Montag, 8. Juni 2015

Gott in seinen Gaben ehren hl

Losung: Ein Sohn soll seinen Vater ehren. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre?, spricht der HERR. Maleachi 1,6

Lehrtext: Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. Philipper 2,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde« –So beginnt unser Glaubensbekenntnis. So haben wir es gelernt. Gott ist unser Vater und als solcher hat er Himmel und Erde für uns geschaffen. Für uns! Für wen denn sonst? Anders gesagt, Himmel und Erde sind Gottes Geschenk für dich und für mich. Also da kann man nicht meckern. Aber dankbar kann man für ein solches Geschenk sein, sorgsam damit umgehen, es wertschätzen und den, der es uns gegeben hat. 
Gestern hat mir ein ehemaliger Konfirmand die Prospekte von zwei großen Discounter für die kommende Woche vorbeigebracht. Zu meiner großen Verblüffung fand ich in beiden eine gleichlautende Anzeige: »Weil jeder Schritt für mehr Tierwohl ein guter Schritt ist. Mit dem Kauf von Schweine- und Geflügelfleisch sowie -wurst aus unserem Sortiment unterstützen Sie den Wandel zu einer tiergerechteren Haltung. Initiative Tierwohl.« 
Da schau her, dachte ich mir, es geht also doch etwas. Wenn nur genügend Verbraucher auf die Supermärkte Druck ausüben, weil sie lieber etwas mehr für Fleisch aus artgerechter Tierhaltung zahlen als Billigfleisch von Tieren kaufen, die mit Medikamenten vergiftet und auf qualvolle Weise gehalten werden. Wir Kunden und Verbraucher sind eine Macht, wenn wir nicht gierig immer nur nach dem Billigsten verlangen, sondern mit Hirn und Herz, also auch mit Verantwortungsgefühl einkaufen. Mir ist schon klar, dass es noch ein weiter Weg ist, bis wir wirklich überall Fleisch kaufen können, das von gesunden und artgerecht gehaltenen Tieren stammt. Aber wie die Prospekte zeigen, erste Schritte zu diesem Ziel werden schon getan. 
Gott sagt in der heutigen Tageslosung durch den Propheten Maleachi: ‚Ich bin doch euer Vater. Wo also ist meine Ehre?‘ Ja, Gott ist mein Vater, und als solcher hat er mir das Leben gegeben und dazu die Welt, in der ich existiere und mehr noch, auch den Glauben, durch den ich erkenne, wie er zu mir ist. Aber wo ist seine Ehre? Wie zeige ich, dass ich sein Geschenk und damit ihn selbst wertschätze (= ehre)?
Ich soll mein eigenes Leben nicht wegwerfen noch durch eine falsche Lebensweise wie Sucht und schlechte Angewohnheiten zerstören. Das leuchtet ein. Ich soll aber auch die Welt, die er für mich gemacht hat, nicht durch Gedankenlosigkeit und Gier, durch Egoismus und Dummheit zerstören. Soll auch die Tiere, die er geschaffen hat, als seine Gabe wertschätzen ebenso wie das Wasser und die Luft, das Klima und den Boden. Und das hat auch damit zu tun, was ich einkaufe, was ich esse, wie ich überhaupt konsumiere. Ich kann in jedem Gottesdienst Lobpreislieder singen oder den Choral „Allein Gott in der Höhe sei Ehr“. Doch das bleibt leeres Geschwätz, wenn ich ihn nicht auch mit meinem alltäglichen Leben und Verhalten ehre.
Dem heutigen Lehrtext zufolge soll in allen Sprachen (= Zungen) bezeugt werden, dass Christus der Herr ist nicht nur über uns Menschen, sondern über die ganze Schöpfung, auch über die Tiere. Es gibt keinen Bereich in der Welt, auf den er nicht Anspruch hätte. Indem ich das nicht nur behaupte, sondern mich in meinem Umgang mit Gottes Schöpfung danach richte, ehre ich den Vater im Himmel.

Gebet: Ja, Herr, ich will dich ehren. Aber mir gelingt das nicht, wenn mir nicht bewusst ist, dass die Welt, in der ich lebe, dein Geschenk für mich ist. Vergib mir meine Gedankenlosigkeit und wecke in mir die Ehrfurcht vor dem Leben, das du geschaffen hast. Amen

Herzliche Grüße und eine gesegnete neue Woche!

Ihr / dein Hans Löhr

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