Mittwoch, 8. Juli 2020

Das Gängelband ist zerrissen hl

Losung: So spricht der Herr: »Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber mit dem Herzen sind sie weit weg von mir. Ihre Frömmigkeit beruht nur auf Vorschriften, die Menschen aufgestellt haben. Deshalb handle ich auch weiterhin unverständlich für dieses Volk. Ja, sie werden nicht begreifen, wie ich mit ihnen umgehe: Die Weisen werden ihre Weisheit verlieren, und von all ihrer Klugheit findet sich keine Spur.« Jesaja 29,13.14 

Lehrtext: Viele, die Jesus zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er dies? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche Taten geschehen durch seine Hände? Markus 6,2 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

seit mehr als 3000 Jahren bis heute lassen sich die meisten Juden, Christen und Muslime von anderen Vorschriften machen, wie sie glauben, wie sie leben und wie sie Gott ehren sollen.

     Woher wissen denn diese „Vorschreiber“ das? Und halten sie sich selbst an das, leben sie das vor, was sie anderen vorschreiben?

     Und die, die sich an diese Vorschriften halten, warum tun sie das? Aus Gewohnheit und Tradition? Weil sie denkfaul sind? Weil sie für sich selbst keine Verantwortung übernehmen wollen? Weil sie glauben, dass religiöse Vorschriften von Gott seien und deshalb unbedingt befolgt werden müssten? Weil sie gern irgendwelchen Führern und Gurus nachlaufen, die ihnen sagen, was sie denken und tun sollen? Weil sie vor lauter Lebensangst sich an solche Vorschriften klammern wie an ein Geländer? Weil sie alles richtig machen wollen und darüber versäumen, das Richtige zu tun?

     Da muss nur einer einen komischen Hut aufhaben und sagen „Ich bin Bischof“, schon küsst man ihm den Ring und hängt an seinen Lippen. Da muss nur einer mit dem Jüngsten Gericht und Höllenstrafen drohen, schon glaubt man ihm, weil er es doch so ernst meint. Da muss nur einer seinen Anhängern sagen, sie würden gerettet und alle anderen müssten für immer brennen, schon sind sie bereit auch finanziell für ihn durchs Feuer zu gehen.

     Die Vorschriften-Frömmigkeit, den Vorschriften-Glauben – vergiss es! Das hält dich unmündig und unwissend. Das hindert dich daran zu erleben, wie dir Gott in Jesus begegnet (Losung). Wundere dich lieber, staune lieber darüber, dass Jesus deine religiösen Ketten zerbricht und durch ihn Dinge geschehen (Lehrtext), die dich unbeschwert und lebensfroh machen.

     Er war kein Vorschreiber, sondern ist ein Ermutiger, ein Ermöglicher, ein Befreier (=Erlöser). Er schenkt deiner Seele Flügel, dass sie in sein Licht fliegen kann und die Bevormunder mit ihren Lippenbekenntnissen und Vorschriften (Vers vor der Losung) unter sich lässt. 

Gebet: Herr, du willst, dass alle, die auf dich schauen, frei werden und sich unbeschwert ihres Lebens freuen können. Darum hast du das Gängelband der Vorschriften zerrissen. Wir brauchen niemand mehr, der uns sagt, wo es lang geht. Wir haben dich. Du bist der Weg. Dir will ich folgen, und du wirst mich begleiten. Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Dienstag, 7. Juli 2020

Rufen wie Bartimäus. Glauben wie ein Kind. hl

Losung: Ich sprach, da ich weglief vor Angst: Ich bin verstoßen aus deinen Augen. Doch du hast mein lautes Flehen gehört, als ich zu dir schrie. Psalm 31,23 

Lehrtext: Am Wege saß ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Und als er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, fing er an zu schreien und zu sagen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und viele fuhren ihn an, er sollte schweigen. Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Markus 10,46-48.49 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

bist du Jesus wichtig? Ob ich als Pfarrer ihm wichtig bin, weiß ich nicht. Eher nicht. Vielleicht als Mensch. Ob Theologieprofessoren, Päpste, Bischöfe und so weiter ihm wichtig sind, weiß ich nicht. Manchmal denke ich, eher nicht. Es sei denn, sie geben zu, vor ihm blinde Bettler zu sein wie Bartimäus. Und der war Jesus wichtig (Lehrtext), das weiß ich. Und dass du ihm wichtig bist, das glaube ich, vor allem, wenn du hilfs- und liebesbedürftig bist. Wenn du dir aber auf deinen Glauben etwas einbilden solltest, was ich nicht hoffe, dann sähe es wieder anders aus.

     Leute, die sich bei Gott für wichtig halten, haben nicht nur damals die Kinder (Markus 10,13-16) oder Zachäus (Lukas 19,2-8) oder eben Bartimäus mundtot machen wollen. Aber Jesus hat das nicht geduldet. Und gerade der Blinde hat sich das nicht gefallen lassen und nur um so lauter nach ihm geschrien. Und – er ist von ihm gehört worden.
     Nimm dir Bartimäus als Beispiel. Lass dich, wenn es um den Glauben geht, von niemandem einschüchtern. Bleibe cool, deine persönliche Beziehung zu Gott in Jesus ist allemal wichtiger als was andere meinen.
 

Gebet: Herr, ich weiß nicht, ob ich korrekt glaube. Ich weiß nicht, ob alles stimmt, was ich über dich denke. Ich weiß nicht, ob ich die Bibel immer richtig verstehe. Aber das glaube ich, dass du keine Glaubensprüfungen machst, sondern dafür sorgst, dass aus meinem Senfkornglauben ein Baum werde. Und dabei kommt es dir nicht darauf an, dass ich alles richtig mache, sondern das Richtige und dir wie ein Kind vertraue. Und genau das will ich tun. Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Montag, 6. Juli 2020

Die Beziehungsstörung ist behoben hl

Losung: So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein. Psalm 103,12 

Lehrtext: Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden. Römer 5,20 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

meiner Meinung nach kann man nur Gesetze übertreten, und darum betrifft die Losung hauptsächlich Juden, deren Leben von religiösen Gesetzen umstellt ist. Nun gut, man kann auch die Zehn Gebote übertreten. Insofern ist dieser Satz aus der Losung tröstlich, dass Gott mir meine Übertretungen nicht vorhält, sondern mich davon befreit.   
     Und auch die Sünde, von der im Lehrtext die Rede ist, ist ein sehr allgemeiner Begriff. Darunter versteht fast jeder etwas anderes. Für mich ist Sünde eine Beziehungsstörung, wenn die Beziehung zu Gott oder zu meinen Mitmenschen oder zu beiden aus unterschiedlichen Gründen gestört oder gar zerbrochen ist.
     Der Wortsinn von „Sünde“ ist Trennung. Menschen können sich von mir trennen und ich mich von ihnen. Und ich kann mich auch von Gott trennen. Aber er nicht von mir. Seine Liebe ist mit Trennung nicht vereinbar. Sie ist stärker als alles, was mich von ihr trennen könnte. Gegen sie und gegen Gottes Gnade kommt meine Sünde nicht an. So hat es der Apostel Paulus in seinem Brief an die Christen in Rom im Kapitel 8, Verse 38 und 39 und im Lehrtext geschrieben. Mein Glaube lebt nicht zuletzt von diesem Wort.
     Darum muss sich vor Gott weder ein schlechtes Gewissen noch Angst haben. Im Gegenteil. Für manche Menschen mag ich vielleicht ein Sünder sein. Für ihn aber bin ich ein Mensch, dem vergeben ist. Das lässt mich unbeschwert und frei leben. Das lässt mich dankbar sein und darauf achten, dass meine Beziehungen zu Gott und meinen Mitmenschen intakt bleiben. 

Gebet: Herr, ich bin so froh, dass ich mir deine Gnade nicht verdienen muss und erst recht, dass ich sie nicht beschädigen kann. Du machst deine Beziehung zu mir nicht davon abhängig, wie ich mich verhalte. Du bist souverän genug, mich auch dann noch zu lieben, wenn ich es nach menschlichem Ermessen nicht verdient habe. Dafür danke ich dir und darauf vertraue ich. Amen 

Herzliche Grüße, 
Ihr / dein Hans Löhr 

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Sonntag, 5. Juli 2020

Raus aus deinem Ägypten! (Predigt) hl

Lichtblickgottesdienst in Burgoberbach. Predigt: Hans Löhr

Liebe Freunde,

meine jüngste Tochter war vielleicht drei oder vier, da habe ich sie scherzhaft gefragt: „Wem gehörst du denn?“ Die Antwort, die ich erwartete, war „der Mama“, aber noch lieber hätte ich gehört, „dem Papa“. Stattdessen sagte sie spontan: „Mir selber!“ Da war ich vielleicht verblüfft! Und so selbstbewusst wie jene Antwort war, so ist sie auch bis heute geblieben.

Und jetzt frage ich dich: Wem gehörst du? Bei uns in Franken ist es üblich, dass Erwachsene ein Kind, dass sie nicht kennen, fragen: „Wem g‘hörst ner (nachher) du?“ Und meistens sagt es dann: „Ich bin der Meiers Fritz“. Und das sagen dann auch noch die Erwachsenen von sich. Sie nennen seltsamerweise zuerst den Nachnamen und dann den Vornamen. Jedenfalls weiß der Fragende dann sofort, mit wem er es zu tun hat.

Und so frage dich jetzt noch mal: Wem gehörst denn du? Klar, auch du gehörst in gewisser Hinsicht deinen Eltern und natürlich auch dir selber. Aber als Deutscher oder Deutsche gehörst du auch dem deutschen Staat. Falls du das bezweifelst, dann zahle einfach mal keine Steuern, dann wirst du schnell merken, wem du gehörst und nach wessen Pfeife du tanzen musst.

Und als Angehöriger einer Firma gehörst du gewissermaßen auch dem Betrieb. Da hast du klare Pflichten, die du erfüllen musst, aber auch Rechte. Du bekommst Lohn für deine Arbeit, Urlaubstage und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Doch wenn man sich von dir trennt oder, schönfärberisch gesagt, wenn man dich „freistellt“, gehörst du nicht mehr dazu. Dann musst du selber zusehen, wo du bleibst und wo du deine Brötchen verdienen kannst. Auch Ehepaare gehören gewissermaßen einander. Manchmal lebenslang, manchmal auf Zeit. Bei Frauen kommt das oft auch im Nachnamen zum Ausdruck, wenn sie ihn von ihrem Mann übernommen haben.

Wie sich Gott uns Menschen bekanntgemacht hat

Und damit sind wir in der Bibel. Auch da macht der Name deutlich, wem ein Mensch gehört. Ich lese dazu den Abschnitt, in dem sich Gott dem Mose bekannt macht. Er steht im 2. Buch Mose in Kapitel drei. Da heißt es:

1.    Stimme aus dem Feuer zu einem Schafhirten (Nicht im Tempel zu einem Priester)

»Mose hütete damals die Schafe seines Schwiegervaters Jethro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er die Herde von der Steppe hinauf in die Berge und kam zum Horeb, dem Berg Gottes. Dort erschien ihm der Engel des HERRN in einer Flamme, die aus einem Dornbusch schlug. Als Mose genauer hinsah, bemerkte er, dass der Busch zwar in Flammen stand, aber nicht niederbrannte. »Merkwürdig«, dachte Mose, »warum verbrennt der Busch nicht? Das muss ich mir aus der Nähe ansehen.«

Der HERR sah, dass Mose sich dem Feuer näherte, um es genauer zu betrachten. Da rief er ihm aus dem Busch zu: »Mose, Mose!« »Ja, Herr«, antwortete er. »Komm nicht näher!«, befahl Gott. »Zieh deine Schuhe aus, denn du stehst auf heiligem Boden!

2.    Selbstvorstellung Gottes: Wer ich bin

Ich bin der Gott, den schon deine Vorväter verehrt haben, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.« Mose verhüllte sein Gesicht, denn er hatte Angst davor, Gott anzuschauen.

3.    Was ich bin (mitfühlender Befreier)

Der HERR sagte: »Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Schreien über ihre Antreiber habe ich gehört, ich kenne seine Schmerzen.

4.    Was ich tun werde (Gottes Absicht)

Nun bin ich herabgekommen, um sie aus der Gewalt der Ägypter zu retten. Ich will sie aus diesem Land herausführen und in ein gutes, großes Land bringen, in dem es Milch und Honig im Überfluss gibt. 9 Ja, ich habe die Hilfeschreie der Israeliten gehört; ich habe gesehenwie die Ägypter sie quälen.

5.    Was du tun sollst (Auftrag)

Darum geh nach Ägypten, Mose! Ich sende dich zum Pharao, denn du sollst mein Volk Israel aus Ägypten herausführen

6.    Wie ich heiße (Der Gottesname als Zusage und Ermutigung)

Mose entgegnete: »Wenn ich zu den Israeliten komme und ihnen sage, dass der Gott ihrer Vorfahren mich zu ihnen gesandt hat, werden sie mich nach seinem Namen fragen. Was sage ich dann?« 14 Gott antwortete: »Ich bin der IchBinDa! Darum sag den Israeliten: Der IchBinDa hat mich zu euch gesandt. 15 Ja, der HERR hat mich geschickt, der Gott eurer Vorfahren, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. – Denn das ist mein Name für alle Zeiten. Alle kommenden Generationen sollen mich so nennen.«

Was diese Geschichte erzählt, war damals im Alten Orient einzigartig und revolutionär. In allen Kulturen damals hat es Sklaven und Zwangsarbeiter gegeben. Das war völlig normal. Wenn ein Volk gegen ein anderes Krieg geführt hatte, – und damals wurden viele Kriege geführt –, dann gehörten die Besiegten den Siegern und wurden versklavt. Aber nie hat es das gegeben, was wir soeben gehört haben. Nie hat ein Gott gesagt: Diese Sklaven sind mein Volk. Sie gehören nicht dem Sieger, nicht dem König, sondern mir.« 

Aus dieser Geschichte wächst der Glaube der Israeliten und heute der Juden ebenso wie der Glaube von uns Christen. Unser Gott ist nicht ein Gott der Pharaonen, nicht der Ausbeuter und Unterdrücker, sondern in erster Linie ein Gott der Sklaven, der Erniedrigten und Beleidigten, der Gefangenen und Geschundenen, der Armen und der Flüchtlinge.

Diese Geschichte, liebe Freundinnen und Freunde, hat es in sich. Wer wissen will, wer Gott ist, muss unbedingt auch diese Geschichte kennen. Sie ist die Gründungsurkunde für den Glauben der Juden und auch für den Glauben der Christen.

Der Gott der Sklaven… 

Nun also brennt da ein Busch in der Steppe. Aber er verbrennt nicht. Und als der Schafhirte Mose neugierig hinzutritt, hört er eine Stimme die sagt: „Ich bin der Gott der hebräischen Zwangsarbeiter in Ägypten. Sie gehören nicht dem Pharao, sondern mir. Und du wirst sie mit meiner Hilfe befreien.“ Unfassbar, da interessiert sich ein Gott für diejenigen, die ganz unten sind. Mehr noch: Er sieht ihr Elend. Er hört ihre Hilfeschreie. Und, jetzt haltet euch fest, er kennt ihre Schmerzen.

Wenn ich das lese und höre, kriege ich Gänsehaut und hab einen Kloß im Hals. Gott kennt die Schmerzen der Sklaven. Das war einzigartig. Und das haben später viele, zu viele Christen schnell wieder vergessen, als sie selbst an die Macht kamen und zu Sklavenhaltern wurden. Bis ins 19. Jahrhundert haben sich die superfrommen weißen Christen im Süden der Vereinigten Staaten Sklaven gehalten und den Gott verehrt, der doch in der Bibel von sich sagt: Ich kenne ihre Schmerzen. Und in Deutschland fand man damals nichts dabei, die Arbeiter auszubeuten. Noch heute gibt es in unserem Land Arbeitsverhältnisse, die zum Himmel schreien.

Dieser Gott ist und bleibt zu allererst der Gott der Schutzbedürftigen, der Elenden und Armen, auch heute. Sie will er retten. Für sie ergreift er Partei und sucht sich Menschen, die ihm dabei zur Hand gehen. Und ich sage das nun in aller Deutlichkeit: Wer an Gott glauben und ihm vertrauen will, der kann das nur, wenn er nicht nur für ihn ein Herz hat, sondern für alle, die auf Hilfe angewiesen sind: Für die Kinder, für die Flüchtlinge in unserem Land, für die Behinderten, für die Kriminellen im Gefängnis, die Waisen in Tansania, für die Obdachlosen. Für die Huren,  die Bettler in den Städten, für Pflegebedürftige und Demenzkranke. Und für die Minderheiten, für Ausländer, für die Schwulen, für die Juden, für die Muslime und wer sonst noch in unserem Land schief angesehen und schlecht behandelt wird.

Denn Gott ist immer auch ihr Gott. Er hat sie alle geschaffen sowie auch dich und mich. Er bevorzugt uns deutsche, weiße Christen nicht, wie fromm wir auch zu sein meinen. Ihm gehören alle Menschen. Ihm gehören auch die Tiere. Wenn du zu ihnen nicht barmherzig bist, wie soll dann Gott zu dir barmherzig sein? Darum heißt es in der Bibel: »Der Gerechte erbarmt sich über seine Tiere, die Gottlosen aber sind herzlos.« (Sprüche 12,10) Doch das ist ein anderes Thema, das ein anderes Mal ausführlich zur Sprache kommen muss.

Und du hier, du gehörst Gott auch, egal, wie du zu ihm stehen magst. Er kennt dich. Er kennt auch deine Probleme, hört deine Seufzer und spürt deine Schmerzen. Weißt du eigentlich, was das tiefste Geheimnis der Liebe ist? Wenn einer weiß, was dir weh tut. Er weiß das.

     Merkwürdig, dass Gott damals zu einem Schafhirten in der Steppe gesprochen hat und nicht zu einem Bischof oder Pfarrer in einer Kirche. Als Mose damals seine Stimme aus dem Feuer gehört hat, ist er ganz schön zusammengezuckt: ‚Was ist das denn? Ein Dornbusch, der nicht verbrennt und dazu noch spricht? Wer redet denn da aus dem Busch? Er weiß sogar meinen Namen? Aber ich kenne ihn nicht.“ Und so sagt ihm Gott, wer er ist: Der Gott seiner Vorväter. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.

Da erfasst Mose ein heiliger Schrecken und er verhüllt sein Angesicht, weil er es nicht wagt, den lebendigen Gott anzuschauen. Und er traut sich auch nicht, ihn direkt nach seinem Namen zu fragen. Also geht er einen Umweg und sagt: Wenn ich nun zu den hebräischen Sklaven gehe, um ihnen auszurichten, dass der Gott ihrer Vorväter sie befreien und in ein gutes Land bringen wird und sie mich fragen, „wie heißt er denn?“, was soll ich dann sagen? Da nennt ihm Gott seinen Namen und sagt: »Ich heiße Jahwe, ich heiße IchBinDa. Das sollst du ihnen sagen, der IchBinDa hat mich gesandt. So heiße ich für alle Zeit.« 

… und dein Gott 

Und jetzt wieder zu dir. Dieser Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, dieser IchBinDa ist auch dein Gott. Sein Name ist Programm und ist für dich von größter Bedeutung. Seine Identität ist, dass er dein Gott sein will. Als Gott ist er immer auch dein Gott. Darin stimmt er mit sich über ein. So will er sich selbst verstehen. Wenn er also seinen Namen nennt und von sich spricht, hat er immer auch dich vor Augen. Denn er ist eben nicht nur der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, sondern auch der Gott Gerhards, Manuelas, Inges, Friedrichs, Gabrieles, Ulrichs, Sebastians und wie ihr alle hier heißt. Er erkennt dich persönlich mit Namen (Jesaja 43,1), er hat ihn in seine Hand geschrieben, wie die Bibel sagt (Jesaja 49,16) und ihn an seinen Namen angehängt. Und niemand kann ihn mehr auslöschen.

Die alten Römer damals haben ihre Söhne oft durchnummeriert. Sie haben sie Tertius, der Dritte, genannt ; Quintus, der Fünfte; Septimius, der Siebte. Die Nazis wollten ihren Opfern den Namen nehmen und haben ihnen eine Nummer eintätowiert. Und auch du bist in unserem Land eine Nummer: Eine Steuernummer, eine Krankenkassennummer, eine Ausweisnummer. Damit wirst du identifiziert. Aber bei und durch Gott bist du ein einzigartiger Mensch mit einem guten Namen. Da musst du nicht erst noch etwas werden. Da bist du schon jemand. Da bist du sein Sohn oder seine Tochter. Denn er hat gewollt, dass du lebst, hat dich geschaffen und auf die Welt gebracht und wird dich einmal wieder zu sich nehmen, damit du nicht verloren gehst.

Viele aber meinen, wenn man sie fragt, sie seien halt ein Produkt des Zufalls. Meinst du das hier auch? Bist du ein Produkt des Zufalls? Und was bedeutet das dann? Ist dann alles irgendwie egal, weil es ja so sein kann oder auch nicht oder ganz anders, zufällig eben? Ist dir dann alles egal und bist du anderen Menschen egal? Ist dann auch dein Wert, deine Würde egal? Wenn es so ist, dann, so sagt man bei uns in Franken, g‘hörst du der Katz. 

Mehr Respekt und Anstand 

Wenn du das aber nicht meinst, dann kannst du ein freier Mensch sein mit einem gesunden Selbstwertgefühl. Dann kannst du viele von deinen unnötigen Ängsten in die Mülltonne werfen, kannst mutig und zuversichtlich sein und dich deines Lebens freuen. Und wenn dir dann einer dumm kommt, vielleicht ein Chef, irgendein höheres Tier oder ein arroganter Nachbar. Oder wenn jemand aus der Verwandtschaft überheblich ist, weil er sich nur dann groß fühlen kann, wenn er dich klein macht. Wenn dir einer so kommt, dann steht Gott hinter dir, legt seine Hände auf deine Schultern und sagt: „Du weißt doch, wer du bist. Du bist meine Manuela, mein Ulrich, meine Inge, mein Lukas. Du gehörst mir. Ich kenne deine Ängste. Ich weiß um deine Sorgen. Ich sehe, wie man dich behandelt. Aber ich werde nicht zulassen, dass man dich, meine Tochter, meinen Sohn, zerbricht. Ich stärke dir den Rücken, dass du dich nicht einschüchtern lässt. Ich mache dir Mut, dass du dich wehrst und sagst: „Wie reden Sie denn mit mir? Ich erwarte von Ihnen mehr Respekt und Anstand.“

Das Gefängnis Ägypten – das haben nicht nur die Israeliten damals kennengelernt. Das kennen viele von uns hier. Ich auch. Da bist du eingesperrt in eine lange Krankheit, in schwierige finanzielle Verhältnisse, in eine kaputte Beziehung, in ein belastendes Arbeitsverhältnis, in eine Sucht, in Trauer, in allerlei Ängste, in Einsamkeit und seelische Schmerzen. Im Gefängnis deines Ägyptens kannst du viele Jahre leiden. Aber es ist nicht deine Bestimmung. Da ist ein Gott, der dich kennt, der deine Situation sieht, der mit dir fühlen kann und der handelt. Er will und wird auch dich da herausführen und in einen neuen Lebensabschnitt bringen, indem es dir besser geht. Alles was er dazu braucht, ist dein Vertrauen, dass das Neue besser sein wird als das Alte ist. Denn er, der jetzt da ist, wird auch morgen für dich da sein. Das ist sein heiliger Name. Und er selbst wird seinem Namen Ehre machen.

Also, wem gehörst du denn? Dem Zufall, dem Schicksal, dem Chef, dem Staat, oder jemandem, der dich ausnützt? Die Bibel sagt, du gehörst Gott wie er dir in Jesus Christus begegnet. Er kennt dich. Er sagt, ich sehe deine Not, ich höre dein Gebet, ich fühle deine Schmerzen, ich helfe dir mit starker Hand und tröste dich mit meinem Namen. Denn ich bin Gott, der „IchBinDa“ und lasse dich nicht im Stich. Amen

Samstag, 4. Juli 2020

Mein Gottesbeweis hl

Losung: Der HERR spricht: Ich will mich zu euch wenden und will euch fruchtbar machen und euch mehren und will meinen Bund mit euch halten. 3.Mose 26,9 

Lehrtext: Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre. 2.Korinther 1,20 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

die Erfahrung nach 2000 Jahren Glaube und Bibel ist für mich, dass Gott sich immer zuwendet und nie abwendet. Würde er sich von seinen Menschen abwenden, wäre es um uns alle sofort geschehen. Einfach alles lebt von seiner Zuwendung. Tag für Tag erhält er uns am Leben. So lange er will schlägt unser Herz, atmen unsere Lungen, funktioniert unser Gehirn. Würde er sich von seiner Schöpfung abwenden, würde sofort die Sonne verlöschen, das Universum ins Nichts stürzen und alles mit sich reißen, was ist.

     Doch das heißt nicht, dass ich jederzeit seine Zuwendung spüre. Es kann Zeiten geben, in denen ich fürchten muss, Gott habe sich von mir abgewandt und mich verlassen. So schlimm das ist, so ist es doch nur ein vorübergehender, persönlicher Eindruck. Allein die Tatsache, dass ich auch in einer solchen Situation lebe, dass mein Herz schlägt und die Erde sich dreht, ist der schlagende Beweis, dass er sich auch dann mir zuwendet.

     Denn schließlich ist es sein „Beruf“, ist es seine Art, dass er für mich da ist und für dich auch. Das hat er versprochen. Das hat er gehalten. Das wird so bleiben. Darauf spreche ich mit dem Lehrtext Amen zu seiner Ehre. 

Gebet: Herr, es gibt doch nur dich von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wohin solltest du dich denn sonst wenden, wenn nicht zu deiner Schöpfung, wenn nicht zu mir? Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir (Psalm 139,5). In dir lebe, webe und bin ich (Apg 17,28).  In dir sterbe ich. In dir werde ich auferstehen. Es gibt keinen Raum und keine Zeit, wo du nicht bist. Auch jetzt bist du für mich da. Darum bin ich noch immer bei dir, auch wenn meine Zeit auf dieser Erde zu Ende sein wird. Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Freitag, 3. Juli 2020

Sein Liebeslied in dir hl

Losung: Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; unterweise mich, dass ich deine Gebote lerne. Psalm 119,73 

Lehrtext: Und das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und lieben uns untereinander. 1.Johannes 3,23 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

glauben an den Herrn Jesus Christus und uns untereinander lieben - »das ist sein Gebot« (Lehrtext). Doch wie geht das?

     Wenn du mich das fragst, muss ich leider passen. Das kann ich dir beim besten Willen nicht sagen. Wahrscheinlich auch sonst niemand, denn der Glaube kommt nicht aus dem Verstand. Er ist nach menschlichen Maßstäben auch nicht vernünftig oder logisch. Der Glaube kommt aus dem Gefühl. Doch das ist etwas ganz Persönliches, ja Intimes. Das ist so, wie wenn jemand auf dem Klavier einen bestimmten Ton oder Akkord anschlägt. Dann bringen die Schwingungen der Töne auch die Saiten der Gitarre, die an der Wand hängt, zum Schwingen und leise zum Klingen. 

Schwingende Seelen-Saiten 

     Wenn du also von Jesus hörst oder in den Evangelien über ihn liest oder einen Film über ihn siehst oder das Bild des Kindes in der Krippe oder des Gekreuzigten vor Augen hast, sind dann Saiten in deiner Seele, die zu schwingen beginnen? Nehmen sie die Melodie seines Liebesliedes auf und bringen sie zum Klingen? Wirst du da innerlich berührt? Und wenn ja, bei welchen Geschichten oder Worten? Anders gesagt, bist du so weit offen für ihn, dass er in dir etwas bewegt? Und merken das deine Mitmenschen, dass da ein Liebeslied in der schwingt, das auch ihre Seelen-Saiten zum Klingen bringen will? 

Gebet: Okay, Herr, du hast meinen Körper mit allen Organen gemacht, auch mein Gehirn. Trotzdem weiß ich nicht recht, was ich damit anfangen soll, wenn du mich nicht unterweist. Einfach drauflos leben? Ich denke, das ist keine so gute Idee. Es genügt nicht, dass du meinen Körper geschaffen hast. Ich brauche auch ein Herz, das offen für dich und dein Wort ist. Ich brauche deine Hilfe, um so leben zu können, dass es mir und meinen Mitmenschen gut geht. Dass wir in uns dein Liebeslied hören und nach dieser Melodie tanzen. Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Donnerstag, 2. Juli 2020

Der Name aus dem Feuer hl

Losung: HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen. Psalm 8,2 

Lehrtext: Maria sprach: Er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Lukas 1,49 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

hast du dich schon mal gefragt, warum der Name Gottes eine so große Rolle in der Bibel spielt? Ich wusste lange Zeit darauf keine rechte Antwort. Aber dann habe ich sie doch in der Bibel gefunden. Vielleicht werde ich am kommenden Sonntag darüber predigen und die Predigt dann hier veröffentlichen.

     Gott hatte Mose aus dem brennenden Dornbusch heraus gerufen und sich ihm so bekannt gemacht: »Ich bin der Gott deiner Vorväter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.« Und Mose wird sich gedacht haben: „Wenn der, der da aus dem brennenden Busch zu mir spricht, meinen Namen kennt und auch die Namen meiner Ahnen, dann muss ich mich vor ihm nicht fürchten. Dann hat das etwas Gutes zu bedeuten.“ Doch wer ist das, wie heißt er, der mich da aus dem Feuer anredet und mir einen Auftrag erteilt? 

Der "IchBinDa!"

     Und so offenbarte ihm Gott seinen hebräischen Namen: Jahwe = »Ich bin der IchBinDa«. Da wusste Mose, dass er fortan nicht mehr allein seinen Auftrag, würde erfüllen müssen, die israelitischen Zwangsarbeiter aus der Sklaverei der Ägypter zu befreien. Da wusste er: Dieser IchBinDa ist auch für mich da und für mein Volk. Er ist künftig auch mein Gott, der Gott des Mose und aller, die seinen Namen anrufen.

     Darum, liebe Leserin, lieber Leser, ist sein Name so »herrlich in allen Landen« (Losung) und »heilig« (Lehrtext). Indem ich seinen Namen in Ehren halte, ehre ich Gott und habe etwas, das mir heilig ist. 

Gebet: Herr, du IchBinDa, sei du auch mein Gott. Sei du auch für mich da. Zu jeder Zeit und an jedem Ort. Im Leben und auch im Sterben. Doch wozu bitte ich dich darum, da du mir das doch längst versprochen hast. Du bist und bleibst in Jesus für mich da. Das gilt. Daran halte ich fest. Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Mittwoch, 1. Juli 2020

"Der liebe Gott sieht alles!" hl

Losung: Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?, spricht der HERR. Jeremia 23,24 

Lehrtext: Wenn jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt. 1.Korinther 8,3 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

„Der liebe Gott sieht alles!“ – mit diesem Satz wurde schon vielen Kindern ein schlechtes Gewissen gemacht. Und viele leiden auch noch als Erwachsene darunter. Manche haben sich deshalb von diesem Röntgen-Gott abgewandt, damit sie sich nicht ständig beobachtet fühlen und Angst haben müssen, zur Rechenschaft gezogen zu werden. Darum, liebe Leserin, lieber Leser, sage so etwas nie zu einem Kind, auch nicht andeutungsweise. Es könnte sein, dass du dich schwer an ihm versündigst.
     Es sei denn, du nimmst diesen Satz so wie er dasteht mit dem Schwergewicht auf dem zweiten Wort, das du unterstreichen solltest: „Der liebe(nde) Gott sieht alles!“ Aber auch dann ist es verboten zu sagen, „Weil Gott dich doch liebt, darfst du ihn nicht enttäuschen, sondern musst immer schön brav sein.“
     Der Sinn ist ein anderer: „Gott sieht dich mit seinen liebenden Augen freundlich und mit Mitgefühl an. Er kennt dich und versteht dich und weiß, dass du seine Liebe und Hilfe brauchst gerade dann, wenn etwas schief gelaufen ist. Freue dich, dass Gott dich mit den Augen Jesu anblickt und seine Arme ausbreitet, damit du zu ihm kommen kannst.“ So kannst du zu einem Kind sagen und zu einem Erwachsenen und zu dir selbst.
     Auf diesem Hintergrund müssen auch zwei Wörter des Apostels Paulus im Lehrtext umgestellt werden. Dann heißt es: „Wenn Gott jemanden liebt, ist der von ihm erkannt.“ Vielleicht hat ja dieser Satz ursprünglich tatsächlich so geheißen und ist beim Abschreiben versehentlich verdreht worden. 

Gebet: Herr, schaue auf mich und wende deinen Blick nicht ab. Leite mich mit deinen Augen, zeige mir meinen Weg und tröste mich mit deinem Angesicht. Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Dienstag, 30. Juni 2020

Ohne ihn geht es einfach nicht hl

Losung: Mein Herz hält dir vor dein Wort: »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz. Psalm 27,8 

Lehrtext: Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Philipper 4,6 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

so wie in der Losung heute, kannst auch du beten. Kannst zu Gott sagen: 

Gebet: Herr, du hast doch gesagt, dass ich dich suchen soll, wenn ich dich wieder aus den Augen verloren habe. Jetzt ist es soweit. Jetzt suche ich dich, weil es ohne dich einfach nicht geht. Jetzt nehme ich dich beim Wort und verlasse mich darauf, dass du dich finden lässt. Darum will ich mir jetzt nicht mehr länger Sorgen machen, sondern lege alles, was mich bewegt, in deine Hand. Du wirst ja für mich sorgen. Und dafür danke ich dir schon jetzt. Amen“ 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Montag, 29. Juni 2020

Sicher in der Löwengrube hl

Losung: Daniel sprach: Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, sodass sie mir kein Leid antun konnten. Daniel 6,23 

Lehrtext: Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 2.Korinther 4,9 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

nein, Gott behütet dich nicht vor Leid und Gefahr. Mich auch nicht. Doch er behütet dich und mich in Leid und Gefahr, dass wir darin nicht umkommen. Paulus hat von dieser Erfahrung in seinem zweiten Brief an die Christen in Korinth geschrieben (Lehrtext). Er hatte das vielfach erlebt.

     Die Losung aus dem Daniel-Buch erzählt von der gleichen Erfahrung, nur dieses Mal eingekleidet in eine Geschichte. So kann man sich besser merken und weitererzählen, dass Gott uns selbst in der Löwengrube des Bösen nicht umkommen lässt. Die Angst darf die Seele nicht auffressen, die Schmerzen nicht den Lebensmut und das Leid nicht das Herz. Ja, immer wieder einmal schnappen diese Bestien nach dir und mir. Aber Gott hält ihnen den Rachen zu. 

Gebet: Herr, du hast gesagt, dass du da bist. Du bist in meinen Freudentagen da, aber auch im finsteren Tal meiner Ängste und Leiden. An dieses Wort klammere ich mich und vertraue darauf, dass du mich nicht umkommen lässt. Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Sonntag, 28. Juni 2020

Blickführung hl

Losung: Ich habe den HERRN allezeit vor Augen. Er steht er mir zur Seite. Ich falle nicht. Psalm 16,8 

Lehrtext: Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. Lukas 9,62 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

Blickführung ist das A und O beim Motorradfahren. Blickführung meint: Schaue nicht vor dich auf die Straße, sondern hebe deinen Kopf und blicke dorthin, wo du hin willst. Schaue in Kurven zum Kurvenausgang, beim Wenden in die neue Richtung. Blicke grundsätzlich so weit voraus, wie es geht. Dann wird auch deine Maschine deinem Blick folgen. Das Blickziel wird dich geradezu magnetisch anziehen. Schaust du aber anderswo hin, nimmt die Sturzgefahr dramatisch zu.

     Blickführung versteht sich nicht von selbst. Man muss sie trainieren, jahrelang. Man muss sich überwinden, beim Kurvenfahren vom Straßenrand wegzuschauen auf das vorausliegende Ziel.

     Wenn du morgen früh aufwachst, halte dir Gott vor Augen. Sprich mit ihm. Sage ihm, was dich alles erwartet und bitte ihn, mit dir durch den Tag zu gehen. Das macht dich trittsicher. Und wenn es drüber und drunter geht, kreuz und quer, blicke auf ihn, damit du nicht fällst.

     Jesus ist kompromisslos, wenn es darum geht, ihm nachzufolgen (Lehrtext). Zurückschauen gilt nicht. Das hält auf. Das bringt vom Weg ab. Damit verliert man das Ziel aus den Augen. Du hast in deinem Leben tiefe Enttäuschungen erlebt? Du bist tief verletzt worden? Du hast einen schweren Verlust erlitten? Gönne dir die Zeit, die Wunden, die dir das Leben geschlagen hat, zu verschmerzen. Aber dann, dann blicke nach vorn und geh mit Gott in Jesus deinen Weg. Geh mit ihm in seine Welt. Du findest sie in dieser Welt. Blicke auf ihn und schaue dann mit seinen Augen auf dein Leben, auf deine Mitmenschen, auf seine Schöpfung. So lebst du im Reich Gottes, wo er das Sagen hat. 

Gebet: Herr, hilf mir, dass ich nicht wie das Kaninchen auf die Schlange meiner Probleme starre, sondern auf dich blicke. So werde ich frei von meinen Ängsten und kann jeden Tag aufs Neue getrost meinen Weg gehen. Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr

 

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Samstag, 27. Juni 2020

Bin ich wirklich Christ? hl

Losung: Gott, gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben und dir zum Erbteil erlöst hast. Psalm 74,2 

Lehrtext: Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet. 2.Korinther 8,9 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

wessen Gott ist größer, stärker, mächtiger, großartiger, schöner, wunderbarer – der Gott der Muslime, der Gott der Juden oder Gott in Jesus?

·      Der Gott der Muslime wie der Juden ist rein. - Gott macht sich in Jesus um seiner Menschen willen die Hände schmutzig. Er isst mit Sündern und berührt die Kranken.

·      Der Gott der Muslime wie der Juden belohnt die Frommen, straft die Sünder, vernichtet die Feinde. -Gott vergibt in Jesus den Sündern und liebt seine Feinde.

·      Der Gott der Muslime wie der Juden sitzt im Himmel und ist über allem hoch erhaben. - Gott kommt in Jesus nach ganz unten. Er wird in einem Stall geboren und liegt in einem Futtertrog inmitten der Pisse von Ochs und Esel.

·      Der Gott der Muslime wie der Juden schlägt die Gottlosen. - Gott lässt sich in Jesus von den Gottlosen schlagen.

·      Der Gott der Muslime wie der Juden hat die Menschen in der Hand. - Gott ist in Jesus in die  Hände der Menschen gefallen, wurde gefangen, verurteilt, gekreuzigt.

·      Der allmächtige Gott der Muslime wie auch der Gott der Juden sitzt auf einem Thron und richtet die Welt. - Gott hängt in Jesus ohnmächtig am Kreuz und erlöst die Welt.

Möchtest du nicht lieber Muslim oder Jude werden?

Möchtest du da nicht lieber Muslim oder Jude werden? Dann könntest du auf deinen Gott stolz sein. Aber so? Worauf willst du als Christ stolz sein?    

     Zugegeben, auch im Christentum gibt es seit 2000 Jahren die Vorstellung von einem Gott, der dem der Juden und vor allem dem der Muslime ziemlich nahe kommt. Ihm wurden beeindruckende Kirchen, Kathedralen und Dome gebaut. Seine Priester verehren ihn in bunten und prächtigen Gewändern. In ihren Gotteshäusern stellen sie Christus dar als den Pantokrator, den Allmächtigen, oder als den strengen Richter des Jüngsten Gerichts. In seinem Namen haben sie Kriege geführt, Kreuzzüge vom Zaun gebrochen, Hexen verbrannt, Ketzer vernichtet, Gläubige exkommuniziert oder sie mit den Instrumenten der Angst, des Terrors (Inquisition) und des schlechten Gewissens unterdrückt. (Wer lesen kann und will, möge sich selbst kundig machen.)

  • Und nun auch das noch: Der Gott der Juden wie der Muslime herrscht über alle Welt. - Gott wird in Jesus ein Knecht, um dir, ja dir, zu dienen (siehe evang. Gesangbuch, Nummer 27 Vers 5). Obwohl er reich ist, wurde er in ihm doch arm um deinetwillen, auf dass du durch seine Armut reich würdest (Lehrtext).

     Ich glaube, daran entscheidet sich, ob ich ein Christ im Sinne des Evangeliums bin, wenn ich meinen Gott in Jesus Christus lieben kann, in seiner niedrigen Gestalt, in seiner Ohnmacht, in seiner Armut, in seiner Sanftmut, in seinem Leiden und Sterben. In seinem Dienen. Er diktiert mir keine Gesetze und Verbote. Er schenkt mir einen Glauben, dessen Geheimnis das Gottvertrauen ist. Ihm geht es nicht um meine Furcht, sondern um meine Freude. Ja, dieser Gott macht mich reich (Lehrtext) und dich auch. Er ist der Gott der Christen, der Muslime und der Juden. Er ist der Vater der Menschen.

Gebet: Herr, nicht ich muss für dich sein, sondern du bist für mich. Nicht ich muss dir dienen, sondern du dienst mir. Nicht ich muss dich lieben, sondern du liebst mich. Nicht ich muss dir treu sein, sondern du bist mir treu… Um meinetwillen bist du in Jesus arm geworden, damit du mich reich machst mit Glauben, Liebe und Hoffnung. Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

PS: Vielen Dank im Voraus für Ihren Kommentar, den Sie weiter unten schreiben können. Sie können die Losungsauslegungen gerne über E-Mail, WhatsApp, Twitter, Facebook etc, weiterverbreiten: Einfach markieren, kopieren und in das jeweilige Programm einfügen.

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