Donnerstag, 21. Oktober 2021

Menschengeschwister hl

Losung: Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Rut 1,16 

Lehrtext: Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Galater 3,28

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

was für ein revolutionäres Wort vom Apostel Paulus im heutigen Lehrtext, das die menschlichen Verhältnisse vom Kopf auf die Füße stellt! Was für eine Herausforderung damals wie heute, für die Menschen vor 2000 Jahren wie auch in unserer Zeit!


Gefangen in Vorurteilen und Ängsten


     Wir, die wir so gerne Unterschiede machen und uns abgrenzen. Die wir unsere privaten und politischen Feindbilder haben und meinen, vor denen, die nicht so sind wie wir wollen, auf der Hut sein zu müssen. Die wir uns rüsten mit sündhaft teuren Vernichtungswaffen. Die wir darum in unseren Vorurteilen und Ängsten gefangen bleiben. - Wir werden von diesem Bibelwort herausgefordert, über unseren Schatten zu springen und uns trotz aller Verschiedenheit als die eine Familie Gottes auf der Erde zu begreifen.

     Wenigstens in unseren Christengemeinden sollten wir jede Form von Diskriminierung und Abgrenzung sein lassen und das, was wir da leben, in die Welt hinaustragen. 


Fremdwörter für Christinnen und Christen


     Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, soziale Ungerechtigkeit, Benachteiligung von Frauen, Rassismus, religiöse Überheblichkeit, Tierquälerei in den Ställen – das alles sollen und müssen für uns Christen Fremdwörter sein. Und so sehe ich unseren Auftrag auch darin, dass wir der Welt unaufdringlich vorleben, wie es sein soll und wie es möglich ist.

     In Jesus Christus und vor Gott gelten die Unterschiede nicht, die uns oft so wichtig sind, damit wir uns als etwas Besseres fühlen können. Er hat alle seine Geschöpfe bei allen Unterschieden mit gleicher Würde und gleichem Lebensrecht geschaffen, dazu bestimmt, dass wir ihm mit unserer gemeinsamen Freude am Leben danken.

 

Gebet: Herr, meine Würde habe ich mir nicht verdient. Du schenkst sie mir und allen meinen Menschengeschwistern. Und selbst die Tiere haben ihre Würde von dir. Das verbietet mir jede Überheblichkeit gegen alle, die nicht so sind wie ich. Das stärkt aber auch mein Selbstwertgefühl, weil vor dir kein Geschöpf über mir steht. So kann ich meinen Mitmenschen offenherzig und vertrauensvoll begegnen und mich beschenken lassen durch ihre Verschiedenheit. Amen 

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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