Freitag, 19. Februar 2021

Glaube & Wissenschaft: versöhnte Geschwister hl

Losung: HERR, du hast angefangen, deinem Knecht zu offenbaren deine Herrlichkeit und deine starke Hand. 5.Mose 3,24 

Lehrtext: Gott wollte kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Kolosser 1,27 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

wie herrlich und stark, wie groß und mächtig ist eigentlich Gott? (Losung) Vielleicht weißt du selbst eine Antwort, wenn du auf dein Leben schaust oder auf das, was dich überwältigt und begeistert. Vielleicht kannst du auch keine Antwort geben, weil es dir nicht gut geht und dir das Leben eine Last ist. Ich möchte eine Antwort geben, von der ich denke, dass sie auf alle Menschen zutrifft und die ich auch in Zukunft immer wieder einmal zur Sprache bringen werde, weil sie auf ein unfassbares Wunder hinweist:

Die Naturwissenschaft sagt: Im Augenblick des Urknalls vor 13,8 Milliarden Jahren, mit dem das Universum und damit alles begann, was wir in Erfahrung bringen können, in diesem einen Augenblick waren bereits all die Möglichkeiten enthalten, die zu der Wirklichkeit geführt haben, wie wir sie heute kennen.
Anders gesagt, dass es dich gibt, war vor jener ungeheuer langen Zeit bereits eine Möglichkeit, die mit deiner Geburt wirklich wurde. Und das gilt für alles andere auch, für alles! Sieh dich nur einmal um: Alles was du siehst, deine Mitmenschen und alle Dinge waren damals eine Möglichkeit und sind jetzt Wirklichkeit geworden.

Der Glaube sagt: In Gott waren von Anfang an alle diese Möglichkeiten und noch eine mehr, nämlich die Möglichkeit, dass es irgendwann in der Ewigkeit einmal diesen Urknall geben würde und damit die Entstehung von Raum und Zeit. Und vielleicht waren und sind in ihm auch die Möglichkeiten anderer Welten als die unseres Universums, von denen wir keine Ahnung haben und vermutlich nie etwas in Erfahrung bringen werden. Doch wie gesagt, auch die Evolution und mit ihr der Urknall, also die Schöpfung, waren eine Möglichkeit Gottes, die er zu seiner Zeit hat Wirklichkeit werden lassen.

Beide sagen: Alles war eine Möglichkeit von Anfang an. Das gilt für den Tulpenstrauß in meiner Küche genauso wie für die neunte Sinfonie von Beethoven. Für die Mücke, die im Sommer in der Sonne tanzt wie für unser Sonnensystem mit der Erde und allen Planeten. Für ein Gedicht von Eichendorff, für die Liebe unter den Menschen, für jedes Haar auf meinem Kopf, für jeden Gedanken und jedes Gefühl in mir. Auch für den Glauben, das Gottvertrauen und die Wissenschaft. Du und ich, wir sind aus unendlich (!) vielen Möglichkeiten wirklich geworden beziehungsweise geschaffen.

Die Wissenschaft sagt: Das geschah nach den Prinzipien von Zufall und Notwendigkeit.

Der Glaube sagt: Weil Gott es von Anfang an so wollte.

Die Wissenschaft sagt: Es gibt keinen Plan. Die Evolution ist blind und kennt kein Ziel.

Der Glaube sagt: Gott hat seinen Plan. Alles was ist, kommt von ihm und kehrt wieder zu ihm zurück. Nichts geht verloren. Er ist das A und das O, der Anfang und das Ziel.

Die Wissenschaft sagt: Alles in der Natur ist neutral. Nichts ist besser oder schlechter. Nichts ist gut oder böse. Nichts hässlich oder schön. Du sollst es erst einmal nur verstehen und nicht gleich bewerten.

Der Glaube sagt: Alles ist von Anfang bis Ende von Gott geliebt, wie er sich in Jesus zeigt. Alles spiegelt seine Schönheit und Macht. Alles war, ist und wird gut sein.

Aus Sicht eines Wissenschaftlers mit oder ohne Glauben lebt auch jeder Gläubige von den Errungenschaften der säkularen Wissenschaft, auch wenn ihm das nicht bewusst ist.

Aus der Sicht eines Glaubenden, wird auch ein ungläubiger Wissenschaftler von Gott gesegnet, behütet und geliebt, auch wenn er davon nichts weiß oder fühlt.

Die Wissenschaft braucht Beweise, aber kein Gottvertrauen.

Der Glaube braucht Gottvertrauen, aber keine Beweise.

Die Wissenschaft bewahrt den Glauben vor Engstirnigkeit, Irrwegen und Fanatismus.

Der Glaube hilft der Wissenschaft zur Verantwortung und Demut.

Die Wissenschaft macht im Großen wie im Kleinen ständig neue Entdeckungen, die staunen lassen und womit wir die Welt und uns selbst besser verstehen.

Der Glaube lobt und dankt Gott für diese wunderbaren Entdeckungen und Erkenntnisse im Makrokosmos wie im Mikrokosmos und dafür, dass sich unser Horizont weitet.

Wissenschaft und Glaube haben aufgrund ihrer je eigenen Voraussetzungen (Prämissen) recht. Sie betrachten die Wirklichkeit unter jeweils anderen Gesichtspunkten und können so einander ergänzen. Sie sind versöhnte Geschwister. Sie widersprechen sich nicht, weil sie verschiedene Sprachen sprechen. Ein Mensch kann, wenn er will, beide Sprachen lernen und erfährt damit eine große Bereicherung im Hinblick auf die Welt und sich selbst.

Und Jesus? Nach dem Zeugnis der Bibel und unserem Bekenntnis war er schon immer wirklich im  dreieinigen Gott. Er war sein Sohn vor aller Zeit, mit ihm untrennbar verbunden durch das Band göttlicher Liebe im Geist. Das ist er auch jetzt und wird das sein für immer. Soweit die Lehre von der Dreieinigkeit. 

Im Glauben verwirklicht er sich in dir und in mir. In ihm wohnt Gott in jedem Menschen (Lehrtext). Damit haben wir alle Teil an seinem Leben, an seiner Welt, an seinem Reich. Diese Verbindung ist unauflöslich im Leben wie im Tod.

Das sind nun alles eher theoretische Gedanken, die mit unserer alltäglichen Lebenspraxis zunächst nichts zu tun zu haben scheinen. Und doch sind sie das Fundament für unseren Glauben, unsere Liebe und unsere Hoffnung – für unser ganzes Leben. 

Gebet: Herr, dich ehre ich, dich preise ich, der du in Christus aus Liebe alles gut geschaffen hast und alles einmal zu einem guten Ende bringen wirst. Du bist
meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein Licht.
Christus, meine Zuversicht,
auf dich vertrau' ich
und fürcht' mich nicht.

Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr                                       

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2 Kommentare:

  1. Vielleicht ist es gut, so wie Sie es hier tun, mal die weiten Bereiche zusammenzustellen, in denen sich Wissenschaft und Glaube nicht widersprechen.

    Zumindest in einer Fußnote sollte aber ergänzt werden, dass es nach wie vor Konfliktfelder gibt, insbesondere beim Wunderglauben. Das Anhalten der Sonne durch Josua z. B. oder die Verwandlung von Wasser in Wein unter Haushaltsbedingungen sind naturwissenschaftlich nicht drin.

    Naturwissenschaft und Technik beweisen ihre Leistungsfähigkeit und die Qualität ihres Wissens jeden Tag. Gestern ist es gelungen, einen Rover auf dem Mars abzusetzen. Kirche kann es sich nicht erlauben, das zu ignorieren.

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    1. Voll einverstanden, auch was den Wunderglauben betrifft. Die Tatsache, dass es überhaupt etwas gibt und somit auch uns Menschen mit unseren erstaunlichen Fähigkeiten, also das scheinbar Selbstverständliche, ist das eine große Wunder. Das andere ist nicht die Religion, sondern Gottvertrauen (Glaube), Liebe, Hoffnung, wie Jesus es verkündigt und gelebt hat. Der Wunderglauben gehört religionsgeschichtlich in die Zeit vor der Aufklärung. Manche brauchen ihn noch heute. Sollen sie, wenn ihnen Gott in Christus als Wunder nicht genügt. Ein wichtiger Teil der Wunder Jesu sind Zeichen, die über sich selbst hinaus- und somit auf grundsätzliche Glaubenswahrheiten hinweisen. Nicht dass Jesus auf dem Wasser laufen kann ist beispielsweise das Wunder, sondern dass er mich heute in den Stürmen und (Untergangs-) Ängsten des Lebens hält.

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