Mittwoch, 5. März 2014

passgenau hl

Losung: Wenn sie auch wider dich streiten, werden sie dir dennoch nichts anhaben können; denn ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dich errette. Jeremia 1,19

Lehrtext: Die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten danach, wie sie Jesus umbrächten. Sie fürchteten sich nämlich vor ihm; denn alles Volk verwunderte sich über seine Lehre. Markus 11,18

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Wenn sie auch wider dich streiten« – nein, ohne Streit geht es im Leben leider nicht ab. Viel Streit ist überflüssig. Mancher aber ist nötig. So hat Jesus mit den Priestern, Schriftgelehrten und Pharisäern – das sind heute die Bischöfe, Pfarrer, Theologieprofessoren und angesehenen Leute in der Kirche – immer wieder gestritten. Nicht, weil er ein Rechthaber war, sondern um uns Menschen willen, damit wir nicht unter einem falschen Gottesbild leiden und in unsinnigen religiösen Gesetzen gefangen sind. So ähnlich ging es auch den biblischen Propheten wie Jeremia, aus dessen Buch die heutige Losung stammt. Und Jesu Gegner haben ihm das nicht verziehen, dass er ihnen nicht recht gegeben hat. Sie fühlten sich von ihm in ihrer Würde und Macht herausgefordert. Sie meinten, diese mit Zähnen und Klauen, mit Mord und Totschlag verteidigen zu müssen (Lehrtext), auch deswegen, weil – Neid, Neid - seine Worte bei „allem Volk"  tiefen Eindruck hinterließen.
Die Worte seiner Gegner sind vergangen wie Schall und Rauch. Seine Worte aber sind geblieben. Sie fordern auch heute noch die Autoritäten in Gesellschaften Kirche heraus. Sie fordern auch mich heraus, mein Leben zu überdenken und manch lieb gewordene Anschauung, manches Urteil und Vorurteil und manche Verhaltensweise aufzugeben.
Der Glaube an Jesus Christus und unsere „Kultur",  unsere Werte, unsere Maßstäbe, unsere Vorstellungen davon, wie man in diesem Leben zurechtkommt, sind nicht kompatibel, nicht passgenau. Wo der Glaube auf diese „Kultur" trifft, kommt es zu Spannungen, kommt es zum Konflikt. Das gutbürgerliche Leben in Deutschland im 21. Jahrhundert ist nicht das Leben, zu dem Christus uns herausfordert. Ich weiß, das wollen viele, die sich für gläubig halten, nicht wahrhaben. Sie meinen, es sei schon alles richtig, wenn sie alles richtig machen würden, richtig nach den Maßstäben dieser Gesellschaft. Richtig in dem Sinn, dass man bei den Menschen angesehen ist. Aber ist das auch das Richtige? Ist es das, was Gott will von dir und von mir? Nachdenken über die Bibel – auch Losung und Lehrtext heute bieten dazu wieder reichlich Gelegenheit.

Gebet: Herr, damals, als sie dir nach dem Leben trachteten, wie hätte ich mich da wohl verhalten? Gott sei Dank, blieb es mir erspart, die falsche Entscheidung zu treffen. Aber heute, da du mich aufs Neue herausrufst, auf dein Wort zu achten und dir nachzufolgen, muss ich mich entscheiden. Die Folgen sind nicht immer angenehm, das ist mir schon klar. Aber will ich denn eigene Wege gehen, ohne dass du dabei bist? Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

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