Donnerstag, 16. Mai 2019

Ohne Demut keine Zukunft hl

LosungDes HERRN Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus. Jesaja 28,29 

Lehrtext: Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden«? Matthäus 21,42 

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Tief ist der Brunnen der Vergangenheit; sollte man ihn nicht unergründlich nennen?« (Thomas Mann). In vorgeschichtlicher Zeit war es, als der Mensch aus Wildgräsern Getreide züchtete und Wildtiere zu Haustieren domestizierte. Seit Menschengedenken werfen Bauern Saat in die Erde, dreschen sie die Halme, sammeln die Körnerfrucht und ihre Frauen backen daraus Brot. Seit Menschengedenken dankt man dafür den Göttern in allen Ländern, auf verschiedene Weise. Seitdem Menschen zurückdenken können, haben sie ein Gespür und eine Ahnung davon, dass es ein Wunder ist, wie sie von der Natur beschenkt werden, und dass Saat und Ernte etwas Heiliges sind. Und so glaubten sie in früheren Zeiten auch, dass die Götter ihre Vorfahren gelehrt haben, wie man sät und erntet, wie man sich mit seiner Hände Arbeit vom Boden ernährt. Davon spricht auch die Bibel in den Versen, die der heutigen Losung vorangehen:

    »Passt auf und hört gut zu, was ich euch sage: Pflügt ein Bauer vor der Aussaat etwa mehrmals sein Feld? Geht er jeden Tag wieder mit der Egge darüber? Nein! Sobald er den Acker einmal vorbereitet hat, sät er alles Mögliche an: Dill und Kümmel, dann Weizen, Hirse und Gerste, jedes an seinem bestimmten Platz, und schließlich am Rand des Feldes noch Dinkel. Er weiß genau, was zu tun ist, denn sein Gott hat es ihn gelehrt. Dill und Kümmel wird er nicht wie Getreide mit einer schweren Walze ausdreschen, sondern mit einem Stock klopft er die Samen sorgfältig aus. Und das Getreide – wird es etwa schonungslos zermalmt? Nein, natürlich nicht! Der Bauer drischt es nicht länger als nötig. Er lässt zwar seine Zugtiere die schwere Dreschwalze darüberziehen, doch er achtet darauf, dass die Körner nicht zerquetscht werden. Auch das hat er von Gott gelernt. Denn der Herr ist ein weiser und wunderbarer Ratgeber.« (Jesaja 28,23-29) 

     Heute haben wir die industrielle Landwirtschaft, da ist nichts mehr heilig, weder Boden noch Tiere. Da geht es in der Hauptsache darum, so viel rauszupressen und abzuräumen wie möglich, so viel Profit zu machen wie es nur geht. Inzwischen könnte jeder wissen, welche Folgen das hat... Nur manchmal dämmert es alten Bauern, dass da doch noch etwas anderes war. Dass man einmal demütig und dankbar war vor seinem Gott gesungen hat:

Er sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein
und wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein.
Und bringt ihn dann behende
in unser Feld und Brot:
es geht durch unsre Hände,
kommt aber her von Gott.

     Doch das Gespür dafür, was Gott tut, kommt uns heute immer mehr abhanden. Wir selbst bilden uns ein "die Herren des Universums" zu sein, wie die Investmentbanker vor der letzten Finanzkrise lauthals gegrölt haben. Als dann die Börsenkurse abstürzten und Banken zusammenbrachen, sind einige von ihnen aus den Fenstern ihrer Wolkenkratzer gesprungen.
     Wir sind im Universum winziger als ein Staubkorn. Was wir tun, stört die Gesetze des Himmels nicht. Wir können uns selbst in den Untergang stürzen und den größten Teil des Lebens mitreißen. Deshalb geht am nächsten Tag trotzdem die Sonne auf und der Mond beleuchtet nachts die verwüstete Erde.
     Noch hat unser einzigartiger, blauer Planet Zeit, sich gründlich von der Krankheit „Mensch“ zu erholen. Noch einmal wird er vier Milliarden Jahre um die Sonne kreisen, und Gott wird aus den Ruinen neues Leben wachsen lassen, und nichts, gar nichts wird mehr an den Menschen und seine Taten erinnern. So ist es wahrscheinlich. Alles andere aber wäre ein Wunder. Hoffen wir auf den, der Wunder tut, dass wir Menschen demütig werden und nicht zu spät zur Besinnung kommen.

     Am Gespür, was Gott tut, hat es auch den politischen und religiösen Führern zur Zeit Jesu gefehlt. Man hat ihn verurteilt und verworfen wie einen unbrauchbaren Baustein. Doch Gott, so sagt es der Lehrtext, hat ihn zum wichtigsten, zum Schlussstein für sein Gewölbe gewählt, für sein Heil, das er über uns Menschen errichtet hat. Und das ist auch die letzte Hoffnung, die mir bleibt: Tod und Verderben haben nicht das letzte Wort. Gott selbst wird durch Jesus Christus vollenden, was er begonnen hat. Wie, das bleibt sein Geheimnis. Mir soll genügen, dass er es tun, dass er selbst den Schlussstein setzen wird.

Gebet: Herr, wir haben vom Baum der Erkenntnis gegessen und können uns entscheiden zu tun, was gut und böse ist. Wir haben uns zu Herren über uns selbst aufgeschwungen und lassen nichts gelten, was über uns ist. Doch ohne Demut vor dir, ohne Behutsamkeit mit dem feinen Gespinst des Lebens, das du über die Erde gebreitet hast, stürzen wir unsere eigenen Kinder ins Verderben. Herr, erbarme dich!

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog<http://glaubenswachstum.blogspot.com/
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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