Donnerstag, 22. Februar 2018

Garantie oder Absichtserklärung? hl

Losung: Sollte Gott etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten? 4.Mose 23,19 

LehrtextJesus sprach zu Petrus: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Matthäus 14,31 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie ist das mit dem Eheversprechen auf dem Standesamt? Eine bayerische Kommune gibt auf ihre Website dazu folgende Informationen:
     Die Standesbeamtin/Der Standesbeamte wird einzeln und nacheinander an die Eheschließenden zum Beispiel folgende Frage stellen: “Wollen Sie, Herr X mit Frau Y die Ehe eingehen? - dann antworten Sie bitte mit „Ja”. Nun meine Frage auch an Sie, Frau Y - wollen Sie mit Herrn X die Ehe eingehen? - dann antworten Sie bitte ebenfalls mit „Ja”.
Anders als bei der kirchlichen Trauung müssen Sie beim Standesamt keine langen Sätze oder Trauformeln auswendig lernen und nachsprechen - Ihr deutliches "Ja" genügt
.
    Wofür genügt das „Ja“? Zu nächst einmal nur dafür, dass eine nach staatlichem Recht verbindliche Ehe geschlossen wurde, die nur wieder durch Gerichtsentscheid aufgehoben werden kann. Aber genügt das „Ja“ auch für ein jahrelanges, jahrzehntelanges Zusammenleben? Manche schaffen das. Manche nicht. Menschen können sich keine Garantie geben. Sie können nur eine Absichtserklärung abgeben. Denn was sie reden, werden sie nicht auf alle Fälle tun. Und was sie  sagen, nicht auf alle Fälle halten. Deshalb ergänzen die bereits standesamtlich verheirateten Eheleute bei der kirchlichen Trauung ihr „Ja“ mit der Bitte: „Mit Gottes Hilfe“. Dahinter steht die Erfahrung, dass uns ohne seine Hilfe oft genug die Kraft fehlt, das zu tun, was wir sagen und das zu halten, was wir reden.
     Bei Gott ist das anders. Bei ihm heißt ja ja und nein nein. Was er zusagt, hält er und tut, wovon er spricht. So sagt es die Bibel. Aber stimmt das auch? Denke doch mal an deine Erfahrungen zurück, an das, was du bisher erlebt hast. Hat Gott dir gegenüber alle seine Zusagen gehalten?
     Mir hat er jedenfalls nicht das Blaue vom Himmel versprochen und auch nicht das Paradies auf Erden. Kein Leben ohne Leid und ohne Schmerz, ohne Enttäuschung und ohne Niederlagen. Aber er hat mir versprochen, mich auf allen meinen Wegen zu behüten, mit mir übers Wasser zu gehen, wenn die Stürme der Angst wehen und sich die Wogen des Leids auftürmen. Mir hat er versprochen, dass mir nichts mangeln wird, aber auch dass er im finsteren Tal bei mir ist. 
     Alles in allem habe ich ein gutes und, wie ich meine, gesegnetes Leben. Aber im Paradies lebe ich deswegen auch nicht. Manch schmerzliche Enttäuschung blieb mir nicht erspart und manchmal habe ich sie mir auch selbst eingebrockt. Aber zu seinen Zusagen ist Gott gestanden. Natürlich frage ich mich, ob das auch in Zukunft so bleiben wird (vergleiche Lehrtext). Aber eigentlich ist eine solche Frage Quatsch. Was soll ich mich mit dem belasten, das ich nicht weiß? Das aber weiß ich, dass Gott mir bisher treu war und auch jetzt treu ist. Warum sollte er das auch nicht morgen sein? Und das weiß ich ebenfalls, dass ich auch ihm treu sein möchte. Wie gesagt, eine Garantie kann ich ihm dafür nicht geben. Es ist nur eine Absichtserklärung. Und ich brauche ihn selbst dazu, dass ich diese Absicht in die Tat umsetzen kann.
 
Gebet: Herr, auf dein Wort kann ich mich verlassen und das tue ich auch. Ich bin froh, dass ich nicht nur meine guten Absichten, meinen guten Willen habe und auch nicht nur angewiesen bin auf den guten Willen meiner Mitmenschen, sondern dass du wirkst und tust, was du für mich im Kleinen und die Welt im Großen im Sinn hast. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, je ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer umfangreichen Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte das Glaubenswachstum am stärksten fördert. 
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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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