Donnerstag, 2. Januar 2020

Das Festmahl hl

LosungGott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen. Jesaja 25,8

LehrtextSeid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Römer 12,12

Liebe Leserin, lieber Leser,

für das Leben hier brauche ich eine Hoffnung, die nicht auf Mächten und Kräften von Menschen ruht. Eine, die über diese Zeit hinausreicht, hinein in die Zukunft, die mir die Bibel verheißt. Das Gleiche galt auch zur Zeit des Propheten Jesaja. Er brauchte für sich und sein Volk eine Hoffnung, die die katastrophalen Zustände damals überwand. Und er wusste, nur aus der Hoffnung auf Gott kommt die Kraft, um in der Gegenwart zu bestehen und die Schwierigkeiten zu überwinden. Aber wie sollte er das seinen Landsleuten vermitteln? Er malte mit anschaulichen Worten ein Bild, das ein Festmahl zeigt und schrieb:

Das Bild vom großen Festmahl

     »Hier auf dem Berg Zion, auf dem Jerusalem liegt, wird der HERR, der allmächtige Gott, alle Völker zu einem Festmahl mit köstlichen Speisen und herrlichem Wein einladen, einem Festmahl mit bestem Fleisch und gut gelagertem Wein. Dann zerreißt er den Trauerschleier, der über allen Menschen liegt, und zieht das Leichentuch weg, das alle Völker bedeckt. Hier auf diesem Berg wird es geschehen! Er wird den Tod für immer und ewig vernichten. Gott, der HERR, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen. Er befreit sein Volk von der Schande, die es auf der ganzen Erde erlitten hat. Das alles trifft ein, denn der HERR hat es gesagt. In jenen Tagen wird man bekennen: »Er allein ist unser Gott! Auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, und er hat uns gerettet. Ja, so ist der HERR, unsere Hoffnung war nicht vergebens! Nun wollen wir Danklieder singen und uns über seine Rettung freuen!«
     Jesaja sagt das zu den Menschen seines Volkes, über denen der „Trauerschleier“ liegt, weil sie besiegt sind und ihre Stadt samt Tempel in Trümmern liegt. Die hungern und darben müssen und keine Aussicht haben, dass sich an ihrer Situation noch einmal etwas ändern wird. Er sagt aber nicht, wann genau das sein wird, sondern spricht nur allgemein, dass es für alle eine Zukunft geben wird, in der das geschieht.
     Doch seine Worte deuten darauf hin, dass er mit einer Zeit jenseits dieser Weltzeit rechnet und dass diese Zeit nicht mehr lange auf sich warten lässt.

An Gottes Tisch hat jeder Platz

     Was aber das Bild des Jesaja so besonders macht, ist seine weite Perspektive. Der Prophet malt nicht nur für sein Volk ein Heilsbild, sondern für alle Völker und Menschen. Wenn Gott sich aufmacht, die Tränen zu trocknen, den Schleier der Trauer zu zerreißen und das Leichentuch wegzuziehen, dann ist das keine Sache für ein paar Auserwählte, sondern für alle seine Geschöpfe, für Menschen und Tiere. Wenn Gott an seinen Tisch lädt, dann bleibt niemand außen vor, denn da ist Platz für alle.
     Als ich in den neunziger Jahren während des Jugoslawienkrieges in München zu einem Friedensgottesdienst mit Abendmahl eingeladen hatte, da gingen neben evangelischen, katholischen und orthodoxen Christen auch ein paar Atheisten und Muslime zum Tisch des Herrn. Danach machte mir jemand schwere Vorwürfe, wie ich es nur zulassen konnte, dass diese am Abendmahl teilnehmen durften. Ich sagte dann: „Nicht ich lade die Menschen zum Abendmahl ein, sondern Christus selbst. Wer bin ich denn, dass ich jemand ausschließen dürfte?

Gute Zukunft für alle

     Wer bin ich denn, dass ich ausgrenzen dürfte so wie ich damals ein paar Wochen zuvor in der katholischen Universitätskirche bei einem Hochschulgottesdienst ausgegrenzt worden bin. Damals hatte mich der Priester angewiesen, nicht an der Eucharistie teilzunehmen, weil man in der Gemeinde wüsste, dass ich der evangelische Studentenpfarrer bin. Die Wunde blutet noch.
     Nein, im Ausgrenzen und Abgrenzen liegt keine Hoffnung. Wir brauchen für die großen Herausforderungen der nahen Zukunft dringend die Zusammenarbeit aller gutwilligen Kräfte. Wir brauchen dazu eine Vision, die Vision des Jesaja, dass es für alle eine gemeinsame und gute Zukunft geben kann. Dazu brauchen wir Geduld in schwierigen Zeiten, den Kontakt mit Gott im Gebet und die Hoffnung auf ihn. Sie kann in uns Kräfte freisetzen, die wir nicht für möglich gehalten hätten.  
    
    Gebet: Herr, du weißt besser als wir, wie es um uns und unsere Zukunft steht. Du siehst unsere selbstgemachten Probleme und unsere Unfähigkeit, gemeinsam und zur rechten Zeit das Nötige zu tun. Aber ich will nicht verzweifeln. Du wirst uns nicht im Stich lassen. Gib uns den Verstand, die Kraft und vor allem die Hoffnung, dass wir gemeinsam und mit deiner Hilfe die persönlichen wie weltweiten Herausforderungen bestehen können. Du allein bist unser Gott. Auf dich setzen wir unsere Hoffnung. Dir singen wir unsere Lieder. Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen im neuen Jahr!

Ihr / dein Hans Löhr


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