Samstag, 27. Juni 2015

Das Seesternprinzip hl

Losung: Du hast den Menschen wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Psalm 8,6

Lehrtext: Aus freiem Willen hat Gott uns geboren durch das Wort der Wahrheit, damit wir gleichsam die Erstlinge seiner Geschöpfe seien. Jakobus 1,18

Liebe Leserin, lieber Leser!

Der Sturm in der Nacht hatte das Meer aufgewühlt. Nun hat es sich beruhigt. Am Strand sind Holz, Tang und Plastikreste angespült worden dazu zahllose Seesterne, die jetzt auf dem Trockenen in der Sonne liegen und bald sterben werden. Zwei Männer gehen am Strand entlang. Der eine von beiden bückt sich ab und zu und wirft einen Seestern zurück ins Meer. „Da fragt ihn der andere: „Warum tust du das. So viele Seesterne liegen hier herum. Da ist es doch egal, wenn du ein paar von ihnen ins Meer wirfst.“ „Du hast schon recht“, antwortet sein Begleiter, „aber denen, die ich zurück ins Wasser werfe, ist es nicht egal.“
»Herr, du hast dem Menschen eine hohe Stellung gegeben - nur wenig niedriger als die Engel. Mit Ruhm und Ehre hast du ihn gekrönt. Du hast ihm den Auftrag gegeben, über deine Geschöpfe zu herrschen. Alles hast du ihm zu Füßen gelegt: die Schafe und Rinder, die Tiere des Feldes, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im weiten Meer.« (Losung mit Folgesatz). Wie anders soll ich den Auftrag Gottes, über die Tiere zu herrschen, verstehen, als dass er mich in die Pflicht nimmt, für sie zu sorgen und ihr Lebensrecht zu respektieren?
Wer ein Tier quält, auf welche Weise auch immer, mutwillig oder indem es überzüchtet und nicht artgerecht gehalten wird, der missachtet die „hohe Stellung“, die Gott ihm gegeben hat und sinkt selbst noch unter die Tiere. Und wenn mir als Verbraucher egal ist, wie das Fleisch und die Eier „produziert“ worden sind und ich als Schnäppchenjäger, der alles möglichst billig will, vor der Fleischtheke stehe, dann ist das ebenfalls Tierquälerei, weil ich dann zur perversen Produktion billiger Nahrungsmittel beitrage.
Der heutige Lehrtext heißt in einer anderen Übersetzung: »Es war Gottes Wille, dass er uns durch das Wort der Wahrheit, durch die rettende Botschaft, neues Leben geschenkt hat. So sind wir der Anfang einer neuen Schöpfung geworden.« Ich verstehe das so: Wenn Gott mir neues Leben geschenkt hat, dann kann ich nicht auf die alte Art und Weise weitermachen wie bisher, dann soll ich mich in meinem Verhalten von anderen unterscheiden, die von Gott nichts wissen wollen, denen die Mitgeschöpfe egal sind und die nach dem Motto leben „Nach mir die Sintflut“. Wenn ich „der Anfang einer neuen Schöpfung“ geworden bin, soll ich die alte Welt mit anderen Augen sehen. Dann habe ich Verantwortung vor Gott, dass etwas von dem neuen Leben und der neuen Schöpfung dort zu spüren ist, wo ich bin.
Nein, ich kann die Welt nicht retten. Ich kann nicht verhindern, dass so viele Geschöpfe Gottes, Menschen wie Tiere, unter der Gier, der Gleichgültigkeit und der Grausamkeit anderer Menschen leiden müssen. Aber ich kann da, wo ich bin, wenigstens ein paar Seesterne ins Meer zurückwerfen.

Gebet: Herr, du hast mir deine wunderbare Schöpfung geschenkt, damit ich mich mit anderen Geschöpfen daran freue und meinen Teil dazu beitrage, sie zu erhalten. Du hast mir durch die rettende Botschaft Jesu neues Leben geschenkt, damit ich durch mein Verhalten zeige, dass dir die alte Welt nicht egal ist. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Keine Kommentare:

Kommentar posten