Dienstag, 18. Juni 2019

gelassen reden hl

LosungDer HERR sprach zu Jeremia: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. Jeremia 1,9 

Lehrtext: So nehmt nun zu Herzen, dass ihr euch nicht sorgt, wie ihr euch verteidigen sollt. Denn ich will euch Mund und Weisheit geben. Lukas 21,14-15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gott sei Dank treffen die beiden Losungsworte heute auf mich nicht zu und vermutlich auch nicht auf die meisten der Leserinnen und Leser dieser Auslegungen. Denn weder will ich im Namen Gottes öffentlich Unheil verkündigen müssen wie der noch junge Prophet Jeremia (Jer. 1,4-19). Noch will ich mich wegen meines Glaubens verteidigen müssen vor Menschen, die mir übelwollen (Lehrtext). Aber wenn es denn dazu käme, so wünsche ich mir, dass ich mich dann an den heutigen Lehrtext erinnere und mit Gottvertrauen und Gelassenheit das sage, was zu sagen ist.

Gebet
Hilf, dass ich rede stets, womit ich kann bestehen;
lass kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen;
und wenn in meinem Amt ich reden soll und muss,
so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruss.  

(Johann Heermann, 1630, EG O Gott, du frommer Gott, Vers 3)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Montag, 17. Juni 2019

Gott spricht durch Menschen hl

LosungGleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein. Jesaja 55,10-11 

Lehrtext: Paulus schreibt: Mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft. 1.Korinther 2,4 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in den achtziger Jahren war es, in Hannover, auf einer bundesweiten Tagung für Kindergottesdienst zum Thema „Wachsen wie ein Baum“, wo ich dieses schöne Lied kennengelernt habe:
„Wie der Regen und der Schnee vom Himmel auf die Erde fällt 
und der Boden fruchtbar werde, 
so ist Gottes Liebe auf der Erde“

     Der Liederdichter hatte dabei unsere heutige Losung vor Augen. Leider habe ich das Heft nicht mehr, in dem es stand. Und auch im Internet kann ich es nicht finden. Es wäre schön, wenn mir es jemand von den Leserinnen und Lesern zukommen lassen könnte.
     Ja, das stimmt, Gottes wirksames Wort ist Jesus Christus (Johannes 1,1). Er ist die Mensch gewordene Liebe Gottes auf der Erde. Wie Sonne, Regen und Schnee die Pflanzen wachsen und gedeihen lassen, so weckt seine Liebe unsere verdorrten Menschenseelen zu neuem Leben. Dann wächst Menschlichkeit in der Wüste der Gleichgültigkeit. Dann keimt Güte, und Barmherzigkeit schlägt Wurzeln. Dann blüht die Freundlichkeit, und der Egoismus verdorrt. Das glaube ich, weil ich erlebe, dass es immer wieder geschieht.
     Das gesprochene Wort des Apostels Paulus war hingegen nicht beeindruckend. Er selbst zitiert seine Kritiker, die sagen: "Die Briefe von Paulus wiegen schwer und sind stark; aber wenn er selbst anwesend ist, ist er schwach und seine Rede kläglich." (2. Kor. 10,10) Im Lehrtext schreibt er von sich: "Was ich euch sagte und predigte, geschah nicht mit Überredungskunst; durch mich sprach Gottes Geist und wirkte seine Kraft." (Übersetzung HFA) Hm, an Selbstbewusstsein hat es ihm offenbar nicht gefehlt. Ich möchte aber differenzieren und sage: Ja, in den Briefen des Apostels Paulus stehen viele Sätze, die Jesu Geist atmen und die Leser stärken. Aber zugleich ist er ein Kind seiner Zeit und ein Produkt seiner patriarchalischen Erziehung und Ausbildung als Pharisäer. Und das merkt man an vielen Stellen seiner Briefe. Er kann halt auch nicht aus seiner Menschenhaut und hat, bei aller Genialität, ebenso wie jeder andere seine Grenzen und Schwächen. 
     Wir haben Gottes Wort nur in Menschenwort, so wie uns Gott in dem Menschen Jesus begegnet. Genau darum ist mein Vertrauen gefragt und nicht blinder Gehorsam, mein Verstand und kein Buchstabenglaube, der meint, alles wörtlich nehmen zu müssen. 

Gebet: Herr, ich danke dir für die Menschen, durch die du zu mir gesprochen hast und noch immer sprichst. Am meisten aber danke ich dir für Jesus, deinen Sohn, meinen Herrn. Er hat nicht nur geredet, sondern gelebt, was du mir sagen willst. An ihm, seinen Worten und seinen Taten erkenne ich dich. Ihm glaube ich wie sonst keinem. Aber du kommst im Geist der Liebe auch durch die Worte anderer Menschen zu mir, stärkst mich und gibst mir Lebensmut. Lass auch mich dein Bote sein gerade auch mit meinen Schwächen und Grenzen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 16. Juni 2019

Was es ist (Predigt) hl

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du ein Lebensmotto, einen Spruch, der zum Ausdruck bringt, wie du leben möchtest und was dir wichtig ist? Als Student hatte ich ein solches Lebensmotto. Nein, das war kein Bibelwort. Das war ein Satz der Rolling Stones und zugleich der Titel einer ihrer Songs. Der Song, den ich meine und damit das Motto, dass ich in jungen Jahren hatte, lautet: „I know it’s only Rock ‚n‘ Roll, but I like it.“ Auf Deutsch: „Ich weiß, es ist alles nur Rock ‚n‘ Roll. Aber ich mag es.“    
     Was das bedeutet? Nun, ich sagte mir damals: „Es ist doch eh alles nur Show: die Gefühle, die Musik, das Studium, die Partys, die Mädchen, die Politiker, die Pfarrer und die Kirche, all das Gedöhns in der Zeitung. Alles ist nur Rock ‚n‘ Roll. Also nur ein großer Zirkus. Nimm das Leben nicht zu ernst und singe mit Mick Jagger „I like it“, „ich mag’s halt“. Na ja. So kann man als junger Mensch schon denken und damit andere ein bisschen provozieren.
     Nun, inzwischen ist mir klar, was ich damals auch schon geahnt habe: So ganz auf die leichte Schulter nehmen kann man das Leben nicht. Je älter ich wurde, desto mehr Verantwortung hatte ich zu übernehmen für meine eigene Familie, in meinem Beruf, in der Öffentlichkeit. Und vor allem das viele Leid, das es in meiner nächsten Umgebung und auch in den fernsten Ländern gibt, hat mich nicht ungerührt gelassen. Und darum habe ich seit einigen Jahren ein anderes Lebensmotto. Es stammt aus einem Gedicht des Schriftstellers Erich Fried und heißt: »Es ist, was es ist - sagt die Liebe."
 Hier nun das ganze Gedicht:

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe.

     Dieses Gedicht kannst du auf verschiedene Weise verstehen. Zum Beispiel so, dass eine Mutter Einwände gegen die Liebe ihrer Tochter zu einem bestimmten jungen Mann hat. Und dann sagt sie zu ihr: ‚Diese Beziehung ist doch aussichtslos, leichtsinnig, unmöglich. Lass die Finger von ihm!‘ Und die Tochter erwidert: „Es ist, was es ist‚ Mama, es ist Liebe“.
     Du kannst dieses Gedicht aber auch so verstehen, dass man gegen Gott selbst Einwände vorbringt wegen seiner Liebe zu den Menschen. Wer sollte das tun? Vielleicht der Teufel Mephisto aus dem Theaterstück „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe. Dann würde Mephisto zu Gott sagen: ‚Herr, dass du dieses Menschengewimmel liebst, kann ich weder verstehen noch billigen. Mit Verlaub und bei allem Respekt, das ist doch Unsinn, leichtsinnig und lächerlich. Schau sie dir doch an, jeden einzelnen, wie wenig er deinem Bild gleicht, nach dem du ihn geschaffen hast. Schau sie doch an, die sich was einbilden auf ihre Moral und Frömmigkeit, auf ihr Wissen und ihren Verstand, auf ihre Stellung unter ihresgleichen und auf ihre vermeintliche Tüchtigkeit. Schau sie doch an, wie sie anderen und sich selbst etwas vormachen. Wie sie lügen und betrügen und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Wie sie bereit sind, in ihrem Wahn auch über Leichen zu gehen. Wie sie den Ast absägen, auf dem sie sitzen und die Welt zerstören, von der sie leben. Diese Kreaturen, Herr, die liebst du? Ausgerechnet die? Sind sie nicht schlimmer als Tiere?‘
     Soweit Mephisto, der Teufel. Doch Gott erwidert ihm: ‚Vielleicht hast du ja recht. Aber ich liebe nun mal die Menschen. Jeden einzelnen von ihnen. Egal, wie er versagt und gesündigt hat. Diese Liebe hat auch Jesus nicht verraten, als er von ihnen gequält und gekreuzigt wurde. Es ist meine göttliche Liebe, die auch die Sünder und die Feinde liebt. Denn bei mir geht es nicht nach menschlicher oder teuflischer Vernunft, nicht nach Berechnung, Angst und Stolz. Ich begegne den Menschen auch nicht mit Vorsicht aufgrund meiner schlechten Erfahrung. Ich, Gott, der Schöpfer der Welt und der Menschen, kann nicht anders und will nicht anders als lieben. Doch du, Mephisto, verstehst das nicht, weil der Teufel nicht lieben kann.‘
     So könnte Gott zum Teufel sprechen, wenn es ihn denn gäbe. So aber spricht er diese Sätze zu dir und zu mir. Denn auch ich könnte gegenüber Gott meine Einwände vorbringen und sagen, was in dieser Menschenwelt alles schrecklich, verkehrt, böse, gemein und grausam ist. Könnte von Kriegen reden, von der Zerstörung der Schöpfung, von Krankheit und Tod. Aber was würde das nützen? Was würde damit besser? Habe ich denn nichts anderes zu sagen, als was ohnehin gesagt wird, als zu schimpfen, zu verurteilen, zu fluchen, zu jammern? Ist es nicht meine Aufgabe als Christ, gerade auch auf das Negative mit den Augen der Liebe zu schauen, mit den Augen Gottes? Was auch immer geschieht, es ist, was es ist – nicht mehr und nicht weniger, nicht schlimmer und nicht besser. Ich muss ersteinmal zur Kenntnis nehmen, was ist, es mit den Augen der Liebe betrachten und mich dann entscheiden, wie ich mich dazu verhalten will.
     Viele Muslime, orthodoxe Juden und evangelikale Christen sind homophob, verurteilen Homosexualität als Sünde und Krankheit. Aber nun kommt es gar nicht so selten vor, dass ein junger Mann zu seinem strenggläubigen Vater sagt: „Papa, ich bin schwul.“ Was jetzt? Der Vater kann nun sagen: „Das ist ja ekelhaft, eine Katastrophe, eine schwere Sünde. Du beschmutzt die Familienehre. Geh mir aus den Augen! Ich will dich nie wieder sehen!“
     Ja, das kann er sagen. Und das sagen viele solcher Väter bis heute. Aus ihren Sätzen spricht verletzter Stolz, Scham vor den anderen Leuten, persönliche Enttäuschung und Wut. Sie denken dabei nur an sich, was das für sie Negatives bedeutet.
     Ein solcher Vater kann aber auch denken: „Es ist, was es ist. Es ist nunmal eine Tatsache, dass mein Sohn oder meine Tochter homosexuell ist. Das darf meine Beziehung zu ihm / zu ihr nicht zerstören.“ Und dann kann er sein Kind in die Arme nehmen und sagen: „Du bist, was du bist. Ich wünsche dir, dass es dir damit gut geht.“ Wenn ein Vater so denkt, dann spricht aus ihm kein negatives, egoistisches Gefühl, sondern die Liebe zu seinem Kind. Davon hat auch Jesus erzählt in seiner Geschichte vom verlorenen Sohn.
     Es ist, was es ist. Diese Einstellung gibt mir die Freiheit, den unterschiedlichen Dingen auf je angemessene Weise zu begegnen: Dem Tod mit einer angemessenen Zeit der Trauer. Der Schuld eines anderen mit einer langsam wachsenden Bereitschaft zur Vergebung. Meinen seelischen Verletzungen mit dem Wunsch und Willen, sie heilen zu lassen.
     Und was ist bei einem Verbrechen? Einem Unfall? Bei einer schweren gesundheitlichen Krise? Ich möchte solchen negativen Ereignissen keine bleibende Macht über meine Seele und mein Leben einräumen. Vielmehr will ich immer wieder meine innere Freiheit zurückgewinnen und um die äußere mit angemessenen Mitteln kämpfen. Allein schaffe ich das nicht. Doch ich vertraue darauf, dass Gott mir hilft.
     Das letzte Wort zu allem aber hat nicht die Vernunft und nicht die Angst. Nicht die Berechnung und nicht die Erfahrung. Nicht die Vorsicht und nicht der Stolz. Sie alle haben kein Recht das Urteil zu fällen und den Stab zu brechen über diese Welt, über dich und mich. Das letzte Wort hat Gott. Und er sagt nicht „Es ist alles nur Rock ‚n‘ Roll“ noch sagt er „Es ist alles eine Katastrophe.“ Das letzte Wort zu allem, was uns bewegt und umtreibt, schmerzt und freut, heißt: „Es ist, was es ist, sagt – (die Zuhörer antworten) die Liebe“. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


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Samstag, 15. Juni 2019

Der Gott der Versager hl

Losung: Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. Psalm 51,15 

Lehrtext: Gott, unser Heiland, will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1.Timotheus 2,4 

Liebe Leserin, lieber Leser,

     wie geht's dir mit der Losung? Ist der Mensch, der das sagt, nicht reichlich hochmütig und selbstgerecht? Von so einem will ich mich nicht belehren lassen. Aber wer spricht da eigentlich? Ein Blick in den Psalm 51, aus dem das Bibelwort kommt, lässt die Sache plötzlich ganz anders aussehen. Nein, hier spricht kein Moralapostel vom hohen Ross seiner Überheblichkeit. Hier spricht ein Ehebrecher und Mörder, dem der Prophet Nathan im Namen Gottes seine Verbrechen vorhält. Der Übeltäter ist König David, Israels größter König. Er hat die Frau seines Hauptmanns Uria geschwängert und ihn dann umbringen lassen, um sie ganz zu besitzen. Ehebruch und Mord lautet die Anklage, die der Prophet gegen ihn vorbringt. Und David sagt dazu im Psalm 51: 
     »Gott, sei mir gnädig. Ich anerkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. Ich habe übel getan vor dir. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht. Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe. Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. Errette mich von meiner Blutschuld, Gott, der du mein Heiland bist.«
       Was David die Sünder, also mich, lehren will, hört sich nun ganz anders an. Er sagt mit anderen Worten: "Ihr alle, die ihr vor Gott und euren Mitmenschen versagt, habt keine Angst vor ihm. Lauft nicht davon, sondern kommt zu ihm. Er will euch nicht strafen, sondern helfen. Er wird auch euch gnädig sein, wie er auch mir gnädig ist, der ich noch viel größere Schuld auf mich geladen habe als ihr." Und Paulus fügt aus seinem Brief an Timotheus hinzu: "Unser Gott ist unser Heiland, der Heiland gerade der Sünder. Er will, dass alle (!) Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" (Lehrtext). Und diese Wahrheit heißt Jesus Christus, in dem alle erkennen können, wie gnädig und barmherzig Gott ist.
     Ja, von David lasse ich mich lehren, der zu seiner eigenen Schuld steht. Denn nur ein Sünder wie ich bin, darf so zu mir reden. Die aber ihr eigenes Versagen verstecken, sollen den Mund halten.

GebetSchaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. Amen (David aus Psalm 51)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 14. Juni 2019

Geduld und Zeit hl

LosungAbrahams Knecht schwieg still, bis er erkannt hätte, ob der HERR zu seiner Reise Gnade gegeben hätte oder nicht. 1.Mose 24,21 

Lehrtext: Geduld habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt. Hebräer 10,36 

Liebe Leserin, lieber Leser,

     ich warte nicht gern. Ich mag Ungewissheit nicht. Aber es hilft nichts, das Leben lehrt mich immer wieder, zu warten und auszuhalten, bis bestimmte Dinge reif sind, dass sie geschehen. Gestern habe ich in unserem Gartenbeet an einer Radieschenpflanze gezupft, um zu sehen, ob das Radieschen schon groß genug zum Verzehr ist. War es natürlich nicht. Letzte Woche gab es noch keine rote Frucht im Erdbeerbeet. Inzwischen haben wir die ersten Erdbeeren gegessen. Alles hat seine Zeit, alles braucht seine Zeit und ich brauche Geduld.
    Jemand hat mir mal von der Gebets-Ampel erzählt. Wenn du Gott um etwas bittest, kann es sein, dass die Ampel bald auf Grün springt und deine Bitte erfüllt wird. Manchmal springt sie auf Rot, und dein Gebet wird nicht erhört. Meistens aber steht sie auf Gelb. Und anders als bei der Verkehrsampel, können die Gelbphasen bei Gott ganz schön lang sein. Seine Mühlen mahlen langsam, sagt das Sprichwort, vielleicht zu langsam für unsere schnelllebigen Zeit, wo alles sofort zu geschehen hat. Vielleicht können auch deswegen viele mit dem Glauben und mit Gott nichts anfangen, weil sie schlicht und einfach keine Geduld haben.
      Ich warte nicht gern. Ich mag Ungewissheit nicht. Aber es hilft nichts, das Leben lehrt mich immer wieder, zu warten. Ein Kind braucht neun Monate, bis es auf die Welt kommt. Ein Mann braucht 40 Jahre, bis er gescheit wird – das sagen zumindest die Schwaben. Und ich brauche ein ganzes Leben, um im Glauben zu wachsen und Gottvertrauen zu lernen.

Gebet: Herr, einen ganzen Tag braucht die Erde, um sich vom Morgen zum Abend und vom Abend zum Morgen zu drehen. Ein ganzes Jahr braucht sie, um mit uns Menschen um die Sonne zu reisen. Und doch fliegen wir mit der Erde und der Sonne schneller als eine Pistolenkugel durch das Weltall. Was bedeutet da schon mein Begriff von Zeit? 
     Du bist der Herr über die Zeit, über meine und über die im Universum. Du gibst den Takt vor. Nach dir muss sich alles richten. Nichts geht schneller und nichts dauert länger als du es willst. Lass mich das erkennen und nach dem Rhythmus leben, den du mir schenkst. Lass mich geduldig und aufmerksam darauf achten, wann du etwas für mich tust und wann es für mich an der Zeit ist, deinen Willen zu tun (Lehrtext). Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 13. Juni 2019

Gute Früchte, schlechte Früchte hl

LosungGott hat den Menschen aufrichtig gemacht; aber sie suchen viele Künste. Prediger 7,29 

Lehrtext: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Matthäus 7,16 
                           
Liebe Leserin, lieber Leser,

doch, das glaube ich auch, dass Gott uns aufrichtig gemacht hat, dich und mich. Wie soll man sich sonst in den Spiegel schauen können? Wie soll man sonst einander vertrauen können? Aber er hat uns auch geschaffen als Menschen, die ein Gewissen haben und sich entscheiden können, aufrichtig zu sein oder zu lügen. Und er hat uns Jesus gesandt, die Wahrheit in Person, damit er uns die kleinen und großen Lügen vergebe und auch die halben Wahrheiten, die doch nichts anderes sind als ganze Lügen.
     Ja, wir „suchen viele Künste“, wie wir uns durchs Leben mogeln können. Matthias Claudius hat 1778 unsere Losung in seinem populären Lied "Der Mond ist aufgegangen" zitiert. Da heißt es in Vers 4:

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder,
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste,
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.  

So sind wir. Oder nicht? Bei vielen Aufführungen, auf Plattenaufnahmen und in Liederbüchern wird diese Strophe weggelassen. Der moderne, aufgeklärte und glaubensneutrale Mensch fühlt sich da offenbar in seinem Stolz verletzt und will sich darin nicht mehr wiedererkennen. Ich meine allerdings, dass Matthias Claudius gerade uns heutigen Menschen damit den Spiegel vorhält, dass er mir den Spiegel vorhält. Oder haben uns die "vielen Künste" bis hin zur künstlichen Intelligenz näher an das "Ziel" einer gerechten und auch noch in Zukunft lebensfreundlichen Welt gebracht? Haben sie uns gar näher zur Aufrichtigkeit, näher zum Glauben, näher zu Gott gebracht? 
     »An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen« – sagt Jesus im Lehrtext. Wen? »Die in Gottes Namen auftreten und falsche Lehren verbreiten! Sie kommen zu euch, getarnt als Schafe, aber in Wirklichkeit sind sie reißende Wölfe.« (Matthäus 7,15 +16) Und was für schlechte Früchte bringen diese? Jesus fährt fort: »Nicht wer mich dauernd ›Herr‹ nennt, wird von Gott bestätigt werden, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Am Tag des Gerichts werden viele zu mir sagen: ›Aber Herr, wir haben doch in deinem Auftrag prophetisch geredet! Herr, wir haben doch in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und viele Wunder vollbracht!‹ Aber ich werde ihnen entgegnen: ›Ich habe euch nie gekannt. Ihr habt meine Gebote mit Füßen getreten, darum geht mir aus den Augen!‹«  
     Das alles, was Jesus da aufzählt, sind religiöse Aktivitäten, die bei Menschen großen Eindruck machen. Damit aber lenkt ein religiöser Wundertäter die Blicke auf sich und verstellt den Blick auf Gott. Worauf es aber bei Gott ankommt, was eine gute Frucht ist, sind keine Zauberkunststückchen, sondern der oft unscheinbare und demütige Dienst am Nächsten. Ist meine Bereitschaft, dem anderen zuzuhören, bei ihm in seiner Not auszuhalten, ihm gegebenenfalls zu vergeben, ihn zu unterstützen, für ihn zu beten und mit ihm freundlich, geduldig, gütig und barmherzig zu sein. Worauf es ankommt, ist, dem anderen Menschen im übertragenen Sinn nicht den Kopf, sondern die Füße zu waschen. So hat es Jesus selbst bei seinen Jüngern getan und hinzugefügt: »Ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass ihr tut, was ich euch getan habe.« (Johannes 13) »Denn wer unter euch der Größte sein will, der sei Diener von allen

Gebet: Herr, ich bin darauf angewiesen, dass mir andere dienen, wenn ich in Not bin. Gib auch mir die Kraft, für die dazusein, die mich brauchen so wie auch du für sie und für mich da bist. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 12. Juni 2019

Schweinefleisch und Mäuse hl

LosungIch will einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, wo man nichts von mir gehört hat; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen. Jesaja 66,19 

Lehrtext: Jesus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Matthäus 28,18-20 

Liebe Leserin, lieber Leser,

soll man entsetzt sein oder nachsichtig lächeln über den Eifer jenes Unbekannten (Tritojesaja?), der die nachfolgenden Sätze im Jesajabuch geschrieben hat, aus denen die heutige Losung kommt?: 
     Siehe, der HERR wird kommen mit Feuer, dass er vergelte im Grimm seines Zorns und mit Schelten in Feuerflammen. Denn der HERR wird durchs Feuer richten und durch sein Schwert alles Fleisch, und die vom HERRN Getöteten werden viele sein. Die Schweinefleisch essen, gräuliches Getier und Mäuse, die sollen miteinander weggerafft werden, spricht der HERR. Ich kenne ihre Werke und ihre Gedanken und komme, um alle Völker zu versammeln, dass sie kommen und meine Herrlichkeit sehen. Und ich will einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, wo man nichts von mir gehört hat; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen.  (Jesaja 66,15-19)
     Ich möchte diesem eifernden Schreiber mit Nachsicht und Verständnis begegnen. Aus seinen Worten spricht verletzter Stolz und ein starkes Minderwertigkeitsgefühl. Er versucht beides mit einer künstlichen Überheblichkeit auszugleichen, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Er versteigt sich in Gewaltphantasien gegenüber denen, die mächtiger waren als sein kleines und ohnmächtiges  Volk Israel. Problematisch aber wird es, wenn er dafür auch noch Gott in Anspruch nimmt. Er soll für ihn das tun, wozu er selbst zu schwach und unbedeutend ist. Gott selbst soll für ihn richten und vernichten, wegraffen und umbringen. Das wäre dann Gottes "Herrlichkeit", die man den Heiden unter die Nase reiben könnte.
     Gott sei Dank haben die Israeliten wie auch ihre Nachfahren, die Juden, auf solch aggressiv motivierte Missionierung weitgehend verzichtet. Anders die Muslime und Christen, die sich in ihrem Missionseifer manches Mal schlimmster Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben. So können sich Letztere bei ihren gewaltsamen Aktionen gegen Afrikaner und die Ureinwohner Amerikas mitnichten auf das Jesus-Wort im heutigen Lehrtext berufen. Denn wenn es da heißt, "lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe", so meint Jesus damit zuallererst das Gebot, Gott und den Nächsten zu lieben wie sich selbst - besonders aber die Fremden, die "Heiden" und die Feinde (siehe Matthäus 5, 44-48, das wichtigste und am wenigsten beachtete Gebot Jesu und der ganzen Bibel). Mögen wir uns bei diesem Gebot auch winden wie ein Aal, wir kommen ihm nicht aus.
     Soll man denn dann überhaupt "missionieren", also zum Glauben an Jesus Christus einladen? Ich meine schon, aber eben einladen und nicht zwingen. Und am besten lädt man andere - auch in unserem Land - zum Glauben und Gottvertrauen durch das eigene, positive Beispiel ein. Das ist der Weg, zu tun, was Jesus im heutigen Lehrtext sagt.

Gebet: Herr Jesus, du hast Gottes Liebe verkündigt und gelebt. Und wir? Wir müssen ständig mit unseren negativen Gefühlen und Gedanken kämpfen, mit Missgunst und Angst, Aggression und Hass, mit unseren Minderwertigkeitskomplexen und unserer Überheblichkeit. Erlöse uns davon. Erlöse uns von dem Bösen und heile uns mit deiner Liebe. Schenke uns den Geist von Pfingsten, den Geist der Freiheit und Versöhnung, den Geist der Barmherzigkeit und des Friedens. So können wir dir nachfolgen und auch andere zum Glauben einladen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 11. Juni 2019

Woran denkst du? hl

Losung: Der HERR kennt die Gedanken der Menschen: Sie sind nur ein Hauch! Psalm 94,11 

Lehrtext: Christus möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung. Philipper 3,10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

was denkst du? Was beschäftigt dich zur Zeit in deinen Gedanken? Auch wenn es vielleicht nicht einfach ist, hast doch auch du die Fähigkeit, über deine eigenen Gedanken nachzudenken. Und du hast die Möglichkeit, deine Gedanken zu lenken. Hast du schöne Gedanken, so bleibe dabei. Sind deine Gedanken aber finster oder auf Negatives fixiert, so versuche, auf andere Gedanken zu kommen.
     Mir helfen dabei diese Gedanken: „Nein, ich will mich jetzt nicht selbst fertig machen. Ich werde mich jetzt von meinen negativen Gedanken lösen, gebe sie an Gott ab und denke an das, was in meinem Leben trotz allem gut ist und wofür ich dankbar sein kann.“
     Manchmal aber, wenn Probleme zu lösen sind, muss ich auch an das hindenken, was unangenehm und schwierig ist. Manchmal muss ich einen bestimmten Sachverhalt gedanklich durchdringen wie eine Mathematik-Aufgabe oder ein Schach-Problem. Dann darf ich mich nicht ablenken. Dann muss ich mir darüber Gedanken machen, wie ich zu einem positiven Ergebnis komme.
     Aber alles hat seine Zeit: Probleme lösen, hat seine Zeit und sich von Problemen lösen, hat seine Zeit. Unangenehmes auszuhalten hat seine Zeit. Aber auch suchen und erleben, was angenehm ist, hat seine Zeit. Und auch das hat seine Zeit, mir klarzumachen, dass so oder so Gott an mich denkt. Er sagt von sich: »Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über dich habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich dir gebe Zukunft und Hoffnung.« Jeremia 29,11
     In einem Lied heißt es: „Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du.“ Er hat dich gedacht, bevor jemand anderes an dich gedacht hat. Und er wird auch dann noch an dich denken, wenn alle deine Gedanken verweht sind wie ein Hauch (Losung) und sonst niemand mehr an dich denkt. Dass ich das so sagen kann, dafür steht Jesus Christus. Je mehr ich ihn erkenne, desto mehr erkenne ich Gott (Lehrtext) und mich selbst.

Gebet: Herr, du weißt was ich denke. Du kennst meine Gedanken von ferne. Du kennst sie, noch bevor sie mir selbst bewusst werden. Lenke du meine Gedanken in deinem Sinn und hilf mir, dass auch ich sie lenken kann auf dich und auf die, denen es gut tut, wenn ich an sie denke. Denke an mich noch in meinem Grab. Denke an mich in deinem Reich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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