Freitag, 12. Juni 2015

Vom Geld hl

Losung: Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben. Prediger 5,9

Lehrtext: Seid nicht geldgierig, und lasst euch genügen an dem, was da ist. Denn der Herr hat gesagt (Josua 1,5): »Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.« Hebräer 13,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

wann ist ein Mensch geldgierig? Am Mittwoch habe ich in der Süddeutschen Zeitung gelesen, dass einzelne Investmentbanker in den USA umgerechnet bis zu 2.000.000.000 Dollar (= 2 Milliarden) pro Jahr verdienen. Das sind 201.799,14 Euro pro Stunde. Und das Tag und Nacht, ob sie arbeiten, schlafen oder in der Sonne liegen. Bis zur Finanzkrise 2008 nannten sie sich „Master oft the Universe“, Herrn des Universums, ein Titel, der nur Gott zusteht.
Im Vergleich dazu ist jeder, der das hier liest, ein armer Schlucker, was den Kontostand betrifft. Trotzdem will ich mich von der Bibel (Lehrtext) warnen lassen. Denn geldgierig können auch Arme oder wenig Begüterte sein. Die Mitglieder der ersten christlichen Gemeinden, an die sich der Hebräerbrief richtet, waren, soweit man weiß, nicht reich. Dennoch werden sie vor Geldgier gewarnt.
Ich meine, jeder muss sich selbstkritisch prüfen, welche Bedeutung das Geld für ihn hat. Jesus sagt: »Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon (= Geld)« und Martin Luther: »Das, woran dein Herz hängt, ist dein Gott.« Also frage ich mich: Liebe ich Geld? Bin ich geldgierig? Gibt es dafür Anzeichen in meinem Leben?
Dass jemand, der mit wenig auskommen muss, aufs Geld schaut, ist normal. Auch in unserer Gemeinde leben Menschen von Hartz IV oder beziehen eine bescheidene Rente. Oder sie stecken in großen finanziellen Schwierigkeiten, weil sie sich übernommen oder verrechnet haben. Dann hilft oft nur noch die Schuldnerberatung des diakonischen Werks oder anderer karitativer Einrichtungen. Doch im Vergleich zu früheren Generationen geht es uns im Durchschnitt gut. Eigentlich dürfte da Geld gar keine so große Rolle mehr spielen, eigentlich. Und in Wirklichkeit?
„Lasst euch genügen an dem, was da ist “, heißt es im Lehrtext, und weiter: „Denn der Herr hat gesagt: »Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.«“ Wie die letzte Finanzkrise gezeigt hat, kann einen das Geld schneller verlassen, als einem lieb ist. Und die nächste Krise wird mit oder ohne Griechenland kommen. Wie es danach aussieht, weiß niemand. Aber auch dann geht die Welt nicht unter. Auch dann, wenn ich Geld verloren haben sollte, bin ich kein Verlierer, weil Gott versprochen hat, bei mir zu bleiben und bei dir auch. Seine Hilfe kann ich mir nicht verdienen noch sie bezahlen. Er gibt sie umsonst.  

Übrigens, Jesus besaß damals gar nichts und hat doch so viele reich gemacht. Dazu ein Vers von Theo Lehmann:
In einer geborgten Krippe, da kam der Sohn Gottes zur Welt.
Aus einem geborgten Boot hat er vom Reich Gottes erzählt.
Auf einem geborgten Esel ritt er in Jerusalem ein.
In einem geborgten Festsaal lud Jesus zum Abendmahl ein.
In einem geborgten Steingrab, da lag er, von Wächtern umstellt.
Der Tote ist auferstanden. Er lebt. Ihm gehört jetzt die Welt. 

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

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