Millionen Euros und Dollars wurden für diesen Krieg ausgegeben. Und jetzt, nach dem Rückzug, ist die Situation wieder genau so wie vor dem Einmarsch. Die fanatischen Taliban sind wieder an der Macht. Die 55 toten Soldaten der Bundeswehr und die vielen tausend toten Zivilisten in Afghanistan – sie waren umsonst. Stattdessen sind nun viele auf der Flucht und versuchen verzweifelt an Polens Grenze nach Europa zu kommen.

Warum suchen wir immer wieder Zuflucht zu den schwachen und dürftigen Mächten, zu Militär, Waffen und Gewalt? Warum trauen wir nicht der Macht und Kraft unseres Gottes, der den Himmel und die Erde geschaffen hat und dich und mich? Warum trauen wir nicht den wirkmächtigen Worten Jesu, mit denen er zum Frieden mahnt und zu Petrus sagt: »Stecke dein Schwert in die Scheide; denn jeder, der zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.« Oder anders gesagt: „Weg mit den Waffen, denn wer zu den Waffen greift, kommt durch sie um.“

Doch trotz dieser Mahnungen und trotz aller schlechten Erfahrungen gerade von uns Deutschen, greift man immer wieder danach. Natürlich tut man das in bester Absicht. „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“, sagte der ehemalige Verteidigungsminister Struck. Immer wird nur verteidigt, das Vaterland, die Freiheit, die Menschenrechte. Nie wird angegriffen. Warum gibt es dann Krieg? Warum müssen so viele leiden und sterben? Warum?

Man kann das alles auch anders sehen als ich. Man kann das so verstehen, wie es schon immer verstanden worden ist und bis heute von der Mehrheit der Bevölkerung gesehen wird. Demzufolge ist das Militär für ein Land unverzichtbar. Demzufolge muss man sehr viel Geld für Rüstung ausgeben, um gegen einen Angriff des Feindes gewappnet zu sein. Nur so kann man sich stark und sicher fühlen. Doch um so zu denken, muss ich kein Christ sein, muss ich nicht an Gott glauben. So denkt man in allen Gesellschaften und Religionen in allen Ländern der Erde. Aber ist dieses Denken vernünftig? Urteile selbst. Ist es mit dem Glauben an Jesus Christus vereinbar?

Die Goldene Regel

Was aber gibt dann einem Volk äußere Sicherheit? Was macht es stark? Ich meine, wie im Kleinen, im Umgang mit meinen Mitmenschen, so gilt auch im Großen, im Verhältnis zwischen den Staaten, die Goldene Regel, die Jesus zitiert. Sie heißt:

„Alles, was du vom anderen willst, darin komme ihm zuvor“:

·          Du willst, dass sich der andere Mensch, der andere Staat nicht feindselig verhält? Dann tue es du auch nicht und beginne damit.

·          Höre also auf zu drohen und suche das Gespräch.

·          Höre auf, den anderen an den Pranger zu stellen und ihn in die Ecke zu treiben, sondern begegne ihm von gleich zu gleich.

·         Lass deine Soldaten in deinem Land. Schick sie nicht zu Kriegseinsätzen in andere Länder und sei es in bester Absicht.

·         Misch dich nicht in die inneren Angelegenheiten des anderen ein, du hast genug mit deinen eigenen zu tun. (Vergleiche (Jesus in Matthäus 7,3-5 u.a.)

·         Boykottiere das andere Land nicht, sondern versuche so viel Handel zu treiben wie möglich.

·         Suche die Partnerschaft und nicht die Feindschaft.

·         Bedenke, dass du und dein Volk nicht automatisch die Guten und die anderen die Bösen sind.

·         Wirf nicht den ersten Stein. Du könntest im Glashaus sitzen.

·         Versuche vielmehr zu verstehen, warum der andere so ist wie er ist, so redet wie er redet, so handelt wie er handelt. Auch er hat seine Gründe so wie du.

Das, liebe Freunde, wäre Jesu Goldene Regel in der Politik. Sie würde sofort die Spannungen zwischen den Nationen vermindern und schon damit zu mehr Sicherheit beitragen. Sie würde Gespräche ermöglichen, wo jetzt nur Beschuldigungen zu hören sind. Sie würde dazu führen, dass man sich begegnet und besser kennenlernt. Diese Regel, dass man zuerst tut, was man sich vom anderen wünscht, kann stärker und mächtiger sein als jede Armee, wenn man sich danach richtet und handelt.

Nur schöne Worte?

Aber ist das realistisch? Sind das nicht nur schöne Predigtworte? Nein, denn das hat schon einmal geklappt während des kalten Krieges, als Bundeskanzler Willy Brandt gegen erbitterten Widerstand im eigenen Land die Ostpolitik einführte. Damals, Anfang der 70er Jahre, gab er Garantien für sichere Grenzen. Er leitete Abrüstungsverhandlungen in die Wege und machte gezielt Entspannungspolitik. Seine wichtigste Friedensgeste war, als er am 7. Dezember 1970 vor dem Denkmal für die Opfer des Warschauer Gettos gekniet hat.

Das waren die Voraussetzungen für den friedlichen Wandel 1989, für die Wiedervereinigung ohne Gewalt. Diese Politik im Geist der Goldenen Regel wäre auch jetzt angebracht, da im Schatten von Corona und Klimakatastrophe wieder wie verrückt aufgerüstet wird, nur dieses Mal ohne Verhandlungen und ohne Politikerinnen und Politiker, die das Format haben, Feindschaften zu beenden und Partnerschaften anzubahnen. Die Entspannungspolitik, die damals die beste Garantie für den Frieden war, wäre es auch heute.

Was gibt dir das Gefühl, stark und sicher zu sein? Die Pistole im Nachttisch und die NATO im Osten? Für mich heißt die Antwort: Vertraue auf Gott, er ist deine Stärke. Sei freundlich und entgegenkommend zu den Menschen. Sei besonnen und klug. Amen

Samstag, 13. November 2021

Der verborgene Gott hl

Losung: Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland. Jesaja 45,15 

Lehrtext: Dem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter. Epheser 3,20-21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

als der Prophet, genannt der zweite Jesaja, dieses Wort aus der Losung gesagt hat, war von Gottes Hilfe unter den Israeliten nichts zu sehen. Doch der Prophet machte ihnen Mut und versprach ihnen eine goldene Zukunft in Freiheit und ohne Angst. Einmal würde sich Gottes Herrlichkeit schon zeigen. Sie sollten nur nicht verzweifeln.

Viel später hat Martin Luther vom „verborgenen Gott“, vom Deus absconditus gesprochen. Unter anderem ging es darum, dass Menschen in ihrer Not Gottes Nähe nicht mehr spüren und den Eindruck haben, er habe sich von ihnen abgewandt und sie verlassen.

Doch ist Gott an sich nicht immer verborgen? Wer könnte denn von sich behaupten, ihn jemals mit eigenen Augen gesehen zu haben? In 1.Timotheus 6,16 heißt es: »Gott wohnt in einem unzugänglichen Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann.« 

Auch der verborgene Gott wohnt im Licht und ist kein Wesen der Finsternis. Und er hat sich in dem gezeigt, der von sich sagt: »Ich bin das Licht der Welt«, in Jesus Christus, dem Kind in der Krippe und dem Mann am Kreuz. In ihm wird er sichtbar. In ihm enthüllt und offenbart er sich, wie er wirklich ist: Der barmherzige Vater, der seine Geschöpfe bedingungslos liebt. Der niemand verloren gibt und auch in der größten Not da ist.

Auch diese Aussage kann ich nicht mit Fotoapparaten und Videokameras beweisen. Ich sage das im Glauben und noch nicht „im Schauen“. „Sehen“ werde ich ihn erst, wenn er mich wieder zu sich genommen hat. Und das wird dann mit allen meinen Gottesvorstellungen, die ich jetzt habe, überhaupt nichts zu tun haben.

Viele Menschen leiden an einer unheilbaren Krankheit und wissen, dass ihnen nicht mehr geholfen werden kann. Man kann noch ihre Symptome lindern, die Schmerzen verringern und sie zum Beispiel auf der Palliativstation so gut es geht begleiten und ihnen einen würdigen Tod ermöglichen. Doch mehr geht nicht. Ist für diese Patienten Gott verborgen? Das kann wohl nur jeder einzelne für sich beantworten.

Wir alle leiden ja an der „Krankheit zum Tode“ (Kierkegaard) und müssen sterben ob wir jung sind oder alt, gesund oder krank. In diesem Sinn ist jeder unheilbar krank. Soll ich deshalb an Gott verzweifeln? Oder brauche ich ihn nicht gerade deshalb?

In seinem Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“ bittet Paul Gerhardt um den offenbaren, den sichtbaren Gott. Aber nicht um den Allmächtigen, sondern um Jesus am Kreuz. Mit ihm vor Augen fühlt er sich Gott am nächsten gerade, wenn es ans Sterben geht:

Gebet:
Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir,
wenn ich den Tod soll leiden,
so tritt du dann herfür;
wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein.

Erscheine mir zum Schilde,
zum Trost in meinem Tod,
und lass mich sehn dein Bilde
in deiner Kreuzesnot.
Da will ich nach dir blicken,
da will ich glaubensvoll
dich fest an mein Herz drücken.
Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 12. November 2021

Hochmut / Demut hl

Losung: Ein Tag des HERRN der Heerscharen kommt über alles Stolze und Hohe und über alles, was sich erhebt, und es wird niedrig sein. Jesaja 2,12 

Lehrtext: Alle miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 1.Petrus 5,5


Liebe Leserin, lieber Leser,

»Hochmut kommt vor dem Fall« heißt ein bekanntes Sprichwort, das in der Bibel steht (Sprüche 16,18). Dahinter steckt eine gewisse Lebenserfahrung und die Mahnung, schön auf dem Teppich zu bleiben. Denn je mehr einer abhebt, desto tiefer kann er stürzen. Soweit, so gut.

Was aber in der Losung und vor allem im Lehrtext steht, ist für mich moralische Zweckpädagogik. Nun, den Propheten Jesaja kann ich noch in gewisser Hinsicht verstehen. Er wollte sein gedemütigtes, am Boden liegendes Volk damit trösten, dass auch die triumphierenden Feinde eines Tages erniedrigt werden. Doch das würde nicht durch das kleine und ohnmächtige Volk der Israeliten geschehen, sondern durch ihren Gott. Das ist so nicht eingetroffen. Denn Gott lässt sich nicht für nationalen Größenwahn instrumentalisieren. Nach den Assyrern wurden die Juden von den Babyloniern unterdrückt, dann von den Römern und im letzten Jahrhundert von den Nazis verfolgt. Immerhin haben sie seit 1948 wieder einen eigenen Staat, auch wenn das bis heute Konflikte mit sich bringt.

Lass dich nicht demütigen

Mit dem Lehrtext habe ich noch größere Probleme. Ich mag es einfach nicht, wenn einer andere zur Demut auffordert. Demut soll man sich nicht verordnen lassen, sondern selbst aufbringen. Diejenigen, die zur Demut mahnen, sind selten selbst demütig. Und längst nicht jeder, der gedemütigt wurde, war zuvor hochmütig.

Vermutlich aber nimmt der erste Petrusbrief, aus dem dieses Bibelwort kommt, auf Vorgänge in einer damaligen, frühchristlichen Gemeinde Bezug. Denn das habe ich tatsächlich auch in dem einen oder anderen Kirchenvorstand, den ich früher zu beraten hatte, erlebt: Da hat der Hochmut unter Pfarrern wie unter Ehrenamtlichen zu Dauerkonflikten geführt und damit die ganze Gemeinde geschwächt hat.

Nein, Hochmut ist nicht gut. Aber Demut, die einer dem anderen verordnet, auch nicht.

Gebet: Herr, du weißt, ich habe meine blinden Flecken. Ich sehe manches nicht an mir, was andere sehen. Ich merke manches nicht, was andere merken. Bewahre mich vor Hochmut und Arroganz genauso wie vor falscher Demut und Bescheidenheit. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 11. November 2021

Magst du Schokolade? hl

Losung: Die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. 1.Mose 3,6 

Lehrtext: Fügt euch nicht ins Schema dieser Welt, sondern verwandelt euch durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr zu prüfen vermögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Römer 12,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ist denn alles, was eine Lust ist und verlockend grundsätzlich schlecht? Manches ist zumindest problematisch wie PS-starke, spritfressende, schwere Autos in unserer Zeit. Und die hübsche Blonde in der Belegschaft ebenso, wenn an ihr die eigene Ehe scheitert. Wenn sie aber für den Singlemann zu haben ist, und daraus eine gute Partnerschaft wird, ist das wunderbar. Klar gilt das auch umgekehrt.

Nein, nicht das dicke Auto und nicht die fremde Frau ist problematisch, sondern die fehlende Weitsicht und Selbstbeherrschung, wenn die Folgen problematisch sind.

Was mir hilft, meinen Wünschen nicht einfach nachzugeben, ist nicht ein simples Verbot. Mir hilft die rationale Überlegung, ob ich mit meiner Lust anderen schade. Und dazu gehört auch, dass ich mich an dem Sprichwort orientiere: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füge auch keinem andern zu.“ Oder, was das gleiche ist, an der Goldenen Regel Jesu: „Alles, was du für dich von anderen erwartest, das tue auch für sie.“

Sonst aber ist es etwas Schönes, Lust zu empfinden und sich verlocken zu lassen. Oder magst du keine Schokolade?

Gebet: Herr, ich danke dir, dass ich in deiner Welt Vieles finde, was ich genießen kann und mich meines Lebens freuen lässt. Das freut auch dich. Amen

Herzliche Grüße und einen schönen Martinstag mit einer Schokoladengans!

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 10. November 2021

unvergessen hl

Losung: Versiegen die laufenden Wasser aus sprudelnden Quellen? Mein Volk jedoch hat mich vergessen. Jeremia 18,14-15 

Lehrtext: Bleibt in meiner Liebe! Johannes 15,9 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„gottvergessen“ so kommt mir der weitaus größte Teil der Menschen in den westlichen Industrienationen vor, gerade auch bei uns in Deutschland. Ich denke, es wäre besser für uns alle, wenn nicht so viele „gottvergessen“ wären, besser für uns Menschen, besser für die Tiere, besser für die Natur, besser für das Klima, besser für die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

„Menschenvergessen“ – nein, so ist Gott nicht. Nichts und niemand, den er jemals geschaffen hat, ist bei ihm vergessen, gerade auch die Gottvergessenen nicht. Er weiß ja, dass wenigstens er an uns denken muss, wenn wir schon nicht an ihn denken. Vielleicht denkt er schmerzlich an seine Menschen, wenn er mitansieht, wie wir leben und welche Folgen das für uns alle hat. Wie wir unsere Freiheit verraten und unserer Verantwortung nicht gerecht werden.

Aber er vergisst uns nicht. Das sagt mir die Bibel. Das glaube ich. So heißt es bei Jesaja (Kapitel 49 Vers 15): »Kann eine Mutter ihr Kind vergessen? Bringt sie es übers Herz, das Neugeborene seinem Schicksal zu überlassen? Und selbst wenn sie es täte – ich vergesse dich nicht!«

Und so geht das Wort Jesu durch alle Zeiten und Länder, da er sagt: »Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! (Lehrtext)« Bleibt in mir und bleibt bei Gott in euren Gedanken und mit eurem Glaube! Ich bin die nie versiegende Quelle, aus der ihr immer wieder Lebensmut und Freude schöpfen könnt, Hoffnung und Kraft.“

Nein, niemand wird bestraft, der Gott vergisst. Doch solange ich in seiner Liebe bleibe, bin ich an einem geschützten Ort inmitten einer oft gottvergessenen Welt. Ich hab auch keinen besseren gefunden, an dem ich bleiben möchte.

Gebet: Herr, deine Liebe versiegt nicht. Sie ist das Wasser des Lebens für alle. Sie gilt auch denen, die davon nichts wissen und sie nicht schätzen. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 9. November 2021

Mitgefühl hl

Losung: Ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Psalm 51,19 

Lehrtext: Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Lukas 15,21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Angsthase, Heulsuse, Feigling“ – Schon Kinder können zueinander grausam sein, können wie Hühner auf Schwächeren herumhacken. In den Heldensagen der Völker spielen nur die Starken, Mutigen, Unerschrockenen eine Rolle. Sie sind die Lieblinge der Götter. Doch auch den größten Helden werden einmal die Knie weich und ihr Herz verzagt. Und soweit man weiß, rufen überall auf der Welt selbst die coolsten  Soldaten nach ihrer Mama, wenn es ans Sterben geht.

Wer wollte sie dafür verachten? Niemand, der einen Funken Mitgefühl hat, würde das tun. Und Gott schon gleich gar nicht (Losung). Er ist das Mitgefühl in Person auch für dich. Vor ihm muss ich mich meiner Tränen nicht schämen. Ihm kann ich meine Angst zeigen wie Jesus im Garten Gethsemane kurz vor seiner Verhaftung.

Er verlangt auch kein Sündenbekenntnis und keine Selbsterniedrigung, wenn ich mich in meiner Not wieder an ihn wende. In der Geschichte vom Verlorenen Sohn, aus der der Lehrtext kommt, geht der Vater überhaupt nicht darauf ein, sondern läuft seinem Kind entgegen und schließt es in seine Arme. Er sieht und weiß, was mit seinem Sohn los ist. Gott sieht und weiß, was mit mir los ist. Er kennt mein „zerbrochenes Herz“ und wird es heilen.

Gebet: Herr, du weißt, wie es mir geht. Aber es tut mir gut, wenn ich dir das sagen kann. Denn du verstehst mich und fühlst mit mir. Vor wem sonst als vor dir kann ich vertrauensvoll mein Herz ausschütten. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 8. November 2021

Nachsinnen über Gott. Nachdenken über mich. hl

Losung: Gott, wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach. Psalm 63,7

Lehrtext: Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 1. Korinther 13,12

Liebe Leserin, lieber Leser,

andere haben vor mir über Gott nachgedacht. Heute denke ich über ihn nach. Andere haben das im Rahmen ihres Weltbildes getan: Für die Menschen der Bibel war die Erde eine Scheibe und der Mittelpunkt der Welt. Sie wussten nichts von Amerika und Australien und kaum etwas von Afrika, Asien und Europa, nichts von Naturwissenschaften und Technik. 

Ich denke im Rahmen des heutigen Weltbildes über die Bibel und über Gott nach. Für mich ist die Erde eine winzige Kugel am Rande unserer Milchstraße, die selbst wiederum eine Galaxis unter 500 Milliarden anderen Galaxien ist. In Geografie und Geschichte kenne ich mich einigermaßen aus. Ohne Naturwissenschaften und Technik ist unser Leben heute nicht mehr vorstellbar.

Kein Wort mehr für Gottes Größe

Für die Menschen der Bibel war Gott groß. Ich habe für den Schöpfer des Universums kein Wort mehr für seine Größe. So wie er an und für sich ist, bleibt er für mich unfassbar und unsagbar. Was ich aber über ihn sagen kann, ist, wie er sich mir in Jesus Christus zeigt. In ihm wird er menschlich. Darum kann ich mit menschlichen Begriffen von ihm reden, wie unzulänglich sie auch immer sein mögen. 

Ich sinne über mich im Licht der Bibel und meines Glaubens nach. Ich sage zu mir: "Hans, was auch immer mit dir geschieht, Gott ist dein Schicksal. Du gehörst ihm in Freude und Leid, ob es dir gut geht oder schlecht." Ich halte daran fest, dass er alles geschaffen hat, nicht aus irgendeiner Laune heraus, sondern weil er seine Schöpfung und alle seine Geschöpfe liebt - alle. Das beeinflusst meine Sicht auf die Welt und auf mich. Ich kann nicht verachten, was er liebt. Mir kann nicht egal sein, was ihm kostbar ist. Das gilt zu allen Zeiten.

Selbstverantwortung bis zuletzt

Ich will nicht fragen, "warum?" wenn ich nicht verstehe, was geschieht. Ich will nicht jammern, wenn ich meine Last tragen muss. Ich bin kein Opfer und will mich auch nicht so sehen. Ich will bis zuletzt für mein Leben Verantwortung übernehmen und dafür, wie es mir geht. 

Ich weiß ja, dass alles seine zwei Seiten hat. Darum liebe ich mein Leben, das Gott mir geschenkt hat mit allen Herausforderungen. Solange ich kann, will ich ihm dafür dankbar sein. Er wird es mir auch wieder nehmen zu der Zeit, da er will. Dann werde ich ihn nicht mehr bruchstückhaft erkennen, sondern schauen, wie er ist (Lehrtext). So war es auch für die Menschen der Bibel.

Ich will. Doch ob ich auch so glauben und leben kann wie ich will? Nicht ohne meinen Gott.

Gebet: Herr, wenn ich über dich nachdenke, muss ich auch über mich nachdenken. Welche Folgen hat mein Glaube für mein Leben? Bin ich ein anderer ohne dich als mit dir? Ich will dein Mensch sein im Licht und in der Finsternis. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 7. November 2021

Von damals für heute lernen

LosungMeine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, sollen von deinem Mund nicht weichen noch von dem Mund deiner Kinder und Kindeskinder. Jesaja 59,21

Lehrtext: Was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. Römer 15,4

Liebe Leserin, lieber Leser,

können wir aus der Vergangenheit, aus der Geschichte für unser Leben heute lernen? Die Skeptiker sagen, dass man aus ihr nur lernen könne, dass die Menschen aus der Vergangenheit nichts lernen. Ganz so skeptisch bin ich nicht. Aber im Hinblick auf Militär, Rüstung und Krieg scheinen wir Menschen tatsächlich lernunfähig zu sein.

Was die Bibel angeht, bin ich optimistischer. Ich glaube schon, dass aus ihr bis heute eine Minderheit der Christen etwas für ihr Leben und ihren Glauben lernt. 

Aus dem Evangelium von Jesus lerne ich, wer und wie Gott ist. Aus den 10 Geboten, was für unser Zusammenleben grundlegend ist. Aus den vielen Geschichten der Bibel lerne ich, wie der Glaube den Menschen damals in ihren Herausforderungen geholfen hat.

Ohne ihre Glaubenerfahrungen, wüsste ich nicht, was Gottvertrauen ist. Ohne die Krippe und das Kreuz wüsste ich nichts von der bedingungslosen Liebe Gottes. Ohne Jesu Worte von Gott als dem barmherzigen Vater, wäre es um meinen Trost und meine Zuversicht nicht gut bestellt. Und woher würde ich meine Hoffnung nehmen ohne den Glauben, dass der, der das Universum aus dem Nichts geschaffen hat, auch Macht über den Tod hat?

Schön wäre es, wenn ich meinen Glauben an meine Kinder weitergeben könnte? Doch sie müssen selbst lernen und ihre eigenen Glaubenserfahrungen machen. Ich habe das nicht in der Hand.

Gebet: Herr, ich lerne in meiner Zeit und auf meine Weise aus dem, was Menschen der Bibel von ihrem Glauben berichten. Ich kann das nicht eins zu eins übernehmen. Aber ich lasse mich inspirieren, dass ich mich in ihren Schriften auf Entdeckungsreise begebe, um das Gold des Evangeliums zu finden: die frohe und befreiende Botschaft von dir.  Dein Geist wird mich leiten. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr


Samstag, 6. November 2021

Wenn ich am Ende bin hl

Losung: Wenn ich sprach: Mein Fuß ist gestrauchelt, so hielt mich, HERR, deine Gnade. Psalm 94,18

Lehrtext: /Jesus sprach zu Petrus:/ Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Lukas 22,32

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn ich spreche, ich bin am Ende, ich sehe mich nicht mehr hinaus, ich kann mich nicht mehr auf den Beinen halten, dann hält mich Gott. Er hilft mir meine Lasten tragen, und während ich schlafe, gibt er mir neue Kraft. 
     Wenn meine Seele ausgetrocknet ist und mein Glaube zu verkümmern droht, wenn meine Hoffnung nur noch ein glimmender Docht ist und mein Lebensmut ein geknicktes Rohr, so wird seine Kraft in mir von neuem mächtig und hilft mir wieder auf. So war es bisher. So ist es heute. So wird es morgen sein.
     Denn er lebt in mir und ich in ihm. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr


Freitag, 5. November 2021

Was ist gut und was ist böse? hl

Losung: Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen! Jesaja 5,20

Lehrtext: Wenn ihr leidet und duldet, weil ihr das Gute tut, ist dies Gnade bei Gott. Dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand. 1. Petrus 2,21-22

Liebe Leserin, lieber Leser,

in meinem Gewissen und im alltäglichen Umgang mit anderen meine ich zu wissen, was gut und was böse ist. Aber wenn ich darüber nachdenke, ist es nicht mehr so einfach. 

Wenn ich mir zum Beispiel Kleidung kaufe, die in Bangladesh produziert wird, ist das gut, weil so Frauen Arbeit haben und für ihre Familien etwas Geld verdienen. Oder ist es böse, weil ihre Arbeitsbedingungen oft schlecht sind und der Lohn gering? 

Eindeutig und abgrundtief böse ist es für mich, wenn Wehrlose schlecht behandelt oder gar gequält werden: Kinder, Pflegebedürftige, Gefangene, nicht selten auch Frauen ...

Böse sind auch die absichtlichen Lügen in den sozialen Medien, die Fake News, das Mobbing und der unglaubliche Hass.

Und was ist gut? Das tägliche Bemühen, anderen gegenüber anständig zu bleiben und ihnen gerecht zu werden. Und das gerade dann, wenn sie einem nicht sympathisch sind, weil sie sich feindselig verhalten, eine andere Meinung oder einen anderen Lebensstil haben.

Aber sind Menschen böse, weil sie Böses tun und andere gut, weil sie Gutes tun? Vielleicht bei uns. Aber auch bei Gott? Was meinst du?

Er, so glaube ich, ist jenseits von Gut und Böse, von dem, was wir so empfinden und beurteilen. Wir sind mit unserem Urteil schnell bei der Hand und meinen, Gott müsse so sein wie wir sind. Und dann kann es passieren, dass gar nicht mehr so böse ist, was wir einmal selbstverständlich dafür gehalten haben und anderes gar nicht so gut, wie es uns schien. 

Die Generation meiner Eltern musste an diesem Punkt nach der Nazizeit kräftig umlernen. Nicht alle haben das geschafft oder gewollt.

Und ein Letztes. Es kann vorkommen, dass du leiden musst, weil du Gutes getan hast. Dann wünsche ich dir die Kraft, deinen Weg unbeirrt weiterzugehen. Denn dann, so sagt es der Lehrtext, bist du in bester Gesellschaft.

Gebet: Herr, wenn einer Böses tut, will ich ihn trotzdem nicht böse nennen. Du weißt, wie schwer mir das fällt. Doch du richtest über ihn und über mich und wirst uns beiden gerecht. Amen 

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr





Donnerstag, 4. November 2021

fröhlich hl

Losung: Meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet. Jesaja 61,10

Lehrtext: Der Kämmerer zog seine Straße fröhlich. Apostelgeschichte 8,39

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Fröhlich soll mein Herze springen", so beginnt ein altes Weihnachtslied, weil Jesus geboren ist. Und genau deshalb zog der äthiopische Finanzminister, ein schwarzer Afrikaner, "seine Straße fröhlich" (Lehrtext). Er hatte jene Botschaft nicht nur gehört, sondern verstanden. Mehr noch, sie hat ihn überwältigt und sein Herz froh gemacht.
     "Christen sind fröhliche Partisanen des lieben Gottes", sagte Karl Barth, der bedeutendste Theologe des 20. Jahrhunderts. Sie machen sich nicht abhängig von den Nachrichten der Medien und von der allgemeinen Meinung in ihrer Umgebung. Sie lassen sich nicht so schnell den Schneid abkaufen und auch nicht ins Bockshorn jagen.
     Sie haben eine FROHE Botschaft, das Evangelium, empfangen und leben danach oder könnten es zumindest. Sie haben gehört und vertrauen darauf, dass sie von Gott gewollt und geschaffen sind, von ihm von Anfang an geliebt, behütet, befreit, gesegnet, geheilt, erlöst. Das nimmt ihnen die Lebensangst und die Zukunftsangst. Das macht sie zuversichtlich und gelassen, weltoffen und tolerant, dankbar und froh. Ja, so könnten sie sein.
     Aber das stimmt doch alles nicht. Da spricht viel zu viel dagegen. All das viele Leid, die ungelösten Probleme, der religiöse Fanatismus  und nicht zuletzt der Tod. Nein, jene "frohe" Botschaft ist weder vernünftig noch realistisch. Sie ist bestenfalls ein schöner Traum.
     Okay, du hast ja recht. Und jetzt möchte ich gern deine frohe Botschaft für diese Welt und für mich hören. Wie, du hast gar keine? Hast nur die üblichen, schlechten Nachrichten? Und das soll vernünftig sein?
      Da ist mir das Evangelium lieber. Es lässt mich die Welt und mich selbst mit Gottes Augen sehen und sagt mir: Hab Vertrauen, es wird alles gut. Gott selbst ist in Jesus zu dir gekommen. Er lässt dich nicht im Stich. Habe also Mut zu leben und Mut zu lieben und lass dir die Freude nicht verderben.

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 3. November 2021

Wem ist noch was heilig? hl

Losung: Das ist’s, was der HERR gesagt hat: Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich. 3. Mose 10,3

Lehrtext: Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 1. Korinther 3,16

Liebe Leserin, lieber Leser,

was mir heilig ist, davor habe ich Respekt. Das ist mir wertvoll, und ich mag es nicht, wenn andere es in den Schmutz ziehen. Gott ist mir heilig. Wenn man seinen Namen gedankenlos als bloße Floskel verwendet, finde ich es schade. Wenn man ihn gar als Gag verwendet und zum Beispiel belustigt "Ach Gottchen" sagt, ärgert mich das.

     Ihm macht das nichts aus. Da steht er drüber. Vielleicht lächelt er sogar ein wenig, wenn er hört, wie viele, die nicht glauben können oder wollen, trotzdem ständig seinen Namen im Mund führen: "O Gott! Ach Gott! Um Gottes Willen! Gott sei Dank! Mein Gott! Gott bewahre! ..."

     Nein, sie wissen nicht, das sie Gottes Tempel sind (Lehrtext), und ich vergesse das auch bisweilen. Und doch ist es so. Denn ohne seinen Geist in uns allen könnte nichts sein, was lebt. Wem das aber bewusst ist, dem ist noch etwas heilig. Dem ist Gott heilig. Der hat "Ehrfurcht vor dem Leben" und seinem Schöpfer. Der hat einen inneren Kompass.

Gebet: Herr, du bist mir heilig, darum ist mir nicht alles egal. Du lebst in mir, darum verbiete ich mir manch hässliches Gefühl und manchen bösen Gedanken. Was wäre ich ohne dich? Fallendes Laub? Staub im Wind? Ein Nebelstreif?  Erst vor dir bin ich Mensch. Erst durch dich habe ich Herz und Gewissen. Erst mit dir kann ich glauben, hoffen, lieben. Bleibe mir heilig. Bleibe bei mir. Amen

Herzliche Grüße!

Hans Löhr

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Dienstag, 2. November 2021

Wenn die Nacht kommt hl

Losung: Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein. Jesaja 60,20

Lehrtext: /Jesus spricht:/ Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. Johannes 12,46

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn die Nacht kommt und es trotz elektrischem Licht nicht hell wird. Wenn die Nacht kommt und du trotz Navi nicht weißt wie's weitergeht. Wenn die Nacht kommt und du inmitten anderer einsam bist. Was dann? Hilft dir dann ein Wandspruch wie dieser: "Immer, wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her."

Woher genau soll es denn kommen, das tröstende Lichtlein? Und was soll es sein? Die blaue Flamme brennenden Alkohols? Das kalte Licht der Mattscheibe? Das Licht aus dem Kühlschrank?

Wenn die Nacht am helllichten Tag kommt mit der niederschmetternd Nachricht des Arztes. Mit dem Notfallseelsorger an der Haustür. Was dann? Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, wie du dann reagieren wirst. Ich weiß nur, dass ich dann die Finsternis aushalten und warten muss. 

Ob dann Jesus mein Licht ist? Auch das weiß ich nicht. Ich kann ihn nicht nach Belieben anknipsen.  Ich kann nur hoffen, dass es einmal wieder heller wird, wodurch auch immer. Und vielleicht kann ich im Nachhinein sagen, dass Christus mein Licht in dunkler Zeit war und es durch ihn heller geworden ist. Das wäre schön, selbst dann, wenn manche Schatten bleiben.

Liedvers: Wo bist du, Sonne, blieben? / Die Nacht hat dich vertrieben, / die Nacht, des Tages Feind.  / Fahr hin; ein ander Sonne, / o Jesu, meine Wonne, / gar hell in meinem Herzen scheint.
(Paul Gerhardt, EG 477 
"Nun ruhen alle Wälder" Vers 2)

Herzliche Grüße!

Hans Löhr

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Montag, 1. November 2021

Einfach mal freuen hl

Losung: Vor dir freut man sich, wie man sich freut in der Ernte. Jesaja 9,2 

Lehrtext: Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei. Johannes 16,24 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich hoffe, dass es dir Freude macht, an Gott zu glauben. Oder besser gesagt: Auf ihn zu vertrauen und mit ihm zu leben. Wäre es aber eine Last, dann, so meine ich, wäre mit deinem Glauben etwas nicht in Ordnung. Aber wie soll es eine Last sein, an den zu glauben, der seine Geschöpfe liebt und somit auch dich? Wie soll es eine Last sein, dem zur vertrauen, der dich bis hierher gebracht und behütet hat? Wie soll es eine Last sein, mit dem zu leben, der schlicht und einfach für dich da ist gerade dann, wenn du allein bist?

Freudengründe damals wie heute

Natürlich ist, wie jedes Gefühl, auch die Freude kein Dauerzustand. Wohl jeder hat Gründe, auch mal mit Gott zu hadern und ihm zu klagen, was ihm weh tut. Das war auch bei den Menschen der Bibel nicht anders. Und wenn sie sich gefreut haben, war das mehr eine stille Freude. Doch ab und zu sind sie in Jubel ausgebrochen, vermutlich aus ähnlichen Gründen wie auch wir heute: Wenn ein Kind geboren wurde, wenn jemand von einer schweren Krankheit genesen ist, wenn man einen lieben Menschen, der lange weg war, wieder in seine Arme schließen konnte, bei einem Erntefest (Losung) oder wenn eine Hochzeit gefeiert wurde.

Da kannst du dich über das alles und vieles andere entweder einfach so freuen. Oder du kannst deine Freude mit Gott teilen, dann ist sie doppelt.

Weil dich jemand mag

Alle freuen wir uns, wenn wir ein Geschenk ohne falsche Absichten bekommen. Und wir freuen uns umso mehr, je weniger wir damit gerechnet haben. Das sind dann Geschenke, die du dir nicht verdient hast. Die du nur deshalb bekommst, weil ein anderer dich mag oder sympathisch findet.

So ist es mit Gott, sagt Jesus. Er segnet dich und beschenkt dich mit seiner Liebe einfach so. Und damit meine ich nicht nur die spektakulären Dinge, die ich weiter oben genannt habe. Damit meine ich auch ein Lächeln, das dir ein Kind schenkt oder einen großen Strauch voll mit roten Beeren im Herbstlicht oder die spontane Einladung auf eine Tasse Kaffee. Ich glaube, er will auch durch dich und mich anderen eine Freude machen. Und er verlässt sich auf uns, weil er uns das zutraut.

Gebet: Herr, wenn ich‘s recht bedenke, habe ich viele Gründe, mich über dich zu freuen. Und weil es schade wäre, Freude zu vergeuden, will ich das jetzt auch tun und dir dabei danken für alles, was mein Herz weit und fröhlich macht. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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