Montag, 5. Februar 2018

Wie ich die Bibel verstehe hl

Losung: Betrachte das Buch des Gesetzes Tag und Nacht, dass du es hältst und tust in allen Dingen. Josua 1,8 

Lehrtext:  Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Lukas 11,28 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ist die Bibel eine Bauanleitung, ein Handbuch dafür, wie man als gläubiger Mensch denken und leben soll? (Losung) Für orthodoxe Juden hat das Alte Testament diesen Stellenwert, für Muslime der Koran. Für bestimmte christliche Gruppen ist das buchstäbliche und wörtliche Verständnis der Bibel von ähnlicher Bedeutung.
Eine Bauanleitung muss man bis ins letzte Detail befolgen, damit der Schrank, den man baut, nicht gleich wieder zusammenfällt. Und die Bibel?
     Radikale Atheisten lehnen die Bibel ab, weil sie viele Beispiele anführen können, die nach menschlicher Erfahrung, Wissenschaft und Logik einfach so nicht stimmen können. Sie verwerfen das Ganze, weil sie das Detail nicht verstehen. Somit ist die Bibel für sie ein Märchen- und Lügenbuch. Ein beliebtes Beispiel, das sie anführen, ist Josua 10,12+13:
Damals redete Josua mit dem HERRN an dem Tage, da der HERR die Amoriter vor den Israeliten dahingab, und er sprach in Gegenwart Israels: Sonne, steh still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon! Da stand die Sonne still und der Mond blieb stehen, bis sich das Volk an seinen Feinden gerächt hatte. So blieb die Sonne stehen mitten am Himmel und beeilte sich nicht unterzugehen fast einen ganzen Tag. Ein anderes Beispiel ist 2. Könige 20,8-11, als der Schatten rückwärts wanderte. 
     Christliche Gruppen mit einem wortwörtlichen Bibelverständnis ziehen sich so aus der Affäre, dass sie in diesen und anderen Fällen sagen: Wir wissen nicht, wie Gott das gemacht hat. Aber wir glauben, dass er auch das kann, weil er der Allmächtige ist. Und dann sind sie stolz, was sie alles glauben und dass sie sich auf diese Weise von der bösen, ungläubigen Welt abheben. 
   Die einen also sagen, das kann einfach nicht sein, weil es der Vernunft widerspricht. Die anderen sagen, das muss so sein, weil es in der Bibel steht. Und was ist damit gewonnen? Hängt denn mein Glaube von solchen Bibelstellen ab? Dann wäre der Glaube zu einem bloßen Prinzip verkommen, wo es um ein Fürwahrhalten von Sätzen geht. Er hätte dann nichts mehr damit zu tun, dass es im Glauben um mein persönliches Vertrauen auf den lebendigen Gott geht, der sich mir in Jesus zeigt. 
     Wie aber sind dann die Bibelworte vom merkwürdigen Verhalten von Sonne und Mond zu verstehen? Auch wir heute drücken uns auf ähnliche Weise aus. Wenn für bestimmte Menschen etwas ganz Besonderes geschieht, sagen sie zum Beispiel wie in jener Geburtsanzeige: »Für einen Moment hielt der Himmel den Atem an und ein neuer Stern erstrahlte.« Als im August 1961 in Berlin die Mauer gebaut wurde und sich die Westmächte und die Sowjetunion auf Schussweite ihrer Panzer gegenüberstanden, hieß es damals, dass „die Welt den Atem angehalten“ habe. Wir alle wissen, dass weder der Himmel noch die Welt atmen geschweige denn den Atem anhalten. Und wir verstehen, dass mit diesem Bildwort die enorme Bedeutung des jeweiligen Ereignisses hervorgehoben werden soll. Und genau das haben auch die Verfasser der biblischen Königsbücher und des Buches Josua getan.
     Nein, ich darf manche Bibelworte nicht wörtlich verstehen und muss die zahlreichen Gebote und Gesetze des Alten Testaments nicht "in allen Dingen tun". Welche Frau hält sich denn heute noch an die Weisung von Apostel Paulus in 1. Korinther 11,10: »Die Frau soll im Gottesdienst eine Kopfbedeckung tragen als Zeichen dafür, dass sie dem Mann untersteht«?
     Darum geht es im Glauben nun wirklich nicht. Das sind äußerliche Sitten aus bestimmten Zeiten und Gegenden, die heute so sein können und morgen wieder anders. Worum es aber geht, sagt der heutige Lehrtext. Wir hören das Wort Gottes, egal um welches Bibelwort es sich handelt, dann, wenn aus ihm Jesus spricht, wenn es mit ihm, seinen Worten, Taten und seinem Leben vereinbar ist. Alles andere ist vielleicht interessant und nützlich zu lesen. Aber das Wort Gottes ist es nicht. Das behaupte nicht ich, das sagt die Bibel selbst (Johannes 1, 1-14) Präzisiert wurde dies in der sogenannten Barmer Erklärung aus dem Jahr 1934, in der es heißt: »Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.«
     Das überzeugt mich und daran halte ich mich. Daraufhin lese und prüfe ich auch die Bibel. Daran orientiere ich mich in meinem Glauben. 

Gebet: Herr Jesus Christus, du bist es, der mir den Vater zeigt. In dir kommt er zu mir. In dir enthüllt er sein Wesen. Durch dich vertraue ich dem barmherzigen und gnädigen Gott, der seine Geschöpfe liebt und damit auch mich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


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