Samstag, 21. Mai 2016

Sonne und Schild hl

Losung: Gott der HERR ist Sonne und Schild. Psalm 84,12

Lehrtext: Darum sollt ihr nicht sorgen. Matthäus 6,31

Liebe Leserin, lieber Leser,

warum sagt Jesus, du sollst dir keine Sorgen machen? (Lehrtext) Weil, wie es in der Losung heißt, Gott deine Sonne ist, die dir Licht und Leben gibt und weil er wie ein Schutzschild vor dir steht, um die feurigen Pfeile des Bösen abzuwehren. Und danach heißt es im Psalm 84: ‚Niemand ist so gut zu dir wie er. Wenn du dich auf ihn verlässt, ihm vertraust, dann bist du glücklich zu preisen.‘
Ich weiß, das trifft nicht immer zu. Manchmal mache ich mir Sorgen. Manchmal trifft mich etwas Böses. Manchmal. Aber meistens nicht. Soll ich deshalb meinen Glauben wegwerfen, vor meiner Sonne in die Finsternis fliehen und Gottes Schutzschild meiden? Würde es mir dann besser gehen? Viele meinen, sie kämen auch ohne Gott ganz gut zurecht. Ich meine, ich komme mit ihm besser zurecht als ohne ihn. Ich meine das nicht nur, ich erlebe das so.

Gebet: Ja, Herr, es stimmt: Du hast mir das Leben gegeben. Du hast mich durch gute und schlechte Zeiten bis hierher gebracht. In deinem Licht habe ich immer wieder meinen Weg gefunden. Von dir bin ich immer wieder beschützt worden vor Angriffen und Gefahren. Darum werde ich mir keine unnötigen Sorgen machen, sondern auch weiterhin auf dich vertrauen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 20. Mai 2016

Von Krähen und Affen hl

Losung: Biete deine Hand nicht einem, der Unrecht tut, indem du als Zeuge Gewalt deckst. 2.Mose 23,1

Lehrtext: Legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten. Epheser 4,25

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“ – so sagt man, wenn ein Polizist einen Polizisten, ein Richter einen Richter, ein Arzt einen Arzt, ein Pfarrer einen Pfarrer deckt. Schließlich muss man doch unter seinesgleichen zusammenhalten, oder? Nein, muss man nicht. Das jedenfalls sagt das heutige Losungswort. Es verpflichtet jeden von uns zur Wahrhaftigkeit, besonders vor Gericht.
Schön wär's, wenn man sich darauf verlassen könnte. Aber stattdessen gelten statt der Gebote Gottes die Gebote der sogenannten ‚drei heiligen Affen‘ (Wolf Biermann): Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. In der Nazizeit waren sie für unsere Eltern und Großeltern nahezu Gesetz. Und als man danach die Deutschen gefragt hat, ob sie denn gewusst haben, was mit den Juden geschah, da waren die meisten plötzlich blind, taub und stumm. Da wollten viele nichts gesehen und gehört haben und sagten deshalb auch nichts dazu. Man wollte eben keine Schwierigkeiten, keine Scherereien, auch wenn es zulasten der Opfer gegangen ist.
Und heute? Ist es heute besser? Urteilen Sie  / urteile du selbst. Wie ist das am Arbeitsplatz oder in der Schule? Wie ist das, wenn die Nachbarn ihre Kinder schlagen? Wenn der Schwager Steuern hinterzieht? Wenn die Cousine die Versicherung betrügt? Wie ist das, wenn der größte Bauern im Dorf auch sonntags ohne Not seine Maschinen über Wiesen und Felder rattern lässt? Wenn der Feuerwehrkommandant am Stammtisch Naziparolen verbreitet und gegen Flüchtlinge hetzt? … Wer macht dann schon den Mund auf?
Auch die halbe Wahrheit ist eine Lüge, eine ganze Lüge. Auch das Schweigen über das, was böse ist, ist böse.
Als Christen hätten wir keinen Grund, feige zu sein. Schließlich gehören wir dem, der von sich sagt: »Ich bin die Wahrheit.« Und der zu uns sagt: »Die Wahrheit wird euch frei machen.« Damals in Jerusalem vor dem Gericht der Kirchenführer hätte Jesus sich kleinlaut aus der Affäre ziehen können. Er hätte nur dem abschwören müssen, was er von Gott gesagt und in seinem Namen getan hatte. 1500 Jahre später hätte Martin Luther vor dem Reichstag in Worms nur seine Schriften widerrufen müssen und er hätte nicht Kopf und Kragen riskiert. Heute kommt es uns zugute, dass Jesus für uns ans Kreuz gegangen und Martin Luther vor Kaiser und Kirche standhaft geblieben ist. Ob uns das mutiger macht?

Gebet: Herr, ich weiß, Feigheit ist keine verzeihliche Schwäche, sondern Komplizenschaft mit dem Bösen. Und trotzdem bitte ich dich, dass du mir verzeihst, wenn ich weggeschaut habe, wo ich hätte hinschauen sollen, wenn ich weggehört habe, wo ich hätte hinhören sollen, wenn ich geschwiegen habe, wo ich hätte reden sollen. Du hast auch dem Petrus verziehen, der dich verleugnet hat. Gib mir die Kraft, dass ich hinschaue und hinhöre und den Mund aufmache, wenn Unrecht geschieht. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 19. Mai 2016

bumm, bumm, bumm, bummmm, bumm… hl

Losung: Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. Jesaja 40,6.8

Lehrtext: Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen. Markus 13,31

Liebe Leserin, lieber Leser,

das geht unter die Haut, wenn die Männerstimmen in Johannes Brahms ‚Deutschem Requiem‘ das heutige Losungswort (zitiert nach 1. Ptr. 1,24) singen und dazu im Orchester unerbittlich die Pauke schlägt: bumm, bumm, bumm, bummmm, bumm / bumm, bumm, bumm, bummmm, bumm… – Alles Fleisch, du und ich, alles was lebt, es ist wie Gras, das verdorrt, wie eine Blume, die verwelkt: bumm, bumm, bumm, bummmm, bumm… Ist das der Tod, der da so unerbittlich an die Tür klopft? bumm, bumm, bumm, bummmm, bumm… Alles was geboren ist, muss wieder sterben. Alles was geschaffen ist, muss wieder vergehen: Himmel und Erde. Nichts bleibt. bumm, bumm, bumm, bummmm, bumm… (Wenn interessiert, dann bitte die ganzen 15 Minuten anhören und PC-Lautsprecher aufdrehen. Aufnahme mit Karajan)
Und dann die Bibel, und dann der Chor und dann das Orchester mit Bläsern und Streichern mit Pauken und Trompeten: ABER des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit!
Und was hilft mir das? Alles! Denn dieses sein Wort hat die ganze Schöpfung, hat dich und mich ins Leben gerufen: »Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.« So heißt es in der Schöpfungsgeschichte ganz am Anfang der Bibel. Alles ist durch sein Wort geschaffen. Alles wurde ins Dasein gerufen. Und alles ruft er wieder zu sich. Alles, auch dich und mich. Sein Wort, so sagt der Evangelist Johannes, sein Wort war am Anfang von allem. Sein Wort ist lebendig und voll Kraft. Es hat eine Gestalt und einen Namen: Jesus Christus (siehe Johannes 1). Sein Wort wird dich und mich aus dem Tod herausrufen zu sich. In diesem Wort sind und bleiben wir geborgen. Durch dieses Wort leben wir jetzt und in Ewigkeit. Denn, so sagt es der Sohn Gottes, der König des Lebens: »Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen.« (Lehrtext)
Wo er spricht, hat der Tod nichts mehr zu bestellen, hat er nichts mehr zu klopfen und zu trommeln. Kein dumpfes, unheimliches bumm, bumm, bummm, bummmm, bumm… mehr. Sondern der Jubelruf der Erlösten, der Gesang der Lebenden, der Lobpreis der Überwinder: Halleluja – gelobt sei Gott!
Und du und ich, wir sind dabei. Denn wir gehören ihm jetzt schon, dem strahlenden Sieger und nicht dem dumpf-dunklen Trommler. Und darum singt der Chor gegen Ende des Requiems von Johannes Brahms triumphierend: »Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?« - Aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit!

Gebet: Ach Herr, es ist bitter, dass wir in diesem Leben welken und vergehen. Wir sehen die Spuren der Vergänglichkeit an unserem Leib. Wir spüren wie die Kräfte wieder nachlassen. Wir wissen, dass wir dem Tod nicht entrinnen. Aber wir glauben dir und deinem Wort. Wir vertrauen darauf, dass du der große Lebendige bist, der sich mit uns verbunden hat und uns durch den Tod hindurch ins Leben bringt. Dein Wort bleibt in Ewigkeit und du bleibst in uns und wir bleiben in dir für immer. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 18. Mai 2016

Bist du ein Heiliger? hl

Losung: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott. 3.Mose 19,2

Lehrtext: Zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Epheser 4,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

sind Sie  / bist du ein Heiliger? Nein? Vielleicht doch, wenn du tust, was mit dem Wort „heilig“ in der heutigen Losung gemeint ist. Da heißt es unter anderem:
Der Herr befahl Mose, dem ganzen Volk Israel dies mitzuteilen: "Ihr sollt heilig sein, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig! Wenn ihr die Getreideernte einbringt, sollt ihr eure Felder nicht ganz bis an den Rand abmähen und keine Nachlese halten. Auch in euren Weinbergen soll es keine Nachlese geben. Sammelt die Trauben am Boden nicht ein, sondern überlasst sie den Armen und Fremden! Ich bin der Herr, euer Gott. Vor Gericht dürft ihr das Recht nicht beugen! Begünstigt weder den Armen noch den Einflussreichen, wenn ihr ein Urteil fällt. Jeder soll zu seinem Recht kommen. Verleumdet einander nicht, und tut nichts, was das Leben anderer gefährdet! Ich bin der Herr. Räche dich nicht, und sei nicht nachtragend! Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! Ich bin der Herr. Begegnet alten Menschen mit Achtung und Respekt, und ehrt mich, den Herrn, euren Gott! Unterdrückt die Fremden nicht, die bei euch leben, sondern behandelt sie wie euresgleichen. Liebt sie wie euch selbst, denn auch ihr seid Fremde in Ägypten gewesen! Ich bin der Herr, euer Gott…. Lebt nach allen meinen Ordnungen und Geboten, und befolgt sie! Ich bin der Herr."
Der Bibel zufolge hat „heilig sein“ also entscheidend damit zu tun, wie ich mich zu meinen Mitmenschen verhalte, besonders zu denen, die aufgrund ihrer sozialen Situation oder ihre Herkunft am Rand der Gesellschaft stehen. Großzügig, gerecht, beherrscht und rücksichtsvoll sein statt geizig, gemein, unversöhnlich und rüde. Darum ging es zur Zeit der Bibel. Darum geht es genauso noch heute. Und darum, dass wir Menschen Respekt vor unserem Gott haben.
Auch im heutigen Lehrtext geht es um dasselbe Thema. Da heißt es unter anderem:
Zieht das neue Leben an, wie ihr neue Kleider anzieht. Ihr seid neue Menschen geworden, die Gott selbst nach seinem Bild geschaffen hat. Ihr gehört zu Gott und lebt so, wie es ihm gefällt. Belügt einander also nicht länger, sondern sagt die Wahrheit. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt.  Redet nicht schlecht voneinander. Was ihr sagt, soll für jeden gut und hilfreich sein, eine Wohltat für alle. Mit Bitterkeit, Jähzorn und Wut sollt ihr nichts mehr zu tun haben. Schreit einander nicht an, redet nicht schlecht über andere, und vermeidet jede Feindseligkeit. Seid vielmehr freundlich und barmherzig, und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat.
Die Hinweise sind klar, wie man leben soll, wenn man Gott gehört und mit seinen Mitmenschen auskommen will. Aber ebenso klar ist, dass man an den hier genannten Geboten und an den vielen anderen, die ich jetzt nicht aufgeführt habe, immer wieder auch scheitert. Das ist keine Schande, solange ich wieder von neuem versuche, es künftig besser zu machen. Entscheidend ist nicht, dass ich alle Gebote erfülle und das Ziel erreiche. Entscheidend ist, dass sich auf dem richtigen Weg dahin bin. Dazu helfe mir Gott und dir!

Gebet: Herr, ich möchte gern so sein, wie es dir gefällt und mir und meinen Mitmenschen gut tut. Du siehst mein Bemühen. Du siehst aber auch mein Versagen. Vergib mir, wenn ich scheitere und gib mir Kraft, aus meinen Fehlern zu lernen und es besser zu machen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 17. Mai 2016

Gotteskind hl

Losung: Ihr sollt Priester des HERRN heißen, und man wird euch Diener unsres Gottes nennen. Jesaja 61,6

Lehrtext: Paulus schreibt an Timotheus: Ich erinnere dich daran, dass du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist. 2.Timotheus 1,6

Liebe Leserin, lieber Leser,

das ist schon ein Ehrentitel, wenn man Priester des Herrn und Diener unseres Gottes, des allmächtigen Schöpfers von Himmel und Erde, heißt (Losung). Doch dieser Ehrentitel wird noch durch einen anderen bei weitem überboten: Gotteskind. Dieser Titel gehört dir. Und das ist mehr als ein Titel. Das ist ein Zustand. Du und ich, wir gehören Gott, und er akzeptiert und liebt uns wie ein Vater oder eine Mutter ihr Kind.
Gestern habe ich im Radio mitbekommen, dass Papst Franziskus in seiner Pfingstbotschaft gesagt hat, Christen sollen sich bewusst machen, dass sie Gotteskinder sind und entsprechend leben. Manche meinen vielleicht jetzt, dass man Gott aufs Wort folgen muss wie ein Kind, dem der Vater mit dem Stock droht. Mit einem solchen perversen Glauben habe ich nichts zu tun. 
Mir gefällt vielmehr, was Hanns-Josef Ortheil in seinem wunderbaren Roman „Die Erfindung des Lebens“ geschrieben hat: »Im Dom(-Gottesdienst) gab es überhaupt keine armen (= bemitleidenswerten) Kinder, sondern nur Gotteskinder, jedenfalls nannte der Erzbischof die Gläubigen so. Ein Gotteskind zu sein, war für mich also die eigentliche Erlösung und einer der schönsten Zustände überhaupt.« Johannes, die Hauptperson des Romans, erlebt als verstummtes Kind, wie vor Gott alle menschlichen Unterschiede verschwinden, wie es keine Rolle mehr spielt, ob man groß ist oder klein, reich oder arm, gesund oder krank. Es zählt nur noch das Eine: Du bist / ich bin sein Gotteskind. Er sieht mich mit liebevollen Augen an und freut sich, dass es mich gibt so wie ich bin.
Dieser Glaube ist die vielleicht wichtigste Gabe, die Gott in dich und in mich gelegt hat. Sie gilt es, wie der Lehrtext sagt, zum Leben zu erwecken. In diesem Glauben, in diesem Bewusstsein kann ich selbstbewusst leben. Das gibt mir eine Würde und eine Freiheit, die mir niemand nehmen kann. Als Gotteskind kann ich mich freuen und meine Leiden tragen, kann ich leben und sterben. Denn ich gehöre ja ihm, und daran wird sich nichts ändern.

Gebet: Guten Morgen, lieber Gott! Die Träume der Nacht liegen noch wie ein Schatten auf meiner Seele. Meine Sorgen drücken mich. Wie soll ich wieder froh werden? Doch was betrübe ich mich selbst? Ich gehöre ja dir. Ich gehöre dir mit allem was ich bin und habe, mit meinen hellen und meinen dunklen Seiten, mit meinen Erfolgen und Niederlagen, mit meinem Glauben und meiner Sünde, mit meiner Freude und meiner Angst. Ich gehöre dir, weil du mich gewollt und geschaffen hast. Weil du mein Vater bist. Weil ich dein Kind bin. Weil du mich in Jesus liebst und erlöst. Ich gehöre dir und nicht anderen, was auch immer sie von mir wollen. Ich gehöre dir und nicht mir, was auch immer ich mir für Sorgen und Selbstvorwürfe mache. Denn du bist um mich und heilst mich. Du gibst mir neuen Lebensmut und neue Kraft. Dass ich dir gehöre und du für mich da bist jetzt und allezeit – das macht mich froh und frei. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 16. Mai 2016

Von nun an hl

Losung: Ich will sagen: Es ist mein Volk; und sie werden sagen: HERR, mein Gott! Sacharja 13,9

Lehrtext: Ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. 1.Petrus 2,25

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Schwert, mach dich auf über meinen Hirten, über den Mann, der mir der nächste ist!, spricht der HERR Zebaoth. Schlage den Hirten, dass sich die Herde zerstreue; und ich will meine Hand wenden gegen die Kleinen. Und es soll geschehen in dem ganzen Lande, spricht der HERR, dass zwei Teile darin ausgerottet werden sollen und untergehen, und nur der dritte Teil soll darin übrig bleiben. 
Und ich will den dritten Teil durchs Feuer gehen lassen und läutern, wie man Silber läutert, und ihn prüfen, wie man Gold prüft. Die werden dann meinen Namen anrufen und ich will sie erhören. Ich will sagen: Es ist mein Volk; und sie werden sagen: HERR, mein Gott!«

O Gott, so viel, so grausame Strafe für die, die sich von dir abgewandt haben? Jedenfalls steht es so im Buch des Propheten Sacharja im Alten Testament. Hinter diesem Schreckenswort aus dem Mund des Propheten verbirgt sich eine geschichtliche Erfahrung, die nachträglich als abschreckende Prophezeiung für spätere Generationen formuliert worden ist. Mit anderen Worten: Die Israeliten haben erlebt, wie ihr Land von fremden Mächten besetzt, ihre Hauptstadt zerstört, die Mauer geschleift, der Tempel verbrannt und ein Teil der Bewohner in die Verbannung nach Babylon verschleppt worden ist.
Sie hätten die Schuld beim babylonischen König Nebukadnezar suchen können, einem herrschersüchtigen Despoten. Aber das haben sie nicht getan. Es hätte ihnen auch nichts geholfen. Stattdessen haben sie Selbstkritik geübt und haben die Schuld bei sich selbst gesucht. Sie haben sich gefragt: Ist das, was uns widerfahren ist, nicht eine Strafe Gottes? Und haben wir diese nicht verdient, da unser Volk großenteils vom rechten Glauben abgefallen und anderen Göttern nachgelaufen ist?
Die Antwort auf diese Frage lesen wir in der heutigen Losung und in dem Zusammenhang, in dem sie steht. Dieses Wort sollte ihre Kinder und Kindeskinder warnen, es den Vätern und Großvätern gleichzutun. Aber langfristig hat die Warnung nichts genützt. Spätestens unter dem römischen Feldherrn Titus kam es noch schlimmer. Nun wurden die Israeliten für fast 2000 Jahre ihres Landes und ihres Staates, ihres Tempels und ihrer Heimat beraubt.

Jedoch kurz vor dem endgültigen Untergang kam Gott in Jesus zu seinem Volk, um ihm einen anderen, einen neuen Weg zu zeigen. Nun sollten die Menschen nicht mehr durch Drohungen und Katastrophen gefügig gemacht werden. Nun nahm Gottes Sohn die Sünden nicht nur der Juden, sondern aller Menschen selbst auf sich und trug sie zum Kreuz. Von nun an wendet Gott sich den Menschen zu, obwohl oder auch weil sie sich von ihm abwenden. Von nun an schützen uns nicht mehr Mauern, eine Armee, ein König oder Präsident, zahllose Gesetzen noch Tempel oder Kirche mit dem ganzen Religionsbetrieb. Von nun an ist der Herr selbst mein Hirte, mein Schutz, meine Hilfe (Lehrtext). Er geht mit mir durch gute und schlechte Zeiten, durch das Leben und durch den Tod. Er achtet darauf, dass ich nicht verloren gehe für immer. Und genauso achtet er auf dich.

Gebet: Herr, wie bin ich froh, dass du nicht bestrafst, sondern hilfst. Dass du nicht vernichtest, sondern rettest – gerade diejenigen, die sich in ihrem Leben verirren und von dir abwenden. Mögen andere ihren Göttern dienen, weil sie Angst vor ihnen haben. Ich freue mich über dich, weil du mir in Jesus dienst mit deinem Wort, mit dem Abendmahl, mit deiner Vergebung und Barmherzigkeit. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 15. Mai 2016

Wenn das Herz wankt hl

Losung: Ich suche dich von ganzem Herzen; lass mich nicht abirren von deinen Geboten. Psalm 119,10

Lehrtext: Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade. Hebräer 13,9

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor einigen Jahren predigte ich mal an Silvester über »die Nacht der wankenden Herzen«. Damit meinte ich den Zustand zwischen Hoffen und Bangen, wenn man an diesem Tag auf das neue Jahr vorausblickt. Doch das Herz wankt nicht nur beim Jahreswechsel. Bei allen wichtigen Entscheidungen und Ereignissen fragt man sich: Wie wird es wohl werden? Wenn eine Frau merkt, dass sie schwanger ist, wankt ihr Herz, auch wenn sie sich freut. Und wenn sich zwei entschließen, zu heiraten, ist es ähnlich. Und ebenso ist es, wenn du dich für eine Ausbildung oder Arbeitsstelle entscheidest. Aber auch, wenn etwas zusammenbricht, zu Ende geht und das Neue noch nicht zu sehen ist. Wie wird es wohl werden?
Im Losungswort sucht der Mensch Halt an Gottes Geboten. So hofft er, gut durch die Zeit zu kommen. Und in der Tat, die Gebote sind so etwas wie Wegweiser und Leitplanken, die Orientierung geben können. Aber wenn die Stürme des Lebens wehen und die Wasser der Angst hochgehen, helfen Gebote wenig. Wenn dir das Herz bis zum Hals schlägt, brauchst du einen, der dir gut zu redet und dich wieder beruhigt, brauchst du den, der übers Wasser gehen kann und dir die Hand hinhält, damit du nicht ertrinkst.
Er kommt zu dir im Geist von Pfingsten, der tröstet, rettet und heilt.

Gebet: Wenn die Meere toben, Stürme wehn,
werd ich mit dir übers Wasser gehen.
Du bist König über Wind und Flut,
mein Herz wird still, denn du bist gut.
(Hier der englische Originalsong: Still)

Ein frohes und gesegnetes Pfingstfest!

Ihr / dein Hans Löhr 


Samstag, 14. Mai 2016

Sehnsucht nach dem/der Anderen hl

Losung: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau. 5.Mose 5,21

Lehrtext: Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht. 1.Thessalonicher 4,3

Liebe Leserin, lieber Leser,

das heutige Losungswort wird den meisten bekannt vorkommen. Es ist ein Ausschnitt aus dem zehnten Gebot und muss nicht weiter ausgelegt oder kommentiert werden.
Der Lehrtext aus dem Neuen Testament ist nicht so ohne weiteres verständlich. Was ist Heiligung? Was ist Unzucht? In einer neueren Übersetzung heißt dieses Bibelwort: »Gott will, dass ihr ganz und gar ihm gehört. Deshalb soll niemand unerlaubte sexuelle Beziehungen eingehen.«
In beiden Bibelworten geht es darum, was uns Menschen gut tut oder schadet, was zerstört und was heilt. Beide Worte sind so etwas wie eine schützende Hand, aber kein moralischer Zeigefinger. Manchmal bewahren diese Worte vor unüberlegten Schritten. Manchmal kommen die Gebote zu spät. Dann bleibt nur noch die Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit.

Gebet: Herr, du siehst die Not in vielen Partnerschaften. Du siehst die Sehnsucht nach einem erfüllten Zusammenleben. Du kennst unsere geheimen Wünsche und Fantasien. Alles liegt offen vor dir. Hilf uns Menschen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Heile die Wunden. Vergib das Versagen. Rette aus den Beziehungskatastrophen und schenke uns Glück. Amen

Herzliche Grüße, Ihr / dein Hans Löhr





Freitag, 13. Mai 2016

Körper- und Seelenpflege hl

Losung: Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. Psalm 130,4

Lehrtext: Wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 1.Johannes 1,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

warum duscht man eigentlich morgens, putzt sich die Zähne, rasiert und kämmt sich? Je nachdem, was man arbeitet, kriegt man tagsüber doch wieder schmutzige Hände, schwitzt, gerät die Frisur durcheinander, fühlt man sich doch irgendwie wieder nicht mehr so sauber wie am Morgen. Kurz gesagt, zum Leben gehört dazu, dass man sich schmutzig macht. Das gilt nicht nur für den Körper, sondern auch für die Seele. Jeder bleibt jeden Tag auf die eine oder andere Weise Gott, seinen Mitmenschen und auch sich selbst etwas schuldig. Ein Leben ohne Sünde, ohne dass man immer wieder auch etwas falsch macht und versagt, ist nicht möglich.
Wenn ich morgens nicht im Bad war, fühle ich mich unwohl. Und ich möchte so ungepflegt auch nicht unter Menschen gehen. Aber wie ist das mit meiner Seele? Macht es mir etwas aus, wenn ich jemandem etwas schuldig geblieben, wenn ich sündig geworden bin? Wenn ich immer wieder mal so lebe, als ob es Gott nicht gäbe?
Meinen Körper kann ich, solange ich gesund bin, selbst pflegen. Doch mir selbst vergeben, kann ich nicht. Ich möchte aber mit Gott im Reinen sein und wenn irgend möglich mit meinen Mitmenschen auch und nicht zuletzt mit mir selbst. Das geht nicht automatisch. Aber es geht, wenn ich im Gebet zu Gott komme und ihn bitte, alles wegzunehmen, was mich von ihm trennt.
Wenn ich morgens nicht im Bad war, fühle ich mich unwohl. Und wenn ich morgens nicht im Gebet bei Gott war, ist das auch nicht gut. Ich brauche den Kontakt mit ihm mehr noch als die Dusche, um mit ihm und mit mir selbst im Reinen zu sein. Und so wie ich tagsüber darauf achte, mich nicht unnötig schmutzig zu machen, so will ich auch darauf achten, das Verhältnis zu meinen Mitmenschen nicht unnötig zu strapazieren. Doch ich muss nun mal und will auch leben mit allen Fehlern und allen Risiken. Ich will mich dabei nicht vorsätzlich schuldig machen, aber auch nicht immerzu Angst haben, etwas falsch zu machen. Ich vertraue auf Gottes Zusage, dass er mir um Jesu willen mein Versagen vergibt und auf die Nachsicht meiner Mitmenschen. So gehe ich zuversichtlich in diesen Tag.

Gebet: Herr, in deinem Licht sehe ich, wie es um mich steht. In deinem Licht sehe ich, dass du mich immer wieder zurechtbringst und mir vergibst. Darauf vertraue ich und lebe mutig mein Leben. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Donnerstag, 12. Mai 2016

kämpfen hl

Losung: Fürchte dich nicht und verzage nicht! Josua 8,1

Lehrtext: Kämpfe den guten Kampf des Glaubens. 1.Timotheus 6,12

Liebe Leserin, lieber Leser,

Josua, der Nachfolger von Mose, bekommt von Gott einen Kampfauftrag. Er soll mit seinen Soldaten die Stadt Ai erobern (Losung). Timotheus, ein junger Mitarbeiter des Apostels Paulus, bekommt von ihm den Kampfauftrag, zu glauben und sich so gegen die Habgier zu wehren, Gott zu vertrauen und seine Mitmenschen zu lieben. (Lehrtext)
Gut, wenn ich eine Stadt erobern soll, muss ich kämpfen. Das leuchtet mir ein. Aber muss ich auch kämpfen, wenn es um den Glauben geht?
Viele, sehr viele müssen sowieso schon kämpfen: Nicht wenige Kinder haben in der Schule zu kämpfen, um mitzukommen. Andere kämpfen gegen eine Krankheit. Manche kämpfen mit Stress im Beruf. Manche gegen eine Sucht und sei es nur, dass sie zu viel und ungesundes Zeug essen. Andere kämpfen um ihre Partnerschaft. Mütter mit kleinen Kindern kämpfen sich durch den Tag. Am Samstag kämpfen Bundesligamannschaften gegen den Abstieg… Und du, wogegen und worum kämpfst du?
Wäre es nicht gut, man bräuchte einmal überhaupt nicht mehr zu kämpfen und könnte einfach nur leben, ohne dass ein anderer ständig etwas von einem will, ohne dass man ständig herausgefordert wird, ohne dass man sich immerzu anstrengen muss? Und jetzt kommt auch noch Paulus und sagt »Kämpfe den guten Kampf des Glaubens!« (Lehrtext)
Aber was wäre, wenn ich nicht mehr kämpfen würde? Wenn mir alles in den Schoß fiele? Wenn das Schlaraffenland Wirklichkeit wäre?
In unserer Zeit gibt es einige reiche Senioren, die sich von einer Wellnessoase in die andere schleppen. Die müssen nicht mehr kämpfen. Oder doch? Kämpfen die nicht gegen Langeweile und Sinnlosigkeit? Und hat der, der nicht mehr kämpft, sich nicht aufgegeben?
Ich bin froh, dass mir bis jetzt manche Kämpfe erspart geblieben sind. Und ich schaue auch mit einiger Genugtuung auf manche Kämpfe zurück, die ich durchgestanden habe. Am wichtigsten aber war und ist und wird bleiben der Kampf gegen die eigene Trägheit und Disziplinlosigkeit. Und darum sagt man auch nicht ganz zu Unrecht, dass der Sieg über sich selbst der größte sei.
In diesen Zusammenhang gehört meines Erachtens auch der „gute Kampf des Glaubens“, von dem Paulus an Timotheus schreibt. Wenn das der Inhalt und Zweck dieses „Kampfes“ ist, Gott zu vertrauen und seinen Nächsten zu lieben (1. Tim. 6,11), dann ist er jede Anstrengung und aller Ehren wert.

Gebet: Herr, bevor ich die Kämpfe aufgebe, die gekämpft werden müssen, sprich du mir Mut zu und lass mich erfahren, dass du mir die nötige Kraft dazu gibst. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Mittwoch, 11. Mai 2016

Steh auf! hl

Losung: Ich, der HERR, bin dein Heiland, und ich, der Mächtige, dein Erlöser. Jesaja 60,16

Lehrtext: Jesus ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihm: Talita kum! - das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher.
Markus 5,41-42

Liebe Leserin, lieber Leser,

schade, dass wir das Mädchen aus dem Lehrtext, das Jesus ins Leben zurück holte, nicht mit Namen kennen. Er sagt Talita zu ihr, auf Deutsch Lämmlein, ein aramäisches Kosewort für Mädchen. Aber vielleicht hat das auch sein Gutes. Denn dann kann jeder, der diese Geschichte aus dem Markusevangelium liest, seinen eigenen Namen einsetzen: „Thomas  / Sophie  / Johannes  / Marion…, steh auf!“ In einem Internet-Forum habe ich gelesen, dass eine junge Frau sich dieses Wort von Jesus auf den Unterarm tätowieren lassen möchte und nach der korrekten Schreibweise gefragt hat. Sie schrieb dazu als Begründung: »Ich finde die Bedeutung von Talita kum einfach passend für mich. Ich hab eine sehr schwere Zeit hinter mir und möchte auch endlich wieder die Kraft haben aufzustehen....«
Nun, man muss sich dieses Wort nicht gleich tätowieren lassen, um seine Kraft zu erfahren. Aber man kann es sich von Jesus persönlich gesagt sein lassen. Er ist ja, wie es die Losung sagt, dein und mein Herr, Heiland und Erlöser, der die Macht und Kraft hat, uns wieder aufzurichten.
Ja, die Kraft bekommen, um immer wieder aufzustehen, wenn man am Boden liegt – das wünscht sich und das braucht wohl jeder.
-        - Und wenn wir diese Kraft bisher nicht immer wieder von Gott bekommen hätten, würden wir alle noch darnieder liegen.
-        - Und wem es jetzt so geht, dem wünsche ich, dass er mitten in seiner Nieder-Lage dieses Wort hört.
-        - Und mir wünsche ich darüber hinaus, dass dann, wenn es mit meinem Leben zu Ende ist, Jesus kommt und sagt: „Hans, steh auf!“
-        - Und dir wünsche ich das auch.

Gebet: Herr, du weißt, was jeden, der heute Losung und Lehrtext liest, niederdrücken und zu Boden werfen will. Aber du bist der große Aufrichter, der mächtige Ermutiger, der starke Befreier. Ruf jeden von uns wieder heraus aus seiner Niedergeschlagenheit, aus seinen Niederlagen und schließlich und endlich auch aus dem Tod. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 10. Mai 2016

Visitenkarte Gottes hl

Losung: Ich will euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Sacharja 8,13

Lehrtext: Paulus schreibt: Ich meine nicht, dass ich einem solchen Auftrag aus eigener Kraft gewachsen bin und mir irgendetwas selbst zuschreiben kann. Gott ist es, der mir die Fähigkeit dazu geschenkt hat. 2.Korinther 3,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

eine Sache ist die Frage, warum ich Christ bin. Eine andere die Frage, wozu ich Christ bin. Die heutige Losung gibt darauf eine Antwort. Doch um sie besser verstehen zu können, bringe ich sie noch einmal in einer neueren Übersetzung (HFA): »Ihr Menschen von Israel und Juda: Wenn die Bewohner anderer Länder jemanden verfluchen wollten, dann wünschten sie ihm dasselbe Schicksal, das euch getroffen hatte. Doch das wird sich jetzt ändern. Ich werde euch retten, und dann werden die Menschen aus anderen Völkern zueinander sagen: 'Möge es dir so gut gehen wie den Judäern und den Israeliten!'«
Als Christ glaube ich, dass Gott mich aus der Macht des Bösen und des Todes gerettet hat. Das ist bereits geschehen und daran kann weder ich noch sonst irgendjemand etwas ändern. Aber ist mir das auch tatsächlich bewusst? Lebe ich als einer, dem ins Gesicht geschrieben steht, dass Gott ihn gerettet hat? Strahle ich von dieser frohen Botschaft etwas aus? Es wäre schon schön, wenn andere aufgrund meines Beispiels Lust bekämen, an Gott zu glauben und auf ihn von ganzem Herzen zu vertrauen. Aber so richtig vorstellen kann ich mir das nicht.
Wenn es tatsächlich so sein sollte, dann gilt, was Paulus im Lehrtext schreibt: »Wir bilden uns nicht ein, aus eigener Kraft irgendetwas tun zu können; nein, Gott hat uns Kraft gegeben. Nur durch ihn können wir die rettende Botschaft verkünden.« (HFA)
Wozu also bin ich Christ? Hm, damit ich ‚in den Himmel komme‘? Nein, sondern damit der Himmel, damit Gott auch durch mich zu anderen kommt. Er wird schon wissen, wie er das macht. Schließlich kann er Wunder tun.
Übrigens, für dich gilt das auch. Auch du bist eine Visitenkarte Gottes, mit der er andere zu sich einlädt.

Gebet: Herr, alles was ich bin und habe, alle meine Fähigkeiten, ja auch mein Glaube kommt von dir. Wenn du mich für dein großes Werk brauchen kannst, soll es mir recht sein. Mehr noch, dann ist das für mich eine große Ehre. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 9. Mai 2016

Gott und seine Frau hl

Losung: Ich will meinen Bund mit dir aufrichten, sodass du erfahren sollst, dass ich der HERR bin. Hesekiël 16,62

Lehrtext: Von der Hoffnung habt ihr schon zuvor gehört durch das Wort der Wahrheit, das Evangelium, das zu euch gekommen ist, wie es auch in aller Welt Frucht bringt und auch bei euch wächst. Kolosser 1,5-6

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gott sagt zu seinem Volk durch den Mund des Propheten Hesekiël: »Kein Mensch hatte Mitleid mit dir und erbarmte sich über dich. Noch am Tag deiner Geburt warf man dich aufs freie Feld, weil jeder nur Verachtung für dich übrig hatte. Ich kam an dir vorüber und sah dich hilflos und blutverschmiert am Boden liegen. Da sagte ich zu dir: 'Du sollst am Leben bleiben und heranwachsen wie eine Blume auf dem Feld!' Du blühtest auf und wurdest zu einer schönen Frau voller Anmut. Deine Brüste wuchsen, dein Haar war voll und schön. Aber immer noch warst du völlig nackt. Wieder kam ich an dir vorüber, und ich sah, dass du alt genug warst, einen Mann zu lieben. Da breitete ich meinen Mantel über dich aus und bedeckte deinen nackten Körper als Zeichen dafür, dass du meine Frau sein solltest. Ich, der Herr, schwor dir Treue und schloss mit dir einen Bund fürs Leben. So wurdest du meine Frau.«
Kennen Sie / kennst du diese emotionale Geschichte aus der Bibel? Weißt du auch, wie sie weitergeht?
Als junger Pfarrer habe ich mal das ganze Kapitel 16 des Buches Hesekiel aus dem Alten Testament im Gemeindebrief abgedruckt, dem unser heutiges Losungswort entnommen ist. Für mich war es  ausgesprochen revolutionär, weil es meine damaligen Vorstellungen vom Gott des Alten Testaments auf den Kopf stellte. Ich dachte, andere wären vielleicht ebenso beeindruckt wie ich. Aber es gab praktisch keine Reaktion. Die meisten Empfänger des Gemeindebriefes haben ihn sowieso nicht gelesen so wie es heute immer noch ist. Und die anderen hat dieses Kapitel offenbar wenig bewegt.

Die Geschichte geht so weiter, dass Gott von seinem Volk so betrogen wird wie ein Mann von seiner Frau, die sich für andere zur Hure macht. Was da im Buch des Propheten Hesekiël steht, ist ein Gleichnis dafür, wie die Israeliten damals sich vom lebendigen Gott abgewandt und die toten, aber sichtbaren Götzen ihrer Nachbarvölker verehrt haben. Zugleich ist sie mehr als ein Gleichnis, nämlich die feste Zusage Gottes, die ‚Ehe‘ (= Bund) mit seinem Volk trotz aller extrem negativen Erfahrungen fortzusetzen und seinem ursprünglichen Ja-Wort treu zu bleiben (Losung). Sie endet mit dem Satz: »Alles, was du getan hast, werde ich dir vergeben; doch du wirst dich immer wieder daran erinnern und dich schämen.«

Warum haben wir nicht auch so einen Gott wie andere Religionen, der dreinschlägt und straft, der zürnt und droht, der sich so aufführt, wie sich viele einen Gott vorstellen, als allmächtiger Despot bei dem nur Befehl und Gehorsam gelten? Einen Gott, der Eisen wachsen lässt, wie viele Pfarrer im Ersten Weltkrieg sagten? Ja, mir begegnet auch bei manchen Christen hin und wieder so ein Gottesbild. Denn mit einem solchen Gott kann man andere gefügig machen, ihnen den eigenen Willen, die eigenen Vorstellungen, die eigene Moral aufzwingen. Natürlich immer nur zum Besten des anderen. Insgeheim aber zur Befriedigung der eigenen Machtgelüste.
Aber was uns die Bibel, was uns insbesondere Jesus von Gott erzählt, - das ist doch gar kein richtiger Gott, den man fürchten und verehren könnte. Kann man denn mit einem ‚barmherzigen Vater‘ bei anderen Eindruck schinden? Kann man mit einem Gott angeben, der alles vergibt, wirklich alles, selbst noch die schlimmsten Sünden? Der seinen Sohn in einem stinkenden Stall zur Welt kommen und sich in ihm von Menschen quälen, verspotten und töten lässt? Ja, man kann. Er ist meine Hoffnung, er allein. (Lehrtext) Und wie ist das bei dir? Welchen Gott willst du?
Wer mit diesem Gott nichts anfangen kann, soll doch mal bei den Muslimen oder Juden vorbeischauen. Vielleicht haben die ein besseres Angebot für ihn.

Gebet: Herr, an dir halte ich fest, weil du nicht so ein Gott bist wie andere, keine Fantasyfigur, keine Projektion menschlicher Wünsche und Eigenschaften ins Unermessliche, kein absoluter Alleinherrscher, kein Superpapst und kein Superpräsident. Du stellst alle menschlichen Gottesvorstellungen auf den Kopf und kommst auf den Füßen Jesu, auf den Füßen der Barmherzigkeit und der Liebe in mein Herz. Danke, dass du mir treu bist. Hilf mir, dass ich auch dir treu bleiben kann. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 8. Mai 2016

Das Böse und der Glaube hl

Losung: Singet dem HERRN, rühmet den HERRN, der des Armen Leben aus den Händen der Boshaften errettet! Jeremia 20,13

Lehrtext: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Römer 12,12

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Der Tag, an dem Mohammed Bwasir beschloss, nie wieder ein freier Mensch zu werden, begann mit Schritten auf dem Flur. Es war der 5077. Tag seiner Gefangenschaft und der Morgen seiner bevorstehenden Entlassung, kurz vor sieben Uhr, über Guantanamo wurde es gerade erst hell, als US-Soldaten des Hochsicherheitstrakts, Camp Delta, bewaffnet in Bwasirs Zelle traten.«
So beginnt ein langer Artikel im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL, Ausgabe 15/2016 über einen jungen Jemenit. Er wird vor 14 Jahren als Unschuldiger nach Guantanamo verschleppt. Er wird gefoltert, isoliert und verhungert fast. Er bekommt nie einen Prozess. Bekommt von den Vereinigten Staaten nie Gerechtigkeit. Seelisch zerstört soll er schließlich in ein ihm unbekanntes Land nach Osteuropa abgeschoben und seinem Schicksal überlassen werden. Es könnte die Freiheit sein. Doch dieser junge Mann hat keine Kraft mehr für die Freiheit. Er hat nur noch Angst.
So sieht es aus, wenn ein Mensch in die »Hände der Boshaften« fällt. Diese Geschichte fiel mir wieder ein als ich die Losung heute gelesen habe. Nein, da kann man nicht singen. Bei so viel Grausamkeit bleibt einem jeder Ton im Hals stecken. Stimmt es also nicht, was die Losung sagt, dass der Herr das Leben des Armen aus den Händen der Boshaften rettet? Was meinen Sie? Was meinst du?
Es gibt Geschichten, die lassen mich an Gott zweifeln: Wenn, wie letzten Mittwoch in einem Nachbarort, ein Vater die Mutter tötet. Was soll aus dem Kind werden, das nun übrig geblieben ist? Oder wenn, wie am Donnerstag, ein Flüchtlingslager in Syrien bombardiert wird…
Aber war das zu der Zeit, als unser Losungswort entstanden ist, anders? Gab es nicht zu allen Zeiten Ereignisse, die Menschen an Gott haben zweifeln und verzweifeln lassen? Und trotzdem haben viele am Glauben festgehalten, waren »geduldig in Trübsal«, haben gehofft, haben gebetet (Lehrtext).
Wie ist das bei mir?
Ich war noch nie in einer so verzweifelten Lage, dass ich an Gott verzweifelt wäre. Aber ich habe bei mir und anderen die Erfahrung gemacht, dass er in schweren Krisen erst recht gesucht wird. Doch  wenn ich ihn in meinen guten Tagen aus den Augen verloren habe, wie soll ich ihn dann in den bösen finden? Es ist leichter, auch dann auf ihn zu vertrauen, wenn ich schon vorher schon eine persönliche Beziehung zu ihm hatte. Zwar sagt das Sprichwort „Not lehrt beten“, aber Stoßgebete tragen nicht lang, wenn sie nicht von der Kraft eines beständigen Glaubens leben. Erst recht nicht, wenn ich gar nicht weiß, an wen ich mich im Gebet eigentlich wende. Irgend so eine unpersönliche Gottesidee hilft mir jedenfalls nicht. Und ich hoffe bei allem, was kommt, auch deswegen am Glauben festzuhalten, weil Gott in seinem Sohn selbst gelitten hat. Darum kennt er auch meinen Kummer, leidet meine Leiden mit und trägt mit an meinen Schmerzen. Der Gekreuzigte war schon für viele der letzte Halt und ich hoffe, dass er das auch für mich sein wird.
Und dann gibt es auch jenes Bibelwort, wo es heißt: »Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?« (Hiob 2,10). Nein, ich will das Gute nicht vergessen, das es in meinem Leben in viel größerem Maß gegeben hat als das Böse. Aber ich glaube auch, wer Gott nur im Glück sucht und nicht auch im Leid, wird ihn nicht finden. Wer ihn in guten Tag mit seinen Liedern gerühmt hat (Losung), der kann ihm auch in den bösen seine Klage und sein Leid ins Ohr schreien.
Was ist also mit den schrecklichen Beispielen, von denen ich anfangs berichtet habe? Ich stehe hilflos davor. Ich habe große Schwierigkeiten, sie irgendwie mit Gott zusammenzubringen. Mir bleibt nur, selbst für das Gute einzutreten, wo es möglich ist und für uns alle zu beten:

Gebet: Vater unser im Himmel, erlöse uns von dem Bösen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Samstag, 7. Mai 2016

Klarstellungen hl

Losung: Ihr werdet den Unterschied sehen zwischen einem Gerechten und einem Ungerechten, zwischen einem, der Gott dient, und einem, der ihm nicht dient. Maleachi 3,18

Lehrtext: Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Matthäus 7,21

Liebe Leserin, lieber Leser,

die heutige Losung lässt mich fragen: Was ist der Unterschied zwischen einem Gerechten und einem Ungerechten? Und kann man diesen Unterschied tatsächlich sehen? Was meinen Sie / was meinst du?
   Ich frage mich zunächst, gibt es einen Unterschied zwischen einem Ungerechten und einem Sünder? Oft werden beide Begriffe in einen Topf geworfen. Aber als Christ weiß ich, dass ich als Sünder trotzdem gerecht sein kann und als Gerechter trotzdem ein Sünder. Das gehört zu den biblischen Grundeinsichten von Martin Luther. Das entspricht auch dem, wie ich mich selbst erlebe.
   Ein Ungerechter ist nach meinem Verständnis jemand, der so lebt, als ob es Gott nicht gäbe. Er kann nach unseren menschlichen Vorstellungen besonders gerecht und moralisch einwandfrei leben. Trotzdem bleibt er ein Ungerechter. Einer, der Gott und Jesus Christus nicht gerecht wird. Ein Gerechter aber ist demzufolge jemand, der durchaus auch versagt und Schuld auf sich lädt, dem aber Gott in seinem Sohn gerecht wird. Der von Gott gerechtfertigt wird, weil er an ihn glaubt und ihm vertraut.
   Anders, als es das alttestamentliche Losungswort nahelegt, ist ein Gerechter niemand, der Gott dient, sondern dem Gott dient, dessen Sünde Jesus auf sich genommen, ans Kreuz getragen und da überwunden hat. Dem Gott vergibt, den er segnet, beisteht und erlöst. Gott tut das alles und noch viel mehr für sein Menschenkind. Er dient ihm so, wie eine Mutter ihrem Kind dient. Er dient dir so und mir. Darum ist auch nach evangelischem Verständnis die tiefere Bedeutung von Gottesdienst die, dass Gott den Menschen dient, die gemeinsam feiern. Er dient ihnen mit seinem Wort, mit Taufe und Abendmahl, mit seinem Segen.
   Soweit der Unterschied zwischen einem Gerechten und einem Ungerechten. Aber kann man den auch sehen? Gott schon. Ich nicht. Manchmal meine ich, dass man jemandem seinen Glauben ansieht und abspürt. Aber sicher kann ich mir nicht sein. Denn wie es in der Bibel an anderer Stelle heißt: »Der Mensch sieht, was vor Augen ist; Gott aber sieht das Herz an.«

Und damit sind wir beim Lehrtext und wieder einmal bei dem Wort „Himmelreich“. Man kann sich nicht oft genug klarmachen, dass dieses Wort keine Ortsbezeichnung ist. Es geht hier nicht um den Himmel über uns. Himmel ist in der Bibel oft nur eine andere Bezeichnung für den Namen Gottes, den ein frommer Jude sich auszusprechen scheute. Himmelreich ist also Gottesreich und Gottesreich ist da, wo sein Wille geschieht; nicht erst in der Zukunft, sondern schon hier und jetzt. Wer also den Willen seines Vaters im Himmel tut, seines göttlichen Vaters, der lässt sich von ihm beeinflussen, lebt im Einflussbe-Reich Gottes und handelt in seinem Sinn. Der ist also jetzt schon im Himmelreich.
   Und alle anderen? Die ‚Ungerechten‘ aus der Losung und diejenigen, die Gott zwar im Mund führen, aber sich seinem Einfluss und seinem Willen entziehen?
Ihr Problem ist, dass sie so leben müssen, als ob es Gott nicht gäbe. Auch sie sind von ihm geliebt, doch sie glauben nicht daran. Auch ihnen ist vergeben, doch sie glauben nicht daran. Auch sie sind erlöst, doch sie glauben nicht daran… Sie müssen die ganze Last ihres Lebens selbst schultern, nicht nur ihre Sorgen, sondern auch ihr Versagen. Sie müssen sich in diese Welt und in das, was sie scheinbar besitzen, verkrallen, weil sie sonst nichts anderes haben. Sie können nicht loslassen und darauf vertrauen, dass Gott ihnen gibt, was sie zum Leben brauchen.

Gebet: Herr, ich danke dir für meinen Glauben, wie kümmerlich er auch ist. Ich weiß, ich habe ihn mir nicht verdient, sondern du hast mich im Lauf der Zeit auf diesen Weg geführt. Und darum bin ich froh, dass ich diese Welt und auch mich selbst im Licht des Glaubens sehen kann. Im Glauben erfahre ich aus deinem Wort, dass du mir dienst in deinem Sohn Jesus und mich für dich gerecht machst durch ihn. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Freitag, 6. Mai 2016

freundlich, wenn möglich – klar, wenn nötig hl

Losung: Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort erregt Grimm. Sprüche 15,1

Lehrtext: Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streitsüchtig sein, sondern freundlich gegen jedermann, im Lehren geschickt, der Böses ertragen kann und mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweist. 2.Timotheus 2,24-25

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Eine freundliche Antwort besänftigt den Zorn, aber ein kränkendes Wort lässt ihn aufflammen.« (HFA) Komisch, dass wir Menschen so vergesslich sind und oft auch so unbeherrscht, diese uralte und universale Weisheit nicht zu befolgen. Wir wissen alle, dass das heutige Losungswort überall und zu allen Zeiten stimmt. Aber dann kracht es doch wieder in Ehen und Familien, am Arbeitsplatz, im Verein und in der Politik sowieso. Und warum? Weil man sich behaupten will, auch wenn ein anderes Sprichwort sagt: „Der Klügere gibt nach“.
Aber immer nachgeben geht eben auch nicht. Manchmal muss ein Streit auch ausgetragen werden. Manchmal kann man beim besten Willen nicht darauf Rücksicht nehmen, ob der andere durch meine Antwort gekränkt ist oder nicht. Das war auch bei Jesus nicht anders, wenn er die selbstzufriedenen und „ehrenwerten“ Bürger seinerzeit (die Pharisäer) und die Würdenträger der damaligen Kirche »Schlangenbrut«, »böses, gottloses Volk«, »Heuchler«, »blinde Narren«, »Scheinheilige«, »stinkende Gräber« und »Prophetenmörder« genannt hat. Diese versperrten mit ihrem klerikalen Gehabe, ihrer Arroganz, ihrer Macht und mit ihrer Selbstgerechtigkeit den Leuten den Weg zum barmherzigen Gott. Da kannte Jesus kein Pardon.
Doch solche Wörter waren auch bei ihm die Ausnahme. Er forderte die Starken heraus, wenn sie auf Kosten der Schwachen lebten. Aber den Schwachen half er auf, ergriff für sie Partei und stärkt ihr Selbstwertgefühl, wenn er sagte, dass sie geliebte Gotteskinder seien.
Es ist eben beides nötig: Die Widerspenstigen mit klaren Worten zurechtweisen (Lehrtext) und freundlich zu denen sein, die ohnehin schon an der Seele verletzt sind, verunsichert und ängstlich. Mein Eindruck allerdings ist, dass viele, auch Christen gegenüber höher gestellten Personen buckeln, dafür aber nach unten umso heftiger treten.

Gebet: Herr, gib mir den Mut, die Dinge klar zu sagen, die gesagt werden müssen
und die Einsicht, freundlich zu bleiben, wo es möglich ist
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

klar und freundlich hl

Losung: Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort erregt Grimm. Sprüche 15,1

Lehrtext: Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streitsüchtig sein, sondern freundlich gegen jedermann, im Lehren geschickt, der Böses ertragen kann und mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweist. 2.Timotheus 2,24-25

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Eine freundliche Antwort besänftigt den Zorn, aber ein kränkendes Wort lässt ihn aufflammen.« (HFA) Komisch, dass wir Menschen so vergesslich und oft auch so unbeherrscht sind, diese uralte und universale Weisheit nicht zu befolgen. Wir wissen alle, dass das heutige Losungswort überall und zu allen Zeiten stimmt. Aber dann kracht es doch wieder in Ehen und Familien, am Arbeitsplatz, im Verein und in der Politik sowieso. Und warum? Weil man sich behaupten will, auch wenn ein anderes Sprichwort sagt: „Der Klügere gibt nach“.
Aber immer nachgeben geht eben auch nicht. Manchmal muss ein Streit auch ausgetragen werden. Manchmal kann man beim besten Willen nicht darauf Rücksicht nehmen, ob der andere durch meine Antwort gekränkt ist oder nicht. Das war auch bei Jesus nicht anders, wenn er die selbstzufriedenen und „ehrenwerten“ Bürger seinerzeit (die Pharisäer) und die Würdenträger der damaligen Kirche »Schlangenbrut«, »böses, gottloses Volk«, »Heuchler«, »blinde Narren«, »Scheinheilige«, »stinkende Gräber« und »Prophetenmörder« genannt hat. Diese versperrten mit ihrem klerikalen Gehabe, ihrer Arroganz, ihrer Macht und mit ihrer Selbstgerechtigkeit den Leuten den Weg zum barmherzigen Gott. Da kannte Jesus kein Pardon.
Doch solche Wörter waren auch bei ihm die Ausnahme. Er forderte die Starken heraus, wenn sie auf Kosten der Schwachen lebten. Aber den Schwachen half er auf, ergriff für sie Partei und stärkt ihr Selbstwertgefühl, wenn er sagte, dass sie geliebte Gotteskinder seien.
Es ist eben beides nötig: Die Widerspenstigen mit klaren Worten zurechtweisen (Lehrtext) und freundlich zu denen sein, die ohnehin schon an der Seele verletzt sind, verunsichert und ängstlich. Mein Eindruck allerdings ist, dass viele, auch viele Christen gegenüber gleichrangigen oder höher gestellten Personen den Schwanz einziehen und buckeln, dafür aber nach unten umso heftiger treten.

Gebet: Herr, gib mir den Mut, die Dinge klar zu sagen, die gesagt werden müssen
und die Einsicht, freundlich zu bleiben, wo es möglich ist
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Donnerstag, 5. Mai 2016

So ist es. hl

Losung: Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht. Psalm 46,2-3

Lehrtext: Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Matthäus 28,18

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gott, ist deine Zuversicht und Stärke, deine Hilfe… Er war das nicht nur früher. Er wird das nicht nur in Zukunft sein. Er ist das heute, heute, J E T Z T ! Und er ist das nicht für die Israeliten damals oder für mich heute. Er ist das für dich in diesem Augenblick: deine Zuversicht und deine Stärke und deine Hilfe! Ob er das alles auch für andere, auch für mich ist, darf dir nicht so wichtig sein. Hauptsache, du liest und hörst das Losungswort für dich.
Gut, wenn du das selbst so siehst und von dir sagen kannst. Aber manchmal muss einem so etwas auch zugesprochen werden. Das tut die Losung heute, wenn du sie für dich hörst. Und im Lehrtext spricht dir Christus selbst zu, dass er, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist, für dich da ist »alle Tage bis ans Ende der Welt« (Matthäus 28,20). Kennst du jemanden, der dir noch mehr bieten kann? Mit ihm hast du keinen Grund mehr, dich zu fürchten. Denn was, das dich fürchten macht, sollte stärker sein als er? Und wenn du dich trotzdem fürchtest, ändert das nichts daran, was dir in diesem Augenblick zugesagt wird.
Überlege bitte, gibt es zur Zeit etwas, wofür du Zuversicht brauchst und Kraft, etwas, bei dem dir Gott helfen soll? Nimm dir Zeit und überlege gründlich. Und dann sage ihm genau das. Sage ihm ganz konkret, wofür du Zuversicht und Kraft brauchst, wobei er dir helfen soll und vertraue darauf, dass er es auch tut:

Gebet: Herr, ich ….. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 


Mittwoch, 4. Mai 2016

Familienehre hl

Losung: Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg! Psalm 118,15.16

Lehrtext: Die Gerechten werden leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Matthäus 13,43

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Die Gerechten“ – gehöre ich zu ihnen? Zu den Ungerechten will ich nicht gehören. Aber bin ich deshalb schon ein ‚Gerechter‘ im Sinne der beiden Bibelworte?
Gerecht ist, wer den Willen Gottes tut. So weit, so gut. Gerecht ist aber auch, wer von ihm gerecht gemacht worden ist aus Gnade und nicht als Belohnung für eigene Leistung. Bin ich aber so von Gott gerecht gemacht, ist es nur folgerichtig, auch entsprechend zu leben.
Ich habe noch die Stimme meiner Mutter im Ohr, wenn sie in meiner Jugendzeit zu mir sagte: „Bub, mach mir keine Schande, wenn du anderswo zu Gast bist!“ Mit anderen Worten, ich sollte mit meinem Verhalten der Familienehre gerecht werden auch dann, wenn ich von meinen Eltern nicht beaufsichtigt wurde. Ob ich das immer so ganz in ihrem Sinn getan habe? Als ich in den sechziger Jahren anfing, meine Haare lang wachsen zu lassen, war das schon eine arge Belastungsprobe. Ein paar Jahre später sind dann auch die Spieler der deutschen Nationalmannschaft mit langen Haaren aufgelaufen. Da war das Thema durch. Aber auch mit langen Haaren habe ich mich weitgehend an die Grundwerte gehalten, die in meiner Familie gegolten haben.
Ich denke, es gibt auch so etwas wie die Ehre der Familie Gottes. Wer, wie du und ich, zu ihr gehört, wird sich bemühen, ihr gerecht zu werden, weil er Gott dankbar ist. Ob man deswegen schon „wie die Sonne leuchtet“? Ich weiß nicht. Aber ein „finsterer Geselle“ wird man dann auch nicht sein.

Gebet: Herr, mit dir kann ich auch über meinen Schatten springen, über meine Unlust und Selbstbezogenheit. Ich will mich bemühen, dem gerecht zu werden, dass du mich gerecht gemacht hast. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Dienstag, 3. Mai 2016

jetzt schon hl

Losung: Ich will die Übertreter deiner Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. Psalm 51,15

Lehrtext: Jesus sprach: Erfüllt ist die Zeit, und nahe gekommen ist das Reich Gottes. Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Markus 1,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

‚Kommst du jetzt endlich her und wirst mir folgen?!‘ Wenn ein Vater so mit seinem Kind spricht, wird es vielleicht umkehren und zu ihm kommen, aber gerne wird es das ganz bestimmt nicht tun. Es hört den drohenden Unterton, die Droh-Botschaft. Es sieht den Zeigefinger des Vaters. Es weiß, dass es nun unangenehm wird.
‚Hallo, mein Schatz!‘ Wenn der Freund auf dem Bahnsteig so hinter seiner Freundin herruft, die gerade ausgestiegen ist und nun nach ihm Ausschau hält, wird sie… Das brauche ich jetzt nicht weiter auszuführen. Die Fortsetzung, wie sie auf diese Froh-Botschaft reagiert, kann sich jeder selbst denken.
Wieder einmal zeigt sich zwischen der Losung aus dem Alten Testament und dem Lehrtext aus dem Neuen Testament ein grundlegender Unterschied. Auf den ersten Blick geht es in beiden Bibelworten um Bekehrung zu Gott. Entscheidend ist aber der zweite Blick, nämlich der Grund, weshalb ein Mensch sich be-kehren oder um-kehren soll. Soll ich mich zu Gott bekehren, weil mich ein anderer darüber belehrt hat, was für ein schlechter Mensch ich bin? Wird mich ein schlechtes Gewissen dazu bringen, zu Gott umzukehren? (Losung) Oder werde ich umkehren, weil mein Freund und Herr, weil Jesus Christus zu mir gekommen, mir entgegengekommen ist und in ihm und mit ihm Gottes Reich? (Lehrtext)
„Glaubt an das Evangelium, glaubt an die Froh-Botschaft“, sagt Jesus, „und kommt zu mir!“ Warum sollte ich das tun? Wenn ich mich und diese Welt weiterhin so sehe, wie die meisten anderen Menschen sich und diese Welt sehen, nämlich so als ob es Gott nicht gäbe, brauche ich nicht zu ihm umzukehren. 
Aber im Glauben sehe ich diese Welt und mich in einem anderen Licht. Jetzt ist sie Schöpfung Gottes, von ihm gewollt und von ihm erhalten mit dem Ziel, dass er die Welt im Ganzen und auch mich einmal vollenden wird. 
Jetzt sehe ich mich als sein Kind, von ihm geschaffen, von ihm beschützt, von ihm gesegnet, das er nicht verlieren wird. Er wird dafür sorgen, dass ich bei ihm bleibe für immer so wie ich auch jetzt schon bei ihm bin, wenn auch erst im Glauben und noch nicht im Schauen. Jetzt schon lebe ich in seiner Gegenwart. Jetzt schon ist mir vergeben und bin ich gerettet. Jetzt schon bin ich von ihm geliebt durch seinen Sohn Jesus Christus. Und das gilt nicht nur für mich, sondern für alle, die sich vertrauensvoll an ihn wenden und sich seiner Liebe öffnen.
Das ist Gottes Reich, von dem Jesus spricht, in dem ich jetzt schon lebe und aus dem mich nichts mehr vertreiben kann. Letztlich stellt sich in diesem Zusammenhang die eine Frage: Will ich die Welt und mich selbst im Licht dieser Froh-Botschaft sehen? Will ich jetzt schon in seinem Reich unter ihm leben oder im Reich des Finanzkapitals, der Korruption, der Umweltzerstörung, der sozialen Kälte, des Egoismus und der grenzenlosen Gier? Egal wie ich mich entscheide, in dem einen wie in dem anderen Fall liegt es an mir, wie ich diese Welt und mich selbst sehe, wen ich über mich herrschen lasse und wen nicht.

Gebet: Herr, dein ist das Reich, du bist es, der alles in der Hand hat und herrscht. Dir will ich folgen und dir dienen. Du drohst mir nicht, du zwingst mich nicht, du machst mich nicht fertig. Aber du richtest mich auf, schenkst mir Zuversicht und neuen Lebensmut, erfüllst mich mit Liebe und Kraft. In diesem Glauben ändert sich mein Leben und meine Sicht auf diese Welt. Was auch kommt, du weißt es. Wohin mein Weg mich führen wird, du wirst ihn mir zeigen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

Montag, 2. Mai 2016

Kleidertausch hl

Losung: Er hat die Sünde vieler getragen, und für die Übeltäter trat er ein. Jesaja 53,12

Lehrtext: Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. 2.Korinther 5,21

Liebe Leserin, lieber Leser,

bist du ein Übeltäter? Hoffentlich nicht. Aber ab wann ist man so einer? Wo genau verläuft die Grenze zwischen einem Übeltäter und einem unbescholtenen Bürger? Ich weiß das nicht. Mit dem BGB, dem Bürgerlichen Gesetzbuch, kommt man in diesem Fall nicht weiter.
Die Pharisäer schauen zur Zeit Jesu auf die herab, die Gottes Gebote verletzt haben, zum Beispiel auf Ehebrecher. Sie deuten auf jene mit dem Finger und sagen: „Schaut euch diese moralisch verkommenen Typen an, die fremdgegangen sind, besonders die Frauen!“ Dann schütteln sie ihre Köpfe, sagen „Wie kann man nur?“ und wenden sich empört ab.
Aber Jesus durchschaut ihre Selbstgerechtigkeit und sagt sinngemäß: ‚Ihr entrüstet euch über diese Menschen, die gegen das 6. Gebot verstoßen und die Ehe gebrochen haben. Ich aber sage euch, wer eine andere Frau nur ansieht und Lust auf Sex mit ihr hat, der hat bereits die Ehe gebrochen (Matthäus 5,27f.). Was seid ihr so heuchlerisch und selbstgerecht! Ihr meint, ihr seid besser und könnt andere verurteilen, nur weil ihr es äußerlich soweit nicht kommen lasst? In eueren Herzen aber seid ihr geile Böcke.‘
Hm, das ist ganz schön heftig. Doch Jesus kritisiert die Selbstgerechten auch deswegen, weil diese meinen, sich mit ihrem Lebenswandel bei Gott ins rechte Licht setzen zu können. Dass ich ein, nach dem bürgerlichen Gesetz, unbescholtener Bürger bin, bringt mir bei Gott keine Pluspunkte. Sonst ginge das ganze Geschacher mit den sogenannten guten Taten wieder von vorne los. Nein, um von Gott geliebt und von Jesus erlöst zu werden, kann ich nichts beitragen. Gott sei Dank!
Und was ist mit den bösen Taten? Wie steht Gott dazu? Die Losung gibt eine klare und eindeutige Antwort: Der geheimnisvolle Gottesknecht, von dem im Jesaja-Buch des Alten Testaments die Rede ist, und in dem Christen zu allen Zeiten einen Hinweis auf Jesus sehen, - dieser Gottesknecht hat die Sünden anderer getragen und ist vor Gott für die ‚Übeltäter‘ eingetreten.
Der nicht ganz einfache Lehrtext wird noch deutlicher: Gott selbst hat seinem Sohn unser schmutziges und zerrissenes Sündenkleid angezogen und uns dessen reines und unbeflecktes Kleid der Gerechtigkeit geschenkt. So und nicht anders stehen wir vor ihm: als Sünder, die wir bleiben, aber angezogen mit dem Kleid seines Sohnes Jesus. Und so steht Jesus vor uns: als der Gerechte, dem man die Kleider vom Leib gerissen und als angeblichen Übeltäter gekreuzigt hat. Und so liebt Gott uns beide: ihn und uns.

Gebet: Herr, ich weiß, dass es dir nicht gefällt, wenn ich nicht so lebe wie du es von mir erwartest und wie es mir gut tut. Aber deshalb verurteilst du mich nicht wie wir Menschen deinen Sohn verurteilt haben. Du willst mich nicht bestrafen, sondern mir helfen, so zu leben wie er. Du vergibst mir mein Versagen und meine Schuld und trägst meine Sünde. So schenkst du mir eine neue Chance. Gib mir die Kraft, sie zu ergreifen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Sonntag, 1. Mai 2016

Gedächtnistraining hl

Losung: Ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich erkennen sollen, dass ich der HERR bin. Jeremia 24,7

Lehrtext: Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten. 2.Timotheus 2,8

Liebe Leserin, lieber Leser,

was meinst du? Gibt es sowas wie geistliche Demenz? Dass man wieder vergisst, was man schon einmal erkannt und geglaubt hat?
Ich meine, diese Gefahr besteht durchaus. Da werden eben im Lauf des Lebens andere Dinge wichtiger, treten in den Vordergrund und verdrängen das, was einem früher vielleicht einmal wichtig war. Und dazu gehört leider Gottes oft genug der Glaube. Doch damit ich etwas vergessen kann, muss ich erst einmal etwas gelernt und erkannt haben.
Ich habe mich schon von Berufs wegen damit beschäftigt, Gott zu erkennen. Inzwischen habe ich den Eindruck, dass das keine intellektuelle Leistung ist. Du kannst mehrmals die Bibel und noch so viele theologische Bücher lesen und hast Gott trotzdem noch nicht erkannt. Etwas über ihn zu wissen, heißt noch nicht, ihn erkannt zu haben. Dazu gehört mehr als das Hirn. Dazu gehört auch das Herz. Und dazu gehört auch die Einsicht, dass mir Gott ein entsprechendes Herz geben muss, weil ich das allein und aus eigener Kraft nicht kann.
Viele kluge Menschen haben lange über Gott nachgedacht und manches über ihn geschrieben. Und irgendwann hat dann der eine und die andere von ihnen sich verwundert die Augen gerieben, als sie den allmächtigen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erden, in einem neugeborenen Menschenkind erkannt haben, das in einer Futterkrippe lag und in einem Stall zur Welt gekommen ist.
Aber Weihnachten ist nicht alles. Der Christenglaube ist hauptsächlich Osterglaube. Dass Jesus am Kreuz den Tod durch seine unerschütterliche Menschenliebe besiegt hat und auferstanden ist, damit wir alle eine Hoffnung haben, die über Sarg und Grab hinausreicht, - das, so sagt es der Lehrtext, sollst du im Gedächtnis behalten und nicht wieder vergessen.
Aber, wie gesagt, es gibt auch eine geistliche Demenz.
Aus meiner Sicht ist es ein gewisser Trost, dass Menschen mit einer gewöhnlichen Demenz wieder zu ihrem Kinderglauben zurückfinden und mit den Liedern und Gebeten, die sie damals gelernt haben, noch erreichbar sind. Aber was ist, wenn gar nichts mehr da ist, woran man anknüpfen kann?

Gebet: Herr, hilf mir, dass ich dich im Gedächtnis behalte auch dann noch, falls ich einmal vergesslich werde. Ich wünsche mir sehr, dass du bis zu meinem letzten Atemzug mein Halt bist und ich im Glauben an dich geborgen bin und bleibe. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr