Mittwoch, 12. Februar 2020

Der Menschenfreund hl

Losung: Ich will gedenken an meinen Bund, den ich mit dir geschlossen habe zur Zeit deiner Jugend, und will mit dir einen ewigen Bund aufrichten. Hesekiel 16,60

Lehrtext: Der Gott aller Gnade, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. 1.Petrus 5,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gott sei Dank ist wenigstens für evangelische Christen die Zeit vorbei, in der die Mächtigen in der Kirche den Gläubigen Vorschriften machen und ihren Willen aufzwingen konnten. Lange, zu lange haben sich Pfarrer als geistliche Oberlehrer aufgespielt, die meinten, den Menschen Sitte und Moral beibringen zu müssen. Die sich mit unerbittlicher Strenge eingemischt haben in die persönlichsten Angelegenheiten und den Gemeindegliedern im Hinblick auf die Sexualität die Hölle heiß und das Gewissen schlecht gemacht haben.
     Noch zu der Zeit als ich jung war, wurden zum Beispiel ledige Mütter gebrandmarkt, indem sie im Gottesdienst auf einem ganz bestimmten Pranger-Bänkchen sitzen mussten. Sie durften dann auch nicht in Weiß heiraten beziehungsweise einen Schleier aufsetzen. Die Männer aber kamen, wie auch sonst, fast immer besser weg.
     Der Pfarrer war zumindest im Dorf die unumschränkte Autorität, der die Kinder in der Schule ungestraft prügeln durfte und vor dem sie sich dann versteckt haben, wenn sie ihn auf der Straße erblickten. Man hat damals auf den Kanzeln mehr das Gesetz, also die Gebote und Verbote, gepredigt als das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus. Warum das so war oder gar sein musste – ich weiß es nicht. Vielleicht war das der Zeit geschuldet, die durch und durch von Männern dominiert war, welche meinten, ihren Machtanspruch durchsetzen zu müssen. So etwas ist immer ein Zeichen von Minderwertigkeitsgefühlen und Angst.
     Und Gott? Die Bibel zumindest spricht von ihm als dem Vater im Himmel, der sich mit seinen Menschenkindern auf ewig verbündet hat (Losung). Der sie nicht niedermacht, sondern aufrichtet. Nicht demütigt, sondern stärkt. Nicht zerbricht, sondern kräftigt (Lehrtext). Gerade in Jesus Christus zeigt sich Gott, wie er ist: Den Versagern kommt er zu Hilfe und legt begütigend seinen Arm um ihre Schultern. Den Schuldigen vergibt er. Die an Leib und Seele Zerbrochenen heilt er. Die Verachteten ruft er bei ihrem Namen und gibt ihnen ihre Würde zurück. Die Erniedrigten baut er wieder auf. Kurz und gut: Er kommt zu dir und zu mir und zu jedem anderen auch als einer der tröstet, heilt, segnet, behütet, verzeiht und rettet.
     Ist Gott wirklich so einseitig? Wo bleibt denn da sein Gesetz? Sein Zorn? Wo seine Bedingungen und Urteile? Ja wo? Jesus hat sie in seiner Krippe hinweg geliebt und an seinem Kreuz durchkreuzt. Nun braucht sich kein Christ mehr von irgendeinem Mächtigen in irgendeiner Kirche oder Gemeinschaft etwas sagen zu lassen, es sei denn, dass dieser mit gleicher Demut und Liebe den Menschen dient, wie es Jesus getan hat und tut.

Gebet: Herr, du bist der Menschenfreund. Du machst es möglich, dass ich dankbar und froh sein kann. Ich muss in Glaubensdingen keine Angst haben. Ich kann frei und unbeschwert leben, weil ich dir vertraue. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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