Donnerstag, 8. Februar 2018

Zur Ruhe kommen hl

Losung: Sie sollen sicher wohnen, und niemand soll sie schrecken. Hesekiel 34,28 

Lehrtext Es ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. Hebräer 4,9 

Liebe Leserin, lieber Leser,

meine Tochter und ihr künftiger Mann kaufen sich gerade eine Haushälfte. Am Wochenende haben sie mir stolz Fotos gezeigt. Endlich ist die nervenaufreibenden Suche vorbei. Jetzt wissen sie, wo sie mit ihrem Baby bald wohnen werden. Und da es ihr Eigentum sein wird (naja, erst einmal gehört die Haushälfte ziemlich lang der Bank), kann man sie auch nicht mit einer Kündigung schrecken. Aber werden sie wirklich sicher wohnen, wie es in der Losung heißt? Natürlich hoffe ich das mit ihnen. Nur, was ist schon sicher? In diesem Haus wohnte bisher auch eine Familie. Es war ihr Eigentum. Jetzt aber müssen sie es verkaufen und ausziehen, weil sich die Eltern scheiden lassen.
     Manchmal wird das Leben von außen bedroht und Menschen müssen den Ort verlassen, an dem sie bisher sicher gewohnt haben, weil in ihrem Land Krieg und Bürgerkrieg herrschen. Manchmal wird das Leben von innen bedroht, wenn Unfrieden die Herzen beherrscht und die Kraft zur Versöhnung fehlt. Immerwährende Sicherheit kann in dieser Welt und Zeit niemand garantieren.
     Was die äußere Sicherheit betrifft, so gehöre ich zur ersten Generation, die eine so lange Zeit in Frieden und Wohlstand leben darf. Das hat es vorher noch nie gegeben. Noch nie. Das ist alles andere als selbstverständlich und auch wenig wahrscheinlich, dass es so bleibt. Natürlich wünsche ich auch meinen Kindern und Enkeln eine so lange und sichere Zeit. Doch mit Wünschen kann ich sie nicht schaffen. Bei allem, wo jeder von uns für Frieden und Sicherheit in Kleinen wie im Großen Verantwortung übernehmen kann, bleibt es doch Gott, der die Verheißung in der heutigen Losung erfüllt. Sie hat einst den Israeliten gegolten. Aber Gottes Verheißungen sind nicht vergänglich. Auf sie darfst auch du dich und darf auch ich mich berufen und darum bitten, dass er sie auch für uns erfüllen möge.
     Der Lehrtext spricht von der Ruhe, in die einmal alles münden soll so wie die reißenden und wilden Flüsse aus dem Himalaya im Stillen Ozean zur Ruhe kommen. All die Aufregungen in einem Menschenleben, Konflikte und Streit, zu Tode betrübt sein und himmelhoch jauchzend, gehetzt und gestresst, unruhige Nächte und sorgenvolle Tage... das alles soll zur Ruhe kommen. Augustinus, der im vierten Jahrhundert nach Christus gelebt hat, hat das auf den Punkt gebracht: »Unruhig ist unser Herz, Herr, bis es Ruhe findet in dir.« Wirkliche Ruhe, wirklicher Friede – bleibt eine Sehnsucht, die nur Gott stillen kann.

Gebet: Herr, in diesem Leben kann ich immer nur kurz Ruhe finden, wenn ich mir Zeit nehme, still zu werden und zu dir zu beten, wenn ich mir Zeit nehme, die Wunder deiner Schöpfung zu betrachten oder mich in Musik zu versenken. Deine große Kraft, mit der du mir hilfst, kommt aus deiner Ruhe, die niemand stören kann. Wo du bist, werde ich ruhig. Darum komm zu mir. Stille in mir den Sturm der Sorgen, besänftige meine Gefühle und Gedanken und schenke mir deinen Frieden. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. 
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, je ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer umfangreichen Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte das Glaubenswachstum am stärksten fördert. 
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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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