Dienstag, 19. November 2019

Stille Heldin hl

Losung: Wenn sie auch wider dich streiten, werden sie dir dennoch nichts anhaben können; denn ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dich errette. Jeremia 1,19

Lehrtext: Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft. 1.Korinther 4,20

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor ein paar Monaten saß eine etwa 60-jährige Frau an unserem Tisch im Biergarten. Offenbar erschienen wir ihr vertrauenswürdig, obwohl sie uns nicht kannte. Und so erzählte sie uns, wie es ihr zu Hause geht. Weil sie gläubig ist und immer wieder in die nächste Kleinstadt zu ihrem Hauskreis fährt, wird sie von den Männern in ihrer eigenen Familie verachtet. Und obwohl sie in einem winzigen Dorf lebt und bestimmt nicht besonders gut informiert ist, weiß sie doch, welche Gesinnung in ihrer Familie herrscht. Und darum sagte sie zu uns: Das sind alles Nazis, so wie die über andere Menschen reden, vor allem über Fremde und Flüchtlinge. Doch die Frau lässt sich nicht brechen und gibt nicht klein bei. Sie hält an ihrem Glauben fest auch gegen die massiven Widerstände bei ihren Angehörigen.
     Für mich ist sie eine der vielen kleinen, stillen und unbekannten Heldinnen, die es in unserem Land gibt. Sie treten selten öffentlich in Erscheinung. Man nimmt sie kaum wahr. Aber im Verborgenen kämpfen sie täglich ihren Kampf ums seelische Überleben, um ihren Glauben und um ihre Werte.
     Jeremia, um den es in der Losung geht, hatte noch mit größeren Problemen zu kämpfen. Eigentlich wollte er kein Prophet werden, weil er sich zu jung fühlte. Aber er hörte Gottes Stimme in sich, die ihn dazu aufforderte. Er hörte aber auch seine Zusage: »Wenn sie auch wider dich streiten, werden sie dir dennoch nichts anhaben können; denn ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dich errette.« (Losung)
     Und so war es dann auch. Der König in Jerusalem und die damalige Kirche zusammen mit der Oberschicht versuchten Jeremia mundtot zu machen, was ihnen zeitweilig gelang. Sie konnten nicht ertragen, was der junge Prophet ihnen im Namen Gottes sagen musste:
     Es würde nicht mehr lange dauern, bis vom Norden Könige kommen würden, die Jerusalem belagern und zerstören würden »um all ihrer Bosheit willen, dass sie mich, den Herrn, verlassen und andern Göttern opfern und ihrer Hände Werk anbeten.« So heißt es in der Bibel.
     Es gibt Zeiten und Situationen, wo man manchmal als einziger noch das Fähnlein des Glaubens hochhalten muss, weil, wie in unserer Gesellschaft heute, der Glaube in der Öffentlichkeit nur noch wenig gilt. Gott kommt in den Medien praktisch nicht mehr vor. Da muss man es auch mal aushalten, dass man von anderen verlacht, angefeindet oder verunglimpft wird. Hoffentlich bleiben dir solche Zeiten und Situationen erspart.
     Aber, wie der Lehrtext sagt, das Reich Gottes, seine Herrschaft ist kein leeres Wort, sondern eine Kraftquelle für jeden, der ihn als seinen Herrn bekennt. Viele hätten in ihrem Glauben nicht durchgehalten, wenn sie nicht von ihm immer wieder die nötige Kraft bekommen hätten. Er soll auch dir seine Kraft geben, wenn du durch Anfeindungen und eigene Zweifel angefochten wirst.

Gebet: Herr, ich danke dir, dass ich meinen Glauben leben kann ohne Angst haben zu müssen, deswegen verfolgt zu werden. Darum will ich diese Zeit nützen und von dir reden sooft und so gut ich kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 18. November 2019

Wo mein Glaube wurzelt hl

Losung: Von allen Seiten umgibst du mich, Herr, und hältst deine Hand über mir. Psalm 139,5

Lehrtext: Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Römer 8,35

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich glaube, ich hab schon von Berufs wegen einen ganz guten Überblick, was in der Bibel steht. Da finde ich viele Geschichten, Worte und Verse, die mir persönlich wichtig sind. Aber mein Glaube wurzelt nur in einem guten Dutzend solcher Worte und zieht daraus Kraft. Und dazu gehört die heutige Losung und die Antwort auf den heutigen Lehrtext, die man in den darauffolgenden Versen 38 und 39 findet.
»Von allen Seiten …« – Wie oft habe ich das schon gebetet kurz vor dem Einschlafen oder in einer Notlage. Und das gilt ja immer, ob ich schlafe oder wache, ob ich an Gott denke oder nicht, ob ich glaube oder nicht. Immer umgibt er mich und hält seine Hand über mir. Und genauso gilt das für dich egal wie stark oder schwach dein Glaube ist.
     Manche Glaubenskritiker höhnen, dass das ein infantiler, kindischer Glaube sei, gespeist von der Sehnsucht nach dem Mutterleib, wo der Mensch ganz und gar umgeben, versorgt und geschützt war. Na und? Ich teile diese Sehnsucht nicht. Aber jener Zustand dient ganz gut als Gleichnis dafür, was es heißt, dass Gott mich ganz und gar umgibt.
     Und wenn ich dieses Wort aus der Losung bete, dann hänge ich meistens noch das andere aus Apostelgeschichte 17,27.28 an und sage: »In dir, Herr, lebe, webe und bin ich. In dir wurde ich geboren, in dir werde ich sterben. In dir werde ich bleiben für immer. Denn«, und da kommt jetzt die Antwort auf den Lehrtext ins Spiel, denn »darauf vertraue ich ganz fest: Weder Tod noch Leben noch sonst irgendwelche Mächte dieser Welt können mich von deiner Liebe trennen, die in Jesus Christus ist, meinem Herrn.« (Römer 8,38.39)
     Eigentlich ist das schon das ganze Evangelium. Wenn ich diese Sätze nicht nur lese, wenn ich sie nicht nur auswendig weiß, sondern in meinem Herzen trage, dann lebt mein Glaube und grünt mein Leben.

Gebet: Herr, von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. In dir lebe, webe und bin ich. In dir wurde ich geboren, in dir werde ich sterben. In dir werde ich bleiben für immer. Denn weder Tod noch Leben noch sonst irgendwelche Mächte dieser Welt können mich von deiner Liebe trennen, die in Jesus Christus ist, meinem Herrn. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 17. November 2019

Was jetzt schon gilt hl

Losung: Die Israeliten schrien zu dem HERRN und sprachen: Wir haben an dir gesündigt; denn wir haben unsern Gott verlassen. Richter 10,10

Lehrtext: Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden. Kolosser 1,13-14

Liebe Leserin, lieber Leser,

»6 Aber die Israeliten taten wiederum, was dem HERRN missfiel, und dienten den Göttern der Ammoniter und den Göttern der Philister und verließen den HERRN und dienten ihm nicht. 7 Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie in die Hand der Philister und Ammoniter. 8 Und sie zertraten und zerschlugen die Israeliten zu jener Zeit achtzehn Jahre lang. 10 Da schrien die Israeliten zu dem HERRN und sprachen: Wir haben an dir gesündigt, denn wir haben unsern Gott verlassen und fremden Göttern gedient. 11 Aber der HERR sprach zu ihnen: Haben euch nicht auch unterdrückt die Ägypter, die Ammoniter, die Philister und andere? Und ich half euch aus ihren Händen, als ihr zu mir schriet. 13 Dennoch habt ihr mich verlassen und andern Göttern gedient. Darum will ich euch nicht mehr erretten. 14 Geht hin und schreit zu den Göttern, die ihr erwählt habt; lasst diese euch helfen zur Zeit eurer Bedrängnis! 15 Aber die Israeliten sprachen zum HERRN: Wir haben gesündigt, mache du es mit uns, wie dir's gefällt; nur errette uns heute! 16 Und sie taten von sich die fremden Götter und dienten dem HERRN. Da jammerte es ihn, dass Israel so geplagt wurde.« (Richter 10,6-16)
     Solche Geschichten werden seit biblischen Zeiten den Israeliten / Juden als Warnung erzählt. Sie wurden auch mir in meiner Kindheit mit dem Zeigefinger erzählt: ‚Pass bloß auf, dass du Gott gehorchst, sonst geht es dir wie den Israeliten!‘ 
     Ganz anders der Lehrtext aus dem Neuen Testament. Er ist für mich Evangelium, gute Nachricht. Da es heißt: »Gott hat uns aus der Gewalt der Finsternis befreit, und nun leben wir unter der Herrschaft seines geliebten Sohnes Jesus Christus. 14 Durch ihn sind wir erlöst, unsere Sünden sind vergeben.«
     Damit sagt mir der Apostel, was gilt, was geschehen ist unabhängig davon, was ich dazu beigetragen habe. Und er redet nicht davon, was geschehen wird, wenn ich mich so oder so verhalte. Du und ich, wir sind bereits aus der Gewalt der Finsternis befreit, wir leben bereits unter der Herrschaft Jesu, wir sind schon durch ihn erlöst und auch unsere Sünden sind vergeben. Jetzt gilt das alles schon, in dieser Zeit und Welt, und nicht erst irgendwann.
     Es stimmt schon, der Apostel meint mit „uns“ sich selbst und seine Gemeinde damals in Kolossae. Doch Christen haben diese Zusagen schon immer gemeindeübergreifend verstanden und auf sich bezogen egal, wann und wo sie gelebt haben. Aber warum soll das nur für Christen gelten? Ist denn Gott, der Schöpfer des unermesslichen Universums, so ein engherziger Konfessions- und Gruppengott?

Gebet: Herr, ich möchte in dem Bewusstsein leben können, was du alles bereits für mich getan hast. Ich möchte als ein freier Mensch leben, den du regierst. Ich möchte als einer leben können, dem man anmerkt, dass er erlöst ist. Manchmal gelingt es mir ansatzweise. Oft leider nicht. Darum stärke mich im Glauben und binde mich an dich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Samstag, 16. November 2019

Jetzt aber: Jüngstes Gericht! hl

Losung: Der HERR wird richten der Welt Enden. Er wird Macht geben seinem Könige. 1.Samuel 2,10

Lehrtext: Wenn der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich setzen auf den Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Matthäus 25,31-32

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie hältst du‘s mit dem Jüngsten Gericht? Glaubst du, was man sonntags in den Kirchengottesdiensten bekennt: »Von dort (dem Thron Gottes) wird Christus kommen, zu richten die Lebenden und die Toten«? Und wenn ja, hast du Angst vor diesem Endgericht, bei dem alles zur Sprache kommen wird, was du in deinem Leben zu verantworten hattest, wirklich alles?
     Die Rede vom Jüngsten Gericht war die schärfste Waffe der Kirche des Mittelalters. Mit ihr hielt sie die Gläubigen in Schach. Über dem Eingang fast jeder romanischen Kirche war dieses Gericht abgebildet: Christus in der Mitte, zu seiner rechten Hand die Erlösten, die fromm waren oder sich von ihren Sünden freigekauft hatten und zu seiner linken Hand die Verdammten. Das war die interessantere Seite. Da war mehr los. Da reißt die Hölle in Gestalt eines Ungeheuers den Rachen auf, und die Teufel zwicken und zwacken die armen, nackten Seelen und zerren und stoßen sie in den Höllenschlund.
     Solche Vorstellungen und Bilder wirken fort bis in die Gegenwart. Noch immer gibt es nicht wenige Christen, die vor dem Jüngsten Gericht eine Höllenangst haben. Ich habe mich als Kind auch davor gefürchtet.
     Aber fürchtet man sich denn nicht zurecht? Wenn ich an die beiden Bibelworte heute denke, geht es da nicht schließlich und endlich um ein letztes Gericht, um die Bestrafung der Bösen und die Belohnung der Guten, um Rettung und Verdammnis in Ewigkeit?
     Ja, solche Gerichtsfantasien stehen in der Bibel. Doch sie sind älter als diese. Schon in der Religion der alten Ägypter wird am Ende abgerechnet. Da hält der Totengott Anubis mit dem Schakalskopf eine Waage in der Hand und wiegt das Herz. Und wehe, die Waage neigt sich zu seinen Ungunsten, dann frisst ein Ungeheuer das Herz des Verstorbenen und er stirbt für immer.
     Woher kommen solche Fantasien? Ich denke sie entspringen dem tiefen, menschlichen Bedürfnis, dass nach dieser ungerechten Welt endlich Gerechtigkeit herrschen möge ohne Ansehen der Person. Gott muss doch ein gerechter Richter sein, ein gerechtes Urteil sprechen und gegebenenfalls gerechte Strafen verhängen. Und schließlich muss es sich doch auch gelohnt haben, wenn man sich bemüht hatte, ein anständiger Mensch und Christ zu sein. Das ist verständlich.
     Das ist aber auch sehr menschlich gedacht, so wie wir Menschen uns das eben vorstellen oder wünschen. Doch, und wenn es noch so weh tut, die Gerechtigkeit Gottes ist eine andere als die Gerechtigkeit der Menschen. Wir verlangen Gesetzestreue, Sühne und Strafe. Wir fühlen uns erst erleichtert, wenn die Täter gefasst und ihrer gerechten Strafe zugeführt worden sind. Und Gott?
     Jetzt liegt es an dir zu entscheiden, welchen Gott du glaubst. Jenen Richtergott aus verschiedenen biblischen Schriften und aus dem Glaubensbekenntnis, oder diesem Gott, von dem es im Jesaja Buch heißt: »Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden hätten; und durch seine Wunden sind wir geheilt«, der die Sünde der Welt getragen hat und der Gnade vor Recht ergehen lässt, der seinen schuldigen Kindern vergibt, sie alle miteinander erlöst und mit sich versöhnt.
     „Ja aber das geht doch nicht einfach so. Da gibt es doch auch Bedingungen. Da muss man seine Schuld einsehen und bekennen und ein frommes Leben führen. So billig kommt man doch nicht davon, und Gottes Gnade ist teuer …“
     Ich glaube hingegen, Gottes Gnade ist unbezahlbar, und darum schenkt er sie uns. Seine Liebe ist unverdienbar, darum ist sie bedingungslos. Und seine Barmherzigkeit ist göttlich, darum ist sie grenzenlos. So richtet Christus die Lebenden und die Toten.

Gebet: Herr, ich danke dir von tiefstem Herzen, dass ich ohne Angst vor dir haben zu müssen, leben und glauben kann. Ich muss mir keine Sorgen um die Ewigkeit machen. Dafür hast du längst gesorgt. Ich kann hier und jetzt dankbar leben und mich nach dir richten. Denn du bist ein Gott der Freude und nicht der Furcht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 15. November 2019

Zungenkuss hl

Losung: Wo viel Worte sind, da geht's ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug. Sprüche 10,19

Lehrtext: Mit der Zunge loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein. Jakobus 3,9-10

Liebe Leserin, lieber Leser,

Zungenkuss? Huch, das war für uns Jugendliche in dem fränkischen, lutherischen Vorzeigedorf, in dem ich aufgewachsen bin, zunächst etwas ganz Verruchtes. Zunächst. Dann war es aber auch schön.
     Aber leider küssen sich die Liebenden mit ihrer Zunge nicht nur. Alsbald streiten sie auch damit. Und wenn sie ihre Zungen nicht im Zaum halten, kann es mit der Liebe bald wieder vorbei sein.
     Auch sonst ist das mit den vielen Worten so eine Sache. Manch einer hat sich schon um Kopf und Kragen geredet, hat es sich mit anderen verdorben, hat sein Ansehen ruiniert, seine Karrierechancen zunichte gemacht.
     Andererseits ist es auch befreiend, wenn sich mal jemand kein Blatt vor den Mund nimmt und frei heraus redet, was gesagt werden muss, was sich aber die Vielen nicht zu sagen trauen. Schweigen ist nicht immer Gold. Manchmal ist es Mitschuld wie vor 81 Jahren, als in unseren Dörfern und Städten vor aller Augen die Gotteshäuser der Juden verbrannt wurden und später sie selbst.
     Aber in unseren beiden Bibelworten heute geht es ja nicht nur um Gegensatz von Reden und Schweigen, sondern darum, auch mal den Mund zu halten und wenn man dann doch redet, das Rechte zu sagen. Menschen mit Worten fertig zu machen, sie zu verletzen oder ihnen gar zu fluchen, das ist jedenfalls nicht recht. Wie soll Gott auch das Lob gefallen, das danach aus demselben Mund kommt?
     Er wird auch die sehr menschliche Sünde der Zunge verzeihen, der redenden wie der schweigenden. Was soll er auch sonst tun?

Gebet: Herr, du selbst sagst: Nicht was ein Mensch als Nahrung zu sich nimmt, sondern was aus ihm an bösen Worten kommt, macht ihn schlecht. So bitte ich dich, mir zu helfen, das zu sagen, was konstruktiv und befreiend ist. Dann kann ich dich ohne schlechtes Gewissen loben und preisen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 14. November 2019

Es wird gelingen! hl

Losung: O Herr hilf! O Herr, lass wohlgelingen! Psalm 118,25

Lehrtext: Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. Philipper 2,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

was Paulus da im Lehrtext schreibt, ist nicht logisch. Doch ihm selbst war der Widerspruch wohl bewusst. Im Satz davor sagt er noch: » Arbeitet mit Furcht und Zittern an eurer Rettung.« Und fügt dann hinzu: »Und doch ist es Gott allein, der beides in euch bewirkt: Er schenkt euch den Willen und die Kraft, ihn auch so auszuführen, wie es ihm gefällt.« Was jetzt? Selbst arbeiten oder Gott wirken lassen oder beides?
     Der Apostel will davor warnen, auf die leichte Schulter zu nehmen, dass alle Christen gerettet sind. Er fürchtet, dass sie dann vielleicht zu leichtsinnig leben und nicht mehr den Moralvorstellungen entsprechen, die er aus seiner Ursprungsreligion, dem Judentum, mitgebracht hat.
     Diese Furcht wird in bestimmten christlichen Kreisen bis heute geteilt. Neben der Zusage, dass Gott dich liebt, musst du dann noch mit deinem Lebenswandel beweisen, dass du dieser Zusage würdigt bist. Und wenn du das dann nicht schaffst, hat Gott nicht in dir gewirkt, weder das Wollen noch das Vollbringen.
     Was sich Menschen nur alles ausdenken, um anderen Vorschriften zu machen, um so Macht über sie ausüben zu können! Auch Paulus meinte zu seiner Zeit, einen gewissen Zwang ausüben zu müssen mit seinen Ermahnungen und Verboten. Warum eigentlich? Traute er der Gnade Gottes so wenig zu? Hielt er so wenig von der Kraft des Evangeliums, dass er wieder auf das Gesetz zurückgreifen musste?
    Nein, nicht Furcht und Zittern, nicht Heulen und Zähneklappern. Was soll das? Stattdessen die Zusage, dass Gott in dir und in mir wirkt und es letzten Endes seine Sache ist, was daraus wird. Ja, gewollt habe ich viel; vollbracht habe ich wenig. Aber das soll mich nicht beunruhigen. Gott wird vollenden, was ich nicht zu Ende gebracht habe. Er selbst wird mich vollenden, weil er es war, der mit mir angefangen hat. So können Krampf und Zwang von mir abfallen. So macht er mich frei, im Vertrauen auf ihn ganz im Hier und Jetzt zu leben ohne verzweifeln zu müssen, wenn ich Fehler mache und auch mal versage. Ihn kann ich bitten „Herr, lass wohl gelingen“ (Losung). Und zugleich vertraue ich, dass er es tut.

Gebet: Herr, nicht du machst mir das Leben schwer. Das mache ich schon selbst, wenn ich meine, es mir nach meinen Wünschen und Ängsten zurechtbiegen zu müssen. Doch du erlöst mich aus meinen Zwängen, Lasten und Ängsten. Du schenkst mir immer wieder die Freiheit, dankbar Ja zu sagen zu meinem Leben und zu dieser Welt, die du mir geschenkt hast. Ja, ich glaube, dass einmal alles gut wird, mit mir und dieser Welt, nicht weil ich es gutmachen könnte, sondern weil du es gutmachen wirst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 13. November 2019

Erfüllt von Gottes Geist hl

Losung: Er wird herrlich werden bis an die Enden der Erde. Micha 5,3

Lehrtext: In Jesus Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid erfüllt durch ihn, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist. Kolosser 2,9-10

Liebe Leserin, lieber Leser,

am Heiligen Abend ist es wieder soweit. Dann wird in zahllosen Kirchen in aller Herren Länder diese Weissagung  aus dem Buch des Propheten Micha vorgelesen:
»Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist… Er aber wird auftreten und sein Volk weiden in der Kraft des HERRN. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden bis an die Enden der Erde. Und ER wird der Friede sein.« 
     Von Anfang an haben Christen diese Worte aus dem Alten Testament auf Jesus bezogen. Manche meinen sogar, dass deshalb die Weihnachtsgeschichte in Bethlehem angesiedelt worden ist.
     Viele halten von unserer heutigen Losung und dem Text, zu der sie gehört, nichts mehr. Sie meinen, solche Worte wären eine Zumutung an ihren Verstand. Sind sie auch. Doch als die frühen Christen von Jesus sagten, dass er "herrlich werden würde bis an die Enden der Erde", war das noch eine viel größere Zumutung. Das römische Weltreich war zur damaligen Zeit übermächtig. Der Kaiser in Rom war gottgleich. Niemand konnte seine Macht infrage stellen. Niemand? Eine kleine, machtlose Christenschar mit ihren winzigen Gemeinden in den Dörfern und Städten der hintersten römischen Provinz tat das. Und heute bekennen sich weltweit Christen zu Jesus als ihrem Herrn »bis an die Enden der Erde«.
     Doch beweisen tut das nichts. Es bekennen sich auch weltweit Muslime zu Mohammed und Allah „bis an die Enden der Erde“.
     Nein, geschichtliche Ereignisse und Tatsachen haben für den Glauben keine Beweiskraft. Was im heutigen Lehrtext steht, bleibt unbeweisbar. Doch ich glaube genau das. Weil sich hier das Zentrum unseres Glaubens wie unter einem Vergrößerungsglas zeigt: »In Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.«
     Nein, Jesus ist nicht Gott, weil er dies und das gesagt und getan hat. Wegen seiner Lehre und Taten wäre er bestenfalls ein Guru, ein besonderer Prophet, wie zum Beispiel die Muslime meinen. Auf den sympathischen Sohn der Maria kam es nicht an. Aber auf den Geist, der in ihm wohnte und ihn bewegte, da kam und kommt es an bis heute: Auf den Geist des lebendigen Gottes, auf den Geist seiner Menschenliebe und seines Friedens, auf den Geist der Versöhnung, der heilt und aus dem alles hervorgeht, der in allem wirkt und auf den alles zuläuft.
     Dieser Geist erfüllte Jesus. Alles was wir von Gott wissen müssen, „seine ganze Fülle“, kam in ihm zum Vorschein. Ihn will er weitergeben an dich und mich. Sind wir dazu offen und bereit?

Gebet: Herr, in dir lebt der Geist des Friedens. Schenke auch mir diesen Geist, dass ich mit mir selbst im Frieden und versöhnt leben kann, dass ich mit meinen Angehörigen so leben kann, mit meinen Freunden, Bekannten und Nachbarn. Schenke diesen Geist allen die Verantwortung tragen für den Frieden in dieser Gesellschaft und in der Welt. Nur in dir werde ich den Frieden finden, den ich suche und brauche. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 12. November 2019

Wenn der Wolf kommt hl

Losung: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Hesekiel 34,11

Lehrtext: Als Jesus das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren geängstet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Matthäus 9,36

Liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal geschehen Dinge, die für andere bedeutungslos sind, die einen selbst aber bewegen. Einen Tag, bevor ich Losung und Lehrtext las, um darüber nachzudenken und das Ergebnis mit dir zu teilen, bin ich früh mit dem Gedanken aufgewacht: "Nur einer ist der gute Hirte für alle Menschen, Jesus. Nur einer sorgt für mich, dass mir nichts mangelt. Nur einer war und ist bereit, sein Leben für mich zu geben. Und ich, der ich Pastor bin, auf Deutsch „Hirte“, und alle meine Kollegen in allen kirchlichen Ämtern, wir sind nur Mietlinge."
So nennt Jesus die „Lohnschäfer“, die ihre Arbeit für Geld machen und sagt dazu: Wenn der Wolf kommt, dann laufen sie davon und lassen die Schafe im Stich.
     Wenn der Wolf kommt – wenn er kommt im Pelz der Sorge und des Kummers, wenn er kommt im Pelz von Krebs und Schlaganfall, wenn er kommt im Kleid der Einsamkeit und Depression, wenn er kommt in welcher Verkleidung auch immer, - an welchen Pastor, an welchen Hirten soll ich mich dann wenden? Die „Lohnschäfer“ haben durchaus ihre Berechtigung. Manche von ihnen sind gute Seelsorger. Manche versuchen die „Schafe“, die ihnen anvertraut sind, so gut sie können zu versorgen. Aber es sind nicht ihre Schafe. Sie selbst sind ja auch nur ein Schaf, nicht nur der Pfarrer, auch der Bischof. Alle gemeinsam sind wir Schafe des einen guten Hirten. Und jeder von uns hat nur ihn, - wenn der Wolf kommt.
  
Gebet: Herr, du lässt mich nicht im Stich. Wenn ich mich in diesem Leben verrannt habe, kommst du und suchst mich. Wenn der Wolf kommt, kommst du und beschützt mich. Wenn ich Angst habe, kommst du und nimmst mich in den Arm. Es lässt dich nicht kalt, wie es mir geht. Denn von jeher kennst du mich und gehöre ich dir. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 11. November 2019

Ruf nach dem starken Mann hl

Losung: Werdet ihr der Stimme des HERRN nicht gehorchen, so wird die Hand des HERRN gegen euch sein wie gegen eure Väter. 1.Samuel 12,15

Lehrtext: Paulus schreibt: Ich will, dass ihr weise seid zum Guten, aber geschieden vom Bösen. Römer 16,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Wir auch! Wir auch!“ – So quengelten die Israeliten wie kleine Kinder ihrem Propheten Samuel die Ohren voll. Sie wollten endlich auch mal einen König haben wie die heidnischen Völker ringsum. Gott und seinem Propheten war das, der Bibel zufolge, nicht recht. Gott selbst sollte König über sein Volk sein und nicht irgendein Mensch. Aber die Israeliten waren unbelehrbar. Und so gab er ihnen den Saul. Mit dem sind sie dann gleich so richtig an die Wand gefahren.
     Und später ging es auch in der christlichen Welt so weiter. Wieder wollte man einen starken Mann über sich, den man verehren, dem man huldigen konnte: Wir wollen einen Papst, wir wollen einen Kaiser, wir wollen einen Führer. Wie das geendet hat, kann man in den Geschichtsbüchern nachlesen. Der Papst mag sich Stellvertreter Jesu Christi auf Erden nennen. Der Kaiser mag von sich behaupten, von Gottes Gnaden die Regierungsgewalt zu haben. Der Führer mag von sich behaupten, von der Vorsehung auserwählt worden zu sein.   
     Sie alle waren und blieben doch Menschen, fehlbar, irrtumsfähig, charakterschwach, manchmal seelisch krank wie König Saul. Und so rannten zum Beispiel unsere Vorfahren jahrhundertelang immer wieder gegen dieselbe Wand, holten sich blutige Nasen und haben nichts gelernt. Zuletzt vor gut 80 Jahren. Wer von einer glorreichen, deutschen Geschichte träumt, der sollte lesen lernen.
     Der alte Samuel hat in seiner letzten Ansprache das Volk gewarnt und gesagt: »Werdet ihr, das Volk und euer König, der Stimme des Herrn nicht gehorchen, so wird die Hand des Herrn gegen euch sein wie gegen eure Vorfahren.« (Losung) Eine klare Ansage. Aber wie so oft, hat die Drohung nichts gefruchtet.
     Doch dabei blieb es nicht. Statt zu drohen und zu strafen hat Gott uns einen König so ganz nach seinem Herzen gegeben. Den König aus dem Stall und mit der Dornenkrone, der zu dir sagt: »Komm her zu mir, wenn du nicht mehr kannst, wenn du überlastet und erschöpft bist. Ich richte dich wieder auf. Vertraue mir, denn ich bin sanftmütig und bereit, dir zu dienen.« (Matthäus 11,28)
   
Gebet: Herr, ich bitte dich für alle, die Verantwortung haben in Staat und Gesellschaft. Gib ihnen deinen Geist, den Geist des Friedens und der Gerechtigkeit, den Geist der Versöhnung und Menschenliebe. Aber ich werde sie nicht anhimmeln noch sonst wie verehren, denn du allein sollst diese Welt und sollst auch mich regieren nach deinem Willen und Plan. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 10. November 2019

Wie Gott hilft hl

Losung: Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst. Psalm 127,1

Lehrtext: So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. 1.Korinther 3,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich habe nach einem Sturz mit unangenehmen Folgen selbst erfahren, wie gut unser Leben in Mitteleuropa inzwischen organisiert ist, speziell in unserem Land. Krankentransport, Krankenhaus, Untersuchungen, Operation, Nachsorge, Medizintechnik, Medikamente, Rehabilitation … Das alles steht im Bedarfsfall zur Verfügung, weil die Gesunden mit ihren Krankenversicherungsbeiträgen das finanzieren und zu Recht hoffen, selbst davon zu profitieren, wenn es einmal nötig sein sollte. Da hat sich in den letzten Jahrzehnten ganz viel getan. Natürlich hat unser Gesundheitssystem auch Schwächen. Aber weißt du ein anderes Land, in dem du krank sein möchtest?
     Was nach dem Sturz alles auf mich zukommen würde, wusste ich nicht. Doch ich war von Anfang an guter Dinge, dass mir geholfen würde. Und so beschloss ich, mich nicht selbst zu bemitleiden, mich nicht als Opfer zu fühlen, sondern meinen Mut zu behalten und für alles, was mir Gutes getan würde, dankbar zu sein.
     Gerade Letzteres hat mir geholfen, nicht unwillig zu werden, wenn es unangenehm wurde und ich Schmerzen leiden musste. Ich war zu jedem freundlich, vom Chirurgen bis zur Putzfrau. Und warum? Weil ich von Natur aus so ein freundlicher, netter Mensch wäre? Eher nicht. Sondern weil mir klar war und ist, was in den beiden Bibelworten heute steht: Gott ist am Werk in dem, was andere Menschen mir Gutes tun. Das half mir, dass ich mich in meinem Glauben geborgen fühlen konnte. 
    
Gebet: Herr, damit es mit dem, was wir Menschen tun, etwas Rechtes werde, braucht es dich und deinen Segen. Du nimmst so viele in deinen Dienst, ohne dass sie etwas davon ahnen. Du hilfst durch Christen und Muslime, Atheisten und Gleichgültige. Darum sehe ich in allem, was mir gut tut, dich am Werk und bin dankbar für die Menschen, die du mir über den Weg schickst. Amen
    
Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Samstag, 9. November 2019

religiöser Rausch und Gottvertrauen hl

Losung: Wer bestimmt den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber unterweist ihn? Jesaja 40,13

Lehrtext: Wir sollen nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. Apostelgeschichte 17,29

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer bestimmt, wer nimmt Einfluss auf den Geist des Herrn? Was meinst du? Wenn du Gott von Herzen bittest, wird das eine Wirkung haben? Und wenn du zehnmal den Jakobsweg gehst, wenn du nicht nur 10 %, sondern 90 % deines Einkommens spendest, wenn du gelobst eine Kapelle zu bauen oder ins Kloster zu gehen oder dich selbst geißelst – wird das irgendeine Wirkung auf ihn haben? Nein, wird es nicht.
     Du kannst das zwar alles machen, aber Gott bewegst du damit nicht, etwas zu tun, was in deinem und nicht in seinem Sinn ist. Immer gilt die Bitte aus dem Vaterunser »Dein Wille geschehe« oder was Jesus selbst gebetet hat: »Vater, nicht wie ich will, sondern wie du willst.« Gott braucht keine menschliche Einflussnahme und erst recht keine Ratgeber, die ihm sagen, was er zu tun hat. Somit bricht auch der ganze Heiligen- und Marienkult in sich zusammen.
     Und das Gebet? Ich halte viel davon, ihm zu sagen, was ich für mich und für andere auf dem Herzen habe. Dabei vertraue ich auf seine Zusagen und sage ihm, was damit übereinstimmt. Und ich achte darauf, wie Menschen in der Bibel gebetet haben, zum Beispiel in den Psalmen und orientiere mich daran. Dann, so glaube ich, bin ich mit meinem Gebet im Bereich seines Willens (= Reich Gottes) und gehe davon aus, dass er mich hört. Dann wird er das Seine tun zu dem, was ich zu tun bereit und fähig bin.
     Und was ist mit den »goldenen, silbernen und steinernen Bildchen, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht«? Und die riesigen Kathedralen und Dome des Mittelalters und die Peterskirche in Rom – hat Gott damit irgendwas zu tun? Nein, hat er nicht.
     Sie wurden zumeist zur Befriedigung der eigenen Eitelkeit errichtet auf dem Rücken der kleinen Leute, die dafür ausgepresst und mit harter Hand gezwungen wurden. Das ist ernüchternd. Aber vielleicht wird es Zeit, dass manche aus ihrem religiösen Rausch aufwachen.
Doch was bleibt dann noch?
     Für mich bleibt nur das: Dass ich auf den liebenden und barmherzigen Gott von ganzem Herzen vertraue, wie er mir in Jesus Christus begegnet. So wie es beispielsweise im Psalm 37 heißt: »Vertraue auf den Herrn und hoffe auf ihn. Er kennt den guten Weg und bringt dich ans Ziel.« Das ist alles. Ist das wirklich so einfach? Nein, einfach ist das nicht. Ein solches Gottvertrauen verlangt von dir, dass du alle sonstigen Glaubenskrücken wegschmeißst und dich mit leeren Händen und einem brennenden Herzen ihm zuwendest.
    
Gebet: Herr, es ist dein guter Wille, in dem mein ganzes Leben geborgen ist. Denn ich vertraue darauf, dass nur geschehen kann, was du willst, auch wenn ich manches nicht verstehe. Und was du für mich willst, das ist gut. Amen
    
 Herzliche Grüße

Hans Löhr

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