Samstag, 11. Januar 2020

Dienstleister hl

Losung: Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Amos 5,24

Lehrtext: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein. Markus 10,42-43

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Wer groß sein will, der soll euer Diener sein“ – dieses Prinzip sollte doch wenigstens in der Kirche gelten: Der Pfarrer, der Bischof, der Papst soll für die Gläubigen da sein und nicht umgekehrt. Er soll ihnen dienen, sie also wie Jesus den Blinden von Jericho fragen „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ und das auch tun. Doch im Unterschied zu ihm werden Pfarrer, Bischof und Papst von den Gläubigen auch noch bezahlt. Da kann man von ihnen schon einen guten Service verlangen. Ausschlaggebend für ihren Dienst sollte aber nicht das Geld sein, sondern ihr Herr, also Jesus selbst, dem nachzufolgen sie sich verpflichtet haben. Darum werden in der Bibel die Mächtigen in Staat und Kirche auf das Schärfste kritisiert, wenn sie nur an sich selbst denken und sich auf Kosten derer, für die sie da sein sollen, bereichern (Hesekiel 34).

Mut zum Dienen

     Zum Dienen gehört zum einen Mut: Demut, was genaugenommen ‚Dienemut‘ heißt. Zum anderen gehört dazu eine gewisse menschliche Größe. Recht verstandenes Dienen führt offenbar dazu, dass der Dienende groß wird (Lehrtext).
     In der Politik gibt es das Amt des Ministers. Dieses lateinische Wort heißt auf Deutsch ‚Diener‘. Das zumindest ist das Ideal in einer Demokratie, dass die Regierenden dem Volk dienen und mit ihren Staatsbeamten für Recht, Gerechtigkeit (Losung), Frieden, Arbeit, Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit sorgen. Dafür werden sie gewählt. Dafür werden sie bezahlt.

Menschliche Größe

     Doch ist es so, dass sich alle von der Kanzlerin bis zum Gemeindearbeiter der Kommune als ‚Dienstleister‘ verstehen? Genau so aber sollten wir Bürgerinnen und Bürger sie ansehen und behandeln. Ein Bürgermeister ist ebenso ein Dienstleister für die Bürger wie ein Oberstudiendirektor für die Schüler und ihre Eltern. Auch ein Chefarzt ist ein Dienstleister für seine Patienten wie eine Verkäuferin für die Kunden und ein Kellner für die Gäste. Sie alle sollen dienen. Viele aber möchten nur allzu gern herrschen. Doch je mehr sie sich über andere erheben, desto mehr schrumpft ihre menschliche Größe. Das ist in der Kirche so, in der Politik und in der Gesellschaft.
     Warum steht Jesus bei den Gläubigen in so hohem Ansehen? Weil er uns Menschen mit seiner Liebe und seinem Leben gedient hat und nach wie vor dient. Ihm lasst uns folgen.

Gebet: Herr, du hast deinen Jüngern die Füße gewaschen zum Zeichen, dass du uns dienst (Johannes 13). Du dienst auch mir als mein Hirte, dass mir nichts mangelt. Du achtest auf mich, segnest mich und stärkst mich an Leib und Seele. Du tröstest mich und gibst mir neuen Lebensmut. Wenn ich versage, vergibst du mir. Wenn ich verzweifle gibst du mir wieder Hoffnung. Wenn ich mich sorge, weckst du in mir das Vertrauen auf dich. Für das alles und noch viel mehr danke ich dir. Wecke du auch in mir immer wieder neu die Bereitschaft, meinen Mitmenschen zu dienen so gut ich kann. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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