Montag, 15. Juni 2015

Gerechtigkeit für die Benachteiligten! hl

Losung: Der HERR wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen. Jesaja 25,8

Lehrtext: Das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist. 1.Korinther 1,28

Liebe Leserin, lieber Leser,

gibt es eine Gerechtigkeit für die Benachteiligten und Gedemütigten, die Erniedrigten und Beleidigten, die Verachteten und Ausgestoßenen? Für die Kinder Indiens, die unter furchtbaren Bedingungen die Grabsteine der Deutschen brechen? Für die Näherinnen in Bangladesch, deren Leid an unseren Kleidern klebt? Für die Kaffeebauern in Tansania, die keine Chance haben, einen angemessenen Preis für ihr Produkt zu erzielen, solange wir billigen Kaffee trinken…?
Gibt es für sie alle eine Gerechtigkeit? Ja, sagt die Bibel, ja sagt Maria, die Mutter Jesu und singt: »Gott streckt seinen starken Arm aus und fegt die Hochmütigen mit ihren stolzen Plänen hinweg. Er stürzt Herrscher von ihrem Thron, und Unterdrückte richtet er auf. Die Hungrigen beschenkt er mit Gütern, und die Reichen schickt er mit leeren Händen weg.« (Lukas 1, 52)
Diejenigen, die jetzt so sicher sitzen, lachen darüber. Aber vor ihnen saßen andere auch sicher, und dann war es plötzlich vorbei mit aller Herrlichkeit, mit all dem Unterdrücken und Ausbeuten. Wo sind sie geblieben, die Herrscher von Babylon und Assur, die Pharaonen, die römischen Kaiser und die adeligen Zwingherren? Was blieb von Napoleon, Hitler und den Kommunisten? Sind nicht vor sieben Jahren während der Finanzkrise zahlreiche Banker ins Bodenlose gestürzt? Und was wird nach der nächsten Finanzkrise sein? Was, wenn die europäische Union auseinanderfliegt oder der Konflikt mit Russland außer Kontrolle gerät?
Losung und Lehrtext heute stellen unbequeme Fragen. Sie erinnern daran, dass wir, die wir im Wohlstand leben, keinen Kuschelgott haben, der in der Couchecke des Wohnzimmers sitzt. Unser Gott kümmert sich um unsere persönlichen Angelegenheiten, um unser individuelles Leid, um unsere Sorgen und Ängste. Aber er kümmert sich auch um seine gedemütigten Kinder in den armen Ländern dieser Erde und will, dass sie uns nicht egal sind. Er stellt uns eine Aufgabe und die heißt: Soziale Gerechtigkeit in unserem Land und weltweit. Wir können dieses Ziel nicht erreichen, aber kleine Schritte in die richtige Richtung tun. Wir können zum Beispiel nachfragen, unter welchen Umständen die Waren produziert worden sind, die wir kaufen und uns für die Produkte entscheiden, die fair gehandelt werden…

Gebet: Herr, bewahre mich vor Hochmut und Gleichgültigkeit, vor Arroganz und Überheblichkeit. Gib mir ein Herz für Menschen, die auf der Schattenseite leben und lass mich erkennen, dass auch sie deine Kinder und meine Brüder und Schwestern sind. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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