Donnerstag, 9. April 2015

Sehnsucht nach Geborgenheit und neuer Kraft (ebl). Losung und Lehrtext für 09.04.2015

Losung: HERR, lass mir deine Gnade widerfahren, deine Hilfe nach deinem Wort.
Psalm 119,41
Lehrtext: Unser Herr Jesus Christus und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort.
2.Thessalonicher 2,16-17

Liebe Losungsgemeinschaft,
wir würden heute vielleicht mit anderen Worten beten, etwa so: „Herr, zeig mir immer wieder, wie sehr du mich liebst, und hilf mir, wie du es versprochen hast.“ Aber ansonsten sind wir ganz nah bei David, von dem der Psalmvers als heutige Losung überliefert ist. Ganz gleich, ob Schäfer oder Politiker, ob Königskind oder Kassiererin an der Aldi-Kasse: Wir alle sehnen uns nach Geborgenheit und brauchen immer wieder Kraft von außen. Andere Menschen können uns diese Wünsche bis zu einem gewissen Grad erfüllen – doch da bleibt hinter allem zwischenmenschlichen Geben Gott als unsere ‚Burg‘. Das möchte ich gerade denjenigen unter uns heute schreiben, die allein leben oder sich gerade allein gelassen und hilflos fühlen.
Paulus, von dem der heutige Lehrtext stammt, hat sich immer wieder von Gott aufrichten lassen. Da klingt viel eigene Erfahrung mit, wenn er den Christen in der griechischen Stadt Thessaloniki sinngemäß schreibt: „In Jesus hat Gott uns den Blick in sein liebevolles Herz geöffnet – und deshalb haben wir allen Grund, uns weder von alltäglichen Schwierigkeiten noch von massiven Problemen unterkriegen zu lassen. Wir haben ‚einen Trost und eine Hoffnung für alle Zeiten‘, die uns niemand mehr nehmen soll. Und ‚richtig rund‘ wird es, wenn andere diese Hoffnung auch an dem ablesen können, was wir tun und wie wir reden.“


Gebet: Vater, wir legen dir die Menschen ans Herz, die sich nach Liebe sehnen, nach Geborgenheit und neuer Kraft. Lass du sie spüren, dass du in deinem Heiligen Geist eine lebendige, tatsächlich wirksame Macht bist. Öffne ihnen Wege aus der Krise, in der sie gerade stecken. Zeige uns, wo wir füreinander deine Hände und Füße sein und andere Menschen aufrichten können, die es brauchen. Amen.



Herzliche Grüße aus Sommersdorf!

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr







Mittwoch, 8. April 2015

Der Glaube ist Kinderrecht! Mittwoch, 08.04.2015

Losung: Kinder, die das Gesetz nicht kennen, sollen es auch hören und lernen, den HERRN, euren Gott, zu fürchten alle Tage.
5.Mose 31,13

Lehrtext: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.
Lukas 18,16

Liebe Losungsgemeinschaft,
wenn wir die Verse ernst nehmen, die über dem heutigen Tag stehen, dann funktioniert die Haltung nicht, die ich vereinzelt von Eltern höre: „Ich lasse mein Kind in religiösen Dingen ganz unbehelligt. Es soll dann, wenn es größer ist, sich selber damit beschäftigen und dann auch selber entscheiden, welcher Religion es angehören möchte.“
Der Lehrtext macht uns nämlich klar, dass es eben die Kindheit ist, in der ein Mensch Gott besonders nahe ist. Da ist alles noch vorstellbar, der Denkhorizont ist noch nicht von der Vernunft eingegrenzt und beherrscht, die Seele hat noch keine Narben und Wunden, die den Weg zu Gott mühsam machen könnten. Wann, wenn nicht in diesen Jahren, sollten wir sie vertraut machen mit Gott - von dem wir glauben, dass er uns geschaffen hat, dass er wie ein liebevoller Vater für uns sein möchte und unser Lebensretter im Angesicht des Todes ist? Vielleicht ist in der Vergangenheit der oben zitierten Eltern Manches schief gelaufen, so dass sie – zu Recht! - vorsichtig geworden sind damit, ihrem Kind einen Gott nahezubringen, der ‚Oberkontrolleur‘ ihres Lebens ist.
Diese Eltern machen uns mit ihren Bedenken deutlich: Es ist nicht gleichgültig, welche Vorstellung von Gott wir (unseren) Kindern weitergeben. Deshalb ist es wertvoll und wichtig, dass wir uns auch als Erwachsene immer wieder mit Glaubensfragen beschäftigen und nach Antworten suchen, die für uns in unserem jeweiligen Lebensabschnitt tragfähig sind und dass wir mit (unseren) Kindern über Gott reden. Doch Kinder ganz von Glaubensthemen fernhalten? Das halte ich für den falschen Weg. Sie haben ein Recht darauf, Gott kennen und lieben zu lernen, am Besten gemeinsam mit uns.


Gebet: Herr, du zeigst uns an Jesus Christus deutlich, dass Kinder dir am Herzen liegen und uns in ihrem unbeschwerten absoluten Vertrauen Vorbilder sein dürfen. Wie sie sich als ganz kleine Menschen voll und ganz auf uns verlassen, so können wir uns auch noch als Erwachsene auf dich verlassen. Mach uns fest in dieser Haltung unseres Herzens – und gib uns den Mut, dich (unseren) Kindern und Enkeln gegenüber im Alltag zur Sprache zu bringen. Danke. Amen.



Herzliche Grüße aus dem endlich, endlich frühlingshaften Sommersdorf!
Deine / Ihre
Elfriede Bezold-Löhr






Dienstag, 7. April 2015

Osterzeit ebl

Losung: Stricke des Todes hatten mich umfangen, ich kam in Jammer und Not. Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich! Psalm 116,3.4

Lehrtext:  Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! 1.Korinther 15,57

Liebe Leserinnen und Leser dieser Auslegungen,
heute kommen mir die zwei Verse aus der Bibel vor wie eine Klammer um die dichten Feiertage, die hinter uns liegen. Der zweite Satz aus dem 116. Psalm erscheint mir wie ein Echo auf den Gründonnerstag, als Jesus im Garten Gethsemane Gott bittet, dass er ihm die Hinrichtung ersparen möge. Die Todesstricke erinnern mich an den Karfreitag, den ‚Klage’tag, als alles zu spät war und verloren schien, als Jesus am Kreuz gestorben ist. Der Lehrtext bündelt meine Osterfreude und meine Osterhoffnung in dem begeisterten Osterappell von Paulus: „Gott sei Dank – jetzt ist für immer Osterzeit!“ Die Dinge und Menschen und Mächte, die uns Angst machen und in die Zange nehmen, haben nur begrenzt Einfluss über uns. Das gilt selbst für den Tod.

Gebet: HERR, mach unser Vertrauen in dich groß. Hilf du durch deinen guten Geist, dass all das, was von Gründonnerstag bis zum Ostermorgen passiert ist, in unserem Leben seine Spuren hinterlässt und uns prägt in dem was wir denken, was wir tun und worauf wir hoffen. Danke für deine Gegenwart. Danke, dass du lebst. „Halleluja!“ (Ist hebräisch und heißt auf Deutsch: „Lobt Gott!“ J)  Amen.

Fröhliche Ostergrüße an Sie und euch alle, ins Nachbardorf ebenso wie auf andere Kontinente!
Ihre und eure

Elfriede Bezold-Löhr







Montag, 6. April 2015

Eins zu einer Million hl

Losung:  Tausend Jahre sind vor dir, Herr, wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Psalm 90,4

Lehrtext: Christus spricht: Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offenbarung 1,17-18

Liebe Leserin, lieber Leser,

Herbert darf Gott drei Fragen stellen: "Wie lange dauert für dich eine Million Jahre?" Darauf Gott: "Nur eine Sekunde, mein Sohn." Herbert: "Wie viel ist für dich eine Million Euro?" Gott: "Nur ein Cent, mein Sohn."
Herbert: "Könntest du mir bitte dann einen solchen Cent schenken?"
Herbert kommt sich mit seinen drei Fragen ganz schön schlau vor. Ob er damit Gott überlisten kann? Doch er übersieht, dass die Rede von den 1000 Jahren und dem gestrigen Tag im heutigen Losungswort, an die er mit seinen Fragen anknüpft, nicht wörtlich zu verstehen ist. Vielmehr geht es der Bibel darum, den gewaltigen Unterschied deutlich zu machen zwischen dem Maß, mit dem Gott misst und dem, mit dem wir messen. Wir Menschen bewegen uns in einem winzigen, dreidimensionalen Raum und leben eine winzige Zeitspanne lang. Gott hingegen sprengt alle Dimensionen und ist ewig.
Manche meinen von sich, dass ihr Leben irgendwann im Sand der Bedeutungslosigkeit versickert. Ich glaube, mein Lebenslauf ist wie der kleine Bach, der durch unseren Pfarrgarten fließt und irgendwann gemeinsam mit anderen Gewässern im Meer endet. Mein kleines Leben mündet einmal im Ozean der Ewigkeit oder, mit dem Lehrtext gesagt, in Jesus Christus, dem Meer der Liebe.
Und was antwortet Gott auf die dritte Frage von Herbert? "Klar, warte eine Sekunde!"

Gebet: Herr, du bist ewig und umschließt Zeit und Raum. Aber du umgibst auch mich von allen Seiten; denn in dir wurde ich geboren, lebe ich und werde ich sterben. Was auch geschieht, ich werde nicht aus dir herausfallen, sondern bei dir bleiben, weil mich nichts von deiner Liebe trennen kann. So bleibe ich in dir und bitte dich, dass du auch in mir bleibst. Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen für die neue Woche!


Ihr / dein Hans Löhr

Sonntag, 5. April 2015

Pfarrer hält Reichtum für Kernproblem der Kirche

Nürnberger Nachrichten, Osterausgabe 2015, Seite 3

Mittelfränkischer Ruhestands-Theologe Hans Löhr findet: Üppige Steuereinnahmen lähmen jede Veränderung

VON MICHAEL KASPEROWITSCH

Das deutsche System der Kirchensteuer spült Katholiken und Protestanten bundesweit derzeit etwa je fünf Milliarden Euro in die Kasse. Ein mittelfränkischer Ruhestandspfarrer hält diesen Reichtum für schädlich.
BURGOBERBACH – Es sind offenbar gründlich gewogene Worte zum Abschied aus dem Pfarramt. Sie münden in eine Fundamentalkritik an der eigenen Landeskirche.
40 Jahre stand Hans Löhr als Theologe in ihren Diensten, als Vikar in Erlangen, als Pfarrer in Röthenbach an der Pegnitz, Studentenseelsorger in München und zuletzt über 13 Jahre in der ländlichen Pfarrei Sommersdorf-Burgoberbach und Thann (Kreis Ansbach). Einige Jahre war er Mitglied der Landes- sowie der EKD-Synode. Die Leidenschaft für grundlegende Veränderungen scheint ihm nicht abhandengekommen zu sein.
Im letzten Gemeindebrief, den Löhr verantwortete, zählt er neben der traditionellen Gemeindearbeit all die eigenen Anstrengungen gegen den “Niedergang der Kirche” auf. “Wir wollten den nicht achselzuckend hinnehmen”, heißt es da. Alternative Gottesdienstformen mit Hunderten von Besuchern gehörten dazu, neue erfolgreiche Angebote für Kinder, ein moderner Internetauftritt, Bibelauslegungen per E-Mail oder in einem Glaubens-Blog. Man habe damit bei Gläubigen großen Anklang gefunden.
Das lange Leiden des Theologen an der stetig nachlassenden Kirchenbindung der Menschen hat das allerdings kaum gelindert. “Wie die meisten Kollegen habe ich die Entwicklung lange als Zeiterscheinung hingenommen, gegen die man wenig ausrichten könne.” Später sei er zunehmend kirchenkritischer geworden. Löhr schreibt den Spitzenprotestanten “Versagen bei der Glaubensvermittlung” ins Stammbuch. Es gehe grundsätzlich viel zu wenig um die Suche nach Angeboten, welche die Kirchenmitglieder auch nachfragten.
Dann kommt Löhr auf den Punkt: “Unser größtes Problem als Kirche ist das viele Geld.” Die Kirchensteuereinnahmen seien ebenso außergewöhnlich hoch wie die Zahl der Kirchenaustritte. Und über 80 Prozent der verbleibenden Mitglieder teilten den von der Kirche vermittelten Glauben nicht mehr, hält Löhr in einer ergänzenden Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung fest. “95 bis 99 Prozent der Gläubigen bleiben dem traditionellen Kirchengottesdienst fern.”
Wie Dagobert Duck
In der gesamten Kirchenhierarchie vom Landesbischof bis zum einzelnen Kirchenvorstand müssten seiner Auffassung nach deshalb die Alarmglocken schrillen. Aber Löhr vernimmt nur “ein leises Bimmeln, weil das viele Geld alles erstickt”. Die Kirche bade darin wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher. Die Finanzmittel erlaubten es, viele Menschen anzustellen, Immobilien zu unterhalten oder “Gräber der Propheten zu tünchen”. Kindergärten und soziale Einrichtungen würden damit nur zum geringen Teil finanziert. Das Geld dafür komme meist vom Staat und damit von allen Steuerzahlern, ob sie nun Mitglied der Kirche sind oder nicht. Der Kirchenapparat “bestätigt sich seine Bedeutung ständig selbst und schwebt über den Ortsgemeinden”, klagt Löhr. Das Geld für die “schöne Fassade” lähme jeden Veränderungsimpuls.
Der Theologe wolle seine Kirche nicht in Grund und Boden verdammen, er verdanke ihr schließlich viel. Mit dazu gehört sicher das stattliche Gehalt für Vollzeit-Gemeindepfarrer – Löhr teilte sich die letzte Stelle mit seiner Frau – mit über 5000 Euro brutto in der letzten Stufe. Über 70 Prozent davon bleiben als Rente. Aber er beharrt darauf, dass die Kirche nicht so bleiben dürfe, wie sie ist. Ihm sei dabei schon klar, dass dies mit weniger Kirchenpersonal und niedrigeren Pfarrergehältern verbunden sei.
Eine düstere Prognose
Dass seine Kirche genug Kraft für Veränderungen hat, bezweifelt der erfahrene Pfarrer. Es fehle der Innovationsdruck, der Unternehmen zur Umkehr zwinge, wenn die Nachfrage der Kunden sinkt und die Kosten steigen. “Genug Geld ist ja da.” Löhrs Prognose ist in dieser Situation hoffnungsvoll-düster: “Es werden Zeiten kommen, in denen die Kirche neue Wege gehen muss.”
Ins Gericht geht er dabei direkt mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Dieser bezeichnet das Kirchensteuersystem stets als Segen, damit die Kirche ihren Auftrag erfüllen könne. Für Löhr drängt sich da die Frage auf: Warum verliert die Landeskirche dann in großem Umfang Mitglieder, wenn der Auftrag doch lautet, mehr Menschen für die gute Nachricht von Jesus zu gewinnen?

Nur Gott darf wecken. Osternacht 2015 hl

05:15 Uhr: Wachfeuer vor der Kirche
05:30 Uhr: Beginn der Osternacht

[Atemgeräusche (Kirche dunkel)] 
„Oskar, mein Kind, schläfst du?“

[Atemgeräusche]
„Lass ihn schlafen; komm wir gehen mal vor die Tür. Die Nachtschwester hat uns Kaffee gemacht.“

Zehn Jahre ist Oskar alt. Doch er sieht jünger aus, wie er so ohne Haare in den Kissen liegt, klein und zerbrechlich. Er schläft. Ob er träumt? (Pause)
Oskar hat Leukämie. Seine Eltern haben Angst vor Oskars Tod. Sie haben Angst, dass er ihnen ansieht, dass sie Angst haben.  
Wie eine Mauer steht die Angst zwischen ihnen und ihrem Kind. Das ist schlimm, für Oskar und für sie.
Doch eines Tages kommt Oma Rosa in sein Krankenzimmer.
Oskar nennt sie so, weil sie eine ältere Dame ist und die rosa Bluse des Besuchsdienstes vom Krankenhaus trägt.
Aber er nennt sie vor allem "Oma
 Rosa", weil sie der Mensch ist, den er jetzt braucht.

Oma Rosa druckst nicht herum. Sie findet für Oskar die richtigen Worte und sie hört Oskar zu. Auch der Tod ist kein verbotenes Thema zwischen den beiden.
So kommt es ganz schnell, dass Oskar Oma Rosa lieb gewinnt - und umgekehrt.
Und bei so viel Liebe ist dann irgendwann kein Platz mehr für die Angst.
Jetzt wird gelebt – jeder Tag vor Oskars Tod wird voll und prall gelebt mit Geschichten und Spielen, mit Reden und Schweigen, mit Lachen und - Liebe.
Dann rückt Oma Rosa mit einer Idee raus:
„Oskar“, sagt sie „wie wäre es, wenn du dem lieben Gott einen Brief schreiben würdest?“

Oskar versucht es: Er schreibt Briefe an Gott, alles, was ihm passiert und was er auf dem Herzen hat,
und legt sie auf den Nachttisch.
Denn Oma Rosa hat gesagt, dass Gott Besuche macht.
"Er hat allerdings seine besondere Art, Besuche zu machen.“ Sagt sie. „Er besucht dich in Gedanken. In deinem Geist.
Du wirst sehen: Seine Besuche tun sehr gut."
‚Das gefällt mir‘, denkt Oskar, ‚das finde ich bärenstark‘.

Warum ich Euch das alles erzähle?
Ich meine, Oskar ist auf dem Weg zum Himmel, weil der Himmel zu ihm kommt, jetzt schon, vor seinem Tod,
und er kommt immer wieder zu ihm, der Himmel, auf erstaunliche Weise.
Nehmen wir Oma Rosa:
Das ist eine alte Frau mit einem Herzen aus Gold – die ist zu Oskar gekommen. Die hat ihm der Himmel geschickt. Das glaube ich.

Oma Rosa liebt den kleinen sterbenden Jungen,
das ist wie ein warmer Ofen voller Liebe.
So bringt sie Gott ins Spiel.
Sie bringt ihn ins Krankenzimmer,
in die Gedanken, in das Herz des kleinen Oskar.
Immer wieder kommt Gott nun zu Besuch, findet Oskar.
Das kommt, weil Oskar ihm schreibt, an ihn denkt, mit ihm redet.
Gott zusammen mit Oma Rosa, so kommt der Himmel zu Oskar.

Wie ist das bei dir? Kommt der Himmel auch zu dir, wenigstens ab und zu?
Auch wir hier singen gemeinsam Lieder, die uns Jesus nahe bringen, unser Gebet verbindet uns mit Gott,
wenn wir von ihm sprechen ist er bei uns und redet mit uns dujrch sein Wort oder eine Predigt,
und wenn wir euch nachher segnen, dann ist es in Wahrheit Gott, der Euch in den Arm nimmt wie eine Mutter, um euch zu zeigen:
Hab keine Angst, ich bin ja da!.

Auch so besucht uns Gott, dich und mich. Ihr merkt schon: Oma Rosa hat Recht:
Das tut so gut, wenn Gott uns besucht.
Da spürst du endlich mal wieder, wie sich Geborgenheit anfühlt,
wie es ist, einmal frei zu sein von deinen Sorgen und innerlich so wunderbar leicht,
weil nichts Schweres auf dir liegt.
Da ist dann ein Stück Himmel bei dir und bei mir, und manchmal spüre ich schon die Sehnsucht, dass es immer so wäre, immer so frei und leicht
und denke, ob diese wunderbaren Erlebnisse mich nicht vorbereiten auf den ganzen Himmel, der einmal für mich kommen wird ...

[Atemgeräusche… Ein letzter tiefer Atemzug. Hand-Kerze wird ausgeblasen. (Kirche wieder dunkel; Pause)]

Oskars Eltern und Oma Rosa haben ihren Kaffee ausgetrunken. Leise öffnen sie die Tür zu seinem Zimmer. Es ist ganz still.
„Oskar, schläfst du? (Pause, dann lauter), Oskar?, Oskar! O Gott, schnell einen Arzt!“
„Nein“, sagt Oma Rosa, „jetzt keinen Stress. Oskar ist eingeschlafen, für immer. Lassen wir ihm seinen Frieden. Aber eine Kerze wäre jetzt schön.“
Die Nachtschwester bringt eine Kerze. Als sie sie auf den Nachttisch stellt, sieht sie einen Zettel. Darauf hat Oskar vor seinem Tod mit krakeliger Schrift geschrieben:

»Nur der liebe Gott darf mich wecken.« (Pause)

MV [mit brennender Osterkerze am hinteren Kircheneingang]: „Christus, Licht der Welt!“
HL: „Dank sei Gott!“  (leise)
MV [im Mittelgang (etwas lauter)]: „Christus, Licht der Welt!“
HL [etwas lauter und mit anderen zusammen]: „Dank sei Gott!“
MV [vorne am Altar zur Gemeinde (laut)]: „Christus, Licht der Welt!“
HL [und alle]: „Dank sei Gott!“
[Osterkerze auf Ständer vor dem Altar, MV und HL zünden Altarkerzen an und reichen das Licht in der ersten Bank weiter. Gleichzeitig: Zwei MA geben Licht nach erstem Drittel, zwei weitere MA nach zweitem Drittel weiter. Währenddessen singt HL:]

Lied: EG 697 „Meine Hoffnung und meine Freude“ [(beim ersten Mal eher leise). Ab dem zweiten Mal Textprojektion. Alle singen mit. Mehrmals. Kronleuchter wird angezündet.]

HL: Vielleicht fragt ihr:  Warum musste das Kind sterben? Ich weiß es nicht. Doch wenn ihr fragt: Wozu hat Oskar denn gelebt, diese zehn Jahre?
Dann will ich euch sagen, was ich insgeheim denke: Um dem Himmel näher zu kommen,
dem Himmel, den ihm Oma Rosa und Gott gezeigt haben.
Und noch etwas:
Ich glaube, dass Oskar auch für Oma Rosa gelebt hat.
Denn bei ihm in seinem Krankenzimmer, da hat die alte Frau gelacht, geweint und geliebt;  und sie hat Gott gespürt - alles durch Oskar.
So haben sie sich gegenseitig ein Stück vom Himmel geschenkt.
Das ist es, wozu wir leben, meine Lieben,
ob viele oder nur wenige Jahre:
Um einander ein Stück vom Himmel zu schenken.
Denn Jesus sagt: "Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt." Johannes 11, 25

Lied EG 556,1-4 „Die Sonne geht auf: Christ ist erstanden“

MV: Lesung Lukas 24
1 Ganz früh am Sonntagmorgen gingen die Frauen mit den wohlriechenden Ölen, die sie zubereitet hatten, zum Grab. 
2 Der Stein, mit dem man es verschlossen hatte, war zur Seite gerollt. 
3 Als sie die Grabhöhle betraten, fanden sie den Leichnam Jesu, des Herrn, nicht. 
4 Verwirrt überlegten sie, was sie jetzt tun sollten. Da traten zwei Männer in glänzend weißen Kleidern zu ihnen. 
5 Die Frauen erschraken und wagten nicht, die beiden anzusehen. "Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten?", fragten die Männer. 
6 "Er ist nicht hier; er ist auferstanden! Denkt doch daran, was er euch in Galiläa gesagt hat: 
7 'Der Menschensohn muss den gottlosen Menschen ausgeliefert werden. Sie werden ihn kreuzigen, aber am dritten Tag wird er von den Toten auferstehen.'" 
8 Da erinnerten sich die Frauen an diese Worte Jesu. (MV nimmt Platz)

HL:  „Nur der liebe Gott darf mich wecken.“ Hatte Oskar vor seinem Tod auf den Zettel geschrieben –
So, liebe Freunde, möchte ich auch sterben können, so voll Zuversicht, dass Gott mich wecken wird, wenn es an der Zeit ist, 
so wie er Jesus geweckt hat, als es an der Zeit war.
 
Und deshalb feiern wir Ostern,
 
heute und immer wieder, Jahr für Jahr,
 
damit unser Glaube wächst, unser Vertrauen auf Gott,
 
der uns wecken wird, dich und mich.
 
Und wenn wir dann die Augen aufschlagen,
 
sehen wir sein Gesicht, strahlend vor Liebe und Glück,
 
weil wir daheim sind - für immer, frei und leicht. 
Darum durfte nur Gott den kleinen Oskar wecken und deshalb darf auch nur er das bei uns tun, er allein, der Vater im Himmel  – wenn es soweit ist. Amen

Lied EG 112, 1-2"Auf, auf, mein Herz, mit Freuden"

MV: Durch den Glauben kommt Licht in unsere Welt und in unser Leben. Wenn es in uns und um uns finster geworden ist, dann ist Gott unser Licht, er, der am Anfang der Schöpfung sagt: „Es werde Licht!“ Und siehe, es ward Licht.
In der Heiligen Schrift, im Buch der Psalmen bekennen Menschen und wir mit ihnen: »Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?«
Und Christus sagt: »Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, bleibt nicht in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.«
HL: Lasst uns darauf antworten mit dem Bekenntnis unseres Glaubens und gemeinsam sprechen:

Alle: „Ich glaube an Gott, den Vater, den …“

Lied EG 116, 1-5 „Er ist erstanden, Halleluja“

HL: »Nur der liebe Gott darf mich wecken« – so hatte es Oskar bestimmt. So gilt es für jeden der getauft ist und glaubt.
Durch die Taufe sind wir mit dem Sterben Jesu verbunden und werden, wie er, von Gott geweckt zum ewigen Leben. (Römer 6)
Darum lade ich euch ein, dass ihr euch hier vorne mit einem Kreuz aus Taufwasser in die Hand segnen lasst. Das soll euch im Glauben stärken und vor allem Bösen bewahren.

MV / HL: [Segenshandlung jeweils mit einer Taufkanne. Sie zeichnen den Gläubigen ein Wasserkreuz in die Hand und sagen:]
»Es segne dich der dreieinige Gott mit Gesundheit, Freude und Zuversicht!« (oder ein ähnliches Segenswort)
HL: Gebet
HL: Schluss-Segen und
FROHE OSTERN!

Lied: EG 100, 1-5 "Wir wollen alle fröhlich sein" 
[Halleluja nach dem ersten und dem letzten Vers

Einladung zum Osterfrühstück]


Nach einer Erzählung von Éric-Emmanuel Schmitt und Predigtideen von Pfarrer Lars Prüßner. Neufassung, Ergänzungen, Dramaturgie und Konzeption: Hans Löhr.

Samstag, 4. April 2015

Erwählt zum Dienen hl

Losung: Du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott, und der HERR hat dich erwählt, dass du sein Eigentum seist, aus allen Völkern, die auf Erden sind. 5.Mose 14,2

Lehrtext: Jesus sprach: Der Vater hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater. Johannes 16,27-28

Liebe Leserin, lieber Leser,

sind Sie / bist du etwas Besonderes? Du darfst jetzt ruhig ja sagen, es hört dich ja keiner. Und du hast ja auch recht damit. Du bist einzigartig und allein deswegen schon etwas Besonderes. Aber das gilt für alle anderen auch. Gibt es sonst etwas, was dich von anderen unterscheidet und zu einem besonderen Menschen macht? Vielleicht kannst du auch diese Frage mit Ja beantworten.
Ich meine, wer glaubt, dass Gott ihn persönlich kennt, mehr noch, dass er ihn liebt (erwählt hat), ist schon etwas Besonderes. Denn so viele Menschen sind es nicht, die das glauben dürfen. Doch darauf kannst weder du noch ich mir etwas einbilden. Denn dass Gott sich dir und mir zuwendet, ist reine Gnade. Von uns aus gesehen gibt es dafür keinen Grund. Wir sind für ihn nicht liebenswürdiger als andere. Und doch hat er uns die Gnade geschenkt, zu glauben. Warum? Das weiß nur er allein. Jedenfalls haben wir keinen Grund, uns deswegen über andere zu erheben. Im Gegenteil, wer von Gott erwählt ist und geliebt wird, ist dazu erwählt, anderen zu dienen. Aber das ist kein „Muss“, keine Gegenleistung, kein notwendiges Übel. Die Fähigkeit und die Bereitschaft, anderen zu dienen, gehört zum Besten und Edelsten, was in einem Menschen sein kann. Sie erst macht uns menschlich und in gewisser Weise sogar göttlich, weil Gott selbst uns dient in seinem Sohn Jesus Christus.
Er hat uns mit seinem Leben, ja sogar mit seinem Sterben gedient und so den Himmel aufgeschlossen. Darum krönt ihn auch Gott mit einem Leben in Herrlichkeit. Morgen, am Ostersonntag, ist dieser „Krönungstag“, den wir alljährlich feiern. Und auch wenn Jesus in sichtbarer Gestalt die Welt verlassen hat (Lehrtext), so bleibt er doch mit seinem Geist der Liebe unter uns und in uns, solange wir uns an ihm orientieren und für andere da sind.

Gebet: Herr, die Mächtigen dieser Welt wollen über andere Menschen herrschen. Du aber, der Allmächtige, willst uns dienen. Du tust das, weil du uns liebst und nicht willst, dass wir verloren gehen weder im Leben noch im Sterben. Amen

Herzliche Einladung zur Osternacht und den anderen Ostergottesdiensten am Ostersonntag.


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 3. April 2015

Sich selbst treu sein hl

Losung: Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben. 1.Mose 24,56

Lehrtext: Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz! Matthäus 27,39-40

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie möchten / du möchtest integer sein, also treu gegenüber dir selbst, treu gegenüber deinem höchsten Prinzip (Wert, Ideal). Ein Mensch ist dann integer, so sagt man, wenn seine tatsächliche Lebenspraxis mit seinen Prinzipien (Werten, Idealen,) weitgehend übereinstimmt. Integrität heißt dann, dass man sich an Prinzipien orientiert, nicht an Menschen, Organisationen und auch nicht an der Familie.
Ist das wirklich so? Steht die Treue zu den eigenen Prinzipien über der Verbundenheit (Loyalität) mit anderen, auch mit der eigenen Familie? Nun, wenn beispielsweise die Tochter ihre Lehrerin doof findet, darf ich ihr nicht folgen, falls es zu meinen Prinzipien gehört, über Lehrer und andere nicht herzuziehen.
Ein Mensch, der integer ist, ist vertrauenswürdig, verlässlich. Einer aber, der sich von den Meinungen anderer abhängig macht und sozusagen sein „Mäntelchen nach dem Wind hängt“, macht sich höchstens kurzfristig beliebt, verliert aber schon bald das Vertrauen und Ansehen seiner Mitmenschen.
Für Menschen, die glauben, ist Gott das höchste Prinzip (das höchste Ideal oder der höchste Wert), dem sie treu und verlässlich sind. In der heutigen Losung bleibt der Diener Abrahams, der für dessen Sohn Isaak eine Braut finden soll, Gott gegenüber treu. Als es ihm gelungen war, die schöne Rebecca für den Isaak zu gewinnen, spürt er, dass Gott ihm zu seiner Reise Gnade gegeben hat. Und so lässt er sich von seinem Auftrag nicht abbringen und kehrt mit der Braut auf kürzestem Weg zu Abraham zurück, obwohl Rebeccas Familie die Tochter gerne noch ein paar Tage bei sich gehabt hätte.
Im Lehrtext für den Karfreitag aus dem Neuen Testament geht es um die Integrität Jesu. „Steig herab vom Kreuz, wenn du Gottes Sohn bist“ sagen die, die ihn verspotten. Und in der Tat, als Gottes Sohn wäre es ihm möglich, vom Kreuz herab zu steigen und einen anderen, bequemeren, schmerzfreien Weg zu gehen. Aber Jesus lässt sich weder von seiner Mutter (Markus 3,31-35 und Matthäus 12,48) und seiner Familie vom Weg abbringen noch von seinen Gegnern. Er bleibt Gott treu und uns. Er bleibt seiner 'Mission' treu, indem er seinen Weg bis in den Tod zuende geht. Und damit bleibt er sich selbst treu.
Heute, am Karfreitag, feiern wir diese Treue (Integrität) Jesu, durch die er dich und mich für Gott gewonnen hat, auf dass wir selbst in Schuld und Tod nicht mehr verloren gehen.
Ja, jeder von uns möchte gern integer sein, möchte, dass sein Reden und Handeln mit seinen innersten Überzeugungen und Werten übereinstimmt. Doch ich muss mich immer wieder dafür entscheiden, jeden Tag. Ich möchte mir selbst und Gott treu sein. Immer gelingt mir das nicht. Das gelang nur Jesus, durch dessen Tod am Kreuz mir Gott mein Versagen vergibt.

Gebet: Herr Jesus, dein Kreuz ist für mich das Zeichen, dass du mir treu bist und bleibst. Darum verlasse ich mich auf dich. Gib mir die Kraft, auch dir treu zu sein. Gib mir die Kraft, dass ich mir selbst treu sein kann, unbeirrt von allem, was andere meinen. Amen

Herzliche Grüße und einen gesegneten Karfreitag!

Ihr / dein Hans Löhr

Donnerstag, 2. April 2015

Von Gott getröstet hl

Losung: Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Jesaja 40,1

Lehrtext: Kommt, denn es ist alles bereit! Lukas 14,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

vorgestern hat „Niklas“ mich in München festgehalten, sodass ich nicht mehr nach Hause kam und die Losungsauslegung für den 1. April schreiben und versenden konnte. Das Gute an dem Orkan war, dass er uns mit all unserer Technik die Grenzen unserer Möglichkeiten aufzeigte. Wir Menschen haben längst nicht alles im Griff – am wenigsten uns selbst.
Heute ruft Gott mit dem Losungswort dazu auf, sein Volk, die Einwohner Jerusalems zu trösten. Das war schon vor über zweieinhalb 1000 Jahren nötig. Das ist auch heute noch so. Nach wie vor regiert die Gewalt in Jerusalem, und seine Bewohner, ob Muslime, Juden oder Christen, leiden. Doch Gottes Trostwort gilt jedem, der zu seinem Volk gehört, jedem, der ihm vertraut sei es in Jerusalem oder in Berlin oder in Sommersdorf. Er sagt: »Nun habt ihr genug gelitten. Die schreckliche Zeit ist vorbei!«
Nicht jeder, der das jetzt liest, braucht Trost. Aber wohl jeder von uns hat schon einmal eine schreckliche Zeit durchgemacht oder steckt gerade mitten drin. Da kann es dann sein, dass du meinst, sie gehe nie wieder vorbei und das Leiden sei endlos. Aber Gott zeigt auch einer bösen Zeit ihre Grenzen auf und zählt auch die leidvollen Stunden.
Im Zusammenhang mit unserer Losung sagt er noch diesen Satz: „Die Schuld ist beglichen!“ Wer jemals ein größeres Darlehen abzahlen musste, weiß, wie gut es tut, wenn die Schulden endlich beglichen sind. Aber es gibt Schuld, die kann man nicht mit Geld abbezahlen. Ich denke, jeder von uns bleibt Gott und seinen Mitmenschen und auch sich selber immer etwas schuldig. Bei mir ist das jedenfalls so. Und darum bin ich froh, wenn auch diese Schuld beglichen wird.
Am deutlichsten spüre ich das, wenn mich Jesus an seinen Tisch einlädt, wenn er sagt „Komm, denn es ist alles bereit!“ (Lehrtext), und ich dann das Brot gegen die Schuld essen und den Wein der Versöhnung trinken kann. In dieser Karwoche gibt es viele Gelegenheiten, zum Abendmahl zu gehen, zu beichten und sich die Schuld vergeben zu lassen. Überlege doch mal, ob das nicht auch etwas für dich wäre. Ich bin überzeugt, das würde dir gut tun.

Gebet: Herr, manchmal bin ich untröstlich und kein Menschenwort kann mir helfen. Aber dann sprichst du zu mir durch ein Lied, durch das Wort der Bibel, durch Brot und Wein des Abendmahls. Und dann spüre ich, dass du mich wieder herausholst aus meinem Tief und neuen Lebensmut schenkst. Amen

Herzliche Grüße

Ihr /dein Hans Löhr

Dienstag, 31. März 2015

Vom Licht durchleuchtet hl

Losung: Weh denen, die mit ihrem Plan verborgen sein wollen vor dem HERRN und mit ihrem Tun im Finstern bleiben und sprechen: »Wer sieht uns, und wer kennt uns?« Jesaja 29,15

Lehrtext: Beteiligt euch nicht an den fruchtlosen Werken der Finsternis, sondern deckt sie auf! Alles aber, was aufgedeckt wird, wird vom Licht durchleuchtet. Epheser 5,11.13

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Lügen haben kurze Beine« sagt man und meint damit, dass man mit Lügen nicht weit kommt. Einmal kommt die Wahrheit doch ans Licht, auch wenn das manchmal lange dauern kann. Das gilt in Ehe und Familie, am Arbeitsplatz oder auch in der großen Welt der Politik. All die großen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die im letzten Jahrhundert von den Türken an den Armeniern, von den Nationalsozialisten in den Vernichtungslagern, von der japanischen Armee in den von ihr besetzten Gebieten, von den Kommunisten in der Sowjetunion, in China und Kambodscha, von den Amerikanern in Vietnam, von den Militärdiktaturen in Chile und Argentinien und neuerdings von den Terrorbanden ‚Islamischen Staat‘ und ‚Boko Haram‘ in Nigeria verübt worden sind, – alle diese Verbrechen sind inzwischen ans Licht gekommen. Den Millionen von Opfern hilft das nicht mehr. Aber, so frage ich mich und auch Sie / dich: Ist es nicht ein Wunder, dass in der langen Leidensgeschichte der Menschheit die Finsternis nicht für immer triumphiert hat, sondern immer wieder dem Licht der Wahrheit weichen muss? Dass die Folterungen von Wehrlosen in Abu Ghraib und Guantanamo nicht geheim geblieben, sondern öffentlich geworden sind?
Mir sind alle Aktivitäten, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen, auch die der Geheimdienste egal in welchem Land, verdächtig. Und ich freue mich, dass es so mutige Männer wie Edward Snowden gibt, die deren finsteren Machenschaften aufdecken (Lehrtext).
Aber was im Großen gilt, gilt eben auch im Kleinen. Ich muss mich immer wieder selbst fragen, ob alles, was ich fühle, denke und sage vor Gott Bestand hat. Mit seinem Blick durchleuchtet er auch mein Herz, aber nicht, um mir ein schlechtes Gewissen zu machen oder mich zu bestrafen. Vielmehr führt er mich so aus meiner Finsternis heraus in sein Licht. Er macht mir Mut für ein Leben in Wahrheit und Klarheit wie es die führen sollen, die zu ihm gehören.

Gebet: Herr, hilf mir gegen die Mächte der Finsternis, die mich von innen angreifen, dass ich mich ihrer erwehren und in deinem Licht leben kann. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr

Montag, 30. März 2015

Beschenkt aus Freude hl

Losung: Sieh nun herab von deiner heiligen Wohnung, vom Himmel, und segne dein Volk Israel.
5.Mose 26,15

Lehrtext: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk. Lukas 1,68

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie war das in Ihrer / in deiner Kindheit? Hat man damals ab und zu gesagt: ‚Wenn du brav bist, dann bekommst du dies oder das.‘? ‚Wenn du eine gute Note schreibst, dann schenke ich dir was.‘? Nun gut, unter uns Menschen ist so etwas ziemlich normal. Unsere Gesellschaft funktioniert nach dem Prinzip: ‚Wenn du etwas leistest, wirst du auch belohnt.‘
Doch wie ist das zwischen Gott und dir? Im heutigen Losungswort klingt jenes Prinzip an. Die Israeliten sagen: ‚Ich habe alles getan, was du mir geboten hast. Darum … segne dein Volk Israel.‘ Hast du Gott gegenüber eine ähnliche Einstellung, wenigstens ein kleines bisschen? Denkst du vielleicht manchmal: „Herr, ich war doch erst im Gottesdienst und ich hab diese Woche jeden Tag gebetet und für meine Nachbarin habe ich auch eingekauft – sei du nun so gut und erfülle mir diesen oder jenen Wunsch.“? Du wärest mit einer solchen Einstellung nicht allein. Nicht wenige Christen denken so. In vielen Religionen gilt das gleiche Prinzip.
Doch im Neuen Testament wird dieses Prinzip auf den Kopf gestellt. Da spricht Jesus vom „gnädigen Gott“, von seinem und deinem Vater im Himmel, der dich beschenkt, ohne dass du dafür zuvor etwas leisten musstest. Darum, dass er sich dir zuwendet (= Gnade), kannst du ihn nur bitten. Aber du kannst dir seine Gnade weder erkaufen noch verdienen. Das Einzige, was er von dir erwartet, ist, dass du ihm vertraust. Rechne fest damit, dass Gott sich auch dir zuwendet, selbst wenn du das im Augenblick vielleicht nicht spürst. Aber während du auf der Bühne des Lebens noch mit Problemen zu kämpfen hast, arbeitet Gott bereits hinter den Kulissen daran, dass die Sache gut für dich ausgeht. Er setzt sich für dich ein. Jetzt in diesem Augenblick. Nimm es an und lass ihn wirken.
Die Bibel sagt: Er hat dich längst aufgesucht und aus der Macht des Bösen befreit (Lehrtext). Er hat das nicht nur für das Volk der Israeliten vor 2000 Jahren getan, sondern tut das heute auch für dich, weil auch du zu seinem Volk gehörst wie jeder, der ihm vertraut. Er hat das getan, als er in Jesus auf die Erde gekommen ist. So begegnet dir der allmächtige und unfassbare Gott auf menschliche Weise, damit du eine persönliche Beziehung zu ihm haben kannst.

Gebet: Ja, Herr, immer wieder bitte ich dich um deine Hilfe. Und wie oft hast du mir nicht schon geholfen noch bevor ich dich gebeten hatte. Du schenkst mir das gute Gefühl, dass du für mich da bist in guten und in schlechten Zeiten. Und das einfach nur deshalb, weil du es so willst; weil es dir Freude macht, mich zu beschenken, ohne dass ich das verdient habe. Dafür lobe und preise ich dich, vor allem für Jesus, durch den du mir deine Liebe und meinen Glauben schenkst. Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen in der neuen Woche!


Ihr / dein Hans Löhr

Sonntag, 29. März 2015

Wunder über Wunder hl

Losung: Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. Jesaja 45,12

Lehrtext: Wir haben nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm. 1.Korinther 8,6

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Ich habe die Erde gemacht und den Menschen…“ – wer sonst? Manche meinen, die Natur. Aber wer oder was ist schon die Natur? Kann das jemand genau sagen? Oder die Naturgesetze. Aber haben die sich selbst geschaffen? Oder war alles nur Zufall? Seriöse Naturwissenschaftler, die nicht gläubig sind, sagen wenigstens: Wir wissen nicht, wer die Erde gemacht oder den Menschen geschaffen hat. Wir wissen nur, dass  alles aus einander hervorgegangen ist und zusammenhängt. Was jetzt ist, hat mit dem Anfang des Universums vor 14 Milliarden Jahren zu tun. Und wir Menschen sind Staub von längst erloschenen Sternen, sind „Kinder des Weltalls“. Das ist wohl richtig und lässt mich um so mehr staunen über den, der das alles gemacht hat.
Unter Christen gibt es Streit, wie Gott das gemacht hat. In sechs Tagen durch sein Wort oder mit der Hand oder mit den Gesetzen der Evolution? Für mich ist da kein Widerspruch. Für mich ist wichtig, dass diese Welt seine Welt ist und nicht das Produkt eines kalten Zufalls oder einer bösen Macht. Ich kann mich in Gottes Welt zuhause fühlen, ich begreife mich als sein Geschöpf, mehr noch, als sein Kind und ich danke ihm für die zahllosen Wunder am Himmel und auf der Erde, auf die mich nicht zuletzt die Naturwissenschaften aufmerksam machen.
Ich danke ihm aber vor allem, dass er mich zu ihm hin geschaffen hat (Lehrtext). Ich gehöre ihm in Zeit und Ewigkeit. Das ist meine Bestimmung. Das gibt meinem Leben Sinn.

Gebet: Herr, wenn ich über deine großen Taten nachdenke, komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich selbst bin ja, wie meine Mitmenschen, ein Wunder aus deiner Hand mit meinem Gehirn, den Organen und Zellen; mit meinen Gefühlen und Gedanken, mit meinen Sinnen und meinem Verstand. Darum will ich dich mit meinem Leben preisen und dir als dein Kind Ehre machen. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Samstag, 28. März 2015

Wie der Glaube lebt hl

Losung: Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. Psalm 40,2

Lehrtext: Auf Gott haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns auch in Zukunft retten. 2.Korinther 1,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Glaube lebt in der Gegenwart aus der Vergangenheit für die Zukunft. So verstehe ich kurz und knapp die beiden heutigen Bibelworte. Heute will ich glauben, hoffen und vertrauen können. Was nützt es mir, wenn ich es gestern konnte, aber heute nicht mehr? Dann habe ich mit dem Glauben auch meine Sicherheit und den inneren Frieden verloren, den Gott mir durch den Glauben schenkt. Und doch lebt der Glaube aus der Vergangenheit. Es hilft mir für den Glauben, dass Gott mir gestern geholfen hat (Losung). Das bestärkt mich im Vertrauen, dass er mir auch heute hilft und in der Hoffnung, dass das auch morgen so bleibt. (Lehrtext)

Gebet: Herr, sooft habe ich schon deine Hilfe erfahren. Meistens war mir gar nicht bewusst, vor welchen Gefahren du mich behütet hast, wenn ich unterwegs war oder krank. Aber weil du es bist, du allein, der mich all die vielen Jahre durch gute und schlechte Zeiten gebracht hat, durch Not, Krankheit und Gefahr, darum bin ich dir von Herzen dankbar. Darum vertraue ich aber auch, dass du mich auch gut durch diesen Tag bringst und hoffe, dass du mir auch morgen helfen wirst. Ich bitte darum nicht nur für mich allein, sondern auch für meine Angehörigen und Freunde und ebenso für alle, mit denen ich mich schwer tue. Amen

Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende!


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 27. März 2015

Fürsprecher gesucht hl

Losung: Das Volk kam zu Mose und sie sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir gegen den HERRN und gegen dich geredet haben. Bete zum HERRN, damit er uns von den Schlangen befreit. Und Mose betete für das Volk. 4.Mose 21,7

Lehrtext: Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. 1.Johannes 2,1

Liebe Leserin, lieber Leser,

Lehrerkonferenz. Es geht um die Versetzung von Mariana aus der Klasse 10 b. Das Notenbild spricht eher dafür, dass sie die Klasse wiederholen muss. Vor der Abstimmung im Kollegium fragt der Oberstudiendirektor, ob sich noch jemand zu Wort melden möchte. Eine junge Studienrätin hebt die Hand. Sie schildert in ruhigem Ton, weshalb sie die Versetzung befürworte. Sie verweist auf Marianas schwieriges familiäres Umfeld und ihre krankheitsbedingten Fehlzeiten. Sie spricht von der erkennbaren Mühe, die sich die Schülerin in den letzten Monaten gegeben habe, die Wissenslücken zu schließen. Ihre Fürsprache rettet Mariana. Mit knapper Mehrheit spricht sich das Kollegium für die Versetzung aus.
Im heutigen Losungswort geht es nicht um eine Versetzung, sondern um Leben und Tod; im Lehrtext um Gottes Vergebung. Mose ist tot. Er fällt für mich als Fürsprecher aus. Jesus lebt. Seinetwegen kann ich beten: „Vater im Himmel, vergib mir Jesus zuliebe meine Schuld.“ Ich vertraue darauf, dass das auch geschieht und er mir mein Fehlverhalten  nicht nachträgt. So gehe ich unbelastet in den neuen Tag mit einer neuen Chance, die Gott mir gibt.
Von Mose und Jesus lerne ich, dass ich nicht nur Fürsprecher brauche, sondern, so wie jene Lehrerin, selbst Fürsprecher sein soll für diejenigen, die einen nötig haben.

Gebet: Herr, wie gut tut es mir, dass du mein Fürsprecher bist. Ich kann mich ja bei Gott nicht selbst rechtfertigen, sondern bin darauf angewiesen, dass du mein Verhältnis zu ihm wieder in Ordnung bringst. Danke!

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Donnerstag, 26. März 2015

Mut zum Reden hl

Losung: Ich habe mein Wort in deinen Mund gelegt und habe dich unter dem Schatten meiner Hände geborgen. Jesaja 51,16

Lehrtext: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir. Apostelgeschichte 18,9-10

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, sagt man. Doch das ist eine Faustregel, die nicht immer stimmt. Manchmal muss man reden, auch wenn man sich den Mund dabei verbrennt. Im Losungswort heißt es, dass Gott denen, die zu ihm gehören, sein Wort anvertraut hat; doch wohl nicht, um es zu verschweigen, sondern um davon zu reden. Nur wie soll man das machen? 
Als Pfarrer tue ich mich da leicht. Schließlich ist es mein Beruf, von Gott zu reden. Das erwartet man von mir. Aber wie ist das bei Ihnen /dir? Ich glaube nicht, dass Gott von dir erwartet, dass du ständig Bibelverse zum Besten gibst. Aber er erwartet von uns beiden, dass wir in bestimmten Situationen den Mund aufmachen und widersprechen, wenn zum Beispiel andere Menschen herabgesetzt werden, weil sie Fremde sind oder ungeliebte Nachbarn, weil sie eine andere Hautfarbe haben oder vielleicht zur angeheirateten Verwandtschaft gehören und so weiter. Und wenn du dann gefragt wirst, wieso du eine andere Meinung hast, kannst du sagen, dass das mit deinem Glauben zu tun hat, zum Beispiel mit dem 8. Gebot: Du sollst über andere nicht schlecht reden noch Unwahrheiten verbreiten (siehe Auslegung von Martin Luther zum 8. Gebot). 
Man muss seine Meinung ja nicht gleich aggressiv vorbringen. Man kann sie auch anbieten wie man jemandem ein Stuhl anbietet. Vielleicht nimmt er ja darauf Platz.
Natürlich ist das nicht immer einfach, weil man leicht selbst zum Angriffsziel werden kann. Aber immerhin hat, wer für eine gerechte Sache, insbesondere für Gottes Sache den Mund aufmacht, ihn auf seiner Seite. So wurde es, dem heutigen Lehrtext dem zufolge, Paulus gesagt. Und ich glaube, dass das nach wie vor stimmt.

Gebet: Herr, wenn es denn so weit ist, dass ich jemandem widersprechen muss, dann gib mir den Mut dazu, aber auch die richtigen Worte, damit ich ihn nicht verletze und mich so selbst ins Unrecht setze. Amen


Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Mittwoch, 25. März 2015

Freude an dir hl

Losung: Als Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. 1.Mose 28,17

Lehrtext: Eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Matthäus 17,5-7

Liebe Leserin, lieber Leser,

der da im Losungswort spricht, ist ein übler Bursche auf der Flucht: Jakob, der Betrüger. Hinter sich hat er seinen blinden Vater Isaak, Abrahams Sohn, dessen Segen er sich heimtückisch erschlichen hat. Hinter sich hat er seinen Zwillingsbruder Esau, dem er Isaaks Segen  gestohlen hat, und der nun darauf brennt, es seinem verschlagenen Bruder mit allen Mitteln heimzuzahlen. Vor sich hat er als Flüchtling eine ungewisse Zukunft.
Aber, liebe Freunde, aber hier und jetzt hat er Gottes ganze Gunst. Ihm träumte von einem offenen Himmel und einer Leiter, auf der Gottes Engel zu ihm hinuntersteigen. Und ganz oben steht Gott und sagt: „Du Schuft. Du musst bestraft werden!“ Nein, das sagt Gott nicht. Das hätte ich an seiner Stelle wohl zu Jakob gesagt. Er aber sagt: „Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; … siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst,… ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“
Wow, da verschlägt’s einem doch die Sprache! Aber nicht so Jakob. Er sagt nicht: „Träume sind Schäume.“ Er nimmt Gottes Wort aus dem Traum für bare Münze und baut Gott mit dem Wort aus der Losung einen Altar.
Und jetzt liebe Leserin / lieber Leser bist du an der Reihe, es so zu machen wie Jakob. Nein, nicht betrügen, sondern deinen Gott beim Wort nehmen und das für dich annehmen, was er in jener Geschichte auch dir sagt: „Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten…  Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“ Das gilt auch dir, egal, was für eine Vergangenheit du hast. Egal wie gut oder schlecht du dich fühlst. Egal wie dein Verhältnis zu Gott bisher war. Denn was Gott zu Jakob gesagt hat, das sagt er heute auch zu dir. Warum? Weil du sein Kind bist, sein Sohn, seine Tochter, von ihm geschaffen, von ihm bis jetzt am Leben erhalten, von ihm durch Jesus erlöst. Weil er dich liebt. Ausgerechnet dich. Ausgerechnet mich. Wir haben nichts dafür getan. Denn seine Liebe ist Gnade. So wie er an seinem Sohn Jesus Freude (Wohlgefallen) hat, so auch an dir (Lehrtext). So an jedem, der ihm von ganzem Herzen vertraut. Dann lebst auch du „an der Pforte des Himmels“ (Losung), anders gesagt: Tür an Tür mit deinem Gott.

Gebet: Herr, unglaublich, dass du mich liebst, dass du nicht auf das schaust, was ich verbockt habe, sondern darauf, dass ich dir wie Jakob vertraue. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

p.s. Nach Abschluss dieser Besinnung habe ich Näheres vom Flugzeugabsturz in den französischen Alpen erfahren. Da fragt man sich unwillkürlich, ob es denn zutrifft, dass Gott uns behütet. In diesem Augenblick, da Sie das lesen, sind weltweit viele tausend Flugzeuge in der Luft, die auch wieder, von Gott behütet, sicher landen werden. Warum dann doch einzele, erschütternde Unglücksfälle passieren, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass jedes Leben gefährdet ist und wir alle, die glauben, von einem Wunder sprechen können, dass Gott unser Leben bis auf diesen Tag erhalten hat. Beten wir für die Angehörigen, dass Gott ihnen auch durch andere Menschen beistehe. Beten wir aber auch für uns, dass er uns weiterhin behüte und danken wir ihm, dass er das bisher getan hat.