Donnerstag, 16. Januar 2020

Handbuch für die Waschmaschine hl

Losung: HERR, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Gebote. Psalm 119,64

Lehrtext: Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit. 2.Timotheus 3,16

Liebe Leserin, lieber Leser,

hm, ich weiß nicht so recht, ob dir jetzt dieser Vergleich gefällt. Aber für mich ist er naheliegend. Ich habe nämlich heute eine Waschmaschine gekauft, denn alles mit der Hand waschen, kann ich nicht und macht man normalerweise auch nicht mehr. So eine Maschine steht, zumindesten in unserem Land, in jedem Haushalt und erleichtert das Leben. Aber auch sie muss man erst einmal bedienen können. Gut, das ist nicht weiter schwer. Aber lernen muss man es trotzdem mal.
     So, und jetzt kommt der etwas schiefe Vergleich: Auch die Güte des Herrn erleichtert mir das Leben, ja mehr noch, sie ermöglicht es mir. Und die Erde ist tatsächlich allenthalben voll davon. Ein Kartoffelacker oder ein Kornfeld sind Zeichen von Gottes Güte genauso wie Sonnenschein und Regen. Die Jahreszeiten sind Zeichen seine Güte, die Tiere, meine Mitmenschen und vieles andere mehr in seiner Schöpfung. Das alles trägt dazu bei, dass es mir gut gehen kann.
     Aber ob es mir gut geht, hängt auch davon ab, wie ich auf dieser Erde, die voll von seiner Güte ist, lebe. So sind für mich seine Gebote so etwas wie die Bedienungsanleitung oder besser: ein Handbuch für die Kunst des Lebens. Ich kann auf dieser Erde so leben, dass ich mir selbst und meinen Mitmenschen schade. Dass ich die Lebensgrundlagen zerstöre und den Ast absäge, auf dem ich sitze.
     Oder aber ich kann so mit meinen Mitmenschen zusammenleben, dass es uns gemeinsam gut geht. Ich kann dem Auftrag nachkommen, den Gott allen Menschen gegeben hat und der in der Geschichte von der Schöpfung des Menschen am Anfang der Bibel gleich dreimal genannt wird, nämlich „die Erde bebauen und bewahren“. Dieses Gebot gilt für die gesamte Menschheit. Es ist heute wichtiger denn je. Und auch dieses Gebot sagt im Grunde genommen, dass ich gut daran tue, Gottes Schöpfung zu lieben und pfleglich mit ihr umzugehen.

          Der Lehrtext legt das problematische Missverständnis nahe, als sei jedes Bibelwort von Gottes Geist persönlich eingegeben und dürfe deshalb nicht hinterfragt werden. Dem ist natürlich nicht so, auch wenn es immer wieder fundamentalistische Gruppen gibt, die das behaupten. Andere Religionen behaupten ähnliches. Auch die Muslime behaupten, dass der Koran von Gott diktiert und vom Engel Gabriel dem Mohammed übergeben worden sei. Das erklärt zum Teil den Fanatismus bestimmter fundamentalistischer, muslimischer Glaubensgemeinschaften. Eine solche Auffassung wirkt wie ein strenger Frost, der alles Leben erstarren lässt.
     Aber das glaube ich schon, dass das Liebesgebot von dem kommt, der selbst die Liebe ist und dass es in Jesus Mensch geworden ist. Daran muss sich auch der Lehrtext messen lassen, sonst wird er als pädagogisches Prinzip eines preußischen Oberlehrers missbraucht.

Gebet: Herr, würden wir Menschen dir und deinen Geboten folgen, wir könnten alle in Frieden und Wohlstand leben. Doch wir achten zu wenig dich und dein lebensförderndes Gebot. Wir sind doch deine Geschöpfe und Kinder. Lehre uns so zu leben, wie es deinem Willen entspricht. In Jesus Christus hast du uns selbst die Liebe vorgelebt. Gib uns die Bereitschaft und die Kraft, es ihm gleichzutun. Amen

Ihr / dein Hans Löhr

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