Dienstag, 30. November 2010

intim hl

A. Losung: Unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.
Psalm 90,8

B. Lehrtext:
Jesus kann für immer retten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er ja allezeit lebt, um für sie einzutreten.
Hebräer 7,25


Liebe Leserin, lieber Leser,

"Du, Herr, siehst unsre geheimsten Fehler" heißt die Losung in der Bibelübersetzung "Gute Nachricht für dich". Keine sehr angenehme Vorstellung. Das bedeutet ja, dass Gott auch meine geheimsten Gedanken und Gefühle kennt. Gott sei Dank gibt es nirgendwo ein "Wikileaks", eine Internetseite, auf der mein Innerstes weltweit veröffentlicht wird wie in diesen Tagen die geheimen diplomatischen Dokumente der amerikanischen Regierung. Nein, das möchte ich nicht. Da ist es mir schon lieber, wenn nur Gott das weiß. Ich glaube nicht einmal, dass mein Innerstes besonders verwerflich wäre und andere so viel besser dastünden. Aber jeder Mensch braucht nun mal eine Intimsphäre. Keiner will völlig entblößt werden, nicht nur körperlich sondern auch seelisch. Wir alle haben Schamgefühle, die nicht verletzt werden sollten. Man darf einen anderen Menschen nicht ohne Not in Verlegenheit bringen und sollte ihm Peinlichkeiten ersparen.
Doch einen gibt es, der alles wissen darf, auch wenn ich mich für manches schäme. Gott darf und soll alles von mir wissen, weil er mich durch und durch liebt und ich ihm ganz und gar vertrauen kann. Er stellt mich nicht vor anderen bloß. Er lacht mich nicht wegen meiner Unzulänglichkeiten aus. Er macht mich deswegen nicht fertig. Im Gegenteil. Meine Sünden, meine Fehler sind immer zugleich meine Wunden. Er kann sie heilen und will das auch um Jesu willen tun. Doch dazu muss ich ihn in mein Innerstes lassen, damit er mir vergeben und mich gesund machen kann. Dass ich mich wegen meiner Fehler vor Gott nicht verstecken noch vor ihm Angst haben muss (wie Adam und Eva im Paradies), das sagt der heutige Lehrtext. Durch Jesus komme ich zu Gott und durch ihn kommt Gott zu mir. Was will ich mehr.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Gebet:
Gütiger Gott, danke, dass du auch die Wunden
in meinem Innersten liebevoll heilst, die mir andere und die ich mir selbst durch mein falsches Verhalten zugefügt habe. Dir kann ich alles sagen und zeigen. Du kennst mich ja sowieso. In deiner Gegenwart werde ich wieder froh und gesund. Darauf gibst du mir in Jesus dein Wort. Amen (HL)

Montag, 29. November 2010

Das kommt überhaupt nicht infrage hl

A. Losung: Das sei ferne von uns, dass wir den HERRN verlassen!
Josua 24,16

B. Lehrtext: Christus spricht: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.
Johannes 14,23

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Das kommt überhaupt nicht infrage, dass wir den Herrn, unsern Gott, verlassen!" - So sagten es (mit unseren Worten) die Israeliten als ihr Anführer Josua sie vor die Wahl stellte, welchem Gott sie dienen wollten. Diese Frage stellt sich für jede Generation neu, auch für uns. Vielleicht sagt jetzt einer: "Ich will überhaupt keinem Gott dienen, ich bin mein eigener Herr!" Doch was heißt das? Dass ich nur das tue, was mir gerade in den Sinn kommt? Dass ich jedes Bedürfnis, das ich spüre, sofort befriedigen möchte? Aber mache ich mich damit nicht erst recht zum Sklaven meiner Lüste und Süchte? Ich glaube, dass ich erst dann von den Bindungen dieser Welt frei werde, wenn ich mich an Gott binde. Wenn ich ihm gehöre, gehöre ich sonst niemanden mehr, auch nicht mehr selbst. Dann bin ich ein wirklich freier Mensch.
Dazu fällt mir ein Song vom legendären Bob Dylan ein. Er singt: »Irgendjemandem musst du dienen, entweder dem Teufel oder dem Herrn«. Und Martin Luther hat gesagt: Der Mensch ist ein Reittier und wird entweder vom Teufel
geritten oder von Gott. Das klingt drastisch und schrill in unseren Ohren. Aber schauen wir modernen Menschen uns doch mal an: Sind wir wirklich so selbstbestimmt, so autonom, wie wir gerne sein möchten? Oder bestimmen nicht längst andere über uns: Eine gigantische Konsum- und Unterhaltungsindustrie, die uns in ihren Bann zu ziehen versucht, um an unser Geld zu kommen? Ein Modeimperium, das uns sagen will, wie wir auszusehen und was wir anzuziehen haben, nur um daran schamlos zu verdienen? Ein Bildungssystem, das unsere Kinder in ein bestimmtes Leistungsschema presst, damit sie den Anforderungen der Wirtschaft genügen?
Nein, wir können uns vielen Einflüssen nicht so ohne weiteres entziehen. Wir sind Teil dieser Welt und müssen versuchen, in ihr zurechtzukommen. Wir möchten ganz normale Menschen sein und nicht irgendwelche skurrilen Außenseiter. Aber um nicht unterzugehen, brauchen wir einen Haltepunkt außerhalb dieser Welt, einen Gott, der uns liebt und den wir lieben können (Lehrtext), den Herrn, zu dem schon Josua und die Israeliten gebetet haben. Er gibt uns seine Gebote, damit wir uns in diesem unübersichtlichen und komplexen Leben zurechtfinden. Er hat sich uns in Jesus Christus gezeigt, wie er wirklich ist: Barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte (Psalm 103,8).
Nein, das kommt überhaupt nicht infrage, dass wir den Herrn, unsern Gott, verlassen. Denn sonst wären wir wirklich von allen guten Geistern verlassen.

Eine gesegnete Adventszeit!

Hans Löhr

Gebet: Gott, du kennst die Kräfte und Mächte, die uns von dir wegziehen wollen. Gib uns die Kraft, dass wir an dir festhalten. Gib uns die Liebe, dass wir dir treu bleiben. Gib uns den Glauben, dass wir uns auf dich verlassen. Das bitten wir dich in Jesu Namen. Amen (HL)

Freitag, 26. November 2010

Erst mal mit Gott reden ebl

A. Losung: Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.
Jesaja 30,15

B. Lehrtext: Im Geist und aus Glauben warten wir auf die Erfüllung unserer Hoffnung: die Gerechtigkeit.
Galater 5,5


Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser,

ziemlich viel Lebenserfahrung schwingt in dem mit, was der Prophet Jesaja uns für den heutigen Tag sagt: "Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein." (Jesaja 30,15) Wie schnell sage ich als impulsiver Mensch in manchen Situationen einen Satz zu viel! Schon der Tonfall oder die hochgezogene Augenbraue können manchmal verletzen oder Streit auslösen. Es wäre oft so viel besser, wenn ich mich zuerst einmal zurückhalten und innerlich zur Ruhe kommen könnte, mit Gott ins Gespräch gehe, bis ich eine Sachlage klar beurteilen kann und dann auch angemessen reagiere.
Da ist im Blick auf Glaubenswachstum und geistliche Entwicklung noch viel 'Platz nach oben' für mich ... Doch der Lehrtext ermutigt mich, was die Geduld Gottes mit mir angeht: "Durch die Zusage, dass Gottes Heiliger Geist in uns lebt, und durch unser Vertrauen auf Jesus dürfen wir in der Hoffnung leben, dass wir für alle Zeiten von Gott angenommen sind." (Übertragung aus "Willkommen daheim!")

In diesem Vertrauen schaffen wir auch den heutigen Tag!
Seid Gott befohlen,

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 25. November 2010

Liebe vetreibt Angst ebl

A. Losung: Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?
Psalm 56,12

B. Lehrtext: Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.
1.Johannes 4,18

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser,

es gibt vieles, was die Macht hat, mich zu ängstigen: die Frage, welchen Weg meine Kinder im Blick auf die Schule machen und ob sie ihr Leben wohl später allein gut hinbekommen; die Sorge, wie stabil die wirtschaftlichen Verhältnisse eigentlich noch sind, in denen wir leben; die Angst, dass eines Tages auch in unserer Familie eine ärztliche Diagnose für schlaflose Nächte sorgt - und, und, und ... Doch ich sage mir: Damit wehre ich keine künftige Not ab und damit tue ich mir selbst und meiner Familie keinen Gefallen. Ich versuche, mich in einer bewussten 'Gegenbewegung' in Vertrauen auf Gott zu üben. Die Losung von heute ist so tröstlich und hilfreich, dass wir diesen Vers eigentlich gemeinsam auswendig lernen sollten: "Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?" (Psalm 56,12) Und auch im Blick auf unser Verhältnis zu Gott schärft uns Johannes im Lehrtext ein: "Da gibt es nichts mehr, was wir fürchten müssten, denn wer liebt, bei dem hat Angst keinen Platz, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Angst." (1. Joh. 4, 18)

Gehen wir gestärkt in diesen Tag!

Herzlich

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr


P.S. von HL: Auf YouTube kann man jetzt zwei kurze Filme von den Waisenkindern in Kalali (Tansania) sehen, die wir unterstützen. In einem Film singen sie "Weil ich Jesu Schäflein bin" auf Kiswahili. Wer uns bei unserem Waisenkinderprojekt (Bau eines Speisesaals) helfen möchte, hier die Bankverbindung:
Kirche Sommersdorf-Thann, Kto 1910400, Gewerbebank Bankleitzahl 76560060, Kennwort: Kalali. Spendenbescheinigungen für's Finanzamt werden erteilt.
Hier die Links zu den Filmen (bitte Doppelklick):
http://www.youtube.com/watch?v=eVfRyi_WyPQ und http://www.youtube.com/watch?v=eYazayI3Cs4

Mittwoch, 24. November 2010

bei sich bleiben ebl

A. Losung: Was murren denn die Leute im Leben? Ein jeder murre wider seine Sünde!
Klagelieder 3,39

B. Lehrtext: Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?
Lukas 6,41

Liebe Leserinnen und Leser,

grau und nasskalt ist es draußen und wir haben hier im Pfarrhaus heute morgen sofort Gegenmaßnahmen ergriffen: nicht trüb aus dem Fenster gestarrt, sondern den Kachelofen geschürt (das passiert sonst meist erst am Nachmittag), schöne winterliche Harfenmusik aufgelegt und die Kaffeemaschine angeworfen. Jetzt ist es bei uns warm und behaglich - und der Kaffeeduft ist 'der Punkt auf dem i'. Was das mit der Losung heute zu tun hat? Lesen Sie selber:
"Was murren denn die Leute im Leben? Ein jeder murre wider seine Sünde!" (nachzulesen in den Klageliedern Jeremias, Kapitel 3, Vers 39) Der Lehrtext aus dem Neuen Testament stellt ein Zitat von Jesus dazu: "Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?" (Lukasevangelium Kapitel 6, Vers 4)
Ich denke, es geht heute in Losung und Lehrtext um die Änderung unserer Blickrichtung von außen nach innen. Nicht raus schauen ins regnerische Grau, sich nicht vergeblich aufreiben lassen durch Ärgernisse von außen, sondern bei sich bleiben. Das Haus des eigenen Lebens bewohnen und bestellen - sich mit Gottes Hilfe wohnlich darin einrichten, damit wir selber und diejenigen, die uns nahestehen, es gut mit uns aushalten können.

Einen gesegneten Tag wünscht Euch und Ihnen

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 23. November 2010

Lebensaufgabe ebl

Losung: Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Freude hat an seinen Geboten!
Psalm 112,1

Lehrtext: Christus spricht: Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.
Johannes 15,12


Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freundinnen und Freunde,

die Losung für diesen Tag scheint widersprüchlich: "Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Freude hat an seinen Geboten!" heißt es in Psalm 112,1. Wie kann es zusammen gehen, dass wir Gott fürchten und zugleich seine Gebote gern (!) als persönliche Orientierung annehmen?
Ehrfurcht vor etwas empfinden, eine 'fromme Scheu' haben (so könnte man das hebräische Wort für 'fürchten' auch übersetzen), wann erleben wir das heute noch? Ab und an begegnen mir Menschen, Männer wie Frauen, die ihr Leben so aufrecht wie möglich bestreiten. Davor habe ich großen Respekt. Einen Rat von ihnen nehme ich gerne an. Wie viel mehr gilt das dann vor Gott, der die Wahrheit und das Leben verkörpert! Ist es nicht eigentlich genial, dass er sich die Mühe macht, mir Lebensregeln mitzugeben?

Erfrischend kurz und knapp bringt Jesus dieses Regelwerk auf den Punkt: "Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe." (Johannes 15,12)

Einfach gesagt - und in der Umsetzung doch eine Lebensaufgabe.

Verlieren Sie darüber nicht den Mut!

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Samstag, 20. November 2010

traumatisiert hl

A. Losung: Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.
Psalm 116,7

B. Lehrtext: Der Herr richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi.
2.Thessalonicher 3,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

um den Hintergrund des heutigen Losungswortes zu verstehen, ist es nötig, die nachfolgenden Verse mit dazu zu nehmen: "Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, meine Augen von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt." (Psalm 116, 7-10) Offenbar hatte der uns unbekannte Psalmbeter etwas dramatisches erlebt und war schwer traumatisiert (verletzt). Wir wissen nicht, was er erlitten hat. Jedenfalls sucht er jetzt wieder sein inneres Gleichgewicht, seinen Seelenfrieden. Heutzutage nennt man einen solchen Zustand, in dem ein Mensch nach einer schrecklichen Erfahrung seelisch aus der Bahn geworfen ist, eine "posttraumatische Belastungsstörung". Manche kommen mit der Zeit damit wieder klar. Andere brauchen professionelle Hilfe, einen Psychotherapeuten zum Beispiel oder eine gezielte Trauma-Therapie. Unser Psalmbeter hatte damals so etwas nicht zur Verfügung. Ihm bleibt nur sein Glaube. Und da sagt er dieses denkwürdige Wort, das ich in meiner Bibel rot angestrichen habe: »Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt«. Das ist der Weg, auf dem er wieder zu seinem Seelenfrieden findet, weil er sich darauf verlässt, dass der Herr ihm Gutes tun wird. Das ist Balsam für seine Seele und bringt ihn wieder ins Lot.
Ich hoffe für mich, dass, falls ich einmal eine ähnliche Situation erleiden muss, ich ebenfalls an meinen Glauben festhalten kann und dass der Wunsch in Erfüllung geht, den der Apostel Paulus im Lehrtext den Christen in Thessaloniki geschrieben hat: »Der Herr richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi.« Das, so glaube ich, macht uns auch heute noch innerlich stark und widerstandsfähig.

Ein gesegnetes Wochenende!

Hans Löhr

Freitag, 19. November 2010

Freundschaft hl

A. Losung: Der HERR sprach zu Mose: Das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des HERRN Werk sehen.
2.Mose 34,10
B. Lehrtext: Christus spricht: Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan. Johannes 15,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

letzte Woche habe ich mich mit einem alten Freund getroffen. Wir sehen uns gar nicht so oft, aber wenn wir doch mal Zeit für einander finden, ist es wie früher. Wir können uns vertrauensvoll Dinge sagen, die wir anderen nicht sagen würden. Zum Abschied hat er mir spaßeshalber seine neueste Errungenschaft, sein Hörgerät ins Ohr gesteckt, damit ich es mal ausprobiere. Wir müssen uns eben nichts vormachen und können uns auch von unseren Schwächen und Problemen erzählen.
Nachdem wir uns wieder verabschiedet haben, wussten wir voneinander, wie es uns zur Zeit geht und was wir gerade so tun.
Ein guter Freund ist etwas kostbares. Wir tun gut daran, Freundschaften zu pflegen, weil sie nicht einfach so auf der Straße liegen. Und je älter du wirst, desto schwerer wird es, einen neuen Freund zu finden.
Für mich ist es eine große Auszeichnung, dass Jesus mein Freund sein will. Je mehr ich mich mit ihm und seinen Worten in der Bibel beschäftige, desto besser verstehe ich Gott. Zum Glück muss ich nicht erst warten, bis sich wieder mal eine Gelegenheit ergibt, mit ihm Kontakt zu haben. Ich kann ihm jederzeit alles sagen, was ich auf dem Herzen habe und wie es mir gerade geht. Es tut einfach gut, jemanden zu haben, bei dem man sich aussprechen kann. Um mit ihm vertraut zu werden, habe ich etwas Zeit gebraucht. Es gab aber auch Zeiten in meinem Leben, da ich mich von ihm entfremdet hatte. Heute weiß ich, dass ich, wie in jede Beziehung auch in die Freundschaft mit ihm Zeit investieren und immer wieder den Kontakt zu ihm suchen muss. Aber das ist eine lohnende Investition für ein ganzes Leben.
Die Freundschaft mit ihm ist nicht etwas exklusives. Er bietet sie jedem an. Jeder soll erkennen können, was Gott in Jesus für ihn getan hat (Losung). Jeder soll die Chance zu einer lebenslangen Freundschaft mit ihm haben, die selbst im Tod nicht zerbricht.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Donnerstag, 18. November 2010

aufgerichtet hl

A. Losung: Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.
Psalm 146,8

B. Lehrtext: Eine Frau war da, die war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten. Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, sei frei von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott. Lukas 13,11.12-13

Barmherziger Gott und Vater,

ich danke dir, dass ich mich auf dein Wort verlassen kann und es in meinem Leben immer wieder in Erfüllung geht. Wie oft war ich nicht schon niedergeschlagen, traurig, enttäuscht. Und dann hast du mich wieder aufgerichtet. Oft weiß ich gar nicht, wie du das machst. Ich spüre einfach, wie es mir wieder besser geht, wie ich innerlich wieder aufstehe und mit neuem Mut weiterlebe. Manchmal hilfst du mir durch die Wunder deiner Schöpfung, schenkst mir einen Sonnenaufgang oder den ersten Schnee. Manchmal hilfst du mir durch den freundlichen Blick eines anderen Menschen oder das Lachen meiner Kinder. Manchmal tröstest und stärkst du mich durch Musik, durch ein Gebet und durch dein Wort. Ja, krumm und bucklig habe ich mich gefühlt unter der Last meiner Enttäuschungen und meiner Schuld. Aber du hast sie mir abgenommen. Hast mich frei gemacht von meinen Kränkungen wie Jesus die verkrümmte Frau. Darum will ich wie sie dich preisen. Vater, du willst, dass deine Kinder aufrecht durch's Leben gehen. So lege deine heilenden Hände auf mich und richte mich wieder auf, wenn ich niedergeschlagen bin. Amen

Hans Löhr

Mittwoch, 17. November 2010

Was Liebe erkennt hl

A. Losung: Das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt. Jesaja 11,9

B. Lehrtext: Ihr könnt mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle. Epheser 3,18-19

Liebe Leserin, lieber Leser,

Erkenntnis - seit Jahrtausenden ist es ein Wunsch von uns Menschen, die Welt so zu erkennen wie sie wirklich ist. Doch die Wissenschaft (die Lehre von der Erkenntnis) sagt uns, dass wir uns diesen Wunsch nicht erfüllen können. Wir können die Welt nur in den engen Grenzen unserer Wahrnehmung und unseres Gehirns erkennen. Wie die Dinge (Pflanzen, Tiere, Sterne, …) wirklich sind, wissen wir nicht. Wir wissen nur, wie sie für uns sind.
Von einer ganz anderen Erkenntnis spricht die Bibel. Sie sagt, Liebe wird nur durch Liebe erkannt. Nur wer Jesus liebt, erkennt, wie sehr er von ihm geliebt wird. In der Übertragung des neuen Testamentes "Willkommen daheim" heißt der Lehrtext: "Vater, lass deine Kinder fest in der Liebe verwurzelt sein und ihr Leben auf dieser aufbauen, damit sie gemeinsam mit allen Glaubensgeschwistern in der Lage sind, zu erkennen, wie unvorstellbar groß und weit, wie hoch und wie tief die Liebe Christi ist, die alle Vorstellungskraft übersteigt."
So ist es auch in der Liebe zwischen Mann und Frau. Eine Frau, die ihren Mann wenig liebt, weil ihr die eigenen Interessen und Vorstellungen wichtiger sind, wird die Gesten seiner Liebe nicht erkennen und die Sprache seiner Liebe nicht verstehen. Doch die Fähigkeit, nicht nur sich selbst, sondern auch einen anderen zu lieben, kann man üben. Jesus traut uns das zu. Ja, er fordert uns geradezu dazu auf. Er weiß, wie viel Unheil der Mangel an Liebe anrichtet, wie viele Partnerschaften und Ehen daran kaputtgehen, wie viele aber auch durch Liebe gerettet werden.
Liebe wird nur durch Liebe erkannt. Eines Tages hat sich die Liebe Jesu gegen alle Gleichgültigkeit, Kälte und Lieblosigkeit unter uns Menschen durchgesetzt. Eines Tages wird sie unseren Planeten bedecken wie Wasser das Meer, und wir werden Gott erkennen wie er wirklich ist und einander auch (Losung). Doch so lange müssen wir nicht warten.
Wir können heute schon dafür beten und mit dem Lieben beginnen.

Herzliche Grüße zum Buß- und Bettag

Hans Löhr

Dienstag, 16. November 2010

Das Ende der Überheblichkeit hl


Losung: Der Tag des HERRN Zebaot wird kommen über alles Hoffärtige und HoheJesaja 2,12
Lehrtext: Die Welt vergeht mit ihrem Begehren; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. 1.Johannes 2,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

einmal, so der Prophet Jesaja, kommt der Tag des Gerichts. Doch das ist nicht ein Tag mit 24 Erdenstunden, sondern mehr eine Gerichtszeit. Alles, was groß auftrumpft und große Töne spuckt, was arrogant und herablassend daherkommt, wird wieder untergehen. »Er stürzt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen«, singt Maria, als ihr die Geburt Jesu von einem Engel angekündigt wird. (Lukas 1 Vers 52).
Die Clubfans hoffen darauf, dass es dem FC Bayern mal so geht. Den Fußballweltmeister Italien von 2006 hat es heuer in Südafrika erwischt, wo er sang und klanglos in der Vorrunde ausgeschieden ist. Die großen Banker sprachen vor der Finanzkrise von sich als den "Herren des Universums", bis sich dann einige von ihnen verzweifelt das Leben genommen haben. In Deutschland war das Triumphgeschrei der Nazis nach 12 Jahren vorbei. Und auch die Noch-Weltmacht USA befindet sich inzwischen auf dem absteigenden Ast.
Der Turm zu Babel, der bis an den Himmel reichen sollte, stürzte wieder ein und auch alle anderen Türme, die Menschen seither gebaut haben und noch bauen, um von oben auf andere herabschauen zu können. All die Türme der Arroganz und Überheblichkeit wird das gleiche Schicksal ereilen. Um das zu sagen, braucht es nicht einmal einen Propheten. Das zeigt schon ein Blick in die Geschichtsbücher.
Und das gilt auch für unser Zusammenleben in Ehen und Familien, in der Nachbarschaft und in der Firma. Gott duldet nicht, dass sich die einen auf Dauer über andere erheben, um sie zu erniedrigen. »Die Welt vergeht mit ihrem Begehren«, mit ihrerer Geltungssucht und ihrem Machttrieb, schreibt Johannes. Das ist ein Trost für alle Erniedrigten. Das lehrt nicht nur die Bibel, sondern die Erfahrung und der gesunde Menschenverstand. Wer sich aber an Gott orientiert, ihn als einzigen Herrn über sich anerkennt und darauf verzichtet, die Mitmenschen herabzusetzen, nur um ein bisschen größer dazustehen, der hat bei ihm "einen Stein im Brett". (1)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

(1) Hintergrund dieser Redewendungen ist, dass man bei einem Brettspiel einen Spielstein in einer besonders guten Position stehen hat. Übersetzt auf das Leben bedeutet es, dass jemand einem sehr wohl gesonnen ist.

Montag, 15. November 2010

Freundliche Blicke hl

A. Losung: Ich will dich mit meinen Augen leiten.
Psalm 32,8

B. Lehrtext: Der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
Lukas 22,61.62


Liebe Leserin, lieber Leser,

ein intensiver Blick hat bisweilen eine größere Wirkung als manches Wort. Wenn Schüler im Religionsunterricht oder Konfirmanden im Konfirmandenunterricht keine Ruhe geben, dann schaue ich sie manchmal so lange unverwandt an, bis sie meinen Blick spüren. Und dann wissen sie, was sie zu tun haben, ohne dass ich es erklären muss. Blicke können sprechend und vielsagend sein. Und wenn man sich gut kennt, genügt oft ein Blick, um zu wissen, wie es dem anderen geht oder was gerade dran ist.
Im heutigen Losungswort sagt Gott, dass er mich mit seinen Augen leitet. Aber wie kann ich Gottes Augen sehen? Es ist mein Gewissen, das mir sagt, wie Gott mich ansieht. Ich spüre, ob ich auf einem falschen Weg bin und er mich zurechtweist, oder ob er mich liebevoll ansieht und aufmuntert.
Für Petrus hat nur ein Blick des gefangenen Jesus genügt, um die ganze Erbärmlichkeit seines Leugnens zu spüren. (Lehrtext) Ich glaube nicht, dass Jesus den Petrus strafend angesehen hat, sondern eher voll Mitleid, weil sein Jünger so schwach war und versagt hat.
Ich nehme mir vor, öfter mal meine Augen sprechen zu lassen und dafür meinen Mund zu halten. Und dann will ich nicht vorwurfsvoll oder strafend schauen, sondern so wie es in einem alten Lied von Jesus heißt: "Von Gott kommt mir ein Freudenschein , wenn du mich mit den Augen dein gar freundlich tust anblicken." (Gesangbuch Nummer 70, Vers 4). Das kommt auch bei Schülern und Konfirmanden besser an.

Viele freundliche Blicke in dieser Woche zum Senden und Empfangen wünscht

Hans Löhr


Freitag, 12. November 2010

Zielstrebig ebl

A. Losung: Bei dem HERRN, unserm Gott, ist kein Unrecht, weder Ansehen der Person noch Annehmen von Geschenken.
2.Chronik 19,7

B. Lehrtext: Petrus sprach: Gott sieht die Person nicht an; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.
Apostelgeschichte 10,34-35

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser!

"Wir wissen, was Sie einzigartig macht. XXX Lifestyle! Los geht's!" Das ist die erste Information, die mir auf meinem Bildschirm entgegenleuchtet, als ich die Losungsauslegung für heute schreiben will. Ich komme der Aufforderung "Los geht's!" spaßeshalber nach und lande in einem Dschungel von Modeangeboten und Klatschmeldungen aus aller Welt. "Wissen, was läuft - und modisch auf dem neuesten Stand sein" - das ist es also, was mich einzigartig macht.
Wie ganz anders klingen da Losung und Lehrtext aus der Bibel für heute:

"Bei dem HERRN, unserm Gott, ist kein Unrecht, weder Ansehen der Person noch Annehmen von Geschenken." (2.Chronik 19,7) Gott ist offensichtlich unbestechlich. Weder mein Äüßeres noch meine gesellschaftliche Stellung noch Großzügigkeit können ihn dabei beeinflussen, wie er mich wahrnimmt. Ich bin Königs- und Bettlerkind in einem. Ich erlebe trotz meiner Grenzen und der 'Schnitzer', die ich mache, dass ich sein geliebtes Kind bin. Und das einzige, was Gott sich von mir wünscht, ist dies, dass ich seinen Willen ernst nehme. Um mit Petrus zu sprechen: "Freunde, begreift ihr, was das alles bedeutet? Gott hat heute ein ganz klares Zeichen gesetzt, dass er weder auf die Person noch auf irgendeine Volkszugehörigkeit sieht, sondern dass ihm aus jedem Volk jeder willkommen ist, der ernsthaft mit ihm leben will und bereit ist, seinen Willen im Leben umzusetzen." (Nachzulesen in Apostelgeschichte 10,34-35 nach "Willkommen daheim").

Das befreit mich von vielen Zwängen unserer Gesellschaft und stellt mir gleichzeitig ein Ziel vor Augen. Wie gut.

Einen gelingenden Tag wünscht Euch und Ihnen

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 11. November 2010

Mutmacher ebl

A. Losung: Fürchte dich nicht, liebes Land, sondern sei fröhlich und getrost; denn der HERR kann auch Gewaltiges tun.
Joel 2,21

B. Lehrtext: Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.
Hebräer 10,23

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser,

eines der Lieblingslieder unserer Kinder hat den Titel 'Sei mutig und stark und fürchte dich nicht'. Das singen sie leidenschaftlich gerne, am liebsten noch in der Klassengemeinschaft oder mit vielen anderen im Kinderlichtblick. Dabei leben sie das Lied mit dem ganzen Körper als 'Bewegungslied', bei dem man immer wieder (auch) seine Muskeln spielen lassen darf. Unsere Kinder brauchen diese Er-Mutigung, wir Erwachsene brauchen sie genauso. "Fürchte dich nicht, liebes Land, sondern sei fröhlich und getrost; denn der HERR kann auch Gewaltiges tun." (Joel 2,21) So steht es heute im Lehrtext und die passende Losung aus dem Neuen Testament dazu lautet: "Lasst uns ohne Abstriche an unserem Bekenntnis festhalten, das so voller Hoffnung ist, denn treu ist der, der uns die Verheißungen gegeben hat." (Hebräer 10,23 nach "Willkommen daheim") Zu erklären gibt es da nicht viel. Nur für sich persönlich zu entscheiden, jetzt im Stillen zu sagen: "Ich will an dem, was Gott uns Menschen verspricht, festhalten. Ich glaube, dass ich ihm kostbar und wichtig bin."

Gehen wir hoffnungsvoll durch den Tag, verbunden in unserem gemeinsamen Glauben.

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 10. November 2010

Der Sprung lohnt sich ebl

A. Losung: Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland.
Jesaja 45,15

B. Lehrtext: Niemand hat Gott je gesehen. Als Einziggeborener, als Gott, der jetzt im Schoss des Vaters ruht, hat Jesus Christus Kunde gebracht.
Johannes 1,18

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freundinnen und Freunde,

das Telefon läutet. Ein junger Mann ist am anderen Ende der Leitung und fragt an wegen eines Trau-Termines. Wir reden einige Minuten über organisatorische Fragen, dann sagt er zögernd: "Eigentlich müssten wir uns erst einmal so treffen. Wir müssten miteinander reden. Denn --- das mit dem Glauben --- ich denke schon, dass es da irgendwie eine höhere Macht gibt --- aber so richtig direkt, so persönlich kann ich nicht glauben, dass es Gott gibt --- zumindest tue ich mich unheimlich schwer damit, das zu glauben."
Ich bin froh, dass dieser Mann so ehrlich am Telefon war. Er steht mit seiner Wahrnehmung nicht allein. Schon immer haben Menschen darunter gelitten, dass an Gott 'nur' GEGLAUBT werden kann: "Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland." (Jesaja 45,15)
Johannes bestätigt es in seinem Evangelium auch, aber er fügt die rettende Perspektive sofort an: "Niemand hat Gott jemals gesehen, doch der Sohn, der ganz eins ist mit dem Vater und am Herzen seines Vaters ruht, hat uns gezeigt, wie Gott wirklich ist." (Joh.1,18 nach der Übersetzung 'Willkommen daheim') Halten wir uns an das, was wir von Jesus im Neuen Testament erfahren. Hinhören, helfen, heilen - das ist das Wesen Gottes, wie es in Jesus durchscheint. Daran glauben zu wollen, gleicht einem mutigen Sprung. Aber der lohnt sich. Das werde ich auch meinem anfangs zitierten Anrufer sagen.

In diesem Sinn grüßt Sie / Euch

Ihre / Eure
Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 9. November 2010

Auf dem Teppich bleiben ebl

A. Losung: Der HERR kennt die Gedanken der Menschen: sie sind nur ein Hauch! Psalm 94,11

B. Lehrtext: Wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Galater 6,3

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freundinnen und Freunde,

die heutigen Verse aus der Bibel als Losung und Lehrtext sind im ersten Moment recht 'schwer verdaulich': "Der HERR kennt die Gedanken der Menschen: sie sind nur ein Hauch!" (Altes Testament, Psalm 94,11) Derjenige, der diese Feststellung trifft, sitzt ziemlich im Schlamassel, steht in vielen Dingen unter Druck. Aber er macht die Erfahrung: Durch seinen Vertrauen in Gott verlieren diese 'Anfeindungen' ihre zerstörerische Wirkung. Gott hilft, gelassen zu bleiben und darauf zu vertrauen, dass er den 'längeren Arm' hat. Zugleich werden wir - auch wir Christen - deutlich vor jeder Form von Selbstüberschätzung gewarnt: "Wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst." (Galater 6,3) In der Übersetzung "Willkommen daheim" liest sich das so: "Bleibt euch dabei (wenn ihr einen anderen kritisieren müsst, EBL) bewusst, dass ihr nicht weniger gefährdet seid als der, den ihr korrigieren müsst." Einen behutsamen Umgang unter uns in der Gemeinde bekommen wir somit heute als Auftrag. Und immer wieder erlebe ich genau dies: im Hauskreis, in Vorbereitungsteams, in den Gesprächen rund um die Lichtblick-Gottesdienste. Und denke, dass wir damit gemeinsam auf einem guten Weg sind.

Seid Gott befohlen!

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 8. November 2010

Zielfoto ebl

A. Losung: Er wird herrlich werden, so weit die Welt ist. Micha 5,3
B. Lehrtext: Der Seher Johannes schreibt: Ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus. Offenbarung 12,10


Liebe Leserin, lieber Leser,
liebe Freundinnen und Freunde,

die Verse aus der Bibel, die uns heute durch den Tag begleiten sollen, sind 'Visionen'. Visionen sind innere Bilder, die Gott Menschen eingegeben hat, um sie hoffnungsvoll zu stimmen und ihnen Kraft zu geben.
Beide beziehen sich auf Jesus Christus: "Er wird herrlich werden, so weit die Welt ist", hält der Prophet Micha fest. (Micha 5,3) Und der 'Seher', der Visionär Johannes schreibt: "Da vernahm ich vom Himmel eine laute Stimme: "Jetzt ist die Rettung endgültig da. Unser Gott hat die Herrschaft angetreten. Jetzt wird sein Christus mit Vollmacht auftreten, denn derjenige, der unsere Brüder Tag und Nacht vor unserem Gott angeklagt hatte (damit ist der Teufel oder Satan gemeint, EBL), wurde vernichtend geschlagen." (Offenbarung 12,10 nach 'Willkommen daheim')
Micha und Johannes haben schon, sportlich gesprochen, das Zielbild vor Augen. Jesus offenbart sich dort mit all seinen Möglichkeiten, seiner Macht und seiner Liebe für uns. Und wer ihn einstmals lächerlich machte oder für ein Hirngespinst hielt, der wird nun eines besseren belehrt.
Aber das ist das Zielbild. Noch sind wir alle auf der Strecke und damit unterwegs. Und da wechseln die Befindlichkeiten und Situationen immer wieder: Wir erleben Phasen, in denen es läuft und unser Glaube lebt und uns Kraft gibt - und es gibt auch die Nebelstrecken, wo wir uns weder über Gott noch über uns selber im Klaren sind. Dann heißt es: Zielfoto vor Augen stellen und weiterlaufen. Nicht aufgeben. Wir werden ins Ziel einlaufen. Wir werden erlöst werden und frei sein von dem, was uns jetzt manchmal 'umnebelt'.

Einen hoffnungsvollen und klaren Blick nach vorn für diesen Wochenbeginn wünscht Ihnen

Ihre / Eure

Elfriede Bezold-Löhr

Freitag, 29. Oktober 2010

Zeit und Ewigkeit hl

A. Losung: Tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Psalm 90,4

B. Lehrtext: Das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist. 1.Johannes 1,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Auslegung der heutigen Losung wird heiter und ernst sein. Ich beginne mit dem Letzteren.
Dieser Vers ist ein Teil aus dem 90. Psalm, den ich bei Beerdigungen bete. Ich hoffe, dass damit für die Trauergäste der Horizont der Ewigkeit sichtbar wird. Gott ist an keine Zeit gebunden. Mit der Bibel können wir sagen, dass er vor aller Zeit war und nach aller Zeit sein wird, denn auch die Zeit hat ihre Zeit, ist ein Teil der Schöpfung. Irgendwann einmal hat sie begonnen und irgendwann einmal wird sie auch wieder enden. Nur vorstellen können wir uns das nicht, da unser menschliches Gehirn unter den Bedingungen von Raum und Zeit entstanden ist bzw. geschaffen wurde. Unser Vorstellungsvermögen ist an die Dimensionen von Raum und Zeit gekettet. Für den Verstorbenen ist das anders. Im Augenblick des Todes zerbrechen auch für ihn die Ketten von Raum und Zeit. Nur die sterblichen Überreste verfallen nach den Gesetzen der Vergänglichkeit. Er selbst aber, sein Wesen, wird auferweckt in das Leben in dem Gott alles in allem ist. Mehr als das kann ich über unser Leben nach dem Tod, nach Raum und Zeit, guten Gewissens nicht sagen.
Die Menschen der Bibel bezeugen, dass ihnen in Jesus etwas begegnet ist, das ewig ist. Paulus sagt dazu: »Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen«. Die Liebe bleibt. Sie ist ewig. Nicht unsere Menschenliebe, sondern die Liebe Gottes, die in Jesus Christus erschienen ist und von der uns auch der Tod nicht trennen kann.

Und nun etwas heiteres zur Frage nach den Dimensionen, mit denen Gott rechnet:
Ein Mann liegt nachts auf einer Wiese und betrachtet den unermesslichen Sternenhimmel. Dann sagt er zu Gott: »Herr, für dich sind doch 1000 Jahre wie ein Tag«. »Ja« sagt Gott. »Und eine Million Jahre, wie viel ist das für dich?«. »Ach«, sagt Gott, »Das alles sind ja nur Bilder für die Ewigkeit. Auch eine Million Jahre sind für mich nur ein Moment.« Sagt der Mann »Und sind dann auch eine Million Euro für dich so viel wie - sagen wir - ein Cent?« »Ja, wenn du so willst.« »Dann sei doch so gut und schenke mir einen solchen Cent«. »Gern«, sagt Gott, »Wart einen Moment!«

Herzlich grüßt

Hans Löhr

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Heilmittel Zeit hl

A. Losung: Ich will ihr Trauern in Freude verwandeln. Jeremia 31,13

B. Lehrtext: Unser Herr Jesus Christus und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen. 2.Thessalonicher 2,16-17

Liebe Freunde,

»Ob es jemals dazu kommt, dass ich mich wieder freuen kann?« So ähnlich fragen sich viele, die nach einem Todesfall oder einer Trennung einen schweren Verlust erlitten haben. Und in der Tat, von heute auf morgen schlägt die Trauer nicht in Freude um. Es dauert seine Zeit bis das Leben allmählich wieder nach dem Trauernden greift und ihn nach und nach in die Normalität zurückholt. Wunden, auch seelische, brauchen ihre Zeit, um zu heilen. Aber wenn nichts außergewöhnliches vorliegt, dann heilt die Zeit die Wunden.
So allgemein können es alle sagen. Aber ich möchte die Wörter "Leben" und "Zeit" durch Gott ersetzen. Wer sonst ist es, der das Leben geschaffen hat und in ihm am Werk ist? Wer sonst ist es, der die Zeit erschaffen hat und durch sie Veränderungen bewirkt? Die Antwort steckt auch in dem Sprichwort »Gottes Mühlen mahlen langsam«. Für mich heißt das nichts anderes, als dass er mit seinem Plan und Willen zum Ziel kommt, auch wenn es dauert. Man kann das Sprichwort noch ergänzen mit dem Zusatz: »Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen!«.
Nach einer bestimmten Zeit können die meisten Trauernden wieder Freude empfinden. Und diese Freude ist umso intensiver, wenn die Trauer nicht einfach verdrängt worden ist, sondern Zeit hatte sich zu wandeln. Ein Mensch, der Trauer erlitten hat, kehrt als ein anderer ins Leben zurück als er vorher war. Er ist reifer und vielleicht sogar stärker geworden.
Gott tröstet auf vielfältige Weise. Er tut das durch Menschen, manchmal sogar durch Tiere und die Natur. Er heilt die Wunden der Trauer durch den Trost der Zeit. Aber er tröstet auch dadurch, dass er uns Jesus Christus schenkt. Durch ihn haben wir eine Hoffnung für die Verstorbenen und für uns selbst, die über das Grab hinausreicht. Das ist sein stiller und starker Trost für jeden von uns.

Herzliche Grüße besonders an die, die in diesem Jahr einen lieben Menschen verloren haben so wie ich meine beiden Eltern.

Hans Löhr

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Stress dich nicht selbst! hl

A. Losung: Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Psalm 23,2-3

B. Lehrtext: Jesus sprach: Fragt nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und macht euch keine Unruhe. Euer Vater weiß, dass ihr dessen bedürft. Lukas 12,29.30

Liebe Freunde,

"Macht euch keinen Stress!", sagt Jesus in unserer heutigen Ausdrucksweise, "Gott weiß doch, was ihr braucht."Hand aufs Herz, warum machen Sie sich eigentlich Stress? Und du? Und ich? Hat der viele negative Stress, den wir uns schon gemacht haben, das gebracht, was wir uns versprochen haben? Hat er uns tatsächlich genützt?
Was mich angeht, so weiß ich, dass Stress, den ich mir und anderen mache, schadet. Ich weiß das im Kopf. Aber ich tue mir schwer damit das, was ich weiß, auch zu tun. Die richtigen Einsichten führen leider nicht automatisch dazu, dass man dann auch das Richtige tut. Ich weiß genau, dass der Stress, den ich gerade habe zum Beispiel die Religionsstunde in der 4. Klasse überschattet. Aber die Kinder können doch nichts dafür, dass ich gestresst bin. Ich darf das nicht an ihnen auslassen. Sie haben ein Recht darauf, dass der Erwachsene, der sie unterrichtet, nicht nur gut vorbereitet, sondern zu ihnen auch freundlich und liebevoll ist. Dazu hilft mir, dass wir zu Beginn der Religionsstunde immer erst einmal singen und beten. Vielleicht würden auch unsere Politiker nicht so gestresst wirken, wenn sie vor jeder Kabinettssitzung erst einmal miteinander singen und beten würden. Das muss man sich mal vorstellen: Die Frau Merkel mit Herrn Westerwelle und Herrn Seehofer! Unserem Land würde das bestimmt nicht schaden. Aber wenn's sie nicht schaffen, dann könnten doch wir für unsere Regierung beten. Gott sei Dank tun das auch manche.
Macht euch keinen Stress! Jesus meint damit nicht, dass uns alles egal sein soll. Das Leben ist voller Herausforderungen, die wir annehmen müssen. Doch die Frage ist, mit welcher inneren Einstellung ich heran gehe. Ob ich der Meinung bin, dass alles von mir abhängt, oder ob ich das, was ich zu tun habe, im Gebet vor Gott bringe und ihn bitte, mich zu begleiten.
Dass auch Jesus sich und anderen Stress gemacht hat, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Er lebte voll und ganz in dem Bewusstsein, dass Gott jederzeit bei ihm ist und ihm gibt, was er gerade braucht. Er muss ein grenzenloses Gottvertrauen und eine wohltuende Ruhe ausgestrahlt haben, was viele Menschen anzog. In seiner Gegenwart fühlten sie sich sorglos und sicher. Und das gleiche geschieht jetzt im Glauben. Sobald ich mich für Gott, für Jesus öffnen kann, lässt mein Stress nach. Dann weiß ich, der gute Hirte ist ja da. Er schaut nach mir und gibt mir, was ich brauche. Was soll ich mir Stress und Sorgen machen? Damit ändere ich ja doch nichts. In der Ruhe liegt die Kraft, heißt es. In der Ruhe, die Gott mir im Glauben schenkt. Davon haben dann auch meine Mitmenschen etwas.

Denkt an die grünen Auen und das frische Wasser (Losung). Macht euch keinen Stress und lasst euch auch nicht von anderen stressen. Wenigstens heute nicht - und morgen vielleicht auch nicht.

Mit diesem biblischen Wunsch grüße ich Sie und Euch herzlich

Ihr/ Euer Hans Löhr

Dienstag, 26. Oktober 2010

Das Boot kommt hl

A. Losung: Israel ward durch den HERRN errettet, errettet für alle Zeit; ihr werdet nicht zuschanden, nicht mit Schmach bedeckt werden in Ewigkeit. Jesaja 45,17
B. Lehrtext: Bleibt in ihm, damit wir, wenn er offenbart wird, Zuversicht haben und nicht zuschanden werden vor ihm, wenn er kommt. 1.Johannes 2,28
Liebe Leserin, lieber Leser,

Gottes Volk, alle, die zu ihm gehören, sind errettet für alle Zeit, sagt der Prophet. Errettet davor, fern von Gott dahin zu siechen, errettet davor, an sich selbst zugrunde zu gehen, an der eigenen Gier, am Geiz, an Rücksichtslosigkeit und Gemeinheit. Nein, nicht die äußeren Feinde sind die große Gefahr. Diese lauert in uns selbst, in unseren Herzen, auch im Volk Gottes.
Wenn du ins Meer fällst und zu ertrinken drohst, dann gibt dir schon der Anblick des Rettungsboots, das auf dich zusteuert neue Kraft und du sagst, noch ehe es dich erreicht hat: Gott sei Dank, ich bin gerettet. So werden auch die verschütteten Kumpel in Chile gesagt haben, als endlich der Kontakt mit der Außenwelt hergestellt war, obwohl sie noch viele Tage warten mussten, bis sie aus ihrem Gefängnis wieder raus kamen.
Letzten Endes hängt es von deinem Vertrauen in den Retter ab, ob du durchhältst und davon, ob du überhaupt gerettet werden willst. Automatisch passiert nichts. Es braucht den Einsatz von beiden Seiten, den des Retters und dessen, der Hilfe braucht. Dass Gott uns durch Christus retten will, das alte wie das neue Gottesvolk, steht fest. Aber wir müssen ihm schon auch die Hand des Glaubens hinhalten, damit er uns rausholt aus dem, was uns bedroht.

Ich wünsche Ihnen /Dir einen Blick für seine Rettungsboote, die er dir immer wieder schickt.

Hans Löhr

Montag, 25. Oktober 2010

Innerlich gekündigt? hl

A. Losung: Seid getrost und lasst eure Hände nicht sinken; denn euer Werk hat seinen Lohn. 2.Chronik 15,7

B. Lehrtext: Tut euren Dienst mit gutem Willen als dem Herrn und nicht den Menschen; denn ihr wisst: Was ein jeder Gutes tut, das wird er vom Herrn empfangen. Epheser 6,7-8

Liebe Leserin, lieber Leser,

eine große Zahl von Mitarbeitern in Betrieben oder Behörden hat innerlich gekündigt. Das Verhalten der Vorgesetzten, das Arbeitsklima, schwierige Kollegen, eine nicht befriedigende, schlecht bezahlte Arbeit und so weiter hat dazu geführt, dass sie nur noch "Dienst nach Vorschrift" machen. Der Elan der ersten Zeit, die Bereitschaft sich zu engagieren, auch mal Dinge zu machen, für die man nicht unbedingt bezahlt wird – das alles hat sich verflüchtigt. Vielen graut es beim Aufstehen davor, bald in die Arbeit zu müssen. Aber es muss halt sein, weil man ja irgendwie Geld verdienen muss. Muss es wirklich so sein? Und vor allem, muss es so bleiben?
Wer innerlich gekündigt hat, schadet nicht nur der Firma, sondern sich selbst. Die Gefahr eines Burn-Out steigt. Die Lustlosigkeit am Arbeitsplatz überträgt sich aufs Privatleben. Es fehlt dir zunehmend die Kraft für deinen Partner und die Familie. So weit so schlecht.
In der Bibel gibt der Apostel Paulus einen wichtigen Hinweis. Er fordert uns auf, unsere Arbeit mit neuer Motivation zu tun. Es geht um die innere Einstellung und darum, wofür man arbeitet, für den Chef oder für sich selbst. Für einen guten Chef arbeitet man gern. Aber für einen schlechten? Wenn ich Paulus richtig verstanden habe, dann sagt er: "Gib trotzdem dein Bestes." Tu es um deiner selbst willen. Und wenn du gläubig bist, tu es um Gottes willen. Er hat dir die Möglichkeit gegeben, gute Arbeit zu leisten. Bleib also hinter deinen Möglichkeiten nicht zurück. Wer an seinem Platz auf Dauer zuverlässig und engagiert arbeitet, wird dafür belohnt werden, sagt die Tageslosung. Entweder wird er befördert, oder, wenn das nicht geschieht – was sehr kränkend sein kann –, wird er seinen Lohn von Gott empfangen (Lehrtext). Keiner müht sich umsonst.
Dass ich gute Arbeit leiste, das bin ich mir selbst und bin ich Gott schuldig. Er hat auch gute Arbeit geleistet als er die Welt und mich geschaffen hat und tut es noch immer. Ihn will ich mit meiner Arbeit ehren, egal was Menschen dazu sagen. Das soll mein Stil sein.

Gott segne Ihre / Deine Arbeit in dieser Woche

Hans Löhr

Freitag, 22. Oktober 2010

schon & noch nicht ebl

A. Losung: Es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR. Jeremia 31,34

B. Lehrtext:
Wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 1.Johannes 3,2

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

Gott verheißt im Alten Testament den Frauen und Männern des Volkes Israel einen neuen Bund mit ihm und er sagt in diesem Zusammenhang: "Ich werde ihnen mein Gesetz nicht auf Steintafeln, sondern in Herz und Gewissen schreiben. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein." Und weiter sagt er - damit sind wir dann bei der heutigen Tageslosung:
"Niemand muss dann noch seinen Nachbarn belehren oder zu seinem Bruder sagen: 'Lerne den Herrn kennen!' Denn alle werden dann wissen, wer ich bin, von den Geringsten bis zu den Vornehmsten. Das sage ich, der Herr." (Nachzulesen ist das im Buch des Propheten Jeremia 31,34).
Was für ein Gedanke: Gott 'stimmt uns' Herz und Gewissen - und das leitet uns dann bei unseren Entscheidungen und in dem, wie wir uns tagtäglich verhalten...
Das ist eine Herausforderung, denn noch leben wir nicht in der erlösten Welt und sollen doch versuchen, schon HEUTE Jesus ähnlicher zu werden: "Ihr Lieben, wir sind schon Kinder Gottes. Was wir einmal sein werden, ist jetzt noch nicht sichtbar. Aber wir wissen, wenn es offenbar wird, werden wir Gott ähnlich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er wirklich ist." (1.Johannes 3,2)

Gute Erfahrungen in diesen Herausforderungen wünscht Euch mit einem morgendlichen Bündel Sonnenstrahlen

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Gold und Silber ebl

A. Losung: Silber und Gold kann nicht erretten am Tage des Zorns des HERRN. Hesekiel 7,19

B. Lehrtext: Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat. Lukas 12,15

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser,

"Silber und Gold kann nicht erretten am Tage des Zorns des HERRN." So lautet die heutige Losung aus dem Buch des Propheten Hesekiel (7,19) im Alten Testament. Und der Evangelist Lukas schreibt etwas allgemeiner in seinem Evangelium im Neuen Testament: "Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat." (Lukas 12,15) "Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt" - so höre ich ab und zu Leute sagen. Und ich finde, sie haben recht. Es beruhigt mich, zu wissen, dass wir hier im Pfarrhaus durch unser Gehalt ziemlich sicher davon ausgehen können, dass wir auch in Zukunft in warmen Räumen leben, dass es jeden Tag etwas zu essen gibt, dass jeder von uns sein Bett hat und für neue Winterstiefel das Geld auch noch reichen wird.
Losung und Lehrtext wollen uns vor etwas anderem warnen: Davor, dass Geldangelegenheiten in unserem Leben zu wichtig werden. Dass die tägliche DAX-Entwicklung über unsere Laune bestimmt oder das Wälzen von Hochglanzbroschüren für Kapitalanlagen unsere Hauptbeschäftigung ist. Auf Gottes 'Konto' sind andere Werte wichtig: Unsere Aufmerksamkeit für unsere eigene Gesundheit, die Zeit und Energie für Freundschaftsdienste gegenüber anderen, Zeit für Gott in einem Zwiegespräch oder einem Loblied. Schlichte Dinge, die uns doch reich machen können. Innerlich reich.

Solche bereichernden Momente wünscht Ihnen / Euch heute

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Kein Cola-Automat ebl

A. Losung: Ich bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. Psalm 69,14

B. Lehrtext:
Christus spricht: Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun. Johannes 14,14

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde,

"Ich bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe" (Psalm 69,14) - so lautet die heutige Losung aus dem Alten Testament. Um zu verstehen, was mit der 'Zeit der Gnade' gemeint sein könnte, lese ich in der 'Guten Nachricht', einer neueren Bibelübersetzung, den Psalmvers nach. Dort steht: "Doch ich bete zu dir, Herr! Hilf mir in der Stunde, die du bestimmst! Du bist so reich an Güte, darum erhöre mich. Du bist doch der Retter, auf den Verlass ist."
Wir können also, das wird uns heute zugesagt, jederzeit Gott um Hilfe bitten. Aber zugleich müssen wir uns dessen bewusst sein, dass Gott kein Colaautomat ist: Geld rein, Flasche raus - dieses System funktioniert nicht. Denn Gott sieht weiter und weiß mehr als wir - daher bestimmt er, wie und wann Hilfe für uns einsetzt. Also sind wir herausgefordert, auf Gottes GUTEN Willen für uns zu vertrauen und manchmal geduldig zu sein.

Auch Jesus macht uns Mut, uns voller Vertrauen an ihn zu wenden: "Wenn ihr mich um etwas bittet und euch dabei auf mich beruft, werde ich eure Bitte erfüllen." Trauen wir uns also, mit unseren Bitten zu ihm zu kommen!

Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen / Euch
Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 18. Oktober 2010

Wo steht unser Stall? ebl

A. Losung: Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber mein Volk versteht's nicht. Jesaja 1,3

B. Lehrtext: Daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten. 1.Johannes 2,3



Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

es hat mich, wenn ich früher ab und zu einen Ausritt gemacht habe, immer gewundert, mit welch instinktiver Sicherheit mein Pferd wusste, wann es wieder Richtung Heimat ging. Wir konnten noch so weit vom Stall entfernt sein - ging es für die Fuchsstute in die richtige Richtung, also nach Hause - dann beschleunigte sie ihren Schritt, hob den Kopf und schnaubte erwartungsvoll angesichts einer Schütte Hafer, die dort wartete. Die heutige Losung knüpft an meine Erfahrung mit ähnlichen Bildern an: "Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber mein Volk versteht´s nicht." (Jesaja 1,3) Wir Menschen stellen uns, so beobachtet der Prophet Jesaja, als Gläubige wohl manchmal ziemlich an. Sei es, weil wir die falschen Prioritäten setzen oder auf die Begleitung und Hilfe Gottes HEUTE doch nicht so recht trauen. Woran würden andere Leute erkennen, "wo unser Stall steht", was uns wichtig ist und prägen darf? Johannes gibt im Neuen
Testament eine ganz einfach Antwort auf diese Frage:
"Daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten." (1.Johannes 2,3)

Einen gesegneten Start in die neue Woche wünscht Ihnen und Euch

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Samstag, 16. Oktober 2010

frei! hl

A. Losung: Der HERR macht die Gefangenen frei. Psalm 146,7

B. Lehrtext: Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Matthäus 5,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

frei! 69 Tage zwischen Angst und Hoffnung in mehr als 600 Metern Tiefe gingen glücklich zu Ende. Nie zuvor waren Bergleute so lange unter Tage gefangen. Zahllose Menschen haben weltweit an den Fernsehapparaten Tränen vergossen, als sie Zeugen wurden, wie ein Kumpel nach dem andern aus dem Gefängnis im Bauch des Berges befreit worden ist. Ebenso weltweit hatten zuvor Menschen für die Rettung der Kumpel gebetet und danken jetzt Gott, dass er die Gebete erhört hat.
Aber es gibt auch eine andere Sichtweise. Gestern stand auf Seite 3 der Süddeutschen Zeitung ein Artikel mit folgendem Satz: »Gerade bei der Rettung von Chile war es eben nicht göttliche Fügung, Es waren keine metaphysischen Wunder ...: Es war die menschliche Anstrengung, und es war ein unerschütterlicher Glaube – nicht an Gott, sondern an den Erfolg. Und somit an uns selbst.« (SZ, 15.10.2010, Seite 3).
Dem halte ich schlicht und einfach das Wort aus der heutigen Tageslosung entgegen : "Der Herr macht die Gefangenen frei." Unser Glaube verändert die Sicht auf die Welt und unser Leben radikal. Entweder sind wir Zufallsprodukte ohne besonderen Wert, die von den Zufällen des Lebens hin und her geworfen werden. Oder wir sind Gottes geliebte Geschöpfe, einzigartig und wertvoll nicht durch und aus uns selbst heraus, sondern weil wir uns nicht selbst gehören, sondern ihm.
Ich glaube – beweisen kann ich es nicht – dass Gott die Gefangenen in ihren Gefängnissen, wo auch immer sie sich befinden, nicht vergisst. Joseph, Jakobs Sohn, schmachtete 14 Jahre unschuldig im Gefängnis der Ägypter. Andere hätten vielleicht aufgegeben und Gott vergessen. Aber Joseph vertraute weiterhin auf ihn. Und schließlich wurde sein Vertrauen nicht enttäuscht. "Gib nie auf, niemals!" – Das ist ein Satz, den die Schüler der 4. Klasse bei mir lernen, wenn ich mit ihnen die Josephsgeschichte durchnehme.
Und auch heute sitzen nicht wenige im Gefängnis, weil sie sich für die Menschenrechte einsetzen, wie der diesjährige Träger des Friedensnobelpreises aus China Liu Xiaobo, oder weil sie an ihrem Glauben festhalten. Jesus nennt sie "selig" und sagt mit dem Bildwort "Himmelreich", dass sie zu Gott gehören. Wir können froh und dankbar sein, dass wir zur Zeit in Deutschland weder wegen unseres Glaubens noch wegen unseres Engagements für Menschenrechte, Frieden und Bewahrung der Schöpfung verfolgt und eingesperrt werden. Das war früher zur Zeit der Nazis und der DDR-Kommunisten anders. Das kann auch in Zukunft wieder anders werden, wenn der offensive Atheismus, wie er in jenem Artikel der Süddeutschen Zeitung vertreten wird, in Aggression und Verfolgung umschlägt. Beten wir, dass es nicht dazu kommt. Aber wundern wir uns nicht allzu sehr, wenn es doch geschieht.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Freitag, 15. Oktober 2010

Auf der Flucht von Gott zu Gott hl

Losung: In meinem Zorn habe ich dich geschlagen, aber in meiner Gnade erbarme ich mich über dich. Jesaja 60,10

Lehrtext: Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. 1.Johannes 5,12
Liebe Leserin, lieber Leser,

schroff und kompromisslos kommen die Bibelworte der Tageslosung und des Lehrtextes heute daher. Dass Gott auch zornig sein kann, wollen wir heutigen Christen lieber nicht wahrhaben und schon gar nicht, dass er uns schlägt. Ist er denn nicht ein lieber Gott? Frühere Generationen haben Schicksalsschläge durchaus als Schläge eines zornigen Gottes verstanden und sie zum Anlass genommen, ihr Leben von Grund auf zu überprüfen und neu an seinem Wort und Willen auszurichten. Schicksalsschläge gibt es immer noch, und sie können jeden von uns jederzeit treffen. Die Frage ist, ob auch die harten und dunklen Seiten des Lebens etwas mit Gott zu tun haben. Und wenn nein, womit dann. Ich lasse diese Frage jetzt einfach mal so stehen, damit jeder selbst darüber nachdenken und eine Antwort für sich finden kann. Wer trotzdem die Ansicht meiner Frau oder von mir dazu wissen will, kann uns ja eine E-Mail schreiben.
Auch zum Lehrtext ist dieses Mal nicht viel zu sagen. Entweder – oder, heißt es da. Entweder du glaubst an Jesus Christus und empfängst von ihm das Leben, das er dir geben will, oder du glaubst nicht und gehst leer aus. Vielleicht läuft es letzten Endes darauf hinaus. Aber Jesus sagt zu uns nicht "Vogel friss oder stirb". Er geht uns vielmehr nach wie ein Hirte seinem Lamm, das sich verlaufen hat, um uns in die Gemeinschaft mit Gott zurückzubringen, - wenn uns denn daran liegt, dass wir uns von ihm finden lassen wollen.
Martin Luther hat in solchen Fällen, wenn sich Dinge ereignet haben, bei denen der Glaube an Gott zu zerbrechen drohte, gesagt: Fliehe von dem strafenden und strengen Gott zu dem barmherzigen. Denn Gottes Wesen ist nicht Zorn, sondern Liebe. Der Zorn vergeht, die Liebe bleibt.
Nachdenklich grüßt

Hans Löhr

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Streit in der Kirche hl

A. Losung: Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Sprüche 1,7
B. Lehrtext: In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Kolosser 2,3

Liebe Leserinnnen und Leser,

heute mute ich Ihnen /Euch einen etwas längeren Abschnitt zum Lesen und Mitdenken zu.
Die Kirchenleitung unserer bayerischen Landeskirche (1) möchte die Präambel (2) des Grundartikels unserer Kirchenverfassung durch einen Zusatz verändern, der das Verhältnis unserer Kirche zum Judentum beschreibt. Darüber ist in unserer Kirche ein Streit ausgebrochen. Denn in der Präambel der Kirchenverfassung steht, was die evangelischen Christen in Bayern
glauben und bekennen. So sollen wir alle miteinander künftig bekennen und glauben, was in der Ergänzung steht: "Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ... bezeugt mit der Heiligen Schrift die bleibende Erwählung des Volkes Israel und weiß sich dem jüdischen Volk geschwisterlich verbunden."
Unstrittig ist, dass wie unser Volk so auch unsere Kirche eine besondere historische Verantwortung und Verpflichtung den Juden gegenüber hat, dass keinerlei antisemitische Tendenzen mehr geduldet werden dürfen. Verständlich ist, dass man dies auch nach außen hin deutlich machen möchte. Ich persönlich hätte auch kein Problem damit, die "bleibende Erwählung des Volkes Israel" zu bezeugen und "dem jüdischen Volk geschwisterlich verbunden" zu sein. Mein künftiger Schwiegersohn Brian ist beispielsweise eine liebenswürdiger und feinsinniger amerikanischer Jude. Aber hier geht es nicht darum, wozu ich persönlich bereit bin oder was mir sympathisch ist, sondern ob das, was in der Ergänzung zur Präambel steht, durch die Bibel (= das Wort Gottes) gedeckt ist. Und das ist es meines Erachtens nicht!
Damit sind wir bei der heutigen Tageslosung. "Die Furcht des Herrn", das ist der Respekt vor seinem Wort und den Menschen in der Bibel, die sein Wort bezeugt haben wie zum Beispiel die Propheten, Evangelisten und Apostel. Wenn man die Bibel im Ganzen liest und nicht nur einzelne Stellen heraus nimmt, kann von einer "bleibenden Erwählung des Volkes Israels" so nicht die Rede sein. Gerade in dem Abschnitt der Bibel, auf den sich die Befürworter der Ergänzung stützen (3), lesen wir, dass der dreieinige Gott selbst die Zweige (das sind die Anhänger des alten jüdischen Glaubens) aus dem heiligen Ölbaum (4) ausgebrochen hat bis auf einige, die zum Glauben an Jesus gekommen sind (5). Stattdessen hat er die Heiden "eingepropft", Nichtjuden, die sich haben taufen lassen und Christen geworden sind. Ihnen sollen es die Juden gleich tun (6). Wenn aber, so Paulus, die Juden nicht im Unglauben bleiben (und nun ebenfalls Jesus Christus als ihren einzigen Herrn und Gott annehmen), kann der dreieinige Gott sie in den Ölbaum wieder einpfropfen (7). Dann sind auch sie wie die anderen Christen bleibend erwählt und werden (!) unsere Geschwister durch den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus. Dann werden auch sie Gottes Barmherzigkeit erlangen (8). Anders gesagt, Juden sind
auf Hoffnung hin (in einer zukünftigen Zeit) erwählt und auf Hoffnung hin Geschwister im gemeinsamen Glauben an Jesus Christus. Dann aber ist es unsere Aufgabe, sie als Christen jetzt schon zu diesem Glauben einzuladen.
Mir mag das gefallen oder nicht. Das mag nach unseren heutigen Maßstäben tolerant erscheinen oder nicht, politisch korrekt sein oder nicht. Das alles spielt keine Rolle. Einzig und allein zählt das Zeugnis der Bibel. Von mir wird zu Recht verlangt, in diesem wie in allen anderen Fällen, Gottes Wort zu respektieren aus Ehrfurcht vor dem, der es uns gegeben hat und um zu erkennen, was es besagt (Losung). Diese Einsicht gewinnen wir in Christus selbst, in dem die Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind (Lehrtext).


Das glaubt

Ihr / Euer Hans Löhr

PS: Bei Interesse bitte nachlesen Neues Testament, Brief an die Römer Kapitel 9-11, besonders Kapitel 11,1-32
Anmerkungen:
zu (1)
Bestehend aus Landesbischof, Landessynode, Landeskirchenrat und Landessynodalausschuss
zu (2) Eine Präambel (Einleitung) soll der Darstellung von Motiven, Absichten, Zwecken durch ihre Verfasser dienen und darlegen, was in unserer Kirche geglaubt und bekannt wird.
zu (3) Neues Testament, Römerbrief Kapitel 9 bis 11
zu (4) Ein Bild für das Volk Israel, das Gott sich in Abraham erwählt hatte, damit es sein heiliges Volk sei.
zu (5) Siehe Römer Kapitel 11, Verse 17-20
zu (6) Siehe Römer Kapitel 11, Vers 11
zu (7) Siehe Römer Kapitel 11, Vers 23
zu (8) Siehe Römer Kapitel 11, Vers 31

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Der Fürsprecher hl

A. Losung: Mein Herz hält dir vor dein Wort: »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz. Psalm 27,8

B. Lehrtext: Christus ist eingegangen in den Himmel, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen. Hebräer 9,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

was in der heutigen Tageslosung steht, ist für mich Glaube. Ich soll dem, was Gott mir in der Bibel Gutes zusagt, vertrauen. Und wenn ich ihn dann brauche, soll ich im Gebet zu ihm kommen und ihm kühn seine Zusagen vorhalten. Etwa so:
"Ich bin gerade so mutlos, doch du, Herr, hast gesagt »Ich wohne bei den Verzagten und gebe ihnen Hoffnung und neuen Mut (Jesaja 57,15b)«. Also tu was du sagst, bitte!" Oder "Ich trage schwer an meiner Schuld. Doch du, Gott, hast versprochen, dass du sie mir vergibst" (Jesaja 43,25) Oder "Du, Herr, hast mir doch dein Wort gegeben, dass du mit mir sein, mich stärken und mir helfen willst (Jesaja 41,10). So halte nun dein Wort, denn ich brauche dich jetzt."
Das ist ein Glaube, wie er Gott gefällt. Und er wird dich nicht übersehen.
Doch damit ich Gott sein eigenes Wort vorhalten und ihn bitten kann, es zu halten, muss ich es kennen. Gott erfüllt nicht irgendwelche Wünsche, sondern seine Verheißungen (D. Bonhoeffer). Mit ihnen komme ich zu ihm (= vor sein Angesicht) und vertraue, dass er sie auch für mich erfüllt.
Doch wo finde ich das Angesicht des Allmächtigen? Ich finde es in Jesus, der von sich sagt: "Wer mich sieht, der sieht den Vater." (Joh 14,9) Und der zu dir und zu mir sagt: "Bittet, so wird euch gegeben. Klopft an, so wird euch aufgetan!" (Lukas 11,9) Er, Jesus, bringt unsere Bitten vor Gott. Gut, dass wir diesen Fürsprecher haben.


Herzliche Grüße

Ihr / Dein Hans Löhr

Montag, 11. Oktober 2010

Einsam und gemeinsam hl

A. Losung: Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel. Psalm 48,10

B. Lehrtext: Der Geheilte sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Apostelgeschichte 3,8


Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist schon so, wir brauchen nicht nur einen zeitlichen "Ort", an dem wir zu Gott beten und an ihn denken. Wir brauchen nicht nur eine bestimmte Tageszeit, an der wir das möglichst regelmäßig tun. Wir brauchen auch einen "räumlichen" Ort, zum Beispiel unser Bett oder eine bestimmte Ecke in unserer Wohnung. Je mehr wir beim Beten eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort aufsuchen, je regelmäßiger wir das tun, desto inniger wird unsere Beziehung zu Gott. Diese Erfahrung ist uralt und hat sich zum Beispiel im Klosterleben niedergeschlagen, wo es seit 1700 Jahren regelmäßige Gebete während des Tages gibt.
Doch das Gebet im "stillen Kämmerlein" kann nicht das Gebet und das Gedenken an Gott in der Gemeinschaft der Gläubigen ersetzen. Seit tausenden von Jahren versammeln sich Menschen in Tempeln, Synagogen, Kirchen und Kapellen, um sich gemeinsam ihres Glaubens zu vergewissern, gemeinsam Gott zu loben und von ihm zu hören.
In Burgoberbach haben wir die Besonderheit, dass eine Schul-Aula für kurze Zeit zum Gottesdienstraum wird, wo das alles geschieht. Vorher und nachher ist da nur Schule mit allem, was zu einer Schule gehört, mit Kindern und Lehrern, mit Klassenzimmern, Tafeln und Schulbänken.
Aber alle 14 Tage ereignet sich dort für für eine gute Stunde etwas Besonderes: Da kommen Menschen aus der ganzen Region und feiern miteinander Gottesdienst in einer guten Atmosphäre. Und sie kommen, weil sie in ihrem Leben Gottes Güte erfahren haben und ihm jetzt dafür danken möchten. Sie kommen, weil sie krank waren und wieder gesund geworden sind und Gott dafür loben möchten. Sie kommen weil ihre Partnerschaft oder Ehe wieder heil geworden ist. Weil die Beziehungen in der Familie wieder funktionieren. Oder auch, weil das alles eben nicht so ist und sie darum dringend Gottes Beistand und Kraft brauchen, damit sie die Durststrecken des Lebens überwinden können.
Doch, es ist gut allein zu beten, allein in der Bibel zu lesen und dabei über Gott nachzudenken und die Rolle, die er in Ihrem / Deinem Leben spielt. Aber es ersetzt nicht das Erlebnis der Gemeinschaft. Und darum freuen meine Frau und ich uns, wenn wir Sie / Dich das nächste Mal wieder zum Gottesdienst in unseren Kirchen oder zum Lichtblick in der Aula der Schule in Burgoberbach begrüßen dürfen. Er wird Ihnen / Dir gut tun.

Herzliche Grüße und Gottes Segen für die neue Woche!

Hans Löhr