Dienstag, 24. März 2015

Arme reiche Kirche

Resümee nach 40 Jahren im Kirchendienst

von Hans Löhr, Pfr. i.R.

So viel Selbstbewusstsein muss sein: Weder Apple noch Google, weder Mercedes noch BMW noch sonst irgendein Konzern haben ein so gutes Angebot wie die Kirche: Glaube, Hoffnung, Liebe. Aber auch so viel Selbstkritik muss sein: Kaum ein Anbieter hat solche Probleme, die Menschen von der Qualität und dem Nutzen seines Angebots zu überzeugen wie die Kirche. Über 30.000 Evangelische haben 2014 die Kirche in Bayern verlassen. So viele wie nie zuvor. Und von denen, die noch bleiben sind es weniger als 20 Prozent, die das Angebot überhaupt kennen und nutzen. Der an der Bibel und den reformatorischen Bekenntnissen orientierte Glaube, zu dem die Kirche einladen soll, wird von über 80 Prozent ihrer Mitglieder nicht mehr geteilt. Andererseits hat die Evangelische Kirche in Deutschland allein 2014 über fünftausend Millionen Euro an Kirchensteuern eingenommen. 2015 werden es voraussichtlich noch mehr sein. Ebenfalls so viel wie nie zuvor.

Allein diese Zahlen zeigen, dass da etwas nicht stimmen kann. Die Kirche, so hat man schon in den 1990er Jahren durch Umfragen festgestellt, hat ein massives Problem mit dem Glauben, nicht nur bei ihren Mitgliedern, sondern auch bei vielen ihrer Mitarbeitenden. Aber sie hat auch das Geld, trotzdem so weitermachen zu können wie bisher als gäbe es dieses Problem nicht. Der Kirchensteuer sei Dank! Bequemer kommt keine andere Kirche in der Welt an das viele Geld als in Deutschland und Skandinavien. Aber tut denn die Kirche nicht auch viel Gutes besonders im Bereich der Diakonie? Doch, das tut sie mit dem Geld des Staates, mit dem Geld aller Steuerzahler ob Christen, Muslime oder Atheisten, das sie zusätzlich (!) noch für soziale und diakonische Aufgaben bekommt. Das tun aber auch andere Träger und Verbände wie die Arbeiterwohlfahrt und das Rote Kreuz. Was aber nur die Kirche tun kann, ist, den „Glauben“ zu wecken und zu stärken, „der durch die Liebe tätig ist“.
Am deutlichsten zeigt sich das Problem mit dem Glauben an den Zahlen der Gottesdienstbesucher. Der Schwund hat längst die Landgemeinden erreicht auch in Westmittelfranken, das traditionell als das evangelische Kernland in Bayern angesehen wird. Gerade mal drei bis fünf Prozent der Gemeindeglieder auf dem Land besuchen an normalen Sonntagen einen traditionellen Kirchengottesdienst. In den Städten sind es nur noch zwischen einem und zwei Prozent. Anders gesagt, 95 bis 99 Prozent bleiben zu Hause. Das Bild wird nicht viel freundlicher, wenn man noch die Kindergottesdienste hinzugerechnet. Im Gegenteil. Nur noch in 720 von 1541 Kirchengemeinden in Bayern findet ein Kindergottesdienst statt oft mit nur wenigen Kindern und von mäßiger Qualität. Die zeitgleiche  „Sendung mit der Maus“ ist für die meisten Kinder einfach attraktiver. Dabei gehört zu den Kernaufgaben von Kirche, gerade den Kindern eine Heimat für ihren Glauben zu bieten, sie dabei zu begleiten, zu ermutigen und zu stärken. Außerdem sind sie die Zukunft der Kirche. Nur wie soll eine Kirche Zukunft haben, wenn sie die Kinder kaum noch erreicht? Der Religionsunterricht gleicht dieses Defizit nicht aus, da er hauptsächlich der Wissensvermittlung dient.
Auf diesem Hintergrund verwundern die Worte, die der Vorgänger im Amt des Landesbischofs, Dr. Johannes Friedrich, zu seinem Nachfolger, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, gesagt hat: »Ich übergebe dir eine Kirche in sehr gutem Zustand.“ Nun ja, es kommt wohl darauf an, welcher Aspekt von Kirche gemeint ist. Die Einnahmen sind tatsächlich in sehr gutem Zustand ebenso die Organisation des Kirchenbetriebs in der bayerischen Landeskirche. Viele kirchliche Gebäude sind renoviert. Es wurden viele Arbeitsplätze geschaffen, die Rechtssammlung der Kirche mit ihren zahllosen Gesetzen und Vorschriften platzt aus allen Nähten und es gibt kaum Skandale. Doch das macht Kirche nicht aus. In allen diesen Bereichen sind andere Organisationen auch gut.

Bleiben wir beim Thema Gottesdienst. Die Landessynode hat sich 2013 in Nürnberg damit befasst. Dabei kamen auch zeitgemäße Gottesdienstformen in den Blick. Doch bei der Formulierung des Ergebnisses hat die Synodalen der Mut verlassen. Nun heißt es: Der traditionelle Kirchengottesdienst sei das „Standbein“. Ein hin und wieder angebotener, alternativer und zeitgemäßer Gottesdienst sei  das „Spielbein“. Dieser dem Fußball entlehnte Vergleich hinkt leider im wahrsten Sinn des Wortes, weil das „Standbein“ an erheblichen Durchblutungsstörungen leidet und kein Trainer der Welt einen Spieler mit einem solchen Bein aufstellen würde. Und schließlich ist es das Spielbein, das die Tore schießt. Das gilt auch für den Gottesdienst. Wo in einzelnen Gemeinden regelmäßig ein professionell gemachter, zeitgemäßer Gottesdienst angeboten wird, schnellen die Teilnehmerzahlen in die Höhe. Fünfmal mehr Besucher als sonst sind keine Seltenheit. Das zeigt, dass das Interesse an einem Gottesdienst, der die Bedürfnisse der Besucher aufnimmt, durchaus vorhanden ist.
Gleiches gilt auch für innovative Kindergottesdienste. Mit viel Liebe, Fantasie, Aufwand und Kreativität lassen sich Kinder auch heute noch begeistern und vom Fernseher und der Spielekonsole weg locken. Doch Gemeinden, die solche Angebote machen, orientieren sich bewusst nicht an den überkommenen Konzepten der Landeskirche, sondern gehen eigene Wege.

Für eine Übergangszeit können der traditionelle und der zeitgemäße Gottesdienst durchaus nebeneinander bestehen, auch wenn dieses doppelte Angebot für die Mitarbeitenden einer Gemeinde eine große Herausforderung darstellt. Die Realität aber ist, dass wer zum Beispiel in Nürnberg am Sonntagvormittag einen zeitgemäßen Gottesdienst besuchen will am ehesten bei den Freikirchen fündig wird. Traditionelle Gottesdienste mit geringen Besucherzahlen werden hingegen zuhauf angeboten und zu erheblichen Kosten, wenn man den finanziellen Gesamtaufwand für einen Gottesdienst auf jeden einzelnen Besucher umrechnet. Aber, wie gesagt, Geld ist ja da.
Damit fehlt der Innovationsdruck, der Betriebe und Unternehmen zwingt, Änderungen vorzunehmen, wenn die Nachfrage der Kunden sinkt und die Kosten steigen. Nahezu alle anderen Kirchen in der Welt außerhalb Deutschlands teilen von Anbeginn die wirtschaftlichen Unsicherheiten und Herausforderungen, vor die auch ihre Mitglieder gestellt sind. Doch auch der jetzige Landesbischof verteidigt vehement das deutsche Kirchensteuersystem mit Verweis auf seine Erfahrungen in den Kirchen der USA, die auf die direkte Finanzierung durch ihre Mitglieder angewiesen sind. Er sagt, dass die Kirchensteuer „ein Segen“ sei, damit Kirche ihren Auftrag erfüllen könne. Da drängen sich drei Fragen auf: Warum verliert die bayerische Landeskirche trotzdem und in großem Umfang Mitglieder, wenn der Auftrag doch lautet, Menschen für die gute Nachricht von Jesus Christus zu gewinnen? Warum hat sie dieses gravierende Glaubensproblem? Und warum haben bei den angeblichen Vorzügen nicht auch alle anderen Kirchen in der Welt längst das Kirchensteuersystem samt seinem Segen für sich entdeckt?  
Wie gesagt, das Geld ist ja da. Allerdings dürfen nicht die Gemeinden die Beiträge ihrer Mitglieder vereinnahmen. Sie werden zentral an die Kirchenleitung abgeführt, von wo ein Teil davon den Gemeinden unabhängig von ihrer jeweiligen Leistungsfähigkeit zugewiesen wird. Eine Auskunft darüber, wie viel Kirchensteuerertrag in einer Gemeinde zusammenkommt, wird nicht erteilt. Die Kirchensteuern, die aus den Gemeinden kommen, werden auch dafür verwendet, die zentralen Verwaltungsstellen in den Dekanatsbezirken und in München ständig auszubauen. Begründet wird dies damit, dass die Kirchengemeinden von Verwaltungsarbeit entlastet würden. Tatsächlich nehmen aber die Bestimmungen ständig zu, die zu steigender Verwaltungsarbeit führen. Außerdem geht mit der Verlagerung von Kompetenzen der Kirchengemeinden an zentrale Verwaltungsstellen ein schleichender Verlust an Selbstständigkeit und Selbstverantwortung einher. Die Gemeindediakonie, die Gabenkassenverwaltung, die Mitgliederverwaltung, die Verwaltung der Liegenschaften – alles wurde zentralisiert. Der neu geschaffene, zentrale „Pfarrhausfond“ zum Beispiel hilft zwar den Gemeinden, Renovierungs- und Baumaßnahmen leichter zu finanzieren. Gleichzeitig geht aber die Verantwortung der Gemeindeglieder für ‚ihr‘ Pfarrhaus und damit auch die Identifikation verloren. Wofür früher die Gemeindeglieder um Unterstützung gebeten und dazu überzeugt werden mussten, reicht jetzt ein Antrag an die jeweilige kirchliche Baubehörde. Allerdings führt das auch zu Kuriositäten, dass zum Beispiel nur die Schauseiten eines Pfarrhauses gestrichen werden, die nicht einsehbaren Fassaden-Wände aber weiterhin abblättern dürfen. Von der Landeskirchenzentrale in München ist derartiges nicht bekannt.

Wo bleibt bei alledem die Theologie? Wo bleiben die Theologieprofessoren an den Hochschulen und in den Fakultäten? Sie kosten die Steuerzahler viel Geld. Aber ihr Beitrag zur Lösung der gravierenden Probleme, mit der die Kirche zu kämpfen hat, ist kaum wahrnehmbar. Da sich die meisten von ihnen am bestehenden Zustand und am Hergebrachten orientieren, sind sie Teil des Problems und nicht der Lösung. Doch als „heilige Kühe“ der Landeskirche sind sie unantastbar, auch wenn sie kaum etwas zum Glaubensleben der Gemeindeglieder und zur Erneuerung der Kirche beitragen. Gerade aber die Ausbildung des Pfarrernachwuchses bedürfte einer grundlegenden Reform, aus der hervorgeht, was für die Ausbildung zum Pfarrdienst heute Vorrang haben muss und was demgegenüber nachrangig ist. Auch die Damen und Herren Theologieprofessoren sind, wie auch der Landesbischof, die Regionalbischöfe, die Oberkirchenräte, Dekane, das große Heer der nichttheologischen Angestellten und nicht zuletzt die Pfarrerinnen und Pfarrer Dienstleister der Gemeinden und nicht ihre Herren. Jesus sagt dazu: »Die Herrscher der Völker, unterdrücken ihre Leute und lassen sie ihre Macht spüren. Bei euch muss es anders sein! Wer von euch groß sein will, soll euer Diener sein.« (Markus 10)

Was also wäre zu tun? Eine unvollständige und auch verbesserungsbedürftige Liste könnte so aussehen:
1. Das Glaubensthema muss wieder in den Mittelpunkt aller kirchlichen Tätigkeiten gerückt werden. Alles andere muss sich dem unterordnen. Dabei geht es nicht um bürgerliche Moral oder säkulare Sozialethik. Es geht um die persönliche Glaubensbeziehung zwischen Gott und dem Einzelnen, wie sie Jesus gelebt und allen, die ihm nachfolgen wollen, ans Herz gelegt hat. Ein solcher Glaube trägt, ermutigt und heilt auch heute. Er fordert aber auch heraus, dass sich Christen in diese Welt einbringen und sich im Großen wie im Kleinen für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.
2. Die Angebote von Kirche bzw. Kirchengemeinden müssen sich an den Bedürfnissen und Interessen der Menschen von heute orientieren und nicht an denen der Pfarrerinnen und Pfarrer. Maßgeblich ist die Frage, die Jesus gestellt hat: »Was willst du, dass ich dir tun soll?«
3. Menschen heute erwarten allgemein von Angeboten gute Qualität. Kirche hat das beste Angebot. Dem muss auch beste Qualität bei der Vermittlung und Darbietung entsprechen.
4. Evangelische Gemeinden müssen sich wieder mehr Selbstverantwortung zutrauen und sie sich auch nehmen. Sie sollten die finanziellen Beiträge ihrer Mitglieder selbst erheben und selbst darüber entscheiden, wofür sie verwendet werden sollen. Sie sollten auch für Personal und Liegenschaften Selbstverantwortung übernehmen und entscheiden, welche Hauptamtlichen und welche Gebäude sie sich noch leisten können.
5. Damit einhergehend muss der Zentralismus und die schleichende Hierarchisierung in der Kirche der Reformation wieder zurückgedrängt werden.
6. Die evangelische Kirche darf sich über ihren tatsächlichen Zustand nicht länger in den Kirchensteuerbeutel lügen. Sie muss akzeptieren, dass der gegenwärtige Kirchenbetrieb ohne die Kirchensteuer nicht mehr funktioniert und das ganze System wie ein Kartenhaus zusammenbrechen wird, wenn dieses Finanzierungsmodell aus welchen Gründen auch immer entfallen wird.
7. Die Kirchengemeinden und ihre Mitglieder dürfen nicht darauf hoffen, dass die gegenwärtigen Probleme der Kirche mit Reförmchen von oben behoben werden können. Notwendige Veränderungen müssen in den Ortsgemeinden, in den Kirchenvorständen und bei den Pfarrerinnen und Pfarrern beginnen.
8. Die völlige Trennung von Kirche und Staat muss, wie in den meisten anderen Ländern, auch in unserem Land angestrebt werden. Es ist besser, wenn die Kirche von sich aus dieses Angebot macht, als wenn ihr die Trennung eines Tages aufgezwungen wird.

Angesichts der vielen Kirchenaustritte sprach der Landesbischof kürzlich davon, dass unsere evangelische Kirche wieder eine „Erweckung“ brauche, dass also sich viele Menschen in unserem Land, die der Kirche gegenüber gleichgültig bis abweisend sind, sich für den Glauben und die Ortsgemeinde neu begeistern lassen. Leider kann man eine solche „Erweckung“ nicht einfach machen. Man muss dafür mit Geduld und Hingabe beten und dann für dieses Gebet mit Geduld, Hingabe und Professionalität arbeiten.

So viel Selbstbewusstsein muss sein: Weder Apple noch Google, weder Mercedes noch BMW noch sonst irgendein Konzern haben ein so gutes Angebot wie die Kirche: Glaube, Hoffnung, Liebe. Der Auftrag der Kirche ist es, dieses Angebot den Menschen bekannt zu machen und sie zu einem sinnvollen und erfüllten Leben einzuladen. Doch dazu muss sich die Kirche grundlegend erneuern. Wie sonst will man in zwei Jahren guten Gewissens 500 Jahre Reformation feiern?


Hans Löhr, Pfarrer i.R., zuvor Gemeindepfarrer in Röthenbach an der Pegnitz, Studentenpfarrer an der Universität München, Leiter des evangelischen Münchenprogramms eMp und zuletzt Gemeindepfarrer in der Pfarrei Sommersdorf-Burgoberbach und Thann.

Gefährliche Gier. Losungsauslegung 24.03.2015

Losung: Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.
1.Mose 2,15

Lehrtext: Man fordert nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden.
1.Korinther 4,2

Liebe Leserinnen und Leser unserer Losungsauslegungen,

ich freue mich, wenn in unserer Region in der warmen Jahreshälfte Kühe draußen auf der Weide stehen dürfen. Ich freu‘ mich, wenn ich sehe, dass Schweine einen großen Auslauf haben, in dem sie herumrennen und in der Erde wühlen können. Mir geht das Herz auf, wenn ich im Sommer an Feldern vorbeiradle, auf dem von der Sonnenblume über die Wicke hin zum Klatschmohn alles wachsen darf. Das erinnert mich an den Garten Eden, ans Paradies. Und dann denke ich mir: „Es könnte so einfach sein. Oder zumindest viel einfacher, als es jetzt scheint. Wenn da nicht die Gier wäre, die uns dazu bringt, dem Boden immer mehr abzuringen, die Kühe immer mehr Milch geben zu lassen,  die Schweine möglichst schnellwüchsig zu züchten. Wenn da nicht die Gier wäre.“ Das gilt für alle Bereiche unseres Lebens. Unsere Gier kann lebensbedrohlich werden.
Vielleicht ist das das Kennzeichen eines ‚treuen Haushalters‘: dass er seine Verantwortung übernimmt für das, was ihm anvertraut ist. Und die Gier in seinem Herzen gar nicht erst groß werden lässt. In der Gefahr stehen wir alle, das ist mir klar. Aber wir alle können auch darum beten, dass wir entweder davor bewahrt werden oder – was ich tatsächlich bei Menschen schon erlebt habe – dass wir davon geheilt werden. Weil wir das große Ganze sehen lernen.

Gebet: Herr, du hast die Welt geschaffen und hast sie uns anvertraut. Hilf uns, dass wir dein Vertrauen neu rechtfertigen. Mach unser Herz heil, wo es zerfressen ist von Gier und vom Immer-mehr-haben-wollen. Wir bringen uns damit sonst um unser Leben. Schütze du uns vor uns selber, wo es nötig ist. Amen.

Herzliche Grüße aus Sommersdorf!

Elfriede Bezold-Löhr







Montag, 23. März 2015

Ruf in die Freiheit hl

Losung: Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, wir haben unrecht getan und sind gottlos gewesen. Psalm 106,6

Lehrtext: Jesus sprach: Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten. Markus 2,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung" heißt ein Sprichwort. Die Autobahn zur Hölle aber ist mit Selbstgerechtigkeit asphaltiert. Das weiß man seit den Zeiten der Bibel oder könnte es zumindest wissen. Und doch ist es für jede neue Generation ein mühsamer Lernprozess, Selbsterkenntnis zu lernen und Selbstkritik zu üben. Manche lernen's nie. Wer sagt schon gern: "Ich habe samt meinen Vorfahren gesündigt?" (Losung) Wie steht man denn dann vor anderen da? Und ist denn wirklich so schlimm, was ich gefühlt, gedacht, gesagt und getan habe?
Das muss jeder für sich selbst beantworten. Ich jedenfalls erschrecke manchmal über die negativen Gedanken und Gefühle die in mir auftauchen können und die dann mein Denken beherrschen. Ich muss mich dann zur Ordnung rufen: 'Hans, was ist denn mit dir los? Beherrsche dich!' Und manchmal füge ich hinzu: 'Herr, du weißt wie es in mir aussieht. Hilf mir aus dem schwarzen Loch wieder heraus.' Und er tut es dann auch.
Denn dazu ist er ja gekommen, um auch mich zu sich zu rufen, immer wieder und wieder. (Lehrtext) Selbstgerechtigkeit aber, verstopft die Ohren wie Wachs. Wenn ich nur auf mich selbst höre, wie soll ich dann seinen Ruf hören?

Gebet: Danke, Herr, dass du mich nicht mir selbst überlässt, sondern mich immer wieder aus dem Gefängnis meiner Ichbezogenheit herausrufst. Du befreist mich, dass ich mich mit dir und meinen Mitmenschen gut verstehe. Amen

Herzliche Grüße und eine gesegnete neue Woche!

Ihr / dein Hans Löhr

Freitag, 20. März 2015

Einer für alle. Freitag, 20.03.2015

Losung: Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, dafür dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist.
Jesaja 53,12

Lehrtext: Gott hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.
Kolosser 2,15

Liebe Leserinnen und Leser dieser Auslegung,
heute ist in der Losung von jemandem die Rede, der im Buch des Propheten mehrmals genannt wird, allerdings nur unter dem Bezeichnung ‚Knecht Gottes‘. Jesaja nennt ihn „das Licht der Welt“ (Jes. 42, 1ff), wirksam „bis an die Enden der Erde“ (Jes. 94, 6). Da stellen wir uns dann unwillkürlich einen strahlenden Helden vor, der zu den Siegertypen gehört. Doch wird die heutige Losung im Zusammenhang liest, entdeckt genau gegenteilige Aussagen. „Da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. (…) Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.“ (Jes. 53, 2. 3)

Welche Aufgabe hat dieser ‚Knecht Gottes‘? Keiner von uns würde sie ausführen wollen, denn es heißt von ihm: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen.“ (Jes. 53, 4). Das ganze Leid der Welt lastet auf seinen Schultern.

Spätestens jetzt wird unser Blick auf Jesus Christus gelenkt, auf den all dies zutrifft, was da von diesem ‚Knecht Gottes‘ schon im Alten Testament gesagt wird. Doch mit seinem Leiden endet die Geschichte nicht. Sie endet mit seinem Triumph. „Ich will ihn zu den Großen rechnen, und mit den Mächtigen soll er sich die Beute teilen“, heißt es in der heutigen Losung. Letztlich siegt Gott und behält die Oberhand – davon ist Jesaja überzeugt.

Paulus erklärt diese Vorgänge den Christen in Kolossae mit dem Bild von einem Schuldschein: „Den Schuldschein, der uns wegen der nicht befolgten Gesetzesvorschriften belastete, hat Gott für ungültig erklärt. Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt. Die Mächte und Gewalten, die diesen Schuldschein gegen uns geltend machen wollten, hat er entwaffnet und vor aller Welt zur Schau gestellt, er hat sie in seinem Triumphzug mitgeführt – und das alles in und durch Christus.“ (Hoffnung für alle)

Gebet: Danke, Vater, dass du uns frei machst von allem, was wir selbst oder andere Menschen uns vorhalten könnten. In Jesus Christus räumst du das alles weg und der Weg  zwischen dir und mir ist frei. Ich kann zu dir kommen. Amen.

Einen lieben Gruß aus Sommersdorf und ein wohltuendes Wochenende euch und Ihnen!

Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr


PS: Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten in den Kirchen am kommenden Sonntag – um 8.45 Uhr in Thann und um 10.00 Uhr in Sommersdorf. Wer gern ‚Du bist die Zukunft‘ singt, ist da am richtigen Platz … J

Donnerstag, 19. März 2015

Zauberlehrlinge? Donnerstag, 19.03.2015

Losung: Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht! und ein
Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!
Jesaja 29,16

Lehrtext: Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst?
Römer 9,20

Liebe Leserinnen und Leser,
in einer Zeit, in der das Selbstmanagement und die ‚Selbstoptimierung‘ große Themen sind, hören wir dem Propheten Jesaja mit Befremden zu. „Mensch, du bist Ton und nicht der Töpfer. Du bist gemacht und nicht der Macher!“ – so würde er es uns vor den Latz knallen. „Ihr dreht alles um – wie die Zauberlehrlinge fangt ihr so vieles in eurer grenzenlosen Selbstüberschätzung an und könnt es schlussendlich nicht ‚meistern‘.“

Das sind keine besonders erbaulichen Gedanken am Anfang dieses neuen Tages. Aber Gott mutet sie uns zu. Und wenn ich nur halbwegs wach die Zeitung lese, dann finde ich viele Themen, die uns aus den Händen zu gleiten drohen: die Finanzmärkte, die durch Tonnen von frisch gedrucktem Geld stabilisiert werden sollen, wobei gleichzeitig Hundertausende in Europa wirkliche Not leiden. Der Konflikt rund um die Ukraine, der ein verworrenes Bündel verschiedenster Interessen ist und seit Monaten zu eskalieren droht. Der Klimawandel, der Seines zu verheerenden Wirbelstürmen wie dem in Vanuatu beiträgt und von uns trotzdem kaum mehr als drohende Herausforderung wahrgenommen wird.

Sehen wir uns noch als das, was  wir sind? Menschen mit ihren Stärken und Schwächen, unverwechselbar von Gott geschaffen und mit dem Leben beschenkt, aber eben auch begrenzt? Oder setzen wir uns an die Stelle des Schöpfers und fangen an, mit ihm über diese Grundordnung zu debattieren? Paulus rät davon ab. Zu groß ist Gott, als dass wir mit ihm diskutieren könnten. Er entzieht sich allen unsren Maßstäben. Das mag uns nicht passen, aber es ist so. Wir sollten es akzeptieren – und unsere Begrenzungen auch als Erleichterung sehen. Wir müssen nicht Macher und Töpfer und Meister sein.

Gebet: Herr, heute zeigt uns dein Wort unsere Grenzen auf. Hilf uns, dass wir die Kritik von Jesaja und Paulus an uns heranlassen können. Du schützt uns damit davor, dass wir uns selbst überschätzen und uns und andere damit in ernste Schwierigkeiten bringen. Dich als den Herrn unseres Leben anzuerkennen, schützt uns vor uns selber. Amen.

Nachdenkliche Grüße aus Sommersdorf.

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr


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Mittwoch, 18. März 2015

Wissen, wer mich hält. Mittwoch, 18.03.2015

Losung: Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.
Psalm 63,9

Lehrtext: Paulus schreibt: Ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, er kann mir bewahren, was mir anvertraut ist.
2.Timotheus 1,12

Liebe Losungsgemeinschaft,
in unserer Nachbarschaft ist zu meiner Freude kürzlich eine junge Familie eingezogen. Jetzt spazieren oft Vater und Sohn über das Schlossgelände, Hand in Hand. Der Sohn ist vielleicht zwei Jahre alt – und immer wieder rettet ihn sein Vater vor Beinahe-Stürzen auf dem alten Katzenkopf-Pflaster. Ihn hält die Hand seines Papas, wie sich im übertragenen Sinn David von der Hand Gottes festgehalten weiß. Es macht David dankbar, sich so auf Gott verlassen zu können. Daher hängt er ‚innerlich‘, mit ganzer Seele an Gott. Wie mit Sicherheit unser kleiner neuer Nachbar  mit ganzer Seele an dem großen neuen Nachbarn hängt. J

Wie David kann auch Paulus klar sagen: „Ich weiß, an wen ich glaube.“ Dahinter stehen persönliche Erfahrungen mit Gott, eine tiefe Alltagsfrömmigkeit, die sogar durch Zeiten im Gefängnis nicht zerbricht. Denn Paulus ‚sitzt‘ gerade, als er diese Sätze schreibt. Zugleich ist er sich durchaus dessen bewusst, dass sein ‚Glauben-Können‘ auch ein Geschenk ist. Also schiebt er gleich hinterher: „Ich bin gewiss, er (also Gott, EBL) kann mir bewahren, was mir anvertraut ist.“


Gebet: Herr, ich möchte das Bekenntnis von Paulus aus vollem Herzen nachsprechen: Ich weiß, an wen ich glaube. An dich, unseren Schöpfer und Vater. Du hältst mich. Und ich bin gewiss, du kannst mir auch bewahren, was mir von dir anvertraut ist. Halte in mir die Sehnsucht nach einem Leben mit dir wach. Und gib mir Mut, den Glauben an dich erkennbar zu leben. Amen.



Frühlingsgrüße aus Sommersdorf, wo Leberblümchen, Lenzrosen und Lungenkraut im Garten blühen!

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr


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Dienstag, 17. März 2015

WWJD? Dienstag, 17.03.2015

Losung: Die Wege des HERRN sind richtig, und die Gerechten wandeln darauf; aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Fall.
Hosea 14,10

Lehrtext: Jesus sprach: Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Matthäus 7,21


Liebe Leserinnen und Leser,
mit der heutigen Losung endet das Buch des Propheten Hosea. Thema ist dort, dass Israel wieder einmal Gott gegenüber ‚untreu‘ geworden ist und den Willen Gottes nach und nach vergessen hat, wie er in den zehn Geboten ausgedrückt ist. Das hat Konsequenzen – die Leute müssen das Chaos ertragen, das sich daraus ergibt. Und trotzdem ist Gott bereit, zu vergeben, wenn sein Volk denn nachdenklich wird, sich wieder an Gottes Gebote erinnert und bereut, was in der Zwischenzeit alles schief gelaufen ist. Am Schluss bleibt Hosea nur die Feststellung, dass die Gebote des Herrn den Weg zu einem erfüllten Leben weisen. „Wer sie befolgt“, so lesen wir in der Übersetzung ‚Gute Nachricht für dich‘, „kommt ans Ziel; aber wer sich gegen den HERRN auflehnt, kommt zu Fall.“

‚WWJD – What would Jesus do?‘ (übersetzt: Was würde Jesus in dieser Situation tun?)  ist eine hilfreiche Frage nicht nur für unsere Konfirmanden, sondern für alle, die heute versuchen, den Willen Gottes umzusetzen. Wir kriegen in der Bibel viele Denkanstöße für ein Leben im Sinn Jesu. Und trotzdem bin ich froh, dass mir – wie damals zu Hoseas Zeiten – Gott dann vergibt, wenn ich es nicht hinbekomme, seinen Willen umzusetzen. Wenn ich scheitere an dem, was ich eigentlich will und doch nicht leben kann.


Gebet: Herr, wir hören deutlich, wie wichtig es dir ist, dass dein Wille hier in unserer Welt geschieht. Wir nehmen uns das zu Herzen. Aber es passiert trotzdem, dass wir scheitern und Dinge tun, die nicht nach deiner Vorstellung sind. Vergib uns. Und bewahre uns die Bereitschaft, dass wir uns immer wieder neu selber fragen: „Was würde Jesus jetzt in meiner Situation tun?“ – und uns das dann trauen. Amen.


Gute Erfahrungen mit diesem Vorsatz und viel Freude am Frühling!

Ihre / deine Elfriede Bezold-Löhr

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Montag, 16. März 2015

Vor dem Gehorchen kommt das Horchen ebl

Losung: Gehorcht meinem Wort, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. Jeremia 7,23

Lehrtext: Jesus sprach: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Johannes 14,23

Liebe Losungsgemeinschaft,
wenn ein Bibelvers mit einem Befehl beginnt, schlucke ich oft. Denn als erwachsener Mensch lasse ich mir nicht gerne etwas befehlen, um dann blind zu gehorchen. Ich möchte verstehen können, warum ich etwas tun soll – dann kann ich leichter zustimmen und mich darauf einlassen. Noch mehr hilft es mir, wenn ich Vertrauen habe zu demjenigen, der mir etwas nahelegt.
Ich denke, dass Gott mit all dem bei uns rechnet. Wir dürfen durchaus unseren Verstand benutzen, auch beim Lesen biblischer Texte. Erst einmal ‚hinhorchen‘. Im ‚gehorchen‘ steckt nicht umsonst das Wort ‚horchen‘ drin. Also erst einmal hinhören, nachdenken und prüfen. Das dürfte auch in Gottes Augen völlig in Ordnung sein. Außerdem ist es ihm ein Herzensanliegen, dass wir ihm vertrauen. Dieses Vertrauen, meine ich, kommt lang vor dem Gehorchen und ist eigentlich die Voraussetzung. Im Lehrtext ist das deutlich gesagt: Wenn ich eine Herzensbeziehung zu Gott habe, dann wird mir wichtig, was er für mein Leben will. Und dann wächst eine immer tiefere Gemeinschaft zwischen mir und Gott, in der sich ein vertrauensvoller Gehorsam meinerseits entwickeln kann.

Gebet: Herr, schenk uns vor allem Vertrauen in dich als eine reale, persönliche Kraft, die in unserem Leben wirken will. Schließ uns auf, was in der Bibel steht, damit wir dein Wort immer besser kennen und verstehen lernen. Du sagst uns, dass du für uns da bist  und unsere Nähe suchst. Darauf bauen wir und versuchen, nach deinem Willen zu leben. Hilf du uns dabei. Amen.

Einen guten Start in einen frühlingshaften Montag!

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Freitag, 13. März 2015

Halt in der Glaubensgemeinschaft. 13.03.2015

Losung: Mose sprach: Hab ich, HERR, Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe der Herr in unserer Mitte.
2.Mose 34,9

Lehrtext : Jesus spricht: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
Matthäus 18,20

Liebe Leserinnen und Leser dieser Auslegung,
wie lange ist Mose mit seinen Leuten schon unterwegs, als er Gott zum x-ten Mal darum bittet, an ihrer Seite zu bleiben und ihn und die Israeliten weiterhin zu führen? Da haben sie den Machtkampf mit dem Pharao, dem Herrscher von Ägypten, schon erfolgreich hinter sich gebracht, da hat Gott sie vor den nachsetzenden Ägyptern bewahrt, die sie wieder in ihr früheres Sklavenleben zurückzwingen wollten, sie haben die Gebote von Gott als Lebenshilfe bekommen, sind mit Fleisch und Brot und Wasser in wüstenähnlichem Land von Gott versorgt worden. Und doch – immer wieder muss Mose sich neu dessen versichern, dass Gott da ist und ‚seine‘ Israeliten führt und beschützt. Eine Gemeinschaft von Menschen, die sich um Gott ‚schart‘, entwickelt Stärke und gibt ganz besonderen Halt – das hat Mose erlebt und daher ist es ihm so wichtig, dass Gott ihre Mitte bleibt.
Auch Jesus hat diese Sehnsucht nach dem Halt in einer Glaubensgemeinschaft bei den Menschen gespürt. Daher seine so klare und tröstliche Zusage: „Wo ihr in meinem Namen zusammenkommt – und wenn ihr nur zu zweit oder zu dritt seid, das spielt keine Rolle – da bin ich mit meinem guten Geist und meiner Kraft dabei. Ich bin mitten unter euch.“ Gott hat es in unser Wesen hineingelegt, dass wir uns nach Gemeinschaft sehnen. Was für ein Geschenk, wenn es sogar eine Gemeinschaft ist, die bewusst in seinem Namen zusammenkommt.


Gebet: Danke, Vater, für viele Erfahrungen gesegneter Gemeinschaft. Du schenkst sie in Ehen, in Hauskreisen, in Gottesdiensten, in tiefen Freundschaften. Öffne solche Beziehungen für Menschen, die auf der Suche sind. Damit auch sie ihren Platz in deiner ‚Lehrlingsrunde‘ (also bei Jüngern / engen Freunden von Jesus) finden und dort Halt und Geborgenheit erleben. Amen.


Ein erholsames Wochenende und Zeit für die schönen Dinge des Lebens wünscht dir und Ihnen
Deine/Ihre Elfriede Bezold-Löhr

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PS: Ich schreibe für den Samstag und den Sonntag keine Losungs-Auslegung und bitte euch/Sie dafür um Verständnis. Am Sonntag gibt’s ja dafür viele (hoffentlich anregende) Gottesdienste im ganzen Land, unter anderem auch den Lichtblick für Frühaufsteher um 9 Uhr und für Langfrühstücker um 10.30 Uhr in der Aula der Albrecht-von-Eyb-Schule von Burgoberbach. Da seid ihr uns allen von Herzen willkommen!

Donnerstag, 12. März 2015

Die Angst klein werden lassen. Losungsauslegung am 13.03.2015

Losung: HERR, es ist dir nicht schwer, dem Schwachen gegen den Starken zu helfen.
2.Chronik 14,10

Lehrtext: Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Johannes 16,33


Liebe Leserinnen und Leser,
Angst ist ein starkes Gefühl – mit vielen Facetten. Angst schützt uns davor, Dinge zu tun, die uns richtig gefährlich werden könnten. In diesem Sinn hat Angst etwas Positives. Es gibt aber auch eine Angst, die lähmt. Das kann die Angst vor einem aggressiven Hund in der Nachbarschaft genau sein wie die Angst vor einem Mitschüler oder einem Arbeitskollegen, der ein Ass darin ist, andere zu mobben. Dieses Gefühl von lähmender Angst ist schlimm.
Was hilft? Eine Kraft, die die Angst in mir kleiner werden lässt. Die mir hilft, dieses starke Gefühl zu benennen und es zu bekämpfen. Diese Kraft ist für mich im Gebet zugänglich. Wenn ich weiß: „Ich bin nicht allein. Gott wirkt durch seinen guten Geist heute, er wirkt in meiner Seele, wenn ich ihn darum bitte.“ – dann ändert sich im Augenblick des Gebetes etwas in mir. Ich sehe, wer mir helfen kann, um gegen denjenigen zu bestehen, der mir Angst macht. Ich bekomme den Mut, offen zu reden und um Hilfe zu bitten. Ich werde seelisch gestärkt. Diese Erfahrung haben Menschen vor langer Zeit mit Gott schon gemacht, sie ist auch heute möglich.

Jesus hat die Angst durchaus gekannt. Am stärksten hatte sie ihn wohl da gepackt, als er im Garten Gethsemane gebetet hat. Er wusste, dass er in Lebensgefahr schwebte. Und doch sagt er zu mir: „Ich habe die Welt besiegt.“ (Siehe Lehrtext) Anders gesagt: „Es gibt keine Erfahrung und kein Gefühl, das du nicht überwinden könntest mit meiner Hilfe – denn ich, Jesus Christus, der Sohn Gottes und für dich wie ein Bruder, habe all das bereits überwunden.“


Gebet: Herr, darauf möchte ich vertrauen können. Dass es keine Form zerstörerischer Angst gibt, die ich nicht mit deiner Hilfe überwinden könnte. Zeig mir Wege, stell mir Menschen an die Seite, die mir dabei helfen. Danke, dass du mir in Jesus den Weg zeigst und dass er mir voran geht. Amen.



Herzliche Grüße aus Sommersdorf hinein in die Dörfer im Altmühltal und hinaus in die Welt – wo immer Sie gerade diese Zeilen lesen!

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

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Mittwoch, 11. März 2015

Mittwoch, 11.03.2015 Er kümmert sich um mich

Losung: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen. Ich will das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.
Hesekiel 34,16

Lehrtext: Als erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig - nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit.
Titus 3,4-5

Liebe Leserinnen und Leser,
verloren gehen, sich verirren, verwundet sein und verbunden werden, entkräftet sein und ‚aufgepäppelt werden‘ – als ich das gelesen habe, musste ich unwillkürlich an ein Schaf denken, das sich verirrt hat. Und siehe da: Als ich im Kapitel 34 beim Propheten Ezechiel nachgelesen habe, ist mir exakt dieses Bild begegnet. Als eine Lebensbeschreibung von Menschen, denen alles unter den Händen zerbröselt ist. Die nur noch Bruchstücke in den Händen haben und nicht wissen, was morgen wird. Denen Gott anbietet, dass er sich um sie kümmert wie ein sehr fürsorglicher und verantwortungsbewusster Hirte.

Mit dem, dass Jesus in die Welt kam, hat  Gottes ‚Sich-Kümmern‘ noch einmal eine ganz neue Dimension bekommen. Jetzt wird klar, dass seine Fürsorge nicht einem ausgesuchten Kreis von Menschen zukommt, sondern für jeden und jede da ist. Das schärft Paulus seinem Freund Titus ein – und der soll es den Leuten in den christlichen Gemeinden auf der Insel Kreta weitergeben. Für uns besser verständlich lässt Paulus Folgendes ausrichten: „Als aber die Güte und Menschenliebe unseres Gottes und Erlösers unter uns erschien (in Jesus Christus, der Mensch geworden ist, EBL), hat er uns durch das Bad der Taufe (das uns mit Jesus verbindet, EBL) gerettet und wie durch eine neue Geburt durch seinen Heiligen Geist innerlich neu gemacht. Das alles hat er nicht getan, weil wir es durch unsere guten Taten verdient hätten, sondern weil er sich über uns erbarmen wollte.“ (Lehrtext noch einmal nach ‚Willkommen daheim‘)


Gebet: Vater, ein Schaf kann nichts dafür tun, dass sich sein Hirte sorgsam um es kümmert. Ebenso wenig können wir in Vorleistung gehen dafür, dass wir dir wichtig sind und du dich um uns sorgst. Du tust es aus dir heraus. Weil es dein Wesen ist. Weil du die Liebe bist. Danke, Herr.



Herzliche Grüße und einen guten Start in den neuen Tag – mit Zeit zum Sonne-Genießen!

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

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Dienstag, 10. März 2015

Bestens versorgt. Losung für Dienstag, 10.03.15

Losung: Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, säume doch nicht!
Psalm 40,18

Lehrtext: Hoffnung lässt nicht zuschanden werden.
Römer 5,5


Liebe Losungsgemeinschaft,
manchmal wache ich zur Zeit in der Nacht auf und merke, wie mein Gehirn zu arbeiten beginnen will: „Was ist morgen alles unter einen Hut zu bringen? Was darf ich unter keinen Umständen vergessen? Welche Termine haben die Kinder …“ Und dann sage ich mir: „Halt. Jetzt nicht vollends wach werden und dann nicht mehr einschlafen können. Sondern die andere Stimme stark machen, die dir sagt: „Auch der morgige Tag ist zu bewältigen. Es wird nur so viel sein, wie gut unter den Hut passt. Wo du an deine Grenzen kommst, wird Gott dir in die Karten spielen und das Nötige für dich fügen. Du kannst dich darauf verlassen.“
Das lässt mich wieder zur Ruhe kommen. Weil ich mich selbst im Halbschlaf daran erinnere, dass ich eben diese Erfahrung in den letzten Wochen überraschend oft gemacht habe. Und je häufiger ich an meine Grenzen komme, desto klarer zeigt mit Gott, dass er für mich sorgt. Oft auf so verblüffende Weise, dass ich breit vor mich hin lächle und mir denke:

Gebet: „Toll, HERR. Es ist großartig, wie du für mich sorgst. Ich danke dir. Schenk diese Erfahrung auch anderen Leuten, die am Tropf deiner Gnade und Fürsorge hängen. Bitte.“


Herzlich grüßt dich und Sie

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

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Montag, 9. März 2015

Von Pferdestärken und andren Sicherheiten

Losung: Rosse helfen nicht; da wäre man betrogen; und ihre große Stärke errettet nicht. Siehe, des HERRN Auge achtet auf alle, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen. Psalm 33,17-18

Lehrtext: Wir bauen nicht auf Vorzüge, die irdisch und menschlich sind, sondern rühmen uns allein damit, dass wir zu Jesus Christus gehören. Phil. 3,3

Liebe Leserin, lieber Leser,

die heutige Losung ist wirklich aussagekräftig für diejenigen unter uns, die schon einmal die Gelegenheit hatten, Pferdestärken ‚hautnah‘ zu erleben. Freuen sich viele Männer über Hunderte von Pferdestärken an Motorkraft, so bringt mich schon eine zur Verzweiflung, wenn sie sich gegen mich auflehnt und mich abschüttelt, wie vor einigen Monaten erst passiert. Hier ist aber von PS im positiven Sinn die Rede – weil zu Davids Zeiten ein Pferd für die Arbeit äußerst hilfreich war und im Krieg manchmal über Sieg oder Niederlage entschieden hat. Wer ein Pferd hatte, konnte von Glück sagen.
Mehr als tausend Pferdestärken wiegt die liebevolle Aufmerksamkeit Gottes über uns und unserem Leben. Nicht stärkt und schützt uns in vergleichbarer Weise, auch wenn es unser Vertrauen herausfordert, uns auf diese unsichtbare Kraft zu verlassen. Paulus hat dieses Vertrauen sein ganzes Leben lang trainiert, nachdem er sich aus der Deckung eines sicheren Lebens gewagt und seine ganze Hoffnung auf Jesus Christus gesetzt hatte (spannende Geschichte, nachzulesen im Neuen Testament, Apostelgeschichte 9). Er hätte jede Menge menschlicher Vorzüge vorzuweisen gehabt (er war zum Beispiel klug und sehr gebildet), hat sich aber komplett Jesus Christus verschrieben. Wie sichern wir uns ab? Bestimmt nicht mehr mit Pferden, aber vielleicht mit einer großen Zahl an Versicherungspolicen …?

Gebet: Danke, Gott, dass du uns heute darauf aufmerksam machst, wie brüchig unsere menschlichen Sicherungssysteme sind und dass du dich dem gegenüber als verlässliche ‚Burg‘ für uns anbietest. Es braucht unser Vertrauen in deine persönliche Zuwendung und deine Möglichkeiten, wenn wir unsere menschlichen Sicherungssysteme loslassen sollen. Hilf uns dazu – durch deinen guten, Heiligen Geist. Amen.



Herzliche Grüße

Elfriede Bezold-Löhr

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Sonntag, 8. März 2015

Von alten Hüten und guten Gedanken hl

Losung: HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände. Psalm 92,5

Lehrtext: Jesus legte die Hände auf die Frau; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott. Lukas 13,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

okay, okay es ist ein alter Hut, dass es dir gleich besser geht, wenn du einfach mal damit aufhörst, Gott die Ohren voll zu jammern und ihn ständig um Hilfe zu bitten; wenn du ihn stattdessen mit einem Lied eine Freude machst oder ihn in Gedanken lobst. Okay, okay es ist ein alter Hut, dass Essen satt macht und Lachen gesund ist. Und trotzdem stimmt’s und tut dir gut.
Du meinst, du hast zur Zeit keinen Grund, Gott zu loben? Das habe ich neulich auch gedacht, als ich mich überwinden musste an die frische Luft zu gehen und ein paar Schritte zu laufen. Ich hing meinen schwarzen Gedanken nach und war in einer negativen Stimmung gefangen. Aber plötzlich, ich weiß nicht wie, ließ ich nicht mehr den Kopf hängen, sondern richtete mich auf (Lehrtext) und sagte: „Herr, sorry, dass ich so miesepetrig drauf bin. Ich sage jetzt einfach mal danke für die frische Luft, den Fischreiher am Schlossteich, das kleine Stück blauen Himmel über mir und dass es mir alles in allem gar nicht so schlecht geht. Du bist ein wunderbarer Gott. Ich freue mich, dass wir miteinander verbunden sind.“ (Losung)
Was mich plötzlich auf diese guten und aufbauenden Gedanken gebracht hat? In der Losung heißt es, dass Gott so etwas macht. Ob man auch selbst dazu etwas beitragen kann? Ich denke schon, wenn man mit ihm in Kontakt bleibt.

Gebet: Herr, immer wieder lasse ich den Kopf hängen und gehe gebückt durchs Leben. Doch du richtest mich wieder auf, dass ich die Schönheit deiner Schöpfung sehe und dich preise. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

p.s. Leider kann die tägliche Losungsauslegung bis 23. März nicht mehr erscheinen, da ich in dieser Zeit in Afrika bin. Falls es technisch möglich sein sollte, werde ich von dort etwas veröffentlichen. Schauen Sie halt ab und zu mal in dieses Blog oder stöbern Sie in unseren 1422 Posts. HL

Samstag, 7. März 2015

Unsichtbare und sichtbare Engel hl

Losung: Der HERR spricht: Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.
2.Mose 23,20

Lehrtext: Sind die Engel nicht allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen? Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.
Hebräer 1,14-2,1

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der Krypta der Bürgersaalkirche in München steht diese Schutzengelgruppe von Ignaz Günther aus dem Jahr 1763. Bemerkenswert finde ich, dass der Engel nicht nur das Kind vor der Schlange, dem Symbol des Satans, beschützt. Er weist gleichzeitig mit der rechten Hand nach oben, auf Gott, in dessen Auftrag er handelt. Der Engel selbst ist nur Gottes dienstbarer Geist (Lehrtext) und beansprucht keinerlei Verehrung. Und doch gibt es vielen ein gutes Gefühl, wenn sie auf ihren Schutzengel vertrauen können, den Gott ihnen schickt. Jedenfalls nehme ich dieses Wort aus der Losung auf meine Reise nach Tansania mit, die morgen beginnt.
Als kleines Kind hatte ich ein Schutzengelbild von meiner Großmutter über meinem Gitterbett. Einmal fragte ich meine Mutter, ob sie schon mal einen Engel gesehen habe. Sie mochte mir keine rechte Antwort geben. Weder wollte sie lügen, noch mich enttäuschen. So blieb es für mich in der Schwebe, ob ein Engel zu sehen ist. Inzwischen weiß ich, dass Engel auch sichtbar sind. Nur diese Engel wissen selbst nicht, dass sie Engel sind, denn:

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, - die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und hässlich und klein, - die Engel.

Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand, - die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand, - der Engel.

Dem Hungernden hat er das Brot gebracht, - der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
und er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht, - der Engel.

Er steht im Weg und er sagt: Nein, - der Engel,
groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein –
es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, - die Engel.

Von Rudolf Otto Wiemer

Herzliche Grüße, Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 6. März 2015

Hoppla, Gott mischt sich ein hl

Losung: Der HERR ist dein Ruhm und dein Gott. 5.Mose 10,21

Lehrtext: Wir rühmen uns Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben. Römer 5,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

um zu verstehen, was die Losung heute bedeutet, muss man sie im Zusammenhang lesen. So heißt es im 5. Buch Mose: „Euer Gott, ist der Herr über alle Herren, der große Gott, der Mächtige und der Schreckliche, der die Person nicht ansieht und kein Geschenk nimmt und schafft Recht den Waisen und Witwen und hat die Fremden lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt. Darum sollt ihr auch die Fremden lieben; denn ihr seid auch Fremde gewesen in Ägyptenland. Den HERRN, deinen Gott, sollst du fürchten, ihm sollst du dienen und anhangen. Er ist dein Ruhm und dein Gott.“ 
Hoppla, plötzlich sind wir mitten in der Sozial- und Flüchtlingspolitik unserer Tage. Und so muss ich mich fragen, ist er, der sich einmischt, auch mein Ruhm und mein Gott? Oder will ich einen, der über den Wolken schwebt und sich aus den Nöten und Problemen seiner Menschen heraushält?
In unserer Gemeinde haben wir bisher nur zwei Flüchtlingsfamilien, aber einige Christen, die sich um sie kümmern. Sie bringen ihnen unsere Sprache bei, fahren sie zum Einkaufen und auf Ämter, leisten Übersetzungsdienste, versorgen sie mit Kleidung und Dingen des persönlichen Bedarfs und organisieren das Ganze. Sie werden für diese Hilfeleistungen nicht bezahlt. Aber sie können das heutige Losungswort mit Fug und Recht auf sich beziehen: „Ihr könnt stolz darauf sein, dass er euer Gott ist.“ (andere Übersetzung HFA) In unserer Gemeinde und darüber hinaus gibt es viele, die nicht nur die ‚Fremden‘ (Flüchtlinge), sondern auch unsere Waisenkinder in Tansania (siehe p.s.) mit Spenden unterstützen. Sie alle, die glauben und helfen, sind mit unserem menschenfreundlichen Gott durch Jesus Christus versöhnt. (Lehrtext)

Gebet: Herr ich danke dir, dass Menschen ihr Herz für die entdecken, die Hilfe brauchen. Sie sind ein sprechendes Zeichen dafür, dass du unter uns geehrt wirst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


p.s. Ich werde am Sonntag wieder nach Tansania reisen, mich nach unseren Projekten in Kilanya umsehen und weitere Spenden mitbringen. An dieser Stelle allen ein herzliches Dankeschön, die gespendet haben.

Donnerstag, 5. März 2015

Eine große Ehre hl

Losung: HERR, lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe. Psalm 119,77

Lehrtext: Der König sprach zu seinen Knechten: Geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet. Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Matthäus 22,9-10

Liebe Leserin, lieber Leser,

der heutige Lehrtext ist eine gute Nachricht von Jesus für mich und hoffentlich auch für Sie / dich. Weil die geladenen Gäste zur Hochzeit nicht kommen wollten, weil sie zu sehr mit sich beschäftigt waren, darum blieben ihre Plätze an der Tafel frei. Da aber ein Fest, wenn es denn vorbereitet ist, auch gefeiert werden soll, feierte der König die Hochzeit seines Sohnes kurzerhand mit Zufallsgästen von der Straße. Er prüfte diese Gäste nicht, ob sie es denn auch wert wären, mitzufeiern. Er verlangte von Ihnen kein polizeiliches Führungszeugnis, veranstaltete keine Moral- und Charakterprüfung. Es genügte ihm, dass sie, anders als die ursprünglich Geladenen mitfeiern wollten, die Bösen mit den Guten und die Guten mit den Bösen.
Darum grüble nicht lange, ob auch du dem König der Welt willkommen bist. Zweifle nicht, ob du es wert bist, mitzufeiern, sondern komm. Du bist eingeladen zu seinem Fest, zum Fest des Glaubens und der Versöhnung. Nimm die Einladung an. Damit gehörst du zu seiner Familie und hast einen Stammplatz an seinem Tisch.

Gebet: Herr, bin ich dir wirklich willkommen mit all meinen Fehlern und Schwächen? Wer bin ich schon, dass du mich einlädst? Aber weil du das tust, deshalb bin ich wer. Deshalb bin ich in deinen Augen geachtet. Deshalb bin und bleibe ich mehr als dein Gast. Von nun an gehöre ich zu dir. Mögen Menschen von mir halten, was sie wollen. Mir genügt es, dass du zu mir hältst. Das ist mir eine große Ehre. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Mittwoch, 4. März 2015

Was mich gesund macht hl

Losung: HERR, sei mir gnädig! Heile mich; denn ich habe an dir gesündigt. Psalm 41,5

Lehrtext: Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. Jakobus 5,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

gibt es einen Zusammenhang zwischen Krankheit und Sünde? Die heutige Losung legt das nahe. Doch es kommt auf die Reihenfolge an. Sagen Sie / sage niemals: „Weil dieser Mensch krank ist, muss er gesündigt haben.“ Woher willst du das wissen? Wer krank ist, hat nicht automatisch daran Schuld. Umgekehrt wird ein Schuh draus: „Wenn ich sündige, bin ich krank.“ Nach meinem Verständnis der Bibel heißt sündigen, sein Leben ohne Gott leben und sich nur nach sich selbst richten, nach den eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und Plänen, aber nicht danach, was Gott will. Wie will die Seele des Menschen gesund sein, wenn sie ihren Schöpfer, die Quelle des Lebens, verlassen hat? Und wenn erst mal die Seele krank ist, dann strahlt das auch auf den Körper aus. Wer im Unfrieden mit anderen  lebt, kann auch körperlich krank werden. Du brauchst, um gesund zu sein, Mitmenschen, die dich annehmen, dir vergeben, dich lieben und umgekehrt. Deshalb hat Jesus den Menschen, die er geheilt hat auch ihre Sünden vergeben. Doch ob eine Krankheit mit Sünde zu tun hat, kann, wie König David, nur der beurteilen, der selbst krank ist.
Im heutigen Losungswort und im Lehrtext werden die Schritte genannt, wie ein Mensch an Leib und Seele wieder gesund werden kann. Das Erste ist, so zu beten, wie König David es getan hat: »Herr, sei mir gnädig! Heile mich« Wenn ein Mensch wieder gesund wird, hat immer Gott seine Hand im Spiel. Aber dazu gehört auch die Erkenntnis, dass ich zweitens mein Verhältnis zu Gott und meinen Mitmenschen in Ordnung bringen muss. Die beste Medizin für alle Krankheiten von Leib und Seele ist nach meiner Erfahrung ein tiefes Gottvertrauen. Weil ich es Gott zutraue, dass er mich heilen, aufrichten und mir vergeben wird, deshalb bitte ich ihn auch darum - für mich, aber auch für die, die mich ge-‚kränkt‘ haben. 

Gebet: Herr, wenn du mich heilst, werde ich gesund. Wenn du mir hilfst, ist mir geholfen. Du bist mein Arzt. Dir vertraue ich. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr

Dienstag, 3. März 2015

Zeichen seiner Güte hl

Losung: Die Erde ist voll der Güte des HERRN. Psalm 33,5

Lehrtext: Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts. Jakobus 1,17

Was für ein Glück, liebe Leserin, lieber Leser, wenn man die Welt so sehen kann wie es heute im Psalm 33 nachzulesen ist. Was für ein Glück, wenn man trotz aller schlechten Nachrichten im Privaten wie in der Öffentlichkeit die Güte Gottes entdecken kann. Die Schneeglöckchen und Krokusse sind solche Boten von Gottes Güte. Sie lassen sich von Kälte und Schneeregen nicht entmutigen und weisen unverdrossen auf die bevorstehenden, warmen Frühlingstage hin, die noch nicht sind, die aber sein werden. Und so gibt es viele Zeichen von Gottes Güte. Du siehst sie mit den Augen des Glaubens.
Und du selbst bist auch eine gute Gabe „von oben herab, von dem Vater des Lichts“. Du bist sein Wunsch und sein Werk, von ihm bestimmt, das zu werden, was du noch nicht bist, was du aber sein wirst: vollkommen. All deinen Fehlern zum Trotz, Gott arbeitet fortwährend an dir zu deiner künftigen Vollendung. So sagt es Martin Luther. Und er bringt damit zum Ausdruck, wie wertvoll und liebenswert du bist. Lass dir das von niemandem mehr ausreden, am wenigsten von dir selbst.

Gebet: Danke, Vater, für alles Gute in meinem Leben. Du beschenkst mich damit an jedem Tag. Manchmal bin ich mit mir selbst zu sehr beschäftigt, um das wahrzunehmen. Aber manchmal lachst du mich unvermittelt an im Morgenrot, in einer berührenden Melodie, in deinem Wort – in Zeichen deiner Güte. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

Montag, 2. März 2015

Wie soll man glauben? III hl

Losung: Als Hiskia den Brief gelesen hatte, ging er hinauf zum Hause des HERRN und breitete ihn aus vor dem HERRN. 2.Könige 19,14

Lehrtext: Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Philipper 4,6

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie soll man glauben? Besser gesagt: Wie soll man leben, leben mit Gott im Alltag? Denn nichts anderes bedeutet ja glauben, als dass ich mein ganz normales Leben führe und dabei auf Gott vertraue. Manche glauben so, dass sie fertige Gebete lesen oder auswendig hersagen wie zum Beispiel das Vaterunser oder den Psalm 23 oder einen Liedvers. Das ist schon mal gut. Aber die Bibel hat noch bessere Glaubenstipps so zum Beispiel in der Geschichte des Königs Hiskia, aus der das heutige Losungswort stammt. Hiskia, der König von Jerusalem, wurde von Sanherib, dem König von Ninive in Assyrien (wo kürzlich wahnsinnige Islamisten älteste Kulturgüter der Menschheit zerschlagen haben) auf das Übelste verhöhnt. Er, Sanherib, würde Jerusalem dem Erdboden gleich machen so wie er es mit den Hauptstädten anderer Völker getan hätte und auch der Gott Hiskias könne da nicht helfen.
Was macht Hiskia? Bricht er in Panik aus? Ordnet er die Mobilmachung an? Zahlt er dem König von Ninive die Beleidigungen mit gleicher Münze heim? Nein. Stattdessen nimmt er den Brief, geht in den Tempel, breitet ihn dort vor Gott aus und betet. Er sagt sinngemäß: „Da schau her, Gott, lies selber, was Sanherib geschrieben hat. Er verhöhnt dich, den allmächtigen Gott. Lass dir das nicht gefallen und hilf uns, damit alle Welt erkenne, dass du allein Gott bist.“
So, liebe Leserin, lieber Leser, so soll man glauben. Bringen Sie / bring alles, was dich bewegt, im Gebet vor Gott (siehe Lehrtext). Mach es wie Hiskia, lege ihm den Kontoauszug mit den Schulden vor oder den Arztbrief mit der schlechten Diagnose oder die Schulaufgabe mit der schlechten Note oder die E-Mail, in der man dich beleidigt hat. Teile dein Leben mit ihm. Beziehe ihn mit ein und vertraue darauf, dass er sich für dich einsetzt. Das ist es, was Gott an dir mag. Und dann versuch im Sinne deines Gebetes auch selbst etwas zu tun, was ihm gefällt und dir hilft.

Gebet: Herr, du kennst meine Sorgen und weißt, was mir fehlt. Aber heute sage ich dir ganz konkret, was du für mich tun sollst: … (eigene Anliegen einfügen). Ich vertraue ganz fest darauf, dass du mich hörst und mir hilfst. Aber selbst will ich auch meinen Teil dazu beitragen. Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen in der neuen Woche!

Hans Löhr

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