Donnerstag, 1. Februar 2018

Mehr trinken! hl

LosungSie litten keinen Durst, als der HERR sie leitete in der Wüste. Er ließ ihnen Wasser aus dem Felsen fließen. Jesaja 48,21 

LehrtextWen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. Offenbarung 22,17 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich bekenne, ich trinke zu wenig. Auf die täglichen zwei bis drei Liter Flüssigkeit, die von Medizinern empfohlen werden, komme ich nicht. Wahrscheinlich kriege ich deshalb immer mehr Falten. Aber, Gott  sei Dank, besteht keine Gefahr, dass ich in unserem Land verdurste. Wir haben Wasser genug. Durch unseren Garten fließt der Mühlbach. Die Schlossweiher sind einen Katzensprung entfernt. Und die Altmühl fließt in wenigen hundert Metern gemächlich dahin. Nein, an Wasser mangelt es uns wirklich nicht. Und darum muss Gott für mich auch nicht Wasser aus einem Felsen fließen lassen (Losung). Aber »das Wasser des Lebens«? Kriegt meine Seele davon genug? Oder droht sie zu vertrocknen und zu verschrumpeln? 
     Das Wasser, das ich trinke besteht aus der Verbindung von zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom H2O. Aber woraus besteht das Wasser des Lebens? Ich finde die Antwort am Jakobsbrunnen, wo Jesus mit einer samaritanischen Frau redet und sagt: »Wer vom Wasser dieses Brunnens trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten. Es wird in ihm zur Quelle, die ins das ewige Leben quillt.« Auch dieses Wasser besteht, um im Bild zu bleiben, aus Verbindungen: aus Vertrauen, Zuversicht und Frieden. Und davon reichen mir keine zwei oder drei Liter. Von diesem Wasser möchte ich ganz erfüllt werde wie eine Schale, die überfließt und so von ihrem Inhalt an andere weitergibt. Ja, das wünsche ich mir. Dann würde ich ein in jeder Hinsicht erfülltes Leben führen.
     Das "Wasser des Lebens" aber begegnet mir, wie jener Frau am Jakobsbrunnen, in der Person Jesu. Lebt er in mir, so lebe ich von ihm, von Zuversicht, Vertrauen und Frieden. Er selbst ist ja dieses 'Wasser des Lebens' und schenkt sich mir einfach so.
     Soweit so gut. Doch nun muss ich noch ein "Aber" hinterher schicken. Automatisch geht da nichts. So wenig, wie sich der gewöhnliche Durst in mir automatisch löscht, so wenig löscht sich auch der Durst nach Zuversicht, Vertrauen und Frieden von selbst. In beiden Fällen muss ich den Durst spüren, zur Quelle gehen und trinken.
     Ja, ich trinke zu wenig. Deshalb lebe ich trotzdem. Aber mehr Flüssigkeit würde mir gut tun. Ich spüre oft den Durst nicht. Darum stelle ich mir ein leeres Glas auf den Nachttisch, um ans Trinken erinnert zu werden. Es tut meinem Körper einfach nicht gut, wenn er während der Nachtstunden an Wassermangel leidet. 
     Auch meine Seele braucht so ein paar Erinnerungshilfen. Die vielleicht wichtigste ist die Gewohnheit. Ich habe mich daran gewöhnt, morgens, vor dem Essen und vor dem Schlafengehen zu beten. Da "trinke" ich dann Vertrauen, Zuversicht und Frieden. Und dann habe ich es mir auch angewöhnt, täglich Losung und Lehrtext zu lesen und mir dazu Gedanken zu machen. Das hilft mir gegen den Seelendurst. Und hin und wieder nehme ich auch in einem Gottesdienst einen kräftigen Schluck.

Erweise dich als Schale 
und warte, bis du gefüllt bist.
So gibst du weiter, was überfließt,
ohne selbst zu verlieren.

Lerne nur aus der Fülle zu geben
und wolle nicht freigebiger sein als Gott.
Erst füllen, dann ausgießen.
Gütige, kluge Liebe läuft über,
nicht aus.

Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei arm wirst.
Geh gut mit dir selbst um,
dann bist du anderen gut.
Hilf mir aus deiner Fülle.
Doch leidest du Mangel, so schone dich.

(nach Bernhard von Clairvaux, 1090-1153, rev. HL)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, je ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer umfangreichen Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte das Glaubenswachstum am stärksten fördert. 
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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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