Montag, 20. Dezember 2021

Unfassbar wunderbar hl

Losung: Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. Jesaja 45,12

Lehrtext: Er kam in sein Eigentum. Johannes 1,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

dass es die Erde und erst recht uns Menschen gibt, ist naturwissenschaftlich gesehen so unwahrscheinlich, dass niemand das vorhergesehen oder vorausberechnet hätte. Nun ist das noch kein Gottesbeweis, weil es einen solchen objektiv nicht gibt. Aber für mich persönlich ist auch das ein überzeugender Grund zu glauben. 

Und da hilft mir neben der Bibel und glaubwürdigen Menschen nicht zuletzt die Wissenschaft von der Evolution. Sie zeigt auf, wie vom Urknall an alles auseinander hervorgeht und unfassbar fein aufeinander abgestimmt ist. Nur so konnte es geschehen, dass wir auf dem Planeten Erde leben können. Das ist, grob gesagt, so wahrscheinlich, als hättest du viele Male hintereinander sechs Richtige im Lotto mit Zusatzzahl.

Du bist seit Anfang der Welt möglich gewesen

Und diese Möglichkeit war schon im allerersten Augenblick des Urknall gegeben. Anders gesagt, die Möglichkeit deiner und meiner Existenz ist schon 13,8 Milliarden Jahre alt und mit unserer Zeugung Wirklichkeit geworden. Unfassbar!

In den Worten des Glaubens sage ich: Unser beider Dasein ist von Gott von Ewigkeit her beschlossen. Es war und ist sein Wille, dass wir in dieser Zeit auf diesem Planeten leben. Mehr Glück geht eigentlich nicht. Jetzt ist es unsere Menschensache, dass wir in der kurzen Zeit gut miteinander auskommen und uns gemeinsam des Gottesgeschenks "Leben" freuen.

Aber wie beschränkt bin ich eigentlich, wenn ich das alles für selbstverständlich nehme? Wenn ich mich immer wieder mal ärgere, Konflikte habe, unzufrieden, gestresst und schlecht gelaunt bin und auf das Negative starre, statt mich über das viele Positive zu freuen?

Meine Lebenszeit läuft nun aus, und da erkenne ich in zunehmendem Maße, wie schön diese Welt ist, die ich in nicht allzu ferner Zukunft verlassen muss. Sie ist Eigentum des dreieinigen Gottes, ist seine schöne Welt. Es kommt nur auf meine Augen und meinen Glauben an, sie so zu sehen. Und darum sage ich mit dem berühmten Astronomen Johannes Kepler:

Gebet: Groß ist unser Herr und groß seine Macht und seiner Weisheit kein Ende!
Lobt ihn, Sonne, Mond und Planeten, in welcher Sprache immer euer Loblied dem Schöpfer erklingen mag!
Und du, meine Seele, singe die Ehre des Herrn dein Leben lang!
Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge, die sichtbaren und unsichtbaren.
Ihm allein sei Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
(Johannes Kepler 1571-1630)

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr



Sonntag, 19. Dezember 2021

Gebet eines Zweifelnden hl

Losung: Es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen! Psalm 105,3

Lehrtext: Freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet Frieden! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. 2. Korinther 13,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

es freue sich dein Herz (Losung), dass du Gott nicht erst noch suchen musst, sondern längst von ihm gefunden bist. Und wenn du jetzt fragst: "Wie und wo begegne ich ihm denn?" Dann versuche mal von heute an bis ins neue Jahr hinein das Folgende zu glauben. Sage ihm mit deinem zweifelnden Herzen:

Gebet eines Zweifelnden

Gott, wenn es dich denn gibt, so lass mich das auch glauben können. Ich möchte lieber dein Geschöpf sein als das Produkt eines gleichgültigen Zufalls ohne Sinn und Ziel. Ich möchte lieber, dass du in den dunklen Schluchten meines Lebens bei mir bist, als dass ich mich allein durch meine Probleme und Ängste kämpfen muss.
     Ich möchte wissen, wem ich für die schönen Dinge in meinem Leben danken kann. Wer mich durch manche Gefahr bis zu dieser Stunde gebracht hat. Wer mir neuen Lebensmut eingeflößt hat, als ich am Ende war. Von wem die Liebe kommt. Wer mir Frieden und innere Ruhe schenken kann. Was ich für mich und meine Familie hoffen darf.
     Und ich möchte einer Macht vertrauen können, die nicht von dieser Welt ist. Die mich nicht enttäuscht. Die es trotz allem, was bitter, schwer und schmerzlich ist, gut mit mir meint und macht.
     Gott, wenn es dich denn gibt, so wünsche ich mir, dass du mehr bist als Energie und Geist. Dass du für mich Gestalt gewinnst und ein Gesicht bekommst, so dass ich dich lieben kann und deine Nähe spüren.
     Man sagt, dass du uns Menschen in Jesus Christus begegnest. Es fällt mir schwer, das zu verstehen und anzunehmen. Aber wenn es so ist, dann gib mir Augen, die dich im Kind in der Krippe sehen und im Mann am Kreuz. Gib mir ein Herz, das dich fühlen und einen Verstand, der dich ahnen kann.
     Ja, ich will es mit dir probieren. Ich will dir in der nächsten Zeit täglich danken für alles, was mir gut tut und mich freut. Will mir Zeit nehmen, um über dich nachzudenken und wie sich mein Leben ändern würde, wenn es wirklich so ist, wie ich glauben möchte. Wenn du wirklich so bist, wie andere sagen, dass du seist.
     Ich möchte dieses Jahr mal so ganz anders Weihnachten feiern als sonst: ruhig, besinnlich, und froh. Möchte aufgeschlossen sein für die Geschichte, dass du selbst in Jesus zu uns auf die Erde gekommen bist, nach ganz unten, in einen Stall, zu den Ärmsten, um ihnen und mir zu sagen: "Freue dich, ich bin für dich da, in den guten Zeiten und noch mehr in den schlechten. Du kannst mir vertrauen". 

Ja, Gott, wenn es dich gibt, so lass mich das auch glauben können. Amen

Einen gesegneten 4. Advent!

Ihr / dein Hans Löhr

Samstag, 18. Dezember 2021

männlich/weiblich/divers

Losung: Gott schuf sie als Mann und Frau und  segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«. 1. Mose 5,2

Lehrtext: Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe! Judas 1,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

m/w/d - männlich/weiblich/divers? Hm, die Welt der Geschlechter ist komplizierter als ich mir lange gedacht habe. Und dass es Homosexuelle gibt, habe ich in meiner behüteten Kindheit auf dem Land auch erst verhältnismäßig spät mitgekriegt. 

m/w/d? Menschen!

Schön, dass Gott uns alle segnet und wir Menschen nicht nur heißen, sondern auch sind (Losung). Ich meine, die sexuelle Orientierung ist nicht sein Problem, sonders unseres, - wenn wir eins  daraus machen. 

Und was Gott selbst betrifft, er hat kein spezifisches Geschlecht so wie seine Geschöpfe. Er ist kein Mann und keine Frau und auch nicht divers. Er ist Gott und kein Mensch. Doch er liebt mich der Bibel zufolge wie ein guter Vater und eine gute Mutter und in Jesus wie ein Bruder und eine Schwester. Anders gesagt, er ist die allumfassende Liebe (1. Joh.), die sich bei seinen Geschöpfen unterschiedlich äußert, ohne dass die eine Weise besser wäre als die andere.

Probleme mit der Sexualität

Warum nur sind manche Christen immer so sehr auf die Sexualität ihrer Mitmenschen fixiert? Haben sie vielleicht ein Problem mit ihrer eigenen? Jeder und jede, auch die Verfasser der biblischen Schriften haben ihre je eigenen Probleme mit sich und der Welt. Es wäre besser, wir würden versuchen, im Glauben selbst damit klarzukommen als sie anderen aufzuhalsen. Darum will ich auch in diesem Fall mit dem Lehrtext bitten:

Gebet: Gott, du gibst mir viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe. Gib sie mir auch für meine Mitmenschen, wie auch immer ihre sexuelle Orientierung ist, und gib sie ihnen für mich. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr



Freitag, 17. Dezember 2021

Von Delphinen, Liebe und Glückseligkeit

Losung: Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. Klagelieder 3,24

Lehrtext: Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit. 1. Petrus 1,8-9

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich habe mich in den letzten Tagen am Roten Meer erholt. Sonne, Wärme und Wasser haben mir gut getan, nicht nur meinem Körper, auch meiner Seele. Was mich besonders gefreut hat, war wieder die Unterwasserwelt am Korallenriff. Dieser Reichtum an Formen und Farben bei den Rifffischen und Korallen ist  atemberaubend. 

Nach einem Tauchgang ist unsere Gruppe noch ein paar Meter vom Boot weggeschnorchelt, weil Delphine gesichtet worden seien. Und da waren sie auf einmal um uns herum, 30 bis 40 dieser wunderbaren Lebewesen. Ich wusste gar nicht, wo ich in dem Getümmel zuerst hinschauen sollte. Doch inmitten der spielenden Delphine fühlte ich mich glücklich wie selten. Und ich spürte eine große Dankbarkeit. Reich beschenkt kehrte ich schließlich wieder zum Boot zurück.

Geteilte Freude, geteiltes Leid

"Der Herr ist mein Teil", sagt die Losung. Meine Übersetzung dieses Wortes heißt: "Ich will mein Leben mit meinem Gott teilen." Ich will meine Freude mit ihm teilen, dann erlebe ich sie doppelt. Ich will mein Leid mit ihm teilen, dann hilft er mir tragen. Immer gelingt mir das nicht. Aber immer wieder. 

Nein, auch ich habe Gott, habe Jesus nicht mit meinen Augen gesehen (Lehrtext). Aber das muss ich auch nicht. Hauptsache, er sieht mich. Das glaube ich. Und auch darin kann ich dem Lehrtext zustimmen, dass ich ihn liebe. Und warum? Weil ich mein Leben liebe und seine Welt. 

Auch mein Leben ist nicht immer liebenswert und die Welt schon gleich gar nicht. Aber immer wieder bricht die Schönheit des Lebens durch die Sorgen wie die Sonne durch die Wolken. Und immer wieder zeigt sich die Welt von ihrer schönsten Seite, so, wie Gott sie gedacht hat mit blühenden Blumen an Land und blühenden Korallen im Meer, mit Delphinen und Gazellen, mit farbenprächtigen Schmetterlingen und ebensolchen Rifffischen.

Ja, ja, ich weiß, was man alles dagegen einwenden kann. Ich kenne die vom Menschen gemachten Probleme der Korallenbleiche und das Insektensterben. Aber Stopp, wer nur noch Probleme sieht, wie soll der wissen wie lebens- und liebenswert das Leben und die Welt nach wie vor ist? Und wie liebenswert der, der das alles geschaffen hat?

Glückseligkeit

Ich lasse mir die Liebe nicht verderben aus gutem Grund. Im Lehrtext heißt es dazu: Das Ziel des Glaubens ist Glückseligkeit. Und das gilt nicht nur in einer zukünftigen Welt, sondern hier und jetzt. Deswegen feiere ich Weihnachten. 

Und weil mich die Botschaft des Engels berührt: 'Siehe, ich verkündige große Freude für alle Menschen', auch für dich. Der große Gott kommt in dem Jesuskind zu dir."

Und deshalb sagte ich auch unter Wasser inmitten der Delphine:

Gebet: Herr, ich liebe mein Leben und ich liebe dich. Du bist wunderbar, und wunderbar ist deine Welt. Amen

Herzlichen Gruß!

Ihr / dein Hans Löhr

Donnerstag, 16. Dezember 2021

Oben und unten

Losung: Der HERR, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden. Josua 2,11

Lehrtext: /Jesus spricht:/ Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Matthäus 28,20

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, sich von religiösen Vorstellungen zu lösen, die einem in der Kindheit beigebracht worden sind. Dazu gehört die Vorstellung, dass Gott im Himmel sei, hoch über den Wolken in seinem Himmelreich throne und dass auch ich, wenn ich nur brav genug bin, einmal dahin kommen werde.

Das Wort "Himmel" steht in der Bibel aber meistens für Gott. Die Juden wollten seinen heiligen Namen nicht aussprechen, um sich nicht zu versündigen. Demzufolge heißt "Vater unser im Himmel" eigentlich: "Gott, der du unser Vater bist" und das "Himmelreich" ist das "Reich Gottes".

Er ist selbstverständlich überall: Im kosmischen Himmel (=Universum) ebenso wie im Stall von Bethlehem, im Krankenhaus, im Flieger wie beim Tauchen unter Wasser oder in einer Asylunterkunft. Er ist sogar bei mir - und bei dir sowieso (Losung). Er ist nicht nur im Raum bei uns, sondern auch in der Zeit: "Alle Tage bis an der Welt Ende" (Lehrtext).

Suche ihn also nicht irgendwo über den Wolken, sondern glaube und bedenke: Gott, der dein barmherziger Vater ist,  hat dich längst gefunden. 

Gebet: HERR, ich sitze oder stehe auf, so weißt du es. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. (aus Psalm 139) Amen

Herzliche Grüße im Advent!

Ihr / dein Hans Löhr



Mittwoch, 15. Dezember 2021

Keine hoffnungslosen Fälle hl

Losung: So spricht der HERR: Dein Schaden ist verzweifelt böse, und deine Wunden sind unheilbar. Doch, ich will dich wieder gesund machen und deine Wunden heilen. Jeremia 30,12.16.17

Lehrtext: Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 1. Petrus 2,24

Liebe Leserin, lieber Leser,

"austherapiert" - wenn eine Ärztin das sagt, kann sie einem Patienten nicht mehr helfen. Andere haben von vorneherein eine unheilbare Krankheit. In beiden Fällen können nur noch die Symptome behandelt werden mit Schmerzmitteln oder Spritzen, die für einen begrenzten Zeitraum die Lebensqualität  verbessern.
"Austherapiert" - Gott kennt dieses Wort nicht. Für ihn gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Manchmal wird sogar jemand wieder gesund, den die Ärzte schon aufgegeben hatten.

Krankheit Gottesverlust

Doch in den beiden Bibelworten heute geht es noch um eine andere Krankheit, um den Gottesverlust. Früher glaubte man, Gott würde sich abwenden oder sich sogar gegen einen Menschen wenden, der sich versündigt und schuldig macht. Das Gegenteil ist richtig. Er wendet sich in Jesus den Gottfernen zu und liegt für sie in der Krippe.
Heute ist nicht mehr die Angst, Gott zu verlieren das Problem. Viele können ihn einfach nicht glauben, auf ihn nicht vertrauen. Sie haben kein Interesse, weil sie ihn nicht kennen. 
Gottes Liebe in Jesus könnte ihr Heilmittel sein. Und du und ich, wir könnten die Überbringer sein, jeder auf seine Weise. Denn jeder Mensch hat es "verdient", dass man ihm mit dieser Liebe begegnet. Und keiner ist ein hoffnungsloser Fall.

Gebet: Herr, du gibst niemand auf, gibst niemand verloren. Du bist bei jedem Menschen, auch wenn er das nicht weiß. Niemand muss deshalb glauben. Aber würde es nicht jedem gut tun, wenn er es könnte? Vielleicht wäre es dem einen und der anderen möglich, wenn sie mir dich abnehmen könnte. Doch das geht nur mit dir. Amen

Herzlichen Gruß

Ihr / dein Hans Löhr



Dienstag, 14. Dezember 2021

Gottes Gäste

Losung: Ich bin ein Gast auf Erden. Psalm 119,19

Lehrtext: So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, und kauft die Zeit aus. Epheser 5,15-16

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie sollte sich deiner Meinung nach ein Gast benehmen? Also ich meine, er sollte die Sitten und Gebräuche des Gastgebers respektieren und eher bescheiden und rücksichtsvoll sein als das Gegenteil. Mit einem Wort, er sollte nicht zur Last fallen. 

Alle zusammen sind wir Gottes Gäste auf seiner Erde. Viele wissen das nicht, viele glauben das nicht. Aber du und ich schon. Wir können andere nicht einfach so zu unserem Glauben bekehren. Doch wir könnten ihnen ein Beispiel sein, wie man sich als Gottes Gast auf diesem blauen Planeten benimmt.

Als Gästen gehört uns hier nichts. Gar nichts. Doch wir dürfen uns hier wie Zuhause fühlen für eine begrenzte Zeit. Gott hat uns eingeladen, hier auf seiner wunderbaren Erde zu wohnen. Doch wir haben kein Bleiberecht. Gäste gehen wieder nach einiger Zeit. Wir auch. Dann werden die Gästezimmer für andere frei, die ebenfalls eingeladen sind.

Wir sind seine Gäste und keine Vandalen. Wir achten sorgfältig auf Gottes Eigentum und darauf, wir wir uns benehmen (Lehrtext). Wir machen es nicht kaputt. Das versteht sich von selbst.

"Ich bin ein Gast auf Erden". Doch ich habe eine Heimat, da bin ich kein Gast. Es ist mein Glaube, in dem ich Zuhause bin. Er sagt mir mit der Bibel: Du hast einen barmherzigen Vater. Er umgibt dich von allen Seiten. Du wohnst in ihm und er in dir für immer.

Gebet: Herr, stärke mich im Glauben, dass du mein Zuhause bist, hier schon in der Zeit und in der Ewigkeit. Wo ich auch bin, bist du für mich Dach und Wand und bietest mir Schutz in den Stürmen des Lebens und in der Kälte der Zeit.  Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr





Montag, 13. Dezember 2021

Vom Wert der Geringen hl

Losung: HERR, lass den Geringen nicht beschämt davongehen. Psalm 74,21

Lehrtext: Elisabeths Nachbarn und Verwandte hörten, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr. Lukas 1,58

Liebe Leserin, lieber Leser,

die damals Geringsten unter den Geringen, die "Hirten auf dem Felde" wurden reich beschenkt mit der frohen, himmlischen  Nachricht: "Denn euch ist heute der Heiland (Retter) geboren, welcher ist Christus, der Herr."

Konnten sie sich davon etwas abbeißen? Nein. Aber diese Nachricht hat den Hunger ihrer Seele gestillt. Auch sie wollten endlich einmal wahrgenommen werden, wollten wertgeschätzt sein. Sie, die Letzten, wollten auch einmal die Ersten sein. Und sie erfuhren "Wohlgefallen", nicht von ihren Chefs, sondern von Gott höchstpersönlich. Mehr geht nicht. So jedenfalls erzählt es Lukas in seiner wunderbaren Weihnachtsgeschichte.

Starkes Selbstwertgefühl

Die Hirten blieben Hirten: arm und verachtet.  Aber nun hatten sie ein starkes Selbstwertgefühl. Von Gott beachtet zu sein, das gab ihnen die innere Kraft, auch äußere Schwierigkeiten zu bestehen. Nein, die Geringen gingen nicht beschämt von der Krippe. Im Gegenteil. "Sie lobten und priesen Gott." Und du?

Ich will nicht behaupten, dass du zu den Geringen gehörst. Aber das weiß ich von mir, dass man sich manchmal selbst entwertet oder dass Dinge geschehen, die das Selbstbewusstsein schwer ankratzen.

Elisabeth war auch eine von den eher Geringen, weil sie kinderlos blieb. Das war damals eine schwere Schmach. Doch dann brauchte Gott sie, um ein bestimmtes Kind zur Welt zu bringen.

Zuwendung und Aufgabe

Ich lerne aus beiden Geschichten: Wen Gott mit seiner Zuwendung beschenkt, der bekommt von ihm auch eine Aufgabe: Jene Hirten waren die Ersten, die dass Evangelium, die frohe Nachricht von Jesus verbreiteten. Und Elisabeth gebar den Johannes, der später seinen Cousin Jesus taufen würde.

Und du? Dir wendet sich Gott ebenfalls zu. Denn auch du bist ein Mensch seines Wohlgefallens. Was könnte deine Aufgabe in diesen vorweihnachtlichen Tagen sein? Wem kannst du zeigen, dass du ihn achtest egal welche Stellung er in der Gesellschaft einnimmt? Und wie ist es mit dir selbst? Schätzst du dich, statt dich mit Selbstvorwürfen und Missachtung zu beschämen?

Gebet: Herr, du liebst die Geringsten unter deinen Menschenkindern und willst, dass ich dich in ihnen ehre. Das fällt mir schwer, weil sie sich oft gar nicht so verhalten, wie ich möchte. Doch sie zu achten kostet mich nicht weniger Überwindung als dich, mich zu lieben. Daran will ich denken, nicht nur zur Weihnachtszeit. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr



Sonntag, 12. Dezember 2021

Die zwei wichtigsten Namen

Losung: Ich will meinen heiligen Namen kundmachen unter meinem Volk Israel. Hesekiel 39,7

Lehrtext: Jesus betet: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen. Johannes 17,26

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie heißt Gott? In der hebräischen Bibel heißt er "Jahwe", auf Deutsch: "IchBinDa". Deine Antwort darauf heißt: "Du bist bei mir" (Psalm 23,4). Das ist Gottvertrauen pur. 

Wie heißt Jesus? Auf Aramäisch, seine Muttersprache, heißt er "Jeschua", auf Deutsch: "Gott hilft". Siehe auch das Gebet unten.

Bitte vergiss die deutsche Bedeutung dieser beiden Namen nicht mehr. Denn damit kannst du Gott und Jesus beim Wort nehmen. Kannst sagen:

Gebet: Mein Gott, du bist der "IchBinDa" für mich. Das hast du mir versprochen. Und darum musst du auch für mir da sein. Und du wirst das auch, weil du dich selbst mit deinem Namen dazu verpflichtet hast. Darauf verlasse ich mich. Denn du kannst mich nicht enttäuschen. Und ob ich gleich von deiner Nähe nichts spüre, so wirst du trotzdem da sein, denn jeder Herzschlag und jeder Atemzug sagt mir: du bist da.

Du wirst mir helfen, was auch geschieht. Dafür bürgt Jesus mit seinem Namen. Du hast das bisher getan. Du tust das auch jetzt. Du wirst das auch morgen tun. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst. Denn du allein weißt, was aufs Ganze gut für mich ist. Und wenn ich mich ohnmächtig und hilflos fühle, wirst du deine Macht an mir erweisen. "Wenn alles bricht, / du verlässt mich nicht! / Größer als der Helfer ist die Not ja nicht." Amen

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr








Samstag, 11. Dezember 2021

Gottes Kraft

Losung: Der HERR macht zunichte die Pläne der Völker. Psalm 33,10

Lehrtext: Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? 1. Korinther 1,20

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Lehrtext heute geht so weiter: 

"21 Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es ihm wohl, durch die Torheit der Predigt selig (glücklich) zu machen, die da glauben ... Wir predigen Christus, den Gekreuzigten als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind."

Einen größeren Schmarrn, als dass ein Gottessohn am Kreuz stirbt oder sogar ein Gott in ihm, hatte die Welt bis dato noch nicht gehört. Alles was recht ist, aber ein Gott teilt doch nicht das Schicksal von Menschen. Ein Gott kann nicht leiden und muss nicht durch Menschenhand sterben. Das gab es in keiner Religion der damaligen Zeit, weder bei den Ägyptern, noch bei den Griechen, den Römer oder den Juden noch auch später bei den Muslimen.

Doch dann wurde es zum ersten Mal Ostern. Da zeigte sich, welche Kraft in dem scheinbar ohnmächtigen Jesus am Kreuz wirksam war. Es war die Kraft der göttlichen Liebe. Sie, und nur sie überwand die scheinbar übermächtigen Feinde und den nahezu allmächtigen Tod.

Die Weisheit der Menschen reicht nur bis zur Gewalt: Der Stärkere siegt, der Schwächere verliert. Also leiste dir keine Schwäche! Sei auf der Hut vor deinem Feind! Rüste dich beizeiten! 

Die Weisheit Gottes verzichtet auf Gewalt und auf Feindschaft. Die Weisheit Gottes ist seine Liebe.

Das ist mein großes Glück, dass ich so einen Gott habe. Er lässt sich von mir in der Krippe finden. Am Anfang war Jesus ohnmächtig in der Krippe und am Ende am Kreuz. Er schien schwach. Er schien ein Verlierer zu sein und war doch in seiner Schwachheit stärker als alle seine Feinde. Bald hatte sich der Glaube an den Auferstandenen im mächtigen römischen Reich durchgesetzt - ohne Gewalt, nur durch das Wort der Predigt. 

Dann, als auch die Mächtigen und Starken Christen wurden, wurde der Glaube verraten - bis heute. Aber Gottes Liebe lässt sich nicht verraten. Das hatte auch Judas nicht geschafft.

Die Pläne der Menschen (Losung) sind, dass sie meinen, sich durch eigene Kraft und Anstrengung, durch Gewalt und mit Geld selbst retten zu können. Doch dann kommt der Tag, an dem jedem, auch dem Mächtigsten das alles nicht hilft. Dann heißt es mit der Bibel "Wir haben nichts in die Welt gebracht, darum werden wir auch nichts hinausbringen." Dann ist jeder ganz und gar auf die Liebe des ohnmächtigen Jesus angewiesen. Sie ist meine einzige Hoffnung und Rettung.

Gebet: Herr, "deine Kraft ist in den Schwachen mächtig", so heißt es. Deine Kraft war in der jungen, unbedeutenden Maria, in den ebenso unbedeutenden Jüngern und in all den  Namenlosen seither. Deine Kraft ist auch in mir und wird in mir bleiben, wenn ich von den Menschen längst vergessen bin. "Wenn ich auch gleich nichts fühle / von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele / auch durch die Nacht. / So nimm denn meine Hände und führe mich / bis an mein selig Ende / und ewiglich. Amen

Herzliche Grüße!

Hans Löhr




Freitag, 10. Dezember 2021

Das erlösende Wort

Losung: In meinem Zorn habe ich dich geschlagen, aber in meiner Gnade erbarme ich mich über dich. Jesaja 60,10

Lehrtext: Gott hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet. Kolosser 2,14

Liebe Leserin, lieber Leser, 

Zorn und Gnade, Zuckerbrot und Peitsche, Strafe und Belohnung - diese Vorstellung von Gott spiegelt eine jahrtausendealte Lebenserfahrung  wider. Immer wieder standen und stehen Menschen ratlos und hilflos vor ihren Ruinen und Katastrophen: 

Warum? Da muss doch ein höheres Wesen dahinterstecken. Wie sonst soll man sich Hunger und Krieg, Naturkatastrophen oder persönliches Unglück und Leid erklären?

Ob vielleicht Gelübde und Opfer, Treueschwüre und magische Rituale wie Bittprozessionen, Heiligenverehrung und geweihte Zweige im Herrgottswinkel dagegen helfen?

Jetzt mal im Ernst: Ist denn Gott dazu da, uns ein Leben lang auf rosa Wolken zu betten? Wo und wann hätte er uns das versprochen?

Gott, wie er mir in Jesus begegnet, ist keine Planierraupe, die mir den Lebensweg ebnet. So ein schmerzloses Narkose-Leben will ich auch nicht. Mein Weg bleibt wie er ist: Mal leicht, mal beschwerlich, mal eben und mal steil. Doch ich muss ihn nicht allein gehen. Er geht mit. Er hält seine Hand über mir, wenn die Sonne unbarmherzig brennt. Er ist mein Licht in der Finsternis. Er verlässt mich nicht im Leid und hält bei mir aus, wenn mich Schmerzen plagen. Doch er segnet mich auch immer wieder mit Freude und Glück und öffnet eine Tür, wo ich keinen Ausweg sehe.

Das Thema Schuld aber ist ein für allemal abgetan. Es steht nicht mehr zwischen ihm und mir. Seit 2000 Jahren heftet der Schuldbrief am Kreuz. Jetzt steht dieses Thema zwischen mir und mir: Wie komme ich mit meinem Versagen zurecht? Und es steht zwischen mir und meinen Mitmenschen: Habe ich die Größe und Kraft, zu verzeihen und um Verzeihung zu bitten?

In Jesus ist Gott gegen dich nicht mehr fordernd, sondern mit dir solidarisch. Er schlägt nicht, sondern heilt. Er straft nicht, sondern vergibt. Er verflucht nicht, sondern segnet. Er legt dir keine Last auf, sondern hilft dir tragen. Er wendet sich nicht gegen dich, sondern bleibt dir treu.

Ich weiß nicht, warum diese Welt ist, wie sie ist. Ich weiß aber, das ich keine andere habe. Alles,  was geschieht, ist, was es ist. Ich will es mit Haltung und Fassung annehmen, will mein Leid tragen. Denn er trägt mit. Will mich meines Lebens freuen, denn er freut sich mit mir. Will meinen Weg weitergehen, denn er geht mit.

Gebet: Herr, ich brauche dich und ich will dich. Du hast mich längst gewollt und bist für mich da. Aber ich muss und will das glauben können. Vieles spricht dagegen. Aber du sprichst dafür, sprichst für dich, sprichst für mich, sprichst dein erlösendes Wort: Jesus. Er ist dein Versprechen. Durch ihn kann ich vertrauen, dass du hilfst. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr




Donnerstag, 9. Dezember 2021

Hoffen statt fürchten hl

Losung: Der Tag des HERRN ist groß und voller Schrecken, wer kann ihn ertragen? Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, kehrt um zu mir von ganzem Herzen! Joel 2,11-12 

Lehrtext: Seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten. Lukas 12,36 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

das gehört zur DNA frommer Christen, dass einmal der Tag des Herrn kommen wird, der Tag des Gerichts und der Abrechnung. Dann kommen die einen ins Töpfchen und die anderen ins Kröpfchen. Dann werden die gerächt, die von der bösen Welt drangsaliert worden sind. Dann gibt es endlich den lang ersehnten Ausgleich. Dann wird denen, die hier lachen, dort das Lachen vergehen. Die hier das Nachsehen hatten, werden dort belohnt. - Schön wär’s.
     Ich muss auch nicht andere zu Gott hintreiben, indem ich ihnen hier schon mal die Hölle heiß mache. Doch das ist Evangelium in dem sonst schrecklich gesetzlichen Losungswort, dass du jederzeit zu Gott kommen kannst. Er hält dir die Tür offen und einen Platz an seinem Tisch frei wie der Vater in Jesu Gleichnis dem „Verlorenen Sohn“.
     Und der Lehrtext? Viele erwarten heute auch so etwas wie ein schreckliches Gericht, nur dass dann die Natur mit allen Menschen abrechnet. Sie fürchten, dass durch den Klimawandel Milliarden Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen, weil ihre Länder überflutet werden oder die Felder verdorren. Manche meinen, dass die Corona-Pandemie ein Vorbote dieser Abrechnung sei, weil sich die Natur jetzt gegen den Schädling Mensch mit allen Mitteln zu wehren begönne.
     Im Unterschied zur Losung wissen sie von keinem Gott, der sie zur Umkehr auffordert, von  keinem, auf den man warten, von keinem, auf den man vertrauen könnte.
     Dem setze ich meinen verrückten Glauben entgegen, dass mein Herr kommt, wenn sich die Herren und Damen dieser Welt aus dem Staub gemacht haben. Ja, es kann sein, dass wir und vor allem unsere Kinder und Enkel schweren Zeiten entgegengehen. Doch ich will nicht wie das Kaninchen auf die Schlange starren, sondern auf meinen Herrn Jesus Christus schauen. Er ist meine Hoffnung hinter allen Problemen. Er gibt mir schon jetzt Lebensmut und Kraft, mich gegen die zerstörerischen Kräfte zu stemmen.
     Was auch in dieser Zeit und Welt geschieht, es ist ein Vorletztes. »Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben.« (Hiob 19,25) 

Gebet: Herr Jesus Christus, du rechnest nicht ab. Du rettest. Du bist meine Zuversicht. Auf dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht!  Amen

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Mittwoch, 8. Dezember 2021

Du meine Güte! hl

Losung: Sie haben sich Götter von Gold gemacht. Vergib ihnen doch ihre Sünde! 2.Mose 32,31.32 

Lehrtext: Gebt acht, liebe Brüder und Schwestern, dass in keinem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei und niemand abfalle vom lebendigen Gott, sondern redet einander zu Tag für Tag. Hebräer 3,12-13 


Liebe Leserin, lieber Leser, 

du meine Güte! „Ein böses, ungläubiges Herz“, „sündiger Götzendienst“ und „Abfall von Gott“. Jetzt aber! Jetzt haben die Besserwisser und Selbstgerechten, die Superfrommen und Moralapostel Oberwasser. Jetzt können sie anderen die Hölle heiß machen, die nicht so denken und glauben wie sie. Jesus hatte damals seine liebe Not mit ihnen. 

Ein unfassbarer Verlust 

     Ist ein ungläubiges Herz böse? Nein. Für mich ist es arm, verzweifelt arm. Und ist es Sünde, von Gott abzufallen? Ich denke nicht. Für mich ist es ein Verlust, ein geradezu unfassbarer Verlust. Offenbar haben in beiden Fällen Menschen, auf die das zutrifft, nicht die Chance gehabt, auf Gott zu vertrauen und seine Liebe zu spüren. Sie hatten offensichtlich keine Gelegenheit, das Evangelium, die frohe und gute Nachricht von Jesus Christus kennenzulernen, zu verstehen und zu glauben. Und wie anders sollen sie diese Chance bekommen als durch dich und durch mich?
     Aber werden sie diese Chance auch ergreifen? Das liegt nicht in meiner Macht. Aber das schon, dass ich für sie bete und ihnen freundlich und liebevoll begegne, statt von bösen und ungläubigen Herzen zu faseln. Damit meine ich ja doch immer nur die anderen und nicht mich selbst.
 

Gebet: Herr, ich habe zu tun, dass ich dich nicht verliere. Dann hätte ich alles verloren. Aber es liegt nicht in meiner Macht, sondern in deiner, dass du mich im Glauben stärkst. Wenn du willst, so nimm mich in deinen Dienst, dass ich für meine Mitmenschen ein Hinweis auf dich sein kann. Amen

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Dienstag, 7. Dezember 2021

Staunender Glaube hl

Losung: Der HERR hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Himmel ausgebreitet durch seinen Verstand. Jeremia 10,12 

Lehrtext: Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist. Hebräer 11,3 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

jahrtausendelang war für die Menschen der ihnen bekannte Lebensraum zugleich der Mittelpunkt der Welt. Sie glaubten, was sie sahen: im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter. Also muss sie sich um die Erde drehen. Die Sterne sind klein und der Mond ist groß. Also müssen Erde und Mond größer sein als die Sterne.

Du bist der Mittelpunkt der Welt

     Und heute? Niemand kann mehr ernsthaft einem solchen Glauben anhängen genauso wenig, wie dass die Erde eine Scheibe sei. Aber eins stimmt nach wie vor: da wo wir sind, da wo du bist, da ist der Mittelpunkt des gesamten Universums. Doch da wo ein anderer ist, und wenn er auf Neuseeland lebt, gilt das genauso. Und wenn es in irgendeiner fernen Galaxie irgendeinen ähnlichen Planeten geben sollte wie unsere Erde, auf dem Leben existiert, dann ist das ebenso. Jeder Ort im gesamten Universum ist Mittelpunkt, ist sozusagen gleichberechtigt. Keiner ist bevorzugt, keiner benachteiligt. Jeder liegt im Zentrum und keiner am Rand.

     Das ist schwer zu verstehen. Da muss man sich schon mit Astrophysik befassen oder den Wissenschaftlern Glauben schenken, die das herausgefunden haben. Zugleich aber sind die Erkenntnisse der Astrophysiker um ein Vielfaches staunenswerter als alles, was man bis heute von der Größe des Universums gedacht oder geglaubt hat.

     Hätten die Menschen der Bibel nur einen kleinen Schimmer von dem gehabt, was wir heute wissen können, sie hätten, wie ich meine, in ihren Psalmen und Gebeten Gott ohne Ende gepriesen und gelobt. Und ausgerechnet die meisten Naturwissenschaftler, die solche wunderbaren Einblicke und Erkenntnisse haben, tun das nun nicht mehr. Einige aber doch.

Du selbst bist ein unfassbar großes Wunder

     Viele Gläubige sind noch heute wundergläubig, was die Wundererzählungen in der Bibel betrifft. Aber was die Entstehung der Welt und des Lebens angeht, so ist das noch ein viel größeres Wunder als alle Wunder zusammen, die jemals in irgendwelchen Religionen erzählt und geglaubt worden sind. Man braucht dazu gar nicht mal zu den Sternen zu reisen oder mit riesigen Teleskopen das Universum erforschen. Es genügt schon, sich mit dem eigenen Körper zu befassen und den zahllosen Wundern, die in ihm in jeder Sekunde unablässig geschehen. Du selbst bist ein Wunder.

     Ja, »durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist« (Lehrtext). Die Naturwissenschaft allein kann eine solche Erkenntnis nicht gewinnen. Doch wenn einem Menschen ein staunender Glaube gegeben ist, der offen ist für die Welt, nicht doktrinär, nicht engstirnig und starr, nicht rechthaberisch und selbstgerecht, dann kann er gar nicht anders, als immer wieder Gott staunend anzubeten. Aber nicht irgendeine höhere Macht, sondern den Gott der Liebe, den wir an Weihnachten in dem Kind in der Krippe feiern. - Du bist der Mittelpunkt für Gott. Aus seiner Sicht dreht sich alles um dich.

Gebet: Herr, durch dich ist alles, was ist und ohne dich ist nichts, was ist. Deine Schöpferkraft geht weit über das hinaus, was Menschen jemals wissen und glauben können. Du bist für uns unfassbar und unbegreifbar. Doch du kommst mir nahe im Kind in der Krippe und im Mann am Kreuz. Durch ihn glaube ich, dass du alles, was ist, aus Liebe geschaffen hast und schaffst. Ich verstehe das nicht, doch ich vertraue, dass es sich so verhält und darum lobe und preise ich dich, meinen Gott, meinen Schöpfer, Bewahrer und Erlöser. Amen

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Montag, 6. Dezember 2021

Christus hat keine Hände hl

Losung: Gott sprach zu Mose: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land! 2.Mose 3,5

 

Lehrtext: Wir wollen, die wir ein unerschütterliches Reich empfangen, dankbar sein und Gott dienen, wie es ihm gefällt, mit Scheu und Ehrfurcht. Hebräer 12,28 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

heilige Orte wie heilige Häuser, heilige Haine, heilige Berge und so weiter gibt es in vielen Religionen. In den Moscheen muss man noch heute die Schuhe ausziehen, in den Synagogen müssen Männer und Frauen den Kopf bedecken, in katholischen Kirchen sollten Besucherinnen und Besucher nicht den Altarbereich betreten. Und Mose sollte vor dem lebendigen Gott, der aus dem brennenden Busch zu ihm sprach, „Scheu und Ehrfurcht zeigen“ und seine Sandalen ablegen.
     Mit Jesu Geburt hat sich da etwas grundsätzlich geändert. Er kam nicht im Allerheiligsten des Tempels zur Welt, abgeschirmt von den Menschen, sondern in einem stinkenden Stall. Seitdem ist klar: es gibt keine heiligen Orte. Jeder Ort auf der Erde ist, wenn man so will, heilig, weil Gott überall ist, eher in den Hütten als in den Palästen, eher in den Höhlen der hochansteckenden Leprakranken als in den Synagogen, eher auf den Intensivstationen als in den Kirchen, eher im Gefängnis als im Gerichtssaal…..
 

Das Beispiel Jesu 

     Und mit Jesu Geburt hat sich auch an diesem Punkt etwas grundlegend geändert. Jetzt dienen nicht mehr wir Gott mit allen möglichen religiösen Geschäftigkeiten, sondern er dient uns. Jesus hatte wie ein Sklave seinen Jüngern die Füße gewaschen und gesagt: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“ (Johannes 13,15) Und „Der Größte unter euch, soll euer Diener sein“ (Matthäus 23,11) Und „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.(Markus 10,45) 

Christus hat keine Hände

     Gott dient mir in Jesus, indem er segnet und heilt, rettet und vergibt. Und er dient in mir meinen Mitmenschen. Denn »Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun. Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen. Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen. Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen(Gebet aus dem 14. Jahrhundert) 

Gebet: Herr, dich ehre ich und vor dir habe ich Respekt, nicht weil du mächtiger, stärker und größer wärst als irgendein Mensch. Sondern weil du barmherzig bist und mir mit deiner Liebe dienst. Ich will deinem Beispiel folgen und meinen Mitmenschen dienen und dir in ihnen (Lehrtext). Amen

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Sonntag, 5. Dezember 2021

"Der Herr sei mit dir!" hl

Losung: HERR, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: Errette mich! Psalm 109,21

 

Lehrtext: Stephanus rief den Herrn an und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Er fiel auf die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Apostelgeschichte 7,59-60 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

»Der Herr sei mit dir!« – Mit diesem uralten Segenswort grüße ich die Gemeinde in  jedem Kirchengottesdienst (vergleiche Losung). Und genau darum geht es ja, dass wir uns im Gottesdienst gemeinsam vergewissern: Wir sind nicht allein. Gott ist da! Er ist mit dir und mit mir.

     »Der Herr sei mit dir!« – Mit diesem Wort grüße ich dich heute, am 2. Advent, liebe Leserin, lieber Leser. Vielleicht kannst du es mitnehmen in diesen Tag oder, wenn du diese Auslegung erst abends liest, in die Nacht. 

In der Liebe bleiben 

     Ich glaube, wer im Vertrauen auf dieses Wort lebt, der bekommt auch die Kraft, noch in höchster Not Gott anzurufen. Der bekommt sogar die Kraft, angesichts seiner Mörder Jesu Gebot zu erfüllen und, wie Stephanus, für seine Feinde zu beten (Lehrtext). Oder anders gesagt: Der bekommt die Kraft, in der Liebe zu bleiben bis zum Ende.

Ich sage bewusst „der bekommt“ und nicht „der hat“ die Kraft. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ich von mir aus dazu in der Lage wäre.

     »Der Herr sei mit dir!« Das wünsche ich dir. Mehr noch, das kann ich dir im Vertrauen auf Jesus zusagen. Er lasse dich seine Gegenwart spüren und gebe dir die Kraft, im Glauben zu bleiben, was auch geschieht. 

Gebet: Herr, jetzt fällt es mir leicht zu glauben, dass du bei mir bist. Aber wenn ich Schmerzen habe, erregt bin oder Leid mich überschattet, habe ich dazu keine Kraft mehr. Dann musst du in mir und für mich glauben. Amen

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Samstag, 4. Dezember 2021

Ins Weite, ins Freie hl

Losung: Israel aber wird errettet durch den HERRN mit einer ewigen Rettung, und ihr werdet nicht zuschanden noch zu Spott immer und ewiglich. Jesaja 45,17 

Lehrtext: Die Gerechten werden leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Matthäus 13,43 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

ins Weite, ins Freie – das war das unbewusste Streben von uns allen, als die Zeit im Mutterleib gekommen war und wir endlich auf die Welt kommen wollten. Leicht war das nicht, als wir durch den engen Geburtskanal gepresst wurden. Leicht war das nicht, als die Nabelschnur durchtrennt und wir von der unmittelbaren Versorgung durch die Mutter abgeschnitten waren.

Der Preis der Freiheit

Aber Freiheit kostet ihren Preis. Und der Preis heißt, für sein Leben zunehmend selbst verantwortlich zu werden. Es in die eigenen Hände zu nehmen. Auf eigenen Füßen zu stehen. Der Preis der Freiheit heißt, unabhängig zu werden in vielfacher Hinsicht. Eigene Entscheidungen zu treffen. Selbst herauszufinden, was mir gut tut und was nicht. Was für mich passt und was nicht.

     Und zur Freiheit eines Menschen gehört wesentlich auch, dass er seinen Verstand gebraucht und prüft, ob stimmt, was andere behaupten. Dass er nicht einfach nachplappert, was sie ihm vorsagen. Dass er um Gottes willen nicht alles glaubt, was er glauben soll, sondern kritisch wird und bleibt besonders gegenüber denen, die den Anschein erwecken, die Wahrheit gepachtet zu haben. Zur Freiheit gehört, dass der Mensch erwachsen wird und seine von Gott geschenkte Vernunft einsetzt.

Abnabelungen

Das alles ist mit Ängsten und Schmerzen verbunden: Der Abnabelungsprozess von den Eltern in der Pubertät, besonders, wenn sie ihrem Kind die Freiheit nicht zutrauen. Aber auch der Abnabelungsprozess von allen möglichen Autoritäten in der Kindheit und Jugendzeit und auch in der Zeit, in der man erwachsen wird. Krisenhaft kann auch der Abnabelungsprozess vom Kinderglauben sein, vom Wunderglauben und davon, dass die Bibel nur überzeitliche Wahrheiten enthalte und wortwörtlich verstanden werden müsse.

     Aber dann muss ich mich doch auch wieder vom Glauben an die absolute Geltung des Verstandes und der Vernunft abnabeln, um Gottvertrauen zu gewinnen in einer oft nicht vertrauenswürdigen Welt, um die Hoffnung zu behalten inmitten hoffnungsloser Zustände, um in der Liebe zu bleiben unter lieblosen und manchmal auch zynischen Menschen.

     Ins Weite, ins Freie, raus aus den Beschränkungen, als ob sich die Sonne um die Erde drehe und die Welt um mich. Als ob meine Person, meine Familie, mein Land, meine Kultur – und mein Glaube der Nabel der Welt seien. Als ob die Welt so sein müsse, wie ich sie anschaue. Als ob Gott so sein müsse, wie ich ihn mir vorstelle.

Die Tendenz der Bibel

Ins Weite, ins Freie - das ist für mich die Tendenz der Bibel. Je mehr Schriften hinzugekommen sind, desto weiter wurde der biblische Horizont. Und mit dem Evangelium, der guten Nachricht von Jesus für dich und mich, fielen die letzten Ketten und Mauern. Jetzt war offenbar, was sich bereits in manchen alttestamentlichen Schriften angekündigt hatte: Der Gott Israels ist kein Stammesgott, kein Volksgott und kein Nationalgott. Er ist der Herr und Schöpfer der Welt und der barmherzige Vater aller seiner Geschöpfe und somit auch aller Menschen. Seine Liebe ist durch nichts begrenzt. Sie ist universal, bedingungslos und grenzenlos. Die „ewige Rettung“ gilt nicht den Israeliten oder Juden allein (Losung). Sie gilt auch uns Christen, den Muslimen, den Buddhisten … und den Atheisten.

     Und wenn, wie es im Lehrtext heißt, »die Gerechten wie die Sonne leuchten werden«, dann sind das nicht die, die aus sich selbst gerecht sind, die Selbstgerechten, sondern die, die durch Jesus gerecht gemacht sind, die durch ihn ihrem himmlischen Vater recht sind. Und das bist du, das bin ich und das ist unser schwieriger Nachbar auch.

     „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ – so singen wir jetzt in dieser Adventszeit. Hoch und weit sollen die Türen und Tore unseres Herzens für Jesus sein, auf dessen Geburtstag wir zugehen. Hoch und weit sollen die Türen und Tore unseres Herzens für unsere Mitmenschen sein, auch für die Coronaleugner, Impfgegner und Verschwörungstheoretiker, aber nicht für ihre gefährlichen Ansichten. Mir fällt das nicht leicht. Aber fällt es denn Gott immer leicht, für mich ein weites Herz zu haben? 

Gebet:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt;
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Schöpfer reich von Rat.

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
So diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein,
Da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn,
Bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott,
Mein Tröster früh und spat.

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
Meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
Dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
Den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
Sei ewig Preis und Ehr.

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Freitag, 3. Dezember 2021

Wiederannäherung hl

Losung: Als der Pharao sah, dass Regen, Donner und Hagel aufhörten, versündigte er sich weiter und verhärtete sein Herz. 2.Mose 9,34 

Lehrtext: Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet? Römer 2,4 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

manchmal sind die Beziehungen zwischen zwei Menschen so verkantet, manchmal ihre Herzen so hart geworden, dass eine Wiederannäherung nicht möglich scheint. Da spricht der Vater mit dem Sohn jahrelang nicht. Oder die Beziehung zu den Nachbarn liegt schon seit Jahrzehnten auf Eis. Die Kinder sind nach dem Erbfall zerstritten. Oder in der Ehe hat man sich nichts mehr zu sagen. Im Grunde leiden dann alle Beteiligten darunter und ihr Umfeld ebenso.

     Von außen meint man, es könne doch gar nicht so schwer sein, dass man wieder aufeinander zugeht, die alten Geschichten auf sich beruhen lässt und eine halbwegs normale Beziehung zum anderen hat. Doch die Verletzungen sind so tief und die Schuld, die einer dem anderen vorwirft, so schwer, dass beide aus ihrem Irrgarten nicht mehr herausfinden je länger sie sich darin aufhalten.

     Das ist dann eine echte Tragödie, denn wer unversöhnlich ist, vergiftet sein eigenes Herz und hat gute Chancen, darüber auch körperlich krank zu werden.

     Ob ein Dritter helfen kann, einer wie Herr Mittler aus Goethes Roman „Wahlverwandtschaften“? Ja so ein Moderator, der zwischen beiden Parteien vermittelt, wäre eine Möglichkeit vor allem, wenn er oder sie Außenstehende ist und strikt neutral bleibt. Aber leider ist die Bereitschaft, sich auf so einen Versöhnungsprozess einzulassen, oft sehr gering. Das Herz ist schon zu hart. Die Seele schon zu krank.

Sich erweichen lassen

     So viel aber ist klar: Vorwürfe und Schuldzuweisungen führen nur noch tiefer in den Irrgarten der Unversöhnlichkeit. Aus meiner Sicht gibt es nur einen Weg, den Weg der Güte, der Schritt für Schritt wieder hinaus führt. Und gütig ist, wer sich erweichen lässt, wer den ganzen Jammer spürt und um des lieben Friedens willen darauf verzichtet, Recht haben zu wollen.

     Gott ist gütig. Er verzichtet auf sein Recht, das er mir gegenüber geltend machen könnte, wenn ich nicht nach seinen Geboten gelebt habe. Er tut den ersten Schritt. Er versöhnt mich mit sich und verzeiht. In Jesus Christus ist er auf mich zugegangen, um mich mit seinem Frieden zu heilen. 

Gebet: Herr, wenn ich zu einem Menschen auf Abstand gehe, um mich vor weiteren Verletzungen zu schützen, so will ich doch wieder versöhnlich sein, wenn die Zeit, wenn du die Wunde geheilt hast. Ich schaue auf dich und deine Güte. Gib mir die Kraft, selbst gütig zu sein, damit ich nicht an meiner eigenen Härte zugrunde gehe. Amen

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Donnerstag, 2. Dezember 2021

Das Zeichen der Kerze hl

Losung: Merke auf mich, mein Volk, hört mich, meine Leute! Denn Weisung wird von mir ausgehen, und mein Recht will ich gar bald zum Licht der Völker machen. Jesaja 51,4 

Lehrtext: Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon. 1.Johannes 2,8 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

ja, das glaube ich: Gottes Gebote sind für alle Menschen Licht in einer  dunklen Welt. Damit finden wir zum Frieden unter den Völkern, zum Frieden im eigenen Herzen und mit den Mitmenschen. Seine Weisung ist das Licht, das uns den Weg der sozialen Gerechtigkeit weist und uns aus der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen herausführt.

     Doch wie soll das anders gehen, als dass ich mich von ihm heilen lasse von meiner Gottesblindheit, damit ich sein Licht sehe? Denn wenn ich selbst blind bin, weil ich nur mich und meine Interessen sehe, wie kann ich dann vom Licht reden?

     Letzten Sonntag habe ich die erste Adventskerze angezündet als Zeichen für mich, dass Christus auch in meine Dunkelheit Licht bringt und es in mir und um mich heller wird, je mehr ich auf ihn schaue, das "Licht aus der Krippe". 

Gebet:
Du bist das Licht der Welt,
du bist der Glanz, der uns unseren Tag erhellt.
Du bist der Freudenschein,
der uns so glücklich macht,
dringst selber in uns ein.
Du bist der Stern in der Nacht,
der allem Finsteren wehrt,
bist wie ein Feuer entfacht,
das sich aus Liebe verzehrt,
du, das Licht der Welt.
(Autor und Komponist unbekannt) 

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr 

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Mittwoch, 1. Dezember 2021

Von Schafen und Menschen hl

Losung: Mose sprach zu dem HERRN: Wenn nicht dein Angesicht vorangeht, so führe uns nicht von hier hinauf. 2.Mose 33,15 

Lehrtext: Der gute Hirte geht vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. Johannes 10,4 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

ach die Schafe! Vor ein paar Wochen bin ich bei meinem Spaziergang an der Herde unseres Dorfschäfers vorbeigegangen, und prompt sind sie mir nachgelaufen. Ich habe sie dann zurückgescheucht, bis die Hütehunde kamen und die Herde zu ihrem Herrn getrieben haben.

Ach wir Menschen! Schön wär‘s, wenn wir Jesus, dem guten Hirten folgen würden. Der Psalm 23 sagt dazu, er würde uns auf grüner Aue weiden, zum frischen Wasser führen und auch im finsteren Tal bei uns sein (Psalm 23). Da ginge es unserer Seele gut.

Aber wem laufe ich nicht alles nach?! Ich meine, anderswo wäre es aufregender, unterhaltsamer und interessanter. Und die anderen sind ja auch längst anderswo unterwegs. Die werden sich doch nicht irren, so viele sie sind. Da orientiere ich mich mal an ihnen. Dann bin ich kein Außenseiter und gehöre dazu.

Soll ich also nicht lieber doch in der großen Herde mitlaufen? Die wird schon wissen, wo’s lang geht. Sie weiß es nicht. "Wie Schafe, die keinen Hirten haben", sagt Jesus.

Es bleibt meine Aufgabe, unter den tausend Stimmen, die von überall her auf mich eindringen auf die Stimme meines guten Hirten zu hören und ihm zu folgen. Wenn ich auch meine künftigen Wege nicht kenne, - er weiß den Weg für mich. 

Gebet: Herr, wohin auch immer mich mein Lebensweg führen wird, ich weiß es nicht. Aber das weiß ich, dass ich diesen Weg nicht ohne dich gehen möchte. Oft genug habe ich es ja erlebt, dass du mich auch aus den Krisenzeiten meines Lebens wieder herausgebracht hast. Darum vertraue ich dir in dunklen Tälern wie auf sonnigen Höhen. Amen 

Herzliche Grüße! 

Ihr / dein Hans Löhr 

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